Gegen das Vergessen

Archiv Pressemeldungen 2003



Vorarlberg: Gewaltopfer scheuen sich vor Anzeigen  Opfer sexueller Gewalt fühlen sich ohnmächtig, ihrer Würde beraubt. Oft wird die Tat aus Scham verschwiegen, aber auch weil das Opfer Angst vor einer weiteren Demütigung hat: Jener, vor der Öffentlichkeit als unglaubwürdig abgestempelt zu werden. Die jüngst in Vorarlberg bekannt gewordenen Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, die sich über Jahre erstreckten, zeigen: Betroffene und Angehörige wollen nicht, dass ihr Leid öffentlich wird und scheuen sich vor einer Anzeige.
"Der Grund liegt oft darin, dass sich Opfer schämen und schuldig fühlen, so paradox das klingen mag", sagt Ruth Rüdisser, Leiterin der IfS-Beratungsstelle Bregenz. ...
Obwohl den Opfern oft durch die so genannte kontradiktorische Einvernahme beim Untersuchungsrichter die Aussage beim Prozess erspart werden kann, sei sie immer wieder damit konfrontiert, dass Klienten und Klientinnen den Weg zum Gericht bereuen, sagt Rüdisser. Besonders schmerzhaft seien wiederholte Aussagen, Befragungen durch den gegnerischen Anwalt, langes Warten auf ein Urteil.
Über die Verbesserung des Opferschutzes und die Vermeidung weiterer Traumatisierungen des Opfers wird bei einer Fachtagung am 30. September in Schwarzach diskutiert.

Auf diesen Artikel antwortete  
xxxxxx am  10.09.2003
 
"aus eigener erfahrung:
wieviel die opfer wert sind, sieht man schon daran, dass sie nicht einmal vertreten werden - im gegensatz zu den tätern. die opfer werden weichgeklopft - jetzt auch noch mit der diversion. für das nervenkostüm von opfern ist es heute besser, sich zurück zu ziehen und gar nichts zu machen ausser eine therapie. die anlaufstelle für opfer, der weisse ring, ist vorwiegend von männern besetzt, die noch dazu zumeist der exekutive nahe stehen - wer geht schon in seiner traumatisierung zu einem polizisten? die justiz ist überlastet und scheut jeden mehraufwand. schlussendlich wird ein lästiges opfer dann oft noch zum mitverantwortlichen täter gemacht... verstehe jeden, der sich das ersparen will und kann es nur empfehlen "
 
Eine andere Frau schreibt am 11.9.2003:
Re: aus eigener erfahrung:
Ich weiss das auch aus eigener Erfahrung
Also Opfer ist man so traumatisert und geschwächt, daß man sich dem ganzen Prozedere lieber entzieht.
 

 


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