28.11.2004
Hallo, ihr!
Jochen Klepper muss es wissen.
1903
geboren. Abgebrochenes Theologiestudium, wechselnde Tätigkeiten in
der
Nazizeit. Verheiratet mit Hanni, Jüdin, deren Töchter auch
Kleppers
Töchter werden. Brigitte kann vor der drohenden Verfolgung und
Vernichtung
nach England emigrieren. Die Rettung der Tochter Renate gelingt nicht,
obwohl
Klepper bei Eichmann persönlich vorstellig wird. Am 29. August
1940
muss Renate sich zur Registrierung melden. Sie sagt: "Nur einmal das
Gefühl
haben, dass es nicht immer noch schwerer kommt."
Als Renates
Schicksal, ihre Vernichtung in einem der Todeslager der Nazis,
unausweichlich ist,
begehen am 10. Dezember 1942 Jochen, Hanni und Renate Klepper
Selbstmord.
Jochen Klepper kann vor diesem
Hintergrund dennoch an seiner Hoffnung festhalten: Die Nacht ist
vorgedrungen, der
Tag ist nicht mehr fern. Da ist er sich mit Paulus einig: "Denn jetzt
ist
das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.
Die
Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe." (Röm 13,12)
Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun
Lob gesungen,
dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur
Nacht geweinet,
der stimme
froh mit ein.
Der
Morgenstern bescheinet
auch deine
Not und Pein.
Noch manche
Nacht wird fallen
auf
Menschenleid und -schuld.
Doch wandert
nun mit allen
der Stern der
Gotteshuld.
Beglänzt
von seinem Lichte,
hält
euch kein Dunkel mehr;
von Gottes
Angesichte
kam euch die
Rettung her.
Dass auch wir an
den schweren Tagen diese Hoffnung festhalten können und uns an den
guten Tagen darüber dankbar freuen können, das wünsche
ich
uns allen in diesen Tagen des Advent.
Liebe
Grüße!
Rika
P.S.: Jetzt hat's
noch mal ein paar Tage gedauert um rauszufinden, was mich an diesem
Jochen Klepper seit Schultagen fasziniert: Ein Vater, der für
seine Töchter kämpft. Das ist eine Überraschung, die
vergebliche Wünsche lebendig macht und sich dennoch freuen kann,
dass es solche Väter gibt/gab. Offensichtlich ist dabei die
biologische Vaterschaft nicht mal erheblich
- vermutlich können diese Stelle auch - jeweils ältere oder
auch
jüngere - Schwestern und Brüder ausfüllen. Das ist ein
freundlicher
Gedanke
meint Rika und freut sich darüber - ihr hoffentlich auch.
3.12.2004