5.9.2007
A. Chatterjee ist eine kritische Stimme im Chor der Stellungnahmen zum
Leben von Mutter Theresa. Nachzulesen in der FR. Aroup Chatterjee ist
promovierter Arzt und Autor, in Kalkutta
aufgewachsen und lebt heute in London. Er überprüfte bereits
zu Lebzeiten Mutter
Teresas Aussagen und Angaben vor Ort in Indien. Sein Recherche-Ergebnis
mit Quellenangaben veröffentlichte er im Buch "The final verdict"
(2003). Vom Vatikan wurde er eingeladen, als Gegenstimme im
Seligsprechungsverfahren.
3.9.2007
Am Rande bemerkt: In dem Dorf Riekofen, Landkreis Regensburg, wurde am
Sonntag für den Pfarrer gebetet, der wegen des Verdachts, ein Kind
missbraucht zu haben, verhaftet wurde. Ein Gebet für das
missbrauchte Kind gab es nicht - so berichtet es die Süddeutsche. Wer sich ein wenig in der
täterschützenden Szene auskennt, versteht auf Anhieb, dass in
der Gemeinde Unterschriften für den Pfarrer
gesammelt wurden. Unvergessen ist ein Fall von Kindesmissbrauch
in Uznach/Schweiz im Juli 2003.
Dort solidarisierten sich gar die
Eltern des Opfers mit dem Missbrauchstäter - gegen die eigenen
Kinder. Der Pfarrer erhielt ca 1000 Solidaritätsbekundungen, das
Opfer keine einzige.
Wenn Kirche bei den Missbrauchsopfern
Glaubwürdigkeit
wiedergewinnen will, wird sie einiges tun müssen.
3.9.2007
Pfarrer Georg Schmucki, Dekanat St. Gallen, fordert, dass Seelsorgende
mit Pädokriminalität konfrontiert werden müssen. Er
mahnt eine offene Gesprächskultur an, um die Gefahr von
Übergriffen in der Seelsorge zu minimieren. "Bistümer,
die sich bei
diesem Thema in Schweigen hüllen, handeln fahrlässig", sagte
Schmucki.
Quelle: kath.ch
1.9.2007
Kommentar zur Nachricht vom 31.8.2007: Eigentlich müsste sich so
langsam rumsprechen, dass pädokriminelle Orientierung nicht
heilbar ist. Fachkreise
- TherapeutInnen und PsychiaterInnen - müssten es wissen,
katholische Kirche sollte es dringend wissen und dann auch beherzigen.
Aus vier Gründen dürfte nicht passieren, was im Bistum
Regensburg geschah und gestern öffentlich wurde:
Erstens und am allerwichtigsten:
wegen der Opfer. In deren gesamtem
Leben wird durch Missbrauch durch Kleriker ein entsetzliches Chaos
angerichtet und nicht so selten Gott für immer gemordet -
vorsichtig formuliert
2. wegen der Täter. Ein Bistum,
das einem verurteilten
pädokriminellen Pfarrer ermöglicht, beruflich erneut durch
den
Einsatz in einer Kirchengemeinde mit Kindern in Kontakt zu kommen,
verletzt seine Fürsorgepflicht auch gegenüber dem
pädophilen Mitarbeiter. Die Fürsorgepflicht für einen
gefährdeten Mitarbeiter würde es gebieten, ihn im
verantwortlichen Umgang mit seiner irreversiblen und andere
Menschen/Kinder vernichtenden Neigung zu unterstützen, statt ihm
Kinder auszuliefern
3. wegen der Botschaft der Befreiung,
die Kirche zu vermitteln
hätte. Bucher's
Artikel in Concilium über
"Gottes Niederlage" ist mir
unvergessen, weil sie hilfreich klar und eindeutig ist
4. wegen jener kirchlichen
Mitarbeiter, die treu und redlich ihren
nicht selten frustigen Job mit Überzeugung und Geradlinigkeit
verrichten und durch Ereignisse wie derzeit und schon lange (?) in
Regensburg und andernorts (?) kompromittiert werden - das haben diese
redlichen Menschen nicht verdient
meint Rika - und mag ihr Entsetzen
über die Vorgänge im
Bistum Regensburg nicht verbergen
31.8.2007
Ein wegen Kindesmissbrauch vorbestrafter kath. Pfarrer im Landkreis
Regensburg wurde nach neuen Vorwürfen verhaftet. Die
Staatsanwaltschaft beschuldigt den 39-Jähringen, sich jahrelang an
einem Ministranten sexuell vergangen zu haben. Im Juli erst war bekannt
geworden, dass das Bistum Regensburg den Pfarrer trotz
einschlägiger Vorstrafe wieder - zum Entsetzen nicht nur der
bisherigen Opfer - in der Seelsorge eingesetzt hatte. Das Bistum hatte
dazu erklärt, der Vorbestrafte sei nach einer Therapie geheilt.
Überdies sei diese Prognose von einem psychiatrischen Gutachten
bestätigt worden. Nunmehr zeigt sich das Bistum "schockiert".
Quelle: br-online
Die Passauer Neue Presse vom
30.7.2007 bringt die
ältere Nachricht.
s. auch Panorama vom
16.8.2007
28.8.2007
German Robledo war bis 2004 Vorsitzender des Kirchengerichtes im
Erzbistum Cali, Kolumbien. Im Februar 2006 legte er alle kirchlichen
Ämter nieder, um freier über Missstände berichten zu
können. Er
beschuldigt den Klerus des Erzbistums Cali des massiven moralischen
Versagens. Die US-amerikanische katholische Nachrichtenagentur CNS
listet die Beschuldigungen auf: zahlreiche Priester unterhielten
dauerhafte sexuelle oder homosexuelle Beziehungen und zweigten
Spendengelder für die Versorgung der eigenen Kinder ab. Weiterhin
seien
Gelder dafür verwandt worden, Vermittler von Kindern zu bezahlen,
die
anschließend von den Geistlichen missbraucht wurden. Robledo
seien
Dutzende von Kindern bekannt, die Erpressungsgelder verlangt
hätten,
weil sie sexuelle Kontakte zu Priestern gehabt hätten.
Schließlich
seien Geistliche, die in den USA des sexuellen Missbrauchs von Jungen
und Mädchen angeklagt gewesen seien, in der Erzdiözese Cali
eingesetzt
worden. Robledo beschuldigt den zuständigen Erzbischof Juan
Sarasti
Jaramillo, schon lange über die Vorwürfe informiert zu sein,
aber nicht
zu handeln. An die Öffentlichkeit sei Robledo gegangen, weil auch
nach
mehrmaliger Information des Erzbischofs nichts geschehen sei.
Quelle: kipa
27.8.2007
Alexander Markus Homes:
Heimerziehung: Lebenshilfe oder Beugehaft?
mehr bei amazon
25.8.2007
Der Wiener Hochschulseelsorger,
Initiator der österreichischen Pfarrer-Initiative und bis 2005
Missbrauchsbeauftragter der Diözese Wien wünscht sich mehr
Dialog beim Papstbesuch. Er sieht eine Gefahr in der Schweigespirale,
wo die Bischöfe nicht mehr mit dem Papst, die Priester nicht mehr
mit den Bischöfen und die Laien nicht mehr mit den Pfarrern offen
über ihre Anliegen sprechen. Außerdem sagt er, die
Zusammenlegung von Pfarreien werfe die Frage auf, wie groß eine
Gemeinde sein könne, damit sie sich noch als "Gemeinde"
fühlt, in der man einander persönlich kenne.
Kommentar: Mit so einfachen Worten
kann man die jahrzehntealte
Problemlage der kath. Kirche benennen.
Quelle: ORF
22.8.2007
Kardinalstaatssekretär T.
Bertone hat Medienberichte über Missbrauchsvorwürfe gegen
katholische Priester heftig kritisiert und als verachtenswert
bezeichnet, weil die Berichterstattung irreführend und
beschämend sei und das Bild der kath. Kirche verzerre. Das sagte
er im italienischen Radio. Hintergrund der Kritik war eine
ausführliche Berichterstattung zum Vorwurf sexuellen Missbrauchs
gegen zwei Geistliche in Italien.
Quelle: ORF
17.8.2007
In
der gestrigen Panorama-Sendung der ARD erhob ein ehemaliger Ministrant
gegen den Würzburger Bischof den Vorwurf, die
sexuellen Übergriffe durch einen Priester verschleiert zu haben.
Der Bischof habe dem Opfer geraten, keine Anzeige zu erstatten, damit
nichts an die Öffentlichkeit gelange. Quelle: br-online
In
einer
Pressemeldung des Bistums Würzburg wird der
ARD-Bericht als falsch zurückgewiesen. Der Würzburger
Leitende Oberstaatsanwalt Clemens Lückemann bezeichnete die
Behauptung der sexuellen Nötigung auf Anfrage als "definitiv
falsch". In der Pressemitteilung des Bistums wird auf Zeitungsberichte
verwiesen, die nach dem Selbstmord des Angeschuldigten schrieben, der
damals 22-jährige Mann
habe mit dem Priester ein sexuelles Verhältnis gehabt und dieses
beenden wollen. Er sei aber erst zur Polizei gegangen, als der
Geistliche gedroht habe, sich umzubringen. Das Bistum Würzburg
hatte
nach dem Suizid des Priesters bereits erklärt, dass die
Vorgänge
innerkirchlich untersucht worden seien. Noch vor der Selbsttötung
sei
die Ablösung des Pfarrers beschlossen und vorbereitet worden. Der
junge
Mann habe eine ihm vom Bistum angebotene Therapie abgelehnt, so
Hillenbrand.
Kommentar: Die Berichterstattung ist eher verwirrend als klärend.
------------------------------------------------------------------------------
Deutlicher ist da der Bericht
des Schweizer Fernsehens vom 18.7.2007: Pädophilie: Wie ein
Priesterschüler zum Opfer
wurde. Im katholisch
geprägten Italien werden jedes Jahr durchschnittlich zehn
Priester wegen sexueller Übergriffe auf Kinder verurteilt. In
Palermo
führt ein Opfer, Marco Marchese, heute eine Hilfsorganisation
für andere
Pädophilieopfer.
Quelle:
http://www.sf.tv/sf1/10vor10/index.php.
Im Archiv den 18.Juli
2007
aufsuchen. Der Film ist online.
Er beschreibt die häufigen
Reaktionen: Die Kirche ist nicht zu
einer Stellungnahme bereit; angesprochene Pfarrer verweigern das
Gespräch; nur einer, ein Militärpfarrer, meint, diese
Fälle werden aufgeblasen, er kenne jedenfalls keine
pädophilen Kollegen. Der inzw. verurteilte Täter fragte nach
dem Prozess sein
Opfer, ob die Anzeige denn nötig gewesen sei. Ebenfalls nach dem
Prozess erhielt Marco Marchese eine Rechnung des Bischofs von Agricento
über Euro 200.000, weil er das Ansehen der Kurie beschmutzt habe.
Die Rechnung wurde nach öffentlichem Protest zurückgezogen.
Zugleich es
gibt
dort einen Pfarrer, Fortunato di Noto, der Anzeige gegen drei Kollegen
erstattete, die Kinder missbrauchten. mehr
9.8.2007
Der
kath.
Kardinal von Mexiko-Stadt, Norberto Rivera, wurde vom Obersten
Zivilgericht von Los Angeles zu einem Missbrauchsfall durch einen
Priester befragt. SNAP, die US-Organisation der Opfer sexuellen
Missbrauchs durch Kleriker, teilte mit, dass Rivera vorgeworfen werde,
einem mexikan. Geistlichen nach dem Missbrauch eines Messdieners zur
Flucht nach Kalifornien verholfen habe. Ein Sprecher der
Erzdiözese sagte, es habe sich nur um eine Befragung gehandelt,
nicht um einen Prozess. Der Kardinal habe deutlich gemacht, dass das
Gericht in L.A. nicht zuständig sei, sondern die Gerichtsbarkeit
in Mexiko.
Quelle: SNAP und Yahoo
6.8.2007 Johann Baptist
Metz erhielt den diesjährigen Preis der Salzburger
Hochschulwochen. In seiner Rede sagte
er: "Gibt es aber in der unwiderruflich anerkannten Vielfalt der
Religionen und Kulturen ein alle verpflichtendes und in diesem Sinne
wahrheitsfähiges Kriterium des Verstehens und Zusammenlebens?" Er
habe
dazu versuchsweise ein "Weltprogramm des Christentums" vorgeschlagen –
unter dem Stichwort "Compassion". Darunter verstehe er
nicht vages Mitgefühl oder folgenloses
Mitleid, sondern "die teilnehmende Wahrnehmung fremden Leides". Die
"Compassion" gelte nicht nur für den privaten Lebensbereich,
sondern
auch für das öffentliche politische Leben, sie enthalte ein
Friedensethos für die globalisierte Welt: "Nur die Mitleidenschaft
bricht schließlich, wenn überhaupt, den im Nahen Osten
herrschenden
elementaren Verfeindungszwang. Nur wenn etwas vom Ethos der Compassion
in die politischen Konflikte einbricht, nur wenn die Erinnerung an die
Leiden des eigenen Volkes sich mit der Bereitschaft verbindet, auch die
Leiden der anderen, die Leiden der bisherigen Feinde nicht zu vergessen
und diese Leidensgeschichte bei künftigen Verhandlungen in
Betracht zu
ziehen, wird es Wege zum Frieden geben."
31.7.2007 Laut
Informationen von Echo-Online geht ein des sexuellen Missbrauchs
angeklagter Pfarrer, zuletzt in Rüsselsheim tätig, letztlich
straffrei aus. Am 4.6.2004 war er zu 9000 Euro Strafe verurteilt
worden. Das Verfahren sei in der nächsten Instanz unter Verweis
auf Paragraf 153, Abs. 2 der Strafprozessordnung (geringe Schuld des
Täters und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung)
eingestellt worden. Das ist zwar kein Freispruch, aber der Beschuldigte
gilt auch nicht als vorbestraft. Weiteren Taten ging das Gericht wegen
Verjährung nicht nach. Laut Presseberichten gab es keinen Kontakt
der Kirche zu den Opfern - ausgenommen ein Verhör im Juli 2002 vor
einer kirchlichen Kommission.
28.7.2007
Ungleichzeitigkeiten: Der Rheinische Merkur titelt "Verantwortung wiegt
schwer". Das hört sich so an: "Die Kirche hat
hier dazugelernt. 2002 wurden
umfangreiche Präventivprogramme ins Leben gerufen, „um
sicherzustellen,
dass jeder, der in der Kirche mit Jugendlichen und Kindern zu tun hat,
dazu qualifiziert ist und keine Gefahr für die Kinder darstellt“,
wie
Kardinal Mahony von Los Angeles sagt. Die Priesterstudenten in den
Seminaren werden nun stärker unter die Lupe genommen,
Frühwarnsysteme
in den Gemeinden installiert. Bischöfe gehen offensiv mit dem
Thema um."
Gleichzeitig berichtet die PNP, dass ein sexuell übergriffiger Kaplan
inzwischen als Pfarrer in einer Gemeinde im Bistum Regensburg
eingesetzt ist.
24.7.2007
Nachhilfe für Kultusministerin und Bischof: Die Bibel ist kein
Biologiebuch. Mehr dazu in der Süddeutschen
23.7.2007 Die
negativen Reaktionen auf das vatikanische Dokument zum katholischen
Kirchenverständnis haben den US-amerikanischen Kardinal William J.
Levada, Angehöriger der Kurie und Verantwortlicher für das
Dokument, sehr überrascht.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Überrascht von den Reaktionen kann nur sein, wer den
Kontakt zur Basis verloren hat.
16.7.2007
Kardinal Roger Mahoney entschuldigt sich bei den Opfern sexuellen
Missbrauchs durch Kleriker und Kirchenangestellte: "„Viele Opfer sagten
mir, auch wenn der Fall geklärt sei, auch wenn
sie eine Entschädigung bekommen haben – es bestünde keine
Möglichkeit,
ihnen ihre Unschuld zurückzugeben, die ihnen genommen wurde. Das
ist
der eine Teil des Klärungsprozesses, den ich als sehr frustrierend
erlebe: Das Einzige, was ich mir wünschte, nämlich den Opfern
zurückgeben zu können, was ihnen geraubt wurde und das Leid
rückgängig
zu machen – das kann ich nicht leisten.“
Da hat er Recht; eine Traumatisierung, wie sie durch sexuellen
Missbrauch in der Regel geschieht, ist nicht rückgängig zu
machen. Sie kann jedoch durch öffentliche Solidarität und
solidarische Begleitung von Opfern gemildert werden. Es bleibt zu
hoffen, dass es den Missbrauchsopfern der Erzdiözese Los Angeles
anders ergeht als z.B. Norbert
Denef in Deutschland oder Marie Collins in Irland (s. Marie
Collins, Das Schweigen brechen: Die Opfer, in: Concilium, 40. Jg., Heft
3. Struktureller Verrat. Sexueller Missbrauch in der Kirche, S. 251 -
258)
16.7.2007
Reymer Klüver stellt in der SZ die Frage, ob die Erzdiözese
Los Angeles
den Missbrauchsopfern zahlt, damit Prozesse verhindert werden
können.
Im für heute geplanten ersten Prozess hätte Kardinal
Roger Mahony
aussagen müsse, auch über das, was er gewusst hat und
über seinen
Umgang mit Missbrauchstätern. Die heute 59-jährige Mary
Ferray
kommentiert die Zahlung: ""Aber das Geld zeigt nur die ungeheuerliche
Schuld. Ich würde es
zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit
wiederhaben." Ferrell war
im Alter von sieben Jahren von einem Monsignore missbraucht worden.
Quelle: Süddeutsche
15.7.2007
Die
Erzdiözese Los Angeles zahlt den Opfern sexuellen Missbrauchs
durch Geistliche eine Entschädigung von mindestens 600 000 000
Dollar. Diese außergerichtliche Einigung wurde getroffen, bevor
am Montag der erste Prozess beginnen soll, den die 500 KlägerInnen
angestrengt haben. Vereinbart wurde auch, dass vertrauliche Dokumente
über die beklagten Priester freigegeben werden.
Quelle: Yahoo u.a.
13.7.2007
Mythos oder Mystik. Zwischen tridentinischer Restauration und
liturgischer Reform. Von Johannes Röser in CiG
11.7.2007
Rom
spricht anderen christlichen Kirchen den Status als Kirche ab. Ich bin
überzeugt, dass Gottes Geist weht, wo er will - und auch in der
Ökumene.
Kommentar der Zeit
9.7.2007 Die Sorge der Päpste
7.7.2007 Mut zum
Experiment
Eckpunkte
und
Impulse
für eine Entwicklung der Kirche
Von Claudia
Pfrang. Quelle: Lebendige Seelsorge
30.6.2007 Wie
männlich ist der Gott der Bibel? Überlegungen zu einer
unerledigten Frage von Othmar Keel
Quelle: NZZ
25.6.2007
Micha Brumlik: Ein neuer Kulturkampf ist entbrannt
Brumlik
gehörte als einziger Jude zum Beirat des Herausgeberkreises der
Bibel in gerechter Sprache. Er schreibt: "Die auf dem Kölner
Kirchentag
geführte Debatte zwischen dem Leipziger
Theologen Jens Schröter und dem Paderborner Neutestamentler Martin
Leutzsch, der zum Übersetzerteam gehört, offenbarte die
kirchenoffizielle Kritik an der neuen Bibelübersetzung als
Beharren auf
einer letztlich antijudaistischen Theologie."
Quelle:
FR
24.6.2007 Der
ehemalige Leiter eines Kinder- und Jugendheims in Remchingen steht im
Verdacht, Jugendliche und Schutzbefohlene in 23 Fällen sexuell
missbraucht zu haben. Die mutmaßlichen Opfer waren 14 und 15
Jahre alt zum Tatzeitpunkt. Der mutmaßliche Täter wurde u.a.
durch ein Buch über seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
bekannt.
Quelle: ka-news.de
s. auch
Marie-Luise Conen: Institutionen
und
sexueller
Missbrauch
20.6.2007 Der
Vatikan rief zu größerem Einsatz gegen Frauenhandel und
Prostitution auf. Prostitution nannte er eine moderne Form von
Sklaverei. „Sexueller
Missbrauch und
Prostitution, oft im Zusammenhang mit Menschenhandel, sind Gewaltakte,
ein Angriff auf die Menschenwürde und eine schwere Verletzung der
Grundrechte. Viele Frauen der Straße sind Opfer von
Menschenhandel, der
auf die steigende Nachfrage der Sex-,Verbraucher’ reagiert.”Das sagte
der Sekretär des Päpstl. Rates für Seelsorge an
Migranten und Menschen unterwegs, Erzbischof Agostino Marchetto. Die
Kirche habe die prophetische Aufgabe, öffentlich anzuklagen.
Marchetto plädierte für mehr Aufklärungsarbeit in den
Herkunftsländern der Frauen. Es sei notwendig, Kunden über
die Folgen ihres Handelns zu informieren. Der Vatikan forderte eine
Bestrafung der Freier.
Quelle: Radio Vatikan
17.6.2007
Die
Kirche
in Deutschland vor den aktuellen Herausforderungen.
Quelle: Zenit
13.6.2007
Der
vom
Deutschen Evangelischen Kirchentag fälschlich
als "Psychoanalytiker" bezeichnete Bert Hellinger hat auf dem
Kirchentag die Ansicht vertreten, dass Gott im Guten und im Bösen
tätig sei. Alles, was geschehe, sei Gottes Werk,
einschließlich der Sünde. Opfer und Täter, auch im
Holocaust, stellte er auf eine Stufe. Beide seien "gleichermaßen"
von Gott geliebt und stünden "gleichermaßen" im Dienst
seines Geistes. Hellinger
kritisierte, dass wir unsere Vorstellung
von Gerechtigkeit über Gott stellten. Gott sei aber
größer als alles, was wir
denken können. Im persönlichen Leben sei das Schwerste immer
das Schönste, und
das Böse sei es, was die Welt am meisten weiter gebracht habe.
Allerdings
trügen die Täter, auch in Auschwitz – das er einen „heiligen
Ort“ nannte - für
ihr Handeln die Verantwortung.
Weitgehend
wörtlich von
S. 3 der Meldungen der Nachrichtenredaktionen über den Kirchentag
zitiert. Berichtet wird auch, dass ZuschauerInnen Widerspruch,
Unverständnis aber auch Zustimmung signalisierten.
Kommentar:
Hellinger erzählt hier nichts, was er nicht andernorts auch schon
lange sagt. Hätte Hellinger Recht, müsste ich diese HP
schließen und löschen. Mit einem Gott, der keine
Unterschiede zwischen Täter und Opfer kennt, will ich nichts zu
tun haben. Aber ich bezweifle, dass Hellinger den christlichen Gott
beschreibt. Dem - und der - ist es nämlich nicht gleich
gültig, ob ein Mensch das Opfer eines anderen Menschen wird und es
lässt ihn/sie nicht kalt, wenn ein Mensch einen Menschen mordet.
Wenn ich das Erste und das Neue Testament richtig verstanden habe, hat
Gott/hat Jesus eine klare Option - für die, die unter die
Räder kommen. s.auch meine Eindrücke
vom
Kirchentag
12.6.2007 Zur Optimierung kirchlicher
Kommunikation durch
Zielgruppenmodelle - Prof. Dr. Rainer Bucher
6.6.2007 Heute wird der Deutsche
Evangelische Kirchentag eröffnet. mehr
25.5.2007
Das
schmutzige Geheimnis von Eschenau - Nach
einem
Vierteljahrhundert
outet sich eine
Lehrerin als Opfer sexueller Gewalt, in dem kleinen Ort gibt es eine
verhängnisvolle Kettenreaktion. Von
Olaf Przybilla. - Dieser Bericht könnte einige von uns massiv
triggern - es geht um Strukturen des Verleugnens in einem Dorf -
und es geht darum, wie heute, 40 Jahre danach, mit Frauen umgegangen
wird, die mehrfach
vorkommenden sexuellen Missbrauch öffentlich machten. Bitte,
achtet gut
auf euch!
Süddeutsche
24.5.2007 zenit.org schreibt: "Ein
Dokumentafilm, BBC und die Verfälschung von Tatsachen. 'Sex Crimes and
the Vatican' entstellt den Inhalt zweier römischer Dokumenten."
22.5.2007 Der
Vatikan ließ - laut standard.at - verlautbaren, dass die
BBC-Dokumentation über pädophile Priester Unwahrheiten
enthalte. Das sagte der Sekretär der italienischen
Bischofskonferenz, Bertori. Er verwies darauf, dass die Dokumentation
den Eindruck erwecke, der heutige Papst sei verantwortlich für das
1962 herausgegebene Geheimdokument des Papstes "Crimen
Sollicitationis". Der Papst sei damals jedoch ein einfacher Theologe
gewesen. - Eine weitere inhaltliche Stellungnahme des Vatikan zu den in
der BBC - Dokumentation erhobenen Vorwürfen des Täterschutzes
ist der Presse nicht zu entnehmen.
19.5.2007 Im
Internet wird nach Auskunft von La Republicca derzeit ein BBC-Film
gezeigt, der bereits im letzten Jahr ausgestrahlt wurde. Opfer von
Kindesmissbrauch durch Kleriker/Kirchenmitarbeiter berichten. Das
Schreiben "Crimen Solicitationis", das alle
Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche dem
Vatikan unterstellte, steht zur Diskussion. Die Diskussion ist alt -
nur das Problem ist weiter ungelöst. Bitte, seid vorsichtig, wenn
ihr euch die Dokumentation der BBC anschaut! Den Link dazu findet ihr hier.
Dokumentation
16.5.2007
Buch-Neuerscheinung:
Barbara
Haslbeck:
Sexueller
Missbrauch
und Religiosität. Wenn Frauen das
Schweigen brechen: eine empirische Studie, Münster
2007, ISBN
3-8258-9449-5, Lit-Verlag
Diesem Buch liegen viele Gespräche
MIT Betroffenen zugrunde - es
könnte also tatsächlich "unser Buch" sein :-)))) Der
Autorin Dank und Glückwunsch! Rika
16.5.2007 Der Wiener
Erzbischof
kritisierte seinen Bischofsvikar, der eines sexuellen Übergriffs
auf einen Klosterbruder von Stift Heiligenkreuz beschuldigt wird. Er
sagte, der Bischofsvikar habe sich unter "Alkoholeinfluss in eine
Situation gebracht, die so nicht hätte sein sollen." Zugleich
sprach er ihm das Vertrauen aus und berichtete, dass er die Amtsperiode
des Bischofvikars im August 2006 um 5 Jahre verlängert habe. Zu
diesem Zeitpunkt war Erzbischof Schönborn bereits über den
Vorwurf informiert.
Quelle: der
standard.
Kommentar:
Offensichtlich will in die Köpfe solcher
Amtsträger einfach nicht eingehen, dass Opfer solches Vorgehen
allemal als Täterschutz ansehen. Jetzt fehlt nur noch - was in der
Presse bereits anklang - der Satz von der
"Psychiatrie-Bedürftigkeit des Opfers". Es wundert auch nicht,
dass die Dechanten und Vikariatsräte breiteste Zustimmung zur
Amtsführung des Beschuldigten vorbrachten und auf die große
Beliebtheit des Seelsorgers bei den Menschen hinwiesen.
16.5.2007
Buch-Neuerscheinung:
Norbert Denef: Ich wurde sexuell missbraucht. Mehr
15.5.2007
Kommentar zum Papstbesuch in Brasilien - Christian Schmidt-Häuer
in Die Zeit
12.5.2007
Die Zeit: Benedikt und der ungehorsame
Kontinent
12.5.2007
Glauben heißt, einen
Adressaten für die
Fragen haben - Klaus Nientiedt,
Konradsblatt
12.5.2007
Caritas-Kongress In
Berlin. Eröffnungsrede des Präsidenten Neher. Thema: Mach dich stark für
starke Kinder
8.5.2007
Caritas international hat
die vom Bundesamt für Migration praktizierte Abschiebung
traumatisierter Flüchtlinge nach Afghanistan scharf kritisiert.
Das Bundesamt begründete die Abschiebung damit, dass die
Flüchtlinge ja von Caritas u.a. vor Ort medizinisch-psychologisch
betreut würden. Peter Neher, Präsident des Deutschen
Caritasverbandes nannte die Erklärung zynisch: "Es gibt keine
ausreichende
Versorgung. Hier verkehrt sich unser Engagement und wird missbraucht
für eine Praxis, die wir ablehnen".
Behandlungen von
Traumatisierten gebe es in begrenztem Maße nur im Großraum
Kabul und in
Herat. Schätzungen gingen aber von hunderttausenden von
AfghanInnen
aus,
die unter einem "Posttraumatischen Stress-Syndrom" leiden. Es gebe in
Afghanistan nur wenige Psychologen und Psychiater, die in der Lage
seien, diesen Menschen zu helfen.
Quelle: taz
7.5.2007
Maria Widl,
Pastoraltheologin im Bistum Erfurt, forderte einen Perspektivenwechsel
in den Gemeinden. Diakonisches Engagement dürfe nicht ausgelagert
werden aus der Gemeinde. Vielmehr müssten die Gemeinden
diakonische
Perspektiven suchen, d.h. eine Option für die Armen treffen.
Quelle: Bistum Erfurt
6.5.2007
In NRW wurde von 17
katholischen Verbänden ein Bündnis gegen Frauenhandel und
Zwangsprostitution gegründet. Ziel sei es, auf die Situation der
Opfer aufmerksam zu machen. Das Bündnis will Politik und
Bevölkerung mobilisieren, den Opfern zu helfen. Gefordert werden
Gesetzesänderungen, die den AUfenthaltsstatus der Frauen sichern
und eine intensivere Verfolgung der Täter ermöglichen.
Gefordert wird auch der Ausbau der Hilfe und Therapie für aus der
Zwangsprostitution entkommene Frauen.
Quelle: kirchensite
3.5.2007
Klara Butting: Gott - lieb
oder gerecht? Dr. Butting stellt in diesem Vortrag eine richtige Frage:
"Warum ist unser Verlangen nach der
Erlösung der Schuldigen derart
bedrängend und von Heils-Unsicherheit geprägt, dass es die
Sehnsucht nach der Erlösung der Leidenden und nach Gottes
Gerechtigkeit angesichts von Leid verdrängen kann?" fragt Butting
und konstatiert: "Denn das passiert." Ich kann nur zustimmen und mich
freuen, wenn eine Theologin so genau hinschaut, dass Leidende nicht
verschwinden gemacht werden. Rika
Quelle: http://www.pfarrerinnentag-ekhn.de/PDF/Butting-Gott-liebodergerecht.pdf
29.4.2007 Im
Vorbereitungspapier der nächsten Weltsynode der katholischen
Kirche
wird gefordert, dass KatholikInnen sich künftig besser mit der
Bibel
vertraut machen. Das Vorbereitungspapier betont, dass ChristInnen im
Stande sein müssen, sich mit modernen Lebensphilosophien
auseinander zu
setzen. Es fordert, sich gegen subjektivistische und beliebige
Interpretationen der Bibel zu wenden, Antisemitismus zu überwinden
und
sich von Sekten abzugrenzen.
Quelle: Kipa
24.4.2007 Theologen
fordern Reform
der Glaubenskongregation nach der Maßregelung von Jon Sobrino.
Quelle: Domradio
Der Fall Sobrino ist eine Anfrage an die Arbeit der Glaubenskongregation von
Peter Hünermann
18.4.2007
Zum
Überfall auf einen christlichen Verlag in der Türkei
erklärt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber: "Die Nachricht von der
Ermordung der Mitarbeiter eines christlichen Verlages in der
Osttürkei erschüttert mich. Dass auch ein Christ aus
Deutschland unter den Opfern ist, bringt uns das Geschehen besonders
nahe. Anlass des grauenhaften Geschehens sei, dass der Verlag in der
Osttürkei Bibeln verteile. Die Bibel bezeugt das Wort des Lebens.
Dieses Wort anderen anzubieten, darf niemals Grund dafür sein,
Menschen an Leib und Leben zu bedrohen. Unser tiefes Mitgefühl und
unser Gebet gilt denen, die um die Opfer trauern."
Quelle: Domradio
17.4.2007
Pressebericht der BNN über
GottesSuche
13.4.2007
Die katholische Bischofskonferenz der USA hat Zahlen
vorgelegt. 2006 wurden 714 glaubhafte Beschuldigungen wegen Missbrauchs
an Kindern gegen 448 Priester erhoben. Die meisten der über 700
Opfer sei zu Beginn des Missbrauchs 10-14 Jahre alt gewesen. 2005 waren
es 783 Beschuldigungen, 2004 1092. 70% der 2006 Beschuldigten seien
nicht mehr im Dienst. Kirchl. Organisationen hätten 398,6 Mio
Dollar für Gerichtskosten, Wiedergutmachung und Therapien
ausgegeben.
Quelle: epd
7.4.2007
Nach
Informationen der ARD hat der Papst in der Karfreitagsliturgie gesagt: "
"Um Jesus herum schließt sich bis zu seiner letzten Stunde eine
Welt der Mütter, Töchter und Schwestern. An seiner Seite
denken wir an alle erniedrigten und vergewaltigten Frauen, an alle an
den Rand Gedrängten, die unwürdigen rituellen Praktiken
ausgesetzt sind. An die Frauen, die in ihrer Mutterschaft alleine
gelassen werden. An die hebräischen und palästinensischen
Mütter und an alle Mütter in Ländern, in denen Krieg
herrscht. An die Witwen und die Alten, die von ihren Kindern vergessen
sind."
Kommentar: Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass "Gewalt
gegen Frauen" in der Liturgie benannt wird. Bemerkenswert also.
31.3.2007 Pressebericht
über
die
Aktion Stolpersteine des Caritasverbandes Bruchsal
30.3.2007
Der
Tübinger
Theologe
Peter Hünermann und mit ihm 69 Theologen fordern nach der
Maßregelung des Befreiungstheologen Jon Sobrino eine Reform der
Glaubenskongregation. Die TheologInnen werfen der Kongragation vor,
ihre Aussagen zu Sobrinos Schriften seien teils "schlicht falsch" und
beruhten auf einer "flüchtigen Lektüre".
Quelle: ORF
29.3.2007
Wer
Opfer
von
Zwangsheirat wurde, hat vom neuen
Ausländerrecht keine Hilfe zu erwarten. Wer z.B. in der
Türkei zwangsverheiratet wurde, verliert nach 6 Monaten das
Rückkehrrecht nach Deutschland. Wer in Deutschland
zwangsverheiratet wurde, muss weiterhin zwei Jahre verheiratet bleiben,
bevor sie ein eigenständiges Aufenthaltsrecht bekommt. Die
parlamentarische
Geschäftsführerin
der
Grünen, Irmingard Schewe-Gerigk:
"Nach unzähligen Krokodilstränen für die Opfer von
Zwangsverheiratungen will die Regierung ihnen nun keinerlei
Hilfestellung geben. Die große Koalition lässt die Opfer im
Regen stehen".
24.3.2007
"Ein Mörder ist
auch der, der
foltert ... Niemand darf Hand anlegen an einen anderen Menschen, denn
der Mensch ist Ebenbild Gottes", sagte der am 24.3. 1980 ermordete
Oscar Romero.
24.3.2007 Michael
Utsch: Spielen Glaube und Religiosität für unsere
Gesundheit eine Rolle?
20.3.2007
Kritik
an
der
Maßregelung des Befreiungstheologen Jon Sobrino übt der
brasilianische Bischof Pedro Casaldaliga. Casaldaliga wirft dem Vatikan
vor, autoritär gegen Sobrino vorzugehen und mit seiner Bestrafung
die Befreiungstheologie in Lateinamerika unterdrücken zu wollen.
Quelle: ORF
Unter dieser Adresse sind
auch drei webcast-Beiträge vom 18.3.07 zu finden über den
"Fall Sobrino". Einer der Beiträge bringt ein Studiogespräch
mit Prof. Dr. Martha Zechmeister, Theologieprofessorin in Passau, die
mit Jon Sobrino zusammengearbeitet hat. Sie spricht davon, dass mit der
Verurteilung von Jon Sobrinos Theologie zugleich die gesamte Theologie
der letzten Jahrzehnte auf der Anklagebank sitze, Rahner eingeschlossen.
In den Stimmen der Zeit setzt sich Bernhard Sesboüé, SJ,
mit
der
Christologie Sobrinos auseinander: "Jesus Christus aus der Sicht der Opfer"
17.3.2007
Aus
dem
preisgekrönten
Hörspiel würde ein Theaterstück: Die Beichte, von Felix Mitterer. Ein Vater, der
seinen Sohn missbraucht, begegnet in der Beichte jenem Priester, der
ihn selbst missbrauchte. Ab 12.4. in Wien.
16.3.2007
Zum
Glück
steht
Jon Sobrino nicht alleine. Der Jesuitenorden, deutsche
Ordensleute und Theologen stellen sich hinter ihn. Die deutschen
Theologen, darunter die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn und
die Steyler Missionsschwestern, fragen, wie ernst es die Kirche denn
mit ihrer "Option für die Armen" meine. Wer sich zu deutlich auf
die Seite der Armen und Leidenden stelle, habe in dieser Welt immer
weniger Platz. - Sobrinos Theologie war vom Vatikan beanstandet worden.
Quelle: ORF
Dorothee
Sölles folgender
Text
liest
sich wie ein Kommentar zu Sobrinos Verurteilung:
Meine
junge
tochter
fragt mich
griechisch
lernen wozu
sym-pathein
sage ich
eine
menschliche fähigkeit
die
tieren und maschinen abgeht
lerne
konjugieren
noch
ist griechisch nicht verboten.
Die
Sorge des Vatikan, dass zu viel
Solidarität mit den Ausgegrenzten geübt werde und zu wenig
von der Erlösung durch Jesus Christus gesprochen werde, teile ich
nicht. Gegenüber Gewaltüberlebenden hierzulande jedenfalls
ist diese Sorge völlig unbegründet; denen fehlt es nach wie
vor an spürbarer Solidarität ihrer MitchristInnen. Die freuen
sich über eine Befreiungstheologie, die Solidarität erfahrbar
macht - und wünschten sich viele MitchristInnen, die in den Spuren
eines Jon Sobrino gehen. Rika
13.3.2007
Der Bamberger
Erzbischof Schick erinnerte an die 1000-jährige Geschichte des
Bistums Bamberg. Dabei unterschlug er Schuld und Versagen nicht. Er
benannte mangelnde Friedensliebe in den Konfessionskriegen, den
Kreuzzügen und der Nazizeit; menschliches Versagen durch mangelnde
Ehrfurcht vor fremden Kulturen in der Mission - und durch das Versagen
von Priestern, die Kinder missbraucht haben.
Quelle: Bistum Bamberg
12.3.2007
Die SZ berichtet,
dass einige Werke von Jon Sobrino aus El Salvador, Befreiungstheologe,
am kommenden Donnerstag von der Glaubenskongregation verurteilt werden.
Sobrino war Berater von Erzbischof Oscar Romero, der 1980 ermordet
wurde. Im Nov. 1989 überfiel ein Kommando der Armee El Salvadors
die Jesuitengemeinschaft, der auch Sobrino angehörte. 9 Menschen
wurden ermordet, Sobrino war zu dieser Zeit auf einem Seminar in
Thailand.
Laut
SZ wird Sobrino
vorgeworfen, er rede nicht klar genug von der Göttlichkeit Jesu.
7.3.2007
kfd-Aktion
gegen
häusliche Gewalt.
Zufällig
entdeckt:
Da
wird auch GottesSuche unter Links und Medientipps genannt.
6.3.2007 Der "Heilige
Stuhl" hat die
192 Mitgliedsstaaten der UN aufgerufen, entschiedener gegen alle Formen
der Diskriminierung und der Gewalt gegenüber Frauen vorzugehen.
„Dazu gehören Kinderprostitution, Gewalt in der Familie,
Kinderarbeit und Menschenhandel.“ Dies sagte Erzbischof Celestino
Migliore, ständiger Beobachter des "Heiligen Stuhls" bei den UN in
New York.
Quelle: Zenit.org.
6.3.2007
Nachtrag: Die
polnische Zeitung Rzeczpospolita ergänzt die AP-Meldung vom 3.3.:
Seit dem ersten Bericht vom Samstag meldeten sich immer mehr Opfer, vor
allem ehemalige Ministranten, die von mehreren Priestern missbraucht
worden seien. Geistliche der Diiözese bestätigten der Zeitung
anonym die Informationen. Die beschuldigten Priester arbeiteten bis
heute mit Kindern, zwei von ihnen seien Lehrer an Grundschulen. Die
Opfer stammten meist aus zerrütteten Familien und wollten selbst
Priester werden. Auf Berichte hin habe Erzbischof Wielgus gesagt, dass
wir "doch alle schwach seien". Ein nach Kanada emigrierter Pole
erklärte, er sei in Plock fast 40 Jahre lang Zeuge des sexuellen
Missbrauchs von Ministranten in einer Gemeinde gewesen. Die Zeitung
spricht von einer "Tradition des Kindesmissbrauchs" in Plock. Der im
Juli 2006 verhaftete Priester Jaroslav K. war gegen Kaution aus der
Untersuchungshaft entlassen woren - und danach bei einem
Kinder-Singwettberwrb für Weihnachtslieder Jury-Mitglied gewesen.
Quelle: religion.orf.at
3.3.2007 Am 7.1.
2007
musste Stanislaw Wielgus zurücktreten von dem Amt, das der Papst
für ihn vorgesehen hatte - er sollte Erzbischof von Warschau
werden. Grund für den Rücktritt war die Spionage von Wielgus
für den früheren kommunistischen Geheimdienst. Inzw. erhob
die polnische Zeitung "Rzeczpospolita" weitere Vorwürfe gegen
Wielgus. Er habe in seiner Diözese sexuelle Übergriffe auf
Priesterschüler toleriert. Nach Informationen der Zeitung
müssen sich mehrere Priester aus Wielgus früherer
Diözese Plock wegen Sexualdelikten und Vergewaltigungen vor
Gericht verantworten. Im Juli 2006 habe die Polizei im Computer eines
Geistlichen kinderpornografische Fotos sichergestellt. Wilgius soll
seinerzeit von den Vorgängen gewusst haben, sie jedoch
heruntergespielt haben.
Quelle: net-tribune
27.2.2007 Ein ausreichendes Angebot
an öffentlichen Kinderbetreuungsplätzen ist nach den Worten
von Bischof Gebhard Fürst, Rottenburg, auch vor dem Hintergrund
zunehmender Überlastung von Familien nötig. Solche
Überforderungen zeigten sich dramatisch in immer häufigeren
Fällen von Verwahrlosung von Kindern.
mehr
27.2.2007 Norbert
Denef, von einem
Priester und einem kirchlichen Mitarbeiter als Kind jahrelang sexuell
missbraucht, hat 1993 nach 35 Jahren sein Schweigen gebrochen. Die
Reaktionen auf den Offenen Brief waren eindeutig. Ein um Hilfe
gebetener Pfarrer schrieb 4 Monate nach der Bitte den entlarvenden
Satz: "Ich kann und will Sie dabei
nicht unterstützen, da ich es nicht verantworten kann,
schlimmstenfalls müsste ich die Folgen mit erleiden und mit
ertragen." [Statt dass dieser Pfarrer entlang seiner eigenen
Befürchtungen ein Gespür für die Isolation eines
kirchlichen Missbrauchsopfers entwickelt hätte, ging er an einem
Menschen vorüber, der unter die Räuber gefallen war.] Nachdem
Denef sich an die Kirchenleitung gewandt hatte, erhielt er von der Kirche eine
Entschädigung mit der Auflage zu schweigen. Er schwieg nicht.
http://norbert.denef.com/
Fernsehen: MDR, Mittwoch, 28.2., Magazin/Dokumentation 21.15 Uhr -
21.45 Uhr
Zur
Erinnerung:
Im
Oktober
2006 war noch die Rede
davon gewesen, dass die Kirche verlorenes Vertrauen wieder aufbauen
solle. Papst Benedikt wörtlich: "Wichtig ist auch, die Wahrheit
über das, was in der Vergangenheit geschehen ist, herauszufinden
und alle nötigen Schritte zu unternehmen, damit so etwas nicht
wieder passiert. Die Prinzipien der Gerechtigkeit müssen
respektiert werden, vor allem aber verdienen die Opfer und alle, die
von diesen furchtbaren Verbrechen betroffen sind, jede Hilfe." Quelle:
ORF, 30.10.2006
20.2.2007 Bischof Gebhard
Fürst: Den Menschen nicht auf seine
Brauchbarkeit reduzieren
18.2.2007 Radio Vatikan
meldet: Der
Nuntius in Peru, Erzbischof Rino Passigato, hat im Vorfeld des
Brasilienbesuchs des Papstes gesagt: „Ich glaube, dass Kirchenvertreter
auf diesem Kontinent in ihrem Engagement häufig abgelenkt waren.
Sie wollten soziale Realitäten großer Armut und großer
Ungerechtigkeit angehen. Die Sorge um diese Dinge hat ein wenig von der
eigentlichen Mission abgelenkt: Jesus Christus zu verkünden. Ich
hoffe, dass die Vollversammlung des CELAM Gelegenheit bietet, Christus
neu zu entdecken, ohne den es für niemanden, der glaubt,
Erlösung gibt.“
Kommentar: Mit
"diesen Dingen", d.h. Menschen, die in Armut und
Ungerechtigkeit leben, hat Jesus von Nazareth sich so sehr
identifiziert, dass im NT formuliert werden konnte: "Was ihr dem
geringsten meiner Brüder - und Schwestern - getan habt, das habt
ihr mir getan."
18.2.2007 Dr. M. Käßmann
auf der 3. Europäischen Ökumenischen in Wittenberg: "Uns ist
gesagt: „Selig sind die Friedfertigen!“. Deshalb treten wir gegen
Gewalt ein. Gegen Gewalt in Familien, gegen Gewalt gegen Frauen und
Flüchtlinge und Minderheiten. Deshalb treten wir ein für
friedliche Lösung statt militärische Intervention. Europa
darf sich nicht an Rüstungsexporten bereichern und
anschließend bewaffnete Konflikte beklagen. Deshalb treten wir
ein für eine Globalisierung, die soziale Gerechtigkeit für
alle zum Ziel hat und nicht die Bereicherung einiger weniger. Deshalb
treten wir ein für einen Lebensstil, der die Schöpfung
bewahrt und nicht zur Zerstörung beiträgt."
Quelle: evlka
4.2.2007 Eucharistie für alle - Gotthard Fuchs in CiG
2.2.2007 Einer, der was
zu sagen
hatte, geht: Franz Kamphaus, Bischof von Limburg. Er
verabschiedete sich mit einem Appell zur Erneuerung von Glauben und
Kirche in Deutschland. Das Land sei Missionsland geworden, die Kraft
des christlichen Glaubens wirke wie erschöpft. Im Trend der Zeit
liege eine sanfte, esoterisch angehauchte Spiritualität, die mit
dem Wesen des Christentums aber nichts gemein habe. Der christliche
Glaube fordere zur Einmischung und zum Widerspruch gegen falsche
Lebensformen und Verhältnisse auf, sagte Kamphaus in seiner
Abschiedspredigt.
Die Stimme dieses Bischofs wird einigen Menschen fehlen. Sein
bischöflicher Wahlspruch lautete übrigens: Evangelizare
pauperibus - den Armen das Evangelium verkünden.
30.1.2007
Im Vatikan - und nicht nur dort - hat ein Bericht
Empörung ausgelöst. Ein italienischer Journalist hatte
für eine Titelgeschichte des Magazins "L'Espresso" in 24
italienischen Kirchen fiktive Beichten zu Themen wie Sterbehilfe,
Pädophilie und Homosexualität abgelegt, um die Reaktionen der
Priester zu testen.
Da fehlt es an Respekt vor dem, was anderen Menschen heilig ist. Rika
Quelle: networld.at
26.1.2007 Der Papst verurteilt
Gewaltverherrlichung in Videospielen. Zum Text