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Dokumentation sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche vor 1958 bis 2001




2001 Solidarität mit missbrauchten (Ordens-)Frauen
Schwester Lauda, eine in Düren lebende ehemalige Ordensfrau der Schwestern vom Kostbaren Blut, die wegen des Verteilens von Kondomen an afrikanische Prostituierte aus ihrer Gemeinschaft verbannt worden war, hat zu den sexuellen Übergriffen durch Priester auf Ordensfrauen Stellung genommen.
Sie erklärte, dass viele Priester die "Unerfahrenheit, Ahnungslosigkeit und vor allem die Abhängigkeit der Schwarzafrikanerinnen" ausnutzten, "die noch immer in totalem Gehorsam gegenüber den Männern, vor allem älteren, erzogen werden". Sie selbst habe versucht, die Frauen zu mobilisieren. Zehn der von ihr zum Widerspruch ermunterten Schwestern seien damals allerdings strafversetzt worden. Der Vorstand des Deutschen Katholischen Missionsrates (DKMR) hat auf die vom Vatikan bestätigten Missbrauchsfälle "mit Bestürzung und Schmerz" reagiert. In einer Erklärung versichern sie den Opfer einer "tief empfundenen Solidarität", deren "Not und Verletzungen wir nur ahnen können". Unter Bezugnahme auf das vor einem Jahr von Kardinal Arinze abgelegte Schuldbekenntnis, demzufolge "auch Christen" sich Menschen gefügig machten, heißt es in der DKMR-Erklärung:
"Die bittere Aktualität dieses Eingeständnisses macht uns stumm und verbindet uns mit allen, die das moralische Ansehen der Kirche in Frage gestellt sehen."
Der Katholische Deutsche Frauenbund und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands erwarten von den zuständigen Stellen im Vatikan, dass sie sich "mit Entschiedenheit auf die Seite der missbrauchten Ordensfrauen stellen und sich zu Anwälten dieser Opfer, ihrer Ehre und ihrer verletzten Würde machen". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, wurde gebeten, sich des Anliegens anzunehmen und in allen kirchlichen Gremien für eine weitere Befassung mit dem Thema "Gewalt gegen Frauen in der Kirche" einzutreten.
Quelle: http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2001/imp010409.html


9. November 2001 Das Verfahren gegen den Mainzer Weihbischof Franziskus Eisenbach wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs wurde eingestellt. Das OLG Koblenz lehnte es ab, die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung zu verpflichten. Das Gericht entschied, dass der Antrag der Klägerin unbegründet sei, weil es im Strafgesetz keinen Paragrafen gibt, der - auch vom Bistum Mainz eingestandene - Übergriffe in der Seelsorge thematisiert - anders als in Therapien z.B.  «Es hätte ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden Personen bestehen müssen. Das bestand nach Ansicht des Gerichts aber nicht», erklärte Gerichtssprecher Bock.
Das Bistum Mainz begrüßte die Entscheidung. «Fragwürdige Versuche, dem Weihbischof ein Strafverfahren aufzwingen zu wollen, sind nun endgültig gescheitert», sagte Bistumssprecher Jürgen Strickstrock. Eisenbach bleibt aber bis zu einer Entscheidung der Glaubenskongregation des Vatikans von seinen Aufgaben als Weihbischof entbunden. Dies hatte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, nach Bekanntwerden der Vorwürfe veranlasst.
Nachtrag: Eisenbach trat von seinem Amt als Weihbischof zurück und arbeitet weiter in der Seelsorge.
Quellen: www1.anti-kinderporno.de/index.php?id=1137  welt.de
30.10.2001 Der kath. Erzbischof von Cardiff, John Ward (72) ist zurückgetreten. Er hatte einen Lehrer, der wegen Pädophilieverdacht entlassen worden war, zum Priester geweiht. Der Priester war 2000 zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden - nach weiteren Missbrauchsfällen.
1998 war Wards Pressesprecher wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu 8 Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: Kirchenzeitung Linz
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4.9.2001 Missbrauch gedeckt - Caen (dpa) 
Der 66-jährige Bischof des nordwestfranzösischen Bayeux ist heute zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er den Kindesmissbrauch eines pädokriminellen Priesters nicht angezeigt hatte. Es war das erste Mal, dass ein Bischof in Frankreich sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten musste, sexuelle Übergriffe nicht angezeigt zu haben. Er muss außerdem jeweils einen symbolischen Franc Schmerzensgeld an die Zivilparteien betroffener Kinder zahlen. Die Kinder waren unter 15 Jahre alt, als sie von dem Priester sexuell missbraucht wurden.
Die Eltern mehrerer Opfer hatten den Bischof verklagt, weil er von dem Missbrauch ihrer Kinder gewusst, aber nichts dagegen unternommen habe. Der pädokriminelle Priester war im Oktober vergangenen Jahres zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: spiegel.de

15. Juni 2001 Ein pädophiler Priester im Kanton Jura (Schweiz) wurde wegen Pornographie zu drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Er gab auch sexuelle Kontakte mit Kindern zu, aber diese Delikte waren verjährt.
6.4.2001 Ein katholischer Priester ist in Polen wegen sexuellen Missbrauchs zweier zwölfjähriger Jungen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Es handelte sich um eines der ersten derartigen Verfahren gegen einen Kleriker im katholisch geprägten Polen. Der Prozess fand hinter verschlossenen Türen statt; die Identität des Priesters wurde nicht bekannt. Nach einem Bericht der polnischen Nachrichtenagentur PAP war der 36-Jährige in allen Punkten geständig. Der Missbrauch wurde im vergangenen Jahr aufgedeckt, als einer der Jungen mit Alkoholvergiftung von einem Gottesdienst nach Hause kam. Im Krankenhaus berichtete er, der Priester habe ihm den Alkohol aufgenötigt, pornografische Filme gezeigt und ihn anschließend missbraucht.

April 2001 Pädokriminalität in Frankreich imprimatur Heft 2/2001: Wer schweigt, macht sich schuldig

kfd-Brief zum sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern in Afrika vom 6.4.2001 (nicht mehr online)

26. März 2001   Priester und Afrika-Experte Al Imfeld weiss:
Schweizer Nonne bekam Kind von Kardinal. VON PIERRE A. GRAENICHER
ROM – «Leider Gottes ist alles wahr. In Afrika gibt es kaum einen Bischof, der keine Kinder hat. Sogar der Kardinal von Dar-es-Salaam in Tansania hat ein Kind. Und zwar von einer Schweizer Nonne.» Der Schweizer Religionswissenschafter Al Imfeld (66), Frater der Missionsgesellschaft Immensee und ausgewiesener Afrika-Kenner, bestätigt den Skandal um Hunderte von jungen Ordensschwestern, die von Priestern missbraucht werden, ohne dass der Vatikan etwas dagegen unternimmt. «In Afrika ist ein Mann ohne ein Kind kein Mann. Und das gilt auch für Priester», sagt Imfeld, der zahlreiche Bücher über den Schwarzen Kontinent verfasst hat. Vor zwei Jahren wurde in Simbabwe ein neuer Bischof gesucht – man fand keinen einzigen Anwärter, der nicht Vater war. «Das ist die Realität», sagt Imfeld. (Quelle nicht mehr nachvollziehbar.)
s. auch Spiegel

20.3.2001 Priester zwingen Nonnen zum Sex (das nennt man Nötigung oder Vergewaltigung, es hat mit Macht zu tun, wenig mit Sexualität).
Quelle: Spiegel  welt.de  Berliner Zeitung

13.10.2000 Pfarrer Di Noto arbeitet gegen Missbrauch und Kinderpornografie. Freitag

27.9.2000 Die SZ berichtet:
Ein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilter Pfarrer aus der Diözese Würzburg konnte wegen des Widerstandes in der Gemeinde nicht als Hausgeistlicher im Schwesternaltenheim "Maria Hilf" in Heidenfeld eingesetzt werden. Bis das Revisionsverfahren abgeschlossen ist, wird er im Diözesanarchiv eingesetzt. Der Pfr. war im Juli in Coburg wegen Missbrauchs von 3 Jungen in sieben Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, ausgesetzt auf fünf Jahre zur Bewährung, verurteilt worden. Die Diözese bemühe sich weiterhin, den Verurteilten zu einer therapeutischen Begleitung zu motivieren.Ob sich die Diözese auch um die Opfer bemüht, wurde nicht mitgeteilt.


22.8.2000 Drogen, Sucht und Aids in der Kirche
Quelle: http://www.psychotherapie.de/report/2000/08/00082201.htm


Im Sommer 2000 macht der Fall des Pfarreiadministrators von Urdorf ZH Schlagzeilen, der sich vor seinem Priesteramt als Sporttrainer an Jugendlichen vergangen haben soll. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes (des Täters natürlich!) ließ ihn der Zürcher Weihbischof Henrici unbehelligt.

Ende Mai 2000 machte die Berner Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen den Fall eines Priesters publik, der eine Frau bei seelsorgerischen Gesprächen sexuell ausgebeutet hatte. Er wurde zu einer bedingten Gefängnisstrafe und einer Buße verurteilt.
30.1.2000 In den USA sind Hunderte kath. Priester an Aids gestorben, viele sind infiziert.
Quelle: rp-online

17.11.1999 Ein Bericht der FR über sexuellen Missbrauch in der Odenwaldschule, der keine Reaktionen auslöste

11.11.1999 Ein 56-jähriger Pfarrer soll mindestens fünf junge Burschen im Alter von 14 bis 16 Jahren mehrere Jahre lang auf Jungschar-Schikursen oder während sie als Ministranten tätig waren zu Sexspielen verleitet und ihnen Pornofilme gezeigt haben. Der Mann hat seine kirchlichen Ämter zurückgelegt und wurde auf freiem Fuß angezeigt. (Quelle: ElAwadalla)

10.8.1999 Main-Post: Wien (AP): Ein wegen des Besitzes von Kinderpornos angeklagter österreichischer Priester hat gestanden, 12 Jungen sexuell belästigt zu haben, Der oberösterreichische Geistliche soll in einem Gymnasium in Dachsberg (Bezirk Eferding), wo er als Religionslehrer und Internatsleiter gearbeitet hat, im vergangenen Jahr die Schüler im Alter von  10 bis z12 Jahren unsittlich berührt haben, wie die Nachrichtenagentur APA meldete, Die Polizei vermutet, daß der Pater weitere Übergriffe auf die ihm anvertrauten Kinder begangen haben könnte.

Ende Mai 1999 wurde der ehemalige Pfarrer von Chiasso (Schweiz) nach mehreren Rekursen und Urteils-Revisionen wegen sexueller Handlungen mit Minderjährigen zu einer bedingten Strafe verurteilt.

19.4.1999Yahoo
Hechingen. Ein katholischer Pfarrer muss sich wegen sexueller Gewalt gegen drei Kindern vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Hechingen (Baden-Württemberg) verantworten. Zum Prozessauftakt legte der Geistliche ein umfassendes Geständnis ab: "Ich möchte zu dem stehen, was ich getan habe". Die Anklage wirft dem 39jährigen Priester vor, sich zwischen Ende 1996 und Mitte 1998 an zwei 11 und 14 Jahre alten Jungen sowie einem 12-jährigen Mädchen vergangen zu haben. Es gehe um insgesamt rund 30 bis höchstens 100 Fälle in seinem Pfarrhaus. Der Mann habe sexuelle Handlungen vorgenommen oder an sich vornehmen lassen. Er wurde nach einer Anzeige Mitte Dezember 1998 in Untersuchungshaft genommen. Die Erzdiözese Freiburg hat ihn vom Dienst suspendiert.


24.3.1999 - Süddeutsche Zeitung
Sigmarszell. Von seinen drei kleinen Westallgäuer Pfarrgemeinden hat sich Seelsorger NN kürzlich ohne größere Begründung verabschiedet. Jetzt ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gegen den 58jährigen katholischen Pfarrer aus dem Landkreis Lindau wegen wiederholtem sexuellem Mißbrauch eines 15jährigen Jungen. Die Gläubigen in den Gemeinden verstehen die Welt nicht mehr, speiste sie zudem noch der bischöfliche Pressesprecher der zuständigen Diözese Augsburg zunächst mit der Feststellung ab, der Priester trete aus gesundheitlichen Gründen ein sogenanntes Sabbatjahr an eine Behauptung, die schlichtweg falsch war. Erst als die Eltern des 15jährigen Opfers Anzeige bei der Lindauer Kriminalpolizei erstatteten und sich Pfarrer NN selbst beim stellvertretenden Generalvikar in Augsburg meldete, entschuldigte sich der bischöfliche Pressesprecher dafür, dass er die Öffentlichkeit falsch informiert hatte.

20.3.1999 Ein heute 85jähriger Geistlicher hat 1997 einen geistig Behinderten "unsittlich berührt". Kardinal Schönborn, Förderer von ultrakonservativen Gruppierungen in der katholischen Kirche, meinte dazu: "Mein Gott, sowas kann schon einmal passieren." (Ö1 Mittagsjournal, 20.3.99)

26.1.1999 Erzbischof von Cardiff festgenommen: John Aloysius Ward, ist unter dem Verdacht festgenommen worden, ein Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Ward ist als Oberhaupt der katholischen Kirche in Wales einer der prominentesten Katholiken Großbritanniens. Die Katholische Kirche bestätigte die Festnahme. Die Polizei teilte mit, der Erzbischof werde schwerwiegender sexueller Delikte gegen ein Mädchen in den 60er Jahren beschuldigt. Er sei nach der Vernehmung durch die Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
März 1998 Das Geschworenengericht in Bellinzona (Schweiz) hat den ehemaligen Pfarrer von Lumino und Castione wegen sexuellen Handlungen mit Kindern zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

1997 Im Bistum Fulda wird ein Priester wegen Missbrauch an zwei Kindern verurteilt. Das Bistum Fulda schickte ihn daraufhin zum Bistum Erfurt, wo er sich erneut an einem Kind und einem Gefängnisinsassen verging. Die Gemeinde im Bistum Erfurt wurde nicht informiert.
Quelle: tlz.de


1996 Panorma-Bericht über einen Priester des Bistums Fulda (Bischof Dyba), der Jungen missbrauchte und von der Bistumsleitung von Großenlüder nach Kassel versetzt wurde, wo er weitermachte.
Quelle: Panorama
Quelle: NDR


Im März 1994 wurde in Bendorf gegen einen 29-jähriger Erzieher ermittelt wegen sexuelle Gewalt an Schutzbefohlenen. Er war seit 1991 am katholischen Hauptschulinternat der Salesianer Don Boscos angestellt. Der damalige Leiter des Internats stellte den Mitarbeiter frei und erstattete Anzeige. Der Erzieher verließ den Orden. Im Gerichtsurteil wurde 1994 das Ausmaß der sexuellen Gewalt sichtbar: Der mittlerweile 30-Jährige wurde wegen "sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 154 Fällen, davon in 98 Fällen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern, ferner in 82 Fällen mit sexuellem Missbrauch von Jugendlichen und in 42 Fällen mit Nötigung" zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt.
Quelle: Rheinzeitung
4./5.10.1993 berichtet die Süddeutsche Zeitung:
Noch krassere Ausmaße nahm der Fall eines 65jährigen Priesters an, der seit 1966 zahlreiche Verhältnisse pflegte, darunter auch zu minderjährigen Mädchen. Obwohl die Diözesanleitung frühzeitig davon erfuhr, reagierte sie lediglich 1979 mit einer Versetzung in eine andere Dorfpfarrei. Dort zwang er ab Anfang 1982 ein damals 12jähriges Mädchen binnen 18 Monaten mindestens 45 Mal zum Geschlechtsverkehr. Damals, ab dem 14. Geburtstag des Opfers, intensivierte er die Beziehung sogar noch, doch waren diese Straftaten bereits verjährt, so dass der Täter mit vier Jahren Gefängnis davon kam. Die Verbrechensserie kam erst vor kurzem eher zufällig auf, weil sich bei dem Opfer gesundheitliche Spätfolgen einstellten, woraufhin es sich zuerst einem Arbeitskollegen und später der Polizei offenbarte. "Mir hätte auch keiner geglaubt, denn in so einem Dorf steht der Pfarrer auf einem Podest", erklärte die Frau vor Gericht. Aus der bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmten Personalakte des Pfarrers ging hervor, dass dem bischöflichen Ordinariat die Fakten aber bereits 1984 bekannt waren. Statt die Taten anzuzeigen, rieten Bischof Stimpfle und Generalvikar Kleindienst dem Amtsbruder aber, sich für eine gewisse Zeit aus der Diözese zurückzuziehen. 1988 äußerte der Bischof schriftlich, die Verjährungsfrist für derlei Fälle liege bei drei Jahren. Vor Gericht behauptete der damalige Generalvikar Kleindienst - er wurde mittlerweile zum Finanzdirektor der Diözese ernannt, wobei der neue Bischof Dammertz eine ausdrückliche Ehrenerklärung für ihn abgab - nunmehr, er habe die Personalakte des Sex-Pfarrers nicht gelesen und könne sich an nichts Genaues erinnern. Der vorsitzende Richter äußerte an dieser Darstellung erhebliche Zweifel und stellte sogar ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung in Aussicht, da Kleindienst Beschwerden aus der Pfarrei erhalten hatte und aus der Personalakte vor der Beschlagnahmung noch zwei Blätter herausgerissen worden waren. "Ich frage mich, warum sich die Vorgesetzten des Pfarrers eingehend mit Verjährungsfristen beschäftigen, wenn sie angeblich von nichts wissen." Das Gericht hielt der Kirche auch vor, sie habe eine Fürsorgepflicht nicht nur für die Pfarrer, sondern auch für die Kinder, die zum Pfarrer geschickt würden. Wenige Tage später berief die bayerische CSU ausgerechnet Kleindienst zum (nicht stimmberechtigten) Vorstandsmitglied, was aber nach Protesten aus der Bevölkerung sofort rückgängig gemacht wurde.
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März 1993 Ein 44-jähriger katholischer Priester hat zwischen 1987 und 1990 zwei Mädchen fünfmal - darunter viermal mit Gewalt - missbraucht. Die inzwischen 19 und 23 Jahre alten Schwestern haben trotz langjähriger Therapien Selbstmordversuche hinter sich. Strafmaß für den Täter: 2 Jahre auf Bewährung und eine Geldbuße.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 4. und 11.3.1993

4.7.1993 Ein katholischer Priester hat die katholische Kirche wegen erlittenem sexueller Gewalt angezeigt. Täter waren 2 katholische Priester, die ihn und zwei weitere Jungen zwischen 1965 und 1972 sexuell missbraucht haben. Quelle: Sonntagszeitung der Diözese Augsburg

11.3.1993 In Darmstadt wurde ein "Seelsorger" aus dem Odenwald wegen sexueller Nötigung und sexueller Gewalt von minderjährigen Schutzbefohlenen zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Als noch skandalöser als das milde Strafmaß empfand die Presse das Verhalten der Kirchenleitung, die bereits vor 13 Jahren auf die Sexualstraftaten des Geistlichen aufmerksam gemacht wurde. Der Vater einer Geschädigten hatte damals nur deshalb auf eine Anzeige verzichtet, weil die Kirche zugesichert hatte, den Priester nicht mehr mit Jugendlichen in Berührung kommen zu lassen. (Frankfurter Rundschau)

1993 Spiegelbericht vom 15.7.2002
1993 wurden in einem Krefelder Pfarrhaus 58.000 Kinderporno-Bilder und 300 Videokassetten gefunden. Den größten Teil der Hardcore-Produktionen hatte Pfarrer NN über Jahre hinweg in Eigenarbeit erstellt.
24.12.1973 Missbrauch im Bistum Trier. 19 männliche Kinder und Jugendliche als Opfer eines Pfarrers. Aktenkundig waren ähnliche Vergehen des Priesters aus dem Jahre 1957. Die Kleruskongregation in Rom war 1959 informiert worden, dass bereits in Ungarn (bis 1956) und dann in Österreich "ein gewisses Delikt" vorgekommen sei. Der Täter war bereits 1957 in Linz wegen Unzucht mit drei Jugendlichen zu 5 Monaten Kerker verurteilt worden. Das Erzbistum Freiburg hat seine Anstellung verweigert, anders als das Bistum Trier. Vom Bistum Trier wurde er in die Vakanz in Ehlenz geschickt, wo bereits 1960 sein Vorgänger wegen gleichartiger Neigungen in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" abgeholt worden war.
Quelle: Spiegel


1973 Im Bistum Trier wird der Priester Franz E., Ehlenz/Bitburg, wegen sexueller Gewalt gegen 19 Kinder und Jugendliche, 9-21 Jahre alt, verurteilt. Er hatte 10 Jahre lang Zeit für seine Verbrechen. 1956 wurde die zuständige röm. Kongregation benachrichtigt wegen eines "gewissen Deliktes", mit dem E. in Wien und zuvor in Ungarn bereits aufgefallen war. Das Erzbistum Freiburg lehnte die Anstellung von E. ab, nicht jedoch das Bistum Trier. E. wurde übrigens in einem Dorf Pfarrer, in dem bereits sein Vorgänger Kinder missbraucht hatte und 1960 abberufen wurde.
Quelle: Spiegel

60er Jahre: Im Bistum Trier verging sich ein Kaplan in Gerolstein an einem Jungen. Er wurde in eine Trierer Pfarrei und später nach Bettingen/Eifel versetzt, wo er über Jahre hinweg mehrere Messdiener missbrauchte. Straf- oder kirchenrechtlich musste sich der später aus dem Dienst des Bistums ausgeschiedene Mann nie für seine Taten verantworten.
Quelle: Volksfreund 20.3.2011

1958 oder etwas später: Jürgen Bartsch wird im Internat der Salesianer in Aulhausen von Pater Pütz sexuell missbraucht.

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