Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)





Aktuelle Nachrichten
Letzte Änderung: 19.11.2017
 
Frühere Nachrichten Missbrauch 2017


19.11.2017 Der Augsburger Bischof Zdarsa hat einen Pfarrer und Dekan (68) von seinen Ämtern entpflichtet und in den Ruhestand versetzt. Der Pfarrer war am 6.11.2017 durch einen Brief des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen beschuldigt worden und die Tat eingeräumt.
Quelle: katholisch.de

19.11.2017 Im vatikanischen Preseminario San Pio X werden erneut Missbrauchsfälle untersucht. Ein ehemaliger Zögling, Ministrant, hat Gianluigi Nuzzi berichtet, dass vor etwa 10 Jahren sein Zimmernachbar von einem Seminaristen mehrfach sexuell missbraucht worden sei. Der Zeuge habe den Missbrauch seinem geistlichen Leiter angezigt und sei daraufhin der Bildungseinrichtung verwiesen worden. Der Semianrist sei 2017 zum Priester geweiht worden. Der Vatikan teilte mit, dass 2013 anonyme und nicht anonyme Hinweise eingegangen seien, die von der Semianrleitung und vom zuständigen Bischof von Como ergebnislos untersucht worden seien. Die Hinweise hätten Schüler betroffen, von denen einige zum Zeitpunkt der damaligen Untersuchungen nicht mehr in dem Preseminario gewesen seien.
Quelle: domradio  orf


18.11.2017 Ein ehemaliger Zögling des Kinderheims Fischingen hat sich 2015 und im Oktober 2017 vergeblich ans Bistum Basel gewandt. Er erhielt keine Anwort. Das Bistum Basel verlautbart, es habe an den ehemaligen Zögling geschrieben, jedoch keine Antwort erhalten.
Quelle: tagblatt.ch

16.11.2017 90 Generalvikare, Personalverantwortliche und die Missbrauchs- und Präventionsbeauftragten der deutschen Bistümer und Ordensgemeinschaften haben sich in Köln auf einem 7. Fachtag mit dem Thema "'Irritierte Systeme' – Die Auswirkungen (des Verdachts) von sexuellem Missbrauch auf die betroffenen 'Systeme' und Möglichkeiten einer qualifizierten Hilfestellung" beschäftigt.  Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz,  forderte, nicht nachzulassen in dem Bemühen, die Aufmerksamkeit für das Thema wachzuhalten. Der Sozialpsychologe Prof. Keupp, fragte, ob die bisherigen Maßnahmen eine Kultur der Achtsamkeit fördern und gelebte Wirklichkeit seien oder ob sie vor allem oder nur eine plakate Bedeutung nach außen haben. Der Psychologe und Psychiater Prof. Dr. Löhrer stellte fest:, dass eine gelingende Kommunikation in vielen Fällen ein geeignetes Mittel, um Irritationen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Prof. Dr. Zollner SJ sprach von der Kirche als einer traumatisierenden und traumatisierten Institution und forderte, dass sexueller Missbrauch im kirchlichen Raum nicht zu einer Selbststilisierung als Opferinstitution führen dürfe. Es gehe darum, das Wurzelgeflecht aufzudecken, in dem Missbrauch entstehen und vertuscht werden konnte. Sexuelle Gewalt und andere Arten von Missbrauch seien systemisch gesehen Symptome für tiefliegende Missstände. Als entscheidende Frage stellte er heraus: "Wer und was will die Kirche sein? Geht es ihr um sich und ihre Sicherheiten, oder geht ihr im Angesicht des Leids von Menschen das Herz auf?“
Die Unabhängige Kommission der Bundesregierung wird im Sommer 2018 eine öffentliche Anhörung zum Thema Kirche abhalten.
Quelle: Bistum Trier 
katholisch.de
15.11.2017 In Dänemark muss ein Pastor, der mindestens 1 Mädchen und 7 Jungen sexuell missbrauchte, für 10 Jahre ins Gefängnis. Die Taten geschahen zwischen 2006 und 2016.
Quelle: katholisch.de

15.11.2017 Laut epochtimes hat die katholische Kirche inzwischen 3,4 Milliarden Euro an Missbrauchsopfer von Klerikern gezahlt.
Quelle: epochtimes

14.11.2017 In Bern in der Schweiz fand eine internationale Konferenz «Abuse & Neglect» am Freitag in Bern statt. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) war mit einem eigenen Stand zum sexuellen Missbrauch vor Ort. Alt-Abt Werlen berichtete, dass sein Vorgehen bei seinen Mitbrüdern zum Teil auf große Ablehnung gestoßen sei und er gegen innere Kräfte der Kirche anrennen musste. Fachleute stellten fest, die Kirche müsse alles daran setzen, damit die Opfer "nicht eine Odyssee" antreten müssen, wenn sie mit konkreten Personen in der Kirche in Kontakt kommen möchten. Eine Traumatherapeutin wies darauf hin, dass die kirchliche Seelsorge möglicherweise nicht über den Wortschatz und die Kenntnisse verfüge, um Missbrauchsopfer zu erreichen.
Quelle: kath.ch/ 
So sieht übrigens in der Schweiz die Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle aus - transparent.

*13.11.2017 Der Papstsprecher Greg Burke dementiert, dass der Papst den polnischen Ex-Ministranten Kamil Tadeusz Jarzembowski getroffen habe, der ein mutmaßliches Missbrauchsopfer eines früheren Seminaristen und heutigen Priesters sein soll. Der erste Missbrauch soll ihm im Alter von 13 Jahren geschehen sein. Ein weiterer Ministrant sei ebenfalls missbraucht worden, berichtet Jarzembowski. In einem TV-Interview sagt er, er habe seinem spirituellen Pater die Vorfälle berichtet. Es seien jedoch keine weiteren Maßnahmen ergriffen worden. Jarzembowski wurde jedoch aus dem Vorseminar entfernt. -
Der Ex-Leiter des Vorseminars, Enrico Radice, weise die Vorwürfe des Polen als Verleumdung zurück, berichtete der Mailänder „Corriere della Sera“. Auch der Papst habe sich mit dem Fall befasst. Er sei zum Schluss gekommen, dass es sich um Verleumdungen handle.
Quelle: religion.orf  stol.it

12.11.2017 In chilenischen Kinderheimen starben seit 2005 ca 1312 Kinder und Jugendliche. Die Kinderheime wurden von der staatlichen Fürsorge (SENAME) privaten oder kirchlichen Trägern anvertraut. Kontrollen fanden nicht statt. Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs an Heimkindern ist bislang unbekannt - 2013 ging man davon aus, dass  40 - 45% der chilenischen Heimkinder in staatlich subventionierten Unterkünften der Kirche sexuell missbraucht wurden. Heimbewohner berichten, dass sie von Betreuern und anderen Heimbewohnern vergewaltigt wurden. Auch kirchliche Heime sind betroffen. Kinderschützer beklagen, dass bislang die Verantwortung der Kirchenstruktur nicht untersucht wurde. Im Vordergrund standen Verzeihen und Barmherzigkeit. Davon profitierten jedoch nur die Täter. Gegen den ehemaligen Erzbischof Francisco José Cox Huneeus (* 18.12.1933, heute 84 Jahre), einen Schönstatt-Priester, liegen schwerste Missbrauchsvorwürfe vor. Er trat 1997 mit 64 Jahren von seinem Amt zurück und wurde von der vatikanischen Bischofskongregation den Schönstatt-Patres in Vallendar/Deutschland zugewiesen. Seit 2005 lebt er dort. Der Generalobere der Schönstätter, P. Juan Pablo Catoggio, kennt den "unangemessenen affektiven Umgang" des Erzbischofs mit Minderjährigen. Bislang wurden weder in Chile Ermittlungen aufgenommen, noch ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet.
Quellen: WDR 5 ab min.6

s. auch bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/  und  nachdenkseiten


10.11.2017 Der oberste Rechnungsprüfer von Alabama, Jim Ziegler, rechtfertigt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit der Bibel: "Maria war ein Teenager und Josef ein erwachsener Zimmermann. Sie wurden die Eltern von Jesus", sagte er.
Quelle: Süddeutsche

10.11.2017 Nach der Vorlage des Endberichts über sexuelle, physische und psychische Gewalt am Konvikt Collegium Josephinum, Bad Münstereifel, kam es zu einem Austausch des Erzbistums Köln mit 30 ehemaligen Konviktoristen.
Quelle: domradio.de

9.11.2017 Bislang wurden von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe 139 Missbrauchsopfer entschädigt.
Quelle: www1.wdr.de

9.11.2017 Das Bistum Essen hat eine externe Untersuchung der Personalakten aller noch lebender Priester und Diakone durchführen lassen. Dabei wurden in 17 der 1549 untersuchten Akten bislang unbekannte Hinweise auf Missbrauch oder Grenzverletzungen gefunden. Zwei der 17 Priester seien bereits strafrechtlich und kirchenrechtlich verurteilt worden. Bei vier Hinweisen seien die Betroffenen bereits volljährig gewesen. Elf der Priester gehören nicht mehr dem Bistum an - die neuen Bistümer oder Orden wurden informiert. Auch die 100 Geheimakten wurden untersucht - in 30 von ihnen fanden sich Hinweise auf sexuelle Gewalt, die bereits bekannt waren. In den Personalakten der Diakone befanden sich keine Hinweise auf sexuelle Gewalt. Über die Dunkelziffer kann die untersuchende Rechtsanwaltskanzlei keine Angaben machen. Alte Akten wiesen teilweise erhebliche Lücken auf.
Seit 2010 lagen dem Bistum insgesamt 216 Hinweise auf sexualisierte Gewalt vor. Darunter waren 2016 insgesamt 24 Hinweise, von denen 13 Altfälle betrafen, zehn bezogen sich auf 2015 und 2016.
Quellen: t-online.de, bistum-essen.de, katholisch.de

8.11.2017 Der Kirchenhistoriker Hubertus Lutterbach weist darauf hin, dass nach allgemeiner Vorstellung Priester und Kinder das Ideal sexueller Unberührtheit verkörperten. Das Verhalten von Klerikern gegenüber Kindern sei bislang nicht kontrolliert worden, weil es bis vor kurzem als unstrittig galt, dass es nur positiv sein könne. Lutterbach sagte: "Es ist umso tragischer, dass sexueller Kindesmissbrauch ausgerechnet aus jener Gruppe kommt, die sich über Jahrhunderte für die Bildung und den Schutz für Kinder eingesetzt hat." Im Rückblick sehe man, dass das Ideal kultischer Reinheit einen sozialen Sonderraum eröffnet hat, "der sich gegenüber äußerer Kontrolle machtvoll und hermetisch abgrenzen konnte!
Quelle: katholisch.de

6.11.2017 Interview mit Matthias Katsch und Florian Breitmeier, Redaktion "Religion und Gesellschaft" des NDR.
Quelle: ARD

6.11.2017 Missbrauchsopfer Matthias Katsch sieht die Kirche in der Pflicht, den Missbrauchsopfern mehr anzubieten als die reine Anerkennung des Leids. "Seit 2010, seit wir uns damit auseinandersetzen, fordern wir Hilfe, Aufklärung und Genugtuung, das heißt also auch Entschädigung. Man kann das nicht wieder gutmachen, der Schaden ist angerichtet. Aber man kann den Menschen helfen, damit klarzukommen. Insofern appelliere ich an dieser Stelle auch erneut an die in der Kirche Verantwortlichen, den Opfern über eine reine Anerkennung des Leids hinaus etwas anzubieten. Und zwar jenseits dessen, was unser Gesundheitssystem an Hilfestellungen bereit hält. Denn ich glaube, über diesen Punkt in der Diskussion sollten wir langsam hinwegkommen. Es geht nicht nur darum anzuerkennen, sondern auch Konsequenzen zu ziehen und Unterstützung anzubieten, zu helfen."
Quelle: NDR
Kommentar: Unterstützung für Opfer könnte z.B. bedeuten, dass Kirchenverantwortliche Opfer fragen, was sie brauchen. Darüber hinaus könnte die Kirche SeelsorgerInnen zur Verfügung stellen, die in traumasensibler Seelsorge ausgebildet sind, und die mit Kontaktadresse und Foto öffentlich kenntlich gemacht werden. Sie bietet angeleitete Gruppen für Missbrauchsopfer an und gibt Opfern so die Möglichkeit, sich auch regional zu vernetzen. Sie lädt zu Exerzitien ein, die sich gezielt an Opfer wenden. Klöster könnten zu Zufluchtsorten für Missbrauchsopfer werden, wenn diese Menschen eine Auszeit brauchen, in der sie eine kundige Ansprechpartnerin/einen traumakundigen Ansprechpartner vorfinden. Dabei hat die Kirche Opfer von katholischen Priestern im Blick, aber auch Menschen, die in ihren Familien, im Nahbereich, in anderen Institutionen sexuell missbraucht wurden. Kirchenverantwortliche setzen sich dafür ein, dass christliche Gemeinden eine Atmosphäre des Wissens um Traumatisierung durch Menschengewalt entwickeln und Betroffene willkommen heißen. Kirche könnte auch den Opfern Nahestehende in den Blick nehmen, denn diese haben ganz eigene Lasten zu tragen und sollten nicht alleine gelassen werden.

6.11.2017 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana veranstaltete einen Studientag über Missbrauchstäter: “Understanding and working with perpetrators of abuse”
Quelle: childprotection.unigre.it

6.11.2017 Viele katholische Lehrer, Priester und Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendarbeit reagieren auf Pflichtfortbildungen zu Prävention von sexuellem Missbrauch mit folgenden Aussagen: "Bin ich jetzt verdächtig? Haltet ihr mich für einen Kinderschänder? Wieso muss ich in diesen Kurs? Das ist doch alles ein bisschen übertrieben."
Quelle: inforadio.de

31.10.2017 Matthias Drobinski zum Reformationstag: "An diesem Reformationstag wird viel Erbauliches gepredigt über Martin Luther und seinen Thesenanschlag vor 500 Jahren in Wittenberg, über seinen Protest gegen die Behauptung, man könne das Heil und das Paradies mit Geld erwerben, über seine Erkenntnis, dass Gottes Gnade den Menschen erlöst und nicht seine Leistung; über Freiheit, Gewissen, Individualität. Das alles hat sein Recht. Und trotzdem klingt so manche Pfarrers- und auch Bischofsrede flach an diesem Tag: Du bist in Ordnung, wie du bist. Gott ist da und liebt dich, hat dich und die Welt in der Hand. Und geht es dir schlecht, ist er da. Ist er das?"
Quelle: sueddeutsche.de

27.10.2017 Überall da, wo Frauen und Männer sich trauen, von sexuellen Übergriffen zu berichten, häufen sich die Anklagen: James Toback, Harvey Weinstein, britischer Fußball, Blauhelme, Bundeswehr, Bill Cosby, katholische Kirche Australien, US-Athleten, u.s.w.

26.10.2017 Weihbischof Schwerdtfeger, Bistum Hildesheim, bittet die Pfarrgemeinden in einem Brief um das Gebet für Missbrauchsopfer von Geistlichen und für die, die in der Kirche "gemeinsam Verantwortung tragen". Seit 2010 sind im Bistum Hildesheim über 70 Meldungen über sexuellen Missbrauch eingegangen. Schwerdtfeger sagte: "Wir müssen ohne Wenn und Aber zugeben, dass nicht einer allein, sondern wir als Institution Fehler gemacht haben." Weihbischof Schwerdtfeger, seit 11.9.2017 Diözesanadministrator, habe ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Täter Peter R. eingeleitet, der zugleich einer der Haupttäter des Canisius-Kollegs ist. Im Gutachten des IPP werden bis 2003 elf Opfer von Peter R. benannt, von einer noch größeren Dunkelziffer ist auszugehen. Soweit möglich, suche das Bistum Kontakt zu den Opfern. Nicht jedes Opfer sei namentlich bekannt und das Bistum müsse "im Blick auf eine eventuelle Retraumatisierung achtsam und verantwortlich vorgehen".
Quelle: kiz-online.de
Kommentar: Nun, in Deutschland wurde nicht einmal der von der Päpstlichen Kinderschutzkommission vorgeschlagene Gebetstag für kirchliche Missbrauchsopfer durchgeführt. In den Gottesdiensten sind nur ausnahmsweise Gebete/Fürbitten für kirchliche Missbrauchsopfer zu hören. Von Gebeten für die Menschen, die in ihren Familien oder im Nahbereich sexualisierte Gewalt erlebt haben, ist schon gar nichts zu hören. Neben Gebeten brauchen diese Menschen die spürbare Solidarität der/ihrer Kirche und Gemeinden - auch davon sind wir weit entfernt. Wie groß das Interesse an den Opfern sexualisierter Gewalt in der Kirche ist, kann hier nachgelesen werden. Gottesdienst und anschließendes Gespräch fanden in einer Ordensniederlassung statt, in der ein inzwischen verstorbener Ordenspriester mindestens 5 Kinder/Jugendliche sexuell missbraucht hatte. Hinzu kommt: Mitnichten muss sich der Bischof des Bistums verantworten, der für die Versäumnisse verantwortlich zeichnet. Er trat vor Veröffentlichung in den Ruhestand. Nach wie vor im Amt ist der Weihbischof, der persönliche Fehler zu verantworten hat. Eine Verantwortungsübernahme der Institituion ist nicht erkennbar.     

26.10.2017 2013 war ein Würzburger Franziskanerpater wegen Missbrauchs vom Vatikan verurteilt worden. Der Verurteilte legte Widerspruch ein, der nun von der Glaubenskongregation zurückgewiesen wurde.
Quelle: katholisch.de  mainpost.de  welt.de

26.10.2017  In Argentinien wurden 66 Priester, Nonnen und Brüder des sexuellen Missbrauchs von Dutzenden von Menschen, zumeist Kindern, seit 2001 beschuldigt. Zwischen 2000 und 2015 lagen die Anklagen im einstelligen Bereich. Seit Anfang 2016 haben die Opfer weitere 21 Priester, Nonnen und Brüder beschuldigt. Dass die Anzahl sich erhöhte, könnte am zunehmenden Mut der Opfer liegen, aber auch daran, dass Staatsanwälte eher bereit sind, Vorwürfe zu untersuchen und Medien zunehmend berichten.
Einer der schockierendsten Fälle betrifft Pfarrer Nicola Corradi, der von einigen Dutzend Missbrauchsopfern der Schule der Provolos, Italien, beschuldigt wird, gerichtlich jedoch nie belangt wurde. Corradi wurde im November 2016 in Argentinien angeklagt und befindet sich in Hausarrest. Offizielle Zahlen gibt es weder von der kath. Kirche in Argentinien, noch von der argentinischen Justiz oder von der Regierung.
In einem der schockierendsten Fälle sagen Ankläger, dass mindestens 20 Kinder am Provolo-Institut für taube und stumme Kinder in der Provinz Mendoza missbraucht wurden. Einige der Opfer sagen, dass sie von einem italienischen Priester, Pfarrer Nicola Corradi, belästigt wurden, der auch von einigen der Dutzenden von Missbrauchsopfern an der Schule des Provolos in Italien beschuldigt worden war, aber nie vor Gericht gestellt wurde. Corradi, inzwischen älter, wurde im November offiziell von argentinischen Staatsanwälten angeklagt und befindet sich in Hausarrest, bevor er in Argentinien vor Gericht gestellt wird. Corradis Anwalt lehnte es ab, sich zu dem Vorbringen des Klägers oder anderen Details des Falles zu äußern. Keine offiziellen Zahlen über kirchlichen Missbrauch wurden von Argentiniens Kirche, Regierung oder seinem Justizsystem veröffentlicht, und das Thema ist immer noch ein Tabu. Aber Papst Franziskus versuchte das Stigma zu brechen, indem er Rufino Varela anrief, nachdem er aufgedeckt hatte, dass er als Kind von einem Priester in einer Schule missbraucht worden war, an der auch der argentinische Präsident Mauricio Macri teilnahm.
Papst Franziskus sagte, dass er nie mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker konfrontiert war, als er Erzbischof von Buenos Aires (1998 - 2013) war. Viele argentinische Missbrauchsopfer von Kleirkern sagen, dass sie sich von der Kirche verlassen fühlen.
Quelle: ibtimes.co.uk

20.10.2017 Florian Breitmeier, NDR Redaktion Religion und Gesellschaft, weist in einem Kommentar darauf hin, dass die Verantwortlichen im Bistum Hildesheim klare Worte gefunden und schonungslose Bekenntnisse über ihr Versagen beim Umgang mit Missbrauchsfällen - speziell mit dem Fall Peter R., der im Berliner Canisius-Kolleg ebenso wie im Bistum Hildesheim Opfer hinterließ - gefunden haben. Breitmeier kritisiert, dass der lange verantwortliche bisherige Bischof Norbert Trelle keine Verantwortung übernommen hat - und dennoch vom derzeitigen kommissarischen Bischof und später von Bischof Ackermann gelobt wurde, weil er das Gutachten des IPP in Auftrag gegeben habe. In Wirklichkeit waren es die Opfer, die den Mut hatten, auf Aufklärung zu beharren. Da das Rücktrittsangebot von Weihbischof Bongartz nicht angenommen wurde, bedeutet, dass das Bistum erkennt, dass die Fehler und Versäumnisse nicht einfach einer Person angelastet werden können, sondern der Institution. Zur Korrektur des strukturellen Versagens gehört es, dass Bistümer untereinander und Orden mit Bistümern (besser) vernetzt sind und miteinander kommunizieren. Auch die Leitlinien der Bischofskonferenz sind zu verändern und die unklare Rolle der AnsprechpartnerInnen ist zu klären und zu entzerren.
Quelle: NDR

18.10.2017 In einem Essener kath. Kinderchor hat ein Chorleiter sieben Kinder sexuell missbraucht und Viedoaufnahmen im Darknet verbreitet.
Quelle: waz.de

18.10.2017 Der Abschlussbericht über Missbrauch in der Korntaler Brüdergemeine soll im kommenden Jahr vorliegen.
Quelle: stuttgarter-nachrichten.de

18.10.2017 KIZ berichtet ausführlich über das Gutachten des IPP zu den Versäumnissen und Fehlern (nicht nur) im Bistum Hildesheim beim Umgang mit Missbrauchsfällen.
Quelle: kiz-online.de

18.10.2017 Helmut Jacob, ein unbestechlicher Streiter für die Anliegen der Heimkinder, ist tot. Dierk Schäfer schreibt einen Nachruf.
Quelle: dierkschaefer.wordpress.com

17.10.2017 Florian Breitmeier weist im Interview über das Gutachten des IPP darauf hin, dass die katholische Kirche ein Problem mit ihrer "Verantwortung nach unten" hat und dass es keinerlei Institutionen in der kath. Kirche gibt, die ggf. korrigierend eingreifen könnten. Er beobachtet auch eine mangelnde Fehlerkultur und fragt, was dazu führt, dass ein Weihbischof/Missbrauchsbeauftragter und Personalchef eines Bistums nicht in der Lage ist, gegenüber Vorgesetzten seine Überforderung zu erklären.
Daniel Deckers, FAZ, kommentiert, dass eine "institutionelle Selbstgewissheit" keine Hildesheimer Besonderheit sei, vielmehr tief oder gar unauslöschlich in der kath. Amtstheologie verwurzelt ist. "
Nichts ist im Umgang mit Tätern so falsch wie „pastorale Loyalität“, nichts macht so blind für das Leid der Opfer wie der Drang, Schaden von der Institution Kirche fernzuhalten. Es spricht für die Kirchenoberen in Hildesheim, dass sie ihr Handeln von unabhängiger Seite haben überprüfen lassen. Die Ergebnisse sprechen nicht nur gegen sie, sondern gegen die Kirche als Ganzes."
Quelle: Deutschlandfunk

17.10.2017 Der Eckige Tisch nimmt Stellung zum Gutachten des IPP - Bistum Hildesheim - und nennt das Gutachten "Eine Dokumentation jahrzehntelangen Versagens".
Quellen: eckiger-tisch.de  katholisch.de  

16.10.2017 Die Bischöfe in Deutschland zeigen sich betroffen über das Missbrauchsgutachten des Bistums Hildesheim.
Quelle: Domradio  katholisch.de  Radio Vatikan 

16.10.2017 Das Bistum Hildesheim veröffentlicht das Gutachten zu Missbrauchsfällen, nennt Versäumnisse und gibt Empfehlungen für die Zukunft. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz nimmt Stellung dazu. Dem Gutachten des IPP zufolge tragen Verantwortliche des Bistums Hildesheim und des Jesuitenordens eine Mitverantwortung am sexuellen Missbrauch von Kindern in den vergangenen Jahrzehnten. Die Gefährdung von Kindern sei von Bistum und Jesuitenorden "wissentlich in Kauf genommen worden", heißt es in dem Gutachten, das von gravierenden Versäumnissen spricht. Im Fall des Priesters Peter R., dem elf Fälle sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim nachgewiesen wurden, werfen die Münchener Experten dem Bistum ein "Muster des Wegschauens" vor. Peter R. stand im ZEntrum der sexuellen Gewalt im Canisius-Kolleg mit über 100 Opfern. Der Jesuitenorden habe den Täter loswerden wollen und das Bistum Hildesheim habe ihn inkardiniert. Laut IPP waren dem Bistum sechs Fälle sexualisierter Gewalt im Zeitraum von 1989-1997 durch Peter R. bekannt. Inzwischen wurden ihm elf Fälle nachgewiesen. Das Gutachten formuliert: "Der damalige Umgang des Bistums Hildesheim mit diesen Fällen ist von einem Muster der Naivität, Verantwortungslosigkeit und unklaren Kommunikation geprägt." Vor allem lasteten sie dem Bistum an, den Priester nach intern bekannt gewordenen Missbrauchsfällen immer wieder in andere Gemeinden versetzt zu haben, ohne über den tatsächlichen Grund zu informieren.
Der Missbrauchsvorwurf gegen den 1988 verstorbenen Hildesheimer Ex-Bischof Heinrich Maria Janssen lässt sich laut Gutachten nicht mehr abschließend aufklären.
Quellen:
bistum-hildesheim.de   NDR  Spiegel

16.10.2017 Der Livestream zum Gutachten Bistum Hildesheim ist unter https://www.bistum-hildesheim.de/ erreichbar, bzw. unter https://www.youtube.com/watch?v=16RJW9gEQnc  oder beim NDR
14.10.2017 Am Montag, 16.10. um 11 Uhr wird das Bistum Hildesheim das Gutachten zu den Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen und den pensionierten Priester Peter R. (Canisius-Kolleg) vor.
Quelle: NDR

12.10.2017 Der Mitarbeiter der Vatikanbotschaft in Washington, der Kinderpornografie in einem kirchlichen Computer in Kanada heruntergeladen und verbreitet hat, wird mit Haftbefehl gesucht. Er hält sich im Vatikan auf, soll jedoch nicht ausgeliefert werden. Der Vatikan soll die Überstellung mit Verweis auf die diplomatische Immunität abgelehnt haben. Das vatikan. Pressemant reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.
Quelle: katholisch.de



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