| Dokumentation des
Regensburger Missbrauchsfalls Letzte Aktualisierung 22.3.2008 |
| Kommentar zum Regensburger Missbrauchsfall |
2.12.2008 Der pädophile
Pfarrer, der in einem bayerischen Internat in Lebenhan mindestens 16
Jungen missbrauchte, hat den Papst um Amtsenthebung. Im Orden wird er -
mit Auflagen - verbleiben dürfen. Strafrechtlich sind alle Taten
verjährt. Der zuständige Provinzial der Ordensprovinz
behält sich angesichts des Ausmaßes der
Missbrauchshandlungen vor, in Rom die kirchenrechtliche Verjährung
aufzuheben. Dann wäre ein kirchl. Strafprozess möglich.
Quelle: Spiegel
30.11.2008 Im Bistum Brügge,
Belgien, wurde ein kath. Priester vorläufig vom Amt suspendiert.
Er steht im Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen. Eine
Hausdurchsuchung förderte auch kinderpornografische Dokumente zu
Tage. Die Justiz spricht von einem einzigen Fall, ermittelt aber in
mehreren Richtungen.
Quelle: brf
25.11.2008
Das tägliche Grauen - die Arbeit eines Ermittlers in Sachen
Kinderpronografie.
'Der Markt sei
zu lukrativ, sagt [Oberstaatsanwalt Peter] Vogt, die Täter zu
skrupellos. Und sie
sind überall: in allen Schichten, in jedem Alter. Vogt hat
Jugendrichter und Staatsanwälte erwischt und immer wieder
Priester.
Einmal hat er sogar sieben Computeranschlüsse in Vatikanstadt
ausfindig
gemacht - auf seine Anfrage erhielt er nie eine Antwort.'
Quelle:
FR
11.11.2008
Die
Ermittlungen
gegen
den
Hamburger
katholischen
Priester
wurden eingestellt. Er stand
seit April (s. Nachricht vom 23.4. und 28.4.2008) unter dem Verdacht,
Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die im April
ausgesprochene Beurlaubung wurde mit sofortiger Wirkung
zurückgenommen.
Quelle: domradio
8.11.2008
Das
Bistum
von
Lausanne,
Genf
und
Freiburg
hat 28 Fälle von sexuellem Missbrauch,
aber auch von Misshandlung oder Regelverstoß, durch katholische
Priester untersucht. Der Großteil der Fälle ist
verjährt oder die mutmaßlichen Täter sind tot.
Quelle: tagesanzeiger
4.11.2008 Im Bistum Trier wurden bei einem
37-jährigen
katholischen Pfarrer Kinderpornos gefunden. Die Staatsanwaltschaft
ermittelt. Der Pfarrer wurde vom Bistum vom Dienst beurlaubt. Die
Gemeinden erfuhren vom Bistum, dass die Beurlaubung "psychische
Gründe" habe. Bereits im Februar 2008 war ein anderer Pfarrer aus
V. wegen des Besitzes von Kinderpronografie vom Dienst suspendiert
worden.
Quelle: sol.de
4.11.2008 Im Gegensatz zu katholischen
Bistümern habe bei vielen religiösen
Gemeinschaften und Orden beim Thema „Sexuelle Übergriffe in der
Seelsorge noch kein Umdenken stattgefunden“. Das kritisierte Adrian von
Kaenel, Präsident des zuständigen Fachgremiums der Schweizer
Bischofskonferenz im Zusammenhang mit dem mehrfachen
Pädophilie-Verdacht bei einem Westschweizer Kapuzinerpater.
Quelle: Radio
Vatikan
3.11.2008 Der aus dem Bistum Lausanne-Genf-Freiburg
stammende
Kapuzinerpriester (s. Nachricht vom 8.2.2008) hat den sexuellen
Missbrauch seines Neffen gestanden. Inzwischen besteht jedoch der
Verdacht, dass er insgesamt 24 Jungen missbraucht haben soll. Die Taten
seien
in ca 38 Jahren begangen worden. Zunächst hatte das Bistum
erklärt, der Kapuziner habe zwei Jungen missbraucht. Als die
Untersuchungsrichterin Gendre das Dossier erhalten habe, sei es um acht
Kinder gegangen, die Opfer geworden seien, teilte sie mit. Nach der
Einvernahme des
mutmaßlichen Täters sei die Opferzahl jedoch auf 22
gestiegen. Zwei
weitere Verdachtsfälle habe eine Kommission des Bistums gemeldet.
- Mit Ausnahme eines Falles sind
alle anderen verjährt.
Die Untersuchungsrichterin Gendre untersuchte auch, ob sich der Orden
der Begünstigung des mutmaßlichen Täters schuldig
gemacht habe. 1989 wurde der mutmaßliche Täter nach
Frankreich versetzt. Da jedoch die Verjährungsfrist für das
Delikt sieben Jahre betrage, stelle sich die Frage nach der
Begünstigung des mutmaßlichen Täters durch den Orden
nicht mehr.
Gendre hat weitere Untersuchungen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs
gegen 4 kath. Priester angestellt. Zwei wurden wegen des Todes der
Angeschuldigten eingestellt; in einem Verfahren erhärteten sich
die Anschuldigungen nicht. Ein viertes Verfahren läuft noch.
Quelle: Südostschweiz
u.a.
Quelle: br-online.de
Kommentar: Nicht
umsonst
nennt
Renate
Bühn
(http://www.frau-lot.de/)
sexuellen
Missbrauch
ein
"sicheres
Verbrechen".
Von
2000 Sexualstraftätern
werden 100 angezeigt, 15 tatsächlich angeklagt, drei davon werden
freigesprochen, zehn bekommen eine Bewährungsstrafe und nur zwei
müssen tatsächlich mit einer Haftstrafe rechnen.
21.10.2008 Die Mainpost berichtet, dass die
Ermittlungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern Mitte der
70er Jahre durch einen Pater des Ordens "Missionare von der Heiligen
Familie" in Lebenhan andauern. Bislang haben sich inzwischen mehr als
zehn frühere Internatsschüler gemeldet, die sich an die
Vorfälle erinnern können und den Missbrauch beobachtet haben.
Ob andere Patres von dem Missbrauch wussten, ist
derzeit unklar. Ein Mitarbeiter einer Firma, der beruflich im Kloster
zu tun hatte, ist nach Auskunft der Mainpost von einem Kind informiert
worden. Der Mitarbeiter habe daraufhin die Internatsleitung und das
Rathaus informiert. An Ansprechpartner im Rathaus könne er sich
nicht erinnern. Der damalige Internatsleiter starb vor 20 Jahren. Ob
die schnelle Abberufung des heute Beschuldigten in einem Zusammenhang
mit der Information des Firmenmitarbeiters an Rathaus und
Internatsleitung steht, ist unklar.
Quelle: mainpost.de
20.10.2008 Der Prozess um den angeblichen sexuellen
Missbrauch einer 47-jährigen Frau, die als Kind im Beichtstuhl
ders Würzburger Marienheims missbraucht worden sein soll, wurde
ausgesetzt. Die Prozessfähigkeit der Klägerin solle
geprüft werden, teilte das Ordinariat der Diözese
Würzburg mit.
Quelle: mainpost.de
Kommentar: Mit Sicherheit hat die Kirche das
Recht (und die Pflicht), eine falsche Anklage zurückzuweisen. Ob
sie das Recht hat, eine Verdachtsdiagnose über die Klägerin
in der Öffentlichkeit mitzuteilen, bezweifle ich jedoch sehr. Die
Verdachtsdiagnose "Borderlinestörung" oder
"Persönlichkeitsstörung", wie sie von der Presse als
Formulierung des Ordinariats lanciert wurde, ist geeignet, einen
vermutlich sehr gequälten Menschen, in aller (halbinformierten)
Öffentlichkeit ein für allemal unmöglich zu machen.
12.10.2008 Der 71-jährige Pater, dem sexueller
Missbrauch in
einem kirchlichen Internat in Bayern vorgeworfen wurde, hat
eingeräumt,
Schüler in den 70er Jahren missbraucht zu haben. Zuvor hatten sich
zwei
Opfer bei der vom Orden der "Missionare von der Heiligen Familie"
eingesetzten Kommission gemeldet.
Quelle: Der
Spiegel
10.10.2008 Die Staatsanwaltschaft wird keine
Ermittlungen gegen den Pater einleiten, weil die Taten mit einiger
Sicherheit verjährt seien. Ein zweiter Zeuge, ein ehemaliger
Internatsschüler, hat sich nach Angaben der Mainpost gemeldet. Er
wisse, dass ein Bettnachbar im Internat missbraucht worden sei. Er
selbst sei jedoch kein Opfer. Opfer haben sich bislang nicht gemeldet.
Quelle: mainpost.de
8.10.2008 Im Kloster Lebenhan, im dortigen
früheren Internat, sollen Mitte der 70er Jahre
Internatsschüler sexuell missbraucht worden sein. Das berichtete
ein heute 50 Jahre alter Theologe, ein ehemaliger
Internatsschüler, der selbst die Zudringlichkeiten des
mutmaßlichen Täters, eines Missionspaters, abwehren konnte.
Ander hätten das nicht gekonnt. Die zuständige Kirchenprovinz
des Ordens der "Missionare von der Heiligen Familie" hat den
Angeschuldigten 71-jährigen Pater von allen Ämtern und
Aufgaben entbunden und eine kirchliche Kommission einberufen, die die
Vorwürfe prüft. Der Sprecher des Ordens geht davon aus,
dass die Taten verjährt sind. Der Leitende Oberstaatsanwalt von
Schweinfurt wies jedoch darauf hin, dass die Verjährung von der
Schwere der Taten abhänge.
Quelle: Mainpost
6.10.2008 Der Ex-Priester aus Bottrop, dem
zehnfacher sexueller Missbrauch eines zur Tatzeit 12-jährigen
Kindes vorgeworfen wird, muss drei Jahre und neun Monate in Haft. Der
Verurteilte hatte zunächst zum Vater des Opfers über Jahre
hinweg ein sexuelles Verhältnis. Ein Jahr nach dem Missbrauch des
Kindes wurde das Verbrechen in der Familie bekannt. Es kam zu einem
Gespräch, bei dem vereinbart wurde, auf eine Anzeige zu
verzichten. Erst als die Tochter der Familie auf Anzeige drängte,
weil auch sie von dem Angeklagten vergewaltigt worden sei, wurde der
Missbrauch bekannt. Die Vergewaltigung des Mädchens bestreitet der
Verurteilte. Sie ist überdies nicht mehr justitiabel, da
verjährt. Ein weiterer Missbrach eines weiteren Sohnes der Familie
gestand der Täter. Auch dieser Missbrauch ist verjährt.
Der Richter wies darauf hin, dass der Verurteilte nicht Opfer, sondern
Sexualstraftäter sei.
Quelle: derwesten.de
29.9.2008 Geld und
Gewalt - ein Priester
des Erzbistums Freiburg vor Gericht.
Quelle: Spiegel
9.10.2008 Das Erzbischöfliche
Ordinariat
Freiburg geht den Nachrichten nach, die von einem Bruch
des Beichtgeheimnisses im Kontext des Verfahrens gegen einen Priester
des Erzbistums Freiburg berichten.
10.10.2008 Der
Beschuldigte hat sich zu seinen Taten bekannt und wird sich um
Wiedergutmachung bemühen. Dafür erhält er eine
BEwährungsstrafe, die unter 2 Jahren liegt. Welche Konsequenzen
die Kirche zieht, wird erst nach dem Urteilsspruch des Gerichtes
entschieden.
Quelle: morgenpost.de
23.9.2008 Ein ehemaliger Offizial des Bistums
Lausanne, Genf und Freiburg wurde zu einer 28-monatigen Freiheitsstrafe
verurteilt. Sechs Monate muss er absitzen. Verurteilt wurde er wegen
Betrug und Urkundenfälschung. U.a. behielt er 1999 eine
Entschädigung von 100 000 Franken an ein Opfer sexuellen
Missbrauchs für sich.
Quelle: bazonline.ch
22.9.2008 Ein früherer Pfarrer einer
Bottroper Kirchengemeinde hat drei sexuelle Übergriffe auf einen
1994/1995 zwölfjährigen Jungen zugegeben. Die
Staatsanwaltschaft geht von
häufigerem Missbrauch aus. In der Anklageschrift ist von 15 z.T.
besonders schweren Fällen die Rede. Die Schwester des Opfers habe
den Pfarrer angezeigt. Sie wurde ebenfalls von ihm missbraucht.
Allerdings sind diese Taten verjährt. Der Familie waren die Taten
bekannt, sie brach den Kontakt zu dem Pfarrer ab, erstattete aber keine
Anzeige.
Quelle: wdr
16.9.2008 Ein Mann wurde in Dortmund zu mehr als
fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er war in das Haus eines
Pfarrers aus Hamm eingebrochen, hatte kinderpornografische Fotos
gefunden und den Pfarrer damit erpresst. Bei der Geldübergabe
wurde der Erpresser festgenommen. Der Geistliche, der nicht mehr im
Kirchendienst sein soll, bezeichnete den Einbrecher und Erpresser als
den Mann, der sein Leben zerstört habe. Darauf, was die Produktion
und der Konsum von Kinderpornografie mit den Kindern macht, ging der
Pfarrer ebensowenig ein wie darauf, das er wegen des Konsums von
Kinderpornografie zu 3200 Euro Geldstrafe verurteilt wurde.
Kommentar: Dies ist ein ubiquitär zu beobachtendes Phänomen,
dass Menschen, die Kinder zu Herstellung oder Konsum von Pornografie
missbrauchen, sehr wohl Mitleid mit sich, aber keines mit den Kindern
haben.
Quelle: Spiegel
10.9.2008 Der Bamberger Domkapitular, dem sexueller
Missbrauch vorgeworfen wird, wurde aller seiner kirchlichen Ämter
enthoben.
Quelle: kanal
8
21.8.2008 Ein Artikel in der ZEIT: Ein Priester an
der Grenze. Von J.Burger und W. Uchatius, 21.8.2008. Der Fall des
Domkapitulars Otto M.: Wie die katholische Kirche versucht, einen Fall
von sexuellem Missbrauch aufzuklären.
Quelle: Die Zeit
14.8.2008 Bamberger Missbrauchsfall - Domradio
über eine schwierige
Aufklärung
13.8.2008 16 Missbrauchsopfer von elf katholischen
Geistlichen der Erzdiözese Chicago erhalten 12,7 Millionen Dollar.
Der Kardinal, Francis George sagte, er müsse die Schuld
eingestehen. Er sei für die Vertuschung der Vorfälle (er
meint: Verbrechen) verantwortlich. Die Fälle reichen bis 1962
zurück.
Quelle: die
presse.com
11.8.2008
Die Welt berichtet, dass es bislang keine Anhaltspunkte für den
Verdacht gibt, dass der Bamberger Domkapitular den ehemaligen
Schüler, der mit Anfang 20 Selbstmord beging, missbraucht habe.
Undurchsichtig ist derzeit auch die Geldzuwendung über 20 000 DM
an ein anderes Opfer des mutmaßlichen Täters.
Quelle: welt.de
10.8.2008 Im Fall des Domkapitulars des Bistums
Bamberg, der des sexuellen Missbrauchs von bislang 4 mutmaßlichen
Opfern verdächtigt wird, prüft die Staatsanwaltschaft den
Selbstmord eines ehemaligen Schülers des damaligen Leiters des
"Ottonianum". Frühere Schulkameraden sagten Focus, der
Schüler sei vom Direktor missbraucht worden und habe sich deswegen
aus Verzweiflung das Leben genommen. Nach dem Focus-Bericht geht die
Staatsanwaltschaft dem Hinweis nach, ein anderer missbrauchter Junge
habe von dem Verdächtigten 20 000 DM erhalten. Das Geld sei als
Hilfe für einen bedürftigen Schüler deklariert worden.
Dem Ordinariat Bamberg ist davon nichts bekannt. Ebenfalls sollen sich
zwei Pastoralassisten des Erzbistums als Missbrauchsopfer des
mutmaßlichen Täters zu erkennen gegeben haben.
Quelle: Focus
9.8.2008 Wir
sind
Kirche fordert erneut die konsequente Anwendung
bischöflicher Leitlinien zu sexuellem Missbrauch in der Kirche.
8.8.2008 Der Präsident des Hessischen
Verwaltungsgerichts in Kassel, Dr. J. R., wurde wegen des Besitzes von
Kinderpornografie (zur Erinnerung: d.i. die fotografische oder
filmische Darstellung von Folter an Kindern) zunächst im Januar
2007 zu einer
neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt und jetzt aus dem
Richteramt entfernt.
Quelle: Spiegel
Er ist - laut Pressebericht
der
Diözese
Fulda vom 20.1.2006 - auch Vorsitzender des
Kirchlichen Arbeitsgerichts der Diözese Fulda. Ob er aus diesem
Amt ebenfalls entlassen wurde, ist mir derzeit unbekannt. M.W. hat ein
Kirchl. Arbeitsgericht auch über Fälle von sexuellem
Missbrauch durch Kleriker und sonstige Kirchenangestellte zu befinden.
Das Bistum Fulda hat seit Januar 2007 von der Verurteilung seines
Arbeitsgerichtsvorsitzenden wegen des Besitzes von Kinderpornografie
wissen können (Nachricht im Focus vom 10.1.2007
und vom 5.7.2007).
Nachtrag
12.8.2008: Nach Auskunft eines Mitgliedes des Kirchl. Arbeitsgerichtes
des Bistums Fulda wurde der Verurteilte bereits Ende 2006 von seinem
Amt entbunden.
Nachtrag
vom 22.8.2008: Inzwischen ist die Internetseite der Diözese Fulda,
die
den verurteilten Vorsitzenden benannte, gelöscht.
6.8.2008 Die Staatsanwaltschaft ermittelt
gegen einen kirchlichen Mitarbeiter im Erzbistum Bamberg. Der Leitende
Oberstaatsanwalt Düsel teilte mit, der Mann stehe im Verdacht,
sich an mehreren Frauen sexuell vergangen zu haben. Die Diözese
habe die Staatsanwaltschaft im April/Mai informiert - anders als im
Fall des Bamberger Domkapitulars, dort wurde die Staatsanwaltschaft
aufgrund von Medienberichten tätig.
Quelle: b2b-deutschland.de/
5.8.2008 Das Erzbistum Bamberg hat
Vertuschungsvorwürfe im Missbrauchsfall um
einen Domkapitular zurückgewiesen. Die Diözese teilte mit,
dass dem
mutmaßlichen Opfer zu keinem Zeitpunkt eine Verzichts- oder
Unterlassungserklärung vorgelegt
worden sei. Diese Meldung hatte der Focus lanciert.
Quelle: welt.de
9.2.2008 Eine Frau hat 60 Jahre lang
über ihren Missbrauch durch einen Pfarrer im Thurgau geschwiegen.
Als sie im Pensionsalter 2004 das Zimmer, in dem der Missbrauch
stattgefunden hatte, erneut betrat, kam alles wieder hoch. Sie wandte
sich an Bischof Koch und verlangte eine öffentliche Entschuldigung
und eine Überweisung von 20.000 Franken an den Weißen Ring.
"Ich habe genug von salbungsvollen Worten", sagt sie. "Jetzt will ich
Taten sehen.... Ich schweige nicht mehr."
Eine Entschuldigung des Bischofs gab es nicht, eine Überweisung an
die Opferhilfeorganisation ebenfalls nicht. Nach Aussagen der Frau habe
der Bischof sie im Gespräch nicht ernst genommen und ging auf ihre
Argumente nicht ein. Der Tagesanzeiger sprach telefonisch mit
Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer. Der lachte darüber, dass
jemand erst 60 Jahre später an die Öffentlichkeit geht.
Quelle: Tagesanzeiger
Kommentar: Damit scheinen Opfer in der kath. Kirche rechnen zu
müssen: Nicht ernst genommen zu werden oder ausgelacht zu werden.
Es sieht so aus, als würden Kirchenleute einfach nicht lernen
wollen, dass Amnesien über Jahrzehnte stabil sein können als
Folge von Menschenrechtsverletzungen. Und es scheint so zu sein, dass
Kirche nach wie vor erst unter dem Druck der Öffentlichkeit
halbwegs angemessen reagiert. Noch immer nicht wird verstanden, dass
der Schaden für die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht in der
Veröffentlichung eines Verbrechens besteht sondern im Verbrechen,
das dann von der Kirche vertuscht wird.
8.2.2008 Die
Untersuchung in der Schweiz, Jura, gegen einen 67-jährigen
pädokriminellen Kapuziner hat keine weiteren Hinweise auf sexuelle
Übergriffe ergeben und wurde deshalb eingestellt. Der
Kapuzinerpater hatte gestanden in den 1980-er Jahren in Lully/Freiburg
einen 10-jährigen Jungen und ab 1989 in Frankreich seinen
minderjährigen Neffen missbraucht zu haben. Seit 2005 lebte er
wieder in einem Kloster und habe nach eigener Aussage keine weiteren
Delikte begangen. Unter Vorbehalt weiterer Fakten wurde die
Untersuchung daher eingestellt. Die Untersuchung in Freiburg und in
Frankreich hingegen geht weiter.
Quelle: Tagesanzeiger
6.2.2008 In Freiburg/Schweiz hat sich ein
Priester umgebracht. Nach
Aussagen des Vikariates ertrug er die gegen ihn veranstaltete "mediale
Hetzjagd" nicht mehr. 2001 war der Geistliche angezeigt worden wegen
des Verdachts von sexualisierten Gewalttaten an einem Jungen in den
80er - Jahren. Da die Taten, die der Verdächtige in der
Voruntersuchung zugegeben hatte, verjährt waren, gab es keine
Untersuchung. Der Priester war medizinisch betreut worden und hatte
keinen Kontakt mehr zu Kindern. - Der Präsident des Presserates
hält es für denkbar, dass die Medien, darunter
nicht-journalistisch vorgehende Blogger, zu weit gegangen seien und
verwies auf das "Recht auf Vergessen". Zugleich meinte er, die Kirche
habe das Thema zu lange verschwiegen und es sei nicht verwunderlich,
dass nun so viel darüber geschrieben werde.
Quelle: NZZ + SF
Und so sieht die Opfer-Seite aus: Blick
2.2.2008 Wegen sexuellen Missbrauchs von
zwei Jungen muss eine 79-jährige Nonne in den USA für ein
Jahr in Haft. Norma G. wurde für schuldig befunden, mit mindestens
2 Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren wiederholt sexuelle Kontakte
unterhalten zu haben. Erste Vorwürfe tauchten 1992 auf, wurden
jedoch vom damaligen Vorgesetzten nicht weitergeleitet. Erst 2005
leiteten die Strafbehörden ein offizielles Ermittlungsverfahren
ein. In kircheninternen Untersuchungen gestand die Nonne den Missbrauch
von drei weiteren Jungen. Zunächst drohten ihr 20 Jahre Haft,
verurteilt wurde sie zu 10 Jahren, von denen 9 auf Bewährung
ausgesetzt wurden. Als das Gericht fragte, ob sie sich Gedanken
über die Gefühle der Jungen gemacht habe, antwortete die
Nonne. "Welcher Teenager kann einer solchen Gelegenheit schon
widerstehen?"
Quelle: Krone.at
1.2.2008
Der Bischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg fordert eine bessere
innerkirchliche Kontrolle pädophiler Priester. [Die Forderung ist
vermutlich an sein eigenes Bistum gerichtet.] Der Bischof sei
bestürzt über die Berichte über Pädophilie. Er
betonte, zu oft würden diese Fälle in Gesellschaft und Kirche
tabuisiert und tot geschwiegen, was zu "dramatischen Entwicklungen"
geführt habe (für wen die Entwicklungen dramatisch waren -
für Täter, Opfer, das Bistum oder für wen auch immer -,
geht aus dem Bericht nicht hervor). Inzwischen gibt es eine
telefonische Hotline, bei der 14 Anrufe eingingen. 9 Menschen wollten
nur reden, fünf Menschen suchten die direkte Begegnung mit dem
Bischof. Gewisse Fälle lägen bis 50 Jahre zurück;
"fünfzig Jahre des Leidens", kommentierte der Bischof. Der Bischof
gab zu bedenken, dass verschiedene Opfer selbst Jahrzehnte
nach dem Geschehen nicht bereit seien, sich der Belastung eines
Gerichtsverfahrens auszusetzen. Sie möchten vielmehr mit jemandem
über
das Erlittene reden. Aufgabe der Kirche sei es, sie in ihrem
Heilungsprozess zu unterstützen.
Derzeit liegen dem Bistum eine Liste mit den Namen von zehn der
Pädophilie bezichtigten Priester vor. Eine neu eingerichtete
Kommission werde die Liste prüfen und versuchen, Fakten und
Gerüchte zu sichten. Der Bischof rief das Bistum zu einem "Weg der
Vergebung" auf und forderte, mit Gottesdiensten der jugendlichen Opfer
zu gedenken. Am Karfreitag sollen in den Gottesdiensten Opfer und
Täter in das Gebet eingeschlossen werden.
Quelle: kipa-apic.ch
Kommentar:
Was der "Weg der Vergebung" konkret bedeutet, ist dem Pressebericht
nicht zu entnehmen. Offen bleibt, wer da wem vergeben möge und
welche Schuld zu vergeben ist: die Schuld der Tat, die Schuld der
Vertuschung, die "Schuld" der Veröffentlichung der Tat. Wie es
möglich sein soll, für Opfer und Täter zugleich zu
beten, wird abzuwarten sein. Bislang war es jedenfalls in all dieser
vermutlich redlichen Absicht so, dass in solchen Vergebungsbitten am
Ende aus den Opfern die wahren Täter gemacht wurden.
Ich glaub' die schönen Absichtserklärungen und Forderungen
erst, wenn ich von keinem Opfer von Gewalt durch Priester, kirchliche
Mitarbeiter oder Familienangehörige mehr erfahren muss, wie Opfer
beschwiegen und abgewimmelt werden und wie (kirchliche) Täter den
Schutz der Kirche bis zuletzt erfahren. Rika
1.2.2008 Ein Fachgutachten über den
Riekofener- Ex-Pfarrer, der einen Jungen 22 mal missbraucht haben soll,
ergab, dass der mutmaßliche Täter nur vermindert
schuldfähig sei. Im Falle einer Verurteilung solle er weiterhin in
der Psychiatrie untergebracht werden. Ohne Therapie gehe eine
große Wiederholungsgefahr von ihm aus.
Quelle: Süddeutsche
1.2.2008 Der Gründer des
konservativen katholischen Ordens Legionäre Christi,
Marcial Maciel, ist eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein
Orden mit.
Papst Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren disziplinarische
Maßnahmen
gegen Maciel verhängt, dem der sexuelle Missbrauch von
Seminaristen
vorgeworfen wurde. Maciel hatte gute Beziehungen zu Benedikts
Vorgänger Papst Johannes
Paul II.. Die Maßregelung bestand darin, dass Pater Maciel "ein
zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße" führen
solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen der
"zerbrechlichen Gesundheit" des damals 2006 85-Jährigen
verzichtet.
Quelle: Yahoo
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