Fassaden
Mauer
bröckelt,
Fassaden brechen ein,
falsche Schutz - und Trutzburg
stürzt zusammen,
aber auch der Schuldturm,
das Gefängnis öffnet sich!
Kind, Mädchen,
aus dem Lebens - Karussell
herausgeschleudert,
aus der Welt geworfen,
ins tiefe Dunkel der Einsamkeit,
in die Flucht aus der schmerzvollen
Realität,
eingesperrt – in sich selbst
Allmählich wagt es sich heraus,
aus dem Albtraum der
Gefangenheit,
der
Stummheit,
der
Hilflosigkeit
und
der Starre
Verängstigtes, eingeschüchtertes Kind,
gut abgerichtet zum blinden Gehorsam,
zur willkürlichen Verfügbarkeit,
zum Stillhalten,
verstummt!
Sonne
bricht
durch,
Licht entgegen dem Schatten, der Dunkelheit,
Luft entgegen dem Mief des Eingesperrt - seins,
Kühles, frisches Wasser statt der Trockenheit,
entgegen dem Schmutz
Hoffnungsland
in
Sicht?
Wackelige Schritte – heraus aus der Isolation,
heraus aus den panikmachenden Schuldgefühlen,
noch strauchelnd, manchmal stürzend,
und doch kein Weg zurück!
Nie
wieder
sich
einsperren
lassen,
nie wieder scheinbar normale Fassaden für die
Anderen,
langsame Schritte auf mich selber zu,
entgegen allem Selbsthass,
aller Scham
Brauche Hilfe dazu,
brauche Mut – machen,
versuche die helfende Hand zu
ergreifen,
die Hand die hilft, immer wieder
aufzustehen,
weiter zu machen entgegen jeder Angst!
Barbara Metko
2007
Resignation
Wort voller Wut und Gleichgültigkeit
Wort voller Hass und Mutlosigkeit
Wort voller Kampf und Dunkelheit
Resignation
Verhasstes Wort – leer,
doch randvoll!
Verhasstes Wort – still,
doch schreiendes Schweigen!
Verhasstes Wort – müde, erschöpft
doch bis zum Zerspringen angespannt!
Resignation
Irrweg – Ausweglosigkeit?
Die Segel streichen – sich treiben lassen?
Nur wohin führt dieser Weg?
Resignation
Standpunkt direkt vor dem Abgrund...
Absturzgefahr!
Fallen ins Nichts?
Fallen lassen in die ewige Dunkelheit?
Fallen lassen in den sicheren Tod?
Resignation
verhasstes Wort!
Mich selbst verloren,
aus dem Gleichgewicht geraten,
aus dem Leben herausgeschleudert?
Und nun?
Resignation
verhasstes Wort,
machst mich traurig und wütend zugleich!
verhasstes Wort,
machst mich mutlos,
und doch:
in mir drinnen hört es nicht auf zu kämpfen!
Resignation
Du Gaukler,
willst mich glauben machen,
es ist und war alles umsonst?
Du Schwindler,
lehrst mich, nichts Anderes verdient zu haben?
Du Krafträuber,
willst mich zum Aufgeben zwingen?
Du dunkler Geselle,
nein, zum Aufgeben kriegst Du mich nicht!
Resignation
Was kann Dich vertreiben?
Die Wahrheit anzuschauen, nicht mehr verdrängen?
Ein wenig Mut – machen?
Ein wenig Hoffnungslicht entdecken?
Ein wenig Zulassen von Nähe?
Ein wenig Wachrütteln aus der Angst?
Resignation
uralter Begleiter,
bringst mich fast um,
und doch:
Ich will leben!
Resignation
da ist kein Platz mehr für Dich in meinem Leben!
Resignation
Du hast verloren!
13.10.2007

Trost – Trostlosigkeit...
Trost
Fremdwort – bedeutungslos?
Fremdwort – hoffnungslos?
Fremdwort – unerreichbar?
Trost
Fremdwort – ohne Realität?
Fremdwort – mit bitterem Beigeschmack?
Fremdwort – für mich?
Trost
Fremdwort – sehnsuchtsvolle Erwartung?
Fremdwort – voller Widerspruch und Schmerz?
Trostlosigkeit
ganz nahe – altbekannt...
voller Einsamkeit und Kälte...
voller Panik und Schmerz...
harte Realität?
Trostlosigkeit
das Kind in mir – darin verstrickt...
das Kind in mir – darin erstickt...
das Kind in mir – darin lebendig begraben?
Trostlosigkeit
der einzig mögliche Weg für mich...
mein Schicksal?
Trost
scheinbar unerreichbar – zu weit weg?
doch auch – Chance für mich?
Trost
GOTT – DU?
kannst Du, willst Du Trost sein für mich?
20.10.2007
„Ich bin der ich
bin“
sagt Gott von sich...
Wer bin ich?
Bin ich so von Gott gewollt?
Quälende Fragen...
Ist Gott derjenige, der sagt:
Du darfst sein?
Darf ich so sein?
Ich...
Selbstbild – verzerrt...
Selbstbild - schmerzverbrannt
Selbstbild - tränenverschleiert
Selbstbild – zerstört...
Selbstwahrnehmung – nicht mehr
möglich...
Ich...
aus dem Gleichgewicht geraten...
aus dem Rhythmus geschleudert...
in ´s Uferlose gefallen...
abgestürzt...
Ich...
auf dem Grund aufgeschlagen
zerschlagen...
in tausend Stücke zersprengt...
Ich...
mich selbst verloren...
kein Gefühl mehr für mich...
nur noch Kälte,
nur noch Hass?
Ich...
und doch:
wieder zusammengesammelte Scherben
wieder angefangen zu atmen...
wieder angefangen zu leben...
wieder angefangen zu fühlen,
ist das Schwerste daran...
Ich...
wieder aufgestanden
wackelige Knie...
unsichere Schritte...
taumelndes Gehen
brüchiger Untergrund,
aber er hält...
Ich...
haltlosen Boden überwunden
Licht – in die Dunkelheit eingebrochen
Absturz überlebt...
Ich...
Spiegelbild oft nicht zu ertragen...
Vom Anderen den Spiegel hingehalten...
vorsichtiges Anschauen gewagt...
Ich...
zaghafte Schritte des Vertrauens...
ängstlich – und doch die Hand
gereicht...
Ich...
zulassen von Hilfe
zulassen von Nähe –
fast nicht zu ertragen und doch
gewollt...
Ich...
verzerrtes Selbstbildnis...
im Blickwinkel des Anderen
entwirrt...?
in den Augen des Anderen Wärme
gespürt...?
im Du verändert...?
im Du zu ertragen...?
vielleicht Gott, in Dir neu
entdeckt...?
27.10.2007
Sie
Sie...
positive Autorität,
redet im Klartext, ist Not- wendig
Sie...
leiht mir ihre Augen, ihre Sichtweise,
hilft gegen den Nebel in mir
Sie...
leiht mir ihre Gedanken und Worte
hilft mir klarer denken, Gefühle zulassen
Sie...
hilft mir heraus aus dem Gefängnis des Ichs
Sie...
provoziert mich
fordert mich heraus
Sie...
macht mir Mut hinzusehen,
anzuschauen, auszuhalten
Sie...
hilft mir festzustellen,
ohne zu werten, mich zu verurteilen
Sie...
hilft mir vertrauen zu üben,
vielleicht sogar zu lernen
Sie...
hilft mir mich selber sein zu dürfen,
vielleicht sogar mich anzunehmen
Sie...
rückt mich da zurecht,
wo ich in die Irre zu gehen drohe
Sie...
macht mir Mut mich zu wehren,
macht mir Mut ehrlich zu werden
Sie...
hilft mir, meine Angst anzunehmen,
vielleicht darin Positives zu sehen
Sie..
stärkt mir den Rücken,
auch und gerade dann,
wenn ich mir selber am allerwenigsten traue
3.11.2007