zuürck
Theologie und Kirchen - Archiv 2009

Links können ggf. nicht mehr funktionieren im schnelllebigen Internet. Häufig findet man die Texte aber noch in den Archiven der angegebenen Quellen.

24.12.2009 Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und die Erfahrung, Würde zu haben. Eine Würde, die durch keine Erfahrung von Missachtung, Misshandlung und Missbrauch zerstört werden kann.
Rika

25.12.2009 Eamonn Walsh und Raymond Field, Weihbischöfe der Erzdiözese Dublin, kündigten am Heiligen Abend an, ihre Ämter niederzulegen. Auch mehrere Priester und Diakone baten nach der Veröffentlichung des  Murphy-Berichtes, der den systematischen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester und Kirchenmitarbeiter detailliert veröffentlichte, um Entbindung von ihren Aufgaben.
Quelle: Der Standard

23.12.2009 Der Bischof von Kildare und Leighlin, James Moriarty, hat dem Papst seinen Rücktritt wegen der Vertuschung von Sexualverbrechen in der Erzdiözese Dublin angeboten. Moriarty war von 1991 bis 2002 Weihbischof in Dublin.
Quelle: Yahoo

23.12.2009 Gerry Adams, Vorsitzender der katholischen Partei Sinn Fein, offenbarte kurz vor Weihnachten, dass sein Vater, Gerry senior, einer der Anführer der katholischen IRA-Untergrundarmee, und sein jüngerer Bruder Liam jeweils ihre eigenen Kinder sexuell und emotional missbrauchten.
Quelle: FAZ

17.12.2009 Der irische Bischof Donal Murray, Limerick, ist zurückgetreten. Sein Rücktrittsgesuch wurde vom Papst angenommen. Murray hat - wie andere Bischöfe auch - kirchliche Missbrauchstäter geschützt. Der Papst hatte letzte Woche von seiner tiefen Verstörung und Betrübnis angesichts des Skandals gesprochen. Der Gesandte des Vatikan hingegen hatte nach einem Spiegelbericht in Dublin die Arbeit der Murphy-Kommission boykottiert. Auch der pensionierte Dubliner Erzbischof Desmond Conwell habe noch im letzten Jahr versucht, die Arbeit der Kommission für Kindesmissbrauch zu blockieren, indem er ihr den Zugang zu den Akten verwehrte.
Quelle: Der Spiegel
Conwell war 2003 vorgeworfen worden, er habe verdächtige Priester versetzt. Ob diesem Vorwurf gerichtlich nachgegangen wurde, weiß ich nicht. - Bereits 2002 gab es eine Opfer-Vereinigung in Irland, der 800 Opfer von priesterlichen Missbrauchstätern angehörten. Im Februar 2003 lagen mehr als 400 Klagen allein in der Erzdiözese Dublin wegen sexuwellen Missbrauchs vor. Im September 2004 gingen Kirche und Regierung in Irland von ca 11.000 mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.
Dass der Papst erst Ende 2009 erschüttert ist, ist kaum nachzuvollziehen.


12.12.2009 "Bestenfalls unaufrichtig" sei das Bedauern, das der Papst nach dem Murphy-Bericht geäußert habe, sagte der Vorsitzende der irischen Opfergruppe "One in Four", Maeve Lewis. Der Papst müsse seit langem vom Ausmaß des Problems gewusst haben.
Quelle: Domradio
Kommentar: Es hilft den Opfern nicht, wenn seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit päpstliche und bischöfliche "Entschuldigungen" vor der Presse verlautbart werden - und sich für die Opfer nichts ändert. S i e  werden nach wie vor verdächtigt, dem Ruf der Kirche zu schaden. Zuletzt hat der Papst, der sich gestern wieder einmal entschuldigte, in seinem Brief zum Priesterjahr den Opfern und jenen, die mit ihnen solidarisch sind, unterstellt, sie seien "eigensinnig" und sie liebten ihre Kirche nicht. Solange dieses Denken im Vatikan, bei den Bischöfen und auf allen (!) Stufen katholischer Hierarchie - in der Regel unausgesprochen, aber auch völlig naiv offen gelegt wie zuletzt im Brief zum Priesterjahr - vorherrscht, so lange wird es die täterschützenden Seilschaften geben, die der sie bislang favorisierende Papst dann wortreich beklagt. Was Missbrauchsopfer brauchen, das ist glaubwürdige Solidarität. Ich kenne kein (familiäres oder kirchliches) Missbrauchsopfer, das nicht sehr genau zu unterscheiden wüsste zwischen ehrlicher und glaubwürdiger Anteilnahme und Solidarität - und unaufrichtigen Mitleids-Beteuerungen. Wenn Kirche vom kleinsten Mitglied bis zum Papst sich nicht wirklich zu den Opfern "bekehrt", werden wir noch viele Jahrzehnte mit folgenlosen und unglaubwürdigen Worthülsen der Entschuldigung zubringen, die niemandem helfen - den Opfern nicht und nicht mal dem Papst. Dem Evangelium schon gar nicht.
Erika Kerstner,
die der irischen Opferorganisation aufgrund eigener Erfahrungen nur zustimmen kann: "Bestenfalls unaufrichtig" ist das päpstliche Bedauern. Sollte sich an meiner Einschätzung etwas gravierend ändern, wäre ich die Letzte, die das nicht hier und nicht öffentlich sagen würde.


11.12.2009 Der Papst zeigte sich im eineinhalbstündigen Gespräch mit irischen Bischöfen bestürzt über die im Murphy-Bericht benannten Missbrauchsfälle in der kath. Kirche Irlands. Er werde die Aufklärung persönlich verfolgen. Der Bericht befasst sich mit Vorwürfen aus den Jahren 1975 bis 2004, die von 320 Personen erhoben wurden. Seit Mai 2004 kamen 130 weitere Vorwürfe hinzu.
Wie die Absichtserklärung des Papstes, er werde die Aufklärung persönlich verfolgen, mit seiner im Brief zum Priesterjahr geäußerten Empfehlung an die Christen, die "Schwächen der Priester" nicht "eigensinnig aufzudecken", in Einklang zu bringen ist, weiß ich nicht. (E.K.)
Quelle: ORF

10.12.2009 Die irischen Bischöfe haben - wieder einmal - um Vergebung für den Missbrauch von Kindern durch Priester und die Vertuschung durch die Kirche gebeten. Sie erklärten, der Murphy-Bericht habe Schreckliches in schockierendem Ausmaß zutage gefördert und sprechen davon, dass eine Vertuschungskultur bei "Missständen" innerhalb der Kirche offenbar weit verbreitet gewesen sei.
Quelle: Radio Vatikan

Die Bischöfe scheinen also wieder einmal über sich und über diejenigen, die in den eigenen Reihen Verbrecher schützten, entsetzt zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass das Entsetzen als Solidarität bei den Opfern auch ankommt. Dass Täter in der irischen Kirche geschützt werden, war spätestens 2003 bereits abzusehen. Schon damals waren allein in der Erzdiözese Dublin 400 Missbrauchsfälle bekannt. 2004 sprach der Erzbischof Martin von 11.000 mutmaßlichen Opfern. 2005 klagten 15000 mutmaßliche Opfer gegen die Kirche. Seither vergeht kein Jahr ohne Nachrichten. Bereits Mitte der 80er Jahre ließ der damalige Erzbischof der Diözese Dublin seine Diözese gegen mögliche Missbrauchs-Prozesse versichern. Das tut nur jemand, der den Umfang eines Problems ahnt - oder davon weiß.

25.11.2009 Haben die Opfer eine Chance? Unter dem Titel "Das Kreuz und die Kirchen" geht Gotthard Fuchs in CiG der Frage nach, welche Bedeutung das Kreuz für die Christen - und die Welt - hat.

17.10.2009 Hier ein Pressebericht des BKA von 2007 zum morgigen Tag gegen Menschenhandel
Wer der verändernden und handlungsanstiftenden Kraft des Betens traut, der möge hier diese Texte vom Nordelbischen Frauenwerk lesen.


9.10.2009 Das Kreuz als Skandalon im Internet: "Das Internet ist prädestiniert den Stimmlosen eine Stimme zu geben. Auch hier treffen sich also Eigenbotschaften des Mediums Internet mit denen der christlichen Theologie." Das ist eine richtige Beobachtung :-)
Quelle: internetseelsorge

8.10.2009 In Irland haben Bischöfe sich mit Missbrauchsopfern getroffen. Die Folgen seien qualvoll, hieß es in einer Pressemitteilung. Die irischen Bischöf mit Primas Kardinal Sean Brady stellten die Gründung einer Dialoggruppe in Aussicht, um Missbrauchsopfer zu begleiten.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Offensichtlich haben die Bischöfe Irlands begonnen, MIT Missbrauchsopfern zu sprechen und zu erkennen, dass es die Begleitung von Mitmenschen und Mitchristen braucht, um die Gewaltfolgen zu reduzieren. Es darf gehofft werden, dass die Begleitung von Menschen, die Menschen in die Hände fielen, Chefsache in Irland ist. Und offensichtlich wird auch der Schaden für die Opfer gesehen - anders als zuletzt in einem Artikel in der Herder-Korrespondenz, der ausschließlich den Schaden auslotete, den die katholische Kirche Irlands (durch die Opfer?) erlitten hat.

1.10.2009 Ein paar Beobachtungen zum Polanski-Fall seien hier festgehalten. Er ähnelt dem Verhalten der Berufsgruppe der Priester. Erika Kerstner

29.9.2009 Für die Freilassung von Roman Polanski aus schweizerischer Auslieferungshaft setzen sich ein: der polnische Außenminister, Bernard Kouchner, die Grünen im Schweizer Parlament, Künstlerkreise, darunter Costa-Gavras, Tony Gatlif, Wong Kar-wai, Fanny Ardant, Ettore Scola, Michele Placido, Giuseppe Tornatore, Monica Bellucci, Gilles Jakob, Bertrand Tavernier; polnische Filmemacher, der französische Kulturminister und viele viele andere.
Sie setzen sich ein für einen Mann, der eingestandermaßen ein 13-jähriges Mädchen missbrauchte/vergewaltigte und dem es gelang, sich 30 Jahre lang dem Prozess zu entziehen. Von so viel Unterstützung, auch öffentlicher und hochkarätiger Unterstützung, können missbrauchte Kinder und vergewaltigte Frauen nicht erzählen. Bedrückend ist auch, dass den vielen Verteidigern Polanskis offensichtlich unbekannt ist, dass der Rechtsstaat die Pflicht hat, einer Missbrauchsanklage nachzugehen, unabhängig vom Antrag ds Opfers auf Einstellung des Verfahrens. Sie wolle kein zweites Mal, diesmal durch die Presse, traumatisiert werden, begründete das Opfer ihren Antrag auf Einstellung des Verfahrens. Wie recht die Frau hat, dürfte die Solidaritätswelle belegen, die Polanski trägt.
Zum bitteren Vergleich hier ein Bericht über einen katholischen Priester von 2003, der wegen Missbrauch verurteilt wurde - und mit viel Solidarität rechnen durfte - anders als seine Opfer. Offensichtlich sind da Politik, Kultur (!), Kunst (!) und Kirche (!) sich sehr ähnlich - mehr als ihnen allen gut tut.


26.9.2009 Die katholische Kirche prüft die Möglichkeit einer Hotline für in katholischen Heimen misshandelte und missbrauchte Heimkinder .
Quelle: DBK

26.9.2009 Über ein nach wie vor bestehendes Finanznetzwerk für Geldwäsche in der Vatikan-Bank informiert das Wochenmagazin für Wirtschaft und Geld. Der Journalist Gianluigi Nuzzi berichtet darüber in seinem Buch "Vaticano S.p.A." und beruft sich auf ein Geheimarchiv des Monsignore Dardozzi, der verfügt hatte, dass das Archiv nach seinem Tod gesichtet und veröffentlicht werden sollte.
Quelle: format.at

22.9.2009 Im Prozess gegen einen ehemaligen Organisten der katholischen Kirche in Eiterfeld/Rhön kam zutage, dass der Vater und das mutmaßliche Opfer im Sommer 2001 den Gemeindepfarrer über den Missbrauch in der Sakristei informiert hatten. Damit erklärten Vater und Tochter, warum die Tochter den Dienst als Küsterin niederlegte. Der Pfarrer sprach nicht mit dem beschuldigten Organisten. Er entband ihn auch nicht von seinem Ehrenamt. Erst 2006, als das mutmaßliche Opfer Anzeige erstattete, wurde der Organist von seinem Amt suspendiert.  Am 27.9.2002 hat die Bischofskonferenz Leitlinien zum Umgang mit Missbrauch beschlossen. Spätestens dann hätte der Pfarrer wissen müssen, an wen er sich wenden kann und muss.
Quelle: Fuldaer Zeitung

18.9.2009 Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte sind 80% aller religiös Verfolgten Christen. Zugleich gibt es auch Christen, die Angehörige anderer Religionen verfolgen oder Verfolgung dulden.
Quelle: kirchenseite

16.9.2009 Eine Polizistin fasst die Aussage eines Organisten aus dem Raum Fulda zusammen, der des Missbrauchs angeklagt ist: „Er sagte, das Mädchen habe freiwillig und gern mitgemacht und er wolle nichts mehr sagen, um das Mädchen nicht zu belasten.“ 1987 bis 2003 wurde die heute 29-Jährige von ihrem Onkel, einem  im Dorf sehr angesehenen Mann, missbraucht. Der Missbrauch begann, als sie 7 Jahre alt war. Mehrere Menschen - incl. des Pfarrers - haben vom Missbrauch gewusst. Niemand hat den Onkel zur Rechenschaft gezogen.
Quelle: Fuldaer Zeitung

5.9.2009 Hinweis auf ein neues Buch von Susanne Krahe: Markus der Zweifler (Presseinformation)

3.9.2009 Der Vatikan prüft, ob die Nachricht stimmt, dass der Gründer der Gemeinschaft „Legionäre Christi“, Pater Marcial Maciel Degollado, nicht nur eine Tochter, sondern weltweit mindestens fünf weitere Kinder habe. Der Rechtsvertreter der mutmaßlichen Kinder ist Jose Bonilla. Maciel Degollado wurde seit den 90er Jahren des 20. Jhs. von Seminaristen sexueller Missbrauch vorgeworfen. Ein Verfahren gab es nicht. Er erhielt von der Kirche lediglich die Auflage, ein zurückgezogenes Leben zu führen. Eine zur Zeit laufende Visitation will dem Vorwurf der Kinderzeugung durch Maciel Degollado nachgehen. Der Vorwurf sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen war für den Vatikan kein Grund zur Überprüfung.
Quelle: Radio Vatikan
Ein Kommentar von Christian Modehn vom 12.6.2009
Modehn berichtet, dass die "Legionäre Christi" die Befreiungstheologie bekämpfen. Sie vertreten eine »teologia de la prosperidad«, eine Theologie des Wohlstands, die den Reichen erklärt, ihr üppiges Leben sei gottgewollt.
Zweiter Kommentar von Christian Modehn vom 24.8.2009
Modehn spricht davon, dass im Orden der Legionäre Christi immer wieder Missbrauchsfälle bekannt wurden und es vermutlich ein pädophiles Netzwerk gab. Dass der Ordensgründer mindestens seit den 60er Jahren ungehindert Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene missbrauchen konnte, spricht dafür, dass er Helfershelfer hatte und dass viele weggeschaut haben.
Noch der heutige Papst - als er noch Kardinal war - teilte dem Missbrauchsopfer José Barba mit:  „Da kann ich nichts machen, der Orden gibt dem Johannes Paul II. Papst viel Geld“.
Die Legionäre Christi unterstützen das Internetportal ZENIT. Im Impressum heißt es dort: "Die Organisation „Kirche in Not“, die Italienische Bischofskonferenz und die Kongregation der Legionäre Christi setzten großes Vertrauen in das Projekt und ermöglichten mittels großzügiger Spenden die Gründung der Nachrichtenagentur ZENIT und ihr anfängliches Wachstum.")
s.auch: An der Seite der Reichen, 2005

2.9.2009 "Sie vertreten Interessen, aber sie haben keine Träume." "Ich brauche nicht jede Lebensvision selber zu entwerfen, denn ich habe Anteil an der Kraft meiner Geschwister." "Wie an keiner anderen Stelle tut man beim Singen, als könnte man schon glauben." Das sind drei Sätze von Fulbert Steffensky. Er denkt über Menschen und Kirche nach. Es lohnt zu lesen.

19.8.2009 Zur Aktualität der Befreiungstheologie schreiben die "Stimmen der Zeit". Die Plattform "Theologie der Befreiung" ist hier zu finden.

1.8.2009 Offener Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Brief des Papstes anlässlich des Priesterjahres

29.7.2009 Bemerkenswert: In einem FR-Interview wird Jürgen Fliege gefragt: "Hätten die Kirchen mehr Zulauf, wenn sie sich mehr für soziale Gerechtigkeit engagieren würden?" Seine Antwort: "Das tun sie doch schon. Sie profilieren sich als eine Agentur, die sich irgendwo zwischen Verdi, Grünen und SPD ansiedelt. Aber Religion hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Sie ist eine Antwort auf jene unvermeidbaren Wechselfälle des Lebens, die von uns als Krisen empfunden werden."
Dass christliche Religion nichts mit Gerechtigkeit zu tun habe, würden Jesus und alle Propheten bestreiten.

29.7.2009 In der SZ berichtet Matthias Drobinski, dass auch ein Jahr nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Bamberger Domkapitular die Opfer weiter leiden. Einer von ihnen wirft der Kirche vor, dass es nach außen schöne Worte gäbe, aber tatsächlich passiere nichts. Den Missbrauchsbeauftragten des Bistums Bamberg nimmt er ausdrücklich aus von diesem Vorwurf. "Wagner" (Name geändert), eines der Opfer, konnte vom Missbrauchsbeauftragten keine Finanzierungszusage für eine Therapie erhalten und wandte sich an den Generalvikar. Der habe ihn angeschnauzt: Wieso er erst jetzt damit komme, ob ihm bewusst sei, was er da angerichtet habe, ob er eine Existenz vernichten wolle.... Später entschuldigte sich der Generalvikar.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen, die Taten verjährt; Anhaltspunkte, dass die Opfer unglaubwürdig seien, gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht; der Domkapitular wohnt inzw. wieder in seiner Dienstwohnung. Sein Stellvertreter in der Personalabteilung war auch im Ottanianum, dem Tatort, sein Stellvertreter. Er habe nichts mitbekommen. Insider berichten nach SZ-Angaben, dass man den Fall zunehmend in mildem Licht sehe.
Kommentar: Erst wenn es keine Nachrichten mehr geben wird, die die Opfer zu den wahren Schuldigen machen wollen, können Missbrauchsopfer von kath. Priestern anfangen, in kirchlichen Behörden auf Unterstützung und Gerechtigkeit zu hoffen.


29.7.2009 Am Freitag, 31.7.2009, wird in Bonndorf/Schwarzwald um 19 Uhr eine "Messfeier im Gedenken an die Opfer sexualisierter Gewalt" sein. Wir danken dem Pfarrer und der Gemeinde für die offenen Ohren! Erika Kerstner

23.7.2009 In der Kirche in Irland geht die Nationalpolizei derzeit knapp 100 neuen Vorwürfen gegen katholische Geistliche nach. Die Betroffenen meldeten sich bei einer Hotline, die nach dem Ryan-Report eingerichtet wurde. Mehr als die Hälfte der Vorwürfe beziehen sich auf sexuellen Missbrauch, die übrigen sprechen von körperlicher Züchtigung.
Quelle: kath.web

22.7.2009 Der 71jährige katholische Ordenspriester, der mindestens 16 Internats-Schüler in Lebenhan/Bayern missbraucht hat, wurde durch den Papst vom Priesteramt entbunden. Angehöriger des Ordens der Missionare von der Heiligen Familie bleibt er weiterhin. Er darf nur keinen Kontakt mehr zu Kindern und Jugendlichen haben und das Kloster nur nach Rücksprache verlassen. Juristisch waren die Straftaten verjährt. Es wurde keine Anklage erhoben.
Quelle: FR

21.7.2009 Im Papstschreiben zum Priesterjahr steht u.a. folgender Text: "Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die EIGENSINNIGE AUFDECKUNG (Großschrift E.K.) der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern."
Kommentar: Unter der "Untreue" der Diener der Kirche ist vermutlich der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester gemeint. Ich kann diesen Text nur als Aufforderung zur Vertuschung von Verbrechen und als Diffamierung der Verbrechensopfer lesen. Den Verbrechensopfern werden irgendwie eigensinnige - d.h. ja wohl zwielichtige - Motive bei der Aufdeckung der Untreue von Priestern unterstellt. Zur Klarheit: Wir sprechen hier von Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen!  In der Optik des Papstes sind die wahren Opfer also nicht missbrauchte Kinder und Jugendliche, vielmehr ist es die Kirche. Damit wird die Realität umgedeutet und die Opfer werden - wieder einmal - zum Verschwinden gebracht. (Ein entsprechendes Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Herrn Erzbischof Dr. R. Zollitsch, ist in Arbeit.)


20.7.2009 Der ORF-Film "Mit befleckter Soutane" ist inzwischen online.

18.7.2009 ORF bringt am Sonntag, 19.7.2009 einen Beitrag über die Kirche in Polen. Titel: Mit befleckter Soutane. Bislang wurden Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs, die Priester als Täter benannten, von der katholischen Kirche in Polen als Angriffe gegen Gott gedeutet. Inzwischen jedoch regt sich auch in Polen Widerstand gegen die "Vertuschungspolitik". In Lodz hat sich eine kleine Gruppe von sexuell missbrauchten Ex-Ministranten zusammengetan. Ein Mann, der nach Kanada ausgewandert ist, hat seine Leidesngenossen in Polen aufgerufen, ihr Schweigen zu brechen. Die kath. Kirche spricht von einer Medienkampagne und von den berühmten "Einzelfällen". Joana Radzyner hat den Bericht zusammengestellt.

Kommentar:
Offensichtlich gehorchen die katholischen Bischöfe mit ihrem Verhalten dem Schreiben des Papstes zum Priesterjahr 2009. Dort heißt es u.a.: "Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten
, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern."
Natürlich kann man so argumentieren und der Papst tut es ja auch. Die Glaubwürdigkeit der Kirche kann man damit jedoch nicht zurückgewinnen.


11.7.2009 'Die Sozialenzyklika des Papstes "Caritas in Veritate" sei in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf breite Zustimmung gestoßen.' So oder so ähnlich lauten allerorten die Rückmeldungen zur Enzyklika "Liebe in Wahrheit". Wenn alle zustimmen, dann frage ich mich, ob die Zustimmung aller zum Text eine Form ist, den Text unschädlich zu machen. Frei nach dem Motto: Wir haben zugestimmt - und wir machen genauso weiter wie bisher.

8.7.2009 Michael Jacksons Trauerfeier ist zu Ende. Vergessen sind die Missbrauchsvorwürfe. Selbst der Osservatore Romano, die Vatikan-Zeitung, kommentierte, dass keine "noch so schwere Anschuldigung" den "Mythos Jackson" bei den Fans zerstören konnte.

6.7.2008 Am 15. Juli beginnt die apostolische Visitation bei den Legionären Christi. Dem inzwischen verstorbenen Gründer, Marcial Maciel Degollado (1920-2008) wird vorgeworfen, dass er eine Beziehung zu einer Frau hatte und Vater einer Tochter (manche sprechen von 2 Kindern) ist. Ein weiterer Anlass für die Untersuchung ist der Vorwurf, dass Maciel jahrelang junge Seminaristen missbraucht haben soll.
Quelle: katholisches.info
S. a. auch einen Beitrag von Christian Modehn in PF
Der Briefwechsel zwischen dem Orden und Rom kann hier nachgelesen werden. Ihm ist nicht zu entnehmen, was der Anlass der Visitation ist. Von "momentanen Herausforderungen" und von "schwerwiegenden Tatsachen im Leben des Gründervaters" ist die Rede. Im Übrigen wird der mütterliche Schutz Unserer lieben Frau von Guadalupe erfleht. Wie - um Himmels willen - soll es bei einer solch verschleiernden Sprache je ein zutreffendes Untersuchungsergebnis geben!

4.7.2009 CiG über Erich Zenger: Die Bibel des Lebens

27.6.2009 Kardinal Claudio Hummes, Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, sagte, die Kirche könne die Augen nicht vor den Pädophiliefällen kath. Priester verschließen. Sie sei ein "entsetzliches Verbrechen". Hummes sagte, 4% der Priester seien pädophil.
Quelle: Radio Vatikan
Zur Erinnerung: Am 19.4.2008 meldete die Presse, dass der vatikanischen Glaubenskongregation seit 2001 rund 1.000 Anzeigen aus den USA wegen pädophiler Verbrechen zugegangen seien, die in den vergangenen Jahrzehnten von katholischen Priestern begangen worden waren. Nur in zehn Fällen sei es allerdings auch zu einem Strafprozess gekommen.


24.6.2009 In der heutigen Generalaudienz beklagt der Papst, dass viele Kinder in Angst leben, allein gelassen werden, unter Hunger, Missbrauch und Krankheit leiden oder in bewaffneten Konflikten Opfer würden. In der gleichen Audienz erinnerte er an Jean Marie Vianney, dessen Wort der Papst anlässlich des Priesterjahres in Erinnerung ruft: "Wenn ihr den Priester seht, denkt an unseren Herrn Jesus Christus".
Kommentar: Es ist u.a. diese völlig unreflektierte Herstellung dieses Zusammenhangs "Priester = Christus", die es von Priestern missbrauchten Kindern oft unmöglich macht, einen Zugang zum christlichen Glauben zu finden. Es ist bedrückend, dass niemand den Papst darauf hingewiesen hat - und dies nur 14 Tage nach der Veröffentlichung eines Berichtes, in dem von über 3000 Missbrauchsopfern irischer Kleriker die Rede war. E. Kerstner

20.6.2009 Die Österreichische Wertestudie zeigt u.a. den weiteren Rückgang der Kirchenbindung und den Rückgang der Bindung von Jugendlichen, Frauen und dem ländlichen Raum an christliche Kirchen.
Quelle: ORF

16.6.2009 Ein Priester aus Cork in Irland berichtet, dass es Missbrauch auch im Priesterseminar gegeben hätte. Der Geistliche sprach von 'widerwärtigen, grausamen und repressiven Zuständen' dort. Er berichtete auch von Selbstmorden im Seminar und dass niemand bereit gewesen sei, gegen den Missbrauch einzuschreiten. Der Geistliche soll einen Brief an den Vatikan gesandt haben. Bevor er das Priestersemanr verließ, sei ihm befohlen worden, den Mund zu halten und das Wissen mit ins Grab zu nehmen.
Quelle: ORF

13.6.2009 Kinderheime und sexueller Missbrauch. Ein Artikel von Stephan U. Neumann in CiG
Da würde frau sich doch wünschen, dass den guten Worten auch Taten folgen.


11.6.2009 Die irische evangelische Pfarrerin der deutschsprachigen Gemeinde in Dublin, Corinna Diestelkamp, weist in einem Interview auf die Rolle der Zuschauer und Zuschauerinnen hin, die Zeugen der Kindesmisshandlung des Kindesmissbrauchs in irischen Heimen waren und nichts unternommen haben. Sie sagt: „Je länger man sich damit befasst, umso mehr wird deutlich, dass es natürlich Menschen gegeben hat, die nicht selbst in Missbrauch verwickelt waren, die aber nicht hingeschaut haben, nichts unternommen haben und die nicht haben sehen wollen oder können, dass auch von der Kirche aus Unrecht passiert."
Quelle: Radio Vatikan

11.6.2009 Vor einigen Jahren wurden die Aussagen ehemaliger Heimkinder noch als "bedauerliche Einzelfälle" abgewehrt. Inzwischen liegt eine wissenschaftliche Untersuchung vor. Dort zeigt sich, dass in deutschen Kinderheimen in den 50er- und 60er-Jahren systematisch geprügelt wurde, Zwangsarbeit an der Tagesordnung war und sexuelle Übergriffe nicht selten waren. Inzwischen berät ein runder Tisch der Regierung über eine Wiedergutmachung. Mehr steht im Welt-Artikel. Dort sind auch Leserbriefe eingestellt. Wer sie sich zumuten will, kann dort "Volkes Stimme" nachlesen. Viele dieser Stimmen zeugen von völliger Unkenntnis darüber, was Gewalt in der Kindheit lebenslang anrichtet. Und sie zeugen vom Unwillen mancher Leute, anderen Menschen zuzuhören und so etwas wie Mit-Gefühl zu entwickeln.
(Vorsicht! Triggergefahr!) Quelle: Die Welt

9.6.2009 Die irischen Bischöfe haben am Freitag dem Papst persönlich über die Kindesmisshandlungen und den Kindesmissbrauch in irischen Heimen berichtet. Dort waren über 30 000 Kinder immer wieder geschlagen und misshandelt worden. Gemeldet haben sich über 3000 Opfer, die in 216 Institutionen den Tätern ausgeliefert waren. Der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin berichtete, der Heilige Vater sei "sehr bekümmert" gewesen. Eine offizielle Stellungnahme des Vatikan gibt es nicht. Die Begründung: Der Kindesmissbrauch sei eine "Angelegenheit der örtlichen Kirche".
Quelle: der standard.at


7.6.2009 Heute hat der siebenwöchige Amos-Prozess der Pfarrei St. Peter in Bruchsal begonnen. Wer sich für diesen Propheten und seine Aktualität interessiert, kann hier nachlesen und seine/ihre Form der Beteiligung suchen.

6.6.2009 Der Freiburger katholische Weihbischof Rainer Klug sucht für das Problem des Priestermangels "Katholische Lösungen". "Katholisch" (zu deutsch: überall, das Ganze betreffend) wäre die Suche nach Lösungen dann, wenn auch Frauen in den Blick gerieten, denke ich.
Quelle: Konradsblatt

5.6.2009 Heute beraten die Spitzen der irischen Bischofskonferenz mit Papst Benedikt XVI. über die im Mai bekanntgewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs in der irischen Kirche. Mehr als 2000 Kinder wurden in katholischen Erziehungseinrichtungen misshandelt, geschlagen und/oder sexuell missbraucht.
Quelle: Die Presse
31.5.2009 "Die Kirche ist eine kollektive Erinnerungswerkstatt: Sie hat einen Schatz an Geschichten, die an das Recht der Schwachen und Armen, der Witwen und Waisen erinnern – auch an den Sturz der Tyrannen." Mit diesen Worten von Fulbert Steffensky euch allen Frohe Pfingsten!
Rika
mehr zum Thema "Kirche im Exil" von Fulbert Steffensky

29.5.2009 Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Vertrag von Stefan Hippler, der 1997 vom Bistum Trier nach Südafrika geschickt worden war, zum 30.9.2009 beendet. Hippler hatte in Südafrika im Jahr 2000 ein Aids-Hilfeprojekt gegründet, das aidskranke Kinder behandelte und Gesundheitsarbeiterinnen ausbildete. Zusammen mit Bartholomäus Grill, einem Zeit-Journalisten, hatte Hippler das Buch "Gott, Aids, Afrika" geschrieben.
Quelle: Morgenpost.de

28.5.2009 Michael O'Brien, früherer Bürgermeister seiner Heimatstadt, schockte das Studiopublikum des irirschen Fernsehsenders RTE am Montagabend. Während einer politischen Podiumsdiskussion saß er der 75-Jährige mit seiner Frau im Publikum und berichtete von dort aus, dass er mit 8 Jahren zusammen mit sieben Geschwistern im Jahr 1942 in eine katholische Anstalt eingewiesen wurde. Der Grund ist unbekannt - vielleicht war die Mutter gestorben. "Schon in der zweiten Nacht wurde ich vergewaltigt", berichtete O'Brien. Und weiter sagte er: "Wie oft stürze ich schweißgebadet aus meinem Bett, weil ich diese Kerle an meinem Bettende stehen sehe, wie sie mir zuwinken, wie sie mich in ihr Zimmer zerren, um mich zu vergewaltigen und die Eingeweide aus mir herauszuprügeln." O'Brien hat mit diesem Bericht der Untersuchungskommission des sexuellen Missbrauchs in irischen katholischen Kinderheimen eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Irland ist schockiert.
Im Bericht der "Welt" wird wieder einmal deutlich, dass Täter mit der Unterstützung der scheinbar Unbeteiligten, der Zuschauer, rechnen dürfen. Noch 2002 konnten die "Christian Brothers", in deren Kinderheimen viele Kinder missbraucht wurden, mit staatlicher Unterstützung rechnen. Ihnen wurde zugestanden, dass keine Täter aus ihren Reihen mit Namen genannt werden. Erst am 26.5.2009 stimmten die Christian Brothers und weitere Orden einer Stiftung für die Opfer zu.
Quelle: welt.de


28.5.2009 P. Eberhard v. Gemmingen fordert in einem Kommentar zum Konflikt der Kirchenleitung mit der Kirchenvolksbewegung, dass beide Seiten des Konfliktes guten WIllen brauchen.
Quelle: WsK

26.5.2009 "Wir sind Kirche" bedauert die neue Art der Dialogverweigerung durch die katholische Kirchenleitung. Die Entscheidung des obersten Gerichtshofes der katholischen Kirche gibt den Bischöfen das Recht, Mitstreiter der "Wir sind Kirche"-Bewegung aus kirchlichen Gremien auszuschließen. Die Kirchenvolksbewegung weist zu Recht darauf hin, dass Reformen der katholischen Kirche nur möglich sind, wenn einige Menschen vorausdenken. Selbst das Kirchenrecht (Can 212 §3 CIC) gibt Gläubigen das Recht und bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung den "Hirten" mitzuteilen und den übrigen Gläubigen kund zu tun.
Quelle: WsK

25.5.2009 Der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin erhob schwere Vorwürfe gegen die irischen Orden, die immer noch verschwiegen, dass Ordensmitglieder "praktisch ohne jegliche Moral" gehandelt hätten. Er kritisierte auch, dass die Opfer bislang keine ausreichende Entschädigung erhalten hätten. Der gesamten katholischen Kirche Irlands warf der Erzbischof vor, auf die Anschuldigungen nur schwach reagiert zu haben, was zu einem hohen Glaubwürdigkeitsverlust geführt habe.
Quelle: orf
Kommentar: In der Tat hat der Erzbischof Recht.


22.5.2009 Der neue Londoner Erzbischof Vincent Gerard Nichols sagte zum Kindesmissbrauch in Irland im britischen Fernsehsender ITV, er bescheinige den Tätern Mut, weil sie sich ihrer Vergangenheit gestellt hätten. Er denke zuerst an die Missbrauchsopfer. Aber er denke auch an die Geistlichen. Der Missbrauchsbericht dürfte die vielen guten Dinge, die diese Menschen ebenfalls getan hätten, in den Hintergrund treten lassen.
Quelle: Radio Vatikan


22.5.2009 "Die Wahrheit wird euch frei machen" heißt es im 8. Kapitel des Johannes-Evangeliums. Es gibt keine Garantie, dass die Wahrheit schmerzlos zu haben ist. Die katholische Kirche in Irland hat diesen Erkenntnisprozess noch vor sich. Sonst würde sie die Ermittlungen einer irischen Kommission zu Missbrauch und Misshandlung in irischen katholischen Kinderheimen unterstützen.
Quelle: taz
Der Verband der "Irischen Überlebenden der Kindesmisshandlungen" kritisiert, dass der Bericht keinen der Täter beim Namen nennt und dass es keine Strafanzeigen geben wird. Der Orden der Christian Brothers hatte 2004 vor Gericht erzwungen, die Anonymität der Täter zu wahren.
Entschädigungssummen werden zu neun Zehnteln (mehr als 1 Milliarde Euro) von den Steuerzahlern aufgebracht, ein Zehntel begleicht die katholische Kirche. Das Oberhaupt der katholischen Kirche Irlands, Kardinal Sean Brady, äußerte "tiefste Scham darüber, dass Kinder in diesen Institutionen auf so schreckliche Weise gelitten haben".

Quelle: FR
Kommentar: Dass die Namen der kirchlichen Täter in Irland mit gerichtlicher Zustimmung verschwiegen werden, nennt man "Täterschutz". Er funktioniert immer noch - obwohl bereits im März 2002 der Papst an die Priester schrieb, die Kirche wolle auch Sorge und Mitgefühl zeigen und sich der schmerzlichen Situation mit Wahrhaftigkeit (!) und Gerechtigkeit (!) widmen. Wie Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit mit Täterschutz vereinbar sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis. E. Kerstner



20.5.2009 In Irland gab es bis in die 80er Jahre des 20. Jh. hinein in ca 250 kirchlichen Häusern ca 35 000 Kinder. 2 500 dieser ehemaligen Heimkinder sagten vor einer seit 2000 arbeitenden Kommission aus, dass sie in den Heimen sexuell missbraucht und/oder misshandelt wurden.  Die Kommission ermittelte, dass Kirche und Staat wissentlich die Augen vor den Zuständen verschlossen habe. Jeder Missbrauchsfall sei von der kath. Kirche als Einzeltat und in Verschwiegenheit behandelt worden. Die Angst vor einem Skandal sei größer gewesen als die Sorge um das Wohl der Kinder. "Im besten Fall wurden die Peiniger versetzt, aber für das Kind wurde nichts gemacht. Im schlimmsten Fall wurden dem Kind noch Vorwürfe gemacht", heißt es in dem Bericht. Vor allem Jungen seien in den kirchlichen Einrichtungen sexuellem Missbrauch ausgeliefert gewesen. Mädchen seien zwar auch sexuell missbraucht worden, jedoch nicht so systematisch wie Jungen.
Die "Nummer 253" in einem dieser Kinderheime war John Kelly, der Vorsitzende des irischen Opferverbandes SOCA.
Quelle: ntv

16.5.2009 Nach Ansicht des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber sollen Hartz-IV-Empfänger mehr Verantwortung innerhalb der Kirchengemeinden übernehmen. "Wir müssen Menschen, die von sozialen Verwerfungen unmittelbar betroffen sind, noch stärker eine Stimme und einen Ort in unseren Gemeinden geben", betonte Huber.
Quelle: news.yahoo

12.5.2009 Der Papst hat bei seinem Israel-Besuch auch die Gedenkstätte Yad Vaschem ("eine Hand und ein Name") besucht. In seiner Rede gedachte er der Opfer des Holocaust. Wessen Opfer sie wurden, sagte er nicht. Nach der Papstrede gab es ein Gruppenfoto mit dem Mädchencor. Ein Foto mit Avraham Ashkenazi, Ruth Bondy, Israela Hargil, Gita Kalderon, Dan Landsberg und Ed Mosberg gab es nicht. Sie sind Überlebende der Vernichtungslager der Deutschen. Nach der Weiterfahrt des Papstes sagt eine Jerusalemer Journalistin, Lea Schnapp, dass sie ihre zwölfjährige Schwester ins Gas gehen sah. Ihre ganze Familie sei verbrannt worden. Von den tausend Kindern zwischen 12 und 16 Jahren in Block 8 in Auschwitz sagt sie: "Fünfundzwanzig sind geblieben." Lea Schnapp möchte nicht über die Papstrede urteilen: "Ich bin einseitig. Es ist ein Festival. Aber keiner kann verstehen."
Quelle: Spiegel

11.5.2009 Der Papst hat sich bei seinem Besuch in Amman/Jordanien für die Rechte der Frauen eingesetzt und gegen ihre Unterdrückung und Ausbeutung. Dafür müsse die Kirche Zeugnis geben.

27.4.2009 Die Ureinwohner von Kanada hoffen auf eine Entschuldigung des Papstes für die Misshandlungen, die psychische, physische und sexuelle Gewalt, die Kinder und Jugendliche in Internaten durch katholische Geistliche erlitten haben. Die kanadische Regierung hat den Opfern, die bis in die 80er Jahre des 20. Jhs. in Internaten lebten, Entschädigungen gezahlt. Experten sprechen davon, dass die Probleme der Ureinwohner - Alkoholismus, Gewalt und Inzest - ihre Ursache in der über Generationen hinweg erlittenen Gewalt haben.
Am Mittwoch wird eine Delegation des Dachverbandes der Assembly of First Nations zur Audienz beim Papst sein. Geleitet wird die Delegation von Phil Fontaine, der als 6-Jähriger zur Umerziehung in eines der Internate gebracht worden war.
Quelle: Die Zeit


4.4.2009 "Gott ist ans Ende gekommen" - Nachdenken über die Karwoche von Susanne Ruschmann im Konradsblatt.

30.3.2009 Auf einer Tagung in Seitenstetten/Ö wies die Theologin Dr. Andrea Lehner-Hartmann darauf hin, dass jedes dritte bis vierte Mädchen und jeder siebente bis achte Junge von sexueller Gewalt betroffen sei. Es bedeute, dass in jeder Jungschargruppe, in jeder Klasse, an jeder Schule und bei jedem Gottesdienst eine beträchtliche Anzahl von Opfern von sexuellen Übergriffen zu zählen ist. „Im Tun und Handeln als Pädagoginnen und Pädagogen, als Seelsorgerinnen und Seelsorger muss diese Opferperspektive ständig mitlaufen“, stellte die Leiterin des Instituts für Praktische Theologie an der Universität Wien, Dr. Andrea Lehner-Hartmann, fest. Alles was man vor Opfern sagen könne, passe auch für alle anderen, wies sie hin. Die Kirche müsse sich stärker als bisher bemühen, die Sicht der Opfer einzunehmen. „Wenn nicht das Christentum anleitet, die Opferseite zu sehen, wie sollen wir die Botschaft des Gekreuzigten verstehen können?“ fragte sie.
Quelle: Kirche.at

12.3.2009 Der Papst-Brief an die Bischöfe zum Fall der Pius-Bruderschaft

7.3.2009 In Brasilien wurde ein neunjähriges Mädchen infolge des sexuellen Missbrauchs durch den Stiefvater mit Zwillingen schwanger. Weil das Leben des Mädchens in Gefahr war, entschlossen sich die Verantwortlichen für eine Abtreibung. Der Erzbischof von Recife, Jose Cardoso Sobrinho, erklärte, dass die an der Abtreibung Beteiligten automatisch exkommuniziert seien, das schwangere Kind ausgenommen. Die Diskussion in Recife konzentriert sich nun auf die Exkommunikation der Beteiligten. Der Täter wurde m.W. nicht exkommuniziert; über ihn und sein Verbrechen wird auch nicht diskutiert.
Quelle: ORF


21.2.2009 Patrick Desbois "Die Spur des Verbrechens". Desbois sucht seit zehn Jahren die Massengräber ermordeter ukrainischer Juden und Jüdinnen. Er macht Zeitzeugen ausfindig. Deren Erklärung für ihr bisheriges Schweigen: Es hat uns niemand gefragt. Das Buch Desbois trägt den Titel: "Der vergessene Holocaust". Website

19.2.2009 Bernhard Grom über den Begriff Spiritualität
Quelle: Stimmen der Zeit

18.2.2009 Drei TheologInnen, die eine Petition zur Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils unterschrieben haben, werden vom Regensburger Bischof wegen dieser Unterschrift gemaßregelt. Sie sollen sich von ihrer Unterschrift distanzieren und ihren Treueeid wiederholen und dem Papst - via Regensburg - eine Entschuldigung zukommen lassen, fordert der Bischof.
Chjristian Weisner, WsK, meint, nicht die ProfessorInnen würden das Papst-Amt beschädigen, sondern die Pius-Bruderschaft.
„Jetzt will man den bestrafen, der auf den Feuermelder gedrückt hat und versucht, den Brand zu löschen“, sagte Weisner.
Quelle: Focus

16.2.2009 Ulrich Kutschera erklärt, wie Pseudowissenschaftler die Erkenntnisse Darwins missdeuten. Damit unterstützt er nebenbei die Theologie, die gerade in den Schöpfungserzählungen der Bibel zu Recht darauf beharrt, dass die Bibel ein Glaubensbuch ist - und kein Werk der Natur-Kunde.
Quelle: Spiegel


15.12.2009 Der zum Weihbischof von Linz ernannte Dr. Gerhard Maria Wagner hat den Papst um Rücknahme seiner Ernennung gebeten.
Quelle: Radio Vatikan


15.2.2009 Die Kirche verlässt die Menschen - Brief des Alterzbischofs Stecher an Prof. P. Dr. Medard Kehl SJ

12.2.2009 Der Innsbrucker Dogmatiker Jozef Niewiadomski bringt die Auseinandersetzung um die Pius-Bruderschaft auf den Punkt: Die kath. Kirche muss sich fragen, wie ernst sie das 2. Vatikanische Konzil nimmt.
Quelle: Katholische Kirche Vorarlberg

12.2.2009 In Österreich treten vermehrt Christen aus der katholischen Kirche aus. Der letzte Anlass ist die Ernennung von Gerhard M. Wagner zum Linzer Weihbischof. Wagner ist der Ansicht, dass Homosexualität eine heilbare Krankheit ist und der Hurrikan Katrina eine Strafe Gottes für Abtreibung und Bordelle sei. Dechanten der Diözese Linz haben in einer Stellungnahme erklärt, sie könnten ihre Zustimmung zu einem Weihbischof Wagner nicht geben.
Quelle: tt.com und Kath. Kirche Oberösterreich

Kreationismus auf dem Lehrplan - einfache Antworten auf schwierige Fragen.
Quelle: Süddeutsche
Wer mehr über den jahwistischen und den priesterschriftlichen Schöpfungsbericht wissen möchte und erfahren möchte, dass die Bibel keine naturwissenschaftliches Lehrbuch ist, lese hier nach.

9.2.2009 Der kath.de-Kommentar von E. Bieger SJ zum Papst im Kreuzfeuer der Medien

30.1.2009 Hans Küng zum Thema: Wenn ein Obama Papst wäre. Fazit: Yes, we can :-)

29.1.2009 Hier geht's zur Petition für die Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils. Die TheologInnen reagieren damit auf die äußerst problematische Aufhebung der Exkommunikation von Bischöfen der traditionalistischen Bruderschaft Pius X.


26.1.2008 Die Exkommunikation des traditionalistischen Bischofs Richard Williamson, Großbritannien, wurde vom Papst zurückgenommen. Der Bischof Williamson hat in einem Interview, das in Regensburg aufgezeichnet wurde, den Holocaust geleugnet. Rechtsextreme feiern die Wiederaufnahme in die katholische Kirche. Der Zentralrat der Juden ist entsetzt.
Quelle: Spiegel


24.1.2009 Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von 4 traditionalistischen Bischöfen aufgehoben. Zu ihnen zählt auch der Brite Richard Williamson. Diesem Bischof wird die Leugnung des Holocaust vorgeworfen.

21.1.2009 Im Augsburger Priesterseminar wird im April 2009 der vierte Leiter des Priesterseminars in 6 Jahren sein Amt antreten. Im Augsburger Klerus, meldet die Süddeutsche, sorge man sich nun, dass bei der Zulassung ins Priesterseminar in Zukunft Quantität vor Qualität gehe.
Quelle:
Süddeutsche




















Zur Startseite
Mailen Sie Diese Seite gehört zu http://www.gottes-suche.de nach oben