2009 Expertise
Runder
Tisch
-
Heimerziehung: Was hilft ehemaligen
Heimkindern bei
der Bewältigung ihrer komplexen
Traumatisierung? Expertise im
Auftrag des Runden Tisches Heimerziehung von Silke
Birgitta Gahleitner 30.12.2009
Der
emeritierte Erzbischof von Santa Fe, Edgardo Gabriel
Storni , ist wegen
sexuellen Missbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt
worden. Er war
2002 von einem früheren
Seminaristen des Missbrauchs angeklagt worden; die Tat
soll 1992
geschehen sein. Der Verurteilte ist über 70 Jahre alt
und darf
daher die Strafe im Hausarrest abbüßen. 25.12.2009
Eamonn Walsh und Raymond Field, Weihbischöfe der
Erzdiözese
Dublin,
kündigten am Heiligen Abend an, ihre Ämter
niederzulegen.
Auch mehrere Priester und Diakone baten nach der
Veröffentlichung
des Murphy-Berichtes, der den systematischen sexuellen
Missbrauch
von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester und
Kirchenmitarbeiter detailliert veröffentlichte, um
Entbindung von
ihren Aufgaben. Quelle: Der
Standard 23.12.2009
Der Bischof von
Kildare und Leighlin, James Moriarty, hat dem Papst seinen
Rücktritt wegen der Vertuschung von Sexualverbrechen in
der
Erzdiözese Dublin angeboten. Moriarty war von 1991 bis
2002
Weihbischof in Dublin. Quelle: Yahoo 23.12.2009
Gerry Adams,
Vorsitzender der katholischen Partei Sinn Fein, offenbarte
kurz vor Weihnachten, dass sein Vater, Gerry senior, einer
der
Anführer
der katholischen IRA-Untergrundarmee, und sein jüngerer
Bruder
Liam
jeweils ihre eigenen Kinder sexuell und emotional
missbrauchten.
Quelle:
FAZ 17.12.2009
Der
irische
Bischof
Donal
Murray,
Limerick,
ist
zurückgetreten.
Sein
Rücktrittsgesuch wurde vom Papst
angenommen. Murray hat - wie andere Bischöfe auch
- kirchliche
Missbrauchstäter geschützt. Der Papst hatte
letzte Woche von
seiner tiefen Verstörung und Betrübnis
angesichts des
Skandals gesprochen. Der Gesandte des Vatikan hingegen
hatte nach einem
Spiegelbericht in Dublin die Arbeit der
Murphy-Kommission boykottiert.
Auch der pensionierte Dubliner Erzbischof Desmond
Conwell habe noch im
letzten Jahr versucht, die Arbeit der Kommission
für
Kindesmissbrauch zu blockieren, indem er ihr den
Zugang zu den Akten
verwehrte.
Quelle: Der
Spiegel Conwell
war
2003
vorgeworfen
worden,
er
habe
verdächtige
Priester
versetzt.
Ob
diesem
Vorwurf
gerichtlich
nachgegangen
wurde,
weiß
ich nicht. - Bereits 2002 gab es eine
Opfer-Vereinigung in Irland, der
800 Opfer von priesterlichen Missbrauchstätern
angehörten. Im
Februar 2003 lagen mehr als 400 Klagen allein in der
Erzdiözese
Dublin wegen sexuwellen Missbrauchs vor. Im September
2004 gingen
Kirche und Regierung in Irland von ca 11.000
mutmaßlichen Opfern
sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.
Dass der Papst erst Ende 2009 erschüttert ist,
ist kaum
nachzuvollziehen. 12.12.2009
"Bestenfalls
unaufrichtig"
sei
das
Bedauern,
das
der
Papst
nach
dem
Murphy-Bericht geäußert habe, sagte der
Vorsitzende
der irischen Opfergruppe "One in Four", Maeve Lewis.
Der Papst
müsse seit langem vom Ausmaß des Problems
gewusst haben.
Quelle: Domradio Kommentar:
Es hilft den
Opfern nicht, wenn seit Jahren in schöner
Regelmäßigkeit päpstliche und
bischöfliche
"Entschuldigungen" vor der Presse verlautbart werden - und
sich
für die Opfer nichts ändert. S i e werden
nach wie vor
verdächtigt, dem Ruf der Kirche zu schaden. Zuletzt hat
der Papst,
der sich gestern wieder einmal entschuldigte, in seinem
Brief zum
Priesterjahr den Opfern und jenen, die mit ihnen solidarisch
sind,
unterstellt, sie seien "eigensinnig" und sie liebten ihre
Kirche nicht.
Solange dieses Denken im Vatikan, bei den Bischöfen und
auf allen
(!) Stufen katholischer Hierarchie - in der Regel
unausgesprochen, aber
auch völlig naiv offen gelegt wie zuletzt im Brief zum
Priesterjahr - vorherrscht, so lange wird es die
täterschützenden Seilschaften geben, die der sie
bislang
favorisierende Papst dann wortreich beklagt. Was
Missbrauchsopfer
brauchen, das ist glaubwürdige Solidarität. Ich
kenne kein
(familiäres oder kirchliches) Missbrauchsopfer, das
nicht sehr
genau zu unterscheiden wüsste zwischen ehrlicher und
glaubwürdiger Anteilnahme und Solidarität - und
unaufrichtigen Mitleids-Beteuerungen. Wenn Kirche vom
kleinsten
Mitglied bis zum Papst sich nicht wirklich zu den Opfern
"bekehrt",
werden wir noch viele Jahrzehnte mit folgenlosen und
unglaubwürdigen Worthülsen der Entschuldigung
zubringen, die
niemandem helfen - den Opfern nicht und nicht mal dem Papst.
Dem
Evangelium schon gar nicht.
Erika Kerstner,
die der irischen Opferorganisation aufgrund eigener
Erfahrungen nur
zustimmen kann: "Bestenfalls unaufrichtig" ist das
päpstliche
Bedauern. Sollte sich an meiner Einschätzung etwas
gravierend
ändern, wäre ich die Letzte, die das nicht hier
und nicht
öffentlich sagen würde. 11.12.2009
Der
Papst
zeigte
sich
im
eineinhalbstündigen
Gespräch
mit
irischen
Bischöfen
bestürzt
über
die
im
Murphy-Bericht
benannten
Missbrauchsfälle
in der kath. Kirche
Irlands. Er werde die Aufklärung persönlich
verfolgen. Der
Bericht befasst sich mit Vorwürfen aus den Jahren
1975 bis 2004,
die von 320 Personen erhoben wurden. Seit Mai 2004
kamen 130 weitere
Vorwürfe hinzu. Wie
die
Absichtserklärung
des
Papstes,
er
werde
die
Aufklärung
persönlich
verfolgen,
mit
seiner
im
Brief zum
Priesterjahr geäußerten Empfehlung an
die Christen, die
"Schwächen der Priester" nicht "eigensinnig
aufzudecken", in
Einklang zu bringen ist, weiß ich nicht. (E.K.) Quelle: ORF 10.12.2009
Die
irischen
Bischöfe
haben
-
wieder
einmal
-
um
Vergebung
für
den
Missbrauch
von
Kindern
durch
Priester und die
Vertuschung durch die Kirche gebeten. Sie
erklärten, der
Murphy-Bericht habe Schreckliches in schockierendem
Ausmaß zutage
gefördert und sprechen davon, dass eine
Vertuschungskultur bei
"Missständen" innerhalb der Kirche offenbar weit
verbreitet
gewesen sei.
Quelle: Radio
Vatikan Die
Bischöfe
scheinen also wieder einmal über sich und über
diejenigen,
die in den eigenen Reihen Verbrecher schützten,
entsetzt zu sein.
Es bleibt zu hoffen, dass das Entsetzen als
Solidarität bei den
Opfern auch ankommt. Dass Täter in der irischen
Kirche
geschützt werden, war spätestens 2003 bereits
abzusehen.
Schon damals waren allein in der Erzdiözese Dublin
400
Missbrauchsfälle bekannt. 2004 sprach der Erzbischof
Martin von
11.000 mutmaßlichen Opfern. 2005 klagten 15000
mutmaßliche
Opfer gegen die Kirche. Seither vergeht kein Jahr ohne
Nachrichten.
Bereits Mitte der 80er Jahre ließ der damalige
Erzbischof der
Diözese Dublin seine Diözese gegen mögliche
Missbrauchs-Prozesse versichern. Das tut nur jemand, der
den Umfang
eines Problems ahnt - oder davon weiß. 9.12.2009
Der
päpstliche
Nuntius
in
Irland
äußerte
Verständnis
für
die
Wut
der
Menschen
und
das
Leid
der
Missbrauchsopfer.
Er äußerte
Beschämung. Opferorganisationen hingegen sagen,
die
Äußerung von Bedauern sei
unglaubwürdig, solange
Kirchenverantwortliche, die durch Wegsehen weiteren
Missbrauch von
Kindern ermöglicht hätten, im Amt
verblieben.
Quelle: Domradio Kommentar: Es
gehört seit 2002 zum Ritual der Kirche,
Verständnis,
Entschuldigungen, Beschämung.... über den
sexuellen
Missbrauch von Kindern durch Kleriker und Kirchenmitarbeiter
zu
artikulieren. Die Bitten um Vergebung scheinen jedoch nicht
bei den
Opfern anzukommen. Nach 7 Jahren, in denen dieses Ritual
praktiziert
wird, sollte doch langsam das Nachdenken darüber
einsetzen, warum
die Vergebungsbitten bei den Betroffenen nicht ankommen.
Dann wäre
es höchste Zeit, bei ihnen nach den Gründen zu
fragen.
Und es müsste in Rom überlegt werden, den
Papstbrief zum
Priesterjahr zu ändern: Anstelle der bisherigen
Aufforderung zum
Vertuschen von Verbrechen müsste die Aufforderung
stehen, sie
aufzudecken. Und es müsste eine Zusage der Kirche
geben, bei den
Verbrechensopfern nachzufragen, was an Solidarität der
Kirche sie
benötigen. 8.12.2009
Ein Hamburger evangelischer Pastor steht unter dem
Verdacht,
kinderpornografische Bilder zu besitzen. Gegen ihn wird
auch wegen
Kindesmissbrauch ermittelt. Er wurde suspendiert.
7.12.2009
Der
Papst
hat
für
den
kommenden
Freitag
den
Bischofskonferenzvorsitzenden
von
Irland
und
den
Erzbischof
von
Dublin,
Diarmuid Martin, nach Rom eingeladen. Er möchte
sich über die
schmerzliche Situation der Kirche in Irland informieren.
Die Presse berichtet auch, dass der Bischof von
Limerick, Donal Murray,
dem Papst seinen Rücktritt angeboten habe. Murray
war von 1982 bis
1996 Weihbischof in Dublin. Ihm wurde im Murphy-Bericht
vorgeworgfen
"unentschuldbar" in einem bekannten Missbrauchsfall
reagiert zu haben.
Quelle: ORF 6.12.2009
In Irland steigt der Zorn über die dortigen
Bischöfe, soweit
sie sich weigern, Verantwortung für den Schutz zu
übernehmen,
den sie kirchlichen Missbrauchstätern
gewährten. Auch die
Fragen an den Vorgesetzten der Bischöfe, an den
Papst, werden
lauter.
Quelle: südkurier 4.12.2009
Der
irische
Orden
"Sisters
of
Mercy"
will
eine
Entschädigung
von
knapp
128
Millionen
Euro
wegen
des jahrelangen seelischen,
körperlichen und sexuellen Kindesmissbrauchs in
Schulen und
Waisenhäusern zahlen.
Quelle: ORF 4.12.2009
14.768
Iren
und
Irinnen
haben
nach
einem
Aufruf
der irischen Regierung eine Entschädigung
für Misshandlungen und Missbrauch beantragt, die
sie in
kirchlichen Kinderheimen, Waisenheimen, Internaten und
Kinderspitälern erlitten haben. Die
Entschädigungssumme
könne bei über 1 000 000 000 Euro liegen,
teilte der
Entschädigungsausschuss für Heimbewohner
(RIRB) mit. Die
Kirche muss maximal 128 Millionen Euro zahlen, den Rest
übernimmt
der Staat.
Quelle: 20min.ch 30.11.2009
Bereits Mitte der achtziger
Jahre ließ der damalige Erzbischof der
Diözese Dublin seine
Diözese gegen mögliche Missbrauchs-Prozesse
versichern. Die
Kirchenleitung war sich also im Klaren, dass die
bekannten Anklagen von
Missbrauch durch katholische Priester Straftaten waren.
Quelle: Maerkische
Allgemeine 28.11.2009
Radio Vatikan interviewte
Diarmuid Martin, der seit 2004 Erzbischof von Dublin
ist, zum
Murphybericht. Martin sagte: „Ich
denke
an
den
Schrecken,
den
sie
[die
Opfer]
durchgemacht
haben.
Besonders
denke
ich
an
eine
ganz
bestimmte Gruppe, nämlich an diejenigen,
die bis
jetzt noch nicht fähig sind, ihre Geschichte selbst
zu
erzählen. In
ihnen werden furchtbare Gefühle und Erinnerungen
beim Lesen dieses
Berichtes wach, Gefühle, mit denen sie noch nicht
zu Recht kommen.
Ich
habe in den letzten Jahren viele, viele Opfer getroffen
und konnte
sehen, wie ihr Leben oder Teile ihres Lebens
zerstört sind. Sie
mussten
mit dem furchtbaren Leid jahrelang leben. Es ist
natürlich besser,
wenn
sie für sich selbst sprechen, aber ich kann mir
auch vorstellen,
dass
für einige die Tatsache, dass jetzt die Wahrheit
ans Licht kommt,
sehr
wichtig ist.“...„Es ist sehr traurig, dass einerseits
die Eltern und
die Opfer, die
an die Öffentlichkeit gegangen sind, keinen Zweifel
daran hatten,
wie
schwerwiegend dies alles war; die Leiter unserer Kirche
scheinen nicht
die gleiche Wahrnehmung gehabt zu haben, wie
desaströs das alles
für
Kinder war. Das ist ein Kapitel in der Geschichte der
Erzdiözese
Dublin, das sehr traurig ist. Es wird bleiben. Wir
können das
nicht
verleugnen. Es hat keinen Sinn zu sagen, mit dem Bericht
sei alles
vorbei, jetzt sei wieder alles normal. Die Kirche muss
sich ändern
und
ich glaube, es wird auch gut für uns sein, dass wir
uns diesem
Kapitel
unserer Geschichte ganz gestellt haben.“
Quelle: Radio
Vatican
Dass Martin mit Opfern gesprochen hat, ist im
Interview zu erkennen.
Üblicherweise ermessen Kirchenleute lediglich
den Schaden, der der
Kirche durch die Missbrauchsfälle angetan
wurde. Der Schaden, den
die Opfer nahmen, bleibt in der Regel
unerwähnt. Und von der
Solidarität der Sonntagsreden mit Opfern
weiß wochentags
kaum noch jemand. 26.11.2009
Den irischen Bischöfen Mc Quaid, Ryan, McNamara
und Conell war der
Ruf
der katholischen Kirche wichtiger als das Schicksal
der Opfer. Sie
hielten Dokumente zurück, die Priester
belasteten. Die
Untersuchungskommission forschte in zuvor geheimen
Unterlagen der
Kirche über den Umgang mit Missbrauchsfällen
in der
Erzdiözese Dublin
1975 bis 2004. Untersucht wurden die Fälle von 46
(von 150
beschuldigten) Priestern, die mindestens 320 Kinder
missbraucht
hätten.
Die Kommission zweifelt nicht daran, dass die 46
Priester deutlich mehr
als 320 Kinder missbrauchten. Kindesmissbrauch sei im
untersuchten
Zeitraum weit verbreitet gewesen. 1995 nach 7
Amtsjahren habe der
Erzbischof Conell der Polizei Zugang zu seinen
Unterlagen in 17
Fällen
gewährt. Die Kommission wies die Aussage der
Bischöfe
zurück, dass sie
vom Umfang des Missbrauchs nichts gewusst hätte.
Zu den 60 000
untersuchten
Dokumenten gehörten mehr als 5 500, die im
privaten Tresor des
Erzbischofs Connell lagerten. Quelle: baz
online
25.11.2009 Haben die Opfer
eine Chance?
Unter dem Titel "Das Kreuz und
die Kirchen" geht Gotthard Fuchs in CiG
der Frage nach, welche Bedeutung das Kreuz für die
Christen - und
die Welt - hat.
25.11.2009 Das
katholische
Bistum Fairbanks, Alaska, wird an fast 300 Opfer
sexuellen
Missbrauchs 10 Millionen Dollar zahlen. Auf diesen
Betrag einigten sich
Kirche und Opfer.
Quelle:
http://tagesschau.sf.tv/content/view/full/2493690
24.11.2009
Der
Generalobere
der
"Legionäre
Christi"
hat
sich
bei
den
Opfern
von
sexuellen
Übergriffen
des
Ordensgründers
Marcial
Maciel
Degollade (gest. 2008) entschuldigt.
Quelle:
kipa.apic
24.11.2009 Der
Vorsitzende
der Australischen Bischofskonferenz hat sich bei den
ehemaligen
Heimkindern in Australien entschuldigt. Es geht dabei um
die Kinder,
die in der Zeit der Kolonialherrschaft aus ihren Familien
genommen
wurden und in Waisenhäusern aufwuchsen. Dort wurden
sie oft auch
mit Gewalt und sexuellem Missbrauch "umerzogen". Die kath.
Kirche setze
sich für die Begleitung ehemaliger Heimkinder ein und
fördere
den Dialog mit allen, die durch einen Heimaufenthalt
geschädigt
wurden, berichtet die Presse.
Quelle:
glaube-aktuell
17.11.2009
Gewaltherrschaft
in
deutschen
Kinderheimen
-
Triggergefahr
Quelle:
FR
3.11.2009
Der
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,
Erzbischof
Zollitsch, bedauert das Unrecht sehr, das ehemaligen
Heimkindern in
katholischen Heimen zugefügt wurde. Er hat sich
mit drei
ehemaligen Heimkindern getroffen und mit ihnen
gesprochen.
Quelle:
Erzbistum
Freiburg
31.10.2009
In
Freiburg
will
ein
wegen
Körperverletzung
und
Betrug
verurteilter
katholischer
Priester
verhindern,
dass
das
Buch
seines
Opfers
erscheint.
Quelle:
Badische
Zeitung
30.10.2009
Bedrückende
Zeugnisse
davon,
was
der
Mensch
dem
Menschen
antun
kann
-
Heimkinder
in
Hessen
-
FR
11.10.2009
Ortstermin
in
einem
Dorf
des
Schweigens.
Zwischen
1987
und
2003
soll
ein
Kirchenorganist
ein
ursprünglich
sechs
Jahre altes
Mädchen immer wieder missbraucht haben. Er soll
sich auch mit
glühenden Eisen und Holzstöcken misshandelt
haben. Der
mutmaßliche Täter ist im 200-Seelen-Dorf
ein angesehener
Mann. Der Pfarrer des Dorfes erfuhr 2001 von dem
Vorwurf. Er stellte
den Täter nicht zur Rede, er informierte auch
nicht das
zuständige Bistum Fulda, er tat gar nichts. Die
heute
29-jährige Frau erstattete 2006 Anzeige. Laut FR
ist das
mutmaßliche Opfer multipel. Der Staatsanwalt
wundert sich, das in
einer so kleinen Ortschaft eigentlich irgendjemand
irgendwann etwas
hätte bemerken müssen. (Der Staatsanwalt
sollte wissen, dass
Täter ihre gesamte Umwelt manipulieren und dass
sie nur eines
brauchen, um weitermachen zu können: Das
Schweigen der Zuschauer.)
Quelle:
FR
31.10.2009
In
dem
Artikel
in
der
Welt
werden
die
US-amerikanischen
Diözesen
aufgelistet,
die
bereits
Insolvenz
beantragt
haben,
weil
sie die Entschädigungszahlen für Missbrauchsopfern
von kath.
Priestern und Kirchenmitarbeitern nicht mehr zahlen
können.
Zitiert wird der Opferanwalt Robert Jacobs: "Die Arroganz der
Diözese bei den
Verhandlungen habe ich in keiner
anderen Art von Verhandlung erlebt, die ich je hatte."
Ebenfalls wird
eine Äußerung von Bartholomew
J.
Dalton,
der
einer
Anwaltskanzlei
angehört,
die
mehr
als
50
Missbrauchsopfer
repräsentiert,
wiedergegeben:
"Die
Diözese
von
Wilmington hat ihren
Bankrott nur aus einem einzigen Grund erklärt: Um
Hunderte von
Verhandlungen wegen Kindesmissbrauchs im gesamten
Bundesstaat zum
Stillstand zu bringen. Es handelt sich um einen kalkulierten
und
verwerflichen legalen Trick, der Opfer von sexuellem
Missbrauch um die
Chance bringt, vor Gericht auszusagen. ... Einfach
ausgedrückt,
hat
dieser Antrag nichts mit Geld zu tun, aber alles mit
Geheimniskrämerei." Anders sieht es für den
Erzbischof von
Balitmore aus: Er sei "aufgewühlt und betrübt",
erklärte
er im Internet und betonte, dass seine "Solidarität und
Unterstützung den katholischen Brüdern und
Schwestern in
WWilmington gelte und allen, die von der schmerzlichen und
unglückseligen Entscheidung der Diözese Wilmington
betroffen
seien. Im Übrigen weist er auf seine "lang anhaltenden
und
weitergehenden Bemühungen" hin, den Opfern sexuellen
Missbrauchs
durch Priester und andere Kirchenrepräsentanten,
Heilung zu
bringen.
Quelle:
welt.de 24.10.2009
Die
Diözese
Belleville,
Illinois,
beendete
einen
sehrsjährigen
Rechtsstreit
mit
der
Zahlung
von
1,2
Millionen
Dollar(800.000
Eure)
an
einen ehemaligen Ministranten, der
mutmaßlich (?) vom Gemeindepfarrer missbraucht wurde.
Der
Priester stand im vergangenen Jahr in einem ähnlichen
Fall bereits
vor Gericht. Die Diözese hat Rechtsmittel gegen das
URteil
eingelegt.
Quelle:
Wiener
Zeitung 19.10.2009
Der
Bischof
der
Diözese
Wilmington,
Francis
Malooly,
erklärte
in
Annapolis,
dass
das
Bistum
Konkurs
angemeldet
habe.
Dies geschehe, um bei begrenzten Mitteln alle Opfer
sexuellen
Missbrauchs durch Priester gerecht zu behandeln. Die
Entscheidung hat
zur Folge, dass der für den 19.10.2009 angesetzte erste
von acht
Prozessen verschoben wird. Der Anwalt der Kläger,
Thomas
Neuberger, warf dem Bistum vor, sich um seine Verantwortung
zu
drücken und die Wahrheit vor der Öffentlichkeit zu
verbergen.
Er befürchte, dass kranke und ältere Kläger,
die z.T.
bereits im Alter von 8 Jahren von Priestern missbraucht
wurden, keine
Gerechtigkeit erfahren würden.
Quelle: baz 7.10.2009
Die
FR
berichtet,
dass
der
kanadische
Bischof
Raymond
Lahey
bereits
in
den
80er
Jahren
von
einem Jugendlichen belastet wurde. Der
Jugendliche habe 1985 im GEspräch mit einem GEistlichen
angegeben,
er habe in der Wohnung des damaligen Pfarrers Lahey
Pornografie
gesehen. Auch der Amtsvorgänger im Bischofsamt sei
informiert
worden. Ob die Vorgesetzten etwas - und wenn ja was -
unternommen
haben, wird nicht berichtet.
Quelle: FR vom 7.10.2009 S. 8 3.10.2008
Der
kanadische
Bischof
Raymond
Lahey
hat
sich
gestellt.
Er
zahlte
6000
Euro
Kaution
und
darf
weder Parks besuchen noch das
Internet nutzen. Er wird verdächtigt,
kinderpornografisches
Material zu besitzen. (Da mir in einem Park noch nie
Kinderpornografie
begegnete und anderen Menschen vielleicht auch nicht, darf
spekuliert
werden.) Der Papst hat den Rücktritt des Bischofs von
Anitgonish
angenommen.
Zur Erinnerung: Kinderpornografie heißt im Klartext,
dass Kinder
misshandelt, sexuell missbraucht, gefoltert wurden und ihre
Folter
aufgezeichnet wurde. Und der Bischof sich die gefolterten
Kinder mit
Vergnügen angeschaut hat.
Quelle: rp-online
Erst am 7.8.2009 hatte der Bischof ca 12,9 Mio Franken (8,3
Mio Euro)
wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Priester der
Diözese
Antigonish, Provinz Neuschottland, an die mehr als 10 Opfer
und ihre
Familien gezahlt. Damals sprach er von einem "verwerflichen
Handeln"
des Priesters. Und er sprach davon, dass Geld keine
vollständige
Entschädigung bringen könne, die kirche sich
jedoch
"mitfühlend zeigen" wolle. (Kommentar: Sich
mitfühlend zeigen
garantiert noch nicht, dass jemand auch mitfühlend
ist.)
Quelle: nzz 1.10.2009
Erzbischof Silvano Tomasi fordert laut Radio Vatikan, beim
Kindesmissbrauch nicht nur auf die katholische Kirche zu
schauen,
sondern auch auf die Skandale in anderen Kirchen und
Religionsgemeinschaften. Er verwies augf die
protestantischen Kirchen
in den USA und die dortigen jüdischen Gemeinschaften.
Wörtlich sagte er: „So wie die
Kirche vor ihrer Tür gekehrt hat, sollten das jetzt
auch mal
andere
Institutionen und Autoritäten tun, und zwar mit der
gleichen
Offenheit
den Medien gegenüber!“
Quelle:
Radio
Vatikan
Der
Erzbischof
wies weiter darauf hin, dass die ihm vorliegenden Studien
zeigten, dass 1,5
bis 5 Prozent der Geistlichkeit in den letzten 50 Jahren in
Kindsmissbrauchsfälle verwickelt gewesen sei. Nach
anderen Quellen
machte er Homosexuelle in 90% der "Fälle" für
Kindesmissbrauch verantwortlich.
Kommentar:
Woher dieses Wissen über Homosexuelle als Täter
stammt, ist
mir unbekannt. Seriösen Studien konnte ich dies bislang
nicht
entnehmen. Allerdings gibt es seriöse Studien, die im
Untersuchungszeitraum (1950 - 2002) von 4% aller
US-amerikanischen
Priester ausgehen, die Kinder und Jugendliche missbrauchten.
(United
States Conference of
Catholic Bishops,
The Nature and Scope of Sexual Abuse of
Minors by Catholic Priests and Deacons in the United
States 1950-2002).
Für Deutschland hochgerechnet wäre - bei
gleichem Anteil an
Tätern an der Gesamtzahl der Welt- und Ordenspriester
(15 222) -
von ca 608 priesterlichen Missbrauchstätern
auszugehen. Ob die
Verbrechen dieser vermuteten statistischen Täter, die
nicht selten
mehr als ein Opfer haben, tatsächlich für die
Opfer
erträglicher sind, wenn die katholische Kirche sie
mit
Missbrauchstaten anderer Konfessionen und Religionen
"abgleicht",
bezweifle ich. 22.9.2009
Im
Prozess
gegen
einen
ehemaligen
Organisten
der
katholischen
Kirche
in
Eiterfeld/Rhön
kam
zutage,
dass
der
Vater und das
mutmaßliche
Opfer im Sommer 2001 den Gemeindepfarrer über den
Missbrauch in
der
Sakristei informiert hatten. Damit erklärten Vater und
Tochter,
warum
die Tochter den Dienst als Küsterin niederlegte. Der
Pfarrer
sprach
nicht mit dem beschuldigten Organisten. Er entband ihn auch
nicht von
seinem Ehrenamt. Erst 2006, als das mutmaßliche Opfer
Anzeige
erstattete, wurde der Organist von seinem Amt
suspendiert. Am
27.9.2002 hat die Bischofskonferenz Leitlinien
zum Umgang mit Missbrauch beschlossen. Spätestens dann
hätte
der
Pfarrer wissen müssen, an wen er sich wenden kann und
muss.
Quelle:
Fuldaer
Zeitung 16.9.2009
Eine
Polizistin fasst die Aussage eines Organisten aus dem Raum
Fulda
zusammen, der des Missbrauchs angeklagt ist: „Er sagte,
das
Mädchen habe
freiwillig und gern mitgemacht und er wolle nichts mehr
sagen, um das
Mädchen nicht zu belasten.“ 1987 bis 2003 wurde die
heute
29-Jährige von ihrem Onkel, einem im Dorf sehr
angesehenen
Mann, missbraucht. Der Missbrauch begann, als sie 7 Jahre
alt war.
Mehrere Menschen - incl. des Pfarrers - haben vom
Missbrauch gewusst.
Niemand hat den Onkel zur Rechenschaft gezogen.
Quelle: Fuldaer
Zeitung 14.9.2009
In Verona, Italien, klagen 67
ehemalige Schüler einer
katholischen Taubstummen-Schule 24 katholische Kleriker
und
Kirchenmitarbeiter an, sie missbraucht zu haben. Unter den
Beschuldigten ist auch der Bischof Carraro sein, der inzw.
gestorben
ist. Dier Diözese von Verona setzte eine
Untersuchungskommission
ein, die Carraros Unschuld feststellte. Der Nachweis der
Unschuld des
Bischofs wurde durch Befragung des Personals der
Taubstummen-Schule
geliefert. Eine Befragung der mutmaßlichen Opfer
fand nicht
statt. Der eingeleitete Seligsprechungsprozess für
Bischof Carraro
wird fortgeführt. Die Diözese Verona spricht von
Ausnahmefällen und davon, dass alle Schuldigen
suspendiert seien.
Den anklagenden ehemaligen Schülern warf die Schule
vor,
unschuldige Geistliche bewusst denunziert zu haben.
Eine offizielle Statistik gibt es nicht. AP hat auf der
Basis von
Medienberichten, Angaben vonopfergruppen und
Betroffenen-Blogs eine
Liste von mindestens 73 Missbrauchsfällen mit rund
235 Opfern
aufgestellt.
Quelle: Basler
Zeitung 12.9.2009
Im Bistum Paderborn wurde ein
ehemaliger katholischer
Geistlicher, Dr.F.E., 72, wegen sexuellen Missbrauchs zu
zwei Jahren
Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ging von 30
Missbrauchsfällen aus, die 13-15-jährige Jungen
betraf. Der
Verurteilte war als Missionar in Nicaragua und hatte einen
libanesischen Jungen adoptiert. Er berichtete, mit 27 habe
er gemerkt,
dass er homosexuell sei. (Auch hier wird wieder einmal
Homosexualität mit Pädophilie verwechselt.) Das
Erzbistum
Paderborn ließ über seinen Sprecher Ä.
Engel mitteilen,
dass dem Bistum dieser Vorfall nicht bekannt gewesen sei.
Seit 2001
habe es keinen Kontakt mehr zu dem Priester gegeben, 2002
sei er
suspendiert worden, 2008 trat er aus der Kirche aus.
Quelle: Der
Westen und "Bild" 5.9.2009
Ein Brief von P.
Sylvester Heeremann LC, dem
Verantwortlichen des Ordens für Mitteleuropa, an die Legionäre
Christi 3.9.2009
Der
Vatikan prüft, ob die Nachricht stimmt, dass der
Gründer
der Gemeinschaft „Legionäre Christi“, Pater
Marcial Maciel Degollado, nicht nur eine Tochter, sondern
weltweit
mindestens fünf weitere Kinder habe. Der
Rechtsvertreter der
mutmaßlichen Kinder ist Jose
Bonilla. Maciel Degollado wurde seit
den 90er
Jahren des 20. Jhs. von Seminaristen sexueller Missbrauch
vorgeworfen.
Ein Verfahren gab es nicht. Er erhielt von der Kirche
lediglich die
Auflage, ein zurückgezogenes Leben zu führen.
Eine zur Zeit
laufende Visitation will dem Vorwurf der Kinderzeugung
durch Maciel
Degollado nachgehen. Der Vorwurf sexuellen Missbrauchs von
Kindern und
Jugendlichen war für den Vatikan kein Grund zur
Überprüfung. Quelle:
Radio
Vatikan Ein
Kommentar
von
Christian
Modehn
-
12.6.2009
(nicht
mehr
online) Modehn
berichtet, dass die "Legionäre
Christi" die Befreiungstheologie bekämpfen. Sie
vertreten eine
»teologia de la prosperidad«, eine Theologie
des
Wohlstands, die den
Reichen erklärt, ihr üppiges Leben sei
gottgewollt. Zweiter
Kommentar
von
Christian
Modehn
-
24.8.2009
(nicht
mehr
online)
Modehn spricht davon, dass im Orden der Legionäre
Christi immer
wieder Missbrauchsfälle bekannt wurden und es
vermutlich ein
pädophiles Netzwerk gab. Dass der Ordensgründer
mindestens
seit den 60er Jahren ungehindert Kinder, Jugendliche und
junge
Erwachsene missbrauchen konnte, spricht dafür, dass
er
Helfershelfer hatte und dass viele weggeschaut haben.
Noch der heutige Papst - als er noch Kardinal war - teilte
dem
Missbrauchsopfer José Barba mit: „Da
kann
ich nichts machen, der Orden gibt dem Johannes Paul II.
Papst viel
Geld“.
Die
Legionäre Christi unterstützen das
Internetportal ZENIT. Im
Impressum heißt es dort: "Die
Organisation
„Kirche
in
Not“,
die
Italienische
Bischofskonferenz
und
die
Kongregation
der
Legionäre
Christi
setzten
großes
Vertrauen
in
das Projekt und ermöglichten mittels
großzügiger
Spenden die Gründung
der Nachrichtenagentur ZENIT und ihr anfängliches
Wachstum.") s.
auch: http://religionsphilosophischer-salon.corbida.de/keys/legionare-christi
26.8.2009
Die
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 31-jährigen Vikar aus
dem Erzbistum
Paderborn. Er soll in mehr als 100
Fällen Kinderpornografie besessen und verbreitet
haben. Er soll
weitgehend geständig sein. Vom Dienst wurde er
suspendiert. Quelle: Spiegel 9.8.2009
CiG
Nr. 32, 61.Jg. vom 9.8.09, S. 358, berichtet, dass der
Vatikan den
Franziskaner Tomislav Vlasic vom Priesteramt suspendierte.
Vlasic muss
den Orden verlassen, weil er sich weigerte, der
Glaubenskongregation zu
gehorchen, weil er Irrlehren verbreitet habe, spirituelle
und
finanzielle Manipulationen und schließlich schwere
sexuelle
Verfehlungen begangen habe. Er war im Wallfahrtsort Medjugorje
tätig. 8.8.2009 Die
WZ
berichtet, dass das kanadische Bistum Antigonish wegen
sexuellen
Missbrauchs von Kindern durch einen Priester, der kurz nach
Bekanntwerden der Verbrechen starb, an die Opfer, mehr als
zehn
Minderjährige, umgerechnet 8,4 Millionen Euro
Schadenersatz zahlt.
Das Geld soll von den Mitgliedern der Gemeinde erbracht
werden.
Quelle:
Wiener
Zeitung 1.8.2009 Offener Brief an
den
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Brief
des Papstes
anlässlich des Priesterjahres. Bislang gibt es keine
Antwort.
3.9.2009
30.7.2009
Das Bistum
Regensburg weist einen Bericht von in der MZ scharf
zurück. "Darum
weisen wir den Pauschalvorwurf von
Strafvereitelung, Vertuschung
oder einer laxen Umgangsweise mit solchen Fällen
für das
Bistum
Regensburg zum wiederholten Male scharf zurück.
Ebenso entschieden
kritisieren wir die schändliche Art und Weise,
Priester und
kirchliche
Mitarbeiter als potentielle Sexualstraftäter zu
diffamieren. Sie
leisten Tag für Tag treu ihren Dienst, der von den
Menschen
anerkannt
und dankbar angenommen wird."
Die MZ
hatte am 29.7.2009 einen Artikel gebracht, in dem B.R., ein
Opfer des
heute 71-jährigen Ordensmannes vermutet, dass die
Opferzahl des
71-jährigen Ordensmannes größer sei als
bekannt. Nur 12
der Opfer hatten sich nach der ersten Aufdeckung beim Orden
der
Missionare von der Heiligen Familie gemeldet. Der Geistliche
selbst
hatte 16 Opfer benannt. (Das dürfte ein Hinweis darauf
sein, dass
längst nicht alle Opfer sich gemeldet haben.) B.R.
sagte, alleine
in seiner Klasse seien 6 Schüler betroffen gewesen. Bei
90
Schülern pro Jahrgang kann man vorsichtige
Rückschlüsse
auf die Opferzahl ziehen. B.R. stellte außerdem fest,
dass den
Opfern von der Kirche nicht geholfen werde. Vielmehr setze
man darauf,
dass diese sich nicht wehren. (Das wird durch einen Absatz
des Papstbriefes
zum
Priesterjahr bestätigt.)
Dr.
B.
Ottermann, Ärztlicher Direktor des
Kriminal-Forensischen Instituts
am Bezirkskrankenhaus Straubing und zweimaliger Gutachter im
Fall Peter
Kramer, sagte auf einer Tagung
des
Priesterrates
im Oktober 2008: „Entgegen dem Eindruck , der in der
Öffentlichkeit leichtfertig erweckt
wird, sind pädophile Straftaten in der Berufsgruppe
der Priester
unterproportional vertreten“. Wie er zu dieser
Feststellung gelangt,
ist nicht gesagt. Ottermann unterscheidet auch nicht
zwischen
Pädophilie und sexuellem Missbrauch von Kindern.
Bekannt ist, dass
der Anteil
pädophiler
Täter am sexuellen Missbrauch von Kindern auf
2-10% geschätzt wird (Kinsey-Report: Lautmann,
Brongersma,
Groth). Sexueller Missbrauch ist überwiegend ein
Phänomen
hetero- und homosexueller Orientierung. Eine Untersuchung
der
Katholischen Kirche zeigte, dass 80% der auffällig
gewordenen
Priester NICHT pädophil orientiert sind.
Kommentar: Eine differenziertere Diskussion, die
zw.
Pädophilie und sexuellem Missbrauch unterscheidet,
wäre
wünschenswert. Dass Opfer wie B.R. der Kirche
Mithilfe bei der
Strafvereitelung, Vertuschung und Beschämung der
Opfer vorwerfen,
dürfte ganz einfach ihren realen Erfahrungen
entsprechen. Kirche
kann sich nur durch Transparenz und Solidarität mit
den Opfern von
diesem Vorwurf befreien. Dass Opfer kirchlicher (und
nicht-kirchlicher)
Täter bislang nur ausnahmsweise eine "solidarische
Kirche"
erleben, muss ich nach 9 Jahren Gewaltarbeit
bestätigen.
29.7.2009 In
der SZ
berichtet Matthias Drobinski, dass auch ein Jahr nach dem
Bekanntwerden
der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Bamberger
Domkapitular die
Opfer weiter leiden. Einer von ihnen wirft der Kirche vor,
dass es nach
außen schöne Worte gäbe, aber
tatsächlich passiere
nichts. Den Missbrauchsbeauftragten des Bistums Bamberg
nimmt er
ausdrücklich aus von diesem Vorwurf. "Wagner" (Name
geändert), eines der Opfer, konnte vom
Missbrauchsbeauftragten
keine Finanzierungszusage für eine Therapie erhalten
und wandte
sich an den Generalvikar. Der habe ihn angeschnauzt: Wieso
er erst
jetzt damit komme, ob ihm bewusst sei, was er da angerichtet
habe, ob
er eine Existenz vernichten wolle.... Später
entschuldigte sich
der Generalvikar.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind abgeschlossen,
die Taten
verjährt; Anhaltspunkte, dass die Opfer
unglaubwürdig seien,
gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht; der
Domkapitular
wohnt inzw. wieder in seiner Dienstwohnung. Sein
Stellvertreter in der
Personalabteilung war auch im Ottanianum, dem Tatort, sein
Stellvertreter. Er habe nichts mitbekommen. Insider
berichten nach
SZ-Angaben, dass man den Fall zunehmend in mildem Licht
sehe. Kommentar: Erst wenn es
keine Nachrichten mehr geben wird, die die Opfer zu den
wahren
Schuldigen machen wollen, können Missbrauchsopfer von
kath.
Priestern anfangen, in kirchlichen Behörden auf
Unterstützung
und Gerechtigkeit zu hoffen. 29.7.2009 Am
Freitag,
31.7.2009, wird in Bonndorf/Schwarzwald um 19 Uhr eine "Messfeier im Gedenken an die
Opfer
sexualisierter Gewalt" sein. Wir danken dem Pfarrer
und der
Gemeinde für die offenen Ohren! Erika Kerstner 23.7.2009 In
der Kirche in
Irland geht die Nationalpolizei derzeit knapp 100 neuen
Vorwürfen
gegen katholische Geistliche nach. Die Betroffenen meldeten
sich bei
einer Hotline, die nach dem Ryan-Report eingerichtet wurde.
Mehr als
die Hälfte der Vorwürfe beziehen sich auf
sexuellen
Missbrauch, die übrigen sprechen von körperlicher
Züchtigung.
Quelle:
kath.web 22.7.2009 Der
71jährige
katholische Ordenspriester, der mindestens 16
Internats-Schüler in
Lebenhan/Bayern missbraucht hat, wurde durch den Papst vom
Priesteramt
entbunden. Angehöriger des Ordens der Missionare von
der Heiligen
Familie bleibt er weiterhin. Er darf nur keinen Kontakt mehr
zu Kindern
und Jugendlichen haben und das Kloster nur nach
Rücksprache
verlassen. Juristisch waren die Straftaten verjährt. Es
wurde
keine Anklage erhoben.
Quelle:
FR 21.7.2009 Im Papstschreiben
zum
Priesterjahr steht u.a. folgender Text: "Leider gibt
es auch
Situationen, die nie genug beklagt werden können, in
denen es die
Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue
einiger ihrer
Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und
Ablehnung.
Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein
kann, ist
weniger die EIGENSINNIGE AUFDECKUNG (Großschrift E.K.)
der
Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und
frohe
Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes,
das in
leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in
großherzigen Hirten,
in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen
erfüllten
Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen
Führern."
Kommentar: Unter der "Untreue" der Diener der Kirche ist
vermutlich der
sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch
katholische
Priester gemeint. Ich kann diesen Text nur als Aufforderung
zur
Vertuschung von Verbrechen und als Diffamierung der
Verbrechensopfer
lesen. Den Verbrechensopfern werden irgendwie eigensinnige -
d.h. ja
wohl zwielichtige - Motive bei der Aufdeckung der Untreue
von Priestern
unterstellt. Zur Klarheit: Wir sprechen hier von Verbrechen
und
Menschenrechtsverletzungen! In der Optik des Papstes
sind die
wahren Opfer also nicht missbrauchte Kinder und Jugendliche,
vielmehr
ist es die Kirche. Damit wird die Realität umgedeutet
und die
Opfer werden - wieder einmal - zum Verschwinden gebracht.
(Ein
entsprechendes Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen
Bischofskonferenz, Herrn Erzbischof Dr. R. Zollitsch, ist in
Arbeit.) 20.7.2009 Der ORF-Film "Mit
befleckter Soutane"
ist inzwischen online. 19.7.2009 Wie das
Erzbistum Freiburg sexuellem Missbrauch vorbeugen will.
Der
Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Freiburg hat
jährlich mit
8-10
Fällen von Grenzverletzungen unterschiedlicher
Schwere zu tun. Quelle:
SWR 18.7.2009 ORF
bringt am Sonntag, 19.7.2009 einen Beitrag über die
Kirche in
Polen.
Titel: Mit befleckter Soutane. Bislang wurden Vorwürfe
wegen
sexuellen
Missbrauchs, die Priester als Täter benannten, von der
katholischen
Kirche in Polen als Angriffe gegen Gott gedeutet. Inzwischen
jedoch
regt sich auch in Polen Widerstand gegen die
"Vertuschungspolitik". In
Lodz hat sich eine kleine Gruppe von sexuell missbrauchten
Ex-Ministranten zusammengetan. Ein Mann, der nach Kanada
ausgewandert
ist, hat seine Leidesngenossen in Polen aufgerufen, ihr
Schweigen zu
brechen. Die
kath.
Kirche
spricht
von
einer
Medienkampagne
und
von
den
berühmten
"Einzelfällen".
Joana
Radzyner
hat
den
Bericht
zusammengestellt.
Kommentar: Offensichtlich gehorchen die
katholischen
Bischöfe mit ihrem Verhalten dem Schreiben
des
Papstes
zum
Priesterjahr
2009.
Dort heißt es u.a.: "Leider gibt es auch Situationen,
die nie
genug beklagt werden
können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet,
und zwar
wegen
der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin
Grund zu
Anstoß und Ablehnung. Was in
solchen
Fällen der Kirche am hilfreichsten
sein kann, ist weniger
die
eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer
Diener, als vielmehr das erneute und frohe
Bewußtsein der
Größe des
Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt
angenommen hat in
großherzigen Hirten, in von
brennender
Liebe zu Gott und den Menschen
erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen
geistlichen
Führern."
Natürlich kann man so argumentieren und der Papst tut
es ja auch.
Die
Glaubwürdigkeit der Kirche kann man damit jedoch nicht
zurückgewinnen. 19.7.2009
ORF
bringt am Sonntag, 19.7.2009 einen Beitrag über die
Kirche in
Polen. Titel: Mit befleckter Soutane. Bislang wurden
Vorwürfe
wegen sexuellen Missbrauchs, die Priester als Täter
benannten, von
der katholischen Kirche in Polen als Angriffe gegen Gott
gedeutet.
Inzwischen jedoch regt sich auch in Polen Widerstand gegen
die
"Vertuschungspolitik". In Lodz hat sich eine kleine Gruppe
von sexuell
missbrauchten Ex-Ministranten zusammengetan. Ein Mann, der
nach Kanada
ausgewandert ist, hat seine Leidesngenossen in Polen
aufgerufen, ihr
Schweigen zu brechen. Die
kath. Kirche spricht von einer Medienkampagne und von den
berühmten "Einzelfällen". Joana
Radzyner hat den Bericht
zusammengestellt.
Kommentar: Offensichtlich gehorchen die
katholischen
Bischöfe mit ihrem Verhalten dem Schreiben
des
Papstes
zum
Priesterjahr
2009.
Dort heißt es u.a.: "Leider gibt es auch
Situationen, die nie
genug beklagt werden
können, in denen es die Kirche selber ist, die
leidet, und zwar
wegen
der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann
darin Grund zu
Anstoß und Ablehnung. Was in
solchen
Fällen der Kirche am hilfreichsten
sein kann, ist weniger
die
eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer
Diener, als vielmehr das erneute und frohe
Bewußtsein der
Größe des
Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt
angenommen hat in
großherzigen Hirten, in
von brennender Liebe zu Gott und den Menschen
erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und
geduldigen geistlichen
Führern."
Natürlich kann man so argumentieren und der Papst tut
es ja auch.
Die Glaubwürdigkeit der Kirche kann man damit jedoch
nicht
zurückgewinnen. 8.7.2009
Michael
Jacksons Trauerfeier ist zu Ende. Vergessen sind die
Missbrauchsvorwürfe. Selbst der Osservatore Romano, die
Vatikan-Zeitung, kommentierte, dass keine "noch so schwere
Anschuldigung" den "Mythos Jackson" bei den Fans
zerstören konnte.
6.7.2008 Am 15.
Juli beginnt die apostolische Visitation bei den
Legionären
Christi. Dem inzwischen verstorbenen Gründer, Marcial
Maciel
Degollado (1920-2008) wird vorgeworfen, dass er eine
Beziehung zu einer
Frau hatte und Vater einer Tochter (manche sprechen von 2
Kindern) ist.
Ein weiterer Anlass für die Untersuchung ist der
Vorwurf, dass
Maciel jahrelang junge Seminaristen missbraucht haben soll.
Quelle:
katholisches.info
S. a. auch einen Beitrag von Christian Modehn in PF
Der Briefwechsel zwischen dem Orden und Rom kann hier
nachgelesen werden. Ihm ist nicht zu entnehmen, was der
Anlass der
Visitation ist. Von "momentanen Herausforderungen" und von
"schwerwiegenden Tatsachen im Leben des Gründervaters"
ist die
Rede. Im Übrigen wird der mütterliche Schutz
Unserer lieben
Frau von Guadalupe erfleht. Wie - um Himmels willen - soll
es bei einer
solch verschleiernden Sprache je ein zutreffendes
Untersuchungsergebnis
geben! 27.6.2009
Kardinal Claudio Hummes, Präfekt der vatikanischen
Kleruskongregation, sagte, die Kirche könne die Augen
nicht vor
den Pädophiliefällen kath. Priester
verschließen. Sie
sei ein "entsetzliches Verbrechen". Hummes sagte, 4% der
Priester seien
pädophil.
Quelle: Radio Vatikan
Zur Erinnerung: Am 19.4.2008 meldete die Presse,
dass
der
vatikanischen
Glaubenskongregation
seit
2001
rund
1.000
Anzeigen
aus
den
USA
wegen
pädophiler
Verbrechen
zugegangen
seien, die
in den vergangenen Jahrzehnten von katholischen Priestern
begangen
worden waren. Nur in zehn Fällen sei es allerdings auch
zu einem
Strafprozess gekommen. 24.6.2009 In
der heutigen Generalaudienz beklagt der Papst, dass viele
Kinder in
Angst leben, allein gelassen werden, unter Hunger,
Missbrauch und
Krankheit leiden oder in bewaffneten Konflikten Opfer
würden. In
der gleichen Audienz erinnerte er an Jean Marie Vianney,
dessen Wort
der Papst anlässlich des Priesterjahres in Erinnerung
ruft: "Wenn
ihr den Priester seht, denkt an unseren Herrn Jesus
Christus".
Kommentar: Es ist u.a. diese völlig unreflektierte
Herstellung
dieses Zusammenhangs "Priester = Christus", die es von
Priestern
missbrauchten Kindern oft unmöglich macht, einen Zugang
zum
christlichen Glauben zu finden. Es ist bedrückend, dass
niemand
den Papst darauf hingewiesen hat - und dies nur 14 Tage nach
der
Veröffentlichung eines Berichtes, in dem von über
3000
Missbrauchsopfern irischer Kleriker die Rede war. E.
Kerstner 16.6.2009 Ein
Priester aus Cork in Irland berichtet, dass es Missbrauch
auch im
Priesterseminar gegeben hätte. Der Geistliche sprach
von
'widerwärtigen, grausamen und repressiven
Zuständen' dort. Er
berichtete auch von Selbstmorden im Seminar und dass niemand
bereit
gewesen sei, gegen den Missbrauch einzuschreiten. Der
Geistliche soll
einen Brief an den Vatikan gesandt haben. Bevor er das
Priestersemanr
verließ, sei ihm befohlen worden, den Mund zu halten
und das
Wissen mit ins Grab zu nehmen.
Quelle:
ORF 13.6.2009
Kinderheime und sexueller Missbrauch. Ein Artikel von
Stephan
U. Neumann in CiG
Da würde frau sich doch wünschen, dass den guten
Worten auch
Taten folgen. 11.6.2009
Die
irische evangelische Pfarrerin der deutschsprachigen
Gemeinde in
Dublin, Corinna Diestelkamp, weist in einem Interview auf
die Rolle der
Zuschauer und Zuschauerinnen hin, die Zeugen der
Kindesmisshandlung des
Kindesmissbrauchs in irischen Heimen waren und nichts
unternommen
haben. Sie sagt: „Je länger man sich damit befasst,
umso mehr wird
deutlich, dass es natürlich Menschen gegeben hat, die
nicht selbst
in
Missbrauch verwickelt waren, die aber nicht hingeschaut
haben, nichts
unternommen haben und die nicht haben sehen wollen oder
können,
dass
auch von der Kirche aus Unrecht passiert."
Quelle: Radio
Vatikan 11.6.2009
Vor einigen Jahren wurden die Aussagen ehemaliger
Heimkinder noch als
"bedauerliche Einzelfälle" abgewehrt. Inzwischen
liegt eine
wissenschaftliche Untersuchung vor. Dort zeigt sich,
dass
in deutschen Kinderheimen in den 50er- und 60er-Jahren
systematisch
geprügelt wurde, Zwangsarbeit an der Tagesordnung
war und sexuelle
Übergriffe nicht selten waren. Inzwischen
berät ein runder
Tisch der
Regierung über eine Wiedergutmachung. Mehr steht im
Welt-Artikel.
Dort sind
auch Leserbriefe eingestellt. Wer sie sich zumuten will,
kann dort
"Volkes Stimme" nachlesen. Viele dieser Stimmen zeugen von
völliger
Unkenntnis darüber, was Gewalt in der Kindheit
lebenslang
anrichtet.
Und sie zeugen vom Unwillen mancher Leute, anderen Menschen
zuzuhören
und so etwas wie Mit-Gefühl zu entwickeln.
(Vorsicht! Triggergefahr!) Quelle: Die
Welt 9.6.2009
Die
irischen Bischöfe haben am Freitag dem Papst
persönlich
über die Kindesmisshandlungen und den Kindesmissbrauch
in irischen
Heimen berichtet. Dort waren über 30 000 Kinder immer
wieder
geschlagen und misshandelt worden. Gemeldet haben sich
über 3000
Opfer, die in 216 Institutionen den Tätern ausgeliefert
waren. Der
Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin berichtete, der Heilige
Vater sei
"sehr bekümmert" gewesen. Eine offizielle Stellungnahme
des
Vatikan gibt es nicht. Die Begründung: Der
Kindesmissbrauch sei
eine "Angelegenheit der örtlichen Kirche".
Quelle: der
standard.at 5.6.2009 Heute
beraten die Spitzen der irischen Bischofskonferenz mit Papst
Benedikt
XVI. über die im Mai bekanntgewordenen
Fälle sexuellen Missbrauchs in der irischen Kirche.
Mehr als 2000
Kinder wurden in katholischen Erziehungseinrichtungen
misshandelt,
geschlagen und/oder sexuell missbraucht.
Quelle:
Die
Presse 10.6.2009
Der der katholische Priester
Julio
César Grassi in der Provinz
Buenos Aires wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern
zu 15 Jahren
Gefängnis verurteilt. Der 52-jährige Grassi,
Gründer und
ehemaliger Leiter der Stiftung für Kinder "Felices
Los
Niños" (Selig
sind die Kinder), wurde für schuldig befunden, in
wenigstens zwei
Fällen einen minderjährigen Jungen sexuell
missbraucht zu
haben. Die Tat sei umso schwerer, weil der Täter
für die
Erzieher der Opfer verantwortlich gewesen sei, hieß
es in der
Urteilsbegründung. Der Verurteilte ist der 4.
Priester, der im
mehrheitlich katholischen Argentinien in den vergangenen
sieben Jahres
wegen Kindesmissbrauch verurteilt wurde. Zwei
Bischöfe mussten
bislang zurücktreten. Quellen: taz
2.1.2010 und dnews.
Link
zu
Felices
Los
Ninos 28.5.2009
Michael O'Brien, früherer Bürgermeister seiner
Heimatstadt,
schockte
das Studiopublikum des irirschen Fernsehsenders RTE am
Montagabend.
Während einer politischen Podiumsdiskussion saß
er der
75-Jährige mit
seiner Frau im Publikum und berichtete von dort aus, dass
er mit 8
Jahren zusammen mit sieben Geschwistern im Jahr 1942 in
eine
katholische Anstalt eingewiesen wurde. Der Grund ist
unbekannt -
vielleicht war die Mutter gestorben. "Schon in der zweiten
Nacht wurde
ich vergewaltigt", berichtete O'Brien. Und weiter sagte
er: "Wie oft
stürze ich schweißgebadet aus meinem Bett, weil
ich diese
Kerle an
meinem Bettende stehen sehe, wie sie mir zuwinken, wie sie
mich in ihr
Zimmer zerren, um mich zu vergewaltigen und die Eingeweide
aus mir
herauszuprügeln." O'Brien hat mit diesem Bericht der
Untersuchungskommission des sexuellen Missbrauchs in
irischen
katholischen Kinderheimen eine Stimme und ein Gesicht
gegeben. Irland
ist schockiert. Im
Bericht der
"Welt" wird wieder einmal deutlich, dass Täter mit
der
Unterstützung der scheinbar Unbeteiligten, der
Zuschauer, rechnen
dürfen. Noch 2002 konnten die "Christian Brothers",
in deren
Kinderheimen viele Kinder missbraucht wurden, mit
staatlicher
Unterstützung rechnen. Ihnen wurde zugestanden, dass
keine
Täter aus
ihren Reihen mit Namen genannt werden. Erst am 26.5.2009
stimmten die
Christian Brothers und weitere Orden einer Stiftung
für die Opfer
zu. Quelle:
welt.de 25.5.2009
Der
Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin erhob schwere
Vorwürfe gegen
die irischen Orden, die immer noch verschwiegen, dass
Ordensmitglieder
"praktisch ohne jegliche Moral" gehandelt hätten. Er
kritisierte
auch, dass die Opfer bislang keine ausreichende
Entschädigung
erhalten hätten. Der gesamten katholischen Kirche
Irlands warf der
Erzbischof vor, auf die Anschuldigungen nur schwach
reagiert zu haben,
was zu einem hohen Glaubwürdigkeitsverlust
geführt habe. Quelle: orf Kommentar: In der Tat hat
der
Erzbischof Recht. 22.5.2009
Der
neue Londoner Erzbischof Vincent Gerard Nichols sagte zum
Kindesmissbrauch in Irland im britischen Fernsehsender
ITV, er
bescheinige den Tätern Mut, weil sie sich ihrer
Vergangenheit
gestellt hätten. Er denke zuerst an die
Missbrauchsopfer. Aber er
denke auch an die Geistlichen. Der Missbrauchsbericht
dürfte die
vielen guten Dinge, die diese Menschen ebenfalls getan
hätten, in
den Hintergrund treten lassen. Quelle: Radio
Vatikan 22.5.2009
"Die
Wahrheit wird euch frei machen" heißt es im 8.
Kapitel des
Johannes-Evangeliums. Es gibt keine Garantie, dass die
Wahrheit
schmerzlos zu haben ist. Die katholische Kirche in Irland
hat diesen
Erkenntnisprozess noch vor sich. Sonst würde sie die
Ermittlungen
einer irischen Kommission zu Missbrauch und Misshandlung
in irischen
katholischen Kinderheimen unterstützen. Quelle: taz Der Verband der "Irischen
Überlebenden der Kindesmisshandlungen"
kritisiert, dass der Bericht keinen der Täter beim
Namen nennt und
dass es keine Strafanzeigen geben wird. Der Orden der
Christian
Brothers hatte 2004 vor Gericht erzwungen, die
Anonymität der
Täter zu wahren. Entschädigungssummen
werden zu
neun Zehnteln (mehr als 1 Milliarde
Euro) von den Steuerzahlern aufgebracht, ein Zehntel
begleicht die
katholische Kirche. Das Oberhaupt der katholischen Kirche
Irlands,
Kardinal Sean Brady,
äußerte "tiefste Scham darüber, dass
Kinder in diesen
Institutionen auf
so schreckliche Weise gelitten haben". Quelle: FR Kommentar: Dass die Namen
der
kirchlichen Täter in Irland mit
gerichtlicher Zustimmung verschwiegen werden, nennt man
"Täterschutz". Er funktioniert immer noch - obwohl
bereits im
März 2002 der Papst
an
die
Priester schrieb,
die
Kirche wolle auch Sorge und
Mitgefühl zeigen und sich der schmerzlichen Situation
mit
Wahrhaftigkeit (!) und Gerechtigkeit (!) widmen. Wie
Wahrhaftigkeit und
Gerechtigkeit mit Täterschutz vereinbar sein soll,
entzieht sich
meiner Kenntnis. E. Kerstner 20.5.2009
In
Irland gab es bis in die 80er Jahre des 20. Jh. hinein in
ca 250
kirchlichen Häusern ca 35 000 Kinder. 2 500 dieser
ehemaligen
Heimkinder sagten vor einer seit 2000 arbeitenden
Kommission aus, dass
sie in den Heimen sexuell missbraucht und/oder misshandelt
wurden. Die Kommission ermittelte, dass Kirche und
Staat
wissentlich die Augen vor den Zuständen verschlossen
habe. Jeder
Missbrauchsfall sei von der kath. Kirche als Einzeltat und
in
Verschwiegenheit behandelt worden. Die Angst vor einem
Skandal
sei größer gewesen als die Sorge um das Wohl
der Kinder. "Im
besten Fall wurden die Peiniger versetzt, aber für
das Kind wurde
nichts gemacht. Im schlimmsten Fall wurden dem Kind noch
Vorwürfe
gemacht", heißt es in dem Bericht. Vor allem Jungen
seien in den
kirchlichen Einrichtungen sexuellem Missbrauch
ausgeliefert gewesen.
Mädchen seien zwar auch sexuell missbraucht worden,
jedoch nicht
so systematisch wie Jungen. Die
"Nummer 253"
in einem dieser Kinderheime war John Kelly, der
Vorsitzende des irischen Opferverbandes SOCA. Quelle:
ntv 27.4.2009
Die
Ureinwohner von Kanada hoffen auf eine Entschuldigung des
Papstes
für die Misshandlungen, die psychische, physische und
sexuelle
Gewalt, die Kinder und Jugendliche in Internaten durch
katholische
Geistliche erlitten haben. Die kanadische Regierung hat
den Opfern, die
bis in die 80er Jahre des 20. Jhs. in Internaten lebten,
Entschädigungen gezahlt. Experten sprechen davon,
dass die
Probleme der Ureinwohner - Alkoholismus, Gewalt und Inzest
- ihre
Ursache in der über Generationen hinweg erlittenen
Gewalt haben. Am Mittwoch wird eine
Delegation des
Dachverbandes der Assembly of
First Nations zur Audienz beim Papst sein. Geleitet wird
die Delegation
von Phil Fontaine, der als 6-Jähriger zur Umerziehung
in eines der
Internate gebracht worden war. Quelle: Die
Zeit 29.4.2009
Der Papst hat sich bei einer Delegation kanadischer
Ureinwohner entschuldigt wegen der Misshandlungen, die
Kinder in
katholischen Internaten erleiden mussten. Ca 100 Jahre
lang waren junge
Inuits, Crees und andere Indianerkinder aus ihren
Familien genommen
worden und in katholischen Schulen unterrichtet worden.
Wenn sie ihre
Muttersprache benutzten oder kulturelle und spirituelle
Riten
durchführten, wurden sie streng bestraft.
Quelle: Tagesschau 23.4.2009
Im Spiegel berichtet Peter Wensiersksi, wie ein wegen
Kindesmissbrauchs verurteilter Pfarrer seinen Opfern
Detektive ins Haus
schickte und wie die katholische Kirche es dem
Täter leicht
machte, seine Verbrechen zu verharmlosen.
Papst
Benedikt wird am 29.4.09 mit kanadischen Ureinwohnern
sprechen. Thema
wird der Vorwurf sexuellen Missbrauchs an
UreinwohnerInnen sein, die in
den 20er Jahren des 20. Jh. in katholischen Schulen
missbraucht wurden.
Die UreinwohnerInnen Kanadas erwarten vom Papst eine
Entschuldigung.
Quelle: Radio
Vatican 2.4.2009
Der Papst lässt die Gemeinschaft der Legionäre
Christi überprüfen. Der Orden wurde 1941 in
Mexiko von dem
mexikanischen Pater Marcial Maciel gegründet. Dem
Gründer
wurde von mehreren früheren Seminaristen sexueller
Missbrauch
vorgeworfen. 2006 war er vom Papst gemaßregelt
worden und zu
einem zurückgezogenen Leben des Gebets und der
Buße
verurteilt worden. Maciel starb 2008. Die ersten
Vorwürfe
waren bereits 1956 erhoben worden. Sie wurden in den
Jahren 1978, 1989
und 1999 erneuert und erweitert (s. auch hier).
Die
jetzige
Überprüfung
findet
statt,
weil
Pater
Maciel
Frau
und
Tochter
habe.
Dies
räumte
der
Orden ein. Quelle: Die
Presse 31.3.2009
Die FR meldet, dass in Kolumbien eine 35-jährige
Frau
ihren Vater beschuldigt, sie fast 30 Jahre lang sexuell
missbraucht zu
haben und sie 14 Mal geschwängert zu haben. Niemand
in ihrem Dorf
mit 300 Einwohnern habe etwas gesagt, obwohl viele
wussten, was
geschah. Bereits vor drei Jahren will die Frau einem
Pastor gesagt
haben, was los sei. Als dieser Priester, Orlando Marin,
nun von
Journalisten gefragt wurde, begründete er sein
Schweigen mit dem
Satz: "Wer bin ich, um einen Menschen ins Gefängnis
zu bringen?"
Auch die Hebammen, die bei den Geburten halfen, haben
nach Aussage der
Frau gewusst, von dem die Kinder seien. Selbst die
Behörden der
Stadt Mariquita haben Bescheid gewusst.
Quelle: FR Kommentar: Der
Pastor hat sich nicht
gefragt, wer er sei, dass er dieser Frau seine
Unterstützung
versagte. 29.3.2009
Der Prälat Ulrich Küchl trat als Propst des
Kollegiatsstiftes Eisgarn zurück und in den
Ruhestand. s.auch die
Informationen von 2004.
Quelle: ORF 24.3.2009
Das Bistum Würzburg hat den zwangspensionierten
Pfarrer,
der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt war und 2
Opferfamilien
durch Detektive aufsuchen ließ, um die Opfer zu
einem Widerruf
ihrer Anschuldigungen zu bewegen, nunmehr vom
priesterlichen Dienst
suspendiert. Das entspreche de facto einer
Versetzung in den
Laienstand.
(Ich hoffe nicht, dass mit dieser Beschreibung des
Laienstandes gemeint
ist, er sei der Stand jener, die bestraft gehören.)
Quelle: Bistum
Würzburg 16.3.2009
In einem Brief an die Familie des Missbrauchsopfers, die
von
2 Detektiven im Auftrag des verurteilten
Straftäters, eines
zwangspendionierten kath. Pfarrers, aufgesucht worden
war (s. 14.3.09),
hat sich die Diözese Würzburg entschuldigt.
Die Kirche
überlege, wie sie in Zukunft ein solches Verhalten
unterbinden
könne. Quelle: de.news 15.3.2009
Im Jahr 2008 zahlte die kath. Kirche in den USA 436
Millionen
Dollar (ca 337 Millionen Euro) an Opfer sexuellen
Missbrauchs durch
Kleriker. Die Missbrauchsklagen stiegen im Vergleich zu
2007 um 16
Prozent. Bei mehr als der Hälfte der 803 neuen
Fälle geht es
um Missbrauch von Kindern. Viele der Klagen betreffen
den Zeitraum von
1960 bis 1074.
Quelle: OTZ 14.3.2009
Im Bistum Würzburg schickte ein wegen sexuellen
Missbrauchs zwangspensionierter Pfarrer zwei
Detektive zu einer
Familie, in der eines seiner Opfer lebt. Die Detektive
sagten, das
heute 19-jährige Opfer solle seine Aussage
wiederrufen; er solle
sich keine Sorgen machen, die Sache sei ja verjährt.
Der heute
69-jährige Pfarrer wolle seinen Seelenfrieden finden.
- Das
Ordinariat distanzierte sich von dem pensionierten
Pfarrer. Der Pfarrer
sei uneinsichtig und habe auch jede Therapie verweigert. Quelle: Süddeutsche 7.3.2009
Der irische Bischof John Magee bat den Papst, ihn von
seiner
Aufgabe als Bischof der Diözese Cloyne zu
entbinden. Dem Ansinnen
wurde nachgegeben. Der 72-jährige Bischof, der
lange im Vatikan
als Privatsekretär der Päpste Paul VI.,
Johannes Paul I. und
Johannes Paul II. gearbeitet hatte, wird wegen seines
unangemessenen
Umgangs mit zwei der Pädophilie verdächtigten
Priestern
kritisiert. Eine kirchl. Untersuchungskommission warf
ihm vor, durch
unpassende Maßnahmen den Schutz von Kindern vor
sexuellem
Missbrauch durch Priester vernachlässigt zu haben.
in Irland zahlte die kath. Kirche bisher an ca 10 800
Missbrauchsopfer
rund 825 Millionen Euro Schadenersatz. Quelle: KStA 18.2.2009
Der Jesuitenorden im Nordwesten der USA hat beim
Insolvenzgericht in Portland Gläubigerschutz
beantragt. Der Orden
führt ein Vermögen von weniger als 5 Mio
Dollar und
Verbindlichkeiten von ca 62 Mio Dollar an. Der
Gläubigerschutz
wurde beantragt, um 200 weitere Klagen von
mutmaßlichen Opfern
sexuellen Missbrauchs durch Jesuiten entschädigen
zu können.
Ein Anwalt von 60 Klägern warf dem Orden vor, sein
Vermögen
bei weitem zu niedrig angegeben zu haben.
Quelle: Frankfurter
Rundschau 5.2.2009
Die "Legionäre Christi" haben erstmals ein
Fehlverhalten
ihres Gründers Marcial Maciel eingeräumt. Der
Orden habe
"überraschende Dinge erfahren", die für einen
katholischen
Geistlichen "nicht angemessen" waren.
Zur Erinnerung: Maciel starb 2007 in den USA mit 87
Jahren. Zuvor hatte
Papst Benedikt XVI. disziplinarische Maßbnahmen
gegen ihn
verhängt, weil diesem sexueller Missbrauch von
Seminaristen
vorgeworfen wurde. Die
Strafe bestand darin, dass Pater Maciel "ein
zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße"
führen
solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen
der
"zerbrechlichen Gesundheit" des 2006 85-Jährigen
verzichtet.
Bereits 1956 gab es Verdächtigungen gegen Maciel.
Damals wurde er
freigesprochen. 1978 und noch einmal 1989 hatte der
amerikan.
Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst
Präsident der
Legionäre Christi, an Papst Joh. Paul II.
geschrieben, aber keine
Antwort erhalten. Ende 2004 ließ der Präfekt
der
Glaubenskongregation, Ratzinger, gegen Maciel ermitteln.
Sieben
ehemalige Seminaristen beschuldigten ihn, sie in den 50er
und 60er
Jahren missbraucht zu haben und sie (!) anschließend
in der
Beichte freigesprochen zu haben. Nach kanonischem Recht
verjährt
ein solcher Missbrauch des Beichtsakramentes nicht. 2005
waren weitere
20 Seminaristen bereit, gegen Maciel auszusagen. Die
Ankläger
waren ehemals hochrangige Legionäre, heute
Anwälte,
Hochschullehrer, Ingenieure. Die zuletzt anhängige
Klage wurde
1999 im Vatikan eingereicht, die im Mai 2006 dann
entschieden wurde.
Dass der Orden am heutigen 5.2.2009 "überraschende"
Dinge erfahren
haben will, dürfte nur den überraschen, der es
nicht wissen
wollte und heute höchstens von einem "unangemessenen
Verhalten
eines Priesters" zu sprechen geneigt ist, wo es um
Verbrechen geht. Quelle: net-tribune 30.1.2009
Die Staatsanwaltschaft Kaliforniens ermittelt im Kontext
von
Missbrauchsvorwürfen gegen den Erzbischof von Los
Angeles,
Kardinal R. Mahony. Mahony äußerte seine
Verblüffung
über die angebliche Untersuchung. Seine
Anwälte
bestätigten, dass die Staatsanwaltschaft
Informationen über
eine Reihe von Priestern eingeholt habe; sie wiesen aber
darauf hin,
dass der Kardinal selbst nicht Gegenstand der
Untersuchung sei. Nach
Angaben der Los Angeles Times wird geprüft, ob
Mahony und andere
Kirchenobere pädophile Geistliche trotz massiver
Vorwürfe
geschützt und nicht entlassen hätten.
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Quelle: FR 23.1.2009
Die Nürnberger Nachrichten berichten, dass das
Erzbistum
Bamberg im Fall des verjährten Missbrauchs von
Kindern/Jugendlichen durch einen Bamberger Domkapitular
von
"Betroffenen" spricht, nicht von Opfern. Der inzwischen
von allen
Ämtern entbundene Domkapitular wohnt in einem der
Diözese
gehörenden Palais.
Quelle: Nürnberger
Nachrichten 19.1.2009
Die Ermittlungen gegen den Bamberger Domkapitular wegen
sexuellen Missbrauchs wurden wegen Verjährung
eingestellt. Nach
Angaben der Staatsanwaltschaft hat der ehemalige
Domkapitular zwischen
1978 und 1983/84 im Bamberger Ottonianum in zehn
Fällen acht
Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Da es jedoch
keine Hinweise
auf "schweren sexuellen Missbrauch" gibt, beträgt
die
Verjährungsfrist keine 20 Jahre, sondern nur
fünf oder zehn
Jahre. Deswegen seien die Ermittlungen eingestellt
worden.
Der im Bistum Bamberg zuständige Arbeitsstab
beschäftigt sich
mit der Prüfung der Vorwürfe und bespricht die
nächsten
Schritte.
Der ehemalige Domkapitular kann sich an die Taten nicht
erinnern.
Therapeutische Angebote nehme er "nur bedingt wahr",
verlautbarte das
Ordinariat.
Quelle: domradio 13.1.2009
Ein
Domkapellmeister in
München hatte Pornos auf seinen Dienst-PC geladen. Er
war der
Kündigung zuvorgekommen - man einigte sich auf eine
Vertragsaufhebung.
Kommentar: Da gelten in der kath. Kirche andere Regelungen
als im
staatlichen Recht. Dort ist ausschließlich
Kinderpornographie
(d.h. die Darstellung von Folter an Kindern) strafbewehrt.
In der kath.
Kirche gilt dies auch für Pornographie. Ich halte
diese Regelung
für angemessen, denn sie dient dem Schütz der
Würde von
Frauen. Quelle: Süddeutsche 3.1.2009
Der Bischof von Cloyne, Irland, sieht sich mit
Rücktrittsforderungen konfrontiert. Kurz vor
Weihnachten
veröffentlichte ein unabhängiges
Kinderschutzprogramm, dass
Geistliche aus der südirischen Diözese Cloyne
nur mangelhaft
kooperationsbereit seien. Ihre Haltung im Kampf gegen
den Missbrauch
von Kindern sei nicht angemessen und teilweise
gefährlich.
Kardinal Sean Brady will, dass jeder kath. Geistliche
Irlands sich
schriftlich zur Umsetzung der kirchlichen
Kinderschutzmaßnahmen
verpflichte. Das Vertrauen zur Kirche solle nach den
Missbrauchsskandalen wieder hergestellt werden.
Quelle: Radio Vatikan