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Auf der Suche nach einer Heimat -
Herbergssuche
Asylant = am Rande,
abgeschoben. Abgeschoben wird man nicht nur von
einem Land
ins
andere
- "abgeschoben", am Rande, kann man auch im eigenen
Land sein. Maria und Josef haben
das damals erlebt. Sie waren nicht willkommen im eigenen Land, keine
Herberge. Sie hatten ja nichts zu bieten. Sie waren nicht angesehen, zwei
einfache Leute und dazu die Frau noch schwanger. Lieber
weiterschicken, man hatte keinen Platz, man hatte für sie keinen Platz, für
jemand andern vielleicht schon, aber eine Schwangere, wer weiß, was da noch passieren
kann, was da noch auf uns zukommt, ob die dann nicht noch unsere Zeit in
Anspruch nimmt, besser Finger davon lassen. In dieser hektischen Zeit, da
reicht ja die Zeit für einen selbst nicht, damals mit dem Massenansturm bei
der Volkszählung, heute mit dem ganzen "Weihnachtsstress"
bei so manchem. Und doch wäre es wichtig, bewußt sich auch etwas Zeit zu nehmen, nur mit Hetze und Streß, da kann auch bei uns nicht Weihnachten werden. Wir verpassen was, wenn die Tür zu ist, weil niemand zu Hause ist, dann kann alles Äußere nach Weihnachten aussehen oder "riechen", aber innen drinnen kann ER nicht ankommen, nicht geboren werden, weil wir keine Zeit haben. Abgeschoben werden, das passiert leider auch in unseren Kirchen. Ich denke an eine Frau, der ich vor ein paar Tagen begegnete. Sie hatte 35 Jahre im kirchlichen Dienst gearbeitet, ich kenne sie, sie war immer für die andern da, organisierte vieles, machte auch Überstunden, wenn es sein mußte. Ich kenne diese Frau als immer freundlich. Sie ist alleinstehend und hat ein sehr schweres Schicksal hinter sich, angefangen mit ihrer Geburt, sie war damals auch nicht erwünscht. Inzwischen ist die Frau Alkoholikerin geworden, ich kenne sie kaum wieder, aber sie hat noch immer durch die äußere Schale hindurch etwas von ihrer Liebenswürdigkeit für mich. Abgeschoben, jetzt wo ihr vielleicht ein Besuch im Krankenhaus gut täte, kommt keiner von denen, für die sie immer gearbeitet hat. Sie "bringt" nichts mehr, selbst schuld heißt es, aber ihre leidvolle Lebensgeschichte mit der sie überfordert war, ihre vielen Tränen, ihren guten Willen was zu ändern, die sieht keiner. Wo ist da etwas von Weihnachten spürbar ? Auch sie ist eine, die Herberge sucht und sie findet sie nicht . Weihnachten? Gottes Wort, Fleisch und Blut? Und weil Gott das Herz des Menschen kennt und weiß, wie herzlos Menschen sein können und wie hart im Urteilen, wie sehr nur die äußeren Fakten gesehen werden, deshalb entschloß er sich, seine Liebe Mensch werden zu lassen in Jesus seinem Sohn. Es heißt, das Wort ist Fleisch geworden. Wie sehr kann ein Wort verändern. Es kann verletzen, entwerten, entmutigen, niederschmettern, kaputt machen, sogar Leben auslöschen. Ein gutes Wort aber kann eine Stimmung ändern, kann uns den Glauben an uns selbst, an die Menschen, sogar an Gott wiedergeben. Es kann die Herzen füreinander öffnen und die Gesichter erhellen. Das schönste Wort, nach dem sich doch die meisten Menschen im Innersten sehnen, ist "Ich liebe dich". Es kann ein Leben verändern, wenn es von dem Menschen kommt, der für uns wichtig ist. Worte können uns so unser eigenes Wesen wieder zurückgeben, uns bestätigen als die, die wir im Innersten wirklich sind. Gottes Wort in Jesus, sein lebendiges Wort, das Mensch, menschlich wurde, damit es uns möglich ist, IHN zu verstehen, das sagt uns: Mensch du bist mehr wert, als nur das Äußere, ich mag dich, ja ich liebe dich und bei mir darfst du sicher sein, daß du nie abgeschoben wirst, ich halte zu dir und stehe zu dir, was immer geschieht, egal wie tief du fällst, wenn du bei Menschen keine Heimat mehr hast, bei mir hast du sie immer. Und damit du, Mensch, nicht allein bist in deinem "Asylantentum", bin ich herabgestiegen und auch ein Ausgestoßener geworden, um dir zur Seite zu stehen, um dir Asyl = Schutz zu geben in einer kalten Welt, um dich zu verstehen, dir zu zeigen, daß ich weiß, wie sich das anfühlt, bin ich Mensch geworden, Mensch wie du mit allen menschlichen Leiden und Freuden. Ich bin gekommen, damit ihr Armen, Einsamen und Ausgestoßenen nie mehr allein sein müßt. Ich selbst möchte es euch an Weihnachten sagen, wie damals die Botschaft zu den Hirten: Fürchtet euch nicht, ich will euch eine große Freude verkünden, ich liebe euch, ihr seid mir wichtig, ich stehe zu euch. Und weil ich, Euer Gott, zu Euch stehe, seid ihr wertvoll und habt Würde, unabhängig davon, wie Menschen mit euch umgehen, was sie von euch denken. Diese Würde, von mir verliehen, kann euch niemand nehmen, denn sie ist in euch, so, wie ich bei euch und in euch bin. Und ich denke, für jeden, der das AusgeschlossenSein kennt, weiß, daß ein gutes Wort, das für den Andern Dasein, Das Mit-Ihm-Gehen, wirklich Freude bringt, auch wenn sie zuerst nur ganz klein ist, noch verborgen unter der Depression, aber zumindest tut es gut, nicht allein in einem schäbigen Stall zu sein, sondern zu wissen, dort in "meinem" Stall mit all den Sorgen und Leiden, aber auch Freuden erwartet mich einer. ER freut sich, wenn ich zu ihm komme wie die Hirten damals, die auch nichts zu bieten hatten, genauso wie Maria und Josef. Aber Gott, stört es nicht, daß wir nichts "Großartiges" zu bieten haben, er erwartet nur unser offenes, bereites Herz. Er bietet uns dafür was ganz Kostbares, seinen Sohn. ER wird Mensch, damit wir miteinander menschlicher umgehen und es nie mehr in seinem Sinne heißen kann "es ist kein Platz in der Herberge, wir wollen nicht gestört werden, wir wollen unter uns sein!" ER ist für die am Rande da, für die Kranken, Einsamen, Traurigen und all die Zu-kurz-Gekommen. ER ist aber auch bei all denen, die sich um andere kümmern, oder auch nur einem anderen ein gutes Wort schenken. Über die freut er sich, daß sie in seinem Namen und an seiner Stelle etwas von dem liebenden und treusorgenden Gott lebendig werden lassen. Durch ihr Tun wird Jesus neu geboren, bekommt seine Botschaft "Herz", Herz - sichtbar für die Anderen, aber auch Freude in uns selber, etwas von dem weiterschenken zu dürfen, was uns zuerst Gott selbst in Seinem Sohne sandte. In diesem Sinne einen tiefen Frieden in der Hl. Nacht und die Freude, daß Gott uns als Licht für Andere gebrauchen kann, trotz unserer Begrenzungen und Fehler. Das ist Weihnachten: Gott schenkt sich uns als Mensch, weil ER uns mag und ihm an uns liegt und ER befähigt uns und traut uns zu, seine Botschaft mit Herz all denen weiterzugeben, die sich danach sehnen, egal ob ein gutes Wort oder durch Zuhören, oder was immer, jeder an seinem Platz, auf seine ihm eigene Weise, so daß auch in den dunkelsten Winkel ein kleiner Strahl Licht kommt. Frohe Weihnachten! Eure A. |
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