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den
Archiven der angegebenen Quellen.
24.12.2009
Allen,
die
hier vorbeischauen,
wünsche ich ein
gesegnetes Weihnachtsfest und die Erfahrung, Würde zu haben.
Eine Würde, die durch keine Erfahrung von Missachtung,
Misshandlung und Missbrauch zerstört werden kann.
Rika 25.12.2009
Eamonn Walsh und Raymond Field, Weihbischöfe der Erzdiözese
Dublin,
kündigten am Heiligen Abend an, ihre Ämter niederzulegen.
Auch mehrere Priester und Diakone baten nach der Veröffentlichung
des Murphy-Berichtes, der den systematischen sexuellen Missbrauch
von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester und
Kirchenmitarbeiter detailliert veröffentlichte, um Entbindung von
ihren Aufgaben. Quelle: Der
Standard 23.12.2009 Der Bischof von
Kildare und Leighlin, James Moriarty, hat dem Papst seinen
Rücktritt wegen der Vertuschung von Sexualverbrechen in der
Erzdiözese Dublin angeboten. Moriarty war von 1991 bis 2002
Weihbischof in Dublin. Quelle: Yahoo 23.12.2009 Gerry Adams,
Vorsitzender der katholischen Partei Sinn Fein, offenbarte
kurz vor Weihnachten, dass sein Vater, Gerry senior, einer der
Anführer
der katholischen IRA-Untergrundarmee, und sein jüngerer Bruder
Liam
jeweils ihre eigenen Kinder sexuell und emotional missbrauchten.
Quelle: FAZ 17.12.2009
Der
irische
Bischof Donal
Murray, Limerick, ist
zurückgetreten. Sein Rücktrittsgesuch wurde vom Papst
angenommen. Murray hat - wie andere Bischöfe auch - kirchliche
Missbrauchstäter geschützt. Der Papst hatte letzte Woche von
seiner tiefen Verstörung und Betrübnis angesichts des
Skandals gesprochen. Der Gesandte des Vatikan hingegen hatte nach einem
Spiegelbericht in Dublin die Arbeit der Murphy-Kommission boykottiert.
Auch der pensionierte Dubliner Erzbischof Desmond Conwell habe noch im
letzten Jahr versucht, die Arbeit der Kommission für
Kindesmissbrauch zu blockieren, indem er ihr den Zugang zu den Akten
verwehrte.
Quelle: Der
Spiegel
Conwell war 2003 vorgeworfen worden, er habe verdächtige Priester
versetzt. Ob diesem Vorwurf gerichtlich nachgegangen wurde, weiß
ich nicht. - Bereits 2002 gab es eine Opfer-Vereinigung in Irland, der
800 Opfer von priesterlichen Missbrauchstätern angehörten. Im
Februar 2003 lagen mehr als 400 Klagen allein in der Erzdiözese
Dublin wegen sexuwellen Missbrauchs vor. Im September 2004 gingen
Kirche und Regierung in Irland von ca 11.000 mutmaßlichen Opfern
sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.
Dass der Papst erst Ende 2009 erschüttert ist, ist kaum
nachzuvollziehen. 12.12.2009
"Bestenfalls
unaufrichtig"
sei
das Bedauern, das der Papst
nach dem Murphy-Bericht geäußert habe, sagte der Vorsitzende
der irischen Opfergruppe "One in Four", Maeve Lewis. Der Papst
müsse seit langem vom Ausmaß des Problems gewusst haben.
Quelle: Domradio Kommentar: Es hilft den
Opfern nicht, wenn seit Jahren in schöner
Regelmäßigkeit päpstliche und bischöfliche
"Entschuldigungen" vor der Presse verlautbart werden - und sich
für die Opfer nichts ändert. S i e werden nach wie vor
verdächtigt, dem Ruf der Kirche zu schaden. Zuletzt hat der Papst,
der sich gestern wieder einmal entschuldigte, in seinem Brief zum
Priesterjahr den Opfern und jenen, die mit ihnen solidarisch sind,
unterstellt, sie seien "eigensinnig" und sie liebten ihre Kirche nicht.
Solange dieses Denken im Vatikan, bei den Bischöfen und auf allen
(!) Stufen katholischer Hierarchie - in der Regel unausgesprochen, aber
auch völlig naiv offen gelegt wie zuletzt im Brief zum
Priesterjahr - vorherrscht, so lange wird es die
täterschützenden Seilschaften geben, die der sie bislang
favorisierende Papst dann wortreich beklagt. Was Missbrauchsopfer
brauchen, das ist glaubwürdige Solidarität. Ich kenne kein
(familiäres oder kirchliches) Missbrauchsopfer, das nicht sehr
genau zu unterscheiden wüsste zwischen ehrlicher und
glaubwürdiger Anteilnahme und Solidarität - und
unaufrichtigen Mitleids-Beteuerungen. Wenn Kirche vom kleinsten
Mitglied bis zum Papst sich nicht wirklich zu den Opfern "bekehrt",
werden wir noch viele Jahrzehnte mit folgenlosen und
unglaubwürdigen Worthülsen der Entschuldigung zubringen, die
niemandem helfen - den Opfern nicht und nicht mal dem Papst. Dem
Evangelium schon gar nicht.
Erika Kerstner,
die der irischen Opferorganisation aufgrund eigener Erfahrungen nur
zustimmen kann: "Bestenfalls unaufrichtig" ist das päpstliche
Bedauern. Sollte sich an meiner Einschätzung etwas gravierend
ändern, wäre ich die Letzte, die das nicht hier und nicht
öffentlich sagen würde. 11.12.2009
Der
Papst
zeigte sich im
eineinhalbstündigen
Gespräch mit irischen Bischöfen bestürzt über die
im Murphy-Bericht benannten Missbrauchsfälle in der kath. Kirche
Irlands. Er werde die Aufklärung persönlich verfolgen. Der
Bericht befasst sich mit Vorwürfen aus den Jahren 1975 bis 2004,
die von 320 Personen erhoben wurden. Seit Mai 2004 kamen 130 weitere
Vorwürfe hinzu. Wie die
Absichtserklärung des
Papstes, er werde die Aufklärung persönlich verfolgen, mit
seiner im Brief zum
Priesterjahr geäußerten Empfehlung an die Christen, die
"Schwächen der Priester" nicht "eigensinnig aufzudecken", in
Einklang zu bringen ist, weiß ich nicht. (E.K.) Quelle: ORF 10.12.2009
Die
irischen
Bischöfe
haben - wieder einmal - um
Vergebung für den Missbrauch von Kindern durch Priester und die
Vertuschung durch die Kirche gebeten. Sie erklärten, der
Murphy-Bericht habe Schreckliches in schockierendem Ausmaß zutage
gefördert und sprechen davon, dass eine Vertuschungskultur bei
"Missständen" innerhalb der Kirche offenbar weit verbreitet
gewesen sei.
Quelle: Radio
Vatikan Die Bischöfe
scheinen also wieder einmal über sich und über diejenigen,
die in den eigenen Reihen Verbrecher schützten, entsetzt zu sein.
Es bleibt zu hoffen, dass das Entsetzen als Solidarität bei den
Opfern auch ankommt. Dass Täter in der irischen Kirche
geschützt werden, war spätestens 2003 bereits abzusehen.
Schon damals waren allein in der Erzdiözese Dublin 400
Missbrauchsfälle bekannt. 2004 sprach der Erzbischof Martin von
11.000 mutmaßlichen Opfern. 2005 klagten 15000 mutmaßliche
Opfer gegen die Kirche. Seither vergeht kein Jahr ohne Nachrichten.
Bereits Mitte der 80er Jahre ließ der damalige Erzbischof der
Diözese Dublin seine Diözese gegen mögliche
Missbrauchs-Prozesse versichern. Das tut nur jemand, der den Umfang
eines Problems ahnt - oder davon weiß. 25.11.2009 Haben die
Opfer eine Chance? Unter dem Titel "Das Kreuz und
die Kirchen" geht Gotthard Fuchs in CiG
der Frage nach, welche Bedeutung das Kreuz für die Christen - und
die Welt - hat. 17.10.2009
Hier
ein
Pressebericht
des
BKA von 2007 zum morgigen Tag gegen Menschenhandel
Wer der verändernden und handlungsanstiftenden Kraft des Betens
traut, der möge hier diese Texte vom Nordelbischen
Frauenwerk lesen. 9.10.2009
Das
Kreuz
als
Skandalon im Internet: "Das Internet ist
prädestiniert den Stimmlosen eine Stimme zu geben.
Auch hier treffen sich also Eigenbotschaften des Mediums Internet mit
denen der christlichen Theologie." Das ist eine richtige Beobachtung :-)
Quelle:
internetseelsorge 8.10.2009
In
Irland
haben
Bischöfe sich mit Missbrauchsopfern getroffen. Die
Folgen seien qualvoll, hieß es in einer Pressemitteilung. Die
irischen Bischöf mit Primas Kardinal Sean Brady stellten die
Gründung einer Dialoggruppe in Aussicht, um Missbrauchsopfer zu
begleiten.
Quelle:
Radio
Vatikan
Kommentar: Offensichtlich haben die Bischöfe Irlands begonnen, MIT
Missbrauchsopfern zu sprechen und zu erkennen, dass es die Begleitung
von Mitmenschen und Mitchristen braucht, um die Gewaltfolgen zu
reduzieren. Es darf gehofft werden, dass die Begleitung von Menschen,
die Menschen in die Hände fielen, Chefsache in Irland ist. Und
offensichtlich wird auch der Schaden für die Opfer gesehen -
anders als zuletzt in einem Artikel in der Herder-Korrespondenz,
der
ausschließlich
den
Schaden auslotete, den die katholische
Kirche Irlands (durch die Opfer?) erlitten hat. 1.10.2009
Ein
paar
Beobachtungen zum Polanski-Fall
seien hier festgehalten. Er ähnelt dem Verhalten der Berufsgruppe
der Priester. Erika Kerstner
29.9.2009
Für
die
Freilassung
von Roman Polanski aus
schweizerischer Auslieferungshaft setzen sich ein: der polnische
Außenminister, Bernard Kouchner, die Grünen im Schweizer
Parlament, Künstlerkreise, darunter Costa-Gavras, Tony Gatlif,
Wong Kar-wai, Fanny Ardant, Ettore Scola, Michele Placido, Giuseppe
Tornatore, Monica Bellucci, Gilles Jakob, Bertrand Tavernier; polnische
Filmemacher, der französische Kulturminister und viele viele
andere.
Sie setzen sich ein für einen Mann, der eingestandermaßen
ein 13-jähriges Mädchen missbrauchte/vergewaltigte und dem es
gelang, sich 30 Jahre lang dem Prozess zu entziehen. Von so viel
Unterstützung, auch öffentlicher und hochkarätiger
Unterstützung, können missbrauchte Kinder und vergewaltigte
Frauen nicht erzählen. Bedrückend ist auch, dass den vielen
Verteidigern Polanskis offensichtlich unbekannt ist, dass der
Rechtsstaat die Pflicht hat, einer Missbrauchsanklage nachzugehen,
unabhängig vom Antrag ds Opfers auf Einstellung des Verfahrens.
Sie wolle kein zweites Mal, diesmal durch die Presse, traumatisiert
werden, begründete das Opfer ihren Antrag auf Einstellung des
Verfahrens. Wie recht die Frau hat, dürfte die
Solidaritätswelle belegen, die Polanski trägt.
Zum bitteren Vergleich hier ein Bericht
über einen katholischen Priester von 2003, der wegen
Missbrauch verurteilt wurde - und mit viel Solidarität rechnen
durfte - anders als seine Opfer. Offensichtlich sind da Politik, Kultur
(!), Kunst (!) und Kirche (!) sich sehr ähnlich - mehr als ihnen
allen gut tut. 26.9.2009
Die katholische Kirche prüft die Möglichkeit einer Hotline
für in
katholischen Heimen misshandelte und missbrauchte Heimkinder . Quelle: DBK 26.9.2009
Über ein nach wie vor bestehendes Finanznetzwerk für
Geldwäsche in der
Vatikan-Bank informiert das Wochenmagazin für Wirtschaft und Geld.
Der
Journalist Gianluigi Nuzzi berichtet darüber in seinem Buch
"Vaticano
S.p.A." und beruft sich auf ein Geheimarchiv des Monsignore Dardozzi,
der verfügt hatte, dass das Archiv nach seinem Tod gesichtet und
veröffentlicht werden sollte.
Quelle: format.at 22.9.2009
Im Prozess gegen einen ehemaligen Organisten der katholischen
Kirche in Eiterfeld/Rhön kam zutage, dass der Vater und das
mutmaßliche
Opfer im Sommer 2001 den Gemeindepfarrer über den Missbrauch in
der
Sakristei informiert hatten. Damit erklärten Vater und Tochter,
warum
die Tochter den Dienst als Küsterin niederlegte. Der Pfarrer
sprach
nicht mit dem beschuldigten Organisten. Er entband ihn auch nicht von
seinem Ehrenamt. Erst 2006, als das mutmaßliche Opfer Anzeige
erstattete, wurde der Organist von seinem Amt suspendiert. Am
27.9.2002 hat die Bischofskonferenz Leitlinien
zum Umgang mit Missbrauch beschlossen. Spätestens dann hätte
der
Pfarrer wissen müssen, an wen er sich wenden kann und muss.
Quelle: Fuldaer
Zeitung 18.9.2009 Nach Angaben
der Internationalen
Gesellschaft für Menschenrechte sind 80% aller religiös
Verfolgten
Christen. Zugleich gibt es auch Christen, die Angehörige anderer
Religionen verfolgen oder Verfolgung dulden.
Quelle: kirchenseite 16.9.2009 Eine
Polizistin fasst die Aussage eines Organisten aus dem Raum Fulda
zusammen, der des Missbrauchs angeklagt ist: „Er sagte, das
Mädchen habe
freiwillig und gern mitgemacht und er wolle nichts mehr sagen, um das
Mädchen nicht zu belasten.“ 1987 bis 2003 wurde die heute
29-Jährige von ihrem Onkel, einem im Dorf sehr angesehenen
Mann, missbraucht. Der Missbrauch begann, als sie 7 Jahre alt war.
Mehrere Menschen - incl. des Pfarrers - haben vom Missbrauch gewusst.
Niemand hat den Onkel zur Rechenschaft gezogen.
Quelle: Fuldaer
Zeitung 5.9.2009 Hinweis auf
ein neues Buch von Susanne
Krahe: Markus
der
Zweifler
(Presseinformation) 3.9.2009
Der Vatikan prüft, ob die Nachricht stimmt, dass der Gründer
der
Gemeinschaft „Legionäre Christi“, Pater
Marcial Maciel Degollado, nicht nur eine Tochter, sondern weltweit
mindestens fünf weitere Kinder habe. Der Rechtsvertreter der
mutmaßlichen Kinder ist Jose
Bonilla.
Maciel Degollado wurde seit den 90er Jahren des 20. Jhs. von
Seminaristen sexueller Missbrauch vorgeworfen. Ein Verfahren gab es
nicht. Er erhielt von der Kirche lediglich die Auflage, ein
zurückgezogenes Leben zu führen. Eine zur Zeit laufende
Visitation will
dem Vorwurf der Kinderzeugung durch Maciel Degollado nachgehen. Der
Vorwurf sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen war für
den
Vatikan kein Grund zur Überprüfung.
Quelle: Radio
Vatikan Ein
Kommentar
von
Christian
Modehn vom 12.6.2009
Modehn berichtet, dass die "Legionäre
Christi" die Befreiungstheologie bekämpfen. Sie vertreten eine
»teologia de la prosperidad«, eine Theologie des
Wohlstands, die den
Reichen erklärt, ihr üppiges Leben sei gottgewollt. Zweiter
Kommentar
von
Christian
Modehn vom 24.8.2009
Modehn spricht davon, dass im Orden der Legionäre Christi immer
wieder
Missbrauchsfälle bekannt wurden und es vermutlich ein
pädophiles
Netzwerk gab. Dass der Ordensgründer mindestens seit den 60er
Jahren
ungehindert Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene missbrauchen
konnte, spricht dafür, dass er Helfershelfer hatte und dass viele
weggeschaut haben.
Noch der heutige Papst - als er noch Kardinal war - teilte dem
Missbrauchsopfer José Barba mit: „Da kann ich nichts
machen, der Orden gibt
dem Johannes Paul II. Papst viel Geld“.
Die
Legionäre
Christi
unterstützen
das Internetportal ZENIT. Im
Impressum heißt es dort: "Die
Organisation „Kirche in Not“, die Italienische Bischofskonferenz
und die Kongregation der Legionäre Christi setzten großes
Vertrauen in
das Projekt und ermöglichten mittels großzügiger
Spenden die Gründung
der Nachrichtenagentur ZENIT und ihr anfängliches Wachstum.")
s.auch: An
der
Seite
der
Reichen, 2005
2.9.2009 "Sie
vertreten Interessen, aber sie haben keine Träume." "Ich brauche
nicht jede Lebensvision selber zu entwerfen, denn ich habe Anteil an
der Kraft meiner Geschwister." "Wie an keiner anderen Stelle tut man
beim Singen, als könnte man schon glauben." Das sind drei
Sätze von Fulbert Steffensky. Er denkt über Menschen und
Kirche nach. Es
lohnt
zu
lesen. 19.8.2009 Zur
Aktualität der Befreiungstheologie schreiben die "Stimmen
der
Zeit". Die Plattform "Theologie der
Befreiung" ist hier zu finden. 1.8.2009 Offener Brief an den
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Brief des Papstes
anlässlich des Priesterjahres 29.7.2009
Bemerkenswert: In
einem FR-Interview wird Jürgen
Fliege gefragt: "Hätten
die Kirchen mehr Zulauf, wenn sie sich mehr für soziale
Gerechtigkeit engagieren würden?" Seine Antwort: "Das tun sie doch
schon. Sie
profilieren sich als eine Agentur, die sich
irgendwo zwischen Verdi, Grünen und SPD ansiedelt. Aber Religion hat
nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Sie ist eine Antwort auf jene
unvermeidbaren Wechselfälle des Lebens, die von uns als Krisen
empfunden werden."
Dass christliche Religion nichts mit Gerechtigkeit zu tun habe,
würden Jesus und alle Propheten bestreiten. 29.7.2009 In
der SZ
berichtet Matthias Drobinski, dass auch ein Jahr nach dem Bekanntwerden
der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Bamberger Domkapitular die
Opfer weiter leiden. Einer von ihnen wirft der Kirche vor, dass es nach
außen schöne Worte gäbe, aber tatsächlich passiere
nichts. Den Missbrauchsbeauftragten des Bistums Bamberg nimmt er
ausdrücklich aus von diesem Vorwurf. "Wagner" (Name
geändert), eines der Opfer, konnte vom Missbrauchsbeauftragten
keine Finanzierungszusage für eine Therapie erhalten und wandte
sich an den Generalvikar. Der habe ihn angeschnauzt: Wieso er erst
jetzt damit komme, ob ihm bewusst sei, was er da angerichtet habe, ob
er eine Existenz vernichten wolle.... Später entschuldigte sich
der Generalvikar.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen, die Taten
verjährt; Anhaltspunkte, dass die Opfer unglaubwürdig seien,
gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht; der Domkapitular
wohnt inzw. wieder in seiner Dienstwohnung. Sein Stellvertreter in der
Personalabteilung war auch im Ottanianum, dem Tatort, sein
Stellvertreter. Er habe nichts mitbekommen. Insider berichten nach
SZ-Angaben, dass man den Fall zunehmend in mildem Licht sehe. Kommentar: Erst wenn es
keine Nachrichten mehr geben wird, die die Opfer zu den wahren
Schuldigen machen wollen, können Missbrauchsopfer von kath.
Priestern anfangen, in kirchlichen Behörden auf Unterstützung
und Gerechtigkeit zu hoffen. 29.7.2009 Am
Freitag,
31.7.2009, wird in Bonndorf/Schwarzwald um 19 Uhr eine "Messfeier im Gedenken an die Opfer
sexualisierter Gewalt" sein. Wir danken dem Pfarrer und der
Gemeinde für die offenen Ohren! Erika Kerstner 23.7.2009 In
der Kirche in
Irland geht die Nationalpolizei derzeit knapp 100 neuen Vorwürfen
gegen katholische Geistliche nach. Die Betroffenen meldeten sich bei
einer Hotline, die nach dem Ryan-Report eingerichtet wurde. Mehr als
die Hälfte der Vorwürfe beziehen sich auf sexuellen
Missbrauch, die übrigen sprechen von körperlicher
Züchtigung.
Quelle: kath.web 22.7.2009 Der
71jährige
katholische Ordenspriester, der mindestens 16 Internats-Schüler in
Lebenhan/Bayern missbraucht hat, wurde durch den Papst vom Priesteramt
entbunden. Angehöriger des Ordens der Missionare von der Heiligen
Familie bleibt er weiterhin. Er darf nur keinen Kontakt mehr zu Kindern
und Jugendlichen haben und das Kloster nur nach Rücksprache
verlassen. Juristisch waren die Straftaten verjährt. Es wurde
keine Anklage erhoben.
Quelle: FR 21.7.2009 Im Papstschreiben
zum
Priesterjahr steht u.a. folgender Text: "Leider gibt es auch
Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die
Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer
Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung.
Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist
weniger die EIGENSINNIGE AUFDECKUNG (Großschrift E.K.) der
Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe
Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in
leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten,
in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten
Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern."
Kommentar: Unter der "Untreue" der Diener der Kirche ist vermutlich der
sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische
Priester gemeint. Ich kann diesen Text nur als Aufforderung zur
Vertuschung von Verbrechen und als Diffamierung der Verbrechensopfer
lesen. Den Verbrechensopfern werden irgendwie eigensinnige - d.h. ja
wohl zwielichtige - Motive bei der Aufdeckung der Untreue von Priestern
unterstellt. Zur Klarheit: Wir sprechen hier von Verbrechen und
Menschenrechtsverletzungen! In der Optik des Papstes sind die
wahren Opfer also nicht missbrauchte Kinder und Jugendliche, vielmehr
ist es die Kirche. Damit wird die Realität umgedeutet und die
Opfer werden - wieder einmal - zum Verschwinden gebracht. (Ein
entsprechendes Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen
Bischofskonferenz, Herrn Erzbischof Dr. R. Zollitsch, ist in Arbeit.) 20.7.2009 Der ORF-Film "Mit
befleckter Soutane"
ist inzwischen online. 18.7.2009 ORF
bringt am Sonntag, 19.7.2009 einen Beitrag über die Kirche in
Polen.
Titel: Mit befleckter Soutane. Bislang wurden Vorwürfe wegen
sexuellen
Missbrauchs, die Priester als Täter benannten, von der
katholischen
Kirche in Polen als Angriffe gegen Gott gedeutet. Inzwischen jedoch
regt sich auch in Polen Widerstand gegen die "Vertuschungspolitik". In
Lodz hat sich eine kleine Gruppe von sexuell missbrauchten
Ex-Ministranten zusammengetan. Ein Mann, der nach Kanada ausgewandert
ist, hat seine Leidesngenossen in Polen aufgerufen, ihr Schweigen zu
brechen. Die
kath.
Kirche
spricht
von einer Medienkampagne und von den
berühmten "Einzelfällen". Joana Radzyner hat den Bericht
zusammengestellt.
Kommentar: Offensichtlich gehorchen die katholischen
Bischöfe mit ihrem Verhalten dem Schreiben
des
Papstes
zum
Priesterjahr 2009.
Dort heißt es u.a.: "Leider gibt es auch Situationen, die nie
genug beklagt werden
können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar
wegen
der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu
Anstoß und Ablehnung. Was in
solchen
Fällen der Kirche am hilfreichsten
sein kann, ist weniger die
eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer
Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der
Größe des
Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in
großherzigen Hirten, in von brennender
Liebe zu Gott und den Menschen
erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen
Führern."
Natürlich kann man so argumentieren und der Papst tut es ja auch.
Die
Glaubwürdigkeit der Kirche kann man damit jedoch nicht
zurückgewinnen. 11.7.2009
'Die Sozialenzyklika des Papstes "Caritas
in
Veritate"
sei in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf breite Zustimmung
gestoßen.' So oder so ähnlich lauten allerorten die
Rückmeldungen zur
Enzyklika "Liebe in Wahrheit". Wenn
alle zustimmen, dann frage ich mich, ob die Zustimmung aller zum Text
eine Form ist, den Text unschädlich zu machen. Frei nach dem
Motto: Wir
haben zugestimmt - und wir machen genauso weiter wie bisher. 8.7.2009 Michael
Jacksons Trauerfeier ist zu Ende. Vergessen sind die
Missbrauchsvorwürfe. Selbst der Osservatore Romano, die
Vatikan-Zeitung, kommentierte, dass keine "noch so schwere
Anschuldigung" den "Mythos Jackson" bei den Fans zerstören konnte.
6.7.2008 Am 15.
Juli beginnt die apostolische Visitation bei den Legionären
Christi. Dem inzwischen verstorbenen Gründer, Marcial Maciel
Degollado (1920-2008) wird vorgeworfen, dass er eine Beziehung zu einer
Frau hatte und Vater einer Tochter (manche sprechen von 2 Kindern) ist.
Ein weiterer Anlass für die Untersuchung ist der Vorwurf, dass
Maciel jahrelang junge Seminaristen missbraucht haben soll.
Quelle: katholisches.info
S. a. auch einen Beitrag von Christian Modehn in PF
Der Briefwechsel zwischen dem Orden und Rom kann hier
nachgelesen werden. Ihm ist nicht zu entnehmen, was der Anlass der
Visitation ist. Von "momentanen Herausforderungen" und von
"schwerwiegenden Tatsachen im Leben des Gründervaters" ist die
Rede. Im Übrigen wird der mütterliche Schutz Unserer lieben
Frau von Guadalupe erfleht. Wie - um Himmels willen - soll es bei einer
solch verschleiernden Sprache je ein zutreffendes Untersuchungsergebnis
geben! 4.7.2009 CiG
über Erich Zenger: Die Bibel des Lebens 27.6.2009
Kardinal Claudio Hummes, Präfekt der vatikanischen
Kleruskongregation, sagte, die Kirche könne die Augen nicht vor
den Pädophiliefällen kath. Priester verschließen. Sie
sei ein "entsetzliches Verbrechen". Hummes sagte, 4% der Priester seien
pädophil.
Quelle: Radio Vatikan
Zur Erinnerung: Am 19.4.2008 meldete die Presse,
dass
der
vatikanischen
Glaubenskongregation seit 2001 rund
1.000 Anzeigen aus den USA wegen pädophiler Verbrechen zugegangen
seien, die
in den vergangenen Jahrzehnten von katholischen Priestern begangen
worden waren. Nur in zehn Fällen sei es allerdings auch zu einem
Strafprozess gekommen. 24.6.2009 In
der heutigen Generalaudienz beklagt der Papst, dass viele Kinder in
Angst leben, allein gelassen werden, unter Hunger, Missbrauch und
Krankheit leiden oder in bewaffneten Konflikten Opfer würden. In
der gleichen Audienz erinnerte er an Jean Marie Vianney, dessen Wort
der Papst anlässlich des Priesterjahres in Erinnerung ruft: "Wenn
ihr den Priester seht, denkt an unseren Herrn Jesus Christus".
Kommentar: Es ist u.a. diese völlig unreflektierte Herstellung
dieses Zusammenhangs "Priester = Christus", die es von Priestern
missbrauchten Kindern oft unmöglich macht, einen Zugang zum
christlichen Glauben zu finden. Es ist bedrückend, dass niemand
den Papst darauf hingewiesen hat - und dies nur 14 Tage nach der
Veröffentlichung eines Berichtes, in dem von über 3000
Missbrauchsopfern irischer Kleriker die Rede war. E. Kerstner 20.6.2009 Die
Österreichische Wertestudie zeigt u.a. den weiteren Rückgang
der Kirchenbindung und den Rückgang der Bindung von Jugendlichen,
Frauen und dem ländlichen Raum an christliche Kirchen.
Quelle: ORF 16.6.2009 Ein
Priester aus Cork in Irland berichtet, dass es Missbrauch auch im
Priesterseminar gegeben hätte. Der Geistliche sprach von
'widerwärtigen, grausamen und repressiven Zuständen' dort. Er
berichtete auch von Selbstmorden im Seminar und dass niemand bereit
gewesen sei, gegen den Missbrauch einzuschreiten. Der Geistliche soll
einen Brief an den Vatikan gesandt haben. Bevor er das Priestersemanr
verließ, sei ihm befohlen worden, den Mund zu halten und das
Wissen mit ins Grab zu nehmen.
Quelle: ORF 13.6.2009
Kinderheime und sexueller Missbrauch. Ein Artikel von Stephan
U. Neumann in CiG
Da würde frau sich doch wünschen, dass den guten Worten auch
Taten folgen. 11.6.2009
Die irische evangelische Pfarrerin der deutschsprachigen Gemeinde in
Dublin, Corinna Diestelkamp, weist in einem Interview auf die Rolle der
Zuschauer und Zuschauerinnen hin, die Zeugen der Kindesmisshandlung des
Kindesmissbrauchs in irischen Heimen waren und nichts unternommen
haben. Sie sagt: „Je länger man sich damit
befasst, umso mehr wird
deutlich, dass es natürlich Menschen gegeben hat, die nicht selbst
in
Missbrauch verwickelt waren, die aber nicht hingeschaut haben, nichts
unternommen haben und die nicht haben sehen wollen oder können,
dass
auch von der Kirche aus Unrecht passiert."
Quelle: Radio Vatikan 11.6.2009
Vor einigen Jahren wurden die Aussagen ehemaliger Heimkinder noch als
"bedauerliche Einzelfälle" abgewehrt. Inzwischen liegt eine
wissenschaftliche Untersuchung vor. Dort zeigt sich, dass
in deutschen Kinderheimen in den 50er- und 60er-Jahren systematisch
geprügelt wurde, Zwangsarbeit an der Tagesordnung war und sexuelle
Übergriffe nicht selten waren. Inzwischen berät ein runder
Tisch der
Regierung über eine Wiedergutmachung. Mehr steht im Welt-Artikel.
Dort sind
auch
Leserbriefe
eingestellt.
Wer sie sich zumuten will, kann dort
"Volkes Stimme" nachlesen. Viele dieser Stimmen zeugen von
völliger
Unkenntnis darüber, was Gewalt in der Kindheit lebenslang
anrichtet.
Und sie zeugen vom Unwillen mancher Leute, anderen Menschen
zuzuhören
und so etwas wie Mit-Gefühl zu entwickeln.
(Vorsicht! Triggergefahr!) Quelle: Die
Welt 9.6.2009 Die
irischen Bischöfe haben am Freitag dem Papst persönlich
über die Kindesmisshandlungen und den Kindesmissbrauch in irischen
Heimen berichtet. Dort waren über 30 000 Kinder immer wieder
geschlagen und misshandelt worden. Gemeldet haben sich über 3000
Opfer, die in 216 Institutionen den Tätern ausgeliefert waren. Der
Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin berichtete, der Heilige Vater sei
"sehr bekümmert" gewesen. Eine offizielle Stellungnahme des
Vatikan gibt es nicht. Die Begründung: Der Kindesmissbrauch sei
eine "Angelegenheit der örtlichen Kirche".
Quelle: der standard.at 7.6.2009 Heute
hat der siebenwöchige Amos-Prozess der
Pfarrei St. Peter in Bruchsal begonnen. Wer sich für diesen
Propheten und seine Aktualität interessiert, kann hier nachlesen
und seine/ihre Form der Beteiligung suchen. 6.6.2009 Der
Freiburger katholische Weihbischof Rainer Klug sucht für das
Problem des Priestermangels "Katholische Lösungen". "Katholisch"
(zu deutsch: überall, das Ganze betreffend) wäre die Suche
nach Lösungen dann,
wenn auch Frauen in den Blick gerieten, denke ich.
Quelle: Konradsblatt 5.6.2009 Heute
beraten die Spitzen der irischen Bischofskonferenz mit Papst Benedikt
XVI. über die im Mai bekanntgewordenen
Fälle sexuellen Missbrauchs in der irischen Kirche. Mehr als 2000
Kinder wurden in katholischen Erziehungseinrichtungen misshandelt,
geschlagen und/oder sexuell missbraucht.
Quelle: Die
Presse31.5.2009 "Die Kirche
ist eine kollektive
Erinnerungswerkstatt: Sie hat einen Schatz an Geschichten, die an das
Recht der
Schwachen und Armen, der Witwen und Waisen erinnern – auch an den Sturz
der
Tyrannen." Mit diesen Worten von Fulbert Steffensky euch allen Frohe Pfingsten! Rika
mehr zum Thema "Kirche im Exil"
von Fulbert Steffensky 29.5.2009 Die
Deutsche Bischofskonferenz hat den Vertrag von Stefan
Hippler, der 1997 vom Bistum Trier nach Südafrika geschickt worden
war, zum 30.9.2009 beendet. Hippler hatte in Südafrika im Jahr
2000 ein Aids-Hilfeprojekt gegründet, das aidskranke Kinder
behandelte und Gesundheitsarbeiterinnen ausbildete. Zusammen mit
Bartholomäus Grill, einem Zeit-Journalisten, hatte Hippler das
Buch "Gott, Aids, Afrika" geschrieben.
Quelle: Morgenpost.de 28.5.2009
Michael O'Brien, früherer Bürgermeister seiner Heimatstadt,
schockte das Studiopublikum des irirschen Fernsehsenders RTE am
Montagabend. Während einer politischen Podiumsdiskussion saß
er der 75-Jährige mit seiner Frau im Publikum und berichtete von
dort aus, dass er mit 8 Jahren zusammen mit sieben Geschwistern im Jahr
1942 in eine katholische Anstalt eingewiesen wurde. Der Grund ist
unbekannt - vielleicht war die Mutter gestorben. "Schon in der zweiten
Nacht wurde ich vergewaltigt", berichtete O'Brien. Und weiter sagte er:
"Wie oft stürze ich schweißgebadet aus meinem Bett, weil ich
diese Kerle an meinem Bettende stehen sehe, wie sie mir zuwinken, wie
sie mich in ihr Zimmer zerren, um mich zu vergewaltigen und die
Eingeweide aus mir herauszuprügeln." O'Brien hat mit diesem
Bericht der Untersuchungskommission des sexuellen Missbrauchs in
irischen katholischen Kinderheimen eine Stimme und ein Gesicht gegeben.
Irland ist schockiert.
Im Bericht der "Welt" wird wieder einmal deutlich, dass Täter mit
der Unterstützung der scheinbar Unbeteiligten, der Zuschauer,
rechnen dürfen. Noch 2002 konnten die "Christian Brothers", in
deren Kinderheimen viele Kinder missbraucht wurden, mit staatlicher
Unterstützung rechnen. Ihnen wurde zugestanden, dass keine
Täter aus ihren Reihen mit Namen genannt werden. Erst am 26.5.2009
stimmten die Christian Brothers und weitere Orden einer Stiftung
für die Opfer zu.
Quelle: welt.de 28.5.2009 P. Eberhard v. Gemmingen fordert in einem
Kommentar zum Konflikt der Kirchenleitung mit der Kirchenvolksbewegung,
dass beide Seiten des Konfliktes guten WIllen brauchen.
Quelle: WsK 26.5.2009 "Wir sind
Kirche" bedauert die neue Art der Dialogverweigerung durch die
katholische Kirchenleitung. Die Entscheidung des obersten Gerichtshofes
der katholischen Kirche gibt den Bischöfen das Recht, Mitstreiter
der "Wir sind Kirche"-Bewegung aus kirchlichen Gremien
auszuschließen. Die Kirchenvolksbewegung weist zu Recht darauf
hin, dass Reformen der katholischen Kirche nur möglich sind, wenn
einige Menschen vorausdenken. Selbst das Kirchenrecht (Can 212 §3
CIC) gibt Gläubigen das Recht und bisweilen sogar die Pflicht,
ihre Meinung den "Hirten" mitzuteilen und den übrigen
Gläubigen kund zu tun.
Quelle: WsK 25.5.2009 Der
Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin erhob schwere Vorwürfe gegen
die irischen Orden, die immer noch verschwiegen, dass Ordensmitglieder
"praktisch ohne jegliche Moral" gehandelt hätten. Er kritisierte
auch, dass die Opfer bislang keine ausreichende Entschädigung
erhalten hätten. Der gesamten katholischen Kirche Irlands warf der
Erzbischof vor, auf die Anschuldigungen nur schwach reagiert zu haben,
was zu einem hohen Glaubwürdigkeitsverlust geführt habe.
Quelle: orf
Kommentar: In der Tat hat der Erzbischof Recht. 22.5.2009 Der
neue Londoner Erzbischof Vincent Gerard Nichols sagte zum
Kindesmissbrauch in Irland im britischen Fernsehsender ITV, er
bescheinige den Tätern Mut, weil sie sich ihrer Vergangenheit
gestellt hätten. Er denke zuerst an die Missbrauchsopfer. Aber er
denke auch an die Geistlichen. Der Missbrauchsbericht dürfte die
vielen guten Dinge, die diese Menschen ebenfalls getan hätten, in
den Hintergrund treten lassen.
Quelle: Radio Vatikan 22.5.2009 "Die
Wahrheit wird euch frei machen" heißt es im 8. Kapitel des
Johannes-Evangeliums. Es gibt keine Garantie, dass die Wahrheit
schmerzlos zu haben ist. Die katholische Kirche in Irland hat diesen
Erkenntnisprozess noch vor sich. Sonst würde sie die Ermittlungen
einer irischen Kommission zu Missbrauch und Misshandlung in irischen
katholischen Kinderheimen unterstützen.
Quelle: taz
Der Verband der "Irischen Überlebenden der Kindesmisshandlungen"
kritisiert, dass der Bericht keinen der Täter beim Namen nennt und
dass es keine Strafanzeigen geben wird. Der Orden der Christian
Brothers hatte 2004 vor Gericht erzwungen, die Anonymität der
Täter zu wahren.
Entschädigungssummen werden zu neun Zehnteln (mehr als 1 Milliarde
Euro) von den Steuerzahlern aufgebracht, ein Zehntel begleicht die
katholische Kirche. Das Oberhaupt der katholischen Kirche Irlands,
Kardinal Sean Brady,
äußerte "tiefste Scham darüber, dass Kinder in diesen
Institutionen auf
so schreckliche Weise gelitten haben".
Quelle: FR
Kommentar: Dass die Namen der kirchlichen Täter in Irland mit
gerichtlicher Zustimmung verschwiegen werden, nennt man
"Täterschutz". Er funktioniert immer noch - obwohl bereits im
März 2002 der Papst
an
die
Priester schrieb, die Kirche wolle auch Sorge und
Mitgefühl zeigen und sich der schmerzlichen Situation mit
Wahrhaftigkeit (!) und Gerechtigkeit (!) widmen. Wie Wahrhaftigkeit und
Gerechtigkeit mit Täterschutz vereinbar sein soll, entzieht sich
meiner Kenntnis. E. Kerstner 20.5.2009
In
Irland gab es bis in die 80er Jahre des 20. Jh. hinein in ca 250
kirchlichen Häusern ca 35 000 Kinder. 2 500 dieser ehemaligen
Heimkinder sagten vor einer seit 2000 arbeitenden Kommission aus, dass
sie in den Heimen sexuell missbraucht und/oder misshandelt
wurden. Die Kommission ermittelte, dass Kirche und Staat
wissentlich die Augen vor den Zuständen verschlossen habe. Jeder
Missbrauchsfall sei von der kath. Kirche als Einzeltat und in
Verschwiegenheit behandelt worden. Die Angst vor einem Skandal
sei größer gewesen als die Sorge um das Wohl der Kinder. "Im
besten Fall wurden die Peiniger versetzt, aber für das Kind wurde
nichts gemacht. Im schlimmsten Fall wurden dem Kind noch Vorwürfe
gemacht", heißt es in dem Bericht. Vor allem Jungen seien in den
kirchlichen Einrichtungen sexuellem Missbrauch ausgeliefert gewesen.
Mädchen seien zwar auch sexuell missbraucht worden, jedoch nicht
so systematisch wie Jungen. Die "Nummer 253"
in einem dieser Kinderheime war John Kelly, der
Vorsitzende des irischen Opferverbandes SOCA. Quelle: ntv 16.5.2009
Nach
Ansicht des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber sollen
Hartz-IV-Empfänger mehr Verantwortung innerhalb der
Kirchengemeinden übernehmen. "Wir
müssen Menschen, die von sozialen Verwerfungen unmittelbar
betroffen
sind, noch stärker eine Stimme und einen Ort in unseren Gemeinden
geben", betonte Huber. Quelle: news.yahoo 12.5.2009
Der
Papst hat bei seinem Israel-Besuch auch die Gedenkstätte Yad
Vaschem ("eine Hand und ein Name") besucht. In seiner Rede gedachte er
der Opfer des Holocaust. Wessen Opfer sie wurden, sagte er nicht. Nach
der Papstrede gab es ein Gruppenfoto mit dem Mädchencor. Ein Foto
mit Avraham Ashkenazi, Ruth Bondy, Israela Hargil, Gita Kalderon, Dan
Landsberg und Ed Mosberg gab es nicht. Sie sind Überlebende der
Vernichtungslager der Deutschen. Nach der Weiterfahrt des Papstes sagt
eine Jerusalemer Journalistin, Lea Schnapp, dass sie ihre
zwölfjährige Schwester ins Gas gehen sah. Ihre ganze Familie
sei verbrannt worden. Von den tausend Kindern zwischen 12 und 16 Jahren
in Block 8 in Auschwitz sagt sie: "Fünfundzwanzig sind geblieben."
Lea Schnapp möchte nicht über die Papstrede urteilen: "Ich
bin einseitig. Es ist ein Festival. Aber keiner kann verstehen." Quelle:
Spiegel 11.5.2009
Der
Papst hat sich bei seinem Besuch in Amman/Jordanien für die Rechte
der Frauen eingesetzt und gegen ihre Unterdrückung und Ausbeutung.
Dafür müsse die Kirche Zeugnis geben. 27.4.2009
Die
Ureinwohner von Kanada hoffen auf eine Entschuldigung des Papstes
für die Misshandlungen, die psychische, physische und sexuelle
Gewalt, die Kinder und Jugendliche in Internaten durch katholische
Geistliche erlitten haben. Die kanadische Regierung hat den Opfern, die
bis in die 80er Jahre des 20. Jhs. in Internaten lebten,
Entschädigungen gezahlt. Experten sprechen davon, dass die
Probleme der Ureinwohner - Alkoholismus, Gewalt und Inzest - ihre
Ursache in der über Generationen hinweg erlittenen Gewalt haben. Am Mittwoch wird eine Delegation des
Dachverbandes der Assembly of
First Nations zur Audienz beim Papst sein. Geleitet wird die Delegation
von Phil Fontaine, der als 6-Jähriger zur Umerziehung in eines der
Internate gebracht worden war. Quelle: Die Zeit 4.4.2009
"Gott ist ans Ende gekommen" - Nachdenken über die Karwoche von
Susanne Ruschmann im Konradsblatt. 30.3.2009 Auf einer Tagung in
Seitenstetten/Ö wies die Theologin Dr. Andrea Lehner-Hartmann
darauf hin, dass jedes dritte bis vierte Mädchen und jeder
siebente
bis achte Junge von sexueller Gewalt betroffen sei. Es bedeute, dass in
jeder Jungschargruppe,
in jeder Klasse, an jeder Schule und bei jedem Gottesdienst eine
beträchtliche Anzahl von Opfern von sexuellen Übergriffen zu
zählen ist. „Im Tun und Handeln als Pädagoginnen und
Pädagogen, als Seelsorgerinnen
und Seelsorger muss diese Opferperspektive ständig mitlaufen“,
stellte
die Leiterin des Instituts für Praktische Theologie an der
Universität
Wien, Dr. Andrea Lehner-Hartmann, fest. Alles was man vor Opfern sagen
könne, passe auch für alle anderen, wies sie hin. Die Kirche
müsse sich
stärker als bisher bemühen, die Sicht der Opfer einzunehmen.
„Wenn
nicht das Christentum anleitet, die Opferseite zu sehen, wie sollen wir
die Botschaft des Gekreuzigten verstehen können?“ fragte sie.
Quelle: Kirche.at 12.3.2009 Der Papst-Brief
an die Bischöfe zum Fall der Pius-Bruderschaft 7.3.2009 In
Brasilien wurde ein neunjähriges Mädchen infolge des
sexuellen Missbrauchs durch den Stiefvater mit Zwillingen schwanger.
Weil das Leben des Mädchens in Gefahr war, entschlossen sich die
Verantwortlichen für eine Abtreibung. Der Erzbischof von Recife,
Jose Cardoso Sobrinho, erklärte, dass die an der Abtreibung
Beteiligten automatisch exkommuniziert seien, das schwangere Kind
ausgenommen. Die Diskussion in Recife konzentriert sich nun auf die
Exkommunikation der Beteiligten. Der Täter wurde m.W. nicht
exkommuniziert; über ihn und sein Verbrechen wird auch nicht
diskutiert.
Quelle: ORF 21.2.2009 Patrick
Desbois
"Die
Spur
des Verbrechens". Desbois sucht seit zehn Jahren
die Massengräber ermordeter ukrainischer Juden und Jüdinnen.
Er macht Zeitzeugen ausfindig. Deren Erklärung für ihr
bisheriges Schweigen: Es hat uns niemand gefragt. Das Buch Desbois
trägt den Titel: "Der vergessene Holocaust". Website 19.2.2009
Bernhard Grom über den Begriff Spiritualität
Quelle: Stimmen
der
Zeit 18.2.2009
Drei TheologInnen, die eine Petition zur Anerkennung des 2.
Vatikanischen Konzils unterschrieben haben, werden vom Regensburger
Bischof wegen dieser Unterschrift gemaßregelt. Sie sollen sich
von ihrer Unterschrift distanzieren und ihren Treueeid wiederholen und
dem Papst - via Regensburg - eine Entschuldigung zukommen lassen,
fordert der Bischof.
Chjristian Weisner, WsK, meint, nicht die ProfessorInnen würden
das Papst-Amt beschädigen, sondern die Pius-Bruderschaft. „Jetzt will man
den bestrafen, der auf den
Feuermelder gedrückt hat und versucht, den Brand zu löschen“,
sagte Weisner.
Quelle: Focus 16.2.2009
Ulrich Kutschera erklärt, wie Pseudowissenschaftler die
Erkenntnisse Darwins missdeuten. Damit unterstützt er nebenbei die
Theologie, die gerade in den Schöpfungserzählungen der Bibel
zu Recht darauf beharrt, dass die Bibel ein Glaubensbuch ist - und kein
Werk der Natur-Kunde.
Quelle: Spiegel 15.12.2009
Der zum Weihbischof von Linz ernannte Dr. Gerhard
Maria Wagner hat den Papst um
Rücknahme seiner Ernennung gebeten.
Quelle: Radio
Vatikan 15.2.2009
Die
Kirche
verlässt
die
Menschen - Brief des Alterzbischofs Stecher an
Prof. P. Dr. Medard Kehl SJ 12.2.2009
Der Innsbrucker
Dogmatiker
Jozef
Niewiadomski
bringt die Auseinandersetzung um die Pius-Bruderschaft auf den Punkt:
Die kath. Kirche muss sich fragen, wie ernst sie das 2. Vatikanische
Konzil nimmt.
Quelle: Katholische
Kirche
Vorarlberg 12.2.2009
In Österreich treten vermehrt Christen aus der katholischen Kirche
aus. Der letzte Anlass ist die Ernennung von Gerhard M. Wagner zum
Linzer Weihbischof. Wagner ist der Ansicht, dass Homosexualität
eine heilbare Krankheit ist und der Hurrikan Katrina eine Strafe Gottes
für Abtreibung und Bordelle sei. Dechanten der Diözese Linz
haben in einer Stellungnahme erklärt, sie könnten ihre
Zustimmung zu einem Weihbischof Wagner nicht geben.
Quelle: tt.com
und Kath.
Kirche
Oberösterreich Kreationismus
auf dem Lehrplan - einfache Antworten auf schwierige Fragen.
Quelle: Süddeutsche
Wer mehr über den jahwistischen und den priesterschriftlichen
Schöpfungsbericht wissen möchte und erfahren möchte,
dass die Bibel keine naturwissenschaftliches Lehrbuch ist, lese hier
nach. 9.2.2009
Der kath.de-Kommentar
von
E.
Bieger
SJ zum Papst im Kreuzfeuer der Medien 30.1.2009 Hans
Küng zum Thema: Wenn ein Obama Papst wäre. Fazit: Yes, we
can :-) 29.1.2009
Hier geht's zur Petition für die
Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils. Die TheologInnen reagieren
damit auf die äußerst problematische Aufhebung der
Exkommunikation von Bischöfen der traditionalistischen
Bruderschaft Pius X.
26.1.2008 Die Exkommunikation des
traditionalistischen Bischofs Richard
Williamson, Großbritannien, wurde vom Papst zurückgenommen.
Der Bischof Williamson hat in einem Interview, das in Regensburg
aufgezeichnet wurde, den Holocaust geleugnet. Rechtsextreme feiern die
Wiederaufnahme in die katholische Kirche. Der Zentralrat der Juden ist
entsetzt.
Quelle: Spiegel 24.1.2009
Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von 4 traditionalistischen
Bischöfen aufgehoben. Zu ihnen zählt auch der Brite Richard
Williamson. Diesem Bischof wird die Leugnung des Holocaust vorgeworfen. 21.1.2009
Im Augsburger Priesterseminar wird im April 2009 der vierte Leiter des
Priesterseminars in 6 Jahren sein Amt antreten. Im Augsburger Klerus,
meldet die Süddeutsche, sorge man sich nun, dass bei der Zulassung
ins Priesterseminar in Zukunft Quantität vor Qualität gehe. Quelle: Süddeutsche