Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt. Denkt an die Misshandelten, als müsstet ihr ebenso leiden wie sie. (Hebr. 13,3)

Immer noch aktuell, obwohl zum Teil schon ein wenig älter

Aktuelles
Letzte Änderung 5.9.2010
Zum Stundengebet - Te Deum

5.9.2010 Nach Angaben des "Eckigen Tisches" gibt es einen Aufruf von Christine Bergmann, sich mit Berichten, Sichtweisen und Forderungen an die Beauftragte der Bundesregierung zu wenden. Der Runde Tisch wolle sich ein Bild von den verschiedenen Betroffenengruppierungen, ihren WÜnschen und Forderungen verschaffen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Runde Tisch möglicherweise Ende September 2010 letztmalig tage.


*4.9.2010 Noch im September wird es ein Gespräch zwischen den Jesuiten und Mitgliedern des "Eckigen Tisches" geben. Voraussichtlich wird auch über Entschädigungszahlungen gesprochen.
Quelle: ad hoc news

4.9.2010 In Portugal wurde das Urteil gegen die Missbrauchstäter der Casa Pia, Lissabon, gesprochen.  Opfer waren 32  mittellose, taubstumme oder verwaiste Kinder und Jugendliche. Der als einziger Geständige, der Hausmeister, erhielt 18 Jahre Haft. Die anderen Strafen  für die 5 der 6 übrigen Täter lagen zwischen knapp 6 und den genannten 18 Jahren. Das Verfahren dauerte 6 Jahre, 920 Zeugen wurden gehört. Einige der Opfer versuchten, sich in diesen Jahren das Leben zu nehmen.
Quelle: Spiegel


3.9.2010 Gegen einen Jugendbetreuer der evangelischen Kirche liegen zwei ANzeigen wegen sexuellen Missbrauchs vor. Mutmaßliche Opfer sind 2 Mädchen der Jugendgruppe, eine davon 13 Jahre alt.
Quelle: welt.de

2.9.2010 Morgen wird in Portugal ein jahrelang erwartetes Urteil gesprochen. 32 Kinder und Jugendliche wurden in dem staatlichen Kinderheim Casa Pia, Lissabon, jahrelang missbraucht. Das scheint unstrittig zu sein. Täter sind der ehemalige Heimangestellte Carlos Silvino und sechs weitere Angeklagte. Zu ihnen gehört der in Portugal bekannte Showmaster Carlos Cruz, ein prominenter Arzt und ein ehemaliger Botschafter.
Solange 2002 nur der Angestellte angeklagt war, war die Öffentlichkeit entrüstet und um die Opfer besorgt. Als prominente Tatverdächtige bekannt wurden, wurden aus den Opfern die Bösen, deren Aussagen kein Glauben geschenkt werden darf.
Die prominenten Angeklagten beschäftigten die die teuersten Anwälte. Deren Strategie war, die Opfer als Lügner hinzustellen und durch EIngaben und Anträge den Prozess zu verschleppen.
Der Pozessbeobachter Pedro Namora, Rechtsanwalt, Prozessbeobachter und selbst Opfer im Kinderheim Casa Pia, geht davon aus, dass nach dem Schulerweis der Angeklagten die Verteidigung auf Verjährung setzen wird.  (Das ist ein auch in Deutschland bekanntes übliches Mittel, Sexualstraftäter ungestraft zu lassen.)
Quelle: Deutschlandradio
Quelle: Spiegel 3.9.2010

2.9.2010 Britta Baas, Publik Forum, weist auf einige Schwachpunkte der neuen Leitlinien gegen Missbauch der DBK hin.
Quelle: Publik Forum

2.9.2010 Sühne muss weh tun, sagt Pater Mertes.
Quelle: Rheinischer Merkur

1.9.2010 " Das neue Regelwerk ist nur so gut, wie die Bereitschaft echt ist, Opferschutz vor Täterschutz zu stellen." So urteilt Patrick Schwarz  über die neuen Leitlinien der Bischofskonferenz- und dürfte damit Recht haben.
Quelle: Die Zeit

1.9.2010 Der belgische Kardinal Danneels gerät nach der Veröffentlichung einer protokollierten Aufnahme eines Gespräches mit Bischof  Vangheluwe, dem Opfer  und dessen Eltern weiter unter Druck, meldet kath.press. Kardinal Daneels wehrt sich dagegen.

1.9.2010 Kommentar von Matthias Drobinski, Süddeutsche, zu den neuen Leitlinien gegen Missbrauch in der kath. Kirche.

31.8.2010 Zu den bereits vor 2010 öffentlich gemachten Fällen von Missbrauch im Bistum Magdeburg sind 8 Beschuldigte  neu hinzugekommen. 6 der Beschuldigten waren oder sind Priester, 4 davon verstorben. Die Vergehen der beiden noch lebenden Priester sind nach staatlichem und kirchl. Recht aufgearbeitet, 2 Beschuldigungen richten sich gegen Personen, die nicht Priester sind. Diese Fälle werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Abschließende Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Bistum geht von weiteren unbekannten Fällen aus.
Quelle: Bistum Magdeburg

31.8.2010 Der irische Kardinal Sean Brady will den Papst auf seiner Englandreise begleiten. Der Vorsitzende der Irischen Bischofskonferenz war zum Rücktritt aufgefordert worden, weil er als Gemeindepriester Mitte der 7oer Jahre an der Vertuschung eines Missbrauchsfalls beteiligt gewesen sein soll.  Der Vorsitzende der Nationalen Säkularen Gesellschaft, Terry Sanderson, erklärte, die Ankündigung Bradys spiegele die «Arroganz» wider, «die so vielen in der Hierarchie der katholischen Kirche zu eigen» sei. Sollte der Papst dem Kardinal erlauben, ihn zu begleiten, käme dies einer «wortlosen Billigung» seines Verhaltens gleich, so Sanderson.
Quelle: Liborius

31.8.2010 Die Leitlinien der Bischofskonferenz - Stand 23.8.2010
Kommentar von Peter Wensierski, Spiegel
Kommentar von "Wir sind Kirche"
Kommentar von FR
Erster Kommentar:
  • Im Birnauer Missbrauchsfall, in den neben dem Orden der Zisterzienser von Mehrerau/Österreich das Erzbistum Freiburg involviert ist, ist laut BAZ vom 20. Juli 2010 und  BAZ vom 21.7.2010 strittig, welche Verantwortung das Erzbistum Freiburg trägt. Die bisherige Regelung in den Leitlinien von 2002 lautete: "Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt - unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an."  Die neuen Leitlinien sehen vor, dass ein Diözesanbischof die Ansprechperson für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker, Ordensangehörige und andere MitarbeiterInnen im kirchl. Dienst beauftragt. Der Diözesanbischof ist auch für Ordensangehörige zuständig, die in bischöflichem Auftrag tätig sind. Soweit die Regelung. Im Birnauer Missbrauchsfall ist nun genau dies umstritten: War der Täter (der vom Erzbistum trotz seines Geständnisses nach wie vor als 'mutmaßlicher Täter' bezeichnet wird) in bischöflichem Auftrag tätig - oder galt der bischöfliche Auftrag nur dem Orden und nicht dem einzelnen Ordensangehörigen? Mit der neuen Regelung scheint auch in Zukunft eine Zuständigkeitsrangelei zwischen Diözese und Orden nicht zu vermeiden sein - auf Kosten des Opfers.
  • Mir fehlen große Bereiche der Prävention.
  • Mir fehlt der gesamte Bereich der Postvention, wie sie in der "Initiative GottesSuche" praktiziert wird.
  • Völlig undiskutiert ist die Frage nach einer Entschädigung der Opfer. Natürlich kann man wie Kardinal Lehmann von der "Begehrlichkeit nach Geld" sprechen und Opfern damit Geldgier unterstellen. Man kann auch - zu Recht! - sagen, die Schäden seien  mit Geld nicht wieder gut zu machen. Das stimmt. Sie sind unwiderruflich nicht mehr wieder gut zu machen und die vielen Folgen von Traumatisierung durch Menschengewalt sind wirklich nicht in Geld aufzuwiegen. Dennoch muss es eine Form von Genugtuung geben, die über eine der vielen billigen Entschuldigungen der letzten Monate hinausgeht und die zeigt, dass Täter und Vertuscher auf Opfer zugehen wollen. Das wäre nur recht und billig. Nur: Billig darf es für die Kirche nicht werden. Das hat zwei Gründe:
1. Weil sie offensichtlich nur unter Schmerzen lernt, evangeliumsgemäßer zu handeln - und Geld abzugeben, tut ihr weh. Wenn eine Genugtuung ihr nicht weh tut, wird sie nicht lernen, ehrlichen Herzens auf Opfer zuzugehen. Das lehrt die Vergangenheit.
2. Billig darf es nicht werden um der Opfer willen, weil die in den meisten ihrer Lebensbereiche lebenslänglich "draufzahlen". Es geht nicht um Begehrlichkeit - es geht um ein Stückchen Gerechtigkeit. Und die kann höchstens symbolisch sein - aber sie sollte mindestens symbolisch sein.
  • Mir fehlt der Schutz der Opfer vor den Nachstellungen der Gemeinden, in denen sie üblicherweise als Nestbeschmutzer gelten und in denen man lieber den Täter schützt und das Opfer beschuldigt - wie das nicht nur in Uznach in der Schweiz vor vielen Jahren geschah, sondern wie es bis heute geschieht.
  • Und last not least wäre es nicht schlecht, wenn das Schweigen der Kirchen gegenüber den Opfern ein Ende fände - es dauert schon viel zu lange und es hat sich kaum etwas geändert daran seit Anfang 2010.


weiter Mehr in der Dokumentation: Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2010
15.2.2009 Unverändert richtig: Die Kirche verlässt die Menschen - Brief des Alterzbischofs Stecher an Prof. P. Dr. Medard Kehl SJ


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