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Man
kann niemandem Tränen abwischen, ohne sich die Hände nass
zu machen.
(Afrikan.
Sprichwort)
(Ephraim der Syrer) |
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Inhalt
Carola
Moosbach:
Gottesfinsternis
Carola
Moosbach:
Lebendig verwundet
Carola Moosbach: Sonderangebot Carola Moosbach: Anschübe Cordelia Edvardson: So ist das Carola Moosbach: Ostern alle Tage |
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Lebendig
verwundet
(zu
Lukas 13, 10-17)
Gebrochenen Auges
sehe ich manches schärfer und tiefer ins Dunkle zerschlagenen Herzens fühle ich über den Rand meiner Trauer hinaus aufrecht gehe ich auf wunden Füßen mit Gottes Stärke im Rücken die Seele blutet aber nicht mehr zum Tod hin die Schmerzen sprechen mich in die Welt zerbrochen hat er mich nicht aus dieser Wunde fließt auch Leben
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| Sonderangebot
(zu
Jes
43,
1) Du hast mich ausgewählt Gott ein Mensch zu sein wäre ich sonst am Leben? Du rufst mich beim Namen Gott und wartest auf Antwort ein Lächeln eine Frage eine Klage vielleicht da gibt es kein falsch oder richtig Du machst ein Angebot Gott das weder kostenlos ist noch unverbindlich wenn ich ablehne liebst Du mich trotzdem Du Seltsame aber es fehlt Dir etwas da ist dies das oder jenes woran ich mein Herz hängen kann statt dessen aber dann fehlt mir etwas Du Kluge Carola Moosbach Himmelsspuren, Neukirchener Verlagshaus 2001 |
| Wir, die wir schon sehr
früh, vielleicht schon im Mutterleib, aus dem Schoß des
Lebens fielen. Wir lernen niemals
mit leichtem und doch festem Schritt zu gehen wie jene, die wissen,
daß sie festen Boden unter den Füßen haben. Wir
bringen es nie fertig, uns treiben, uns vom Rhythmus des Stroms tragen,
uns wiegen zu lassen von Ebbe und Flut. Wir kommen stets aus dem Takt,
wie schlechte Tänzer stolpern wir über eigene und fremde
Füße. Wir können auch keine Umwege machen, unsere
selbstauferlegte Sisyphusarbeit befiehlt uns, jedes Hindernis zu
nehmen, jeden Stein auf dem Weg aufzuheben – aber natürlich ekeln
wir uns dabei vor Kellerasseln und schaudern vor den Gebeinen der
Toten.
Doch unserer Aufgabe, Schmutz bei uns und anderen aufzuspüren und
über die sauber gekratzten Zeichen der Vergangenheit nachzudenken,
bleiben wir treu.
Wir finden nie eine dauernde
Bleibe. Ist es Morgen, sehnen wir uns nach der
barmherzigen Dunkelheit des Abends, und am Abend fürchten wir die
schwitzenden Alpträume der Nacht. Mögen wir uns auch mit der
Rüstung des Willens – und dem Schild häufig recht
ansehnlicher Fähigkeiten – panzern
oder uns die bunte Narrenkappe aufsetzen und lustig mit unseren
Schellen klingeln, wir wissen dennoch, unsere Siege können andere
täuschen, aber nie uns selber. Der Ausgang des Zweikampfs steht
fest.
Es muß auch gesagt
werden, daß wir nicht ermüden. Hartnäckig klammern wir
uns an das Schürzenband des Lebens. Man schleift uns über
Dornen, Disteln und scharfe Steine, der Mund wird uns verstopft mit
Wüstensand, wir würden ohnehin nicht schreien, wir sind
bedeckt von kleinen, infizierten Wunden,
aber wir geben nicht auf. Wir sind ja so tapfer. Wir lassen nicht
locker, denn wir haben gelernt, wer fällt, fällt weiter
und fällt – in das Bodenlose, das namenlose Nichts.
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- "Das müssen wir auch lernen: andere ihr Kreuz tragen zu sehen und es ihnen nicht abnehmen zu können. Es ist schwerer als das eigene zu tragen, aber wir kommen auch daran nicht vorbei." (Edith Stein, gest. 9.8.1942 in Auschwitz)
- Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (Franz Kafka)
- Lieber einen Knick in der Biografie als im Rückgrat. (Armin Mueller-Stahl)
- Ein Mensch, der sich etwas auf seine Intelligenz einbildet, ist wie ein Sträfling, der mit einer großen Zelle prahlt. (Simone Weil)
- Wenn ihnen etwas zu nahe geht, rufen sie: Das geht zu weit! (Erich Fried)
- Gewalt lebt davon, dass sie von den Anständigen nicht für möglich gehalten wird. (Jean Paul Sartre)
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Selig der Mensch, der nicht folgt dem Rate der Frevler,
Der nicht auf dem Wege der Sünder geht,
noch sitzet in der Runde der Spötter;
der aber Freude hat an der Weisung Jahwes
und über seiner Weisung murmelt bei Tag und bei Nacht.
(Ps 1, 1 - 2 )
Jahwe, viele sind es, die von mir sagen:
Für die ist keine Rettung bei Gott.
Doch du, Jahwe, bist mein Schild,
du bist mein Ruhm, du erhebest mein Haupt.
(Ps 3, 3 - 4)Den Waisen und den Bedrückten schaffest du Recht,
nimmermehr soll schrecken der Mensch, der geschaffen aus Erde.
(Ps 10, 18)Hüte mich wie den Stern deines Auges,
im Schatten deiner Flügel beschütze mich
vor den Frevlern, die hart mich bedrängen.
(Ps 17, 8 - 9a)Ich rufe am Tage, o Gott, und du hörest nicht;
ich rufe in der Nacht, und du hast für mich keine Antwort.
Und dennoch bist du der Heilige.
(Ps 22, 3 - 4a)Und muss ich auch wandern im finsteren Tale.
ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir.
Dein Stock und dein Hirtenstab,
die geben mir Zuversicht.
(Ps 23, 4)Jahwe ist mein Licht und mein Heil, wen sollte ich fürchten!
Jahwe ist der Hort meines Lebens, vor wem sollt' ich bangen!
(Ps 27, 1)Und wollten mich verlassen Vater und Mutter,
aufnehmen wird mich Jahwe.
Weise mir Jahwe, deine Pfade.
(Ps 27, 10 -11a)Du bist meine Zuflucht, du wirst mich bewahren vor Ängsten,
mich umgeben mit Liedern der Rettung.
(Ps 32, 7)Die gebrochenen Herzens sind, ihnen ist nahe Jahwe;
ein zerschlagen Gemüt wird er heilen.
(Ps 34, 19)Selbst der Sperling hat gefunden ein Heim
und die Schwalbe ein Nest, darin ihre Jungen zu bergen:
Deine Altäre, Jahwe Zebaot,
du, mein Gott und mein König.
(Ps 84, 4)Denn Jahwe entbietet für dich seine Engel,
dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie sollen auf den Händen dich tragen,
dass nicht an einem Stein sich stoße dein Fuß.
Du wirst gehn über Löwen und Schlangen,
wirst niedertreten junge Löwen und Drachen.
"Sie war mir treu, so will ich sie retten;
ich will sie schützen, denn sie kennt meinen Namen" (spricht Jahwe).
(Ps 91, 11 - 14).
(Übersetzung: "Die Bibel. Die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Bundes", Hrsg. Von Diego Arenhoevel, Alfons Deissler und Anton Vögtle, Freiburg - Basel - Wien 1968; (c) Verlag Herder, Freiburg im Breisgau - vergr.)
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