Missbrauch und Kirche
Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2004

14.1.2004: Priester vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen
Magdeburg (AP) Ein 53-jähriger Priester aus Sachsen-Anhalt, der sich wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verantworten musste, ist frei gesprochen worden. Das kirchliche Gericht mit Sitz in Erfurt sei «auf Grund von Zeugenaussagen»» zu dem Ergebnis gekommen, dass der Vorwurf «jeder Grundlage entbehrt», teilte ein Sprecher des Bistums Magdeburg am Mittwoch mit. Das Amtsgericht Wittenberg hatte das Verfahren bereits im vergangenen Oktober wegen Verjährung eingestellt.
Der Fall liegt den Angaben zufolge 16 Jahre zurück. Das mutmaßliche Opfer stellte erst im Vorjahr Anzeige. Der Priester war bis zur Klärung des Sachverhalts beurlaubt worden. Auf Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz wurde die innerkirchliche Untersuchung eröffnet. Das kirchliche Gericht schließe allerdings einen sexuellen Missbrauch der Hauptbelastungszeugin nicht aus, hieß es. Es stellte jedoch fest, «dass dies nicht durch den Pfarrer geschehen sein kann».
(Anm.: Die Psychologie nennt dies eine Deck-Erinnerung. Ein unbestreitbares Opfer beschuldigt einen anderen Täter, um einer noch unerträglicheren Erinnerung zu entgehen.) 


21.1.2004: Wegen Kindesmissbrauchs gesuchter Priester in Buenos Aires gefasst
http://de.news.yahoo.com/040121/286/3ujw7.html
Buenos Aires (AFP) - Die argentinische Polizei hat einen katholischen Priester festgenommen, der fünf Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Der 45-Jährige sei an einer Mautstelle im Norden von Buenos Aires gefasst worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Geistliche sei mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Er hatte sich die Haare und den Bart abrasiert, um nicht erkannt zu werden. Dem Pfarrer wird vorgeworfen, vergangenes Jahr fünf Mädchen im Alter von zwölf Jahren missbraucht zu haben, als er in einer Gemeinde in Pilar in der Provinz Buenos Aires arbeitete.

Radio Vatikan v. 31.1.2004 : Irland
In mehr als 1.700 Fällen sollen Kinder von Mitgliedern der katholischen Kirche Irlands sexuell missbraucht worden sein. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Zwischenbericht einer Untersuchungskommission hervor, die Premierminister Bertie Ahern eingesetzt hatte. Gut ein Viertel der Missbrauchsanschuldigungen gegen Kirchenleute kamen von Frauen. Die Bezichtigungen beziehen sich auf die Zeit zwischen 1936 und 1999. Insgesamt sind 267 Schulen, Waisenhäuser, Krankenhäuser und andere kirchliche Einrichtungen betroffen. Die katholische Kirche und der Staat Irland haben bereits damit begonnen, Entschädigungen an die Opfer zu zahlen. (ansa)



17.2.2004 In den USA wurden zwischen 1950 und 2002 mehr als 4.000 kath. Priester wegen sexueller Gewalt an Kindern/Jugendlichen angeklagt.
Quelle: CNN

ORF 27.2.2004 John Jay-Report

20.2.2004 Sexueller Missbrauch im Bistum Magdeburg. Gegen einen 54-jährigen Priester des Bistums Magdeburg N. E. ist kürzlich erneut der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen erhoben worden. E. war erst vor wenigen Wochen von einer ähnlichen Anklage entlastet worden und hatte seine Unschuld beteuert. Diesmal jedoch räumte er den Missbrauch ein. Die Anklage bezieht sich auf ein Vergehen von 1988 ist damit - wie so oft - juristisch verjährt. Das Opfer war zum Tatzeitpunkt 9 Jahre alt. Aufgrund des Eingeständnisses wird die Angelegenheit umgehend zur kirchen-rechtlichen Entscheidung nach Rom weitergeleitet. Der Betreffende darf ab sofort keine seelsorglichen Aufgaben mehr wahrnehmen.  Quelle: HP des Bistums
bistum-magdeburg.de


Radio Vatikan  vom 28.2.2004
Sexueller Missbrauch: "Tun und Nichts-Tun haben der Kirche großen Schaden zugefügt"
Die Kirche der USA ist mit sexuellem Missbrauch durch Priester zu unkritisch umgegangen. So die Quintessenz von zwei Berichten, die von unabhängigen Kommissionen jetzt vorgelegt wurden. In den beiden Reports geht es einerseits um Zahlen, andererseits um die Frage nach dem Warum. Wie konnte es kommen, dass in den letzten 50 Jahren über 11.000 Kinder und Jugendliche sich von Priester sexuell belästigt fühlten. In dem zweiten Bericht über die Gründe und Hintergründe von Missbrauch durch Priester wird klar betont: Es ist nicht nur die Schuld der betroffenen Geistlichen, sondern auch die ihrer Vorgesetzten. Sie seien Anschuldigungen nicht effizient nachgegangen und hätten nicht angemessen reagiert. Tun und Nichts-Tun hätten der Kirche großen Schaden zugefügt, heißt es in dem Bericht der aus Laien zusammengesetzten Fachkommission. Wörtlich erklärt sie: "Klerikalismus hat zu einer Kultur der Heimlichkeit geführt." Die Vertreter der Missbrauchsopfer kommentieren nun, die Berichte kümmerten sich zu sehr um das, was die Kirche betrifft und zu wenig um die Opfer. Der Vorsitzende der Organisation "catholic league" ergänzt, sexueller Missbrauch von Jugendlichen durch Lehrer im Allgemeinen, sowie durch Geistliche anderer Kirche sei wesentlich weiter verbreitet als der in der katholischen Kirche. Noch heute würden Lehrer nach Missbrauchsvorwürfen einfach versetzt, ohne dass die Leitung der neuen Stelle über den Grund der Versetzung informiert werde. Für die Zukunft empfiehlt das Gremium neben tiefer gehender wissenschaftlicher Erforschung der Krise und des Pädokriminalitäts-Phänomens eine sorgfältigere Auswahl und Ausbildung von Priesteramtskandidaten. Außerdem solle die Kirche besser mit den Behörden zusammenarbeiten und weniger Geheimhaltung üben.


1.3.2004 Mitschuld der Bischöfe  In den vergangenen 50 Jahren sind in den USA 4392 Priester des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Bei 195 (von 202) Diözesen gingen 10.667 Klagen ein. Diese Zahlen legte das John Jay-Institut vor. Rund 4% der Priester seien betroffen. Von den 10.667 Klagen wurden 6700 erhärtet, 1000 fallengelassen und 3300 Fälle nicht weiter verfolgt, weil die Beschuldigten bereits gestorben waren.
Vier von fünf Opfern seien männlich (81%), die Hälfte davon zwischen 11 und 14 Jahre alt. Die zweitgrößte Altersgruppe mit 27,3 % betrag die 15-17-Jährigen. 6% der Opfer waren unter 7 Jahre alt. Mehr als die HÄlfte der Beschuldigten wurden weges eines Vorfalls beschuldigt, 27% wegen zwei oder drei Vorfällen und 13 % wegen vier bis neun und 3% wegen zehn oder mehr. Die letzte Gruppe war für 2960 Missbrauchsfälle verantwortlich. 7% der Missbrauchstäter waren ihrerseits in der Kindheit sexuell missbraucht worden.
In jedem siebten Fall ( bei 640 von 4.400 beschuldigten Priestern) wurde die Polizei kontaktiert. Anzeige wurde in 226 Fällen erstattet. 138% wurden verurteilt und mehr als 100 hätten bislang eine GEfängnisstrafe verbüßt. Knapp 20% der Beschuldigten waren Ordensleute.
Die Kommission bescheinigt einer Minderheit der US-Bischöfe, dass sie die Krise durch Nachlässigkeit und Nutzung unqualifizierter Therapiezentren mit verschuldet habe.

Radio Vatikan vom 3.3.2004
Ein früherer katholischer Priester ist zu vierzehn Jahren Haft wegen Kindesmissbrauchs und sexuellem Kontakt mit einer Minderjährigen verurteilt worden. Außerdem zu einer anschließenden Bewährungszeit von sieben Jahren. Der Verurteilte muss nun noch vor einem anderen Gericht erscheinen, wo neun weitere Anklagen gegen ihn verhandelt werden sollen. (ap)


Priester wegen Vergewaltigung in Angers vor Gericht 23.3.2004
Quelle am 23.3.2004: http://de.news.yahoo.com/040323/286/3ya0t.html

Angers (AFP) - In der westfranzösischen Stadt Angers steht seit heute ein katholischer Priester vor Gericht, der zwei 13 Jahre alte Zwillingsschwestern vergewaltigt haben soll. Der inzwischen 80-jährige Abbé muss sich wegen der 17 Jahre zurückreichenden Vorwürfe vor Geschworenen verantworten.
Laut Anklage hatte die Mutter dem Kleriker 1987 die beiden Mädchen drei Mal anvertraut, damit er in einem Pflegeheim ihre "religiöse Erziehung" vervollkomme. Der Mann machte die Kinder demnach dagegen glauben, er solle sich um Sexualkunde kümmern, und verging sich an ihnen.
Die Eltern der Mädchen hatten nach Jahren von den Vorfällen gehört und den Priester zur Rede gestellt, der zunächst alles abstritt. Der Bischof von Angers riet den Eltern ab, den Abbé strafrechtlich verfolgen zu lassen, weil dieser krank sei. Beide Opfer heirateten später und offenbarten sich gegenüber ihren Männern, nachdem Probleme mit dem Liebesleben offenbar wurden.
Als ihn beide Ehepaare gemeinsam aufsuchten, gestand der Priester den Angaben zufolge und bat seine Opfer um Vergebung. In späteren Vernehmungen durch Gendarmerie und Untersuchungsrichter bestritt er aber die Vergewaltigungen und sagte lediglich aus, er habe die Mädchen berührt.
Nach dem Bekanntwerden des Falles hatten sich auch andere mutmaßliche Opfer gemeldet; diese Vorwürfe sind aber nach französischem Recht inzwischen verjährt, weil sie noch länger zurückliegen.

25.3.2004: Der Täter wird zu 8 Jahren Haft verurteilt

21.4.2004 ORF Bostons Erzbischof verkauft Residenz, um Missbrauchsopfer zu entschädigen
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22.4.2004 Radio Vatikan
Die Erzdiözese St. Louis wird 1,7 Millionen Dollar an die Familie eines Jungen zahlen, der über einen Zeitraum von drei Jahren von einem früheren Priester missbraucht worden war. Dies sagte der Rechtsanwalt der Familie gestern gegenüber der Presse. Der Priester war vor zwei Jahren verhaftet worden und verbüßt inzwischen eine 15-jährige Gefängnisstrafe. Das Erzbistum begrüßte die Einigung. Unterdessen hat ein Gericht entschieden, 94 Fälle von sexuellen Missbrauchsfällen gegen römisch-katholische Diözesen im Norden Kaliforniens zusammenzufassen und damit die für Donnerstag angesetzte Aussage des Erzbischofs von Los Angeles, Kardinals Roger Mahoney, in einem Fall aus dem Jahre 1997 hinauszuschieben. (ap)


Quelle: http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/bad-saeckingen/Pfarrer-Behlau-suspendiert;art372588,979619
http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/bad-saeckingen/Sexkontakte-zu-Jugendlichen;art372588,98076610.5.2004 Ermittlungen gegen Pfarrer wegen Sexualstraftaten
Murg (ddp-bwb). Ein Pfarrer aus dem südbadischen Murg steht im Verdacht, Jugendliche sexuell bedrängt zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen am Montag bekannt gab, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen eingeleitet. Der Pfarrer soll männliche Jugendliche am Geschlechtsteil berührt haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der vergangenen Woche erste Vorermittlungen gegen den Pfarrer angestellt und den kirchlichen Arbeitgeber aufgefordert, Erkenntnisse zu den Vorgängen zu übermitteln. Nachdem das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg der Aufforderung inzwischen nachkam, wurde nun ein konkretes Verfahren eingeleitet. Zum genauen strafrechtlichen Vorwurf machte die Behörde keine Angaben. Sie sprach lediglich von «Sexualstraftaten». Auch die Zahl der möglichen Betroffenen wurde nicht genannt.
Laut Presseberichten sind der Kirchenleitung bislang zwei Jugendliche bekannt, die von dem 64-jährigen Pfarrer belästigt worden sein sollen. Der Geistliche ist beurlaubt.

Nicht in der Yahoo-Meldung zu lesen war, dass der Beschuldigte im September 2001 an der Schutzengel-Aktion von missio teilgenommen hat und als einer der Sponsoren die Arbeit von Shay Cullen unterstützte. Shay Cullen arbeitet seit vielen Jahren im Kampf gegen Sextourismus und in der Unterstützung missbrauchter Kinder auf den Philippinen.
Mehr zu Shay Cullen unter http://www.tourism-watch.de/dt/21dt/21.cullen/

Am 9.12.2004 meldet Yahoo, dass die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen die Ermittlungen eingestellt habe, weil sich keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe ergeben hätten. Die inkriminierten Handlungen seien zwar durchaus als sexualbetont anzusehen, aber nicht erheblich.


Boston 12.5.2004: Nonnen von Taubstummenschule in Boston angeklagt
Neun ehemalige Schüler einer katholischen Taubstummenschule haben die Verantwortlichen der 1994 geschlossenen Einrichtung wegen Misshandlungen und sexuellen Missbrauchs verklagt. Bei den Beschuldigten handelt es sich nach Angaben des Klägeranwalts Mitchell Garabedian um mindestens 14 Nonnen, einen Priester und einen Sportlehrer. Die Kläger - sechs Männer und drei Frauen - werfen ihnen Vergewaltigungen und körperliche Misshandlungen vor. ....Die Verbrechen wurden nach seinen Angaben zwischen 1944 und 1977 begangen, als die Kläger 7 bis 16 Jahre alt waren. Es wird erwartet, dass sich dem Verfahren weitere ehemalige Schüler anschließen werden. .... Der Orden kündigte eine eigene Untersuchung an.
Die Klage richtet sich auch gegen den Bischof Thomas Daily, der sich inzwischen im Ruhestand befindet und dem die Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht vorgeworfen wird. Das Erzbistum Boston stand auch im Mittelpunkt des 2002 aufgedeckten Sexskandals, an dem mehrere Priester beteiligt waren.
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040512/12/40zjc.html

26.5.2004 Rüsselsheimer Pfarrer steht vor Gericht
Missbrauch: Am 4. Juni beginnt der Prozess – Opfer-Initiative hat die Klage durchgesetzt
Es war lange Zeit unklar, ob dem ehemaligen Pfarrer der katholischen Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit / Auferstehung Christi der Prozess gemacht würde. Seit gestern ist klar: Der Geistliche muss sich wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen vor Gericht verantworten. Beginn des Verfahrens ist am Freitag, 4. Juni, um 10.30 Uhr im Zimmer 105 des Amtsgerichts Bad Homburg. Dies teilte die „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“ mit, die im Namen eines der Betroffenen ein Klageerzwingungsverfahren angestrengt hatte, dem das Oberlandesgericht Ende 2003 stattgab (wir berichteten).
Der Pfarrer war im Juli 2002 von seinem Dienst beurlaubt worden, nachdem ihm vorgeworfen wurde, er habe zwei Jungen im Alter von damals 15 und 13 Jahren sexuell missbraucht. Die Darmstädter Staatsanwaltschaft entschied zunächst, dass der eine Fall verjährt sei und der andere keine strafrechtliche Verfolgung rechtfertige.
Aber als die Initiative beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt das Klageerzwingungsverfahren eingeleitet hatte, wendete sich das Blatt: Das OLG hielt den Beschuldigten nun für „hinreichend verdächtig, sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen zu haben.“
Der Vorsitzende der Initiative, Johannes Heibel, kritisierte gestern gegenüber dem ECHO abermals das Verhalten des zuständigen Bistums Mainz, das von Anfang an versucht habe, den Fall herunterzuspielen und klein zu halten. „Mainz schweigt sich weiter aus,“ sagte Heibel. „Das Traurigste ist aber, dass weder die Betroffenen selbst noch die Öffentlichkeit von der Kirche je eine Antwort erhalten haben. Es entsteht der Eindruck, die mauscheln da was hinter verschlossenen Türen.“

Zur Zukunft des verdächtigen Pfarrers habe Karl Kardinal Lehmann angekündigt, dass er nicht weiter in der Jugendarbeit eingesetzt werde. Der Geistliche selbst aber wehre sich gegen eine Versetzung und zeige sich uneinsichtig, sagte Heibel.
ric
s.auch 17.9.2002
Quelle: http://www.echo-online.de/suedhessen/detail.php3?id=240586  

29.5.2004 Radio Vatikan
Italien
Die Kirche muss das Problem des sexuellen Missbrauchs durch Priester wirksam bekämpfen. Das sagten englischsprachige Bischöfe auf einem Treffen in Rom. Es genüge nicht, zurückzuschauen. Vielmehr müsse man die Täter stoppen, sich um die Opfer kümmern und die Kinder schützen, so der Initiator der Konferenz, Erzbischof Philip Wilson. Bereits zum fünften Mal haben sich die Bischöfe getroffen, um sich mit Fällen des sexuellen Missbrauchs zu befassen und nach geeigneten Wegen der Lösung zu suchen.

30.5.2004 Radion Vatikan
Australien
Erzbischof Ian George von Adelaide hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester entschuldigt. In einer heute veröffentlichten Erklärung bittet er einem Bericht der "BBC" zufolge um Vergebung für den "unangemessenen Umgang der Kirche" mit zahlreichen Beschwerden von Betroffenen. George reagierte auf den heute vorgestellten Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission des südaustralischen Parlamentes. Dieser wirft der Kirche mangelndes Mitgefühl für die Opfer sexuellen Missbrauchs vor. (bbc)


4. Juni 2004
Ex-Pfarrer wegen Missbrauchs zu Geldstrafe verurteilt
Bad Homburg (AP) Das Bad Homburger Amtsgericht hat am Freitag einen 49 Jahre alten Priester aus Rüsselsheim wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Geldstrafe in Höhe von 9.000 Euro verurteilt. Der Priester hatte einen damals 13 Jahre alten Messdiener zwischen Mai 1990 und August 1991 nachts unsittlich berührt, als dieser bei ihm im Pfarrhaus in einem Bad Homburger Stadtteil übernachtete. Der Fall sei aber als minderschwer anzusehen, weil der Pfarrer lediglich das Feldbett, auf dem der Junge schlief, zu sich heranzog und den 13-Jährigen über der Kleidung nur einen Augenblick lang berührt habe.
....
Der Pfarrer der Diözese Mainz,.... hat unmittelbar nach dem Urteilsspruch Berufung angekündigt. Sein Verteidiger .... sprach von einer Kampagne der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch gegen den Geistlichen. Über den 49-Jährigen sagte er, dass er selbstmordgefährdet sei. .....
Gegen den Priester hatten die Strafverfolger auch wegen weiterer Fälle ermittelt, die Verfahren aber eingestellt, weil die Taten verjährt sind. Das Bistum Mainz hatte den Geistlichen nach Bekanntwerden der Vorwürfe beurlaubt.
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040604/12/42ani.html

14.6.2004 Radio Vatikan
Amerika - Vereinigte Staaten
Einen umfangreichen Vergleich mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Mitarbeiter schließt die kalifornische Diözese Orange. In einem am Sonntag verkündeten Hirtenbrief erläuterte Bischof Tod. D. Brown den Vergleich mit 100 Opfern, der eine schwere finanzielle Last für die Diözese bedeute. Dennoch hoffe er dadurch teuere und zeitaufwendigere Gerichtsverfahren zu vermeiden. Zuletzt hatte die Diözese den Opfern eine Summe von insgesamt 40 Millionen Dollar angeboten. Der Bischof plädiert für mehr Offenheit seitens der Kirche und will während des Verfahrens persönlich zu Gesprächen zur Verfügung stehen. (la-times)

21.6.2004 Radio Vatikan
Australien
Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der Anglikanischen Kirche hat die Polizei neun kirchliche Mitarbeiter verhaftet, darunter zwei Priester. Die Polizei, die im Mai eine Sonderermittlungsgruppe gebildet hatte, um die 217 Missbrauchsfälle und weitere 48 Verdachtsfälle zu untersuchen, kündigte weitere Festnahmen an. In der vergangenen Woche war bereits der anglikanische Erzbischof von Adelaide wegen des Umgangs mit dem Missbrauchsskandal zurückgetreten. (ap)

30.6.2004 Kinderpornos im Priesterseminar Im St. Pöltener Priesterseminar wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt, weil der Verdacht bestand, dass dort Kinderpornografie aus dem Internet heruntergeladen wurde. Bereits 2003 seien erste Hinweise aufgetaucht. Die Kirche hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Inzwischen wurde einschlägiges Material sowohl auf einem frei zugänglichen PC als auch auf PC's in Privatbesitz gefunden.

1.7.2004 Radio Vatikan Vatikan hat keine Ressourcen zur Bearbeitung der Missbrauchsfälle. Vereinigte Staaten
Der Erzbischof von Boston, Sean O`Malley, ist frustriert von der Langsamkeit, mit der der Vatikan Bostoner Pädokriminalitäts-Fälle untersucht. Das berichtet der "Boston Channel" auf seiner Internet-Seite. Der Erzbischof wird mit den Worten zitiert, Rom habe gar nicht die Ressourcen, um die Fälle mit der eigentlich gebotenen Promptheit zu bearbeiten. (thebostonchannel.com)

6.7.2004 Radio Vatikan
Der Leiter des St. Pöltner Priesterseminars, Ulrich Küchl, ist wegen Vorwürfen zurückgetreten, homosexuelle Beziehungen zu angehenden Priestern unterhalten zu haben. Trotz der Haltlosigkeit der Vorwürfe (die Vorwürfe sollen von einem Priesteramtskandidaten, der wegen psychischer Störungen nicht zum Amt zugelassen worden war, stammen) wolle er mit diesem Schritt die angespannte Lage beruhigen, begründete er den Schritt in einem Schreiben an Bischof Kurt Krenn. Zum neuen Regens ernannte Krenn den bisherigen Moderator der in St. Pölten stationierten "Gemeinschaft vom heiligen Josef", Werner Schmid. Unterdessen bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass Bilder auf einem Computer sexuelle Handlungen mit Unmündigen und auch mit Tieren zeigten. (kap)


Spiegel 6.7.2004
Kinderpornos in Priesterseminar entdeckt: Österreichische Fahnder haben auf dem Computer eines katholischen Priesterseminars Fotos mit Kinderpornografie entdeckt. Acht Mitglieder des Priesterseminars von St. Pölten in Niederösterreich stehen unter Tatverdacht, berichten Wiener Zeitungen. Ihnen drohen bis zu sechs Monate Gefängnis. Das belastende Material war den Angaben zufolge auf dem PC des Seminars gespeichert. Das Passwort zu dem Computer ("Priester") sei den meisten Seminaristen bekannt gewesen. Der Leiter des Seminars, Ulrich Küchl, bestreitet indes vehement, irgendetwas mit den Kinderpornos zu tun zu haben. Die Fotos seien wohl "von einem Hacker" per Internet auf den PC geladen worden, sagte er bei einer Vernehmung. Nach Angaben des österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil" ist es in der Vergangenheit in dem Seminar zu "homosexuellen Übergriffen gekommen". Dabei seien "Autoritätsverhältnisse missbraucht" worden.

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5.7.2004 Ermittlungen im Priesterseminar, Leiter zurückgetreten

7.7.2004 Missbrauchsvorwürfe: US-Diözese beantragt Konkurs
In der AP-Nachricht heißt es u.a.: "In einem bislang beispiellosen Schritt hat die Erzdiözese Portland im US-Staat Oregon am Dienstag Konkursantrag gestellt. Hintergrund sind Schadenersatzklagen in mehrstelliger Millionenhöhe wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche in den vergangenen Jahrzehnten, die die Zahlungsfähigkeit der Erzdiözese bedrohen. Mit dem Konkursantrag sichert sie sich Gläubigerschutz. Damit wird ein Prozess gegen den vor zwei Jahren gestorbenen Geistlichen Maurice Grammond blockiert, der in den 80er Jahren über 50 Jungen sexuell belästigt haben soll. Die Kläger verlangen insgesamt mehr als 160 Millionen Dollar Entschädigung. Die Erzdiözese und deren Versicherer haben bereits für die Beilegung von über 130 Klagen mehr als 53 Millionen Dollar."

10.7.2004 Radio Vatikan USA: Kirche hat kein Geld mehr - Kritik an Geldzahlungen
Mit dem Bistum Portland hat die erste Diözese in den USA Bankrott angemeldet - wegen der hohen Zahlungen aufgrund der Pädokriminalitäts-Skandale. Der Jesuit Tom Reese von der innerkirchlich einflussreichen Zeitschrift "America" kritisiert die hohen Geldzahlungen, die die Bistümer finanziell in die Knie zwingen. Er kritisiert, dass dadurch die Täter der Pädokriminalitäts-Skandale und die, die die Täter deckten, gar nicht getroffen würden. "Einige sagen das über die Kirchen-Verantwortlichen, die in Sachen Pädokriminalität diese umstrittenen Entscheidungen getroffen haben - dass es doch besser gewesen wäre, die ins Gefängnis zu stecken, anstatt die ganze Kirche zu bestrafen, indem man ihr Geldstrafen auferlegt. Denn diese hohen Strafen und diese Abmachungen strafen nicht die Bischöfe, die die Entscheidungen trafen; sie strafen stattdessen Schulkinder, die ein Stipendium für eine katholische Highschool bräuchten, oder Obdachlose, weil ihre Asyle geschlossen werden - denn schließlich hat die Kirche kein Geld mehr, um diese Programme zu bezahlen." (rv)


Pastoraler Supergau - St. Pölten
Chronologie der Ereignisse

3.  7. 2004   http://www.kath.net.St. Pölten: Anonymer will Bombe platzenlassen wenn er nicht zum Priesteramt zugelassen wird. Regens Küchl: 'Vorwürfe sind 'völlig haltlos und absurd'. Propst Küchl erwägt gerichtliche Schritte - "anonymer Informant" hat bereits vor Wochen gedroht, er werde "die größte Bombe in der Diözese platzen lassen", falls er nicht zur Weihe zugelassen werde
 05. 07. 2004 
St. Pölten: Leiter des Priesterseminars zurückgetreten
 
07. 07. 2004 Bischof Krenn zur Porno-Affäre: "Bete, dass das alles nicht stimmt"
11. 07. 2004  Porno-Affäre im Priesterseminar: Krenn hat Fotos gesehen! St. Pöltener Bischof spricht von Buben-Dummheiten  PLUS: "profil" veröffentlicht Fotos der Liebesspiele   
12. 07. 2004  Krenn zu Skandal um Priesterseminar: "Buben-Dummheiten" (Der eine Bub ist 60)
12. 07. 2004 
Bischofskonferenz sieht 'dringenden kirchlichen Handlungsbedarf'
12. 07. 2004 Diözese St. Pölten: Vorfälle werden intern untersucht
13. 07. 2004 Staatsanwalt entlastet Krenn: 'Es ist nichts verschleppt worden' (kath.net)
13. 07. 2004 Bischofsbesetzungen rächen sich
13. 07. 2004 Kapellari: Sumpf trockenlegen
14. 07. 2004 Krenn: "Das geht die Bischofskonferenz einen Dreck an"
14. 07. 2004 Wiener Ombudsmann Schüller, der was vom Thema versteht: Abhängigkeitsverhältnis in St. Pölten
14. 07. 2004 Krenn: Keine Beweise
14. 07. 2004 Schönborn-Sprecher zu St. Pölten: Es besteht größter Handlungsbedarf
15. 07. 2004 Krenn trotzt Rücktrittsforderungen
15. 07. 2004 Krenn: Übertreibung und Mache
19. 07. 2004 Strafantrag gegen Seminaristen
19. 07. 2004 Persönliche Erklärung von Wolfgang Rothe
19. 07. 2004 Harnoncourt: Krenn hätte zurücktreten müssen
20. 07. 2004 St. Pölten: Vatikan reagiert
20. 07. 2004 Unausrottbare Begriffsverwirrung auf Kosten Homosexueller
20. 07. 2004 Zulehner: Tragfähige Lösung für Glaubwürdigkeitskrise der Kirche
21. 07. 2004 Schönborn kritisiert Leitungsfehler in St. Pölten
22. 07. 2004 FR   Untersuchungsergebnisse im Fall Groer nie veröffentlicht  - zur Erinnerung
22. 07. 2004 Ehrenerklärungen für Krenn und Küchl
03. 08. 2004 Diözese St. Pölten: Geheime Hochschule und Engelwerk. Undurchsichtige Bruderschaften haben sich in der Diözese etabliert. Äbte und Priester fordern einen Reinigungsprozess


23. 08. 2004 Küng zur "Causa St. Pölten": Erste Hinweise im November
Bischof Klaus Küng, betont, dass sich erste deutliche Hinweise auf die "problematischen Zustände" im Priesterseminar St. Pölten erst im November 2003 ergeben hätten. In einem Vorbericht zu einer Dokumentation des deutschen Fernsehsenders ARD hatte es zuletzt geheißen, dem Vatikan wäre die Existenz eines homophilen Netzwerks im Priesterseminar bereits seit zwei Jahren bekannt gewesen.

Die Öberösterreichischen Nachrichten vom 25.8.2004 berichten, dass der St. Pöltener Bischof Krenn Interesse bekundete, bei der Seligsprechung Kaiser Karls I. am 3.10.2004 die Messe auf dem Petersplatz, der Papst Johannes Paul II. vorstehen wird, in Konzelebration mitzufeiern.
http://www.nachrichten.at/ Suchwort: Bischof Krenn

25.8.2004 Der Apostolische Visitator für die Diözese St. Pölten hat sich nach Mitteilung des ORF vom 25.8.2004 über die Situation der verschiedenen seelsorglichen Bereiche und über die vorhandenen Probleme und Sorgen informiert. Jetzt müssten die Ergebnisse den zuständigen Stellen beim Heiligen Stuhl vorgelegt und Lösungsansätze überlegt werden.Zur Zeit werde die Kommission zusammengestellt, die die Gespräche mit den einzelnen Seminaristen führen werde. Außerdem seien Ermittlungen zur genauen Ausklärung der verschiedenen Vorkommnisse im Seminar begonnen worden. Der Visitator versicherte, dass alles zur Klärung und zur Überweindung der Krise getan werde; unbedachte Entschlüsse und Ungeduld seien jedoch fehl am Platze.

Gudula Walterskirchen berichtet in der Presse von einer Priesterratssitzung St. Pölten am 13. Mai 2004, bei dem der Regens Küchl den engen Kontakt des Bischofs mit dem Priesterseminar betonte. Küchl beschreibt das Zusammenleben im Seminar "trotz gelegentlicher Spannungen und menschlicher Schwächen" als zufrieden stellend. Nach diesem Bericht hat der Ende Dezember 2003 zurückgetretene Spiritual des Seminars, Anton Schachner in einem Brief an den Bischof auf Problemfälle hingeweisen, die aber nicht ernst genommen würden, auch dann nicht, wenn möglicherweise gravierende Dinge anstünden.
Die unter diesem Artikel formulierten LeserInnenbeiträge sind lesenswert.
Quelle: http://www.diepresse.com/

2.9.2004 Kirchen-Sex-Affäre: August Paterno ist einer der Beschuldigten
Paterno ist sich keiner Schuld bewusst, gibt aber zu, dass vor 30 Jahren bei einem Schulausflug einmal „eine blöde Geschichte“ passiert sei.
Der aus den Medien bekannte Vorarlberger Kaplan August Paterno (69) steht unter Missbrauchs-Verdacht: Wie die "NEUE Vorarlberger Tageszeitung" in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichtet, ist er einer der beiden Vorarlberger Geistlichen, gegen die am Mittwoch Missbrauchs-Vorwürfe publik wurden. Paterno selbst bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: http://religion.orf.at/

7. 09. 2004  „Causa Paterno“: Perner warnt vor "Sensationshascherei"
Die Wiener Psychotherapeutin Rotraud Perner warnt vor „Sensationshascherei" und "Voyeurismus" rund um die „Causa Paterno“.
 http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm

10.9.2004 Kathpress laut ORF: "Vatikan legte Bischof Krenn Rücktritt nahe"
Unter Berufung auf  "römische Kirchenkreise" berichtet die Nachrichtenagentur "Kathpress", der Vatikan habe dem St. Pöltener Bischof Kurt Krenn "den Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen nahe gelegt".
http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm

13. 09. 2004
"Causa Krenn": Keine Entscheidung des Vatikan
Die für das Wochenende erwartete offizielle Bekanntgabe des Rücktritts von Bischof Kurt Krenn durch den Vatikan ist auch am Montag ausgeblieben. Gerüchteweise soll Krenn aber bereits ein Rücktrittsgesuch unterzeichnet haben.
 http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm
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14.9.2004
Weiter kein Kommentar des Vatikan zur "Causa Krenn"
Der Vatikan schweigt weiter zur Zukunft des umstrittenen St. Pöltener Diözesanbischofs Kurt Krenn. Am Donnerstag wird der apostolische Visitator für St. Pölten, Klaus Küng, im Vatikan von seinen Untersuchungen berichten.
http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm

16. 09. 2004  
Causa Paterno: Kirchliche Voruntersuchung abgeschlossen
Obwohl die angeblichen Übergriffe Paternos rund 15 Jahre zurückliegen, sei es nicht ausgeschlossen, dass ein Verfahren eingeleitet wird. Bei entsprechender Schwere des Vergehens sei eine Nicht-Verjährbarkeit möglich, erklärte Benno Elbs, Pastoralamtsleiter von Feldkirch. Berichtet worden sei aber, dass der Kaplan nicht immer die notwendige Distanz bewahrt habe. Auch von "Übergriffen, die schwer wiegend sind", hätten Betroffene gesprochen.
http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm 

16. 09. 2004  
Causa Krenn: Kein Rücktrittsgesuch unterschrieben
Auch Donnerstagmittag wurde kein entsprechendes "Bulletino" vom Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlicht. "Der Bischof hat kein Rücktrittsgesuch eingereicht", bestätigte Krenns Sekretär, Michael Dinhobl,  gegenüber der APA. Die Entscheidung über den Rücktritt Krenns liege einzig und alleine beim Papst. Krenn selbst hat sich in der Wochenzeitung "Die ganze Woche" zu Wort gemeldet: "Mir geschieht großes Unrecht", so Krenn wörtlich.
http://religion.orf.at/projekt02/news/ne_archiv_fr.htm

20.9.2004 Küng: "Es wird intensiv an einer guten Lösung gearbeitet"
Der apostolische Visitator für die Diözese St. Pölten bittet um ein "gewisses Maß an Geduld". Es werde "intensiv an einer guten Lösung gearbeitet", so Küng. Wörtlich: "Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass die Verantwortungsträger in der Kirche die Sorgen der Menschen verstehen".

Quelle am 13.7.2004 http://www.networld.at/
Skandal in spanischer Kirche: Behinderte Frau von Priester missbraucht? Geistlicher wurde vorerst suspendiert
Dem suspendierten Geistlichen wird vorgeworfen, eine 60-jährige körperlich behinderte und blinde Frau in Madrid sexuell missbraucht haben. Diese Mitteilung kommt aus dem erzbischöflichen Amt von Madrid laut der spanischen Nachrichtenagentur EFE.Der Priester sei vorers von allen seelsorgerischen Tätigkeiten und Ämtern entbunden.
Es gelte aber nach wie vor die Unschuldsvermutung. Der Mann war von einer Betreuerin der Behinderten angezeigt worden. Er soll sich in ihrem Haus an ihr vergangen haben. (apa/red)

28.07.2004 Bistum Eichstätt: Stellungnahme zu einem Artikel der Bildzeitung
Die Bildzeitung behauptet in ihrer Ausgabe vom 28.07.04 unter der Überschrift „So wild trieb es der fromme Harald“, es gebe einen „Skandal im Eichstätter Priesterseminar“. Dazu stellt die Leitung des Bischöflichen Priesterseminars fest:
Ende März 2004 wurde der Seminarleitung bekannt, dass zwei Seminaristen, die sich in einer Probezeit befanden, in München ein einschlägiges (homosexuelles) Lokal aufgesucht haben. Die beiden wurden umgehend zur Rede gestellt. Beide haben den Sachverhalt zugegeben und sind noch am gleichen Tag (Anfang April 2004) entlassen worden. Beide Seminaristen waren nicht länger als ein Semester im Haus. Weitere Vorwürfe gegen einen von ihnen (Betrugsverdacht) waren der Seminarleitung zunächst nicht bekannt. Bei den ersten Verdachtsmomenten wurde er zur Rede gestellt. Eine weitere Verfolgung hatte sich erübrigt, nachdem der andere Vorfall der Seminarleitung bekannt geworden war.
Quelle: http://www.bistum-eichstaett.de/

30.7.2004 Der Standard. Der Pfarrer einer Gemeinde in Niederösterreich steht im Verdacht sexueller Übergriffe gegen drei Mädchen einer Gastfamilie. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft St. Pölten übergeben. Das Heimatkloster, Stift Göttweig, habe den Benediktinerpater als Pfarrer abgesetzt.

31.7.2004
Quelle: Radio Vatikan 29.7.2004
Polen
Der frühere geistliche Begleiter der Gewerkschaft "Solidarnosc" und langjährige Beichtvater von Lech Walesa wird der Pädokriminalität angeklagt. Das berichten polnische Medien. Pfarrer Henryk Jankowski verneint die Anschuldigungen entschieden. (ansa)


2.8.2004 http://www.kurier.at Der Pfarrer von Hofstetten-Grünau und Weinburg in Niederösterreich soll sich Mädchen seiner Gemeinde unsittlich genähert haben. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt. Die Kinder werden im September vernommen. Der Pfarrer soll sich Mädchen unsittlich genähert haben. Pater Koloman Hirsch, Pressesprecher im Stift Göttweig, berichtete von der Abberufung des Pfarrers. Dem Stift unterstehen 40 Gemeinden.  /chronik/689697.php

3.8.2004 http://www.kath.ch/suche.htm
Erzdiözese Freiburg distanziert sich von "Agnus Dei" - Leiter Herbert Grundberger alias Bruder Elija wegen Missbrauchs verurteilt
Die Erzdiözese Freiburg verweigert der Gemeinschaft die kirchliche Anerkennung, denn Bruder Elija wurde Ende 2002 vor dem Konstanzer Amtsgericht wegen sexueller Übergriffe auf Kinder in seiner Gemeinschaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung und zu einer Bewährungsauflage über 10000 Euro verurteilt.
Quelle: http://www.kath.ch/

03.08.2004 Weiterer Missbrauchsverdacht gegen Pfarrer
Quelle: Yahoo-Nachrichten: Gegen einen bereits vorbestraften ehemaligen (?) Pfarrer gibt es weitere Missbrauchsvorwürfe. Der Pfr. stammt aus dem Bistum Mainz. Er ist vom Dienst beurlaubt. Die Gießener Staatsanwaltschaft bestätigte, dass derzeit ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen läuft. Im Juli 2003 war der 57-jährige Geistliche bereits wegen Missbrauchs von zwei Messdienern verurteilt worden. Die neuerlichen Vorwürfe gehen von körperlichen Übergriffen aus. Sie betreffen den gleichen Zeitraum, für den bereits eine Verurteilung ausgesprochen wurde.


Am 9.8.2004 berichtet der Spiegel über einen Sex-Skandal in Polen. Der Danziger Prälat H.J., Vertrauter von Lech Walesa, wird von der Mutter eines 16-jährigen der sexuellen Belästigung beschuldigt. Der Sohn hingegen sagt aus, nicht belästigt worden zu sein; berichtet jedoch von Sex-Partys mit Prostituierten im Pfarrhaus und davon, dass er und vier Freunde immer wieder Geld von J. bekommen hätten. J.spricht von einem Kesseltreiben gegen sich und beteuert seine Unschuld.
Bereits am 31.7.2004 hatte Radio Vatikan von den Anschuldigungen berichtet und J. als Beichtvater von L. Walesa bezeichnet.

13.8.2004 Bistum Mainz: Ermittlungen gegen Priester wegen Kindesmissbrauchs.
Das Bistum bedauert neue Vorwürfe. Ermittlungsverfahren gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs
Mainz. Gegen Pfarrer Jörg-Ingo S. (39) aus dem Dekanat Bingen hat die Staatsanwaltschaft Mainz ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an einem Kind eingeleitet. Der Priester hatte das Strafverfahren selbst in Gang gesetzt und eingeräumt, einen Jungen unsittlich im Genitalbereich berührt zu haben. Erste Ermittlungen am Mittwoch, 11. August, hatten den Verdacht des sexuellen Missbrauchs erhärtet. In seiner ersten Vernehmung am heutigen Freitag, 13. August, hat der beschuldigte Priester ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hat heute das Bistum Mainz über den Inhalt seiner Einlassung informiert.
 Aufgrund dieses Kenntnisstandes wurde Pfarrer S. mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Es wurde ihm insbesondere jeder Kontakt zu Kindern und Jugendlichen untersagt. Dieses Verbot gilt bis zum rechtskräftigen Abschluss sowohl des weltlichen als auch des inzwischen ebenfalls eingeleiteten kirchlichen Strafverfahrens. Über das weitere Schicksal des Priesters kann erst nach dem rechtskräftigen Abschluss dieser Verfahren entschieden werden.
Das Bistum Mainz bedauert, dass sich erneut ein Priester der Diözese wegen sexuellen Missbrauchs verantworten muss. Die erste Sorge der Kirche gilt den Opfern. Ihnen bietet das Bistum Mainz im Einklang mit den Leitlinien der deutschen Bischofskonferenz die Möglichkeit, über den Ansprechpartner für die Opfer sexuellen Missbrauchs im Bistum Hilfe zur Bewältigung der mit einem so einschneidenden Ereignis verbundenen Sorgen und Nöte zu erhalten. Bischöfliche Pressestelle Mainz. Mainz, 13. August 2004 (Quelle am 13.8.2004 http://www.bistummainz.de/bm/opencms/sites/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=1348 )

Das neueste Concilium-Heft ist dem Thema "Struktureller Verrat. Sexueller Missbrauch in der Kirche" gewidmet.
http://www.concilium.org/deutsch.htm



24.8.2004 Die NZZ berichtet über einen Streit zwischen dem Bistum Rotterdam und dem Versicherer Aegon. Ein früherer Pfarrer von Alkemade war 1997 wegen sexuellen Missbrauchs eines 12-jährigen Mädchens verurteilt worden. Auf Drängen des Bischofs van Luyn wurde dem Mädchen Schadenersatz gezahlt. Die Kirche fordert dieses Geld vom Versicherer nun ein, da es sich um einen Betriebsunfall handle. Der Versicherer hingegen argumentiert, dass die Versicherungspolice das Schmerzensgeld nicht abdecke; seit 2000 ist das Schadensrisiko wegen sexuellen Missbrauchs nicht mehr gedeckt. Die NZZ schreibt: "Medienberichten gemäss hat das Rotterdamer Bistum mittlerweile zugegeben, dass es sich im vorliegenden Fall mit großer Wahrscheinlichkeit lediglich um einen von vielen Fällen handelt. Demnach soll die römisch-katholische Kirche bereits früher Schmerzensgelder für das Fehlverhalten von aktiven Mitgliedern bezahlt haben."

Quelle: http://www.nzz.ch am 24.8.2004httprelrf.at/ projekt02/news/0408/ne040823_kueng_fr.htm

01. 09. 2004 Missbrauchsvorwurf gegen Vorarlberger Kaplan: ORF berichtet, dass erste Vorwürfe bereits 1989 gegenüber Michael Chmela, den Obmann des Vereins "Omnibus", geäußert wurden.. Bischof Küng sei im März 1998 informiert worden - jedoch ohne Namensnennung der Opfer. In einem Gespräch zw. Küng und dem Kaplan bestritt der Beschuldigte die Taten. Im August 2004 legte Chelma die Namen von 2 Opfern und einem Zeugen vor. Der zuständige Pastoralamtsleiter Benno Elbs betonte, dass man vorher nichts habe tun können. Er sagte: ..." die Opfer haben Vorrang".
Rotraud Perner, Psychotherapeutin, wies auf einen zweiten Vorarlberger Geistlichen hin, der einen ihrer Klienten geschädigt habe; diese Taten seien jedoch verjährt.
Quelle am 1.9.2004 http://religion.orf.at/

Stellungnahme der Diözese Vorarlberg
http://www.kath-kirche-vorarlberg.at/kkv/kkv-001.nsf/webmaster/frameset/1?opendocument

2.9.2007 Die Tagesschau meldet, dass einer der beiden des Missbrauchs Beschuldigten ein in Österreich bekannter Fernsehpfarrer sei. Der Beschuldigte bestreitet dieVorwürfe. Der Beschuldigte kommt aus der Diözese von Bischof Küng, der als päpstlicher Visitator in St. Pölten tätig ist. Küng solle von Vertrauensleuten der Opfer bereits vor Jahren informiert worden sein. Er versprach eine vollständige Aufklärung; wies jedoch  laut ORF zugleich darauf hin, dass er nicht an Zufall glaube, dass die Vorwürfe zum jetzigen Zeitpunkt publik werden. Küng sagte: "Ich habe Verdachtsmomente und konkrete Hinweise, dass die Vorfälle benützt werden, um andere Ziele zu verfolgen". Konkretere Auskünfte gab der Bischof nicht.
Quelle ORF: am 2.9.2004: http://religion.orf.at/
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Laut Nachricht des Standard.at glaubt der Pastoraltheologe Zulehner nicht, dass der Kirche enormer Imageschaden durch die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Fernsehpfarrer entstünden. Zulehner wörtlich: "Es muss alles genau geprüft werden. Wenn tatsächlich an den Vorwürfen etwas dran ist, dann muss sich Pater P. in aller Fairness entschuldigen und sagen ,Ich hab' halt einen Fehler gemacht'".
Quelle am 3.9.2004:
http://derstandard.at/

Kommentar: Es ist richtig, dass die Unschuldsvermutung bis zum Erweis des Gegenteils zu gelten hat. Ebenso richtig ist jedoch auch, dass Missbrauch ein Verbrechen ist, das üblicherweise vor Gericht festgestellt wird. Mit einer Entschuldigung 'Ich hab' halt einen Fehler gemacht' ist es dann wohl kaum getan. Rika

4.9.2004 Schüller, Wiener Ombudsmann für Opfer von Missbrauch in der Kirche, sagte den Salzburger Nachrichten: "Die Angst davor, jemanden falsch zu beschuldigen ist immer noch größer als die Angst davor, einen schwerwiegenden Vorwurf zu übergehen." Die Kirche neige immer noch dazu, eher den Tätern als den Opfern Glauben zu schenken. Selbst Vorwürfe mit Gewicht würden nach wie vor unterschätzt. Täter seien oft "charismatische und anerkannte" Persönlichkeiten. "Das heißt aber zugleich, dass jedes Opfer verdammt schlechte Karten hat." Denn diese müssten sich allein gegen eine Institution stellen, die "die Anschuldigungen gar nicht hören will." Schüller sagte, es gäbe immer noch die alten Praktiken: Dass gar nichts geschähe oder Problemfälle versetzt würden, ohne Information der neuen Diözese. "Da gibt es ja regelrechte Wanderer."
Quelle: http://www.salzburg.com/

4.9.2004: Radio Vatikan meldet, dass ein Priester in der Erzdiözese Seattle seine Pfarrei verlassen hat, weil er selbst vor Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs geworden war. Seit 20 Jahren sei der 43-jährige in Behandlung, weil er das Erlebnis nur schwer verarbeite. Allerdings könne er die Forderung des Erzbischofs nicht annehmen, sich einer weiteren Therapie zu unterziehen. Deshalb lege er sein Amt nieder.
Quelle am 4.9.2007: http://www.kath.de/rv/index.shtml
ausland/artikel/589/38551/
6.9.2004: Zur Erinnerung an kirchliche Unterstützung für Übergriffs-Opfer:
Der Abt des Innsbrucker Stiftes Wilten, Raimund Schreier, schrieb am 14.12.2003: "Die [vom Missbrauch durch den Pfarrer] Betroffenen sollen wissen, dass sie auf die Unterstützung des Stiftes Wilten bauen können".
Am 6.8.2004 schrieb der Abt anlässlich der Wiedereinsetzung des beschuldigten Pfarrers (dessen Taten verjährt sind und der sich im Übrigen auch bei den Opfern entschuldigt hat): "
Aufgrund von Interviews im "Tirol heute" mit einigen Ihrer Dorfbewohner möchten wir nochmals auf folgendes hinweisen: es kommt häufig vor, dass Betroffene von sexuellen Grenzüberschreitungen sich erst sehr spät dazu äußern. Betroffene tun sich oft über lange Zeit hinweg ungemein schwer darüber zu sprechen oder solche Vorkommnisse selber aufzuarbeiten."

(Was haben die Opfer getan, dass der Abt um Verständnis für sie in der Gemeinde werben muss? Haben sie sich zu spät erinnert? Zum falschen Zeitpunkt? Oder wurde ihnen vorgeworfen, dass sie sich überhaupt erinnerten?)
Quelle: http://www.dioezese-innsbruck.at/aktuelles.asp?lfdnr=50000137
Fortsetzung: http://www.dioezese-innsbruck.at/aktuelles.asp?lfdnr=50000226

9.9.2004 Pastoraltheologe Alois Gurndin spricht sich für einen offenen Umgang mit Thema Missbrauch durch Geistliche aus.

In Österreich gibt es in acht Diözesen Ombudsstellen (Kirchenvolksanwaltschaften A.d.R.) für Opfer und Zeugen von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter. Alois Gurndin, Professor an der Hochschule in Brixen, spricht sich für ein Beratungszentrum auch in Südtirol aus: „Auf alle Fälle würde ich eine solche Einrichtung begrüßen. Die Leitung sollte jedoch nicht der Kirche direkt unterstellt sein, damit die Unabhängigkeit gewährleistet bleibt und nicht der Verdacht entsteht, dass etwas vertuscht wird, wie dies in der Vergangenheit oft der Fall war.“ Derzeit stehe ein Priester unter Verdacht des sexuellen Missbrauchs, so Gurndin.
Der Vorsitzende der „Kom-mission gegen die Ausübung von Missbrauch und Gewalt durch kirchliche Verantwortliche“ in Innsbruck, Hans Tauscher, sieht die Hauptaufgabe in der „Klärung der Anschuldigungen“. Teilweise melden die Angehörigen den Missbrauch, meist aber die Betroffenen selbst - häufig erst nach Jahrzehnten. Dadurch werde die Aufklärung und Verhinderung weiterer Missbrauchsfälle erschwert.

Quelle: http://www.we-are-church.org/suedtirol/


22.9.2004 Bistum Speyer: Sexueller Missbrauch durch Priester "Dem Bösen ausgeliefert"
Quelle: Der Spiegel
(Panorama)
http://www.spiegel.de/archiv/
In der Diözese Speyer haben zwei ehemalige Messdiener schwere Vorwürfe gegen einen Priester erhoben. Der Geistliche soll sie sexuell missbraucht haben. Der Fall lag der Glaubenskongregation in Rom vor. Die Opfer halten der Kirche nun vor, ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden.
Als die beiden ehemaligen Messdiener den Ansprechpartner der Diözese Speyer kontaktierten, wurde der Fall an das bischöfl. Domkapitel weitergegeben. Die Ankläger erhielten keine weiteren Informationen. Einer der Ankläger rief den Ansprechpartner an, der verwies auf das Domkapitel, dieses verwies auf Rom. Der Domkapitular entschuldigte sich. Nach 7 weiteren Monaten nehmen die Ankläger erneut Kontakt zum Ordinariat auf. Der Domkapiutular verweist auf die Verjährung und berichtet über eine kircheninterne Buße des Täters, die als Bestandteil der Personalakte geheim sei.

23.9.2004 "Die Presse" berichtet von einer Austrittswelle aus der kath. Kirche in Wien: Plus 36% im Juli und plus 40% im August 2004, gemessen an den Zahlen des Vorjahres.

23.9.2004 Laut ORF will die römisch-katholische Erzdiözese Miami 23 Gerichtsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs beenden. Sie will damit mehr als die Hälfte der Prozesse gegen 10 Priester beilegen. Insgesamt wurden 3,4 Mio Dollar (2,8 Mio Euro) gezahlt. Ein Schuldeingeständnis sei das nicht, sagte eine Sprecherin der Erzdiözese. Jeffrey Hermann nannte die Zahlung eine "lange überfällige Bestätigung für die Opfer".
Quelle: http://religion.orf.at/
ergänzt:  projekt02/news/0409/ne040923_usa_fr.htm
Die Chefin einer von der Kirche eingesetzten nationalen Untersuchungskommission weist Bitten zurück, Priester oder Ordensleute in das Gremium aufzunehmen. Kirchenleute könnten von der Kirche leichter unter Druck gesetzt werden und die Fälle deswegen nicht vorbehaltlos untersuchen. Quelle: Radio Vatikan vom 23.9.2004

24.9.2004: Die Presse berichtet, dass der Danziger Erzbischof Tadeusz Goclowski gegen den einstigen Starpriester H.J. der Gewerkschaft Solidarnosc ein Amtsenthebungsverfahren wegen Demoralisierung Jugendlicher eingeleitet hat. Nach 1989 machte der einstige Freiheitskämpfer jedoch vor allem durch antisemitische Ausfälle gegen Juden, Russen, die EU und die Linke Polens von sich reden. Seit Ende Juli ermittelt die Justiz gegen J. wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Jugendlichen. J. weist die Vorwürfe als Kesseltreiben missgünstiger Medien und "jüdisch - kommunistischer" Kreise empört zurück.
Bereits am 31.7.2004 hatte Radio Vatikan von den Anschuldigungen berichtet und J. als Beichtvater von L. Walesa bezeichnet.

28.9.2004 Die Missbrauchsanklage gegen den früheren Bischof von Springfield/Massachusetts wurde wegen Verjährung zurückgezogen. Möglicherweise wird er jedoch in New York, New Hampshire oder Kanada angeklagt, weil er die Jungen auch in diesen Staaten missbrauchte und dort z.T. andere Verjährungsfristen gelten.

28.9.2004 Der Innsbrucker Bischof Scheuer bezeichnet die Abschaffung des Zölibats als "gangbaren Weg".  Zu den Kirchenaustritten sagte er: "Es sind ja nicht Zahlen, die austreten, sondern konkrete Menschen, mit ihren Lebensgeschichten, ihrem Glauben und Zweifel. Jeder Austritt schmerzt."

28.9.2004 In den USA wurde der 70-jährige Bischof Th. Dupre der sexuellen Misshandlung von zwei Jungen in den 70er Jahren angeklagt. 9 Jahre lang - bis Februar  2004 - war der Angeklagte Bischof der Diözese Springfield/Massachusetts.
Quelle: Yahoo

29.9.2004 Der Erzbischof von Dublin Diarmuid Martin sagte, das volle Ausmaß des Missbrauchs-Skandals in Irlands Kirche könne noch unbekannt sein. Er mahnte in einer Rede vor der nationalen Priester-Konferenz zu offenem Umgang mit dem Problem und zur Gewährleistung von bestmöglichem Schutz von Kindern. Regierung und Kirche gegen bisher von ca 11.000 mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.

4.10.2004 Ein Pfarrer der Erzdiözese Salzburg ist wegen Pädokriminalitäts-Verdachtes suspendiert worden.
Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm

19.11.2004 Radio Vatikan berichtet, dass der Danziger Erzbischof Tadeusz Goclowski den 67-jährigen Prälaten Henryk Jankowski am Dienstagabend als Pfarrer der Danziger Brigitten-Kirche abberufen habe. Dem Beichtvater des Arbeiterführers und späteren Staatspräsidenten Lech Walesa werden Verführung Minderjähriger und Ungehorsam gegen seine Vorgesetzten vorgeworfen. Nun will der populäre Geistliche "so schnell wie möglich" Berufung beim Vatikan einlegen, wie er umgehend ankündigte. (kna)

3.12.2004 Laut News kommt Pater R., Pfarrer des österreichischen Stiftes Gera, wegen sexuellen Missbrauchs in 7 nachweisbaren und nicht verjährten Fällen vor Gericht. Der Stiftsleitung sollen die pädosexuellen Aktivitäten des Ordensmitgliedes seit 1970 bekannt gewesen sein. Sie dauerten bis 2001. Pater R. sei als Religionslehrer, Pfarrer und Präfekt an verschiedenen Orten eingesetzt gewesen. Der Angeklagte sei im Wesentlichen geständig, teilte die Behörde mit.

4.12.2004 Das Bistum Orange County, Kalifornien, wird 87 Missbrauchsopfern 87 Mio US-Dollar als Entschädigung zahlen. Boston hatte an 500 Missbrauchsopfer 85 Mio US-Dollar gezahlt.
Quelle: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm

7.12.2004 kath.net berichtet, dass Bischof Küng den Propst des Kollegiatskapitels von Eisgarn, Prälat Ulrich Küchl, im ersten Halbjahr 2005 für eine geistliche Zeit von seinen pfarrlichen Verpflichtungen freigestellt habe. Der ehemalige Subregens des Priesterseminars, Wolfgang F. Rothe, wird im Jahr 2005 ebenfalls zunächst eine geistliche Zeit wahrnehmen und dann sich der Seelsorge widmen. Er wird in dieser Zeit von seiner Lehrtätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten beurlaubt. Von seinen Ämtern als Bischöflicher Sekretär, Diözesanreferent für rechtliche Fragen, Ehebandverteidiger am Kirchengericht und Kanonikus in Eisgarn wurde er rechtskräftig entbunden.
Gerüchte, die am 8.12.2004 über kath.net verbreitet wurden, sprechen von einem Sturz Rothes aus einem Fenster und kolportieren einen Selbstmordversuch Rothes. Ebenfalls wird per Dementi das Gerücht kolportiert, Rothe und Küchl würden in eine Opus-Dei-eigenes Psychotherapieanstalt gehen.Eine Suspendierung Rothes wird als Gerücht zurückgewiesen.

16.12.2004 Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat Anklage gegen einen ehem. Salrburger Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs von 1993 - 1996 im Tennengau erhoben. Der Beschuldigte - derzeit Ordenspriester im Stift St. Peter - war im Vorverfahren voll geständig. Weiteren Anschhuldigungen wurde wegen Verjährung nicht nachgegangen. Der zuständige Erzbischof sprach von rückhaltloser Aufklärung und einer Wiedergutmachung im Rahmen des Möglichen. Quelle: Kurier.at

16.12.2004 ORF berichtet, dass Küchl, ehem. Subregens des Pöltener Priesterseminars, nicht zu einer Zeit der Besinnung in ein Frauenkloster in der Diözese Mainz gehen wolle. Dieser Befehl sei unzumutbar. Bischof Küng sagte: Die bis jetzt negative und abwehrende Reaktion von Propst Küchl sei sehr bedauerlich. Küchl sei weder suspendiert noch als Propst abgesetzt. Da sei eine geistliche Zeit von großem Nutzen und höchst angebracht. Freilich setze das voraus, dass Küchl selbst eine positive Haltung dazu gewinne. - Was offensichtlich nicht der Fall ist.

17.12.2004 Irland
Papst Johannes Paul II. hat offenbar zwei des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigte Geistliche vom Priesteramt suspendiert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Sprecher der südirischen Diözese Ferns.
Quelle: Radio Vatikan

17.12.2004 Radio ORF berichtet, dass der wegen Antisemitismus und dem - nicht bewiesenen - Vorwurf, er habe sexuelle Beziehungen zu halbwüchsigen Jungen gehabt - ins Gerede gekommene ehemalige Solidarnosc-Pfarrer Jankowski abberufen worden sei. Als Gründe für die Abberufung werden "politische Eskapaden" und das Dulden unangemessenen Verhaltens junger Leute im Pfarrhaus genannt - was immer Letzteres bedeuten mag. Anhänger von Jankowski hatten mit Mahnwachen vor der Brigitta-Kirche in Danzig für ein Verbleiben des Pfarrers im Pfarrhaus gekämpft. Jankowski bleibt.


18.12.2004 Die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt wegen Missbrauchsverdacht gegen einen katholischen Pfarrer aus Osthessen. Die bisher ermittelten Handlungen lägen im unteren Bereich der Strafbarkeit.
Quelle: Yahoo Nachrichten


18.12.2004 Im Südosten Brasiliens wurde ein kath. Priester zu 93 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Jungen verurteilt. 15 Männer waren 2002 mit diesen Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen. Der Verurteilte sagt, er sei unschuldig.
Quelle: Yahoo

22.12.2004 Der Papst hat einen des Kindesmissbrauchs beschuldigten amerikan. Priester der Erzdiözese Baltimore des Amtes enthoben. Maurice B. muss sich ab Januar vor Gericht verantworten. Das mutmaßliche Opfer, der Friseur Dontee Stokes hatte den mutmaßlichen Täter vor zwei Jahren vor dessen Haus aungeschossen. Stokes beschuldigt B., ihn in seiner Zeit als Messdiener von 1989 bis 1992 sexuell missbraucht zu haben. Bl. wies die Vorwürfe stets zurück.
Quelle: Yahoo
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