Das Fasten
(Auszüge aus Jes 58)
"Warum fasten wir, ohne dass du es beachtest
und warum kasteien wir uns, ohne dass du es siehst?"
Seht, am Tag, da ihr fastet,
geht ihr den Geschäften nach
und drängt alle eure Arbeiter.
Seht, zu Streit und Hader fastet ihr
und schlagt dabei den Armen mit der Faust.
Euer jetziges Fasten ist nicht so,
dass es eurem Rufen in der Höhe Gehör verschaffen kann.
Ist das ein Fasten, wie ich es liebe,
ein Tag, an dem man sich kasteit?
Dass man seinen Kopf wie ein Schilfrohr hängen lässt
und sich in Sack und Asche bettet?
Das heißest du ein Fasten,
einen Tag, der Jahwe gefallen soll?
Wisst ihr nicht, wie das Fasten ist, das ich liebe?
So spricht der Herr Jahwe:
Ungerechte Fesseln öffnen und des Joches Stricke lösen;
die Bedrückten frei entlassen und jegliches Joch zerbrechen;
dein Brot dem Hungrigen brechen
und obdachlose Arme aufnehmen in dein Haus;
den Nackten, den du siehst, bekleiden
und dich deinen Mitmenschen nicht entziehen.
Dann wirst du rufen, und Jahwe wird dir antworten;
du wirst flehen, und er wird sagen:
"Siehe, hier bin ich!"
Wenn du aus deiner Mitte Bedrückung,
Fingerrecken und Unheilsrede entfernst,
wenn du Hungrigen dein Brot schenkst
und den Gebeugten sättigst,
dann wird im Dunkel dein Licht erstrahlen,
und deine Finsternis wird zur Mittagshelle.
Dann wird Jahwe dich allezeit leiten
und deine Seele selbst im dürren Lande sättigen.
Er wird deine Glieder mit Kraft erfüllen;
du wirst wie ein wohlbewässerter Garten sein,
wie eine Quelle, deren Wasser nie versiegt.
Und du wirst uralte Trümmer wieder aufbauen,
die Grundmauern vergangener Geschlechter
wirst du wieder aufrichten.
Dann wird man dich nennen:
Der Breschen vermauert,
und: Der Trümmer zum Wohnen wiederherstellt.