Hoffnungsseite 
Texte von Barbara Metko
Bild Barbara M.

Abgrund
Gefangen
Chancenlos
Ist es das wert?
Hoffnungsland
Freiheit
Dunkelheit
Ausweg
Hoffnung
Liebe - Nächstenliebe
Zweifel - Verzweiflung
Schöpfung - Auferstehung
Augen-Blicke
Leben - lebendig
Zerbrochen
Schleier
Total normal
Ahnungslos
Fassaden
Scham
Angst

Schattenblume
Frieden
Gefühls-Wirrwarr
Gehorsam
Schuld
Kontrolle
Sprachlos
Grenzgänger

Leere
Schmerz
Resignation
Trost
Selbstbild
Sie
Eingesperrt
Sehnsucht
Schrei
Schwäche
Sehen
Unwirkliche Wirklichkeit
Steine
Trauer
Vergebung
Träumereien
Verrat
Verloren
Wahrheit
Wutausbruch
Unterwerfung
Zwiespalt
Unabhängigkeitstag
Versprechen
Wer wird siegen?
Wer, wie, was...?
Wortgedanken
Zensur
Gevatter Tod

Schlupfwinkel
Nacht
Irrwege
Wurzeln
Pusteblume
Schmerz
Verbrannte Erde
Stummer Schrei
Wege
Wortspielereien
Zukunft
Blankgeputztes Herz
Fremd
Gefühle
















Abgrund

Abgrund – tief verborgen in mir?
Abgrund – voller Angst
und doch altbekannt...

Abgrund - tief verborgen in mir?
voller Ohnmacht und Schmerz...

Abgrund – düster und leer?
Abgrund – randvoll und laut?

Abgrund – voller Ohnmacht und Nacht...
Abgrund – voller Wut, Hass und Kraft?

Abgrund – tief verborgen in mir?
Abgrund – schlummernder Vulkan?
Abgrund – kurz vor der Explosion...

Abgrund – tief verborgen in mir?
Du machst mir Angst...
bist Du doch eine Chance?

Abgrund – tief verborgen in mir?
rutsch ich ab und versink in dir?

Abgrund – tief verborgen in mir?
komm ich da ´raus...
Gott reichst Du mir die Hand dafür?

Barbara Metko, 2007
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Gefangen


Mitgegangen – mitgefangen – mitgehangen...
Altes Sprichwort...
Wahrheit darin verborgen?

Mitgemacht, stillgehalten,
ausgehalten, entschuldigt,
beschönigt, verdrängt,
sogar Dich verteidigt...

Im Stillen geahnt,
tief drinnen gewusst,
da stimmt etwas nicht,
das tut weh,
befangen, gefangen,
nicht auszuhalten – vergraben!
Das darf nicht sein!

In mir drin verborgen,
verschlossen, vergessen,
Gefängniskeller gebaut,
mich selber eingesperrt,
verbarrikadiert – kein zurück?

Mitgemacht... Gefangenschaft?
Gefängnis gut zugemauert!
Gefangen in der Angst,
Gefangen in der Ohnmacht,
Gefangen in dem Kerker meiner Furcht.

Blockiert...
unfähig gemacht, sich zu rühren,
unfähig gemacht, sich zu spüren,
unfähig gemacht, mich auszuhalten
aussteigen, wegfliegen, Flucht!

Befangen im Kontakt zum Nächsten,
Befangen im Augenkontakt,
Befangen im Aushalten von Nähe,
Befangen in der Zuneigung,
Befangen im Vertrauen,
Befangen im Kontakt mit mir selbst...

Stilles Grollen in mir,
hoffendes Suchen,
tonloses Schreien,
schmervolles Fürchten,
aber auch wütendes Kämpfen!

Gefühle – eingesperrt, gefangen
und doch da!
Nicht mundtot zu machen,
nicht abgetötet, nicht abgestorben!
Gefängnis aufbrechend,
Ketten abschüttelnd...
Licht hereinlassend,
wenn auch davon geblendet,
erschreckt!

Manchmal voller Hoffnung,
manchmal voller Resignation,
manchmal voller Wut,
manchmal starr vor Angst!

Und doch:
Kein Weg zurück!
Nicht mehr möglich,
nicht mehr nötig,
Nicht mehr gewollt!

Gefangen – in mir selber...
Manchmal tiefer Abgrund,
Hilfestellung nötig,
helfende Hand gereicht,
ergreifend – ganz unsicher...

Und doch:
sich nach Licht sehnend,
wenn auch ein wenig geblendet...
Kühlen, frischen Wind spürend,
wenn auch ein wenig stürmisch...
Last abschüttelnd,
tief durchatmend...
KEIN WEG ZURÜCK!

Barbara M., 2007
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Chancenlos...?

Chance – nie richtig gehabt?
Chance – verpasst?

Chance – wozu?
Chance – zur verhassten Existenz?
Chance – zum krepierendem Sein?
Chance – zur verhassten Trostlosigkeit?
Chance – wozu?

Erstarrtes Sein...
ohnmächtiges Spüren...
kämpfendes Überleben...
wozu?

In mir drinnen verworren
In mir drinnen verstrickt
In mir drinnen verschlossen
In mir drinnen erstickt?

Chance - ´raus aus der Ohnmacht
Chance - ´raus aus dem Vergessen
Chance -  ´raus aus der Einsamkeit
Chance - ´raus aus dem unendlichen Schmerz
Chance – wozu?

In mir drinnen verirrt
In mir drinnen vergessen
In mir drinnen verloren
In mir drinnen eingesperrt

Chance - ´raus aus dem Gefängnis
Chance - ´raus aus den Mauern der Angst
Chance - ´raus aus dem Verlorensein
Chance – wozu?

Gefängnis – ausgebrochen
Mauer – eingestürzt
Verloren – und doch auch gefunden?
Abgestürzt – und doch aufgefangen?

Weg heraus aus dem kalten Erstarren?
Weg – wohin?


Chance – wahrgenommen
Chance – im Zulassen von Nähe?
Chance – im Du?
Chance – wozu?

Weg – zurück ins Versteck...
nicht mehr möglich!
Weglaufen aus der Realität...
der sichere Tod!
Chance – nicht genutzt?

Und doch:
ums Überleben gekämpft
Und doch:
gereichte Hand ergriffen
Und doch:
der Wille zu leben – fragt sich nur wie?

Chance – wahrgenommen...
heraus aus dem Gefängnis des Ichs?

Verzweiflung – durchbrochen...
Hilfe bitter nötig...
Abgrund – drohender Sturz
was hält mich fest?

Chance – im Glauben an Gott?
Chance – im Glauben an mich?
Nicht stark genug?
Bitte, Gott lass mich nicht los...
Barbara M., 2007
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Ist es das wert?


Ist es das wert zu kämpfen?
Ist es das wert all das  auszuhalten?
Ist es das wert durch all den Schmerz hindurchzugehen?
Ist es das wert sich zu wehren?

Ist es das wert aufzustehen?
Ist es das wert um Hilfe zu Dir -  Gott zu rufen?

Ist es das wert zu vertrauen?
Manchen Menschen zu vertrauen?
Dir Gott zu vertrauen???

Ist es das wert weiter zu machen?
Oder kriege ich die Kurve am Ende doch nicht?

Ist es das wert – weiter zu leben?
Bin ich das überhaupt wert?
Bin ich Dir - Gott das wert?
Bin ich mir das wert?
Wozu?...
Ist es das wert?...

Gott, ich hoffe es!

Barbara M., 2007

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Hoffnungsland...

Hoffnung – Hoffnungsland
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
gibt es da Blumen, Wiesen und Bäume?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
gibt es da  Sonne, Sterne und Mond?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung - Hoffnungsland
gibt es da Wasser und Wind?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung - Hoffnungsland
gibt es da Wärme und Licht?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
oft ganz nah und doch weit weg
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
bist du ein fremdes Land – unerreichbar
ein Märchen?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
wo bist du – wie find ich dich?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung - Hoffnungsland
bist du doch tief in mir drinnen?
gibt es dich wirklich?

Hoffnung – Hoffnungsland
gibt es dich wirklich – auch für mich?

Hoffnung – Hoffnungsland
Du, Gott, hilfst Du es mir finden?
Allein schaffe ich das nicht...

Barbara Metko, 2007

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Freiheit...

„Die Gedanken sind frei...“
altes Revoluzzer – Lied
und doch nicht wahr!

Freiheit...
in Gedanken und Gefühl?
Trugbild des Lebens?
Freiheit,
verloren im vergifteten Du...

Frei – sein...
eingesperrt in den Mauern des Ichs,
Steine aus Angst und Not gemacht,
Mörtel aus Schmerz und Wut.

Freiheit...
Land verbrannt von verwehten Tränen,
Grenzen gesprengt von Macht und Gier,
Fluss ausgetrocknet vom Wind des Hasses.

Freiheit...
Blumen geknickt, gebrochen, ausgerissen,
wertlos und achtlos weggeworfen...
Körper vom Sturm aufgerieben,
verletzt, fast zerstört...

Frei – sein...
wie ein Vogel –
fliegen wohin ich will?
Und doch:
abgestürzt, gefangen,
in einen Käfig gesperrt...

Frei- sein...
blind geworden, stumm und leer.
Gedanken, Gefühle versteinert, vergraben,
Mauern der Einsamkeit gebaut.

Freiheit...
gesucht - verloren...
in der Tragik des Lebens nicht
mehr zu finden?


Freiheit...
Und doch:
Licht eingedrungen,
Luft zum Atmen hineingeweht,
frisches Wasser durchgebrochen...
Mauern zerfallen,
Gefängnis gesprengt...

Freiheit...
durch den Mut des Hinschauens,
durch die Kraft des Aushaltens,
in der Sehnsucht nach Licht.

Frei – sein...
im Aushalten von Gesehen werden,
entgegen dem Misstrauen,
im Wagnis des Vertrauens,
durch den Mut, auszubrechen aus den Mauern der Angst.

Frei – sein...
für das Wagnis von Gefühlen,
für das Aussprechen von Gedanken.

Frei – sein...
für das Spüren des  Windes in den Haaren,
für die Sonne auf der Haut,
für das Wasser in den Händen am Meer.

Freiheit...
durch das Zulassen von Nähe,
trotz Gefahr  verwundet zu werden...
Entscheidung für das Risiko des  Lebens,
entgegen der Macht im Tod.

Barbara Metko, 2007
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Dunkelheit

Dunkelheit – vertrauter Feind,
Dunkelheit – angsterfüllter Freund,
Dunkelheit – ersehnt,
Dunkelheit – zitternd erwartet,
Dunkelheit – verbergendes Vergessen,
Dunkelheit – voller Angst und Not.

Dunkler Keller,
Schutzhöhle,
Luftschutzkeller,
dunkles Verlies,
mich darin versteckt,
unter Schutzdecke geflüchtet,
zugedeckt,
Grabplatte darauf,
für tot erklärt.

Dunkelheit
bist voller Schrecken,
voll angstvoller Erwartung,
bist unberechenbar!

In der Dunkelheit
sich nicht rühren können,
kein Funken Licht zu sehen,
das Herz pocht voller Angst,
kaum gewagt zu atmen,
unsicheres Hoffen,
sehnendes Warten auf den Tag!

Dunkelheit
grausamer Vertrauter,
hoffnungsloses Fliehen,
Angstblockade,
abgestürzt,
weggeflogen,
Kontrollverlust!

Dunkelheit
ewiger Begleiter,
viel gehasste Nacht,
erschrecktes Aufwachen,
nicht mehr zu ändern?
Oh doch!

Dunkelheit
vertrieben durch das Licht,
Schreckgespenster der Nacht,
besiegt durch den Mut zur Wahrheit,
Schattenbilder  angeschaut,
Zerrbilder der Erinnerungen entmachtet,
ausgehalten,
schmerzvolle Erfahrung - überlebt!

Dunkelheit und Licht
immerwährender Machtkampf?

Menschliche Nähe,
verstehendes Vertrauen,
geduldiges mit mir ausharren:
Das ist wärmendes Licht!
   
Licht, dass die Dunkelheit besiegt,
die Nacht erhellt,
hilft die Schatten zu vertreiben,
den Schrecken zu überwinden,
aufzuwachen,
zu überleben,
zu leben!

Barbara Metko, 2007
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Ausweg – Ausweglosigkeit?

vielleicht kann ich über Mauern springen,
die Mauern meiner Angst, meiner Trostlosigkeit,
meiner Verletztheit...

vielleicht bricht das Gefängnis in mir doch noch auf,
vielleicht darf das Kind in mir leben,
darf ich leben...

vielleicht schaffe ich den Weg trotz vieler Stolpersteine,
vielleicht schaffe ich den Weg aus der Hoffnungslosigkeit,
vielleicht schaffe ich den Weg trotz vieler Stürze,
trotz aufgeschlagener Knie...

vielleicht kann ich meinen Weg finden,
durch die endlose Wüste meiner Angst und meiner Scham,
durch die Dunkelheit meiner Seele,
durch die Nacht der Tränen,
durch die erstarrende Hilflosigkeit meiner Gefühle...

vielleicht schaffe ich den Weg ans Licht,
den Weg heraus aus dem inneren Schmerz,
vielleicht wird dieser weggeweht durch den kühlenden Wind,
vielleicht ein wenig heiler durch das wärmende Licht der Sonne...

vielleicht vernarben die inneren Wunden durch Verstehen,
durch Vertrauen und Trost,
vielleicht lerne ich durchatmen...

vielleicht wird die Hoffnungslosigkeit zur Hoffnungsblume,
vielleicht wird die Traurigkeit zum Mut der Wahrheit,
vielleicht wird die ungnädige Ausweglosigkeit,
zur barmherzigen Geduld

vielleicht geht die Nacht zu Ende,
vielleicht gibt es den Ausweg der Wärme,
vielleicht gibt es den Weg aus der eiskalten Umarmung der Einsamkeit...
Gibt es einen Weg für mich aus der Ausweglosigkeit?
vielleicht...

Barbara Metko, 2007
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Hoffnung – Resignation...

wie ein Zwilling in mir
tief verwurzelt, miteinander verstrickt

Hoffnung – Resignation
wütender Kampf innen drin
hell und dunkel,
brennendes Feuer, kalt wie Eis...

Hoffnung
bist wie eine Kerze in Dunkelheit,
wie ein Licht in der Nacht...

Hoffnung
riechst wie frisch gefallener Schnee,
schmeckst wie frisches, klares Quellwasser,
wärmst wie die Sonne früh am Morgen

Resignation
ist wie stockendes Blut in den Adern,
wie ein Giftpfeil im Herzen...

Hoffnung
bist wie eine haltende Hand am Abgrund,
keimst auf wie eine winzige Knospe,
brichst durch wie ein Grashalm durch den Asphalt

Resignation
bringst nur Kälte und Ohnmacht
tötest mit eiskalter Hand...

Hoffnung – Resignation
was bleibt übrig von mir?

Resignation
stößt in den Abgrund

Hoffnung
Du hältst mich fest...

Hoffnung - Resignation
Hoffe der Keimling der Hoffnung bricht durch mit sanfter Kraft!

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Barbara Metko, 2007


Liebe - Nächstenliebe...?

Du sollst deinen Nächsten lieben...?
Liebe – Wort mit einem fahlen Beigeschmack
Liebe...
bittere Erfahrung
missbrauchtes Wort

Liebe...
schmeckst nach Ekel
riechst nach Schweiß und Bier
heuchelst Ehrlichkeit

Liebe...
benutzt
ausgenutzt
ausgespuckt

Liebe...
verdrehtes Fühlen
bodenlose Haltlosigkeit
heftiges Erschrecken,
ohnmächtige Not

Liebe...
verhasstes Wort
falsch versprochene Zuneigung
schmutzig gewordenes Etwas
fast um den Verstand gebracht...

Liebe...
angstvolle Hilflosigkeit
schmerzvolles Aushalten
nutzlose Flucht

Liebe...
sehnsuchtsvolle Erwartung
zutiefst verhasste Lüge
verzweifelte Hoffnung
fast ertrunken im Schmerz

Liebe – leer gewordenes, missbrauchtes Wort...

Liebe – Nächstenliebe...?
Und doch:
So Not - wendig wie Sauerstoff
So lebenswichtig wie das Licht
So überlebenswichtig wie frisches Wasser

Liebe – Nächstenliebe...?
Und doch:
bitter nötige Zuwendung
zwiespältige Nähe
unsichere Berührung

Liebe – Nächstenliebe...?
Und doch:
zugelassen
ausgehalten
voller Angst

Liebe – Nächstenliebe...?
Trotz Allem:
Sonnen – Luft geatmet
Wind auf der Haut gespürt
Wasser den Schmutz abgewaschen
Salbe auf wunde Füße gerieben

Liebe – Vertrauen
seid ein Zwillingspärchen
nicht zu trennen
vielleicht einfach nur neu und anders kennen  zu lernen...?

Liebe – Nächstenliebe...?
Gibt es Dich wirklich...?

Barbara Metko, 2007
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Zweifel – Verzweiflung

Zweifel – an mir
Zweifel – an Dir, Vater
Zweifel – an Dir, Mutter
Zweifel – an Dir, Gott
Zweifel – an mir...

Zweifel – an meinem Verstand
Zweifel – an meinen Gefühlen
Zweifel – an der Wahrheit – alles Lüge?
Zweifel – an der Realität – alles Einbildung?
Zweifel – an mir...

Verzweiflung – am Sein...
Verzweiflung – im Herzen
Verzweiflung – Wut im Bauch
Verzweiflung – Hass in mir
Verzweiflung – hasse meinen Körper...
Verzweiflung – über mich selber...

Verzweiflung – uferlos, abgrundtief...
Verzweiflung – den Boden unter den Füßen weggezogen...
Verzweiflung – Absturz...
Verzweiflung – ohne Grund...

Verzweiflung – Sehnsucht nach Frieden...
Verzweiflung – Sehnsucht nach Wahrheit...
Verzweiflung – Sehnsucht nach dem Tod?
Verzweiflung – Kampf in mir!

Verzweiflung – Zweifel
gewinn ich den Kampf?
lasse ich mich berühren – lasse ich mich herausziehen?
Verzweiflung – Angst – endloser Kampf

Verzweiflung – Zweifel
Gott – wo warst Du?
Gott – wo bist Du?
Hilfst Du mir da durch?

Verzweiflung – Zweifel – Hoffnung...
gehört zusammen in mir
Wurzelwerk in sich verschlungen
schlägst tiefe Wurzeln – wächst vielleicht auch die Hoffnung in mir...

Barbara Metko, 2007
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Schöpfung – Auferstehung...

Schöpfung...
Geschaffen als ein Fehler?
Geschaffen als ein Irrtum?
Geschaffen als Laune der Natur?
Schöpfung – Geschöpf – wozu?

Aus der Schöpfung herausgefallen...
in die Uferlosigkeit
in die Haltlosigkeit
in die Trostlosigkeit
in die Leere
ins Nichts

Aus der Schöpfung herausgeschleudert...
schwindeliger Taumel des Schmerzes, der Angst
Grenzen gesprengt
Grenzen zerstört
verbranntes Land
nie wieder fruchtbar

Aus der Schöpfung entwurzelt...
fremd im eigenen Körper
fremd im eigenen Ich
Boden unter den Füßen verloren
abgestürzt...

Und dennoch:
hochgeflogen
aufgeflogen
steil in den Wind
Flügel gespannt
Weite gespürt...
verbranntes Land hinter sich gelassen

Sehnsucht nach Vergessen...
nie mehr zurück...?
unmögliches Unterfangen
nehme mich doch mit...

Schöpfung – Auferstehung...
die Möglichkeit zu fliegen,
die Möglichkeit zu atmen,
die Möglichkeit zu sehnen
die Möglichkeit zu hoffen


Schöpfung – Auferstehung...
All das ist doch schöpferisches Auferstehen:
auferstehen aus dem Schmerz,
auferstehen aus der Angst,
auferstehen aus dem Nichts

Schöpfung – Auferstehung...
Hoffnung Gott in Dir
Hoffnung Gott durch Dich
Leben Gott weil Du mein Leben wert sein lässt...

Barbara Metko, 2007
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Augen – Blicke

Augen – weggeschaut
Augen – hingesehen
Augen – blind gewesen

Augen – verschlossen
Augen – tränenverschleiert

Augen – voller Angst
Augen – voller Schmerz
Augen – voller Erschrecken

Augen – voller Wut
Augen – voller Zweifel
Augen -  voller Hass

Blickwinkel – verdreht
Blickwinkel – verzerrt
Blickwinkel – verändert

Blickwinkel – in die Vergangenheit
Blickwinkel – in ´s  Hier und Jetzt
Blickwinkel – in die Zukunft

Augen – Blicke – voller Scham
Augen – Blicke – voller Verzweiflung

Augen – Blicke  - voller Schönheit
Augen – Blicke -  voller Hässlichkeit

Augen – Blicke  - voller Dunkelheit
Augen – Blicke - voller Farbenpracht

Augen – Blicke – einen Moment voller Sehnsucht
Augen – Blicke – einen Moment voller Verstehen
Augen – Blicke – einen Moment voller Hoffnung

Blick – Kontakt – schwer auszuhalten
Blick – Kontakt – macht unsicher
Blick – Kontakt – macht Angst

Augen – Blicke – einen Moment ausgehalten
Augen – Blicke – einen Moment nicht weggelaufen
Augen – Blicke – einen Moment mutgemacht

Barbara Metko, 2007

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Leben...lebendig

Körper – fremd geworden
Körper – kalt und leer
Körper – gefrorene Existenz
Körper – schmutzig und verhasst

Würgendes Grollen
donnernde Not
tosende Wut
heil-lose Angst

Brüllender Schmerz
lautloser Schrei
Scham – gerötete – Wut
Lava – artiges Brodeln

Pulsierender Strom in den Adern
Geruch nach Schweiß und Bier
eiskaltes Blut
stockender Atem
gefrorener Hauch

Ekel – runtergeschluckt
würgender Schmerz
schmeckt nach Kälte und Einsamkeit...

Grau – schwarzer Nebel des Vergessens
Tod...
tot – gesagt
tot – geschwiegen
Grabplatte draufgedeckt

Aufgerissene Wunde
ausgebrochener Vulkan

Grundtiefes Erschrecken – innen drin verriegelt
befreiende Wahrheit – bedrohliches Erkennen
tiefes Durchatmen – endlich möglich...

Augen – nicht mehr verschleiert von unterdrückten Tränen
Sehen – was nicht gesehen werden darf

Licht – direkt ins Gesicht geknallt
greller Schein...
tiefes Entsetzen...

Licht – reingelassen
Licht – zugelassen
Licht -  ausgehalten...

Licht und Schatten...
Schattenseite...
gehörst zum Leben
gehörst zu mir dazu

Licht – Weg aus dem Dunklen
Licht – wärmendes Licht

Licht – machst lebendig
Licht – Sonnenlicht...
Licht - ein neuer Tag

Licht – eine neue Chance...
Licht – durchbrichst den Schatten
Licht – mit sanfter Kraft zum Leben erwacht...

Barbara Metko, 2007
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Zerbrochenheit..
Zerbrochenes Glas
abgesplitterter Stein
in Scherben gegangenes Gefäß

Geknicktes Schilfrohr
abgepflückte Blume
ausgerissenes Gras

Knospe – im Keim erstickt
Blume – drauf ´rumgetrampelt
Pflanzensamen – weggeworfen

Spiegel – in tausend Scherben zerschlagen
zeigst Zerrbilder des Ichs

Glas – zerbrochen
Glasscherben...
zum neuen Mosaik zusammengesetzt?

Stein – zersplittert, zersprengt
zu einem Weg geschaffen
wohin?

Geknicktes Rohr - zertretene Blume,
ausgerissenes Gras - erstickter Keimling,
zerstreuter Samen,
was wird daraus?

All das – ein Puzzlebild des Seins?
All das – ein Puzzlebild des Ichs?
wer fügt dich zusammen?
was für ein Bild wird daraus?

Zerbrochen – für immer?
Zerbrochen – tot?
Zerbrochenheit –
eine Chance für etwas Neues?
 
Zerbrochen – Sein...
vielleicht keimt neues Leben darin auf...

Barbara Metko, 2007
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Schleier...
Schleier – dicht gewoben
Schleier – undurchsichtig
Schleier – selbst gemacht
Netz – fest gestrickt

Nebelschwaden...
undurchdringliches Gebilde...
verzerrte Sicht...

Verschleiert
verschlossen
zugedeckt
unsichtbar gemacht

Grenze gezogen – nicht zu überschreiten
Mauer gebaut
Betreten verboten!

Schleier– zerrissen
Mauer – bröckelt
Nebel – vom Sonnenlicht durchflutet

Nichts mehr verbergen können
Nichts mehr verstecken können
Nicht mehr fliehen können
Nichts mehr einfach nur zudecken
Das macht Angst!

Schmutzig
bloßgestellt
nackt...

Sich ausklinken können
wegfliegen wie ein Vogel – frei...
nicht in sich sein wollen

Und doch:
zurückkehren müssen...
Körper – fremd geworden
Körper – beschmutzt
Körper – verletzt
Und doch:
mein Körper
meine Wunden
meine Nacktheit

Schleier des Vergessens – endgültig zerrissen
Mauer der Verdrängung – endgültig eingerissen
Nebel des Nicht – gesehen - werden – endgültig vertrieben

Nicht mehr umkehren können
Nicht mehr zurück wollen

Klarheit sehen
Wahrheit ertragen
Sich selber sehen müssen
Sich selber sein dürfen
 
Bitte Gott,
halt mich fest, das zu ertragen!
hilf mir, nicht abzustürzen!
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Barbara Metko, 2007




Ahnungslos

Ahnungslose Sehnsucht
sehnsuchtsvoller Frieden?
ungläubige Angst!
vertrauensvolle Hoffnung
tiefe Narbe...
heftige Ohnmacht?
wütende Not...
hilfloses Stillhalten....
erstickter Schrei
unglaublicher Schmerz
eiskalte Angst!
tiefes Erschrecken...
hoffnungslose Wut?
lähmende Trauer
speiübler Ekel...
würgende Ohnmacht...
ahnungslose Sehnsucht?
vertrauensseliger Irrtum...
aufwühlendes Warum?
weit weg tragendes Fliegen
frei wie ein Vogel?
Und doch gefangen im eigenen Ich!
notvolles Suchen...
hoffnungsloser Mensch
ahnungloser Gott...
auffangendes Wesen
Gott?
Barbara Metko 2007
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Fassaden

Mauer bröckelt,
Fassaden brechen ein,
falsche Schutz - und Trutzburg stürzt zusammen,
aber auch der Schuldturm,
das Gefängnis öffnet sich!

Kind, Mädchen,
aus dem Lebens - Karussell herausgeschleudert,
aus der Welt geworfen,
ins tiefe Dunkel der Einsamkeit,
in die Flucht aus der schmerzvollen Realität,
eingesperrt – in sich selbst

Allmählich wagt es sich heraus,
aus dem Albtraum der Gefangenheit, 

der Stummheit, der Hilflosigkeit und der Starre
Verängstigtes, eingeschüchtertes Kind,
gut abgerichtet zum blinden Gehorsam,
zur willkürlichen Verfügbarkeit,
zum Stillhalten,
verstummt!

Sonne bricht durch,
Licht entgegen dem Schatten, der Dunkelheit,
Luft entgegen dem Mief des Eingesperrt - seins,
Kühles, frisches Wasser statt der Trockenheit,
entgegen dem Schmutz

Hoffnungsland in Sicht?
Wackelige Schritte – heraus aus der Isolation,
heraus aus den panikmachenden Schuldgefühlen,
noch strauchelnd, manchmal stürzend,
und doch kein Weg zurück!

Nie wieder sich einsperren lassen,
nie wieder scheinbar normale Fassaden für die Anderen,
langsame Schritte auf mich selber zu,
entgegen allem Selbsthass,
aller Scham

Brauche Hilfe dazu,
brauche Mut – machen,
versuche die helfende Hand zu ergreifen,
die Hand die hilft, immer wieder aufzustehen,
weiter zu machen entgegen jeder Angst!
Barbara Metko 2007

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Total normal...
Total normal
Menschen um mich herum,
Fremde!
Familie um mich herum,
Fremde!
Freunde,
auch fremd geworden!
Kind in mir,
ganz fremd!
Ich selber,
bin mir fremd geworden!

Total normal
ganz normale Kindheit!
Alles in bester, streng geregelter Ordnung!
Stilles, verschlossenes Kind,
Fragen: warum bist du so?
Antwort? Stumm gemacht, im Hals stecken geblieben!
Nur nicht weinen! Gefährlich!
Es ist alles in bester Ordnung!
Streng geregelt,
nach außen weiß getünchte Wände,
schöner Vorgarten,
blitzblank geputztes Haus!

Total normal
ungeweinte Tränen,
ungeahnter Schmerz,
alles kalt und leer in mir,
eingefrorenes Inneres,
vor Angst erstarrt

Total normal
Kind, Mensch allein unter allen anderen,
blutig geschlagene Knie,
aufgeschlagen auf einen tiefen Abgrund,
verzweifelt und doch tapfer sein müssen,
nach außen hin lachend,
innen drin traurig und schmerzend ohne Tränen

Total normal
weinen nützt nichts, reden noch weniger,
wohl besser sich dran gewöhnen ans tot – sein?
Weiß getünchtes Sonntagskleid,
Alles in Ordnung! Familienschein!
Total normal
Dass es nur niemand merkt, niemand sieht,
wie ich innen drin blute, schmutzig bin.
Nur nicht Schreien, nicht wirklich!
Alles nur ein böser Traum?
Nie mehr ich sein, nichts mehr spüren,
einfach weggehen,
aus dem Kopf, aus dem Körper,
verstecke mich, bin auf der Flucht,
vor den Augen, den Händen, dem Geruch,
tief in mich eingegraben,
in mein Herz eingebrannt!

Total normal
Nie normal gewesen!
Immer gewünscht, einfach nur Kind sein dürfen,
Flucht aus dem Leben,
weil es so weh tut,
Flucht aus dem Leben,
will nicht wissen, was gewesen ist...

Total normal
Ausbruch aus dem Kindergefängnis,
mühseliger Weg durch die Wüste aus Angst und Scham,
langsames Zurückerobern des Körpers, meines Herzens,
zaghaftes Wegpusten des Schmerzes,
vielleicht wird das zur Hoffnungsblume?

Total normal
vernarbende, heilende Wunden,
keine Dunkelheit, keine angstvolle Nacht mehr,
vielleicht durchbricht die Liebe die Schweigemauer,
vielleicht bricht in der Wüste Neues Leben auf?
Vielleicht ist das alles möglich?
Vielleicht im Vertrauen auf Dich, mein Gott?
Ich kann manchmal einfach nicht mehr,
Ich will nicht mehr tapfer sein müssen,
bitte halt mich fest – Gott,
weiß nicht mehr, ob Du das tust...
Und dennoch:
ich kämpfe weiter,
vielleicht lerne ich es doch noch zu leben?
Ich selber zu sein...?

Barbara Metko 2007
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Scham

Scham - befleckt
Scham - beschmutzt
Scham - versteckt

Schamlos - benutzt
Schamlos - berührt
Schamlos - verletzt

Scham - in die Flucht geschlagen
Scham - Schmerz nicht ertragen
Scham - Grenzen übertreten

Schamlos - geschlagen
Schamlos - ausgenutzt
Schamlos - mundtot gemacht

Scham - verbogen
Scham - verdrängt
Scham - versprengt

Schamlos - willenlos gemacht
Schamlos - schutzlos zerstört
Schamlos - bedroht
Schamlos - abgetötet

Scham - vor Angst fast gestorben,
Scham - vor Wut um mich geschlagen,
und doch verloren
Scham - voller Hass,
den Boden unter den Füßen verloren
Scham - ausgestiegen, weggeflogen

Scham - in den Körper zurückgekehrt
Scham - fast nicht zu ertragen...

Schamlos - weggeworfen
Schamlos - zerbrochen
Schamlos - allein zurückgelassen


21.7.2007
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Angst

Angst...
vertrauter Feind,
eiskalter Freund...
Angst...
gefrorenes Feuer
brennendes Eis...
Angst...
Würgegriff am Hals,
Messer im Bauch,
dumpfer Schmerz
ewiger Kampf...
Angst...
stummer Begleiter,
alter Vertrauter
oft einfach nicht greifbar,
weit weg
und doch ganz nah
Angst...
unglaublich stark
unheimlich laut
und doch ganz leise
Angst...
wo kommst Du her???
wo führst Du mich hin???
Angst...
ein Teil von mir
tief in mir drin
und doch ganz fremd...
Angst...
Lüge oder Wahrheit???
mit Deiner Macht hältst Du mich im Bann...
Angst...
wie geh ich mit Dir um???
lern ich mit Dir Leben???

Angst...
werd Dich wohl nie ganz los...
28.7.2007
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Schatten - Blume
eiskalter Wind
dunkler Schatten
hohe, stein - harte Mauer...

Schatten - Blume
Kälte
Dunkelheit
Einsamkeit
Verlassenheit

Schatten - Blume
doch wächst da Leben
tief verwurzelt

Schatten - Blume
Wind, Kälte und Frost ausgesetzt
nur ein wenig Sonne erahnt, erhofft...

Schatten - Blume
hin und her geweht
fast ausgerissen...
nur geschützt und angelehnt
an eiskalten Stein...

Schatten - Blume
bedroht von der Mauer
bedroht von der Kälte
bedroht von dem Wind

Blume – im Schatten
Blume – fast ohne Licht
Blume – Schmerz gewöhnt

Blume – schutzlos trotz der Mauer
Blume – gefangen durch die Mauer

Blume – fast erstorben
Blume – fast erstickt...


Blume – haltlos
Blume - trostlos

Blume – Wurzeln umso tiefer eingegraben
Blume – voller Sehnsucht nach Wärme und Licht

Blume – durchgehalten
Blume – überlebt

Blume – Schatten - Blume
trägst den Namen Sehnsucht...
trägst den  Namen Hoffnung...

4.8.2007
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Frieden...?

Frieden...
Unfrieden im Herzen...
Ewiger Kampf!
Widerstreit der Gefühle,
Angst vor dem eigenen Mut,
Furcht davor erkannt zu werden – gesehen zu werden
so wie ich bin... – und dann?

Frieden...
Unfrieden im Herzen,
Tod – Weg daraus?
Ruhe sanft?
Ruhe in Frieden?
Befürchte da hört dieser Kampf erst recht nie auf...
Wird vielleicht eher noch schlimmer...?
Kampf verloren?
Kein Ausweg möglich – hoffnungslos?

Frieden...
so sehr ersehnt, erhofft...
unerreichbares Ziel für mich?
Für immer kräftezehrendes Ringen mit mir?
Für immer im Unfrieden?

Frieden...
um jeden Preis?
Alles mitgemacht...
nur um des lieben Friedens willen?
Mich dabei verraten, mich dabei verloren,
Ekel vor mir selber, vor meinem Körper...

Frieden...
schmeckst fahl
schmeckst nach Tod.
Unsägliche Angst,
notvoller Schmerz,
ständig dabei,
werde ich euch nie los?

Frieden...
um jeden Preis?
Falscher Frieden,
noch mehr Unruhe in mir drinnen,
Ausweg in der Flucht?
Frieden...
um jeden Preis?
Falscher Frieden
Flucht aus der Wirklichkeit,
Verdrängung,
Wegschieben dieser schrecklichen Bilder,
geht nicht mehr,
funktioniert nicht mehr,
hab genug davon!
Will so ich nicht weiter leben!

Frieden...
wie find ich Dich?
Alleine wohl nicht möglich...
Zulassen von Begegnung,
Zulassen von Nähe,
Vertrauen wagen,
wenn auch ganz wackelig...
Kann und darf ich das?
Ist das ein Weg?

Frieden...
wie find ich Dich?
Aushalten der Gefühle,
nicht mehr weglaufen...
Der Wahrheit ins Gesicht sehen - und dann?

Frieden...
wie find ich Dich?
wie ertrag ich mich?
Brauche wohl Hilfe,
gereichte Hand ergreifen...
Hab ich die Kraft?
Hoffe ich schaff ´s !

11.8.2007

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Gefühls – Wirrwarr

Eiskaltes Feuer – brennendes Eis
tosende Stille – stummer Sturm
ausgetrocknetes Wasser – staubig, verweht
reißender, zerfließender Boden.

Brennende Dunkelheit – gefrorenes Licht
sehnsuchtsvolle Ruhe – unruhige Stille
beredtes Schweigen – lautloser Schrei
abgestorbenes Fühlen – schmerzvolle Gedanken.

Verneinendes Wollen – bejahendes Nichts
teures Angebot – billiges Versprechen
pulsierender Tod – erstarrendes Leben.

Gefühlskarussell – rasende Ohnmacht
Gefühlswirrwarr – erstarte Geschwindigkeit

Gefühle – erstorben, tot
Gefühle – lebendig tosendes Gewitter

Gefühle – Anschauen zulassend
Gefühle – aushaltend
Gefühlswirrwarr – allmählich entwirrend

Gefühle – gefürchtet, verhasst,
und doch ersehnt...

Gefühle – gehört wohl zum Pulsschlag des Lebens dazu...
Gefühle – hoffe lerne mit euch leben...

18.8.2007
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Gehorsam...

Gehorsam...
Gehorsam kommt von Hören,
auf das hören, was Du sagst, was Du willst?
Nur weil Du gehört, gehorcht hast?
Weil Du das musstest?

Gehorsam...
machst mich dafür verantwortlich,
machst mich damit willenlos,
machst mich damit selbst – los,
machst mich damit zur Verbündeten,
machst mich damit zur Mitleidenden,
machst mich damit zum Besitz!

Gehorsam...
wird verlangt,
wir eingefordert,
wird vorausgesetzt!

Gehorsam...
wird zum Druckmittel,
wird zum Albtraum,
wird zur Qual!

Gehorsam...
Mittel zum Zweck...
Zweck – für Dich!

Gehorsam...
verdreht,
verbogen,
verlogen!

Gehorsam...
hilflos,
atemlos,
erschreckt,
verschreckt,
fast tot!

Gehorsam...
angsterfülltes Wort...
voller Verachtung und Not!

Gehorsam...
willenlos gemacht,
nicht mehr zu gebrauchen,
achtlos weggeworfen,
fast zerbrochen...

Gehorsam...
überlebt,
aufgewacht,
Lüge aufgedeckt?
Schrecken darin überwunden?
Kampf um ´s  Weiterleben aufgenommen,
Chance oder Fluch?

Gehorsam...
kommt von Hören,
Gott, rede Du zu mir,
hör meine Sehnsucht
hilf mir zu leben!

25.8.2007
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Schuld...

schuldlos – schuldig
und verlassen...

schuldlos – schuldig
und allein...

schuldlos – schuldig
voller Schmerz
kaum zu ertragen...

schuldlos – schuldig
voller Angst und Pein...

schuldlos - schuldig
dich und mich verlassen...

schuldlos – schuldig
voller Hass, Wut
und tonloses Schreien...

schuldlos – schuldig
schuldig am Anderen?

schuldlos – schuldig
schuldig an mir allein?

schuldlos – schuldig
schuldig an Dir – GOTT?

schuldlos – schuldig
bestimmt das mein SEIN?

schuldlos – schuldig
hörst DU – GOTT mein wortloses Schreien?
1.9.2007
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Kontrolle – Kontrollverlust
Kontrolle
in mir drinnen strenges Gesetz,
knallharte Konsequenzen...
unbarmherzige Augen,
kalt und beobachtend...
Gefühle sind verboten!
Passen nicht in diese Welt!

Kontrolle
Gefühle... verborgen, vergraben,
Angst davor!
Gefühle – doch ausgebrochen,
Strafe folgt unweigerlich!
Nichts hilft,
Nichts schützt,
Der Zensur unweigerlich ausgeliefert...

Kontrolle
Gefühle eingesperrt,
weggeschoben, verdrängt,
wie leer, wie tot,
doch überlebenswichtig!

Kontrollverlust
Vulkanausbruch in mir drinnen,
Gefühle – nicht mehr zu unterdrücken!
Schwankender Untergrund,
Drehendes Karussell, herausgeschleudert?
Aus der Bahn geraten?
Aus der Welt geworfen - wohin?
Ins endlose Nichts... ins Uferlose?
In die abgrundtiefe Dunkelheit?
Dem Schmerz hilflos ausgeliefert?
Oder Chance? Chance durchzuatmen?
Chance mit mir selber leben zu können?

Kontrollverlust
Angst davor!
Angst vor verloren sein, vor endloser Dunkelheit?
Angst quälenden Schmerz nicht auszuhalten?
Ich weiß es nicht...
8.9.2007
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Sprachlos...

Worte im Hals stecken geblieben,
Worte – daran beinah erstickt.
Worte – den Mund verschlossen,
 mit Gewalt sprachlos gemacht.
Worte tief eingegraben in die Seele,
Wunden hinterlassen – aufgeritzt.

Worte – unaussprechlich,
voller Scham und Hass.
Worte – unaussprechlich,
voller Schmerz und Tränen.
Worte – unaussprechlich,
voller Not und Ohnmacht.

Worte – geschwiegen, heruntergeschluckt.
Worte – verboten, drohende Gefahr.
Worte – nicht ausgesprochen, daran fast zerbrochen.

Worte – unausgesprochen,
voller Macht und Herrschsucht.
Worte – unausgesprochen,
voller Hilflosigkeit und ohnmächtigem Schreien.
Worte – quälendes Brennen im Bauch,
ausgekotzt – daran fast gestorben.

Worte – nicht ausgesprochen,
keine Luft mehr gekriegt,
lebensnotwendiges Atmen – erstarrt.
Worte – zugelassen, herausgeschleudert,
herausgeschrieen...

Worte – ausgesprochen,
der Angst den Schrecken genommen.
Worte – ausgesprochen
tief durchgeatmet.
Worte – ausgesprochen,
nicht daran zugrunde gegangen,
Worte – ausgesprochen,
gegen alles Schuldgefühl!

Worte – ausgesprochen,
und doch überlebt!

15.9.2007
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Grenzgänger
Schattenbild – ins Dunkel eingetaucht,
huschst fast unbemerkt vorbei,
fliehst von Grenzposten zu Grenzposten,
im Niemandsland lebend,
Grenzen untergrabend,
Grenze überschreitend – ungestraft

Grenzgänger...
Ohne Gesicht, ohne Namen,
ganz unscheinbar, unauffällig,
scheinbar ganz normal,
hast selber ein Minenfeld gelegt,
Vorsicht: Explosionsgefahr!

Grenzgänger...
bist geschickt, fast unsichtbar,
voller Klugheit und List,
voller Menschenverachtung,
voller Rücksichtslosigkeit,
ohne Hemmungen,
lebst nicht wirklich

Grenzgänger...
akzeptierst keine Grenze,
ziehst selber einen Zaun voller Angst,
voller Bedrohlichkeit und Gewalt,
sperrst ein

Grenzen...
überschritten,
Zerstörung, Mutlosigkeit,
Hilflosigkeit und Unverständnis hinterlassen,
nicht mehr zu reparieren?

Grenze zerstört und gleichzeitig eingesperrt,
inneres Gefängnis gebaut,
voller Dunkelheit und Not,
und doch:
Ausbruch möglich,
wenn auch ganz langsam,
wenn auch voller Stolpersteine
und doch:
Gefängnis - Grenzzaun durchbrochen!
Grenze geöffnet – neues, weites Land sichtbar?
vielleicht...
22.9.2007
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Leere

Leere...
Boden unter den Füßen weggerutscht,
Absturz,
tiefer Abgrund,
dunkel und kalt,
einsam und leer

Leere...
tonlose Stille,
angehaltener Atem
Geruch nach Kälte und Tod

Leere...
angespanntes Lauschen
kein Laut zu hören,
beredtes Schweigen

Leere...
voller Angst,
voller Zweifel,
voller Hoffnungslosigkeit

Leere...
nicht wirklich leer,
brodelnder Vulkan,
voller Wut,
angefüllt mit tiefem Schmerz,
unerwünschtes Spüren,
Hilflosigkeit und Ohnmacht

Leere...
wie ausgekotzt,
wie ausgespuckt,
wie fallen gelassen,
verworfen

Leere...
vielleicht wirklich leer werden für:
Sehnsucht nach Licht (?) !
Sehnsucht nach durchatmen (?) !
Sehnsucht nach einer tröstenden Hand (?) !
Vertrauen anstatt Misstrauen (?) !
Hoffnung anstelle von Verzweiflung (?) !

29.9.2007
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Schmerz

Sei bitte bei mir heute, Gott...

Wenn ich Dich auch nicht spüre – sei bitte da...
Wenn ich es vielleicht auch nicht verdiene – sei bitte da...
Wenn ich es vielleicht auch nicht wert bin – sei bitte da...

Sei mir bitte heute alles, was ich brauche...
Gib mir bitte heut mein „täglich Brot“...
Gib mir bitte genug, dass ich durchatmen und hoffen kann...

Du weißt, ich kann das nicht...
Du weißt ich habe das nicht in mir...

Bitte sei mir nahe in meiner Dunkelheit...
Sei Du mir da  Sicherheit ...

Heute ist so ein Tag, war so eine Nacht, in der ich nichts mehr kann,
in der nichts mehr geht außer Angst, Starre und Schmerz von Anfang an...
da war ich und bin immer allein – wie ganz früher...- und für immer?

Doch ist heut ein Tag wie jeder andere...
Doch ist es anders...

Ich hör ein Weinen – von ganz weit her...ist es meins?
Ich weiß es nicht mehr...

Es ist mir kalt – trotz aller Hitze
es ist mir übel und da ist nur Ekel...

Das ist so ein Tag da wäre ich gerne woanders...
da wäre ich gerne wer anders...
das ist ein Tag – eine Nacht, da brauch ich Dich so sehr...
Wo bist Du denn Gott?
Bitte komm zu mir her...
Ich habe Angst – ertrag den Schmerz nicht mehr...


6.10.2007
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Resignation


Resignation
Wort voller Wut und Gleichgültigkeit
Wort voller Hass und Mutlosigkeit
Wort voller Kampf und Dunkelheit

Resignation
Verhasstes Wort – leer,
doch randvoll!
Verhasstes Wort – still,
doch schreiendes Schweigen!
Verhasstes Wort – müde, erschöpft
doch bis zum Zerspringen angespannt!

Resignation
Irrweg – Ausweglosigkeit?
Die Segel streichen – sich treiben lassen?
Nur wohin führt dieser Weg?

Resignation
Standpunkt direkt vor dem Abgrund...
Absturzgefahr!
Fallen ins Nichts?
Fallen lassen in die ewige Dunkelheit?
Fallen lassen in den sicheren Tod?

Resignation
verhasstes Wort!
Mich selbst verloren,
aus dem Gleichgewicht geraten,
aus dem Leben herausgeschleudert?
Und nun?

Resignation
verhasstes Wort,
machst mich traurig und wütend zugleich!
verhasstes Wort,
machst mich mutlos,
und doch:
in mir drinnen hört es nicht auf zu kämpfen!

Resignation
Du Gaukler,
willst mich glauben machen,
es ist und war alles umsonst?
Du Schwindler,
lehrst mich, nichts Anderes verdient zu haben?
Du Krafträuber,
willst mich zum Aufgeben zwingen?
Du dunkler Geselle,
nein, zum Aufgeben kriegst Du mich nicht!

Resignation
Was kann Dich vertreiben?
Die Wahrheit anzuschauen, nicht mehr verdrängen?
Ein wenig Mut – machen?
Ein wenig Hoffnungslicht entdecken?
Ein wenig Zulassen von Nähe?
Ein wenig Wachrütteln aus der Angst?

Resignation
uralter Begleiter,
bringst mich fast um,
und doch:
Ich will leben!

Resignation
da ist kein Platz mehr für Dich in meinem Leben!
Resignation
Du hast verloren!

13.10.2007
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Trost – Trostlosigkeit...
Trost
Fremdwort – bedeutungslos?
Fremdwort – hoffnungslos?
Fremdwort – unerreichbar?

Trost
Fremdwort – ohne Realität?
Fremdwort – mit bitterem Beigeschmack?
Fremdwort – für mich?

Trost
Fremdwort – sehnsuchtsvolle Erwartung?
Fremdwort – voller Widerspruch und Schmerz?

Trostlosigkeit
ganz nahe – altbekannt...
voller Einsamkeit und Kälte...
voller Panik und Schmerz...
harte Realität?

Trostlosigkeit
das Kind in mir – darin verstrickt...
das Kind in mir – darin erstickt...
das Kind in mir – darin lebendig begraben?

Trostlosigkeit
der einzig mögliche Weg für mich...
mein Schicksal?

Trost
scheinbar unerreichbar – zu weit weg?
doch auch – Chance für mich?

Trost
GOTT – DU?
kannst Du, willst Du Trost sein für mich?

20.10.2007

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 „Ich bin der ich bin“

sagt Gott von sich...
Wer bin ich?

Bin ich so von Gott gewollt?

Quälende Fragen...

Ist Gott derjenige, der sagt:
Du darfst sein?

Darf ich so sein?

Ich...
Selbstbild – verzerrt...

Selbstbild - schmerzverbrannt

Selbstbild - tränenverschleiert
Selbstbild – zerstört...
Selbstwahrnehmung – nicht mehr möglich...


Ich...
aus dem Gleichgewicht geraten...
aus dem Rhythmus geschleudert...
in ´s Uferlose gefallen...
abgestürzt...

Ich...
auf dem Grund aufgeschlagen
zerschlagen...
in tausend Stücke zersprengt...

Ich...
mich selbst verloren...
kein Gefühl mehr für mich...
nur noch Kälte,
nur noch Hass?

Ich...
und doch:
wieder zusammengesammelte Scherben
wieder angefangen zu atmen...
wieder angefangen zu leben...
wieder angefangen zu fühlen,
ist das Schwerste daran...

Ich...
wieder aufgestanden
wackelige Knie...
unsichere Schritte...
taumelndes Gehen
brüchiger Untergrund,
aber er hält...

Ich...
haltlosen Boden überwunden
Licht – in die Dunkelheit eingebrochen
Absturz überlebt...

Ich...
Spiegelbild oft nicht zu ertragen...
Vom Anderen den Spiegel hingehalten...
vorsichtiges Anschauen gewagt...

Ich...
zaghafte Schritte des Vertrauens...
ängstlich – und doch die Hand gereicht...

Ich...
zulassen von Hilfe
zulassen von Nähe –
fast nicht zu ertragen und doch gewollt...
Ich...
verzerrtes Selbstbildnis...
im Blickwinkel des Anderen entwirrt...?
in den Augen des Anderen Wärme gespürt...?
im Du verändert...?
im Du zu ertragen...?
vielleicht Gott, in Dir neu entdeckt...?


27.10.2007
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Sie

Sie...
positive Autorität,
redet im Klartext, ist Not- wendig
Sie...
leiht mir ihre Augen, ihre Sichtweise,
hilft gegen den Nebel in mir
Sie...
leiht mir ihre Gedanken und Worte
hilft mir klarer denken, Gefühle zulassen
Sie...
hilft mir heraus aus dem Gefängnis des Ichs
Sie...
provoziert mich
fordert mich heraus
Sie...
macht mir Mut hinzusehen,
anzuschauen, auszuhalten
Sie...
hilft mir festzustellen,
ohne zu werten, mich zu verurteilen
Sie...
hilft mir vertrauen zu üben,
vielleicht sogar zu lernen
Sie...
hilft mir mich selber sein zu dürfen,
vielleicht sogar mich anzunehmen
Sie...
rückt mich da zurecht,
wo ich in die Irre zu gehen drohe
Sie...
macht mir Mut mich zu wehren,
macht mir Mut ehrlich zu werden
Sie...
hilft mir, meine Angst anzunehmen,
vielleicht darin Positives zu sehen
Sie..
stärkt mir den Rücken,
auch und gerade dann,
wenn ich mir selber am allerwenigsten traue

3.11.2007

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Eingesperrt
voller Hass, voller Wut,
voller Ohnmacht,
regungslos?
unmöglich gemacht mich zu wehren?

Eingesperrt
Gefängnistür fest verschlossen,
verriegelt, abgeschirmt von Allem...
kaum Luft zum Atmen,
kaum Licht zum Sehen,
kaum Leben zu spüren,
nur ein wenig Pulsschlag zu fühlen,
stolpernd, fast stehen bleibend vor Furcht...

Eingesperrt
Dunkelheit, Einsamkeit,
fröstelnde Kälte in den Gliedern,
ohnmächtiges Sehnen nach ein wenig Wärme...

Eingesperrt
banges Lauschen auf jedes winzige Geräusch,
verstecken – nur verstecken!
Ja nicht gesehen werden,
und doch: unmöglich!

Eingesperrt
nur heraus, nur weg schreit es in mir,
und doch ganz ohne Worte, stumm...
nur ja nicht laut sein, nur ja nicht weinen!
Ist doch so gefährlich!

Eingesperrt
heute noch – und doch längst Vergangenheit?
Eingesperrt – worin?
In mir selber?
In meinem Körper?
Eingesperrt,
Mauer errichtet,
gebaut aus den Steinen meiner Angst?

Eingesperrt...
will da heraus!!!
Weiß manchmal nur nicht wie...

10.11.2007
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Sehnsucht...
Sehnsucht
grummeln im Bauch,
klopfender Pulsschlag,
zeigst, ich bin am Leben,
wenn auch voller Angst und Unruhe...

Sehnsucht
suchend...
nach Wegen aus der Resignation,
nach Wegen aus dem Rückzug,
nach Wegen aus der Selbst – Verlorenheit,
der Angst vor Nähe – oft fast unerträglich...

Sehnsucht
suchend nach  innerem Frieden,
suchend nach innerer Ruhe,
suchend nach ein wenig Freude,
suchend nach ein wenig Normalität?

Sehnsucht
suchend nach verstanden werden,
manchmal zum Greifen nahe,
und doch unerreichbar?
Unerreichbar für mich?
Wohl nicht verdient?

Sehnsucht
suchend...
Sucht nach Leben,
Sucht nach Akzeptanz,
Sucht nach Liebe,
und doch gestrauchelt...
Wege der Sucht – Sackgassen!
Gefährliche Wege, gefallen,
wieder abgestürzt...!

Sehnsucht
suchend nach was?
Nach Wegen aus der Sinnleere,
der Sinnlosigkeit?
Dem Selbsthass - oder von was?
Sehnsucht
suchend nach was?
Nach Wegen aus:
der Sinnlosigkeit des Schmerzes,
der Sinnleere des Stillhaltens,
der Ohnmacht des Schweigens?
dem Verloren – sein?

Sehnsucht
Suche nach was?
Suche nach Hoffnung,
Suche nach Gerechtigkeit,
Suche nach Akzeptanz,
Suche nach Ehrlichkeit...

Sehnsucht
Suche nach wem?
Suche nach Dir, Gott?
Suche nach mir selber...?
Hoffnungslos...?
Mich selber verloren...?
Bleiben nur Wut, Ohnmacht
und Hass...?

Sehnsucht
Suche – wonach?
Vom Schmerz überwunden?
Sinnlose Sehnsucht?
Dennoch:
zeigst, ich bin am Leben...
wenn auch voller Unruhe und Angst...

17.11.2007
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Schrei...

Stummer Schrei,
Angst – Schrei,
Wut – Schrei,
Schmerz – Schrei
Schrei nach Leben???

Schrei – gellend laut,
und doch ungehört!
Schrei – ganz zaghaft,
und doch zum Zerbersten heftig,
Schrei – voller Energie und Kraft,
einfach spurlos ins Nichts verklungen?

Schreien wollen,
von ganz tief drinnen,
eingesperrt, nicht herausgebracht!
Schreien wollen,
mundtot gemacht,
einfach verstummt...

Schrei – in der Dunkelheit verloren,
im Kissen erstickt.
Schrei – ohne Echo,
lautlos verschluckt.

Schreien wollen – ganz weit hinaus,
jeder soll es hören,
Schreien wollen,
innen drinnen kocht und brodelt es,
Schreien wollen – geht nicht mehr,
vor Angst und Scham in der Einsamkeit versteckt.

Schrei nach gehört werden,
Schrei nach Gerechtigkeit,
Schrei nach Leben,
Schrei nach Hilfe,
Schrei nach endlich loslassen können,
Schrei nach ganz normal sein wollen,
Schrei nach Liebe???

Schrei – stumm und doch ganz laut,
unterdrückt, fast daran erstickt!

24.11.2007
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Schwäche

Stark sein müssen,
ein Lebensmotto?
Stark sein,
ein Schutz?

Schwach sein,
Schwäche zeigen,
gegen allen Stolz?

Schwäche zeigen,
macht doch nur noch schwacher...
oder?
Ist Schwäche zeigen nicht auch stark?
vielleicht... ?

Schwäche zeigen,
vielleicht ist das ein Weg?
Ein Ausweg aus der Kälte,
der Einsamkeit und Verlorenheit?
vielleicht ist das mein Weg...
Ein Hoffnungsweg?
 
Hoffnungsweg – Hoffnungszeichen?
ein langer Weg,
ein schwieriger Weg,
ein Weg, voller Stolpersteine und Fallen,
und doch: da sind Hoffnungszeichen auf dem Weg...

Hoffnungszeichen:
ein Licht in der Nacht,
ein freundliches Lächeln,
ein Lied, das eine Saite im Herzen zum Klingen bringt,
ein Mensch, der ein Stück Weg mit einem geht,
der gute Duft einer Blume,
die warme Sonne auf der Haut...
und so Vieles mehr...

Schwäche zeigen – ein Weg?
vielleicht...
Schwäche zeigen – einer meiner Wege?
vielleicht...
Macht das Hoffnung?
Hoffnung auf pulsierendes Leben,
auf Mut zum Leben,
auf den Weg zu mir selber...
vielleicht...?
1.12.2007
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Sehen – Sicht – Einsicht – Wegsicht...

Du – Gott nah bei mir – WO?
Mitleid mit mir – WOZU?
Trost und gute Worte – LEER – GANZ LEER!
Zu spät – es hilft nicht mehr...

Hoffnung – machtlos?
Ohnmacht – hoffnungslos?
Vergeltung – zu spät...
Wut?
macht Angst...

In mir drinnen – Zerrissenheit 
schwarz - rot – ein tiefer Riss
Mein Körper – mir fremd, ganz fremd...
manchmal weit weg...
Schmutzig, lästig – Last – Ekel in mir...

Und Du – Gott - nah bei mir?
Wo bist DU?

8.12.2007
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Unwirkliche Wirklichkeit

Wirklichkeit...
weiß getünchter Raum,
Wucht und Macht des Chaos der Gefühle in mir,
Hilflosigkeit und Ohnmacht im Stillhalten müssen.

Unwirklichkeit...
schwarz – weiß getünchter Raum
hinter der Mauer des Schweigeversprechens versteckt,
im Nebel des Verdrängens verborgen.

Wirklichkeit – Unwirklichkeit?
Nie aufhörender Kampf,
endloser Albtraum...
tiefe Risse in der Vernunft,
scharfe Schnitte in der Seele,
geschlagen von dem Schwert der Macht,
getroffen von der Schärfe des Erschreckens.

Unwirkliche Wirklichkeit...
eiskalte Realität,
gnadenlose Wahrheit,
wider den Verstand verdrängte Wirklichkeit,
ohnmächtiges Aufbegehren gegen den Schmerz,
hilfloses Erahnen der Gewalt,
stockender Atem im Aufbegehren gegen die Lüge.

Wirkliche Unwirklichkeit...
wütendes Grollen im Bauch,
würgendes Herausschreien der inneren Verwüstung in mir,
zitterndes Erbeben vor der Macht und der Angst,
und doch:
das Wissen um diese Wirklichkeit tief drinnen verborgen,
hinter der Mauer des Vergessen - wollen versteckt,
nicht gewollt und doch so sehr lebendig.

Unwirkliche Wirklichkeit...
unfassbare Wut,
unbegreifliche Lebensfurcht,
angstvolle Wahrheit,
und doch:
um sich schlagendes Wehren,
tiefe Sehnsucht nach Schutz,
aufatmendes Ergreifen des Lebens,
sein wollen – im Hier und jetzt?

Unwirkliche Wirklichkeit...
tief drinnen in mir  verborgene Lebenskraft,
tief drinnen in mir unterdrückter Lebensmut,
gegen alle Selbstaufgabe,
gegen allen Selbsthass.

Unwirkliche Wirklichkeit – wirkliche Unwirklichkeit?
tief in mir drinnen den Überlebensmechanismus des sich Wehrens,
nicht mehr wegzudenken, nicht mehr wegzudrängen,
gegen meinen verhassten Körper,
gegen die Sehnsucht nach dem Tod,
gegen die Lüge des sich Aufgebens,
gegen die Resignation!

15.12.2007
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Bild BM

Steine

Steine
klein, spitz und zackig
groß, rund und glitschig
hart, scharf und schneidend

Steine
Füße nackt und bloß
wundgelaufen
aufgerissen
abgerutscht

Steine
Wurfgeschosse
Steinschleuder
Stein - Mauer

Steine
eingedrungen
eingeschlichen
von innen getroffen
aufgerissen

Steine
im Körper weitergewandert
mit dem Körper eins geworden

Steine
im Körper explodiert
den Körper verletzt

Steine
Herz aus Stein geworden...
kalt, starr und leer...
Tränen – zu Stein erstarrt...

Steine
in den Weg gelegt
gestolpert, gefallen, abgestürzt

Steine
Schutzmauer gebaut
Stacheldraht drum herum

Steine
Mauer bröckelt
Mauer stürzt ein
und dann?

Steine
Pflastersteine
gebaut zu einem Weg
gebaut zu einer Straße aus der Angst, dem Schmerz heraus

22.12.2007
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Trauer...

Trauer
tief verborgen
weggewünscht...

Trauer
runtergeschluckt
Bitterkeit – ausgespuckt...

Trauer
tief drinnen in mir...
schwarz getünchter Raum
voller Dunkelheit und Kälte

Trauer
tosender Sturm
donnerndes Gewitter
unheimliche Stille

Trauer
an den unterdrückten Tränen fast erstickt
kein Laut von sich gegeben
Vorsicht: Gefahr!

Trauer
Wut und Hass übergeschwappt
Schmerz – verschlossener Mund
lautloser Schrei
nimmt mir den Atem

Trauer
Regenguss der Tränen zulassen?
Wäscht die Dunkelheit weg?

Trauer
verwüstete Einöde - warmer Sommerregen
fällst auf ausgedörrtes Land...

Trauer
Gefängnistür innen drinnen aufgestoßen
Begegnung zugelassen
Berührung ersehnt und ausgehalten...

Trauer
verlierst den Schrecken
verlierst die Macht des Todes


29.12.2007
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Vergebung...

Vergebung
leeres Wort,
haltloser Grund?

Vergebung
Wunschtraum – fern jeder Realität?

Vergebung
mitten drin im Miteinander,
in der Menschwerdung,
im Mensch – Sein?

Vergebung
Ursprung in Dir – GOTT,
und tief in mir?

Vergebung
Ziel – in Dir – GOTT?
Ziel – in mir?
Ziel – im DU?

Vergebung
kann ich nicht verzeihen?
Dir – und mir nicht...
hasse zu sehr,
will nicht mehr vergessen und verstecken,
will nicht mehr verstehen und verbergen...
will nicht mehr...

5.1.2008
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Träumereien

Träumereien,
Tag – Träumereien,
überflüssig, unnötig,
realitätsfremd?

Tag – Träumereien
wozu gibt es sie?
sind sie erlaubt?
Eher nicht...
nicht normal,
lieber verschweigen!

Und doch:
Tag-Träumereien
gegen Nachtgespenster,
gegen Albträume,
sinnlos?

Aufgewacht...
mit Angst im Nacken,
Wut im Bauch,
taumelnder Schwindel im Kopf,
würgender, grollender Hass im Herzen
und unendlich viel Schmerz innen drin...

Träumereien...
Chance zum Ertragen,
Chance zum Leben?

Tag – Träume,
wie ein Vogel fliegen können,
wegfliegen, weit weg...
wie eine Wolke sich treiben lassen,
schwerelos...
gegen alle Schwermut,
gegen alle Last...

Tag - Träumereien
vom Wind zerzaust,
vom Regen erfrischt,
von der Sonne gewärmt
Tag – Träume...
so sehr nötig – dennoch verloren?
Tag – Träumereien,
ein wenig Atem – holend,
ein wenig Hoffnung schöpfend,
ein wenig Licht in grausamer Realität?

Tag – Träume
lebenswichtig,
überlebenswichtig
oder doch nur Flucht?

Tag – Träumereien,
egal wie, egal was!
Mir gehört ihr,
kann keiner mir nehmen!
kann keiner mir folgen,
ein Stück Freiheit tief drinnen in mir,
nicht zu zerstören!
Gegen alle Not!

12.1.2008


Verrat...
Worte können verletzen,
Worte können verraten!

Verhalten kann verwunden,
Verhalten kann verraten!

Träume können weh tun,
Träume können verraten!

Menschen können einander Schmerzen zufügen,
Menschen können einander verraten!

Die Menschheitsgeschichte trieft von Verrat,
sind nicht Angst, Not und Tod die Folge?
Ist Verrat nicht zutiefst zu verachten?

Ist die Wahrheit Verrat an Dir?
Ist die Lüge, das Verbergen und Verdrängen
nicht Verrat an mir?
Ist Ehrlichkeit Verrat?
Verrat an Dir?
Nicht eher an mir?

Wen habe ich verraten?
Dich Mutter?
Dich Vater?
Mich selber?
Den Menschen, der mir nahe war?
Wen hast Du verraten?
 Doch  mich!

Ist das Schweigen zu brechen Verrat?
Ist es Schuld?
Ist es der Versuch frei zu werden?
Frei von der Lüge, der Ohnmacht, der Wut,
dem Hass?
Frei von mir selber, der Selbstverachtung?
Frei von Dir?

Ist das Schweigen zu brechen ein Schrei nach Leben,
entgegen dem Gebot der Verschwiegenheit,
entgegen dem innerlichen Tod?

NEIN!
Das Schweigen zu brechen ist kein Verrat!


19.1.2008
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Verloren?
Verlorenheit, Hoffnungslosigkeit,
Versagt!?

Wer bin ich denn?
Heraus aus dem Zerrissen sein,
aus dem tiefen Riss mitten in mir drinnen?
Heraustretend aus dem Gespalten – Sein
mitten hinein in den Spalt – den Zwiespalt...

Wer bin ich denn dann?

Konfrontiert mit der Angst und dem Ekel,
volle Wucht die Not ins Gesicht geklatscht...
tief innen drin total verängstigt, eingeschüchtert,
verkrampft,
notvolles Sein...

Komme ich heraus aus der Enge, der Ohnmacht,
dem Hass und der Wut?
Komme ich heraus aus der beklemmenden Angst?
Komme ich heraus aus der bedrohlichen Kälte,
dem Auf und Ab,
dem Nebel der Ahnungen,
der dichter werdenden Dunkelheit der Nacht in mir?

Will heraus – nur heraus
schreit das Kind in mir...
und kann es doch  nicht!
Erstickt fast an dem notvollen, stummen Schrei...
Ganz kalt, erstarrt in der Kälte der Nacht,
nur noch verstecken, nur noch verkriechen...
es gibt kein Heraus, keinen Ausweg...
oder doch?
Gibt es denn Hoffnung für den Teil in mir,
der nicht weiß wohin, wozu und warum?
Gibt es denn Hoffnung für mich?
Oder ist da nur Versagen,
kämpfen – umsonst?
Rennen gegen Windmühlen?
Will die Hoffnung nicht sterben lassen,
mir nicht nehmen lassen!!!
Gott, wenn es Dich wirklich gibt,
wo bist Du?
Nicht für mich da?
Hoffnungsloser Fall...?
Ich will nicht aufgeben!
Nur manchmal ist es so schwer,
mich selber zu tragen, zu ertragen...
Schaffe das nicht allein,
kann manchmal einfach nicht mehr...


26.1.2008
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Wahrheit?

Die Wahrheit macht frei...
von was?
Von unnutzer Hoffnung,
und doch lebensnotwendig?
Von falsch verstandenem Frieden,
und doch so sehr ersehnt?
Von  falscher Normalität,
und doch  aus dem Gleichgewicht geschleudert?
Von mehr Schein als Sein,
und doch Schutz nach außen?

Die Wahrheit macht frei...
von was?
Von Sehnsucht,
vom Suchen, von Sucht?
Von Selbstachtung,
von Selbstverachtung?
Von notwendiger Liebe,
von brennender Berührung?
Vom notvollen Schmerz,
von Flucht?

Die Wahrheit macht frei...
von wem?
Von Dir – gehasst und doch geliebt...
Vom zu Hause – und doch ganz fremd...
Von der Angst vor der Schuld?
Von der unterdrückten Wut?
Von der schmerzenden Scham?
Vom verachteten Körper?
Von mir?
Ganz bestimmt nicht!
Muss mit mir leben – oder nicht?

Die Wahrheit macht frei...
für was?
Für den Anderen – das Du?
Für das Spiegelbild von sich selber?
Für das eigene Sein?
Für Liebe?
Manchmal bringt sie nur Schmerz mit sich...
Für Gefühl,
kaum auszuhalten – mit Angst gepaart?

Die Wahrheit macht frei...
für was?
Für Begegnung,
Blickkontakt nicht standgehalten?
Für Berührung,
das Brennen auf der Haut wieder zu spüren?
Für Nähe,
kalter Angstschweiß dabei?
oder wieder nur Verachtung und Schmerz...?

Die Wahrheit macht frei...
wie?
Durch Ehrlichkeit – doch nur unbarmherzig?
Durch Hinsehen –fast daran zugrunde gegangen...
Durch Aushalten – kaum Luft zum atmen...
Durch Zulassen von Gefühlen?
Versteinerung zu groß?
Wut und Hass in voller Wucht dabei!
Am Ende nur Ohnmacht?

Die Wahrheit macht frei?
Es gibt gute Stunden im Tag,
es gibt schlechte Stunden im Tag,
ist die Wahrheit nicht ungnädig?
Die Wahrheit macht frei...ist sie denn auszuhalten?
Die Wahrheit macht frei...ist sie denn zu bewältigen?
Ist das Leben dann noch lebenswert?

Die Wahrheit macht frei?
Von allem Selbstzerrstörerischen?
Ich hoffe es!


2.2.2008
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Wutausbruch...

Wut
Grollendes Donnern
Gefühlskarussell dreht sich erschreckend schnell!
Schwindlige Kreise, schwindende Sinne...

Wut
Im Mund den Geschmack von Schmerz,
ekelerregende Übelkeit,
brennendes Feuer im Bauch...

Wut
Tränen - verbrannte Haut
schmerzvolle Berührung
hilfloses Wehren

Wut
Innerlicher Vulkanausbruch..
nur ohnmächtige Stille,
ahnungsloses Aushalten,
stummer Schrei...

Wut
Verdrängtes Wissen
unterdrücktes Fühlen
ausgeklinktes Sein...

Wutausbruch
Verschüttet,
erschreckende Konsequenz!
Brav sein ist gefordert,
Not – wendig,
überlebenswichtig.

Wutausbruch
Seele – verstummt,
begraben, verschlossen,
Vertrauen verloren,
fast gestorben...

Wutausbruch
VERBOTEN!
BESTRAFT!
VORSICHT: Gefahr!

Wut
Vulkan doch ausgebrochen,
nicht mehr zu verhindern.
Glühende Lava im Körper,
innerlich zerrissen,
nicht mehr aufzuhalten?

Wut
ausgespuckt,
zugelassen,
sich den Weg freigekämpft,
trotz Gefahr!

Wutausbruch
Ersehntes Herausschleudern,
bitter nötig!
Gefühle fangen an zu blühen...
dringen durch, brechen aus,
wie der Löwenzahn durch den Asphalt...

Wut
kaum auszuhalten...
Angst -  bist ständiger Begleiter,
brüchiger Mut,
Scham ist das Geröll...

Wutausbruch
Und dennoch:
Leben strömt aus,
Energie dringt durch,
Kraft hilft weiterleben...


9.2.2008
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Unterwerfung...
Macht?
Liebe um jeden Preis...?
Wieso lasse ich das zu?
Das Wort macht mich kirre, das Wort macht mich wütend...
Das Wort bedeutet für mich Selbstaufgabe...ich bin wie tot...
Das Wort bedeutet für mich die Forderung der absoluten Verschwiegenheit...
Das Wort bedeutet für mich, ich bin verantwortlich für das Wohlergehen meiner Familie? ...
Das Wort  bedeutet für mich ich bin nichts wert...
Das Wort bedeutet für mich Lüge...
Das Wort bedeutet für mich Falschheit...
Das Wort bedeutet für das Verbiegen meiner selbst...
Das Wort bedeutet für mich totale Einsamkeit und Kälte...
Das Wort bedeutet für mich still halten...
Das Wort bedeutet für mich Strafe...
Das Wort bedeutet für mich Hass...
Das Wort bedeutet für mich ausrasten...
Das Wort bedeutet für mich keine Luft mehr kriegen...
Das Wort bedeutet für mich Ekel spüren – und es einfach so hinnehmen...

Das Wort bedeutet für mich – Liebe um jeden Preis???
Das Wort bedeutet für mich Hass auf mich selber...

Das Wort heißt aber auch aufwachen...
Das Wort heißt aber auch sich wehren dürfen...
Das Wort heißt aber auch Gefühle haben dürfen...
Das Wort heißt aber auch zugeben, was ist und was war...
Das Wort heißt aber auch Verantwortung für mich selber übernehmen...
Das Wort heißt aber auch die Wahrheit zulassen...
Das Wort heißt aber auch es gilt nicht mehr!

Ich will die Wahrheit...
keine Lüge mehr – auch nicht mehr vor mir selber!


17.2.2008
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Zwiespalt

Zwiespalt...
Riss mittendurch,
Schutzmauer darum herum gebaut,
verdrängt...
Mauer bröckelt,
EINSTURZGEFAHR!

Zwiespalt...
Riss mittendurch,
Grundfeste erschüttert,
Fundament gerissen,
Boden unter den Füßen weggerutscht,
ABSTURZGEFAHR!

Zwiespalt...
tiefer Riss, innen drin gespalten,
ein Teil von mir voller Dunkelheit und Kälte,
voller Ohnmacht und Hilflosigkeit,
total verängstigt, wie erstarrt,
wie tot?

Zwiespalt...
tiefer Riss, innen drin gespalten,
ein Teil von mir voller Wildheit,
Wut und Aggression,
voller Entschlossenheit zu leben,
zu überleben!

Zwiespalt...
tiefer Riss in mir,
ein Teil von mir wie abgespalten,
tosender Sturm,
reißender Fluss, stürmisches Wasser,
voll brennender Tränen,
heftig unterdrückt!

Zwiespalt...
tief drinnen in mir,
ich – zwei Teile,
ich – zwei Gesichter,
Eines davon, das immer lächelt,
eines das immer Stärke zeigt,
eines das immer brav ist,
eines das immer zeigt, mir geht es gut...
MASKEN!
Das Andere,
voller Angst und Unruhe,
manchmal traurig, manchmal aufgewühlt,
manchmal schmerzverzerrt...

Das Andere,
voller Scham,
doch auch voller Wut,
dieses Gesicht sagt:
VORSICHT – GEFAHR!
Dieses Gesicht zeigt:
Masken verloren,
ACHTUNG – VERWUNDBAR!

Zwiespalt...
tief drinnen in mir,
zerbrochen, auseinandergefallen,
wer fügt die Scherben zusammen?
Wie kann ich eine Brücke bauen,
tief drinnen in mir?
Wie kann ich mir selber begegnen?
Wie halte ich mich aus?

Zwiespalt...
tief drinnen in mir,
Schutzmauer zusammengebrochen,
Masken gefallen – Gesicht verloren?

NEIN!

Hoffe, dieser Albtraum in mir hört auf!
Hoffe, kann wieder in den Spiegel schauen,
mich anschauen...?
Hoffe, Lebenskraft bricht sich bahn,
baut vielleicht die Brücke in mir,
gegen den Abgrund,
gegen den Tod!

Zwiespalt...
tief drinnen in mir,
wer hält es aus, mich anzuschauen?
ertrag ich es, gesehen zu werden?

GOTT, hoffe Du hilfst mir?
GOTT, hoffe Du erträgst mich?
GOTT, hoffe Du trägst mich...?

23.2.2008
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Unabhängigkeitstag


Unabhängigkeit...
fernes Wort, unerreichbar weit weg,
verriegelt, vergittert,
verboten!

Unabhängigkeit...
Nebelschwaden, kaum zu sehen,
und doch so nah,
so sehr gewünscht,
so sehr ersehnt!

Abhängigkeit...
alt – gewohnt, alt – bekannt,
als Norm eingebrannt!

Abhängigkeit...
von deinem Mutwillen – Vater?
von deinem Gutdünken – Mutter?
von der Willkür eurer Zuneigung?
von eurer Macht?

Natürliche Abhängigkeit...
von der Luft zum Atmen,
von dem Wasser zum Stillen des Durstes,
von der Nahrung, um satt zu werden.
Im Menschen so angelegt,
im Körper – im Sein.
Von Dir – GOTT - so gewollt,
so geschaffen,
nichts Beängstigendes, nichts Krank – machendes,
einfach so gegeben!

Unabhängigkeit...
unbequem, ungeliebt,
nicht geduldet,
unterdrückt, bestraft...
VORSICHT: Liebesentzug!

Abhängigkeit...
eingesperrt, verborgen,
voller Regeln und Zwang,
voller Macht und Gewalt,
voller Dunkelheit und Nacht!

Unabhängigkeit...
tiefes Durchatmen!
Fesseln abgeschüttelt,
Mut zum Ausbruch,
Mut zum Aufbruch!

Unabhängigkeit..
Gefängnistür aufgestoßen,
Ketten der Gewalt abgeschüttelt,
Licht ´reingelassen,
gegen die Dunkelheit,
Licht ´reingelassen,
gegen die Kälte!

Unabhängigkeit...
Zulassen von gesehen werden
Wunden gezeigt...
Die Macht der Nacht vertrieben,
im Zulassen von Nähe,
Angst vertrieben,
durch den Licht-Blick der Wahrheit,
gegen die Macht der Abhängigkeit und des Todes!

Unabhängigkeit...
Das Pflänzchen Mut bricht durch.
Der Same des „sein – dürfen“ keimt auf.
Neuer Lebenswille vertreibt die Dunkelheit,
begrüßt den Tag!

Mein Unabhängigkeitstag...
wird heißen:      ich kann leben!
wird sagen:       ich will leben!
wird bedeuten: ich darf so sein, wie ich bin!

GOTT,
durch Dein JA zu mir,
wächst das Vertrauen,
der Mut dazu!
Hoffe es, GOTT...

3.3.2008
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Versprechen


„Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen...“

Alter Kinderreim...
triffst mich mitten ins Herz,
erschütterst mein Inneres,
mit heftiger Wucht
nimmst mir fast den Atem.

Versprechen
aus mir herausgepresst,
schreckliches Geheimnis,
voller Macht in mich eingebrochen,
verdammt zum Schweigen,
mich dabei fast verloren...

Versprechen
Mauern des Verdrängens, des Vergessens gebaut,
sonst nicht überlebt...

Versprechen
übergroße Last,
harte Not,
tiefer Schmerz,
eiskalte Einsamkeit...

Mauer des Versprechens
hast mich fast erdrückt,
hast mir das Licht zum Leben verbaut,
hast mir die Luft zum Atmen genommen,
hast mich fast besiegt...

Mauer des Versprechens
schmerzvoller Schrei – lautlos gemacht,
brennende Tränen – im Nichts versiegt,
hilfloses Wehren – im Dunkeln erstarrt...

Versprechen
voll großer Angst gebrochen!

Mauer des Versprechens
eingestürzt!
Starres Erschrecken,
grelles Licht bricht herein,
heftiger Windstoß voll frischer Luft,
zitterndes Aufstehen,
tiefes Durchatmen...
eingesperrt sein – hoffentlich für immer vorbei!

15.3.2008
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Wer wird siegen...?
Zweifel oder gar Verzweiflung?
Trübsal gegen Hoffnung?
Hoffnungslosigkeit gegen Sehnsucht?
Selbstverachtung gegen Nähe und Vertrauen?
Trostlosigkeit gegen eine helfende Hand?

Ich will Sonnenluft atmen,
ganz tief durchatmen!
Ich will ´raus aus dem Gefängnis, aus der Dunkelheit...
Ich will ans Licht...

Ich will frischen Wind im Gesicht spüren,
ich will kühles Wasser auf der Haut fühlen.
Ich will Leben können,
ohne meine Existenzberechtigung beweisen zu müssen...

Ich will Wut spüren können gegen die Angst,
ich will schreien können gegen die Ohnmacht,
ich will mich wehren dürfen gegen die Hilflosigkeit...

Ich will mich nicht mehr selbst hassen,
meinen Körper verachten!
Ich will mich nicht mehr schmutzig fühlen!
Ich will nicht mehr schuld sein müssen!
ich will mich nicht mehr versagen!

Kann ich das?
Darf ich das?
Geht das?
Krieg ich das hin?

Wer wird siegen?
Verzweiflung oder Hoffnung?
Trost gegen Chancenlosigkeit?
Tod oder Leben?

Wer wird siegen?
Mein gespaltenes Gefühl gegen meinen Verstand?
Oder mein Mut Hilfe wahr zu nehmen gegen meine Scham?

Wer wird siegen?
Ich weiß es noch nicht...
30.3.2008
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Wer, wie, was?

Fragen, die mich quälen,
wer bin ich?
wie bin ich?
was bin ich?

Widerstreit der Gefühle in mir,
Gefühl gegen Verstand,
ewig-währender Kampf?

Erwachsene Frau – und doch nicht,
Kind in mir – darf sein – und doch nicht,
wer bin ich?

Was bin ich?
Friedliebender Mensch – und doch voller Aggression,
Dem Mitmenschen freundlich gesinnt,
voller Selbsthass!
Verantwortungsvoll – und doch voller Selbstverachtung!

Mein Körper schreit, wehrt sich, ist voller Schmerz,
aber auch voller Hass und voller Scham!
In mir – Übelkeit, Chaos und Schwindel im Kopf,
krieg keine Luft mehr – gehöre nicht mir selber!

Vertrauen, gute Worte, Trost?
Sehnsucht danach und doch angstmachend!
Machtlose Hoffnung?
Zerrissene Seele in mir,
Körper – Feindesland?

Ich - selber mein größter Feind?
Immer im Widerstreit mit mir,
manchmal mit mir ringend und kämpfend,
manchmal mit mir tanzend wie zu einem Todestanz!

Vielleicht ist das nötig, um mich selber zu spüren,
zu entdecken?
vielleicht hilft das ja, um aufzuwachen:
aus dem Nebel der Vergangenheit?
aus der Hoffnungslosigkeit der Zukunft?
aus der Furcht vor der Gegenwart?
vielleicht...?
30.3.2008
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Wortgedanken...

Ich – wer bin ich???

Ich – verloren...???

Mich verloren – aus dem Gleichgewicht geschleudert...

voller Hass und ungezügelter Wut – gegen wen???

Gegen mich selber??? Gegen meinen Körper...nur Last???

Nur Schmutz und Ekel...nur wehtun – wollen...nur Strafe???

Ich – zweigeteilt – völlig außer mir...und doch mit mir...

Stehe unter Spannung – stehe unter Strom...

Warum nur, warum bin ich mir so fremd – ist mein Körper so verhasst...

Warum nur stehe ich ständig unter Strom – bin dann nicht „bei“ mir???

Mit mir???

Möchte ´raus aus dem Gefängnis, möchte fliehen – möchte fliegen...

Und doch werd ich mich nicht los...

Es tut so weh...in mir drinnen sein zu müssen – und doch es ist so!!!

Ich – in mir drinnen – ganz vorsichtig – mit Stacheldraht und scharfen Zacken als Schutz...

Vor wem muss ich mich schützen???

Vor mir selber...???

Ich – in mir drinnen...

geht wohl nicht anders...kann nicht wegfliegen – nehme mich doch mit...

Ich – tot – und dann???

Gott- bist Du da???

Tiefer Abgrund – auch da nehme ich mich mit...

12.4.2008
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Zensur
Zensur
Richterstuhl – besetzt!
Strenger Richter,
mächtiges Gesetz,
scharf – schneidend,
wie ein geschliffenes Schwert!

Zensur
von außen bestimmt,
unbarmherzig,
ungnädig,
fordernd,
eiskalt!

Zensur
kein Spielraum für Annahme,
kein Spielraum für Zuneigung,
kein Spielraum für Freude,
kein Spielraum für Trauer,
kein Spielraum für Tränen!

Zensur
Person geworden...
Der Zensor!
Eiskalte Augen,
harter immer prüfender Blick,
versteinertes Gesicht,
gefühllos gemacht,
ohnmächtiges Wehren – umsonst!
Keine Chance,
dem Gesetz unweigerlich ausgeliefert!

Zensor
unbarmherzig...
Du – Gott?
Du – Vater?
Auch Du – Mutter?

Zensur
tief in mir drinnen verwurzelt,
zum Gesetz geworden?
Unausweichliche Zensur...
Für immer?
Keine Chance Deinem Richterspruch zu entfliehen?
Zensur
schwarz-weiß Denken übernommen?
Unbemerkt selber zum Richter geworden?
Unbeugsames Gesetz verinnerlicht?

Zensur
Sich wehren – wie Rennen gegen eine Wand?
Nicht zu durchbrechen?
Undurchdringlicher Nebel in mir,
flackerndes Licht zu sehen,
loderndes Feuer zu spüren,
Wie komme ich da ´raus?

Zensur
durchbrochen durch ein wenig Wärme?
überwunden durch das Einlassen von Licht?

Zensor
mundtot gemacht durch das Wagnis von vertrauen?
Schärfe genommen durch Wahrheit?
Angst überwunden durch Nähe?


Zensur
verstricktes Machtmuster durchschauend,
Inneres Gesetz durchbrechend,
kostet Kraft...
braucht Mut dazu!
Vielleicht gelingt es doch!



26.4.2008
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Gevatter Tod...?

Gevatter also bist Du mein Pate von jeher?
Gevatter Tod, bist mir altbekannt,
bist schon ein wenig ein Teil meines Lebens,
sehr früh - seitdem...

Gevatter Tod
sosehr verhasst,
gefürchtet,
und doch auch manchmal ganz nah,
vielleicht sogar ein wenig ersehnt?

Gevatter Tod
ist ja gut
Dich nicht zu vergessen,
gehörst ja zum Leben dazu!
Und doch bist Du gefürchtet...!
Was, wenn Du anklopfst,
wenn Du vor mir stehst?

Gevatter Tod,
Manchmal wärst Du mir willkommen...
oder?
Manchmal fürchte ich Dich sehr,
graut es mir vor Dir...!
Was geschieht dann mit mir?
Für immer verloren?
Für immer verstoßen?
Für immer von Gott abgelehnt,
verlassen?
Wieder einmal fallen gelassen?
In den Dreck gestoßen?
Nichts wert?

Gevatter Tod
bist ja Realität im Leben
Dich gibt es ja wirklich...!
Bringst Du mir Erlösung?
Von all den inneren Kämpfen?
Von dem ewigen Widerstreit mit mir selber?
Von dem inneren schier nicht auszuhaltenden Schmerz?
Von dem nicht auszuhaltenden Verlorensein?
Von dem Zwang, der Last mit mir selber leben zu müssen?
Von den brennenden, verzehrenden Tränen in mir?
Tränen, die ich nicht weinen kann!
Tränen, die niemand sehen darf!


3.5.2008
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Schlupfwinkel

Schutz - Schutzlosigkeit?
Schutzhöhle, Versteck - gesucht,
nicht gefunden!
Überall schutzlos,
überall entdeckt,
überall greibar, an_greifabr
überall Dünkelheit
überall Angst,
überall unheilvolle, ungewollte NÄhe,
überall traurig,
überall Schmerz,
überall frierende Einsamkeit

Schlupfwinkel
trügerische Sicherheit,
ungewollter Rückzug,
herbeigesehnte Flucht,
abgeschüttelte Schwere,
abgeschüttelte Schuld,
schwereloses Fliegen,
wegfliegen - Flucht!

Schlupfwinkel
mein Geheimnis und doch nicht sicher,
mein Schutzraum und doch entdeckt,
geschlagen, eingesperrt...
zuurückmüssen in mich selber,
in meinen Körper,
in die ungewollte, verhasste Realität!

Schlupfwinkel
immer noch Rückzug,
immer noch Flucht,
immer noch Angst und Starre,
immer noch Schmerz...

Schlupfwinkel
brauche wohl Schutz,
brauche wohl doch Menschen,
brauche die helfende, festhaltende Hand,
brauche Brückenbauer über den tiefen Abgrund in mir,
schaffe das nicht allein,
brauche jemand, der mir hilft,
mich vor mir selber zu schützen

3.5.2008
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Nacht
Nacht
bekannt und doch ganz fremd,
herbeigesehnt und doch verflucht,
Vertrauter Geselle,
unheimlicher Freund.

Nacht
bedeutest für mich,
kein Verstecken mehr vor dem Anderen,
bist für mich die Zeit,
die nur mir allein gehört,
da darf kein Anderer mehr über mich bestimmen!

Nacht
bist die Tageszeit,
in der mich Keiner stört,
in der Keiner mich beobachtet und sieht,
in der ich nichts leisten muss,
in der ich keine Rolle spielen brauche.

Nacht
bist der Zustand,
in dem ich mich und mein Sein aushalten muss,
ganz ungeschminkt,
ganz ohne Möglichkeit der Flucht,
bist doch eigentlich nur eine Tageszeit...
oder?

Nacht
bist Dunkelheit,
bringst mir Erinnerungen zurück,
hältst mich fest in Deinen unheimlichen Krallen,
schlechst Dich ein wie ein Dieb,
wickelst mich ein,
wie eine Spinne in ihrem Netz.

Nacht
und doch bist Du mir vertraut,
Zeit des Vergessens?
Zeit der Kontrolle,
oder kontrollierst Du mich?

Nacht
der Schrecken vor Dir sitzt mir in allen Knochen,
Deine Gewaltherrschaft schleicht sich ein,
wie leise Musik,
schmeckst bitter - süß wie Gift,
kriechst durch alle Ritzen hindurch
wie feuchter Nebel,
trotzt jedem Schutz

17.5.2008
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Irrwege...

Irrwege
Stacheldrahtzaun,
Weg zurück versperrt?
endgültig?
Hoffnung verloren?

Irrwichte,
habt mich mit euren Ohrflüstereien eingewickelt,
wie Schlingpflanzen um meine Beine gewickelt,
bin gestrauchelt, gestolpert, gefallen,
mehr als genug,
und doch wieder aufgestanden...

Irrlichter,
falsche Wege gewiesen,
bin drauf reingefallen,
bin sie gegangen,
manchmal gespürt,
das ist nicht der richtige Weg,
und doch hat es lange gedauert,
bin oft gestolpert
und am Ende doch noch umgekehrt,
war das richtig?

Irrlichter
habt Funken in mich gestreut,
Feuerdrache,
sich in mich eingebohrt...
Wutfunken – Wutflammen – Wutfeuer
entfacht,
brennst lodernd in mir,
verbrennst Du auch Angst und allen Hass?

Feuersbrunst
sprengst sogar den härtesten Felsen in mir.
Wasserstrudel – wirbelst mich durcheinander,
machst mich ganz nass – nass vor Tränen,
und doch brennen sie auf der Haut,
wie Salz in eine Wunde gerieben,
wie Glutfunken,
über mich hinwegstiebend,
das Dürre in mir zum lodern gebracht.



Irrgarten
der Weg hinein schien richtig,
schien leicht und befreiend...
Doch nur Lüge!
Den Weg verloren,
mich verzweifelt verirrt,
eingesperrt,
in mich selber,
in das Wüten in mir?

Irrwege
viel zu lange gegangen,
viel zu lange auf Lügen vertraut,
viel zu lange selber den Weg zu mir verbaut?
Gibt es Wegzeichen?
Wegzeichen heraus aus den Lügen,
weg von den Irrlichtern,
weg von der Feuersbrunst der Angst in mir?

Irrwege
brauche wohl Wegbegleiter,
finde sonst den Weg nicht mehr,
den Weg heraus aus dem Chaos,
dem wütenden Tosen der Gefühle in mir.

Wegbegleiter,
gut, dass es sie gibt...
bin ich auch bereit auf sie zu achten,
auf sie zu hören?
Irrwege, Irrwicht, Irrlichter,
ihr habt verloren!
Fangt mich nicht mehr!

24.5.2008
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Wurzeln – entwurzelt...?

Wurzeln
entwurzelt – ausgerissen?
entwurzelt – entfremdet?
entwurzelt – gespalten?
 
Wurzeln
vergiftet – abgetötet,
Axt angesetzt – Riss mitten durch,
versucht auszureißen.

Wurzeln
verkümmerter Rest – neu ausgetrieben,
doch nicht tot zu kriegen,
überlebt?

Wurzeln
umso tiefer in den Boden getrieben,
verzweigt, verworren, verwachsen.

Wurzeln
dringen durch in die Tiefe,
selbst durch Steine und Geröll,
selbst durch irrealen Grund,
selbst durch meterdicken Asphalt!

Wurzeln
ineinander verschlungen,
suchen Halt.
knorrig, verholzt,
fast modrig zerfallen,
fast...

Wurzeln
Baum, verdorrt, verkümmert,
verdorben...
und dennoch:
Wurzeln dringen durch,
treiben neu aus,
wenn auch nur ganz zaghaft...

Wurzeln
einen festen Grund fühlend,
allem trotzend – lebendig,
gegen jegliches Unwirkliche,
eine Chance zum Leben, überleben?
vielleicht...


31.5.2008
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Pusteblume


Pusteblume
Unkraut bist du,
völlig überflüssig,
unerwünscht!

Pusteblume,
mit Unkrautvernichtungsmittel fast ausgerottet,
und doch überlebt!
Ganz unescheinbar bist du,
wächst am Straßenrand,
auf unwirklichem Boden,
immer an den Rand gedrängt!

Pusteblume
bist zäh und doch auch biegsam,
trotzt dem Frost, der Kälte, dem Wind
Ganz im Gegenteil:
der Wind bläst durch dich hindurch,
deine Keimlinge werden von ihm getragen,
können mit ihm fliegen,
dein Same wird weitergetragen, gesät!

Pusteblume
alle finden dich hässlich,
und doch bist du schön...
Überlebenswille umgibt dich,
Leichtigkeit ist in dir spürbar,
Kraft zum Überleben!

Pusteblume
dein Same geht auf,
auf ganz undurchdringlichem Boden,
wider alle Widrigkeiten des Lebens!

Pusteblume
Löwenzahn ist deine Frucht,
hellgelb glänzend wie die Sonne,
das Licht, was ihn zum Leben bringt!
Löwenzahn - durchdringst Mauer und Asphalt,
scheinbar unnütz und doch schön!


7.6.2008
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Schmerz

Sei bitte bei mir heute, Gott...

Wenn ich Dich auch nicht spüre - sei bitte da...
Wenn ich es vielleicht auch nicht verdiene - sei bitte da...
Wenn ich es vielleicht auch nicht wer bin - sei bitte da...

Sei mir bitte heute alles, was ich brauche...
Gib mir bitte heu mein "täglich Brot"...
Gib mir bitte genug, dass ich durchatmen und hoffen kann...

Du weißt, ich kann dasw nicht...
Du weißt ich habe das nicht in mir...

Bitte sei mir nahe in meiner Dunkelheit...
Sei Du mir da  Sicherheit ...

Heute ist so ein Tag, war so eine Nacht, in der ich nichts mehr kann,
in der nichts mehr geht außer Angst, Starre und Schmerz von Anfang an...
da war ich und bin immer allein - wie ganz früher... - und für immer?

Doch ist heut ein Tag wie jeder andere...
Doch ist es anders...

Ich hör ein Weinen - von ganz weit her ... ist es meins?
Ich weiß es nicht mehr...

Es ist mir kalt - trotz aller Hitze
es ist mir übel und da ist nur Ekel...

Das ist so ein Tag da wäre ich gerne woanders...
da wäre ich gerne wer anders...
das ist ein Tag - eine Nacht, da brauch ich Dich so sehr...
Wo bist Du denn Gott?
Bitte komm  zu mir her...
Ich habe Angst - ertrag den Schmerz nicht mehr...

14.6.2008
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Verbrannte Erde


Vulkanausbruch, feuerspuckend,
die Erde erbebt,
der Boden unter den Füßen wankt,
gähnender Abgrund der Leere?
Der Zerstörung?
Des Verlorenseins?
Des ABsturzes?
Bleibt nur überall der Tod...?

Verbrannte Erde
überflutet von glühender Lava,
glühend vor Schmerz,
schreiend vor Angst,
tosend vor Wut...


Verbrannte Erde
alles vernichtet,
alles überflutet,
alles verloren,
von brennend heißen Tränen...?

Verbrannte Erde
Doch eiskalt,
gefroren von der Feindschaft zu mir,
erstarrt von der Kälte der Angst,
von dem Schmerz des weggeworfen Werdens,
von der unsäglichen Not der Einsamkeit!
In mir drinnen nur noch ein eiskaltes Herz?

Verbrannte Erde
Kein Weg mehr zum Gehen,
kein Boden zum BEtreten,
nur brennend bei jedem Schritt,
die Fußsohlen verglühend,
der Schmerz - kaum zu ertragen,
den Weg zu mir nicht mehr gefunden,
verbrannt?
Alles zerstört?

Verbrannte Erde
Was bleibt übrig?
Nur Ausweglosigkeit?
Kein Leben mehr da,
nichts, was pulsiert,
kein Herz der Erde, das schlägt
nur Zerstörung
Vielleicht...?

21.6.2008
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Stummer Schrei

Stummer Schrei, Angst-Schrei,
Wut - Schrei,
Schmerz - Schrei,
Schrei nach Leben???

Schrei - gellend laut,
und doch ungehört!
Schrei - ganz zaghaft,
und doch zum Zerbersten heftig,
Schrei - voller Energie und Kraft,
einfach spurlos ins Nichts verklungen?

Schreien wollen,
von ganz tief drinnen,
eingesperrt, nicht herausgebracht!
Schreien wollen,
mundtot gemacht,
einfach verstummt...

Schrei - in der Dunkelheit verloren,
im Kissen erstickt.
Schrei . ohne Echo,
lautlos verschluckt.

Schreien wollen - ganz weit hinaus,
jeder soll es hören,
Schreien wollen,
innen drin kocht und brodelt es,
Schreien wollen - geht nicht mehr,
vor Angst und Scham in der Einsamkeit versteckt.

Schrei nach gehört werden,
Schrei nach Gerechtigkeit,
Schrei nach Leben,
Schrei nach Hilfe,
Schrei nach endlich loslassen können,
Schrei nach ganz normal sein wollen,
Schrei nach Liebe???

Schrei - stumm und doch ganz laut,
unterdrückt, fast daran erstickt.


28.6.2008
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Wege - mein Weg?


Wege
Irrwege,
Irrlichtern gefolgt,
Schattenbilder - trügerisch,
Wegzeichen,
nicht gesehen,
missachtet!

Wege
stille Wege,
einsam, allein,
schrille Wege,
voller Trugbilder,
falsche Versprechungen,
fast tödlich!


Wege
Licht auf den Wegen,
verdunkelt, fast ausgelöscht,
durch den Wind des Zweifels,
durch den Sturm der Selbstverachtung,
durch die Not der Angst,
hat Besitz von mir ergriffen!

Wege
Wegbegleiter
manchmal mahnend,
manchmal zuhörend,
manchmal mutmachend,
manchmal den Rücken stärkend,
manchmal einfach nur da...

Wege
Wegbegleiter
Begegnungen aufr verschiedenen Wegen,
manchmal steile Bergpfade,
manchmal schmale Brücken über den Abgrund,
manchmal auf Umwegen,
manchmal als Wegweiser,
manchmal helfend das Marschgepäck zu tragen,
manchmal helfend Lasten abzuwerfen,
manchmal stützend sich selbst zu ertragen...

5.7.2008
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Wortspielereien

(Gedanken zum Geburtstag...)

Frei - sein - wie???
Frei - sein - von was???
Von mir selber??? Von mir als Last...
Selbsthass - wann hört das auf???
wohin führt das???
Tod - Feind oder Freund???
Todessehnsucht...
Ewige Ruhe oder unendliche Ruhelosigkeit???
Unendlicher Hass - unbändige Wut...
Kontrolle - Kontrollverlust...
Und dann???
Absturz - unendlicher Abgrund?
Unendliche Haltlosigkeit?
Was dann???
Strafe folgt auf den Fuß...
Würgender Schmerz...

Schuld - Schuldgefühl - stummer begleiter...

Tränen - erstickt...
im Hals stecken geblieben...

Schrei in mir drin - mundtot gemacht...

Keine Luft zum Atmen, keine Lust zum Leben
keine Chance gehabt...

Und doch muss ich weiter, bin da, hab überlebt...
Rastloses Kämpfen???
Kostet unendlich Kraft...
Und doch - will ich weiter!
Braucht viel Geduld,
hoffe ich schaff's...

Bitte Gott, gibt mir die Kraft...

12.7.2008
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Zukunft - Zukunftsaussichten?

Zukunft - Zukunftsaussichten?
 
Eher düster, neblig, ungewiss,
ringend mit dem Leben,
kämpfend mit dem Tod!

Zukunft...
Wege aus dunklen Straßen,
Wege auf steinigen Bergpfaden,
Wege über tiefe Abgründe,
schwankende Brücken über stürmische Wasserfluten.

Zukunft...
ins Ungewisse stolpernd,
haarscharf am Absturz vorbei,
strauchelnd,
taumelnd,
stürzend,
Knie aufgeschlagen,
und doch wieder aufgestanden!

Zukunft...
Was treibt mich voran?
Was bringt mich dazu durchzuhalten?
Was hilft mir, mich im Nebel der Angst nicht zu verlieren?
Woher nehme ich die Kraft,
weiter zu kämpfen,
weiter zu leben?
Ich weiß es nicht...

Zukunft - Zukunftsaussichten?
Gibt es das für mich?
Schaffe ich das Wandern über den schmalen Grat der Resignation?
Gewinne ich den Kampf gegen alle Angst,
gegen alle Hoffnungslosigkeit?

Zukunft - Zukunftsaussichten?
Ganz tief in mir drinnen mit mir selbst ringend,
mit mir selbst hadernd,
mit mir selbst rechtend...
Ganz tief in mir drinnen,
da gibt es einen Funken Hoffnung,
da ist der Wille zum Überleben!

9.8.2008
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Blankgeputztes Herz

steril, sauber und blankgeputzt
individueller Charakter – ausgelöscht,
eigener Daumenabdruck – unkenntlich gemacht
in die Verbannung geschickt...

blankgeputztes Herz
von außen überzogen mit feinem Blattgold,
glänzend und blendend gemacht,
verblendend - geblendet

blankgeputztes Herz
abgeschliffen, Ecken und Kanten weggeputzt,
eigenes Relief zerstört...
Einheitsgesicht, Einheitslächeln, Einheitszwang!

blankgeputztes Herz
unter dem äußeren Erscheinungsbild,
meterdicke Stahlmauer,
nicht zu durchdringen,
Zutritt verboten!

blankgeputztes Herz
um alles in der Welt den Schein wahren,
gehört wohl so!
Muss wohl so sein,
sagt das Gesetz!
Vielleicht einzige Chance zu überleben?

blankgeputztes Herz
immer nur Lächeln, immer vergnügt,
scheinbar alles in Ordnung!
Alles ganz normal!

blankgeputztes Herz
wirst mit der Zeit kalt, eiskalt,
am Meisten ganz tief innen drin,
und doch schlägt, pulsiert noch das Leben,
ganz tief verborgen, ganz zaghaft,
eingesperrt!
Wohl nie wieder das Licht sehend,
den Wind spürend,
frische Luft atmend,
am Verkümmern!

blankgeputztes Herz
kaum noch sichtbar ganz tief drinnen
total verletzt,
zugestoßen, beschädigt mit einem stumpfen Dolch,
das Leben darin zerfetzt, auseinandergerissen,
zwiegespalten, zum Sterben verurteilt,
für immer verloren,
nur immer verbergend,
sonst Schmerz nicht auszuhalten!
Darf keiner merken!
Gefährlich!

blankgeputztes Herz
eiskalte Einsamkeit,
erschöpft,
Traurigkeit – nicht auszuhalten,
nicht gewünscht!
Lächeln ist angesagt!
Es ist alles in bester Ordnung!

blankgeputztes Herz
Fassade bröckelt,
totale Angst davor!
Fassade bricht zusammen,
bricht auseinander,
lebensbedrohlich?
Oder nicht eher lebensnotwendig?

blankgeputztes Herz
bist in Wirklichkeit zerstört,
bist kaum noch fähig zu schlagen,
sehnst dich nach Freiheit,
willst nicht mehr Stahl-Schutzmauern um dich haben,
willst gesehen werden,
berührt und ehrlich,
nichts mehr verstecken,
das Leben aushaltend,
das Wagnis musst du schon eingehen,
macht Angst!

16.8.2008

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Fremd

"Fremd-Körper"
Körper,
tut weh Dich zu spüren,
ist schwer, dich mit mir herumschleppen zu müssen!
Fremd gesteuert,
fremd gemacht,
fremd geworden.

"Fremd-Körper"
ganz weit weg von mir,
taub, blind, stumm gemacht,
total entfremdet,
fast abgestorben!

Körper...
Dich zu spüren - fast nicht zu ertragen!
Dich nicht zu spüren - noch viel schmerzvoller,
wenn auch nur ein dumpfer, unbekannter Scherz,
und doch so tief wie von einem scharfen Messerstich!

Körper ...
Dich fühl ich nicht - tot?
Dich fürchte ich,
Dich ertrag ich nicht,
will heraus aus Dir!

Körper...
Bist mir zum "Fremd-Körper" geworden,
so hässlich,
so beschmutzt,
so verletzt!

Körper...
kein Gefühl mehr für Dich,
nur noch Wut und Hass übrig,
Zweifel an mir selber,
Verzweiflung über mich ...

"Fremd-Körper"
Körper...
möchte vor Dir fliehen,
aus Dir 'raus ganz weit wegfliegen!
Und geht doch nicht,
bist unwiderruflich ein Teil von mir!

Körper...
"Fremd-Körper"
Wieso hasse ich Dich so sehr?
Warum ist das so?
24.8.2008
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Gefühle
Wut-Angst-Schmerz,
Trauer-Aggression,
seid ihr alle Geschwister
oder Stiefgeschwister?
in ständigem Kampf gegeneinander
im ständigen Kampf mit mir...

Gefühle...
sind schlechte Ratgeber,
zeigen ist Luxus,
spüren gefährlich!
Gefühle sind verboten!!!

Gefühle...
herunter geschluckt, weggeredet,
weggeschlagen,
vergraben und unterdrückt!

Gefühle,
totgeschwiegen,
beinahe totgeschlagen,
nur nichts fühlen,
nur nichts spüren,
sonst nicht zu ertragen,
vor Schmerz fast atemlos,
vor Tränen fast erstickt.

Gefühle...
ungeschützt fast lebensbedrohend,
blank gerieben, Wunden aufgerissen,
und doch tonloser Schrei!
Dampfdruckkessel,
Vulkan kurz vor dem Ausbruch,
unterdrückte Energie,
zum Schweigen verdammt?
Für immer?

6.9.2008

Steine

Steine
klein, spitz und zackig
groß, rund und glitschig
hart, scharf und schneidend

Steine
Füße nackt und bloß
wundgelaufen
aufgerissen
abgerutscht

Steine
Wurfgeschosse
Steinschleuder
Stein - Mauer

Steine
eingedrungen
eingeschlichen
von innen getroffen
aufgerissen

Steine
im Körper weitergewandert
mit dem Körper eins geworden

Steine
im Körper explodiert
den Körper verletzt

Steine
Herz aus Stein geworden...
kalt, starr und leer...
Tränen – zu Stein erstarrt...

Steine
in den Weg gelegt
gestolpert, gefallen, abgestürzt

Steine
Schutzmauer gebaut
Stacheldraht drum herum

Steine
Mauer bröckelt
Mauer stürzt ein
und dann?

Steine
Pflastersteine
gebaut zu einem Weg
gebaut zu einer Straße aus der Angst, dem Schmerz heraus

20.9.2008





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