| Dokumentation
des
Regensburger Missbrauchsfalls Letzte Aktualisierung 22.3.2008 |
| Kommentar zum Regensburger Missbrauchsfall |
2.12.2008 Der
pädophile
Pfarrer, der in einem bayerischen Internat in
Lebenhan mindestens 16
Jungen missbrauchte, hat den Papst um
Amtsenthebung. Im Orden wird er -
mit Auflagen - verbleiben dürfen.
Strafrechtlich sind alle Taten
verjährt. Der zuständige Provinzial der
Ordensprovinz
behält sich angesichts des Ausmaßes der
Missbrauchshandlungen vor, in Rom die
kirchenrechtliche Verjährung
aufzuheben. Dann wäre ein kirchl.
Strafprozess möglich.
Quelle: Spiegel
30.11.2008 Im
Bistum Brügge,
Belgien, wurde ein kath. Priester vorläufig
vom Amt suspendiert.
Er steht im Verdacht des sexuellen Missbrauchs von
Jugendlichen. Eine
Hausdurchsuchung förderte auch
kinderpornografische Dokumente zu
Tage. Die Justiz spricht von einem einzigen Fall,
ermittelt aber in
mehreren Richtungen.
Quelle: brf
25.11.2008
Das tägliche Grauen - die Arbeit eines
Ermittlers in Sachen
Kinderpronografie.
'Der Markt sei
zu lukrativ, sagt [Oberstaatsanwalt Peter] Vogt, die
Täter zu
skrupellos. Und sie
sind überall: in allen Schichten, in jedem Alter.
Vogt hat
Jugendrichter und Staatsanwälte erwischt und immer
wieder
Priester.
Einmal hat er sogar sieben Computeranschlüsse in
Vatikanstadt
ausfindig
gemacht - auf seine Anfrage erhielt er nie eine
Antwort.'
Quelle:
FR
11.11.2008
Die
Ermittlungen
gegen
den
Hamburger
katholischen
Priester
wurden
eingestellt.
Er
stand
seit
April
(s. Nachricht vom 23.4. und 28.4.2008) unter dem
Verdacht,
Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Die im
April
ausgesprochene Beurlaubung wurde mit sofortiger Wirkung
zurückgenommen.
Quelle: domradio
8.11.2008
Das
Bistum
von
Lausanne,
Genf
und
Freiburg
hat
28
Fälle
von
sexuellem
Missbrauch,
aber auch von Misshandlung oder Regelverstoß,
durch katholische
Priester untersucht. Der Großteil der Fälle
ist
verjährt oder die mutmaßlichen Täter
sind tot.
Quelle: tagesanzeiger
4.11.2008 Im Bistum Trier wurden bei
einem
37-jährigen
katholischen Pfarrer Kinderpornos gefunden. Die
Staatsanwaltschaft
ermittelt. Der Pfarrer wurde vom Bistum vom Dienst
beurlaubt. Die
Gemeinden erfuhren vom Bistum, dass die Beurlaubung
"psychische
Gründe" habe. Bereits im Februar 2008 war ein
anderer Pfarrer aus
V. wegen des Besitzes von Kinderpronografie vom Dienst
suspendiert
worden.
Quelle: sol.de
4.11.2008 Im Gegensatz zu katholischen
Bistümern habe bei vielen religiösen
Gemeinschaften und Orden beim Thema „Sexuelle
Übergriffe in der
Seelsorge noch kein Umdenken stattgefunden“. Das
kritisierte Adrian von
Kaenel, Präsident des zuständigen Fachgremiums
der Schweizer
Bischofskonferenz im Zusammenhang mit dem mehrfachen
Pädophilie-Verdacht bei einem Westschweizer
Kapuzinerpater.
Quelle: Radio
Vatikan
3.11.2008 Der aus dem Bistum
Lausanne-Genf-Freiburg
stammende
Kapuzinerpriester (s. Nachricht vom 8.2.2008) hat den
sexuellen
Missbrauch seines Neffen gestanden. Inzwischen besteht
jedoch der
Verdacht, dass er insgesamt 24 Jungen missbraucht haben
soll. Die Taten
seien
in ca 38 Jahren begangen worden. Zunächst hatte das
Bistum
erklärt, der Kapuziner habe zwei Jungen
missbraucht. Als die
Untersuchungsrichterin Gendre das Dossier erhalten habe,
sei es um acht
Kinder gegangen, die Opfer geworden seien, teilte sie
mit. Nach der
Einvernahme des
mutmaßlichen Täters sei die Opferzahl jedoch
auf 22
gestiegen. Zwei
weitere Verdachtsfälle habe eine Kommission des
Bistums gemeldet.
- Mit Ausnahme eines Falles sind
alle anderen verjährt.
Die Untersuchungsrichterin Gendre untersuchte auch, ob
sich der Orden
der Begünstigung des mutmaßlichen Täters
schuldig
gemacht habe. 1989 wurde der mutmaßliche
Täter nach
Frankreich versetzt. Da jedoch die Verjährungsfrist
für das
Delikt sieben Jahre betrage, stelle sich die Frage nach
der
Begünstigung des mutmaßlichen Täters
durch den Orden
nicht mehr.
Gendre hat weitere Untersuchungen des Vorwurfs sexuellen
Missbrauchs
gegen 4 kath. Priester angestellt. Zwei wurden wegen des
Todes der
Angeschuldigten eingestellt; in einem Verfahren
erhärteten sich
die Anschuldigungen nicht. Ein viertes Verfahren
läuft noch.
Quelle: Südostschweiz
u.a.
Quelle: br-online.de
Kommentar: Nicht
umsonst
nennt
Renate
Bühn
(http://www.frau-lot.de/)
sexuellen
Missbrauch
ein
"sicheres
Verbrechen".
Von
2000
Sexualstraftätern
werden
100
angezeigt,
15
tatsächlich angeklagt, drei davon werden
freigesprochen, zehn bekommen eine
Bewährungsstrafe und nur zwei
müssen tatsächlich mit einer Haftstrafe
rechnen.
21.10.2008 Die Mainpost berichtet, dass
die
Ermittlungen über den sexuellen Missbrauch von
Kindern Mitte der
70er Jahre durch einen Pater des Ordens "Missionare von
der Heiligen
Familie" in Lebenhan andauern. Bislang haben sich
inzwischen mehr als
zehn frühere Internatsschüler gemeldet, die
sich an die
Vorfälle erinnern können und den Missbrauch
beobachtet haben.
Ob andere Patres von dem Missbrauch
wussten, ist
derzeit unklar. Ein Mitarbeiter einer Firma, der
beruflich im Kloster
zu tun hatte, ist nach Auskunft der Mainpost von einem
Kind informiert
worden. Der Mitarbeiter habe daraufhin die
Internatsleitung und das
Rathaus informiert. An Ansprechpartner im Rathaus
könne er sich
nicht erinnern. Der damalige Internatsleiter starb vor
20 Jahren. Ob
die schnelle Abberufung des heute Beschuldigten in einem
Zusammenhang
mit der Information des Firmenmitarbeiters an Rathaus
und
Internatsleitung steht, ist unklar.
Quelle: mainpost.de
20.10.2008 Der Prozess um den angeblichen
sexuellen
Missbrauch einer 47-jährigen Frau, die als Kind im
Beichtstuhl
ders Würzburger Marienheims missbraucht worden sein
soll, wurde
ausgesetzt. Die Prozessfähigkeit der Klägerin
solle
geprüft werden, teilte das Ordinariat der
Diözese
Würzburg mit.
Quelle: mainpost.de
Kommentar: Mit Sicherheit
hat die Kirche das
Recht (und die Pflicht), eine falsche Anklage
zurückzuweisen. Ob
sie das Recht hat, eine Verdachtsdiagnose über
die Klägerin
in der Öffentlichkeit mitzuteilen, bezweifle ich
jedoch sehr. Die
Verdachtsdiagnose "Borderlinestörung" oder
"Persönlichkeitsstörung", wie sie von der
Presse als
Formulierung des Ordinariats lanciert wurde, ist
geeignet, einen
vermutlich sehr gequälten Menschen, in aller
(halbinformierten)
Öffentlichkeit ein für allemal
unmöglich zu machen.
12.10.2008 Der 71-jährige Pater, dem
sexueller
Missbrauch in
einem kirchlichen Internat in Bayern vorgeworfen wurde,
hat
eingeräumt,
Schüler in den 70er Jahren missbraucht zu haben.
Zuvor hatten sich
zwei
Opfer bei der vom Orden der "Missionare von der Heiligen
Familie"
eingesetzten Kommission gemeldet.
Quelle: Der
Spiegel
10.10.2008 Die Staatsanwaltschaft wird
keine
Ermittlungen gegen den Pater einleiten, weil die Taten
mit einiger
Sicherheit verjährt seien. Ein zweiter Zeuge, ein
ehemaliger
Internatsschüler, hat sich nach Angaben der
Mainpost gemeldet. Er
wisse, dass ein Bettnachbar im Internat missbraucht
worden sei. Er
selbst sei jedoch kein Opfer. Opfer haben sich bislang
nicht gemeldet.
Quelle: mainpost.de
8.10.2008 Im Kloster Lebenhan, im
dortigen
früheren Internat, sollen Mitte der 70er Jahre
Internatsschüler sexuell missbraucht worden sein.
Das berichtete
ein heute 50 Jahre alter Theologe, ein ehemaliger
Internatsschüler, der selbst die Zudringlichkeiten
des
mutmaßlichen Täters, eines Missionspaters,
abwehren konnte.
Ander hätten das nicht gekonnt. Die zuständige
Kirchenprovinz
des Ordens der "Missionare von der Heiligen Familie" hat
den
Angeschuldigten 71-jährigen Pater von allen
Ämtern und
Aufgaben entbunden und eine kirchliche Kommission
einberufen, die die
Vorwürfe prüft. Der Sprecher des Ordens
geht davon aus,
dass die Taten verjährt sind. Der Leitende
Oberstaatsanwalt von
Schweinfurt wies jedoch darauf hin, dass die
Verjährung von der
Schwere der Taten abhänge.
Quelle: Mainpost
6.10.2008 Der Ex-Priester aus Bottrop,
dem
zehnfacher sexueller Missbrauch eines zur Tatzeit
12-jährigen
Kindes vorgeworfen wird, muss drei Jahre und neun Monate
in Haft. Der
Verurteilte hatte zunächst zum Vater des Opfers
über Jahre
hinweg ein sexuelles Verhältnis. Ein Jahr nach dem
Missbrauch des
Kindes wurde das Verbrechen in der Familie bekannt. Es
kam zu einem
Gespräch, bei dem vereinbart wurde, auf eine
Anzeige zu
verzichten. Erst als die Tochter der Familie auf Anzeige
drängte,
weil auch sie von dem Angeklagten vergewaltigt worden
sei, wurde der
Missbrauch bekannt. Die Vergewaltigung des Mädchens
bestreitet der
Verurteilte. Sie ist überdies nicht mehr
justitiabel, da
verjährt. Ein weiterer Missbrach eines weiteren
Sohnes der Familie
gestand der Täter. Auch dieser Missbrauch ist
verjährt.
Der Richter wies darauf hin, dass der Verurteilte nicht
Opfer, sondern
Sexualstraftäter sei.
Quelle: derwesten.de
29.9.2008
Geld und
Gewalt - ein Priester
des Erzbistums Freiburg vor Gericht.
Quelle: Spiegel
9.10.2008
Das Erzbischöfliche
Ordinariat
Freiburg geht den Nachrichten nach, die von
einem Bruch
des Beichtgeheimnisses im Kontext des Verfahrens gegen
einen Priester
des Erzbistums Freiburg berichten.
10.10.2008
Der
Beschuldigte hat sich zu seinen Taten bekannt und wird
sich um
Wiedergutmachung bemühen. Dafür erhält
er eine
BEwährungsstrafe, die unter 2 Jahren liegt.
Welche Konsequenzen
die Kirche zieht, wird erst nach dem Urteilsspruch des
Gerichtes
entschieden.
Quelle: morgenpost.de
23.9.2008 Ein ehemaliger Offizial des
Bistums
Lausanne, Genf und Freiburg wurde zu einer 28-monatigen
Freiheitsstrafe
verurteilt. Sechs Monate muss er absitzen. Verurteilt
wurde er wegen
Betrug und Urkundenfälschung. U.a. behielt er 1999
eine
Entschädigung von 100 000 Franken an ein Opfer
sexuellen
Missbrauchs für sich.
Quelle: bazonline.ch
22.9.2008 Ein früherer Pfarrer einer
Bottroper Kirchengemeinde hat drei sexuelle
Übergriffe auf einen
1994/1995 zwölfjährigen Jungen zugegeben. Die
Staatsanwaltschaft geht von
häufigerem Missbrauch aus. In der Anklageschrift
ist von 15 z.T.
besonders schweren Fällen die Rede. Die Schwester
des Opfers habe
den Pfarrer angezeigt. Sie wurde ebenfalls von ihm
missbraucht.
Allerdings sind diese Taten verjährt. Der Familie
waren die Taten
bekannt, sie brach den Kontakt zu dem Pfarrer ab,
erstattete aber keine
Anzeige.
Quelle: wdr
16.9.2008 Ein Mann wurde in Dortmund zu
mehr als
fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er war in
das Haus eines
Pfarrers aus Hamm eingebrochen, hatte
kinderpornografische Fotos
gefunden und den Pfarrer damit erpresst. Bei der
Geldübergabe
wurde der Erpresser festgenommen. Der Geistliche, der
nicht mehr im
Kirchendienst sein soll, bezeichnete den Einbrecher und
Erpresser als
den Mann, der sein Leben zerstört habe. Darauf, was
die Produktion
und der Konsum von Kinderpornografie mit den Kindern
macht, ging der
Pfarrer ebensowenig ein wie darauf, das er wegen des
Konsums von
Kinderpornografie zu 3200 Euro Geldstrafe verurteilt
wurde.
Kommentar: Dies ist ein ubiquitär zu beobachtendes
Phänomen,
dass Menschen, die Kinder zu Herstellung oder Konsum von
Pornografie
missbrauchen, sehr wohl Mitleid mit sich, aber keines
mit den Kindern
haben.
Quelle: Spiegel
10.9.2008 Der Bamberger Domkapitular, dem
sexueller
Missbrauch vorgeworfen wird, wurde aller seiner
kirchlichen Ämter
enthoben.
Quelle: kanal
8
21.8.2008 Ein Artikel in der ZEIT: Ein
Priester an
der Grenze. Von J.Burger und W. Uchatius, 21.8.2008. Der
Fall des
Domkapitulars Otto M.: Wie die katholische Kirche
versucht, einen Fall
von sexuellem Missbrauch aufzuklären.
Quelle: Die
Zeit
15.8.2008 Gegen einen
Kirchenverwaltungsrat aus
Murg, Kanton St. Gallen, wird wegen Pädophilie
ermittelt.
Quelle: St.
Galler
Tagblatt
14.8.2008 Bamberger Missbrauchsfall -
Domradio
über eine schwierige
Aufklärung
13.8.2008 Ein bekennender pädophiler
Kirchenverwaltungsrat aus dem Kanton St. Gallen tritt
zurück.
Quelle: kath.ch
und tagblatt
13.9.2009 Der Kirchenverwaltungsrat muss Ende Oktober
2009 vor Gericht.
Quelle: tagblatt
13.8.2008 16 Missbrauchsopfer von elf
katholischen
Geistlichen der Erzdiözese Chicago erhalten 12,7
Millionen Dollar.
Der Kardinal, Francis George sagte, er müsse die
Schuld
eingestehen. Er sei für die Vertuschung der
Vorfälle (er
meint: Verbrechen) verantwortlich. Die Fälle
reichen bis 1962
zurück.
Quelle: die
presse.com
11.8.2008
Die Welt berichtet, dass es bislang keine Anhaltspunkte
für den
Verdacht gibt, dass der Bamberger Domkapitular den
ehemaligen
Schüler, der mit Anfang 20 Selbstmord beging,
missbraucht habe.
Undurchsichtig ist derzeit auch die Geldzuwendung
über 20 000 DM
an ein anderes Opfer des mutmaßlichen Täters.
Quelle: welt.de
10.8.2008 Im Fall des Domkapitulars des
Bistums
Bamberg, der des sexuellen Missbrauchs von bislang 4
mutmaßlichen
Opfern verdächtigt wird, prüft die
Staatsanwaltschaft den
Selbstmord eines ehemaligen Schülers des damaligen
Leiters des
"Ottonianum". Frühere Schulkameraden sagten Focus,
der
Schüler sei vom Direktor missbraucht worden und
habe sich deswegen
aus Verzweiflung das Leben genommen. Nach dem
Focus-Bericht geht die
Staatsanwaltschaft dem Hinweis nach, ein anderer
missbrauchter Junge
habe von dem Verdächtigten 20 000 DM erhalten. Das
Geld sei als
Hilfe für einen bedürftigen Schüler
deklariert worden.
Dem Ordinariat Bamberg ist davon nichts bekannt.
Ebenfalls sollen sich
zwei Pastoralassisten des Erzbistums als
Missbrauchsopfer des
mutmaßlichen Täters zu erkennen gegeben
haben.
Quelle: Focus
9.8.2008 Wir
sind
Kirche fordert erneut die konsequente Anwendung
bischöflicher Leitlinien zu sexuellem Missbrauch in
der Kirche.
8.8.2008 Der Präsident des
Hessischen
Verwaltungsgerichts in Kassel, Dr. J. R., wurde wegen
des Besitzes von
Kinderpornografie (zur Erinnerung: d.i. die
fotografische oder
filmische Darstellung von Folter an Kindern)
zunächst im Januar
2007 zu einer
neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt und jetzt
aus dem
Richteramt entfernt.
Quelle: Spiegel
Er ist - laut Pressebericht
der
Diözese
Fulda vom 20.1.2006 - auch Vorsitzender des
Kirchlichen Arbeitsgerichts der Diözese Fulda. Ob
er aus diesem
Amt ebenfalls entlassen wurde, ist mir derzeit
unbekannt. M.W. hat ein
Kirchl. Arbeitsgericht auch über Fälle von
sexuellem
Missbrauch durch Kleriker und sonstige
Kirchenangestellte zu befinden.
Das Bistum Fulda hat seit Januar 2007 von der
Verurteilung seines
Arbeitsgerichtsvorsitzenden wegen des Besitzes von
Kinderpornografie
wissen können (Nachricht im Focus vom 10.1.2007
und vom 5.7.2007).
Nachtrag
12.8.2008: Nach Auskunft eines Mitgliedes des Kirchl.
Arbeitsgerichtes
des Bistums Fulda wurde der Verurteilte bereits Ende
2006 von seinem
Amt entbunden.
Nachtrag
vom
22.8.2008: Inzwischen ist die Internetseite der
Diözese Fulda,
die
den verurteilten Vorsitzenden benannte, gelöscht.
6.8.2008 Die Staatsanwaltschaft ermittelt
gegen einen kirchlichen Mitarbeiter im Erzbistum
Bamberg. Der Leitende
Oberstaatsanwalt Düsel teilte mit, der Mann stehe
im Verdacht,
sich an mehreren Frauen sexuell vergangen zu haben. Die
Diözese
habe die Staatsanwaltschaft im April/Mai informiert -
anders als im
Fall des Bamberger Domkapitulars, dort wurde die
Staatsanwaltschaft
aufgrund von Medienberichten tätig.
Quelle: b2b-deutschland.de/
5.8.2008 Das Erzbistum Bamberg hat
Vertuschungsvorwürfe im Missbrauchsfall um
einen Domkapitular zurückgewiesen. Die Diözese
teilte mit,
dass dem
mutmaßlichen Opfer zu keinem Zeitpunkt eine
Verzichts- oder
Unterlassungserklärung vorgelegt
worden sei. Diese Meldung hatte der Focus
lanciert.
Quelle: welt.de
9.2.2008 Eine Frau hat 60
Jahre lang
über ihren Missbrauch durch einen Pfarrer im
Thurgau geschwiegen.
Als sie im Pensionsalter 2004 das Zimmer, in dem der
Missbrauch
stattgefunden hatte, erneut betrat, kam alles wieder
hoch. Sie wandte
sich an Bischof Koch und verlangte eine öffentliche
Entschuldigung
und eine Überweisung von 20.000 Franken an den
Weißen Ring.
"Ich habe genug von salbungsvollen Worten", sagt sie.
"Jetzt will ich
Taten sehen.... Ich schweige nicht mehr."
Eine Entschuldigung des Bischofs gab es nicht, eine
Überweisung an
die Opferhilfeorganisation ebenfalls nicht. Nach
Aussagen der Frau habe
der Bischof sie im Gespräch nicht ernst genommen
und ging auf ihre
Argumente nicht ein. Der Tagesanzeiger sprach
telefonisch mit
Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer. Der lachte
darüber, dass
jemand erst 60 Jahre später an die
Öffentlichkeit geht.
Quelle: Tagesanzeiger
Kommentar: Damit scheinen Opfer in der kath. Kirche
rechnen zu
müssen: Nicht ernst genommen zu werden oder
ausgelacht zu werden.
Es sieht so aus, als würden Kirchenleute einfach
nicht lernen
wollen, dass Amnesien über Jahrzehnte stabil sein
können als
Folge von Menschenrechtsverletzungen. Und es scheint so zu
sein, dass
Kirche nach wie vor erst unter dem Druck der
Öffentlichkeit
halbwegs angemessen reagiert. Noch immer nicht wird
verstanden, dass
der Schaden für die Glaubwürdigkeit der Kirche
nicht in der
Veröffentlichung eines Verbrechens besteht sondern im
Verbrechen,
das dann von der Kirche vertuscht wird.
8.2.2008
Die
Untersuchung in der Schweiz, Jura, gegen einen
67-jährigen
pädokriminellen Kapuziner hat keine weiteren Hinweise
auf sexuelle
Übergriffe ergeben und wurde deshalb eingestellt. Der
Kapuzinerpater hatte gestanden in den 1980-er Jahren in
Lully/Freiburg
einen 10-jährigen Jungen und ab 1989 in Frankreich
seinen
minderjährigen Neffen missbraucht zu haben. Seit 2005
lebte er
wieder in einem Kloster und habe nach eigener Aussage
keine weiteren
Delikte begangen. Unter Vorbehalt weiterer Fakten wurde
die
Untersuchung daher eingestellt. Die Untersuchung in
Freiburg und in
Frankreich hingegen geht weiter.
Quelle: Tagesanzeiger
6.2.2008 In
Freiburg/Schweiz hat sich ein
Priester umgebracht. Nach
Aussagen des Vikariates ertrug er die gegen ihn
veranstaltete "mediale
Hetzjagd" nicht mehr. 2001 war der Geistliche angezeigt
worden wegen
des Verdachts von sexualisierten Gewalttaten an einem
Jungen in den
80er - Jahren. Da die Taten, die der Verdächtige in
der
Voruntersuchung zugegeben hatte, verjährt waren,
gab es keine
Untersuchung. Der Priester war medizinisch betreut
worden und hatte
keinen Kontakt mehr zu Kindern. - Der Präsident des
Presserates
hält es für denkbar, dass die Medien, darunter
nicht-journalistisch vorgehende Blogger, zu weit
gegangen seien und
verwies auf das "Recht auf Vergessen". Zugleich meinte
er, die Kirche
habe das Thema zu lange verschwiegen und es sei nicht
verwunderlich,
dass nun so viel darüber geschrieben werde.
Quelle: NZZ + SF
Und so sieht die Opfer-Seite aus: Blick
2.2.2008 Wegen sexuellen
Missbrauchs von
zwei Jungen muss eine 79-jährige Nonne in den USA
für ein
Jahr in Haft. Norma G. wurde für schuldig befunden,
mit mindestens
2 Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren wiederholt
sexuelle Kontakte
unterhalten zu haben. Erste Vorwürfe tauchten 1992
auf, wurden
jedoch vom damaligen Vorgesetzten nicht weitergeleitet.
Erst 2005
leiteten die Strafbehörden ein offizielles
Ermittlungsverfahren
ein. In kircheninternen Untersuchungen gestand die Nonne
den Missbrauch
von drei weiteren Jungen. Zunächst drohten ihr 20
Jahre Haft,
verurteilt wurde sie zu 10 Jahren, von denen 9 auf
Bewährung
ausgesetzt wurden. Als das Gericht fragte, ob sie sich
Gedanken
über die Gefühle der Jungen gemacht habe,
antwortete die
Nonne. "Welcher Teenager kann einer solchen Gelegenheit
schon
widerstehen?"
Quelle: Krone.at
1.2.2008
Der Bischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg fordert
eine bessere
innerkirchliche Kontrolle pädophiler Priester. [Die
Forderung ist
vermutlich an sein eigenes Bistum gerichtet.] Der
Bischof sei
bestürzt über die Berichte über
Pädophilie. Er
betonte, zu oft würden diese Fälle in
Gesellschaft und Kirche
tabuisiert und tot geschwiegen, was zu "dramatischen
Entwicklungen"
geführt habe (für wen die Entwicklungen
dramatisch waren -
für Täter, Opfer, das Bistum oder für wen
auch immer -,
geht aus dem Bericht nicht hervor). Inzwischen gibt es
eine
telefonische Hotline, bei der 14 Anrufe eingingen. 9
Menschen wollten
nur reden, fünf Menschen suchten die direkte
Begegnung mit dem
Bischof. Gewisse Fälle lägen bis 50 Jahre
zurück;
"fünfzig Jahre des Leidens", kommentierte der
Bischof. Der Bischof
gab zu bedenken, dass verschiedene Opfer selbst
Jahrzehnte
nach dem Geschehen nicht bereit seien, sich der
Belastung eines
Gerichtsverfahrens auszusetzen. Sie möchten
vielmehr mit jemandem
über
das Erlittene reden. Aufgabe der Kirche sei es, sie in
ihrem
Heilungsprozess zu unterstützen.
Derzeit liegen dem Bistum eine Liste mit den Namen von
zehn der
Pädophilie bezichtigten Priester vor. Eine neu
eingerichtete
Kommission werde die Liste prüfen und versuchen,
Fakten und
Gerüchte zu sichten. Der Bischof rief das Bistum zu
einem "Weg der
Vergebung" auf und forderte, mit Gottesdiensten der
jugendlichen Opfer
zu gedenken. Am Karfreitag sollen in den Gottesdiensten
Opfer und
Täter in das Gebet eingeschlossen werden.
Quelle: kipa-apic.ch
Kommentar:
Was der "Weg der Vergebung" konkret bedeutet, ist dem
Pressebericht
nicht zu entnehmen. Offen bleibt, wer da wem vergeben
möge und
welche Schuld zu vergeben ist: die Schuld der Tat, die
Schuld der
Vertuschung, die "Schuld" der Veröffentlichung der
Tat. Wie es
möglich sein soll, für Opfer und Täter
zugleich zu
beten, wird abzuwarten sein. Bislang war es jedenfalls
in all dieser
vermutlich redlichen Absicht so, dass in solchen
Vergebungsbitten am
Ende aus den Opfern die wahren Täter gemacht
wurden.
Ich glaub' die schönen Absichtserklärungen und
Forderungen
erst, wenn ich von keinem Opfer von Gewalt durch
Priester, kirchliche
Mitarbeiter oder Familienangehörige mehr erfahren
muss, wie Opfer
beschwiegen und abgewimmelt werden und wie (kirchliche)
Täter den
Schutz der Kirche bis zuletzt erfahren. Rika
1.2.2008
Ein Fachgutachten über den
Riekofener- Ex-Pfarrer, der einen Jungen 22 mal
missbraucht haben soll,
ergab, dass der mutmaßliche Täter nur
vermindert
schuldfähig sei. Im Falle einer Verurteilung solle
er weiterhin in
der Psychiatrie untergebracht werden. Ohne Therapie gehe
eine
große Wiederholungsgefahr von ihm aus.
Quelle: Süddeutsche
1.2.2008
Der Gründer des
konservativen katholischen Ordens Legionäre
Christi,
Marcial Maciel, ist eines natürlichen Todes
gestorben, teilte sein
Orden mit.
Papst Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren
disziplinarische
Maßnahmen
gegen Maciel verhängt, dem der sexuelle Missbrauch
von
Seminaristen
vorgeworfen wurde. Maciel hatte gute Beziehungen zu
Benedikts
Vorgänger Papst Johannes
Paul II.. Die Maßregelung bestand darin, dass Pater
Maciel "ein
zurückgezogenes Leben des Gebets und der
Buße" führen
solle. Auf ein kirchenrechtliches Verfahren wurde wegen
der
"zerbrechlichen Gesundheit" des damals 2006
85-Jährigen
verzichtet.
Quelle: Yahoo
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