Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)
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Barbara Haslbeck Erika Kerstner „Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis ich einen Seelsorger fand, der mir zuhörte“ Was Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kirche erleben, in: Pastoraltheologische Informationen, Bd. 36, Nr. 1
Barbara Haslbeck Erika Kerstner: "Ich wollte endlich sprechen!" Seelsorge nach sexuellem Missbrauch als Herausforderung für die Pastoral, in: Unsere Seelsorge, Bistum Münster, S. 34 ff.

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Aktuelle Nachrichten
Letzte Änderung: 22.1.2018


22.1.2018 In der Gemeinschaft der Piusbrüder gibt es Übergriffe auf Kinder und auf Mitarbeiterinnen verschiedener Schulen der Piusbrüder. Im Frühjahr wurde bereits ein Priester der Piusbrüderschaft verurteilt. Im Dezember wurde der Piusbruder Frédéric A. (40) wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen unter 16 Jahre verurteilt.
Im April 2017 war von 4 Missbrauchstätern in der Piusbrüderschaft die Rede, die mindestens 12 Jugendliche missbrauchten. Die Täter wurden von der Bruderschaft geschützt und durften weiter in der Seelsorge tätig sein. Einer der Täter wurde inzwischen in den USA zu Lebenslänglich verurteilt, 2 haben sich der Gruppe um Williamson angeschlossen. Dem Vatikan sind die Vorwürfe bekannt, er hat aber nur geringen Einfluss auf die Piusbrüder. Im Mai 2015 hatte die Glaubenskongregation dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Fellay, das Recht erteilt, über Missbrauchstäter in den eigenen Reihen zu urteilen. Zwar ist die Pius-Bruderschaft nicht von Rom anerkannt, darf aber über "delicta graviora" Recht sprechen.
Quelle: blick.ch
s. auch
badische-zeitung.de 6.12.2012  kath.net  deutschlandfunk.de, 28.4.2016  watson.ch, 29.5.2016

22.1.2018 Der Kommentar von Julius Müller Meiningen weist auf die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Erscheinungsbild und der Wirklichkeit hin. Die kirchliche Hochzeit des Paares im Flugzeug, die von Papst Franziskus assistiert wurde, war bereits im Dezember verabredet worden, also durchaus nicht spontan. Ebenso wird die Entschuldigung des Papstes für die Missbrauchsfälle in Chile untergraben von seinem konkreten Umgang mit den Opfern des Priesters Karadima. Er beschuldigt die Opfer als Verleumder und verteidigt Bischof Barros, der des Vertuschens von sexuellem Missbrauch beschuldigt wird. Bereits im Oktober 2015 hatte Papst Franziskus gesagt, das Bistum Osorno, in dem sich Teile der Katholiken gegen die Ernennung von Barros stellten, leide an "Dummheit". (Video)
Quelle: augsburger-allgemeine.de

21.1.2018 Der Priester aus Nordrhein-Westfalen, der wegen "unangemessenem Kommunikationsverhalten" (Bistum Münster) zurückgetreten ist, hat dem anfänglich 15-jährigen über zwei Jahre lang Tausende Whatsapp-Nachrichten geschickt, berichtet die Rheinische Post. Nach Aussage der Eltern habe das Bistum als offiziellen Grund für den plötzlichen Rücktritt "Burn- out" angeben wollen. Das Bistum weist diese Aussage als falsch zurück. Das Bistum geht davon aus, dass es sich nicht um sexuellen Missbrauch handelt und hat keine Strafanzeige gestellt. Bei der Staatsanwaltschaft ging jedoch eine Strafanzeige ein, die derzeit geprüft werde.
Quelle: Süddeutsche  rp-online.de

21.1.2018 Kardinal Sean O'Malley, Vorsitzender der nicht mehr/noch nicht wieder amtierenden Päpstlichen Kinderschutzkommission äußerte Verständnis für den Schmerz von Überlebenden sexuellen Missbrauchs angesichts der Papstworte zum Fall des Bischofs Barros. Äußerungen, die die Botschaft vermittelten, "wenn du deine Vorwürfe nicht belegen kannst, glaubt man dir nicht", ließen diejenigen alleine, die sexuelle Gewalt erlitten haben und stellten Opfer ins Abseits. Zugleich verteidigte O'Malley den Papst, der das gravierende Versagen der Kirche und ihrer Geistlichen vorbehaltlos anerkenne ebenso wie die zerstörerischen Folgen der Verbrechen für die Opfer und ihre Familien.
Quelle: orf
Kommentar: Was hilft es denn, wenn das Versagen der Kirche "ganz allgemein" anerkannt wird, im konkreten Fall den Opfern jedoch nicht geglaubt wird und sie als Verleumder beschimpft werden? - In Erinnerung gerufen sei der Umgang der argentinischen Kirche mit Missbrauchsfällen unter Kardinal Bergoglio. Sebastian Cuattromo, einem Missbrauchsopfer eines Marianisten, bot der Marianisten-Orden eine "Entschädigung" an, unter der Bedingung, dass er Stillschweigen wahre. Cuattromo wandte sich an den heutigen Papst und damaligen Erzbischof von Buenos Aires. Sein Sekretär empfing ihn. Von dem Bischof Mario Poli, dem Nachfolger Bergoglios als Erzbischof von Buenos Aires, hörte Cuattromo dann, dass das Verlangen des Ordens, Stillschweigen gegen Entschädigung, in Ordnung sei.


*20.1.2018 Auch in Peru wird der Papst bei seinem Besuch mit Missbrauch in kirchlichen Gruppierungen konfrontiert. In der Gruppe "Sodalitium Christianae Vitae", einer gegen die Befreiungstheologie gerichtete Laien-Initiative mit sektenhaften Zügen, kam es zu körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, u.a. durch die beiden Gründer. Der eine Gründer starb. Während seines Seligsprechungsprozesses kamen seine Verbrechen ans Licht. Der andere lebt in Rom in einer Villa. Der Jurist Wilfredo Ardito beobachtet, dass die Mitglieder des Sodalitiums der peruanischen Oberschicht angehören. Opfer aus ärmeren Gesellschaftsschichten hätten Mühe, ihre Fälle publik zu machen und Gerechtigkeit zu bekommen.
Quelle: kleinezeitung.at

20.1.2018 Das Bistum Regensburg hat bislang 178.000 € an 45 Opfer körperlicher Gewalt gezahlt, zwei Fälle sind noch nicht abgeschlossen. 75 Personen haben einen Antrag auf Anerkennung erlittener körperlicher Gewalt gestellt. 547 ehemalige Domspatzen wurden Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt.
Quelle: orf

19.1.2018 Bei den UN gibt es sexuelle Übergriffe. Auch wenn die Mitarbeiterinnen die Übergriffe melden, geschieht nichts. Die Täter bleiben im Amt, die Opfer werden nicht selten mit Kündigung bedroht. Es herrsche eine Kultur des Schweigens.
Quelle: sueddeutsche.de

19.1.2018 Auch in ultraorthodoxen jüdischen Gemeinden ist sexuelle Gewalt Alltag. In den strenggläubigen und geschlossenen Gruppen  Milieus sind die Täter meist männliche Autoritätspersonen und die Opfer sind oft Jungen. Nun werden Präventionsprojekte begonnen.
Quelle: tachles.ch

10.1.2018 Der Papst verurteilt nicht enden wollende Gewalt gegen Frauen in Peru.
Quelle: fr.de/

19.1.2018 Papst Franziskus sagt, es gebe keinen Beweis, dass der chilenische Bischof Juan Barros von dem sexuellen Missbrauch durch den Priester Karadima gewusst habe. Alles sei Verleumdung.

Dem stehen die Aussagen von drei Opfern von Karadima entgegen. Juan Carlos Cruz,
José Andrés Murillo und James Hamilton behaupten, dass sie in Anwesenheit von Barros von Karadima missbraucht wurden.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com  spiegel.de  srf.ch
Kommentar:
Vor Gericht, das die Verjährung feststellte, waren die Opfer Karadimas als glaubwürdig eingestuft worden. Der Papst nennt sie Verleumder. Gegen Karadima hatten sie bereits 2002 Anzeige bei der Kirche erstattet. Erst 2010, als die Opfer an die Öffentlichkeit gingen, reagierte der Vatikan und verurteilte Karadima zu einem Leben der Buße und des Gebets. Sollten die Anzeigenden gegen Karadima korrekt aussagen, gegen Barros jedoch nicht? Selbst im Vatikan/in der Gregoriana wurde auf dem Kongress 2012 "Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung" von Stephen Rossetti bemerkt: "Aber die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen zeigen, dass die große Mehrheit aller Anschuldigungen, d.h. über 95 % der Fälle, berechtigt sind. Ein Mensch, der sich aufrafft und aussagt, von einem Priester sexuell missbraucht worden zu sein, hat wenig zu gewinnen und viel zu verlieren. Dazu braucht es viel Mut und die Bereitschaft, Scham und Spott zu ertragen." (aus dem Kongress-Vortrag, S. 45). Diese Beobachtung gilt vermutlich auch für den Vorwurf des Vertuschens, zumal wenn er im Blick auf einen Bischof geäußert wird, der die Unterstützung des Papstes hat. - Das Signal, das diese Papstaussage an Opfer sendet, ist verheerend: Wer keine Zeugen und keine Videoaufnahmen des Missbrauchs vorweisen kann, tut gut daran zu schweigen, weil ihm nicht geglaubt wird.

18.1.2018 In den Kinderheimen der Korntaler Brüdergemeinde waren bereits in den 1960-er Jahren Missbrauchsfälle aktenkundig. Die Verantwortlichen wussten davon. Die Täter wurden geschützt. Das legen neuere Informationen nahe.
Quelle: stuttgarter-zeitung.de

17.1.2018 Papst Franziskus hat in Chile auf zwei Gruppen hingewiesen: Auf die Menschen, die als Opfer oder deren Familien unter Missbrauch gelitten haben. Und auf die kirchlichen Gemeinschaften, Priester und Ordensleute, die hart gearbeitet haben und der Verdächtigung zum Opfer gefallen seien. Viele Ordensleute seien in öffentlichen Bereichen beleidigt worden und ihre geistliche Kleidung habe dazu führen können, dass sie einen hohen Preis zahlten.
Quelle: cruxnow.com  cna


17.1.2018 In der ersten Eucharstiefeier des Papstes in Chile war auch Bischof Barros als Konzelebrant anwesend. Barros wird vorgeworfen, sexuellen Missbrauch des zu Buße und Gebet verurteilten Priesters Karadima vertuscht zu haben. - Der Papst traf in der Nuntiatur von Santiago eine kleine Gruppe von Missbrauchsopfern. Das Treffen stand nicht im Protokoll.
Quelle: NZZ

16.1.2018 Der Papst bat die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker in Chile um Verzeihung. Er fühle Scham und Schmerz und wolle sich dafür einsetzen, dass sich das nicht wiederholt und er wolle die Opfer mit allen Kräften unterstützen.
Bischof Barros,
Bischof von Osorno, hat er jedoch nicht von seinem Bischofsamt entpflichtet. Vielmehr nahm Barros als Konzelebrant an einer Messe mit dem Papst teil. Barros, einem Schützling des Priesterausbilders und Missbrauchstäters Karadima, wird vorgeworfen, dass er Karadima geschützt habe. Barros sagt, er habe von nichts gewusst. Papst Franziskus spricht "von diesen ganzen Linken, die diese Sache aufgebauscht haben", man solle sich von ihnen "nicht an der Nase herum führen lassen". Gegen Barros lägen keine Beweise vor, sagte der Papst. - Opfer des ehemaligen Priesterausbilders Fernando Karadima hatten nach eigenen Angaben vergeblich beantragt, vom Papst empfangen zu werden.
Quellen: domradio.de  orf
Kommentar: Spätestens seit 2002 sprechen die Päpste von ihrer Scham angesichts der kirchl. Missbrauchsfälle. M.E. ist es nicht genug, dass der Papst Scham empfindet, er müsste handeln, und zwar transparent.

16.1.2018 In Kleve ist ein kath. Pfarrer von dem Pfarramt zurückgetreten. Das Bistum Münster benennt als Hintergrund "unangemessene Kommunikation mit einem Jugendlichen".
Quelle: rp-online

14.1.2018 Das Bistum Trier hat 453.500 € an 90 Missbrauchsopfer ausgezahlt. 135 Betroffene haben sich in den 8 Jahren seit 2010 gemeldet. Gegen 33 Priester sei in kircheninternen Verfahren ermittelt worden. Zwei kirchenrechtliche Voruntersuchungen laufen noch.
Quelle: t-online

13.1.2018 Gegen den Erzbischof von Guam, Apuron, gibt es einen neuen Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Er wird von einem Verwandten des Erzbischofs erhoben. Vertreter der katholischen Kirche von Guam sagten, sie hätten den Vatikan über die neuen Anschuldigungen informiert. Vorwürfe, Ministranten missbraucht zu haben, werden bereits seit den 1970er Jahren erhoben. Ende des Jahres 2017 sei der jetzige kommisarische Erzbischof von Guam, Michael Byrnes, über das Urteil gegen Apuron informiert worden, das Urteil wurde jedoch noch nicht veröffentlicht. Apuron hat bisher die Beschuldigungen zurückgewiesen.
 Quelle: cruxnow.com

12.1.2018 Opfer des chilenischen Priesters Karadima veranstalten anlässlich des Papstbesuches in Chile ein Seminar: "Sexueller Missbrauch in kirchlichem Kontext: Herausforderungen für die Prävention, Intervention und Unterstützung für die Opfer." Einer der Schützlinge und Schüler von Karadima ist Barros, der vom Papst gegen den Widerstand vieler Gläubigen zum Bischof ernannt wurde. Auch die Bischöfe Tomislav Koljatic und Horacio Vaslenzuela hätten von den Missbräuchen Karadimas gewusst, als dessen Schützlinge jedoch nichts unternommen.
Ein Treffen mit kirchlichen Missbrauchsopfern sieht der Plan des Papstes bei seinem Besuch in Chile und in Peru nicht vor.

Quellen: nytimes.com  domradio 
cruxnow.com

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