In eigener Sache
Liebe Weggefährtinnen und Freundinnen!

"Macht die schlaffen Hände stark und festigt die stolpernden Knie!
Sagt denen, deren Herz rast: "Seid stark! Fürchet euch nicht!"
Schaut hin: Euer Gott kommt zur Rache.
Das sind die Wohltaten Gottes: Sie kommt und wird euch retten.
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet
und die Ohren der Tauben aufgetan.
Dann werden die Lahmen wie Hirsche springen
und die Zungen der Stummen jubeln.
Die von Jahwe Freigekauften werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel.
Fortwährende Freude ist über ihren Köpfen. Frohlocken und Freude holt sie ein, und es fliehen Kummer und Seufzen. (Jes 35, 3-6a.10)



"Wer hofft, sieht hin!" Das sagt Elie Wiesel. Es ist das Vermögen jener, die in Not sind, dass sie genau hinschauen. Das taten die Exilierten in Babylon.
Sie hofften auf ein Ende der Gefangenschaft in Babylon - und Jesaja malt es ihnen in den schönsten Bildern aus; er erzählt, dass die Augen der Blinden geöffnet und die Ohren der Tauben aufgetan werden; Lahme werden springen wie Hirsche und die Zungen der Stummen werden jubeln.
Jesaja ermutigt die Jüdinnen und Juden in der babylonischen Gefangenschaft: "Macht die schlaffen Hände stark und festigt die stolpernden Knie! Sagt denen, deren Herz rast: "Seid stark! Fürchet euch nicht!"
Wer den Beginn dieses Textes überlesen hat und sich über die sehenden Blinden, die hörenden Tauben, die springenden Lahmen und die jubelnden Stummen gefreut hat, der wird gezwungen, noch einmal zu lesen. Jesaja setzt nämlich vor all dieses Glück ein Wort, das gehört werden will:

"
Schaut hin: Euer Gott kommt zur Rache."

Das hebräische Wort neqama hat einen anderen Bedeutungshorizont als unser Begriff "Rache". Neqama bedeutet mitnichten unkontrollierte Rache. Vielmehr wird ein angerichteter Schaden beglichen und Gerechtigkeit hergestellt. Neqama übt Gott, indem er denen zu ihrem Recht verhilft, denen das Recht auf ein unbeschädigtes, gesichertes Leben in Frieden genommen worden ist.

DAS ist die Botschaft des Advent: Dass das Unrecht ein Ende hat.
Uns allen eine Adventszeit, in der wir hinschauen - auf das Unrecht, aber auch auf die Hoffnungen.

Herzlich!

Eure Rika
Advent 2007





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