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Weihnachten 2009

Liebe Wegbegleiterinnen, liebe Freundinnen!

"Man muss viele Geschichten kennen, um der Hoffnungslosigkeit zu entgehen", meint Fulbert Steffensky 1. Die Weihnachtsgeschichte ist eine dieser Hoffnungsgeschichten. Sie erzählt in der Legende vom Lebensanfang Jesu, was später Wirklichkeit werden sollte. Sie erzählt von einem Kind, das in Armut und Heimatlosigkeit geboren wurde. Dieses Kind findet sich von Anfang an in der Gesellschaft Ausgegrenzter - der Hirten, die immer wieder des Viehdiebstahls verdächtigt wurden. Und von Anfang an ist sein Leben beeinträchtigt durch die Macht - und die Angst - der Mächtigen: Der Kaiser von Rom will wissen, wie viele Steuern er aus den Armen Israels rauspressen kann und lässt das Volk, die Steuerzahler, zählen. Herodes, Vertreter des römischen  Imperiums, wittert in dem "neu geborenen König" Konkurrenz und bedroht das Leben des Kindes. Von Anfang an nimmt die "große Politik" des Imperiums Einfluss auf das Leben eines Kindes - damals wie heute.
Und von Anfang an erkennen wir im Leben Jesu, wo der Ort Gottes ist: Bei denen, die gefährdet und ohne Macht sind. Bei denen, die marginalisiert sind und immer schon "verdächtig". Dort ist ein guter Ort, weil es offensichtlich der Ort Gottes ist.

Ich wünsche uns, dass wir diese Weihnachtsgeschichte als eine Hoffnungsgeschichte lesen lernen - mitten in der Krise. Ich wünsche uns, dass wir im Gesicht dieses - und der anderen neu geborenen :-)))) - Kindes lesen lernen, dass Vertrauen möglich ist und dass keine von uns alleine ist.

Frohe Weihnachten!
Eure Rika



1 Sölle/Steffensky, Wider den Luxus der Hoffnungslosigkeit, Freiburg 1995, S. 59


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