In
der
Pfarrei
St.
Peter in Bruchsal hat eine kleine Gruppe von Menschen
zunächst Althebräisch gelernt und sich dann mit Amos und dem
Prophetenbuch Amos beschäftigt. Dabei fiel uns zunehmend die Brisanz
dieses Prophetenbuches auf. Es reifte der Gedanke, die Pfarrei und
darüber hinaus alle Interessierten in einen Prozess des Nachdenkens
über Amos mitzunehmen. Der Beitrag unten in der Pfarrzeitung ist in
diesem Rahmen entstanden.
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Amos
erzählt vom Gott der Opfer
Der Prophet Amos lebte
in einer patriarchalen Gesellschaft. Dennoch
bemerkte er, dass Frauen himmelschreiendes Unrecht geschieht. Er droht
im Auftrag Jahwes den Ammonitern mit Strafe, weil sie die schwangeren
Frauen in Gilead aufgeschlitzt haben, um ihr Gebiet zu erweitern (Am
1,13).
Amos klagt
auch an, dass Vater und Sohn mit der gleichen Frau schlafen
(Am 2,7). Sie missbrauchen ein Abhängigkeitsverhältnis und beuten eine
Frau aus, die sich nicht wehren kann.
Geschlechtsspezifische
Menschenrechtsverletzungen
in
Kriegen
und
sexueller Missbrauch von Frauen und Kindern sind seit den Zeiten des
Amos nicht verschwunden.
Wenn wir es
wissen wollen, dann können wir uns an die Gräuel erinnern,
die jugoslawische Frauen erlitten haben und die ihr Leben dauerhaft
prägen. Der Film „Anonyma“ führt uns vor Augen, was Frauen am Ende des
2. Weltkrieges in Deutschland angetan wurde. Diese Frauen sind heute
alt, oft haben sie ein Leben lang geschwiegen. Im Alter sind
ihnen die erlittenen Vergewaltigungen wieder verzweifelt gegenwärtig.
Wenn wir es
wissen wollen, dann können wir auch vom seelischen,
körperlichen und sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern mitten im
Frieden und bis heute hören. Es muss davon ausgegangen werden, dass
jede 4. Frau und jeder 7. Mann zwischen 0 und 14 Jahren sexuell
missbraucht wurde von Vätern, Brüdern, Onkeln, Nachbarn und anderen
Menschen, denen sie vertrauten. Der allererste Gewaltbericht in der
Bundesrepublik stammt von 2004. Er spricht davon, dass 37% aller Frauen
zwischen dem 16. und 80. Lebensjahr Gewalt erleben. Dass Gewalt gegen
Frauen auch in unserer peruanischen Partnergemeinde erlitten wird,
davon wissen die Mitglieder des Perukreises.
In der
Pfarrei St. Peter haben sich seit 2003 Frauen anonym
zusammengetan, deren erwachsenes Leben unwiderruflich von Gewaltfolgen
geprägt ist. Sie erzählen einander von ihrem Leben, von den
Schwierigkeiten des Lebens mit Traumafolgen, aber auch von ihren
Freuden und Hoffnungen. Sie beziehen die Ressourcen ihres christlichen
Glaubens ein, weil sie überzeugt sind, dass der Gott Jesu ein Gott der
Opfer ist. Schon der erste Schriftprophet, Amos, hat dies sehr deutlich
formuliert.
Wenn Sie
Interesse an dieser Gruppe haben, dann melden Sie sich doch bei
Marieluise
Gallinat-Schneider, Tel. 07251, 976131,
m.gallinat@joerg-sieger.de, der Seelsorgerin, die die Gruppe begleitet,
oder bei
Erika
Kerstner, Tel. 07249-1561, rika_k@web.de.
Diskretion
ist selbstverständlich und Anonymität kein Problem.
Marieluise
Gallinat-Schneider, Erika Kerstner
Mehr dazu
im Internet:
http://www.joerg-sieger.de/gallinat/
http://www.gottes-suche.de