Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche2012
und andernorts
2.5.2012 Dem Primas von Irland, Kardinal Brady,
wird erneut Vertuschung von Missbrauchsfällen
vorgeworfen. 1975 habe er bei einer Anhörung eines
dringend verdächtigen Geistlichen eine aktive Rolle
gehabt, die Eltern der missbrauchten Kinder jedoch nicht
vor dem Priester gewarnt. Bisher war nur bekannt, dass
Brady als Protokollant anwesend war, als sexuelle
Übergriffe des Priesters B. Smyth untersucht
wurden. Smyth wurde 1997 wegen ca 90 Fällen von
Kindesmissbrauch verurteilt. Brady hatte 2009 im Blick
auf den Fall Smyth erklärt, er würde sein Amt
aufgeben, falls Kinder durch ihn gefährdet worden
seien. Nun ist der Fall eingetreten und
Rücktrittsforderungen werden laut. Charles
Scicluna, Vatikan-Beauftragter für die Untersuchung
von Missbrauchsfällen wies
Rücktrittsforderungen an Brady zurück.
Quelle: kath.web 1.5.2012 Der ehemalige
Bamberger Domkaitular darf diesen Titel nicht mehr
tragen. Die Bamberger
Bistumsleitung hat festgelegt, dass der Priester auch
weiterhin keine seelsorglichen Funktionen "in dem in
der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Bereich"
ausüben darf. Generalvikar Georg Kestel
erläuterte auf Nachfrage, dies entspreche einem
vollständigen Verbot, als Seelsorger tätig
zu werden. Es gebe "keinerlei Ausnahmen". Der
Generalvikar sagte, der Erzbischof habe letzte Woche mit
dem Priester gesprochen und ihm weitere Gespräche
angeboten. Ihm gelte weiterhin die Fürsorge der
Bistumsleitung. Quelle: katholisch.de 30.4.2012 In einem
kirchenrechtlichen Prozess wurde der Bamberger
Domkapitular des sexuellen Missbrauchs im Ottonianum in
den Jahren 1978 - 1984 in sechs Fällen schuldig
gesprochen. Seine Strafe: Er wurde in den Ruhestand
versetzt.
Quelle: Radio
Vatikan 30.4.2012 Wer 500 000 Euro
oder 1 000 000 000 Lire zahlt, kann auch nach einem
Leben als Verbrecher - wie Ugo Pedis - noch dort
beerdigt werden, wo sonst nur Päpste und
Kardinäle beerdigt werden. Woher das Geld stammt,
interessiert den Empfänger, Generalvikar Ugo
Poletti, nicht. Öffentlich wurde der Vorgang, weil
noch einmal nach der Vatikan-Bürgerin Emanuela
Orlandi, die am Mittwoch, 22.6.1983 als
Fünfzehnjährige verschwand, gesucht wird.
Corrade Augias berichtet in seinem Buch "Die Geheimnisse
des Vatikan", 2012 (beck'sche reihe, S. 359-383) davon,
dass die damals ermittelnden Beamten beim Heiligen Stuhl
auf eine "konstante Zurückhaltung" stießen,
und "der Heilige Stuhl de facto jede Art von
Nachforschungen behindert habe" (a.a.O. S. 374).
Quelle: focus 30.4.2012 in Irland
solidarisieren sich Christen mit Priestern, die ein
Redeverbot des Papstes haben.
Quelle:orf.at 30.4.2012 Ein Vatikan-Kenner,
Marco Politi, sagt, die Pius-Brüder führten
den Papst und den Vatikan vor. Es sei der Papst selbst,
der den Pius-Brüdern seit Jahren immer mehr
entgegenkomme.
Quelle: orf.at 30.4.2012 Es scheint
überall das Gleiche zu sein, egal ob es um die
kath. Kirche oder um die Odenwaldschule geht: "Man hat
damals gesagt, sie werde eine rückhaltlose
Aufklärung in Auftrag geben und alles dafür
tun, dass die Umstände der Taten schnell
aufgeklärt werden. Nach zwei Jahren muss ich
feststellen, dass die Schule die wissenschaftliche
Aufklärung noch immer nicht in Auftrag gegeben hat.
Das ist der Bruch eines Versprechens. Das empört
mich zutiefst. Zwei Jahre sind genug!" Das sagt der
Grünen-Abgeordnete Marcus Bocklet über die
Odenwaldschule.
Quelle: FR 29.4.2012 Obwohl der Papst
ein Gespräch ablehnte, vertraut Helmut
Schüller, Pfarrer-Initiative Österreich,
weiterhin auf ein Gespräch. Er fragt sich - zu
Recht - was eigentlich die Menschen in den Gemeinden
noch zu sagen hätten - wenig bis nichts.
Quelle: orf 28.4.2012 Klaus Mertes hat
den Bürgerpreis der SPD entgegengenommen. Er fragte
u.a.: "Was ist bei uns [in der kath. Kirche] los, wenn
das Selbstverständliche gepriesen werden muss?“,
fragt er. „Da stimmt etwas nicht ganz tief im Unterholz
der Kirche.“ Eine „Glaubenskrise." Quelle: spd.de 27.4.2012 In Irland wird
erwogen, eine Meldepflicht für sexuelle Gewalt
gegen Kinder auch bei Priestern, die in der Beichte
davon erfahren, einzuführen. Im Falle von
Zuwiderhandlungen werden 5 Jahre Haft diskutiert.
Weihbischof R.Field, Dublin, sagte, das Beichtsiegel sei
unantastbar und dabei bliebe es.
Quelle: orf Kommentar:
Die Meldepflicht dürfte in der Praxis unerheblich
sein. Es gehört zu den Kennzeichen von Tätern,
die an Kindern/Jugendlichen sexuelle Gewalt
ausüben, dass sie keine Empathie für die Opfer
aufbringen. Ihnen tut ihr Verhalten in der Regel nicht
leid. Bei Bedarf reden sie sich ihr Verbrechen
schön. Es besteht also auch bei Priestern, die
Täter sind, keinerlei Grund zu beichten. (Wenn ich
irre und wenn Sie andere Informationen haben,
korrigieren Sie mich bitte.) Die Täter bedauern
erst, wenn ihre Verbrechen bekannt wurden und ihnen
nachgewiesen wurden und sie noch nicht verjährt
sind - und sie bedauern dann in der Regel nicht ihre
Taten, sondern das Öffentlich-Werden ihrer Taten. 27.4.2012 Ein Lehrer wurde
wegen sexuellen Missbrauchs einer seiner Töchter,
die im Rahmen täglicher "Hygienekontrolle" aller 5
Kinder des Täters stattfand, zu 2 Jahren auf
Bewährung und zur Zahlung von 10000 Euro
verurteilt. Der Verurteilte geht in Berufung, ebenso wie
die Staasanwaltschaft.
Quelle: Schwarzwälder
Bote 27.4.2012 Der Abt des
Zisterzienserklosters Mehrerau, Anselm van der Linde,
stand vor Gericht. Zwei Opfer sexueller Gewalt haben ihn
zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt. Im Fall eines
58jährigen Opfers muss das Gericht klären, ob
die Verjährungsfrist mit dem Tatzeitraum beginnt
oder mit dem Zeitpunkt, zu dem dem Opfer der Schaden
bewusst wird. Der Anwalt des Klosters erklärte -
anders als früher -, der Kläger sei nicht
glaubwürdig. Schadenersatz werde wegen
Verjährung abgelehnt, das Opfer solle sich an die
Klasnic-Kommission wenden. Bislang waren vom Kloster die
Taten nicht bestritten worden. Ein Gutachten soll die
Traumatisierung und Verdrängung beim Opfer
klären. Der Standard fährt fort: "Im Vergleich
zum ersten Kläger wird der zweite vom Klosteranwalt
mit Respekt behandelt." Der zweite Kläger wurde vom
selben Pater sexuell misshandelt. Seine Eltern
protestierten 1982, der Priester wurde versetzt und
kurzfristig suspendiert. Es kam zutage, dass die
Vorgänger von Abt Anselm die Gewalttaten des Paters
vertuschten. In den Akten, die vom Abt geführt
werden, tauchte weder eine rechtskräftige
Verurteilung von 1967 auf noch die Suspension von 1982.
Der frühere Abt Kassian Lauterer wird nun vor
Gericht geladen. Auch der Beschuldigte soll aussagen.
Von ihm berichtet Abt van der Linde: "Er ist schwer depressiv
und suizidgefährdet, er hat mich gebeten, seinen
Aufenthaltsort nicht zu sagen."
Quelle: derstandard
Quelle: vorarlberg
orf 25.4.2012 Ein ehemaliger Canisius-Schüler
äußert sich in der tazanonym. Und Matthias
Katsch, ehemaliger Canisius-Schüler berichtet
ebenfalls in der taz.
"Das Verbrechen der
Institution Kirche: verdecken und verschweigen der
Taten, das „Täterschutzprogramm“ und die
Opfervergessenheit. Wir hatten unsere Geschichte über
Jahrzehnte hinweg zusammenstückeln müssen.
Isoliert voneinander, wie bei einem großen
Puzzlespiel. Die andere Seite aber hatte längst
gewusst, was geschehen war." 25.4.2012 In Irland regt sich Widerstand gegen
den Vatikan. 3 irischen Priestern wurde ein Redeverbot
auferlegt, weil sie liberale Ansichten über
Priesterinnen, Pflichtzölibat und Verhütung
geäußert haben. Ihre Kollegen erklären
sich solidarisch mit ihnen und rufen zu einer
Mahnwache am kommenden Sonntag vor der Residenz (!)
des päpstlichen Nuntius in Dublin auf. Quelle: orf 24.4.2012 Traumata in der Kindheit
beschleunigen das Altern. In Zwillingsstudien wurde
der Nachweis erbracht. Von den 236 Kindern waren knapp
42 % (!) das Opfer von Misshandlungen, Mobbig oder
häuslicher Gewalt gewesen. (Bitte, den Bericht
nur lesen, wenn ausreichende Stabilität da ist!)
Quelle: Spiegel24.4.2012 Die österreichische
Klasnic-Kommission hat vermutlich/möglicherweise
sensible
Opfer-Daten weitergegeben an die Bischofskonferenz.
"Es ist einfach falsch, eine Opfer-Kommission
in Hände der Täter und ihrer Helfershelfer zu
legen", kommentiert jemand - zu Recht.
25.4.2012 Die
österreichische Klasnic-Kommission nimmt zu
dem Vorwurf, sensible Opfer-Daten an die
Österreichische Bischofskonferenz weitergegeben zu
haben, Stellung. "Der Umgang mit Daten von
Missbrauchsopfern im kirchlichen Bereich ist "korrekt".
Darauf hat der Vorsitzende der kirchlichen
Datenschutzkommission, Walter Hagel, am Mittwoch
hingewiesen. Es würden keinerlei "Dateninhalte"
seitens der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft an
die Datenschutzkommission weitergeben, betonte Hagel im
"Kathpress"-Gespräch. "Dadurch, dass keinerlei
Dateninhalte weitergegeben wurden, ist nicht nur keine
Verletzung des Datenschutzgeheimnisses geschehen,
sondern eine solche Verletzung ist auch undenkbar", so
Hagel. Denn auch umgekehrt sei eine Weitergabe von
"Dateninhalten" nicht möglich: "Dateninhalte werden
von der Datenschutzkommission weder erhoben noch
weitergegeben, weil wir ja nicht einmal darüber
verfügen - und das auch gar nicht wollen", sagte
Hagel."
23.4.2012 Folter an Kindern im Internet -
Prozess gegen einen internationalen Drahtzieher in
Darmstadt. Vorsicht - Triggergefahr. Quelle: Süddeutsche 22.4.2012 Das Kriminologische
Forschungsinstitut Niedersachsen, das von der
Bischofskonferenz mit der Aufarbeitung des sog.
Missbrauchsskandals in der kath. Kirche beauftragt
ist, stößt bei Pfarrern auf Widerstand. Sie
haben Sorge, dass vertrauliche Daten an die
Öffentlichkeit geraten. Bislang haben auch nur
die Bistümer Trier und Hildesheim ihre Akten zur
Auswertung zur Verfügung gestellt. Inwieweit die
anderen 25 Diözesen ihre Personalakten
übergeben, scheint immer noch unklar zu sein. Ein
Gespräch zwischen dem Leiter des KFN und Pfarrern
kam zu keinem Ergebnis, obwohl Christian PFeiffer den
Pfarrern zusicherte, dass überhaupt keine Akten
direkt an das KFN ausgehändigt werden. Die Akten
verbleiben in den Ordinariaten und werden von den
Mitarbeitern der Bistümer sowie einem externen
Juristen vorsortiert. Dieser unabhängige Jurist
taucht in den Pressemeldungen mal auf, dann wieder
nicht. Quelle: net-tribune 22.4.2012 Wundert sich noch jemand? Ein
Artikel in der Badischen
Zeitung über das Verschwinden der
15jährigen Vatikan-Bürgerin Emanuela
Orlandi, die 1983 entführt wurde und deren Leiche
nie auftauchte. Die Ermittlungsrichter waren
immer wieder auf eine Mauer des Schweigens im Vatikan
gestoßen. In der Stellungnahme weist Lombardi
solche Vorwürfe zwar zurück, gleichzeitig
signalisiert er jedoch die Bereitschaft der
Vatikanbehörden, mit den italienischen
Behörden zusammenzuarbeiten. Christian
Modehn formuliert in einer Besprechung des Buches
"Die Geheimnisse des Vatikan" des Journalisten
Corrado Augias: "Der Vatikan hat die Ermittlungen des
italienischen Staates massiv behindert und sogar
terroristische Hintergründe herbeigeredet. Dem
Vatikan war es äußerst peinlich, vermutet der
Autor mit vielen anderen Beobachtern, öffentlich
einzugestehen, dass das Mädchen von einem Priester
missbraucht und anschließend ermordet wurde.
Augias schreibt: Diese Beispiele demonstrieren: Es gibt
von vatikanischer Seite nicht die geringste
Unterstützung bei polizeilichen Ermittlungen, keine
Reaktion oder aber absolute Zurückhaltung bei
Anfragen der Justiz."
21.4.2012 Hinweis
auf ein notwendiges Buch: Susanne G.
Kostorz: Krankheit
und Berufsleben: Erfahrungen und
Ratschläge zu Rente, Reha,
Wiedereingliederungsprogramm und Co.
20.4.2012 Von Homosexuellen geht nach
Einschätzung des Vizerektors der Päpstlichen
Universität Gregoriana, Hans Zollner, eine
höhere Gefahr sexuellen Missbrauchs aus. Der
deutsche Jesuit und Psychologieprofessor sagte der
polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita" (Freitag), es
gebe zwar keinen "direkten Kausalzusammenhang" zwischen
Homosexualität und Kindsmissbrauch. Nicht jeder
Homosexuelle stelle folglich eine Missbrauchsgefahr dar;
aber bei dieser Personengruppe sei das "Risiko
höher".
Quelle: kipa Kommentar:
M.W. ist eine statistische
Häufung des spezifisch homosexuellen
Missbrauchs Minderjähriger nicht belegt.
Täterstudien kommen zum Ergebnis, dass die
meisten Täter bei gleichgeschlechtlichem
Kindesmissbrauch heterosexuell oder höchstens
bisexuell sind, meistens verheiratet sind und selber
Kinder habe. Auch die beiden einzigen Studien
über sexuellen Missbrauch in der röm.kath.
Kirche des John Jay College kommen zu dem Schluss,
dass - obwohl die meisten Opfer wie die Täter
männlich waren, die Täter nicht homosexuell
waren, sondern leichteren Zugang zu männlichen
Opfern hatten. Auffallend war, dass die
Missbrauchsrate Mitte der 1980er Jahre sank - zu einem
Zeitpunkt, als eine merkliche Anzahl homosexueller
Männer Priester wurden. Ein
Brief ist unterwegs. (Er
wurde auch beantwortet - aber wie!!!) 20.4.2012 Die Diözese
Rottenburg-Stuttgart hat nach einer Untersuchung
Missbrauchsvorwürfe gegen das ehemalige
Kinderheim St. Jose, Gutenzell-Hürbel, Kreis
Biberach, zurückgewiesen. Ehemalige Heimkinder
hatten Vorwürfe erhoben: physische und psychische
Misshandlungen, missbräuchlicher Einsatz von
Psychopharmaka, rätselhafte Todesfälle von
Säuglingen und Kleinkindern. Der Vorsitzende der
Kommission, der Esslinger Bundestagsabgeordnete Markus
Grübel, CDU, sagte, alle Todesfälle seien
dokumentiert und der Einsatz von Psychopharka habe den
damaligen Standards entsprochen. Die
Misshandlungs-Vorwürfe vor allem gegen eine
Schwester seien schwer zu bewerten. Quelle: swp 20.4.2012 Das Bistum Regensburg nimmt auf
Anfrage Stellung zum Vorwurf, (2?) mutmaßliche
Opfer von sexuellem Missbrauch nicht anerkannt zu
haben. Der Bistumssprecher sagte, bei der
Plausibilitätsprüfung werde kein enges Recht
angewandt, aber das Bistum müsse eine Form
finden, um die Sache anpacken zu können. Die
Kirche sei die einzige Institution, die Opfern in
dieser Form Hilfe anbiete. Der vom Bistum beauftrgate
Anwalt sagte, es liege kein sexueller Missbrauch vor.
In einem Fall handle es sich um brutale
körperliche Misshandlung, die aber nicht
sexueller Natur gewesen sei. Quelle: Mittelbayerische 19.4.2012 Das Bistum Regensburg schützt
die Opfer. Deswegen erhalten Opfer, die einen Antrag
auf Geld in Anerkennung des Erlittenen gestellt haben,
einen Brief, in dem die Nicht-Anerkennung als Opfer
und die Nicht-Zahlung von Geld mitgeteilt wird. Aus
Gründen des Opferschutzes wird in dem Brief kein
Grund für die Ablehnung des Antrages genannt. Um
eine Retraumatisierung der Opfer zu vermeiden, werden
sie jedoch in diesem Brief zu einem Gespräch
eingeladen - mit einem Juristen, der im Auftrag des
Bistums die Anträge geprüft hat. In dem
Gespräch sollen dann die Ablehnungsgründe
genannt werden. Der Jurist stellt dann fest, ob ein
sexueller Missbrauch vorliegt oder nicht. In einem
Fall steht Aussage gegen Aussage. Der beschuldigte
Priester bedauerte in einem Gespräch, dass dem
Opfer Schlimmes passiert sei, aber die konkreten
Vorwürfe weist er zurück. Eine Strafanzeige
wegen Verleumdung wurde bislang gegen das Opfer nicht
gestellt - auch das gehört ja zum Repertoire von
Tätern, die von ihrer Kirche geschützt
werden. Das Bistum Regensburg veröffentlicht -
wiederum aus Gründen des Opferschutzes - die Zahl
der Anträge und die Zahl der an die DBK
weitergeleiteten Anträge nicht. Die DBK - vom br
befragt - versichert, dass die Sorge um die Opfer
oberste Priorität habe.
Quelle: br.de
s.auch: regensburg-digital Kommentar:
Alle wollen den Opfern helfen und sie schützen.
Nur die Opfer, die kriegen das einfach nicht mit. 18.4.2012 In
den Niederlanden nimmt der Schrecken kein Ende: Ein
Professor für Medizingeschichte erklärte, zwei
katholische Chirurgen hätten ihm persönlich
bestätigt, von einem Bischof mit Kastrationen
beauftragt worden zu sein. Ein weiterer Wissenschaftler
gab an, Priester, die als Beichtväter tätig
gewesen seien, hätten homosexuelle Jungen
"anschließend" (an sexuelle Gewalt?) direkt zu
einem Chirurgen geschickt. Um wie viele Fälle es
sich handeln soll, wird nicht berichtet.Erst
am Montag waren in Justizarchiven auf Betreiben der
Staatsanwaltschaft bislang unbekannte, verlegte Akten
über sexuellen Missbrauch durch Geistliche in den
50er und 60er Jahren wieder aufgetaucht.
Quelle: Deutsches
Ärzteblatt 18.4.2012 Im Bistum Regensburg erhielten
mutmaßliche Opfer Serienbriefe, in denen ihnen
mitgeteilt wurde, dass sie keinen Anspruch auf
Geldzahlungen in Anerkennung ihres Leides erhalten.
Offensichtlich wurden auch nicht alle Anträge an
die Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz
weitergeleitet. Der br erhielt vom Bistum keine
Auskunft über die Anzahl der Anträge, die
Zahlungen und die Weiterleitung an die DBK. Jedes
Bistum ist selbständig und kann eigene
Entscheidungen treffen.
Quelle: br 17.4.2012 Warum auch Matthias Katsch den
Heinemann-Bürgerpreis erhalten soll,
begründet Ulrike Barth.
Quelle: taz 17.4.2012 Im australischen Bundesstaat
Victoria werden Missbrauchsfälle in katholischen
und anderen religiösen Organisationen vom Staat
untersucht. Anlass waren Berichte über Selbstmorde
von etwa 20 Gewaltopfern. Der Erzbischof von Melbourne
sagte volle Kooperation bei der Aufklärung zu.
Vertreter von Opferverbänden, u.a. SNAP, sprachen
von einem großen Schritt vorwärts. Der
jüdische Opfervertreter Waks sprach von weit
verbreitetem sexuellen Missbrauch in Victorias
ultraorthodoxer jüdischer Gemeinde.
Quelle: kipa 17.4.2012 In Österreich haben sich bei
kirchlichen Ombudsstellen 2011 insgesamt 366
mutmaßliche Opfer gemeldet. 221 seien als
ernstzunehmende Verdachtsfälle zu qualifizieren.
90% beziehen sich auf die Zeit vor 1993. 2010 waren es
499 bestätigte Fälle von Gewalt und
sexueller Gewalt im kirchlichen Bereich.
Quelle: Domradio 17.4.2012 Der Dominikaner Doyle
hält es für einen "schlechten Witz", wenn
Vertreter des Vatikans oder auch nationaler
Bischofskonferenzen uns neuerdings immer häufiger
glauben machen wollen, dass die katholische Kirche
"vorbildlich mit der Missbrauchskrise" umgehe und als
Beispiel für andere Institutionen dienen
könne. "Das ist bestenfalls frommes Wunschdenken",
stellt der Amerikaner fest." Denn wer behauptet, wir
seien bereits über den Berg hinweg, handelt
unverantwortlich!" Sehr viel realistischer sei es, so
der Pater, sich auf weitere "Schreckensnachrichten"
einzustellen, zumal nicht nur in den erzkatholische
Ländern Europas wie Polen, Italien, Spanien und
Deutschland die "ganze Wahrheit" noch lange nicht zu
Tage gefördert wurde, sondern auch aus Länder
der Karibik, Lateinamerikas und Afrikas noch mit manch
"bösen Überraschungen" zu rechnen sei.
Quelle: imprimatur
Kommentar: Es
gibt erkennbar einen garstig breiten Graben in der
Selbstwahrnehmung der kath. Kirche und in der
Wahrnehmung von Opfern. Das sollte doch den
Kirchenleitungen - und der Presse - zu denken geben. 16.4.2012 In Österreich sollen noch 40
Priester, die sexueller Gewalt beschuldigt wurden, im
Amt sein.
Quelle: orf 15.4.2012 Das
düstere Bild katholischer Missbrauchsfälle in
den Niederlanden wird nun um Fälle von
Zwangskastrationen erweitert. Die Vatikan-Medien
schweigen darüber. Akten scheint es nicht/nicht
mehr zu geben. Quelle: faz 13.4.2012 Die
Caritas Würzburg ist Trägerin einer Ambulanz
für Sexualstraftäter.
Quelle: Spiegel 13.4.2012 Ein Lehrer, der eine 14jährige
Schülerin sexuell missbrauchte, ist zu einer
15monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt
worden.
Quelle: Spiegel 13.4.2012 Der Vorsitzende der
Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, gratuliert
Klaus Mertes, SJ, zur Verleihung des
Heinemann-Bürgerpreises durch die SPD. Er freue
sich, dass Mertes' Beitrag zur Aufklärung von
sexuellem Missbrauch in Kirche und Gesellschaft
gewürdigt werde. Zollitsch wies darauf hin, dass
die DBK zahlreiche Initiativen zur Aufklärung und
Prävention in den letzten 2 Jahren ergriffen
habe. - Die SPD betont: "Mit seinem mutigen Schritt
stieß der Pater eine breite Debatte in
Gesellschaft, Politik und der kath. Kirche an
über die Vertuschung von sexuellen Straftaten."
Zugleich wird hervorgehoben, dass Mertes auch als
"Nestbeschmutzer" und "Verräter an der Sache der
Kirche" bezeichnet wurde. Quelle: Domradio 12.4.2012 Klaus Mertes, SJ, erhält den
Gustav-Heinemann-Bürgerpreis der SPD für
seinen Einsatz für Opfer sexueller Gewalt. Quelle: der
westen 11.4.2012 Der Pastor Dieter K. der
Nordelbischen Kirche, der in Ahrensburg
Kinder/Jugendliche missbrauchte, hat vermutlich auch
Kinder/Jugendliche an der Stormarnschule in Ahrensburg
missbraucht, an der er 3 Jahrzehnte lang
Religionslehrer war. Bisher liegen Aussagen von einem
Jungen und einem Mädchen vor. Die ehemalige
Schülerin hatte die Schulleitung um ein
Gespräch mit den ehemaligen Lehrern gebeten.
Diese Anfrage wurde zurückgewiesen. Die
Schulleitung betonte, sie habe nichts von den
Vorwürfen gewusst, Beschwerden habe es nicht
gegeben. Quelle: IN-Online
Quelle: missbrauch
in Ahrensburg 11.4.2012 Der belgische Kardinal Daneels soll
über mindestens 40 Missbrauchsfälle im
Erzbistum Mechelen-Brüssel und in ganz Flandern
informiert gewesen sein. Der Kardinal hatte stets
erklärt, er sei vom Ausmaß der Gewealt
überrascht worden. Sein Nachfolger in
Brüssel, Andre-Joseph Leonard, soll über
mindestens 5 Fälle in seiner früheren
Diözese Namur informiert gewesen sein. Quelle: kipa 11.4.2012 In den USA haben Diözesen und
Orden 2011 insgesamt 594 glaubhafte Anschuldigungen
wegen Kindesmissbrauchs erhalten. 68% der Anzeigen
galten Verbrechen zwischen 1960 und 1984. 21 Taten
ereigneten sich 2010 und 2011. Das ist das Ergebnis
einer Studie der amerikan. Kath. Bischofskonferenz.
Die Studie warnte vor einer "wachsenden
Nachlässigkeit" im Umgang mit Kinderschutz. Quelle: kath.web 10.4.2012 Aus dem Bistum Trier wird bekannt,
dass zwei der sieben Priester, die sexuelle Gewalt
gegen Kinder und Jugendliche ausübten, nun dem
Vatikan gemeldet werden.
Quelle: t-online Kommentar: In den
Leitlinien der DBK, Punkt 30, steht: "Bestätigt
die „kirchenrechtliche Voruntersuchung“ den Verdacht
sexuellen Missbrauchs, informiert der
Diözesanbischof den Apostolischen Stuhl, der
darüber entscheidet, wie weiter vorzugehen ist
(gemäß Motu Proprio „Sacramentorum
sanctitatis tutela“ vom 30.4.2001 in Verbindung mit
Art. 16 der „Normae de gravioribus delictis“ vom
21.5.2010)." Wieso wurden die beiden Priester (und
einige mehr) bislang nicht nach Rom gemeldet? Und wie
wird der Vatikan handeln? So wie im Fall des Gründers der
Legionäre? 10.4.2012 Die
Reformpädagogik hat nichts gelernt aus den
Erfahrungen von sexueller Gewalt.
Quelle: taz 10.4.2012 Im Bistum Trier hat sich ein
Geistlicher, der in der Altenheim- und
Krankenhausseelsorge tätig war, bei der
Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs
angezeigt. Die Diakonie, die das Krankenhaus, in dem
der Geistliche tätig war, wusste nichts von den
Anschuldigungen.
Quelle: Allgemeine
Zeitung
Quelle: Rheinzeitung 10.4.2012 Bischof Ackermann sagt, wichtiger
als kirchliche Bußriten sei der respektvolle
Umgang mit den Betroffenen sexueller Gewalt. Und: Die
Betroffenen hätten ein Recht, unversöhnt zu
bleiben. Bei der sog. Heilig-Rock-Wallfahrt im Bistum
Trier werde es auch eine Ausstellung über das
Missbrauchsthema geben und Gesprächsangebote,
sagte Ackermann. Er hofft, "dass das Thema die
Wallfahrt nicht überschattet". Quelle: domradio Fragen:
Wäre die Wallfahrt nicht "überschattet",
wenn das Thema ausgeblendet bliebe? Sind es also diese Opfer, die ein
äußerst unangenehmes Thema auf den Tisch
bringen und damit die Wallfahrt "überschatten"?Hätte Jesus den Überfallenen im
Gleichnis vom barmherzigen Samariter als einen, der
vom Eigentlichen ablenkt und die Festfreude
verdunkelt, bezeichnet haben wollen? Und warum denkt
der Bischof nicht darüber nach, dass die
Unversöhntheit von Opfern das Spiegelbild einer
immer noch vertuschenden und täterschonenden
Kirche ist, die Opfer von sexueller Gewalt in einer
demütigenden Geste mit einem beschämenden
Geldbetrag abspeist?Eigentlich
wäre zu erwarten, dass der Bischof erkennt: Es
gibt kein Fest "unter Umgehung der Opfer". 10.4.2012 Über den Gehorsam und über
autoritären Machtmissbrauch - ein Kommentar von
Wolfgang Bergmann
Quelle: standard 9.4.2012 Am Ostersonntaqg protestierten Opfer
sexueller Gewalt durch katholische Priester und Patres
vor dem Dom in Trier.
Quelle: epd 8.4.2012 Ein Rechtsanwalt hat in einem offenen
Brief den Bischof von Würzburg gebeten, auf die
"Einrede der Verjährung" zu verzichten, um
den Opfern von Gewalt im Kontext der Kirche die
restlose Aufklärung und Entschädigung aller
Missbrauchsfälle möglich zu machen. Das
Antwortschreiben kam von der Bischofskonferenz und
wurde mit der Bitte versehen, von einer
Veröffentlichung abzusehen. Die Frage, ob die
katholische Kirche auf die Einrede der Verjährung
verzichte, wurde nicht beantwortet. Das Schreiben
weist aber darauf hin, dass die Opfer statt einer
unbürokratischen Hilfe auf die gerichtliche
Durchsetzung von Ansprüchen angewiesen seien,
wenn es keine Verjährung gäbe. Und da
läge die Beweislast bei den Opfern. Es
bestünde die Gefahr, dass sie mit ihren
Ansprüchen vor Gericht scheitern. Der Anwalt
weist darauf hin, dass die Opfer nicht scheitern, weil
es keine Beweise gäbe, sondern weil die Kirche
ihnen sagt, die Ansprüche seien längst
verjährt. Würden sie auf die Einrede der
Verjährung verzichten - und das könnte sie
-, dann gäbe es diese Verjährung nicht. Quelle: VeH Kommentar:
Bislang hat sich meine Kirche nicht opferfreundlich
gezeigt - von Ausnahmen abgesehen. Es fällt
schwer zu glauben, dass die Kirche aus Gründen
der Fürsorge für Opfer auf die Einrede der
Verjährung verzichtet. Wahrscheinlicher ist, dass
sie damit verhindern will, dass ihre
Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit noch
mehr Schaden erleidet. Die Forderung,
dass die Kirche auf die Einrede der Verjährung
verzichtet, wird auch von einem ehemaligen
Ombudsmann in Österreich, Helmut Schüller,
erhoben. 8.4.2012 Die Leiterin der Berliner
Beratungsstelle für Ex-Heimkinder wirft den Job hin
und beklagt mangelhafte Ausstattung und Vorgaben.
Beratungsstellen in anderen Bundesländern teilen
ihre Kritik an zu viel Bürokratie. Quelle: www.welt.de 5.4.2012 Der
Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz,
Bischof Ackermann, hält ein Umdenken im Umgang mit
priesterlichen Sexualstraftätern für
notwendig. Er wandte sich gegen die Kritik, die durch
Halbinformationen oder bewusst den Eindruck vermittle,
die kath. Kirche vertusche und verharmlose weiterhin.
Offensichtlich hat neben dem früheren Pfarrer von
Köllerbach ein Mitglied des Pfarrgemeinderates
ebenfalls eine anonyme Drohung erhalten. Quelle: Saarbrücker
Zeitung 4.4.2012 Prof. Fegert spricht von 12,5% der
Menschen, die in Deutschland Opfer sexueller Gewalt
werden. Das ist jeder 8. in Deutschland. Das sind 6,25
Mio ChristInnen und 3.120.000 KatholikInnen, für
die es keine SeelsorgerInnen gibt - anders als
für die 75 000 Gefängnisinsassen; für
sie gibt es mehr als 500 kath. und ev. Seelsorger.
Quelle: augsburger
allgemeine4.4.2012 Die swp
kritisiert recht moderat den Einsatz von
priesterlichen Sexualstraftätern in Kliniken und
Altenheimen. Meine
Kritik am Umgang der kath. Kirche mit Opfern und
Straftätern fällt nicht so wohlwollend aus.
4.4.2012 Bischof Dr. Ackermann wies darauf
hin, dass die Leitlinien 2010 von Opferverbänden
mitformuliert worden seien. Zartbitter jedoch
widerspricht, dass in die Leitlinien das
Expertenwissen von Opferverbänden eingegangen
sei. "Im Interview mit dem domradio
erklärte Herr Kronenburg, Pressesprecher
von Bischof Ackermann und des Bistums Trier, diese
Leitlinien seinen unter der breiten Beteiligung
einer größeren Öffentlichkeit von
Experten am Runden Tisch im Gespräch mit
Opferschutzverbänden entstanden. Es habe eine
relative Einigkeit darüber gegeben, dass man
insbesondere unter Gesichtspunkten der Prävention
und Kontrolle pädosexuelle Seelsorger nicht
aus dem Priesterstand entlassen solle. Mit dieser
Vernebelungstaktik versucht der Pressesprecher des
Bistums die Verantwortung des Trierer Bischofs
Ackermann und der Bischofskonferenz für die
Weiterbeschäftigung von Tätern im Priesteramt
zu leugnen. Eine Vertreterin der Opferverbände, die
mit der Kirche über die Erstellung der Leitlinien
im intensiven Diskurs stand, war Ursula Enders von
Zartbitter e.V. . Aufgrund ihrer 20jährigen
Erfahrung in der Begleitung von Institutionen, die zum
Tatort sexuellen Missbrauchs wurden, und ihrer
intensiven wissenschaftlichen Recherche wies die
Expertin die Kirche bei der Erstellung der Leitlinien
wiederholt darauf hin, dass pädosexuelle Täter
grundsätzlich aus dem Priesteramt zu entlassen
sind. Keinesfalls reicht es – so Enders –,
pädosexuelle Priester lediglich aus der Kinder- und
Jugendarbeit auszuschließen." Zartbitter weist darauf hin,
dass 7% aller sexuellen Straftaten gegenüber
Kindern und Jugendlichen im Gesundheitsweisen geschehen
- also auch in Krankenhäusern, in denen das Bistum
Trier straffällige Priester einsetzt. Quelle: zartbitter 3.4.2012 Eine Anklageerhebung gegen einen der
vielen Mönche aus Kremsmünster, die Kinder
und Jugendliche misshandelten und missbrauchten, ist
wahrscheinlicher geworden.
Quelle: ORF 2.4.2012 Ein "Guantanamo für
pädophile Priester" gebe es nicht, sagte der
Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof
Ackermann. Guantanamo ist ein Synonym für
staatliche Willkür und Folter Unschuldiger.
Bischof Ackermann insinuiert mit diesem Vergleich die
Unschuld von Priestern, die sexuelle Gewalt gegen
Kinder und Jugendliche anwandten.
Quelle: morgenpost 2.4.2012 Bei meinen heutigen Recherchen
über den Umgang der kath. Kirche mit Opfern
stoße ich auf eine Internetseite, die mir
bekannt ist. Dort steht seit Juni 2010 in einem
Bericht über eine Fortbildung von
Religionslehrern der Satz: "Mit interessanten
Einblicken in die Psyche von Tätern und Opfern
bereicherte Dr. Eva Busch vom Winnicott-Institut in
Hannover den Nachmittag. Nach ihrer Erfahrung
zerstören Gewalt und sexueller Missbrauch das
Urvertrauen eines Kindes. Opfer entwickeln kein
Gefühl für die eigene Unversehrtheit – und
jene anderer Menschen. Furchtbare Folge: „Ein
Opfer strebt danach, Täter zu werden, so wie
jeder Täter einmal Opfer war“. Indem es einen
schwächeren Menschen missbrauche, könne ein
ehemaliges Opfer für einen kurzen Moment seine
eigene Macht spüren und sein
Minderwertigkeitsgefühl überspielen, behauptet
die Expertin." Im Juni 2010 machte ich das Bistum
Hildesheim auf diesen Text aufmerksam. Von 2 Menschen im
Hildesheimer Ordinariat erhielt ich Unterstützung
meiner Bitte, diesen unsäglichen Text zu
löschen. Es dauerte dann immer noch bis Mitte
August 2010, bis der Text gelöscht war. Und heute
finde ich die Opferbeschuldigung wieder - diesmal auf 2
Internetseiten, damit nur niemandem entgeht, dass
die Opfer
von heute die Täter von Morgen sind. Ich habe
- wieder einmal - protestiert. Der Vorgang - wie auch
immer er zustande kam - zeigt, dass Opfer nicht mit der
Solidarität der kirchlichen Verwaltungen rechnen
können. Auch im Erzbistum
Freiburg steht noch immer, dass ein Opfer - dessen
Täter die sexuelle Gewalt gestanden hat - ein
mutmaßliches Opfer sei.
Nachtrag: Die
beiden Seiten mit der Opferbeschuldigung sind inzwischen
gelöscht. 3.4.2012 1.4.2012 Der Abt
von Kremsmünster wusste von nichts, sagt
er. Die Justiz scheint weder das Kloster noch das
Bistum Linz über den Täter Pater A.
informiert zu haben. Dass es personelle
Querverbindungen zwischen Kloster und Justiz gibt,
scheint naheliegend.
Quelle: standard.at 30.3.2012 "Wir sind Kirche" wendet sich mit
deutlichen Worten eines Offenen Briefes an die
Bischöfe, Kardinäle und Weihbischöfe,
um einen angemessenen Umgang mit Priestern, die
sexuelle Gewalt angewendet haben, anzumahnen.
Quelle: missbit 30.3.2012 Das Collegium Josephinum in Bonn
wird durch ein Gutachten der Uniklinik Hamburg
für die Praxis von 2 Patres, Kindern und
Jugendlichen Zäpfchen zu verabreichen,
kritisiert. Im echten Notfall wären Zäpfchen
unwirksam. Die Politik wirft dem CoJoBo vor, nicht
genügend zur Aufklärung beizutragen. Quelle: Radio
Bonn 29.3.2012 Das Opfer eines Hiltruper Missionars
hat beim Bistum Trier Anzeige erstattet. Dee
jahrelange sexuelle Gewalt an dem Minderjährigen
wurde zugegeben, das Verfahren wegen Verjährung
jedoch eingestellt. Der Täter wurde nach
vorübergehender Suspendierung von Bischof
Ackermann wieder in seiner Gemeinde eingesetzt. Arbeit
mit Messdienern gehört natürlich dazu. Der
Täter erstattete Anzeige gegen das Opfer. Hilfe
erfuhr das Opfer weder von den Hiltruper Missionaren
noch vom Bistum Trier.
(Das ist nicht der einzige Fall, dass einem Opfer mit
einer Anzeige gedroht wurde oder Anzeige gegen es
erstattet wurde.)
Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de 29.3.2012 In Berlin wurden zwei Mädchen
auf einer Schultoilette missbraucht. Der Täter
oder die Täter entkamen.
Quelle: FR 29.3.2012 Wenn Klöster mauern. Der Umgang
des Klosters Mehrerau mit Opfern sexueller Gewalt.
Quelle. standard 29.3.2012 In einer Erklärung der
Initiative Ehemaliger vom Johanneum Homburg wird
berichtet, dass auch im Johanneum ein Hiltruper
Missionar ein Opfer gefunden hatte. Das Verfahren
wurde wegen Verjährung eingestellt, die
jahrelangen Taten gestanden. Dieser Pfarrer wurde von
Bischof Ackermann rehabilitiert und ist weiter in
seiner Gemeinde tätig. Zu seinem Arbeitsbereich
gehört auch eine große Messdienergruppe.
Überflüssig zu erwähnen, dass dem Opfer
bis heute weder durch das Bistum Trier noch durch die
Hiltruper Missionare Unterstützung zuteil wurde. Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg 29.3.2012 Der Spiegel
berichtet aus dem Bistum Trier. 2 Pfarrer, die
Missbrauchsfälle durch 3 mutmaßliche
Täter melden wollten, wurden vom Bistum Trier
gehindert. Die Opfer wurden alleine gelassen, die
Täter blieben im Dienst und die Meldenden wurden
verleumdet als psychisch krank, als
Missbrauchstäter; einer der Priester, die dem
Bistum die Fälle gemeldet hatten, wurde in die
Arbeitslosigkeit entlassen.
Quelle: Spiegel
und sr-online Kommentar:
Da gibt es nur folgende Möglichkeiten: Der
verantwortliche Bischof Dr. Ackermann - zugleich
Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz - tritt
zurück. Der Missbrauchsbeauftragte der
Bundesregierung richtet eine Meldestelle für Opfer
von Klerikern ein, die von der Kirche unabhängig
ist und die Opfer bei Anzeigen unterstützt. Von der
Kirche haben sie endgültig keine Unterstützung
zu erwarten - das müsste nun auch dem
Gutgläubigsten klar sein. Wir brauchen - wie schon
lange gefordert - eine Verlängerung der
Verjährungsfristen bei Missbrauchsdelikten. Mit dem
Schaden, der durch die Vertuschung von Verbrechen durch
Kirchenleitungen entstanden ist, müssen die
Bischöfe alleine zurechtkommen. Ich gehe davon aus,
dass sie eines Tages Rechenschaft dafür ablegen
müssen, dass sie ihre Glaubwürdigkeit - und
damit zugleich die Glaubwürdigkeit des Evangeliums
- verspielt haben. Was sonst noch zu sagen ist, sagt der
Offene Brief, der von der Gruppe
MissBiT, einer gut informierten Opfergruppe,
geschrieben wurde. 29.3.2012 In Mexiko traf der Papst Menschen,
die in den letzten Jahren im Kontext der
Auseinandersetzungen innerhalb der Drogenkartelle zum
Opfer von Gewalt wurden. Der Papst thematisierte auch
die Bekämpfung des organisierten Verbrechens mit
50 000 Toten, den Klimawandel, den Hunger in der Welt,
die Situation von MigrantInnen und die Abrüstung.
Die einzigen Menschen, für die der Papst selbst
hätte Verantwortung übernehmen können
und müssen, kamen auf seiner Reise nicht vor: Die
Opfer von katholischen Priestern, unter ihnen die
Opfer des Gründers der Legionäre Christi.
Quelle: NZZ Kommentar:
Offensichtlich ist der Vatikan noch immer nicht in der
Lage, Verantwortung für den eigenen Umgang mit
Missbrauchstätern, d.h. mit dem seit Jahrzehnten
praktizierten Täterschutz durch die kirchliche
Hierarchie zu übernehmen. Wenn der Papst andere
Staaten und Gruppierungen zum Schutz des Lebens und
zur Wahrung der Menschenrechte aufruft, klingt das
hohl. 29.3.2012 Noch immer melden sich täglich
25 Gewalt- und Missbrauchsopfer beim
Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung.
Quelle: welt.de 28.3.2012 Ein Pädophiler legt ein
Geständnis ab. Er gehörte einem
internationalen Ring an, der es sich zur Aufgabe
gemacht hat, die größte Online-Gemeinde zur
Förderung der sexuellen Gewalt gegen
(Klein-)Kinder zu sein. Sexuelle Gewalt ist dem
Geständigen nicht nachzuweisen.
Quelle: Süddeutsche 28.3.2012 Und im Bistum Passau ist es kein
Kindesmissbrauch, der hinter einem Buch mit Nacktfotos
von Jungen steht, das in einem Pfarrhaus gefunden
wurde. Der Bischöfliche Beauftragte in
Fällen von sexuellem Missbrauch hat die Unterlagen
persönlich in Augenschein genommen. Mit Missbrauch
hat das Buch seiner Meinung nach eindeutig nichts zu
tun. Das hat die eingehende Überprüfung der
durchweg über 30 Jahre alten Zeitungsausschnitte
und Bilder durch den Beauftragten ergeben. Einem
Besitzer ist das Buch nicht zuzuordnen.
Quelle: Wochenblatt 28.3.2012 Das Bistum Trier setzt weiterhin
Priester, die sexuelle Gewalt angewendet haben, als
Seelsorger ein. Ausgerechnet ein vor 17 Jahren
wegen Dutzender sexueller Übergriffe auf
Mädchen zu einer zweijährigen
Bewährungsstrafe verurteilter Trierer
Bistumspriester hielt einen Gottesdienst, in dem die
diesjährigen Kommunionkinder der Kirchengemeinde
vorgestellt wurden. Der
Sprecher des Bistums Trier äußert
Verständnis über die Empörung der Eltern
der Kommunionkinder. Quelle: Volksfreund
Auch Le
Monde berichtet über den Spiegelartikel. Kommentar:Mit einiger Sicherheit ist
das Bistum Trier nicht das einzige der 27
Bistümer, das Missbrauchstäter im
Priestergewand in Altenheimen, Krankenhäusern und
halt auch in Gemeinden einsetzt. Mir scheint, die
größten Verächter der katholischen
Kirche sitzen in ihren Leitungsebenen. Wenn
Missbrauchstäter, Priester, nach wie vor im
Kontakt mit Kindern eingesetzt werden, ist das
unerträglich und nach all den Jahren des Lernens
der Kirchenverantwortlichen über Pädophilie
und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (seit
den 70er und 80er Jahren des 20. Jh., spätestens
2002; dann 2010, 2011....) mit nichts mehr
entschuldbar. Offensichtlich wurde
nichts gelernt. Und auch darüber wurde nicht
nachgedacht: Was erleben wohl die Millionen
Gewaltopfer, die es alleine unter den kath.
ChristInnen gibt und die auf der Suche nach einem
Seelsorger - z.B. im Altersheim oder in einem
Krankenhaus - auf einen Missbrauchstäter
stoßen? 28.3.2012
"Schweigen im Schnee" heißt eine Fotoserie des
Journalisten Martin
Schlüter aus Hannover. Er hat Eskimos, die als
Kinder von Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht
wurden, fotografiert und die Folgen des Missbrauchs
dokumentiert. Dafür erhielt er die Auszeichnung als
"CNN Journalist of the Year". Mehr als 350 Eskimos haben
in Alaska in den letzten Jahren die katholische Kirche
verklagt.
Quelle: newsburger.de 27.3.2012 Den Interessen der
Täter-Organisationen wurden die
Unterstützungen für die Heimkinder geopfert,
sagt der Sozialpädagoge Manfred Kappeler. Er
sprach von einem Versuch der heute Verantwortlichen, den
Opfern Entschädigungsleistungen vorzuenthalten. Die
jetzt bereitgestellten 120 Millionen Euro für die
Heimkinder im Westen und 40 Millionen im Osten seien
meilenweit entfernt von einer wirklichen
Entschädigung. Sie bedeuteten auch keine
angemessene Rehabilitierung.
Quelle: mdr 27.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der
Bundesregierung Rörig ergeht es wie
mutmaßlich allen, die sich für das
Gewalt-Thema und die davon Betroffenen einsetzen: Auf
jeder Stufe jeglicher Hierarchie gibt es
Widerstände. Man spielt auf Zeit, hat kein Geld,
Verantwortliche sind nicht auffindbar,
Zuständigkeiten nicht geregelt, Termine
müssen abgesagt werden, Berichte werden nicht
abgeliefert - das Repertoire ist genauso groß
wie der Wunsch, mit dem Thema und mit den Betroffenen
nichts mehr zu tun haben zu wollen.
Quelle: welt.de 27.3.2012 Im Bonner Aloisius-Kolleg wird die
Aufklärung fortgeführt. Beauftragt wurde nun
Prof. Bintig. Die Ako-pro-Opfergruppe
kritisierte die Wahl des neuen Aufklärers Bintig.
Die Betroffenen seien in keiner Weise einbezogen worden,
sagte die Opfergruppe dem epd. Die Betroffenen werfen
der Schule vor, sich „öffentlich ins rechte Licht
zu rücken zu wollen.“ Die „Inseln der Macht“ seien
nicht heimlich entstanden, sondern Teil eines über
Jahrzehnte gewachsenen Systems gewesen, in dem eine
Krähe der anderen kein Auge aushacke.
Quelle: Domradio Kommentar:
Offensichtlich hat sich noch immer nicht rumgesprochen,
dass ein Aufklärer auch das Vertrauen der Opfer
haben muss, nicht nur der beauftragenden Institution. 27.3.2012 Seit Montag steht in
Philadelphia Monsignore William Lynn vor Gericht. Er
soll Priester gedeckt haben, die unter Verdacht stehen,
Kinder missbraucht zu haben. Der Kirchenmann weist die
Vorwürfe zurück. Lynn war früher
Personalchef des Bistums. Er hatte Akten
durchforstet nach Hinweisen auf sexuelle Gewalt und sie
dem Bischof übergeben. Der Bischof ordnete die
Vernichtung der Akten an. Lynn soll ein Exemplar
aufgehoben haben, das 2006 wieder auftauchte. Wie weit
er auf Anweisung von zwei Vorgesetzten, darunter der
Bischof, handelte, muss geklärt werden. Beide
Vorgesetzte sind inzwischen verstorben. Quelle: Süddeutsche
und Domradio 26.3.2012 Das Bistum Trier sagt, im Fall der
Anzeigen, die im Spiegel genannt wurden, sei es gar nicht
zuständig. Offensichtlich gehören die
mutmaßlichen Täter einer Institution
päpstlichen Rechtes an. Das kann dann
erfahrungsgemäß schon mal ein paar
Jahrzehnte dauern... 26.3.2012 Im Erzbistum Berlin ermittelt die
Kirche seit Juli 2009 gegen einen suspendierten kath.
Priester. Nun hat sich ein weiteres mutmaßliches
Opfer Anfang 2010 beim Erzbistum Berlin gemeldet. Das
Opfer war 11 Jahre alt. Das kirchenrechtliche
Verfahren dauert ein wenig länger - diesmal war
ein Grund, dass der zuständige Kirchenjurist 2011
gestorben ist und ein Nachfolger leider noch nicht
gefunden wurde.
Quelle: bz
Quelle: morgenpost 26.3.2012 Topografie des Schreckens:
Missbrauchstäter und Missbrauchsopfer im Bistum
Trier - missbit 26.3.2012 Opfer und Experten werfen dem Papst
in Mexiko vor, die Aufklärung sexueller Gewalt
durch den Gründer des Ordens der Legionäre
Christi verhindert zu haben.
Quelle: n-tv.de 26.3.2012 Die Stiftsleitung Kremsmünster,
Benediktiner, schützte einen pädophilen
Mitbruder. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen
wurden 40 mutmaßliche Opfer gehört und
gegen 12 Personen ermittelt. 11 Verfahren wurden
eingestellt. Ob im Fall des 12. Angezeigten Anklage
erhoben wird, ist noch nicht entschieden. Die
Stiftsleitung war bereits 1995 über sexuelle
Übergriffe und Gewalt im Kloster-Internat
informiert. Bis 1996 durfte der geständige 12.
mutmaßliche Täter jedoch weiter als
Konviktsdirektor tätig sein, bis 1998 war er
Lehrer und Leiter des Knabenchors. Im April 2008
outete sich der Beschuldigte als pädophil. Noch
immer durfte er weiterhin unbehelligt im Kloster
bleiben. Im Frühjahr 2010 erhob ein Opfer
Anzeige. Seither ist es nicht mehr möglich, dem
Opfer vorzuwerfen, esx habe sich alles "nach 30 Jahren
schön zusammengereimt".
Quelle: standard 26.3.2012 Menschen
mit Behinderungen sind mehr als doppelt so oft
Opfer von sexueller Gewalt als Nicht-Behinderte.
Doch sie suchen und finden nur selten Hilfe.
Quelle: Der
Sonntag 25.3.2012 "Möge Christus ihre
Leben regieren und ihnen dabei helfen, Frieden,
Harmonie, Gerechtigkeit und Solidarität kühn
zu fördern", sagte der Papst in Mexiko im Blick auf
Kinder, die Gewalt erlitten haben. Quelle: Spiegel Kommentar:
Die kühne Forderung der Gewaltüberlebenden
ist das Eine, das Gehört-Werden ist das Andere.
Vatikan und Kirchenleitungen sind leider nicht
diejenigen, die wirklich hören wollen, was Opfern
angetan wurde und wie sie mit der erlittenen Gewalt
umgehen. Gemeinhin nennt man die Aufforderung zu
sprechen und die gleichzeitige Erfahrung des
Nicht-Gehört-Werdens eine Doppelbotschaft:
Sprecht - aber wir wollen euch nicht hören.
Solche Doppelbotschaften sind Gift für
Gewaltüberlebende. 25.3.2012 Hier ist ein wenig nachzulesen,
warum es zwischen den Kirchen- und Ordensleitungen
einerseits, den Opfern von körperlicher,
psychischer und sexueller Gewalt durch Priester und
Ordensmänner andererseits einen garstig breiten
Graben in der Wahrnehmung der Wirklichkeit gibt: Die
einen vertuschen nach wie vor und geben nur zu, was
nicht mehr zu leugnen ist. Die anderen werden
retraumatisiert - und belogen. Manchmal fürchte
ich, Kremsmünster ist überall. Aber damit
geschieht denen Unrecht, die sich wirklich und ehrlich
um die Opfer bemühen - die gibt es nämlich
auch.
Quelle: der
standard 25.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der
Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Ackermann,
wird von zwei Priestern des Bistums Trier vorgeworfen,
Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Die beiden
Priester hatten 2010 dem Bistum die
Missbrauchsfälle gemeldet und waren vom Bistum
angewiesen worden, still zu sein und nichts weiter zu
unternehmen. Auch das Bistum Trier unternahm nichts
weiter. Quelle: SR-online
und Spiegel
Bischof Ackermann sagt, dass die des Missbrauchs
verdächtigen Priester in keiner Beziehung zum
Bistum Trier stünden. Der frühere Bischof
von Trier, Reinhard Marx hatte die Traditionalisten
von Köllerbach 2007 in einer
Versöhnugnsfeier zurück ins Bistum geholt,
als Papst Benedikt den Traditionalisten die Türe
geöffnet habe.
Quelle: Saarbrücker
Zeitung 25.3.2012 Opfer von sexueller Gewalt in Mexiko
erheben Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. Sie
sagen, er habe als Chef der Glaubenskongregation die
Aufklärung der Gewaltvorwürfe gegen den
Gründer der Legionäre Christi Marcial Maciel
behindert. Opfer
beklagen, dass sie über Jahre nicht gehört
wurden. Quelle: ntv
Quelle: http://bernardobarranco.wordpress.com/tag/jose-barba/
Informationen zu einem Buch über Marcial Maciel
(spanisch) Website
zum Buch „Der Wille,
nicht zu wissen“ (La voluntad de no saber) Die Betreiber der website
hoffen, dass die Seiten nicht von der Regierung
abgeschaltet werden, da die Bindungen zwischen Kirche
und Regierung in Mexico sehr eng seien.
Quelle: katholisch.de Informationen
von Christian Modehn: Marcial Maciel war
ein sehr enger Freund von Papst Johannes Paul II., er
begleitete ihn z.B. auf den „Pastoral – Reisen“ nach
Mexiko und finanzierte auch etliche Aktivitäten
dort. Viele vatikanische Behörden wußten von
den Verbrechen Maciels, aber sie schwiegen, nicht
zuletzt, weil Maciel sehr viel Geld hatte. Jetzt legen einige Autoren
ein Buch vor, das in 212 Dokumenten belegt, dass die
Klagen gegen die Pädophilie des Ordensgründers
der Legionäre Christi „schon seit 1944 in
Dokumenten nachweisbar sind”. So José Barba,
einer der Autoren, und zwar „in aller Klarheit war dies
bekannt“. José Barba hat mehrfach über die
Legionäre Christi publiziert, er selbst wurde auch
von seinem „Ordensvater“ Maciel sexuell
missbraucht. Die Dokumente stammen aus den
Archiven verschiedener vatikanischer Institutionen und
umfassen die Jahre von 1944 bis heute!
Der Papst fordert die Erwachsenen in Mexiko zum Schutz
Minderjähriger auf. Nichts dürfe das Lachen
von Kindern auslöschen, sagte er. Den sexuellen
Missbruch durch katholische Priester sprach der Papst
nicht an.
Quelle: stern.de
Der Vatikansprecher Lombardi weist die Vorwürfe der
Missbrauchsopfer im Fall Marcial Maciel zurück. Weder der
heutige Papst Benedikt XVI., noch Johannes Paul II.
hätten im Jahr 1998 vom Doppelleben des
Ordensgründers gewusst, sagte Lombardi vor
Journalisten in León. Es sei ungerecht,
Benedikt XVI. als einen Papst zu bezeichnen, der
gegen Wahrheit und Transparenz sei.
Quelle; kipa "Weder der
heutige Papst Benedikt XVI. noch Johannes Paul II.
hätten 1998 vom Doppelleben des
Legionäre-Christi-Gründers Marcial Maciel
Degollado gewusst, sagte Pater Lombardi am
Samstagabend in León als Reaktion auf die
Vorwürfe. Es sei ungerecht, Benedikt XVI. als
einen Papst zu bezeichnen, der gegen Wahrheit und
Transparenz sei. Auch Kardinal Jose Francisco Robles
Ortega verteidigte das Kirchenoberhaupt: „Wenn ein
Papst jemals mit aller Energie und Realismus diesem
Problem begegnet ist, dann Benedikt XVI.“, zitiert die
Tageszeitung „El Manana“ den Erzbischof von
Guadalajara. Es sei unmöglich, ihm eine
Komplizenschaft vorzuwerfen."
Quelle: Radio
Vatikan Kommentar:
Ja, ich weiß, dass meine Stimme nicht gehört
wird. Und: Ja, ich weiß, dass die vielen Stimmen
von Missbrauchs-Überlebenden, die Opfer von kath.
Priestern wurden, nicht gehört werden. Noch nicht.
Einmal wird der Tag kommen, an dem sie gehört
werden und an dem die Wahrheit auf den Tisch kommt.
Davon bin ich überzeugt. Bis es so weit ist,
müssen wir zusammenstehen - und dankbar für
diejenigen sein, die das Leid der Opfer verstanden haben
und sich nicht mehr zum Schweigen bringen lassen. 24.3.2012 Der Papst besucht Mexiko und Kuba.
In Mexiko wird er keine Opfer sexueller Gewalt durch
kath. Priester treffen. Zur Erinnerung: In Mexiko hat
der Gründer der Legionäre Christi, Marcial
Maciel, Kinder und Jugendliche über Jahrzehnte
systematisch missbraucht.
Quelle: Stern 23.3.2012 Die irische Regierung ist mit dem
vatikan. Bericht über die irische Kirche
weitgehend zufrieden. Außenminister
Gilmore sagte, der Bericht sei "im Prinzip eine interne
Untersuchung der Kirchenbehörden über die
Kirche selbst". Die irische Regierung könne ihn
daher nicht weiter kommentieren. Bei sexuellem
Missbrauch handle es sich jedoch um ein Verbrechen;
daher sei die harte Kritik der Regierung an der Rolle
des Vatikan gerechtfertigt gewesen, so Gilmore.
Premierminister Enda Kenny äusserte sich zufrieden,
dass die katholische Kirchenleitung in Fragen des
Kinderschutzes voll kooperieren wolle. Quelle: kipa 22.3.2012 Erzbischöf Schönborn hatte
immer gesagt, Verjährung von
Missbrauchsfällen stünde für die Kirche
nicht zur Debatte. Nun hat ein 57-Jähriger,
über Jahre hinweg von einem Mönch des
Klosters Mehrerau vergewaltigt, auf Schadenersatz
geklagt. Der Rechtsvertreter des Klosters Mehrerau
beharrt auf der Verjährung. Das Opfer sagt, ihm
sei erst in den letzten 2 Jahren bewusst geworden, was
ihm geschehen sei. Ein psychiatrisches Gutachten soll
nun klären, ob es möglich ist, dass ein
Opfer sich erst so spät erinnert. Erzbischof
Schönborn ist bestürzt über die neu
hinzugekommenen Anklagen gegen das Kloster
Mehrerau.
Quelle: Vorarlberg.orf 22.3.2012 Der emeritierte Bischof Mixa
erhält einen Beraterposten beim Papst, er wird
Mitglied des Päpstlichen Rates für Seelsorge
im Krankendienst. Bischof Mixa war wegen Misshandlung
von Kindern und wegen Veruntreuung
zurückgetreten.
Quelle: die
presse Kommentar: Was wohl die
geprügelten Kinder von Schrobenhausen von
dieser Karriere des Bischofs Mixa halten? 20.3.2012
Selbst der Vatikan hat in einem Rundschreiben vom
3.5.2011 formuliert: "Die Rückkehr eines Klerikers in den
öffentlichen Seelsorgsdienst ist
auszuschließen, wenn dieser Dienst eine
Gefahr für Minderjährige darstellt oder
ein Ärgernis in der Gemeinde hervorruft
(III,i)". Im Bistum Trier (und wo noch?) gibt es
offensichtlich ein Ärgernis.
Quelle: Vatikan 20.3.2012 In
Österreich stellt der ehemalige Wiener
Stadtschulrat Scholz fest, dass er "die tiefe
Erschütterung, die die Kirche durchziehen
müsste", nicht sehe. Den für die Betroffenen
schmerzhafte Vorwurf, die österreichische
Klasnic-Kommission bezahle Opfern "Schweigegeld",
ließ Scholz nicht gelten: "Das sind Menschen, die
30, 40 Jahre lang niemanden gefunden haben, mit dem sie
reden können. Ich habe selten so viele weinende
Männer gesehen." Es gehe hier nicht um die Frage,
"wie viele sich hier ein paar Tausender erschlichen
haben", sondern vielmehr darum, wie hoch die eigentliche
Dunkelziffer an Missbrauchsbetroffenen sei. "Das Geld
ist den Opfern nicht wichtig; Therapien werden
angenommen", resümierte Scholz und fügte
hinzu, dass der Großteil der Betroffenen trotz des
Erlebten nicht zu "Kirchenfeinden" geworden sei. Brigitte Lueger-Schuster von
Wiener Institut für Klinische, Biologische und
Differentielle Psychologie leitet ein Forschungsprojekt
zu Traumatisierungen von Missbrauchsbetroffenen in
kirchlichen Einrichtungen. Von den Betroffenen, die sich
bei der "Klasnic-Kommission" gemeldet hätten, seien
etwa 500 bereit, sich z. B. durch Tiefeninterviews oder
Fragebögen an der Forschung zu beteiligen. Das "große
Fragezeichen" sei, wer die Menschen seien, die ich bei
der Kommission gemeldet hätten, so Lueger-Schuster:
"Wir wissen nicht, wie viele sich in der Folge der
psychischen Verletzung umgebracht haben, und wir wissen
nicht, wer sich nicht meldet."
Quelle: kath.web
Kommentar: Da macht jemand die richtigen
Beobachtungen und es stellt jemand die richtigen Fragen. 20.3.2012
Matthias Drobinski kommentiert den Umgang des
Bistums Trier mit Priestern, die trotz sexueller
Gewalt wieder in der Seelsorge eingesetzt
werden.
Quelle: Süddeutsche 20.3.2012
Nachrichten aus dem Umfeld der
niederländischen Jungen, die zuerst von
kath. Klerikern missbraucht wurden und dann in
kircheneigenen psychiatrischen Kliniken
kastriert wurden - um sie von der
Homosexualität zu heilen.
Quelle: welt.de 20.3.2012
Der Papst ist erschüttert über die
Missbrauchsfälle in Irland. Das schrieb er
den dortigen Bischöfen.
Quelle: krone.at
20.3.2012
Matthias
Katsch, Eckiger Tisch, plädiert
erneut für eine Kommission in staatlichem
Auftrg, die sexuelle und körperliche Gewalt
in der Kirche aufklärt: "Polizisten
bewältigen keine Polizei-Skandale und Ärzte
klären keinen Ärzte-Pfusch auf. Nur die
deutschen Bischöfe sollen ihr Versagen selbst
aufdecken und aufarbeiten." Der Missbrauchsbeauftragte
der Bundesregierung, Rörig, will
jetzt den Druck erhöhen: Er strebt einen Vertrag
mit der Bundesrepublik Deutschland an, in dem die
Kirche sich zur Prävention bekennt – und sich
endlich einem Monitoring, also unabhängiger
Begutachtung öffnet. Bislang zierte sich die
Bischofskonferenz, einen solchen Vertrag zu
schließen.
Quelle: taz Kommentar:
Die Forderung nach
einer unabhängigen Begutachtung der
Missbrauchsfälle in der kath. Kirche ist
alt - und immer noch ungehört. Zur Gefahr, die
von Missbrauchstätern ausgeht, ein paar wenige
Zahlen: "So wurden 67 Pädosexuelle wegen des
Missbrauchs an 136 Opfern verurteilt. In einer
vertraulichen Studie wurden sie nach der
tatsächlichen Zahl ihrer Opfer befragt - sie
gaben sexuelle Kontakte zu 959 Kindern zu. (Zitiert
in:Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in
Organisationen, Wien2011, S. 45) 20.3.2012
"Kann ein Priester,
der Missbrauchstäter geworden ist, glaubwürdig
in der Seelsorge auch in beschränkten Bereichen
tätig sein?" Diese berechtigte Frage stellt sich
der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der
Trierer Bischof Ackermann, im Anschluss an die
Öffentlichmachung der Tatsache, dass im Bistum
Trier 7 Priester, die Kinder und Jugendliche
missbrauchten bzw. Kinderpornos benutzten, wieder in der
Seelsorge eingesetzt wurden.
Quelle: Volksfreund 20.3.2012
Die Internetseiten des Vatikan wurden mehrfach
von AktivistInnen lahmgelegt. Hintergrund sei
die Erfahrung einer Frau, die vor 16 Jahren von
einem Geistlichen missbraucht wurde und der die
Kirche drohte, dass die Unterstützung der
Familie durch die Caritas entzogen würde,
wenn die Frau den Fall öffentlich mache.
Quelle: kipa 19.3.2012 Gegen das Kloster
Mehrerau läuft eine weitere Zivilklage eines der
vielen Opfer. Zur Erinnerung: Einer der Patres aus dem
Kloster Mehrerau hat auch im Erzbistum Freiburg Kinder
missbraucht, wurde aber deswegen nicht zur Rechenschaft
gezogen, weil er nur einen sog. Gestellungsvertrag mit
dem Erzbistum Freiburg hatte.
Quelle: kipa 19.3.2012
40 Opfer berichten von jahrelanger Gewalt im
Kloster Kremsmünster.
Quelle: orf 19.3.2012
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung,
Rörig, berichtet, dass 5 Bundesministerien
bislang nicht in der Lage waren, die vom Runden
Tisch Sexueller Missbrauch beschlossene
Clearingstelle, die niederschwellige Angebote
für Gewaltopfer machen soll,
voranzubringen. Rörig äußerte
sich zugleich besorgt darüber, dass in der
kath. Kirche Missbrauchstäter weiterhin in
der Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: taz 19.3.2012
Traumatisierung durch Krieg. Spiegel
und Informationen über das Geschäft
mit dem Krieg, an dem auch Deutschland
beteiligt ist. 19.3.2012
Tabu sexuelle Gewalt durch Frauen. Spiegel 19.3.2012
Bischof Ackermann räumt im Anschluss an den
Spiegel-Artikel Klärungsbedarf ein, was den
Einsatzort von verurteilten Priestern, die
sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
angewandt haben, angeht.
Das Bistum Trier will die Pfarrer jedoch weiterhin
als Pfarrer - mit Einschränkungen -
beschäftigen.
Quelle: Domradio
Quelle: swr
- 2 Priester im Interview, die einen Kollegen
beim Bistum Trier anzeigten, der
Kinder/Jugendliche missbrauchte 19.3.2012
Kommentar zur Weiterbeschäftigung sexuell
übergriffiger katholischer Priester im
Bistum Trier: "Aber
in Wahrheit kommt es doch darauf an, als was sie
beschäftigt werden. Wer Minderjährige
missbraucht, der muss selbstverständlich von
Minderjährigen ferngehalten werden. Das geschehe,
erklärt das Bistum. Es schweigt allerdings
darüber, was die Priester heute tun. Sie scheinen –
das hat das Bistum nicht abgestritten – weiter als
Seelsorger zu arbeiten. Gibt es im Bistum Trier keine
Akten, die bearbeitet, keine Gärten, die gepflegt,
keine Reden, die geschrieben, keine Büroarbeiten,
die getan werden müssen, keine Arbeiten ohne
Kundenkontakt?"
Quelle: Berliner
Zeitung 18.3.2012
Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der
Deutschen Bischofskonferenz und Bischof des
Bistums Trier, habe 7 Priester in der Seelsorge
eingesetzt, die wegen sexueller Gewalt
aufgefallen sind.
Quelle: Spiegel
Der Sprecher des Bistums Trier weist die
Vorwürfe zurück. Quelle: swr 17.3.2012
Die katholische Kirche
der Niederlande soll in der 50er-Jahren mehrere
Jugendliche kastrieren lassen, um deren angeblichen
homosexuellen Neigungen "zu heilen". Mindestens 10
solcher Fälle seien bekannt. Dabei habe es
sich um Minderjährige gehandelt, die zuvor in
katholischen Schulen und Internaten von
Kirchenangehörigen sexuell missbraucht worden
seien. Die chirurgischen Eingriffe seien in
kirchengeführten psychiatrischen Kliniken
vorgenommen und mit dem Ziel begründet worden, die
Kinder "von ihrer Krankheit zu befreien".
Quelle: standard.at
Quelle: uni
münster 17.3.2012
Im Bistum Trier wurde eine Gemeinde gespalten,
deren beide Pfarrer - einer davon ein Ordensmann
- sich für die Aufklärung von
sexuellem Missbrauch durch einen früheren
Priester der Gemeinde einsetzten. Betroffen war
ein Mädchen. Der Bruder des Mädchens
war mutmaßlich Opfer eines anderen
Priesters. Als mutmaßlicher weiterer
Täter war auch ein Laie der Gemeinde
involviert. Das Bistum habe den beiden Pfarrern
gesagt, das Bistum solle aus diesen
Vorgängen herausgehalten werden. Der
zuständige Dechant soll die Vorgänge
als "Gerüchte" abgetan haben und
erklärt haben, der eine Pfarrer, der Pater,
sei psychisch krank. Dieser wurde im Juli 2010
dienstentpflichtet und ist seither ohne
Anstellung. In der Gemeinde tauchte das
Gerücht auf, der Pfarrer habe sich an einem
früheren Dienstort "etwas zu Schulden
kommen lassen". Der Pfarrer wurde gemobbt und
verließ Ostern 2011 die Gemeinde, auf die
er im November 2011 verzichtete. Der Dechant,
der beschuldigt wird, die Gerüchte gestreut
zu haben und den Pfarrgemeinderat gegen die
Pfarrer mobilisiert zu haben, weist alle
Vorwürfe zurück.
Quelle: saarbrücker
zeitung
Kommentar:
Das, was hier an die Öffentlichkeit kommt,
ist etwas vom "Innenleben" in einer
Gemeinde/einem Bistum, in der Missbrauch
aufgedeckt wird. Wenn die Institution sich nicht
Hilfe von außen holt, verstrickt sie sich
so sehr, dass die Institution (hier: die
Gemeinde) auseinanderbricht. Um die Opfer geht
es in solchen Fällen gar nicht mehr. Die
Institution konzentriert sich auf sich selbst.
Gut beschrieben werden diese Vorgänge in:
Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in
Organisationen, Dom-Verlag Wien 2011 passim.
16.3.2012 Im
Bistum Trier wurde einem Ruhestandspfarrer
wegen Missbrauchsvorwürfen, die sich
auf die 1970er Jahre beziehen, untersagt,
Gottesdienste zu feiern. Das Bistum will die
Staatsanwaltschaft darüber informieren.
Ein kirchenrechtliches Verfahren sei
eingeleitet.
Quelle: Volksfreund
(nicht mehr online)
Quelle: t-online 15.3.2012
Der Bischof von Hildesheim verbot einer
Kirchengemeinde, Helmut Schüller,
ehemaliger Generalvikar in Wien und Mitinitiator
der österreichischen Pfarrer-Initiative, zu
einem Gespräch einzuladen.
Quelle: ndr 15.3.2012
Polens Bischöfe wollen Missbrauch
entschiedener als bisher bei staatlichen Stellen
anzeigen, sagten sie auf ihrer Vollversammlung,
an der auch Bischof
Juliusz Paetz teilnahm, der vom Vatikan als
Bischof von Posen abgesetzt worden war und
Einschränkungen durch die
Bischofskongregation unterworfen war (Stand
Sommer 2011). Gründe für die
Abberufung wurden nicht genannt, aber es gab
mehrere Anschuldigungen wegen sexueller Gewalt
gegen Priesteramtsanwärter.
Quelle: kipa
s.auch Berliner
Zeitung 14.3.2012
Mehr zur Situation in Mexiko, dem nächsten
Reiseziel des Papstes, unter ksta.de 14.3.2012
Im Prozess gegen den 3. Angeklagten, der in der
Parkeisenbahn in Wuhlheide, Berlin, Kinder
missbrauchte, wurde eine Bewährungsstrafe
verhängt.
Quelle:
rbb 14.3.2012
Im Bistum Trier wurde ein wegen sexueller Gewalt
verurteilter kath. Priester weiterhin als
Seelsorger eingesetzt. Er war wegen Missbrauchs
von 15 Mädchen (andere Quellen sprechen von
23 Kindern) zu einer Bewährungsstrafe
verurteilt worden.
Quelle:
Volksfreund 12.3.2012
In Nordenham soll ein
45-jähriger Mitarbeiter der
evangelisch-lutherischen Gemeinde mehrere
minderjährige Jungen missbraucht haben. Der Mann
habe die von der Kriminalpolizei erhobenen Vorwürfe
eingeräumt, teilte die evangelische Kirche in
Oldenburg mit. Es handele sich um eine kleine Anzahl von
Opfern.
Quelle:
ndr 12.3.2012
In einer niederländischen Gemeinde hat ein
Mann Minderjährige über 3 Jahrzehnte
hinweg missbraucht. Alle wussten es - auch die
orthodox-calvinistische Reformierte Gemeinde,
die den Täter ausschloss. Alle schauten
weg.
Quelle:
presse.com 12.3.2012
Der irische Primas, Erzbischof Sean Brady,
entschuldigt sich bei den Opfern von sexueller
Gewalt durch kath. Priester. Brady dankte den
Opfern für ihren Mut, ihre Erfahrungen mit
ihm zu teilen. Brady hatte Vertreter der
Opfergruppe Savia empfangen. Inhalt des
Gesprächs war die Einrichtung einer
Untersuchungskommission. Die Kommission wird von
der nordirischen Regionalregierung vorbereitet.
Ihr sollen Vertreter von Staat, Kirche und
Opfergruppen angehören.
Quelle:
kipa 12.3.2012
In NRW wurde ein Paar verurteilt. Sie zeugten
ein Kind, um es zu missbrauchen.
(Triggergefahr!) Quelle: Spiegel 10.3.2012
In Nürnberg findet einen kirchliches
Disziplinarverfahren gegen einen Diakon statt,
dem Misshandlung und Missbrauch von etwa 30
Kindern vorgeworfen wird.
Quelle: idea 2.3.2012
Erzbischof Zollitsch lobt die angelaufenen
Hilfen für ehemalige misshandelte
Heimkinder. Er regte an, auch ehemaligen
Heimkindern in Einrichtungen der
Behindertenhilfe vergleichbare Angebote zu
unterbreiten. "Wir
sind froh, dass nun ein Angebot für ehemalige
Heimkinder vorhanden ist, das ihre zentralen Anliegen
berücksichtigt: das Bedürfnis nach Aussprache,
den Wunsch nach Anerkennung, Beratung und
therapeutischer Hilfe sowie finanzielle Hilfen", sagte
Zollitsch. Er begrüßte ausdrücklich den
zu Jahresbeginn gestarteten Fonds "Heimerziehung in der
Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975",
an dem neben Bund und westdeutschen Ländern die
beiden Kirchen, ihre Wohlfahrtsverbände und Orden
beteiligt sind. Ein Zwischenbericht zeige, dass er von
den Betroffenen "überwiegend gut angenommen wird".
In den Anlauf- und Beratungsstellen hätten im
Januar insgesamt 1.136 Erstgespräche stattgefunden.
Quelle:
Domradio Kommentar:
Aus der Sicht vieler Ex-Heimkinder sehen die
angebotenen Hilfen völlig anders aus.
Einige erhalten beschämend-niedrige
Nachzahlungen in die Rentenkasse - und auch nur
dann, wenn ihre Rente zu niedrig ist. Löhne
für die geleistete Kinderarbeit werden
nicht nachgezahlt. Wenn kein anderer Geldgeber
gefunden wird
- und nur dann -,
werden manchmal Hilfen für medizinische und
psychologische Behandlungen gezahlt.
Schließlich muss jeder, der einen Antrag
stellt, dem stattgegeben wird, zuvor eine
Verzichtserklärung für alle weiteren
Ansprüche unterschreiben. Im Dezember ging
durch die Presse, dass etwa 400 Heimkinder den
sog. Entschädigungsfonds (der keine
Entschädigungen auszahlt, sondern Almosen
mit großer Geste und großen Worten
verteilt) boykottieren
werden. Im Dialog-Prozess, den Erzbischof
Zollitsch angestoßen hat, ist immer wieder
von der "hörenden Kirche" die Rede. Warum
aber wird den Heimkindern nicht zugehört?
Warum wird einem Dierk
Schäfer und einem Helmut
Jacob nicht zugehört, die sich seit
vielen Jahren für die Heimkinder einsetzen?
Wie glaubwürdig ist es, wenn die
katholische Kirche sich permanent ständig
selbst bescheinigt, wie gut sie doch mit ihren
Opfern umgeht - und viele Opfer etwas ganz
anderes als einen guten Umgang erleben?
Wie überzeugend ist es, wenn 1.136
Erstgespräche mit Ex-Heimkindern im Januar 2012
stattfanden - bei ca 30.000 Anspruchsberechtigten (das
sind 3,7% der Anspruchsberechtigten!)? (s. auch WDR
und VEH)
2.3.2012
Im Erzbistum München wird eine vor einem
Jahr eingerichtete Präventionsstelle, die
beim BDKJ angesiedelt war, gestrichen. Die
Diözesen wollen sich künftig selbst um
die Präventionsarbeit kümmern.
Quelle:
süddeutsche 2.3.2012
Hier ist nachzulesen, wie im Kloster Ettal die
Auseinandersetzung um die sexuelle und
körperliche Gewalt und die Anerkennung der
Opfer vor sich ging.
Quelle: katholisch.de 1.3.2012
In den Niederlanden können auch Menschen,
die als Volljährige Opfer von sexueller
Gewalt durch kath. Priester wurden,
Entschädigungen erhalten, wenn sie zum
Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig waren
oder sich in einem wehrlosen Zustand befunden
haben. Sie erhalten bis zu 100 000 Euro.
Quelle: Radio
Vatikan 29.2.2012
Hier ist nachzulesen, dass die
(vordergründigen!) Wünsche von
Gefängnisinsassen wichtiger sind als die
Bedürfnisse von Opfern. Bei solcher
Gefängnisseelsorge wundert es mich nicht
mehr, dass Opfer so gut wie nie auf
umkehrbereite Täter stoßen!
Quelle. Sonntag-sachsen 29.2.2012
In einem Brief an Bischof Dr. Ackermann schreibt
eine Frau zur Lebensgeschichte ihres Bruders:
"Die Hölle muss mein Bruder nicht mehr
fürchten - sie ist ihm vertraut seit
Etterzhausen und Bonbrück."
Quelle: regensburg
digital 29.2.2012
Kann das sein? Wird so im Bistum Regensburg mit
Opfern umgegangen?
Quelle: regensburg
digital
Quelle: regensburg
digital - Demütigung in Serie
Quelle: ARD-MoMa 28.2.2012
Zwei ehemalige Schüler des
Aloisius-Kollegs, Bonn, haben Klage gegen das
Kolleg eingereicht. Sie wollen die
Schließung der Schule erreichen. Einer der
Kläger wurde als Kind/Jugendlicher im AKo
missbraucht - ebenso wie seine zwei Brüder.
Einer der Brüder hat Selbstmord begangen.
Quelle: Generalanzeiger 28.2.2012 Viele
Arbeiter von Tepco sind traumatisiert - und
werden ausgegrenzt.
Quelle: Spiegel 27.2.2012
Viele Heimkinder lehnen eine
"Entschädigungszahlung" ab. Wenn sie das
Geld aus dem Fond annehmen, müssen sie
unterschreiben, dass sie auf alle weiteren
Ansprüche verzichten.Tausende früherer
Heimkinder hätten Anspruche, aber erst 350
Anträge liegen vor. Derzeit werden noch
keine Gelder ausgezahlt, weil sie auf staatliche
Unterstützungsleistungen angerechnet
würden. Wann es eine Gesetzesänderung
geben wird, ist unklar.
Manche geraten zwischen alle Stühle: Wenn
sie vielleicht wegen Überfüllung der
Kinderheime in der Psychiatrie - obwohl gesund -
untergebracht wurden, steht ihnen keine
Entschädigung aus dem Fond für
Heimkinder zu. Die katholische Kirche lehnt jede
Verantwortung ab, weil die Klinik schon damals
vom Landschaftsverband getragen wurde. Dass es
Ordensschwestern waren, die Gewalt
ausübten, beeindruckt die Kirche nicht.
Quelle:
Westfalenblatt 27.2.2012
Der Ende Januar verstorbene Kardinal Anthony
Bevilacqua wurde in einem Prozess belastet. Er
habe einen früheren
Personalverantwortlichen, Lynn, angewiesen, eine
Liste mit den Namen von 35 der Pädophilie
verdächtigen Priester zu vernichten.
Quelle:
domradio 26.2.2012
Dr. Döink spricht auf einer Veranstaltung
zum Thema sexuelle Gewalt klare Worte. Er
äußerte sich erschüttert
über die psychische Belastung der Opfer.
Schlimm sei es, wenn sich niemand um die Opfer
kümmere - das müsse sich ändern.
Quelle:
Ahlener
Zeitung 23.2.2012
Missbrauchsfälle an der Stiftsschule
Amöneburg, Bistum Fulda, sind
verjährt. Eine Kommission empfiehlt der
Schule, sich bei den betroffenen Frauen
stellvertretend zu entschuldigen. Das Bistum
Fulda macht auf Nachfrage keine Angaben zur
Anzahl der Opfer und zu den Zeiträumen der
Missbrauchshandlungen.
Quelle:
ffh 23.2.2012
In Eudenbach, einem Dorf, in dem ein
früherer kath. Pfarrer des Missbrauchs
angezeigt wurde, stellt sich die kfd hinter den
mutmaßlichen Täter: "Wir glauben
nicht, dass Pfarrer W. ein Täter war",
heißt es dazu. kfd-Mitglieder sprechen vom
"angeblichen" Opfer. Offensichtlich sind sie
auch nicht umzustimmen durch die Tatsache, dass
das Opfer sowohl im jetzt amtierenden Pfarrer
einen Menschen fand, der ihr glaubt, als auch
bei den Kirchenverantwortlichen im Bistum
Glauben fand und beim Papst, den sie im Rahmen
der Papstreise im September 2011 in Erfurt traf.
Quelle:
general-anzeiger-bonn.de/
Kommentar:
Was dem Opfer hier zugemutet wird, ist die
übliche Spaltung einer Gemeinde nach
Aufdeckung eines Missbrauchsfalles. Es ist nicht
selten, dass eine Gemeinde oder maßgebende
Christen in einer Gemeinde sich hinter den
Täter und nicht hinter das Opfer stellen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Pfarrgemeinde
lernbereit ist und kundige Hilfe vom Bistum
erhält. 22.2.2012
Die Ombudsfrau der nordirischen Polizei wirft
einigen Bischöfen Verzögerung ihrer
internen Missbrauchs-Untersuchungen vor. Die
irischen Bischöfe weisen den Vorwurf
zurück. Als
Gründe für die Verzögerung der
Untersuchungen nannte sie eine ungenügende
Ausstattung der kirchlichen Behörde sowie eine
Weigerung mancher Bischöfe, mit den Inspektoren zu
kooperieren. Daher übten auch heute noch Priester
ihren Dienst aus, gegen die ein begründeter
Verdacht auf Kindesmissbrauch bestehe.
Quelle:
kath.web 21.2.2012
Der neue irische Nutius des Papstes, Msgr.Brown,
bestätigt dem Papst, entschieden gegen
Missbrauch vorzugehen. Seit 1994 war Msgr. Brown
in der Glaubenskongregation beschäftigt.
Quelle:
zenit.org 21.2.2012
Edgardo Storni,
früher katholischer Erzbischof von Santa Fe in
Argentinien, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er
erlag in der Provinz Cordoba einer schweren Krankheit,
wie der TV-Sender "Univision" am Montag berichtete.
Storni war Ende 2009 wegen sexuellen Missbrauchs eines
Seminaristen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt
worden. Er durfte seine Strafe aber im Hausarrest in
einem kirchlichen Gebäude absitzen. Das ist in Argentinien bei
Verurteilten über 70 Jahre üblich. Storni hat
immer seine Unschuld beteuert.
Quelle: kipa 21.2.2012 Die Abtei Mehrerau,
die u.a. Ordensmitglieder im Erzbistum Freiburg (Kloster
Birnau, Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern
Nussdorf und Deisendorf) arbeiten ließ, betont,
dass die Opfer sich an die Klasnic-Kommission wenden
sollen. Ein Opfer hatte geklagt. Abt Anselm von der
Linden, Mehrerau, betont, dass er dem klagenden Opfer
sogar die Fahrtkosten erstattet habe; fügt jedoch
hinzu, dass das Kloster nach & 131 a ABGB nicht
für das Verhalten von Ordensangehörigen
haftbar gemacht werden kann und die Taten aus
juristischer Sicht inzwischen verjährt seien.
Quelle: ots.at
s.auch den Kommentar
und die
presse.com 20.2.2012 Das Bistum Trier
wartet auf eine Entscheidung Roms über den Fall des
ehemaligen Dierdorfer Pfarrers, der sich wegen sexuellen
Missbrauchs selbst angezeigt hatte und in einem
Altenstift in Rheinböllen eingesetzt war. Dort
hatte er gegen die Bistumsauflage verstoßen, keine
Kirchenveranstaltungen mit Öffenlichkeit mehr zu
leiten.
Quelle: nr-kurier.de 19.2.2012 Einladung zur
Podiumsdiskussion in Asbach/Westerwald: Übergriffe
durch Lehrpersonal an Schulen. Sind unsere Kinder
ausreichend geschützt? Oberlandesgericht
Koblenz stellt sich der Kritik, Bildungsministerium sagt
Teilnahme ab, 8. März 2012, 19 Uhr, Bürgerhaus
in 53567 Asbach/Westerwald, Hauptstr. 50 19.2.2012 Kommentar zum Symposion
"Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung. 15.2.2012 Eine Gruppe
kirchlicher MitarbeiterInnen aus dem Bistum Trier
fordert ein neues Gespräch mit Bischof Ackermann.
Die Frage der sexualisierten Gewalt in der Kirche sei
kein Problem unter anderen. "Sie ist eine zentrale
Frage, an der sich die Treue zum Evangelium und die
Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche
entscheiden", hieß es."
Quelle: Saarbrücker
Zeitung 15.2.2012 Ein
mutmaßliches Opfer sexueller Gewalt im Bistum
Regensburg berichtet, wie mit ihm im BIstum Regensburg
umgegangen wurde. Fazit: „Ich habe eben die Quittung
dafür bekommen, dass ich es gewagt habe,
öffentlich den Mund aufzumachen.“
Quelle: regensburg-digital 14.2.2012 Was am Thema sexuelle Gewalt
Interessierte schon lange wissen, wird nun durch die
Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit
Beeinträchtigungen und Behinderungen in
Deutschland" bestätigt. Aus der Studie geht hervor,
dass sechs Prozent der Frauen mit geistiger Behinderung
in Heimen und Werkstätten sexuelle Gewalt erlitten
haben. Die Sozialwissenschaftlerin Monika
Schröttle, die das Untersuchungsprojekt geleitet
hat, geht davon aus, dass „auf jeden Fall mehrere
tausend Frauen“ in deutschen Behindertenheimen und
–Einrichtungen sexuell missbraucht wurden. Täter
sind der Studie zufolge meist Bewohner, aber auch
Personal.
Quelle: swr und swr 13.2.2012
In Irland wird eine Frau, die vermutlich von drei
Männern vergewaltigt wurde, ins Gefängnis
gesteckt, weil sie die Täter durch Anschauen nicht
identifizieren konnte.
Quelle: FR 12.2.1012 Bischof
Ackermann bezeichnet Bußgottesdienste, bei denen
kirchliche Würdenträger um Vergebung bitten,
als "Gratwanderung" - nicht etwa, weil dort
spiritualisiert wird, was zusammen mit den Opfern zu
bearbeiten wäre - sondern weil die Gefahr drohe,
dabei die Täter aus dem Blick zu verlieren. Quelle: epd 10.2.2012 Der
Jesuit und Psychologe Hans Zollner - Organisator der
Tagung "Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung" -
fürchtet weitere Enthüllungen sexueller Gewalt
in der kath. Kirche.
Quelle: swr 10.2.2012 Wunibald
Müller fordert das Ende des Pflichtzölibates.
Quelle: dradio.de
10.2.2012 In Gelsenkirchen steht ein Vater vor
Gericht, der seinen 5Monate alten Säugling
missbrauchte.
Quelle: kuvi.de
9.2.2012 Häftlinge verhöhnen ihre Opfer
via facebook.
Quelle: nachrichten.yahoo
9.2.2012 Nach einem Missbrauchsskandal an einer
Schule in Los Angeles wird das gesamte Personal
ausgetauscht - von Lehrern über
Verwaltungskräfte bis zum Hausmeister und
Sicherheitsleuten. Mit dieser Entscheidung reagierte die
Schulverwaltung der US-Metropole auf Befürchtungen,
dass der Missbrauch durch mindestens einen der Lehrer
von den Kollegen gedeckt wurde. Diese Vorwürfe
werden genährt durch die Tatsache, dass die Polizei
mehr als ein Jahr brauchte, bevor sie trotz klarer
Hinweise einen 61-jährigen Lehrer festnahm. Das
Personal der Schule zählt 150 Mitarbeiter.
Quelle: de.nachrichten.yahoo
9.2.2012 Die Rede von Kardinal Marx auf dem
röm. Missbrauchskongress
Quelle: Erzbistum
München 9.2.2012 Stephen Rosetti,
Fachmann für sexuelle Gewalt im kirchlichen
Kontext, sagt: "Ich glaube, wenn Bischöfe direkt
mit Opfern ins Gespräch kommen und deren Geschichte
hören, dann lässt sich etwas in Bewegung
setzen. Bischöfe sind mitfühlende Leute – sie
brauchen den direkten Kontakt zu Opfern, sie müssen
ihre Geschichten anhören.“
Quelle: Radio
Vatikan
9.2.2012 Matthias Katsch, Sprecher der
Opfergruppe "Eckiger Tisch" fordert den Vatikan auf, die
"Kultur des Schweigens" zu durchbrechen und auch die
Beteiligung der Bischöfe, der Orden und des Vatikan
an diesem Schweigen zu beenden. Das könnte Charles
Scicluna, der die Forderung aufstellte, leicht
bewerkstelligen: Er ist der vatikanische
Chefankläger für Missbrauchsfälle, er
müsste nur die Archive zugänglich machen.
Quelle: Deutschlandradio
9.2.2012 „Es gibt aus meiner Sicht sehr wenig
spirituelle Hilfe für die Überlebenden. Ich
habe das mit Angehörigen der katholischen
Hierarchie in Irland diskutiert, und mir scheint, sie
betrachten die Opfer als außerhalb der Kirche
stehend, als verletzt und zornig und nichts mehr mit der
Kirche zu tun haben wollend. Nun, die meisten
Missbrauchsopfer kamen aus katholischen Familien,
deshalb hatten ja die Priester Zugang zu ihnen. Zu
denken, dass die Überlebenden kein Interesse mehr
daran haben, den katholischen Glauben
zurückzugewinnen, ist - meine ich - falsch.“ Das
sagt Frau Collins vor dem Kongress "Auf dem Weg zur
Heilung und Erneuerung". Ich kann ihre Wahrnehmung nur
bestätigen.
Quelle: Radio
Vatikan
8.2.2012 Experten schätzen, dass die
katholische Kirche inzwischen 1,5 Milliarden Euro
für "Entschädigungszahlungen" für
Missbrauchsopfer von katholischen Priestern ausgegeben
hat.
Quelle: Spiegel
8.2.2012 Über die Widerstände im
italienischen Klerus gegen die Aufklärung von
Missbrauchsfällen und die Anzeige bei staatlichen
Behörden berichtet die Zeit.
8.2.2012 Statt die ganz irdischen Wege zu den
Opfern von jedweder Gewalt zu gehen, flieht der
römische Kongress "Heilung und Erneuerung" in die
Spiritualisierung der Schuld: Vertreter von Gruppen, die
als Lehrer, Bischöfe, Ordensmänner, Eltern in
Missbrauch verstrickt sind, baten um Vergebung für
ihre Taten. Der Adressat der Vergebungsbitte war Gott;
es waren nicht die Opfer.
Zugleich
äußerten Opfer die Bitte um Gottes Hilfe,
damit sie vergeben können.
Quelle: domradio
Kommentar: Ich kann mich des Eindrucks nicht
erwehren, dass diese "Versöhnungsgeste im
Gottesdienst" schräg und unangemessen ist. Bevor
von Versöhnung gesprochen werden kann und darf,
müssen die Taten aufgedeckt werden. Sie dürfen
nicht vertuscht werden. Sie müssen bereut werden.
Wiedergutmachung hat zu geschehen. Mt 5,24 formuliert
völlig klar: "Darum: wenn du deine Gabe auf dem
Altar opferst und dort erinnerst du dich, dass dein
Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar
deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit
deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe." Die
Bibel umgeht die Opfer nicht und widersteht der
Versuchung, Schuld zu spiritualisieren.
Dass Opfer die Bitte an Gott richten, vergeben zu
können, setzt Opfer, die nicht vergeben, einem
massiven moralischen Druck aus. Da die Schwere der
Verletzungen durch sexuelle Gewalt von den
Kirchenleitungen offensichtlich noch immer nicht
wirklich verstanden worden ist, ist ihnen der Gedanke,
dass Opfer auch bei gutem Willen außerstande sein
können zu vergeben, nicht einsichtig zu machen.
8.2.2012 In Wien und in Tirol wurden bis in die
70er Jahre hinein Heimkinder wegen "sexueller
Übererregung" mit tiermedizinischen Medikamenten
behandelt. Sie wurden Röntgenbestrahlungen
ausgesetzt und Malaria-Medikamente wurden an ihnen
getestet.
Quelle: ORF
8.2.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der
Bundesregierung Rörig forderte die kath. Kirche
auf, die Strukturen zu untersuchen, die den Missbrauch
ermöglichten.
Quelle: stern
8.2.2012 Prof. Fegert sagt im Interview: "Als ich
vor etwa zehn Jahren schon einmal bei einer Konferenz im
Vatikan war, stand die Auseinandersetzung mit den
Tätern ganz stark im Vordergrund: Wie kann man sie
diagnostizieren und ausschließen, wie kann man den
Schaden dadurch verhindern, dass man die Täter im
Griff behält. In den letzten zwei Tagen war
für mich die ganz klare Botschaft: Der erste
Schritt ist es, den Opfern Gehör zu geben und die
Schwächsten zu schützen."
Quelle: Radio
Vatikan
8.2.2012 Damit eine Heilung möglich ist,
müsse die Kirche den Opfern zuhören und
glauben, forderte die Irin Collins vor dem Kongress
"Heilung und Erneuerung" in Rom. In katholischen
Einrichtungen missbrauchte Kinder seien
größtenteils kirchlich sozialisiert und
bräuchten Gesprächsangebote und spirituelle
Hilfestellungen von der Kirche.
Quelle: kath.web
Kommentar: Endlich sagt
mal jemand anderes, was ich auch sage:-).
7.2.2012 Das Urteil gegen den kath. Priester aus
Salzgitter ist rechtskräftig, wie Dom-Radio
meldet.
7.2.2012 Die Irin Collins forderte beim Kongress
"Heilung und Erneuerung" die Kirchenleitung auf,
Verantwortung für die Skandale der vergangenen
Jahre zu übernehmen. „Eine Entschuldigung für
den Missbrauch der Priester ist nicht genug“, sagte die
64-Jährige. „Es muss Eingeständnis und
Rechenschaft geben für die Verletzungen und
Zerstörungen, die dem Leben der Opfer und ihren
Familien zugefügt wurden durch die oft gezielte
Vertuschung und falsche Handhabung der Fälle durch
die Vorgesetzten.“
Quelle: ORF
7.2.2012 Der Psychiater Jörg Fegert benennt
im Interview mit Radio
Vatikan ein paar Aufgaben: „Zuerst hat man, als in
Amerika Fälle bekannt wurden, gesagt: Das ist ein
amerikanisches Problem. Dann war`s plötzlich ein
englischsprachiges Problem, weil die Fälle in
Irland dazukamen. Dann kamen wir in Deutschland mit
dazu, und daraufhin hieß es: Das ist ein Problem
der westlichen Welt. Allerdings wurde Kindesmissbrauch
dann auch in Afrika mehr thematisiert – und wir wissen
aus allen Statistiken: Die Häufigkeiten von
sexuellem Missbrauch sind auf der ganzen Welt
vergleichbar. Es gibt kein System, das ausgenommen ist,
und auch keine Bevölkerungsschicht, denn das kommt
nicht nur bei Armen vor, sondern überall. Wichtig
ist aber auch: Missbrauch durch Geistliche ist ein
schlimmes Problem, und die Kirche muss damit umgehen!
Gleichzeitig muss aber die Kirche die Geistlichen,
Menschen im kirchlichen Ehrenamt, Diakone usw. auch dazu
ausbilden, dass man für Kindern, die in anderen
Bereichen missbraucht werden, eine schützende
Situation herstellen kann.“
7.2.2012 Der Spiegel
kritisiert, dass der Kongress "Heilung und Erneuerung"
den Pflichtzölibat nicht in die Überlegungen
über die Ursachen der sexuellen Gewalt durch kath.
Priester einbezieht.
Kommentar: Dass der
Kongress von "Heilung" spricht, könnte daran
liegen, dass sich noch nicht rumgesprochen hat, dass
Heilung nur selten möglich ist. Linderung ist oft
erreichbar. Die meisten Opfern lernen, mit den
anhaltenden Gewaltfolgen zu leben. Von "Heilung"
können viele nur träumen...
7.2.2012 Der Vatikan spricht von einem
dramatischen Anstieg der gemeldeten
Missbrauchsfälle. 4000 Fälle von Missbrauch
gab es in den letzten 10 Jahren. Dass die Irin Marie
Collins als einziges Missbrauchsopfer an dem Kongress
"Heilung und Erneuerung" teilnimmt, wird von
Opfer-Verbänden kritisiert. Roberto Marabile, "La
Caramella Buona", eine italienische Opfervereinigung,
war nach seiner Akkreditierung wieder ausgeladen worden.
Quelle: baz
online
Kommentar: Die Zahl von 4000 Priester-Tätern
erstaunt, wenn es alleine in Deutschland ca 1000
Priester-Täter gibt. Wenn Bischof Ackermann
im Domradio-Interview
sagt "Genau deshalb ist das Entscheidende, auf die Opfer
zu hören, zu sensibilisieren und wachsam zu sein.
Diese Maßnahmen haben weltweit Vorrang", dann ist
zu fragen, warum der Kongress nur einem Opfer
zuhört.
7.2.2012 „Und auch die belastende, längst
nicht abgeschlossene Auseinandersetzung mit den Vergehen
sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute und
andere Mitarbeiter der Kirche trägt - so
schmerzlich sie ist - zur reinigenden Erneuerung des
kirchlichen Auftrags bei. In diesem Sinne haben wir
diese schmerzliche Aufgabe bereitwillig anzunehmen.“ Das
sagt der Missbrauchsbeauftragte der DBK. Dass er
verharmlosend von Vergehen spricht und die Verbrechen
einfach unterschlägt, ist bezeichnend.
Quelle: Domradio
6.2.2012 Ein Interview mit Pater Hans Zollner,
dem Vizerektor der Jesuiten-Uni Gregoriana in Rom, die
einen Kongress über sexuellen Missbrauch in der
kath. Kirche ausrichtet. Zollner erklärt: "Wir
haben die Opfer missachtet." Und: "Die Kirche ist bis in
die obersten Ebenen hinein bereit, sich mit dem Thema
auseinanderzusetzen." Und: "...Wie kann man besser
und vor allem rechtzeitig auf die Opfer hören? Was
kann man ihnen an Hilfe und Unterstützung anbieten?
Für manche, die Furchtbares erlebt haben, muss das
wie ein Hohn klingen. Es geht uns aber auch um den
bereits geschehenen Missbrauch: Der muss aufgeklärt
werden, bis auf den Grund."
Quelle: FR
5.2.2012 In einer
Köllerbacher Kirche im Bistum Trier haben zwei
Priester in der Sonntagspredigt richtig gestellt, dass in
ihrer Gemeinde tatsächlich 3 Männer - ein Laie
und zwei Priester - Jugendliche missbraucht haben. Die Klarstellung erfolgte nach
einem Artikel in der Saarbrücker
Zeitung. Die
Taten wurden von einem Priester ordnungsgemäß
dem Bistum Trier mitgeteilt. Das Bistum erstattete keine
Anzeige bei der Polizei. Pfarrer Ittermann, der das Bistum
informiert hatte, spricht davon, dass er aufgrund seiner
Meldung die "psychologische Form der
Mitarbeiterunterdrückung" des Bistums Trier zu
spüren bekommen habe. Er nennt die Vorgänge eine
"Hetz- und Rufmordkampagne". Der Pressesprecher des
Bistums wies die Aussagen zurück.
Quelle: missBiT 4.2.2012 Bei dem Kongress zu
sexueller Gewalt durch katholische Priester in Rom werden
am Dienstagabend in einem Gottesdienst je sieben
Missbrauchsopfer und -täter teilnehmen. Die
Täter sollen dabei für ihre Taten um Vergebung
bitten. (Von Vertuschern ist in keiner Pressemeldung die
Rede.)
Quelle: kath.press.at 3.2.2012 Im Vatikan findet ein
Kongress zu sexuellem Missbrauch durch katholische
Priester statt. Charles Scicluna, der in der
Glaubenskongregation für kanonische Prozesse
zuständig ist, sagte: "Es ist bedeutsam, dass der erste
Beitrag von jemandem kommt, der selbst von dieser
traurigen Wirklichkeit betroffen ist, von einem Opfer.
Gleichzeitig ist es aber auch pastoral wichtig, an alle
zu denken, die mit dieser Realität zu tun haben,
also auch an die Kleriker, die anderen dieses Leid
zugefügt haben.“ Quelle: Radio
Vatikan und kipa-apic.ch
Kommentar: Solange
Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden,
wissen Opfer aus Erfahrung, dass die Perspektive der
Täter den Vorrang hat - und Opfer auf der Strecke
bleiben. Aber das ist ja nichts Neues. Neu wäre
gewesen, wenn die Tagung die Option für die, die
unter die Räuber gefallen sind, treffen würde.
Nicht einmal der barmherzige Samariter, der dem half, der
unter die Räuber gefallen war, beachtet die
Räuber. Und der Autor des Gleichnisses - Jesus -
fragt nicht danach, warum die Räuber den Armen
überfallen haben; welche Kindheit die Räuber
hatten, dass sie gar nichts anderes als Rauben und
Verletzen tun konnten; Jesus fragt auch nicht, wie es den
Räubern denn nun nach ihrer Tat ergeht, wie sie in
die Gemeinschaft integriert werden könnten usw. ....
Jesus richtet den Blick konsequent auf den
Überfallenen und auf den, der ihm hilft. Die
Verantwortlichen in der katholischen Kirche
haben noch viel zu lernen, wenn sie glaubwürdig
werden wollen. So geht das jedenfalls nicht.
Erika Kerstner 2.2.2012 Mehr als 550
Personen haben wegen sexuellen Missbrauchs
Entschädigungsforderungen gegen das insolvente
katholische Erzbistum Milwaukee eingereicht. Es handle
sich um die höchste Zahl von Forderungen unter
den bislang acht zahlungsunfähigen
US-Bistümern, berichtet die Regionalzeitung
"Journal Sentinel" (Donnerstag).
Quelle: kipa-apic.ch 2.2.2012 Ein evangelischer
Bischof beschuldigt 4 katholische Priester - unter ihnen
den heutigen Bischof von Valparaiso -, ihn als Kind in
einem katholischen Internat missbraucht zu haben. Er habe
sein Schweigen gebrochen, um nicht zum Komplizen der
Täter zu werden.
Quelle: kath.web 2.2.2012 In einer Gemeinde im
Bistum Trier brodelt es. Ob die dortigen Konflikte in
Zusammenhang mit der Aufdeckung von Missbrauchsfällen
durch zwei Pfarrer stehen, ist für
Außenstehende nicht erkennbar. Allerdings weiß
ich von Priestern, die Missbrauchsfälle bei ihren
Vorgesetzten anzeigten und kein Gehör fanden.
Quelle: saarbrücker
zeitung 2.2.2012 Der ehemalige
Salzburger Domprediger Hofer wurde von der
Glaubenskongregation des Vatikan vom Vorwurf sexuellen
Missbrauchs entlastet. Eine Frau hatte ihm vorgeworfen,
sie vor ihrer Volljährigkeit vergewaltigt zu haben.
Hofer hatte eine sexuelle Beziehung zugegeben, jedoch
jeden Gewalt-Vorwurf zurückgewiesen. Die
Glaubenskongregation kam ohne Anhörung der Frau und
ohne Gutachten über die Frau zu ihrem den Domprediger
entlastenden Ergebnis.
Quelle: orf 2.2.2012 Der vatikanische
Ökumeneminister Kardinal Koch wünscht sich, dass
die Katholiken mehr leiden. Er selbst leide an der
Kirchenspaltung und am meisten leide er daran, "dass heute
so viele Christen an dieser zutiefst anomalen Situation
nicht mehr so leiden, wie es sich geziemen würde".
Quelle: kath.web Kommentar:
Da gäbe es ein probates Mittel, das Leiden des
Kardinals in Freude und Hoffnung zu verwandeln. Rom
müsste lediglich das Ende der Kirchenspaltung
verkünden und es der Verantwortung der ChristInnen
vor Ort überlassen, die Vielfalt christlicher
Glaubensformen zu respektieren. Eine Frage der Theologie
ist es schon lange nicht mehr - es ist eine Frage der
Macht. 1.2.2012 Das Collegium
Josephinum, Bonner Eliteschule, kommt nicht aus den
Schlagzeilen. Nun haben Eltern Anzeige wegen Missbrauch
erstattet. Im Sommer 2010 war die Rede von drei
Fällen in den 50er und 60er Jahren. Vor wenigen
Wochen mussten die Angaben korrigiert werden. Nun war von
28 ehemaligen Internatsschülern die Rede, die Opfer
sexueller Gewalt wurden - zuletzt 1968. Jetzt ist von 2
Patres die Rede, die in den letzten 3 Jahren Schülern
Zäpfchen verabreicht haben. Bekannt wurde dies, weil
ein Aushilfslehrer das Vertrauen der Schüler bekam.
Quelle: Spiegel 1.2.2012 William Lynn,
Personalverantwortlicher der Erzdiözese Philadalphia,
steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, 27
mutmaßlich pädophile Priester über Jahre
hinweg gedeckt zu haben. Der emeritierte Erzbischof,
Kardinal Anthony Bevilacqua, sollte im März 2012 vor
Gericht aussagen. Er starb Anfang dieser Woche.
Quelle: ORF 1.2.2012 Das Bistum Trier
räumt wieder einen Fehler ein - diesmal im Fall eines
Priesters, der ein Zelebrationsverbot hatte, jedoch kein
Verbot, mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen.
An das Zelebrationsverbot hielt er sich nicht.
Quelle: missbit
Kommentar: Solange
die Kirche meint, die Missbrauchsfälle selbst
aufklären zu können, solange wird es die
Nachrichten geben, dass Fehler gemacht wurden, Täter
weiterhin in der Seelsorge eingesetzt wurden, Verbote
nicht kontrolliert werden usw. 1.2.2012 Röhrig, der
Beauftragte der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch,
hat mit Opfergruppen gesprochen. Mathias Bubel, Eckiger
Tisch, sagt: "Niemand hätte sich vorstellen
können, dass die Täterorganisationen die
öffentliche Debatte an sich reißen werden." Was an den Berichten der
Betroffenen auffällt, ist, dass sich die einzelnen
Institutionen, an denen die sexuelle Gewalt stattfand,
wieder einigeln - trotz der öffentlichen
Aufmerksamkeit. Der Ahrensburger Kohn berichtet, dass die
Betroffenen der schleswig-holsteinischen Stadt von der
evangelischen Kirche nur als Zeugen in
Disziplinarverfahren benutzt werden - "und dann
dürfen wir wieder gehen. Mir fehlt das
Verantwortungsbewusstsein der Kirche für die Seelen
vor Ort." Bubel, der gequälte Schüler aus dem
Canisius-Kolleg, fordert eine unabhängige
Untersuchungskommission für die katholische Kirche.
Quelle: taz 1.2.2012 Skydaddy
kommentiert den Einsatz des Priesters, der unter
Missbrauchsverdacht steht und in einem Heim für
geistig und psychisch Kranke eingesetzt war. Nicht umsonst
stellt sogar der Vatikan widerstandsunfähige Personen
als Menschen, "deren Vernunftgebrauch habituell
eingeschränkt ist, Minderjährigen gleich. 31.1.2012 Eine Gemeinde im Bistum Trier war
nicht informiert, dass ein Priester, dem sexuelle
Gewalt vorgeworfen wird, ein Zelebrationsverbot hatte
- und warum.
Quelle: Volksfreund 31.1.2012 In Würzburg
beginnt der Prozess gegen einen katholischen
Ordenspriester, der angeklagt ist, den Sohn seiner
Haushälterin missbraucht zu haben.
Quelle: Mainpost 31.1.2012 Der katholischen
Kirche in Österreich droht eine Klagewelle.
Quelle: Kurier.at 31.1.2012 Pressebericht der
Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in den BNN Quelle 30.1.2012 Kardinal Koch ist
der Ansicht, dass die Wiederzulassung der alten
lateinischen Messe „nur ein erster Schritt“ sei.
Die Zeit für weitere Schritte sei jedoch „derzeit
wohl nicht reif“. Gerade in Deutschland seien
liturgische Fragen ideologisch behaftet. Rom könne
erst weiter tätig werden, wenn es unter den
Katholiken die Bereitschaft gebe, über neue
Liturgieformen „im Dienst der Kirche“ nachzudenken.
Nicht alles, was heute liturgische Praxis sei, lasse
sich durch Konzilstexte begründen. So sei
beispielsweise nirgends die Rede davon, dass der
Priester die Eucharistie den Gottesdienstteilnehmern
zugewandt leite, so der Kurienkardinal. Eine
Weiterentwicklung von Gottesdienstformen sei für
eine innere Erneuerung der Kirche nötig: „Wenn
nämlich die Krise des kirchlichen Lebens heute in
erster Linie eine Krise der Liturgie ist, dann muss auch
eine Erneuerung der Kirche heute mit der Erneuerung der
Liturgie ansetzen.“
Quelle:
Radio
Vatikan 30.1.2012 Der
Missbrauchsbeauftragte der Deutschen
Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hat einen
Priester, gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren
wegen des Verdachts auf sexualisierte Gewalt
läuft, in einem besonders sensiblen
Arbeitsbereich - bei behinderten Menschen -
eingesetzt und das ausgesprochene Zelebrationsverbot
nicht kontrolliert. Die Gemeinde war über den
Sachverhalt nicht informiert.
Quelle: skydaddy
und Rheinzeitung
und Rheinzeitung 30.1.2012 Der
US-Bischof Robert Finn, Kansas-City, muss ich wegen
einer unterlassenen Anzeige eines Priesters, vor
Gericht verantworten. Der Geistliche war im ai
2011 wegen des Besitzes von Kinderpornografie
festgenommen worden. Finn plädiert auf nicht
schuldig. Quelle: orf 30.1.2012 An
der Klasnic-Kommission in Österreich wird
heftige Kritik geübt.
Quelle: orf 29.1.2012 Opfer
katholischer Priester fühlen sich von Politik
und Gesellschaft mit ihrer Täterinstitution
alleine gelassen. Sie fordern eine unabhängige
Stelle, an die Opfer sich wenden können und sie
fordern, dass die sog. Entschädigungssummen
überdacht und geändert werden
müssten. Quelle: generalanzeiger 29.1.2012 Alle
Missbrauchsfälle in der Kirche Luxemburgs sind
verjährt.
Quelle: wort.lu 29.1.2012 Ein
von Missbrauch durch Priester Betroffener berichtet
von seiner Enttäuschung über die Kirche
und davon, wie schwer es ist, mit den Gewaltfolgen
zu leben.
Quelle: Süddeutsche 29.1.2012 Inverview mit Pater
Mertes. Zu Recht merkt er an: "Es ist schwierig, sich als
Vertreter der Kirche hier selbstzufrieden zu
äußern." Er fordert auf, genau hinzuhören,
auf das, was die Opfer über die Kirche sagen und sich
weiter mit dem systemischen Kontext der
Missbrauchserfahrungen zu beschäftigen. Er fragt:
"Was müssen wir bei uns ändern, um besser
zuhören zu können, wenn Opfer sprechen. Denn die
eigentlich entscheidende, bis heute quälende Frage
ist doch: Was ist eigentlich geschehen, dass wir die
Missbrauchstaten und das Leid der Opfer nicht gesehen und
nicht begriffen haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie
wenig diese Frage bis heute öffentlich angegangen
ist."
Quelle: Domradio
28.1.2012 Überreichung des
Bundesverdienstkreuzes für die Gewaltarbeit -
Stutensee am 28.1.2012. Bericht 28.1.2012 Der
Polizeipsychologe Adolf Gallwitz ist der Ansicht,
dass sexueller Missbrauch "entkirchlicht" werden
müsse. Man müsse sehen, dass sexueller
Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem sei.
Die meisten Übergriffe gechähen im
familiären Umfeld. Quelle: Radio
Vatikan Den nötigen
Kommentar hat "schafsbrief"
schon geschrieben: Global denken, lokal nicht handeln. 28.1.2012 Ein katholischer Priester, dem
das Bistum Trier wegen sexuellen Missbrauchs von
Messdienern untersagt hatte, öffentlich die heilige
Messe zu feiern, hat seit November jeden Mittwoch in der
Marienkapelle des Puricelli-Stiftes in Rheinböllen
die Messe gelesen.
Quelle: Rheinzeitung
und MissBiT 28.1.2012 Ein Missbrauchsopfer
berichtet von seiner Unzufriedenheit über die
Entschädigung
Quelle:welt.de28.1.2012 Der Leiter des Kriminologischen
Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer,
geht aufgrund neuester Forschungsergebnisse davon aus,
dass der sexuelle Missbrauch durch katholische Pfarrer in
Deutschland rückläufig ist. Quelle: nwz
online Kommentar:
Dieses Untersuchungsergebnis entsteht, wenn man Gruppen
von Menschen aus der Befragung ausklammert, die von
sexueller Gewalt berichten könnten. Katholiken
und Katholikinnen sind unterrepräsentiert, psychisch
Kranke und traumatisierte Menschen wurden erst gar nicht
gefragt - da wäre das Risiko hoch gewesen, dass von
sexueller Gewalt berichtet wurde. Auch die heute 40-60
Jährigen, die vor 20 Jahren noch als
20-40Jährige befragt wurden, waren diesmal
ausgeklammert. Da viele Opfer sich erst in und jenseits
der Lebensmitte erinnern können, wäre das
Risiko, dass diese Menschen von Gewalt berichten, zu hoch
gewesen und hätte die gute Nachricht "es gibt weniger
Opfer" gefährdet. 28.1.2012 "Gegen einen Lehrer der
Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard liegt
bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz eine Strafanzeige
wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer
ehemaligen Schülerin vor. Das Bistum Trier, als
Arbeitgeber des beschuldigten Lehrers, hat den
Beschuldigten bis zum Abschluss der Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft von seinen Dienstpflichten
freigestellt." Quelle: bistum-trier.de 27.1.2012 Die
katholische Kirche erklärt, warum ihre
Hinwendung zu den Opfern vorbildlich für andere
ist.
Quelle: domradio.de 27.1.2012 Wir
sind Kirche zieht eine Bilanz im Blick auf die
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.
Quelle: http://wir-sind-kirche.de/index.php?id=128&id_entry=3805
EIne Bilanz von WsK im Blick auf die
Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. 27.1.2012 Ein
Opfer klagt gegen das Kloster Mehrerau in Österreich.
Mehrerau ist die Abtei, die einen Ordensmann in Birnau
arbeiten ließ, der - eingetandenermaßen -
Jungen missbrauchte und nie zur Rechenschaft gezogen
wurde.
Quelle: orf.at 26.1.2012 Der
Pfarrer aus Salzgitter wurde zu 6 Jahren
Gefängnis verurteilt. Er hat drei Jungen
missbraucht, .
Quelle: Spiegel
und Domradio 25.1.2012 Der Eckige Tisch, an
dem sich Missbrauchsopfer von Jesuiten versammeln, fordert
die zeitnahe Einrichtung einer Unabhängigen
Untersuchungs- und Anlaufstelle für die Betroffenen
sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche (UAMKK).
Quelle: Eckiger
Tisch
Kommentar: Eigentlich müssten die
Verantwortlichen in den Kirchen inzwischen wissen, dass
zur "Aufarbeitung" der Missbrauchsfälle externe
Fachleute nötig sind, die auch Entscheidungsbefugnis
haben und dass niemand, der als Personalchef oder
ehemaliger Personalchef, als Ausbilder in den
Priesterseminaren, als Fortbilder für Priester, als
Weisungsabhängiger usw., an der Aufklärung und
"Bearbeitung" der Missbrauchsopfer beteiligt werden darf.
Keine Familie und keine Institution ist in der Lage, ohne
externe Hilfe Missbrauchsfälle aufzuklären und
den Opfern halbwegs angemessene Wiedergutmachung zu
leisten. Vermutlich braucht es noch viele Skandale, bis
dieses Wissen sich durchsetzt. Ich empfehle die
Lektüre des Buches "Sexueller Missbrauch in
Organisationen, Eglau, Lehner, Scharf. Dom-Verlag Wien,
2011. 25.1.2012 Im
Bistum Münster wurde ein Verfahren der
Staatsanwaltschaft gegen einen kath. Priester
eingestellt, weil in einem jüngeren Fall
Aussage gegen Aussage steht und ältere Anklagen
strafrechtlich verjährt sind. Die Kirche
ermittelt jedoch weiterhin, weil kirchliche
Verjährungsfristen andere als staatliche sind.
Der Beschuldigte beteuert seine Unschuld. Er erhielt
als Auflage, in der Öffentlichkeit nicht mit
seelsorglichem Handeln aufzutreten. An diese
Auflagen hat er sich nicht gehalten.
Quelle: Münstersche
Zeitung 24.1.2012 Die
belgische Justiz hat am Montag ca 30
Ordensgemeinschaften durchsucht. Die Ermittlungen
stehen im Zusammenhang mit
Vertuschugnsvorwürfen bei Kindesmissbrauch. Sie
seien ergebnislos verlaufen. Quelle: ORF 24.1.2012 Die
Koblenzer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen
gegen den von einem sexuellen Missbrauch einer
14-Jährigen freigesprochenen Lehrer erneut
aufgenommen. Zu den Gründen liegt keine
Auskunft vor.
Quelle: Rheinzeitung 24.1.2012 In
Rheinböllen, Bistum Trier, wird ein Priester,
dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, in
öffentlichen Gottesdiensten eingesetzt, ohne
dass die Gemeinde informiert wurde. Das
strafrechtliche Verfahren wurde wegen
Verjährung eingestellt. Das Ergebnis eines
kirchlichen Verfahrens ist unbekannt.
Quelle: missbit 23.1.2012 Pater
Mertes möchte das Missbrauchsthema in der
Kirche noch nicht ad acta legen. Eine zentrale Aufgabe
müsse sein, genau hinzuhören, was Opfer
über Kirche zu sagen haben. „Denn die eigentlich
entscheidende, bis heute quälende Frage ist doch: Was
ist eigentlich geschehen, dass wir die Missbrauchstaten
und das Leid der Opfer nicht gesehen und nicht begriffen
haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig diese
Frage bis heute öffentlich angegangen ist“, sagte der
Jesuit." Quelle: Radio
Vatikan und nachrichten-t-online 23.1.2012 Der
Berliner Verein Tauwetter - einer von 5 in
Deutschland -, der sich um männliche
Missbrauchsopfer kümmert, steht vor dem
finanziellen Aus. Die Aufdeckung vieler Fälle,
in denen Jungen zum Opfer wurden, hat dem Verein
zwar Zulauf, aber keine Gelder beschert.
Quelle: taz 22.1.2012
Helmut Schüller, östereichische
Pfarrer-Initiative, will 2012 ein weltweites
Netzwerk gründen.
Quelle: orf 21.1.2012 Buchhinweis: "Sexueller
Missbrauch in Organisationen. Erkennen - Verstehen -
Handeln" - Uwe Eglau, Elisabeth Leitner, Johannes Leitner
und Michael Scharf, Wiener Domverlag ,13,90 Euro. Die
AutorInnen haben Erfahrungen mit dem Umgang mit Missbrauch
in christlichen Organisationen, die einer spezifischen
Gefährdung ausgeliefert sind.
Quelle: katholisch.at 20.1.2012 Im Prozess gegen den kath.
Priester aus Salzgitter sagte die Staatsanwältin:
"Angekommen ist bei mir nichts von ehrlicher Reue."
Während der Verhandlung habe der Pfarrer seine
Übergriffe stets zu beschönigen und zu
bagatellisieren versucht. Der Verteidiger betonte, der
Priester habe sich durch seine Taten selbst zum Opfer
gemacht. Der Angeklagte sei "noch nicht einmal eine halbe
Stunde" in der Untersuchungshaft gewesen, da sei er
bereits von Mithäftlingen verprügelt worden.
"Hier sitzt kein Monster, sondern ein Mensch", sagte der
Verteidiger Andreas Zott. Sein Mandant habe die Taten
gestanden und darauf komme es an.
Quelle: freie
presse
Quelle: Spiegel 19.1.2012
Sexueller Missbrauch kommt in Sportvereinen nicht
vor - sagen Sportvereine, wenn sie darauf
angesprochen werden. Kommentar: Hier wäre zur
Abwechslung mal von der kath. Kirche zu lernen. Die
Kirchenleitungen sagten - wider besseres Wissen
vieler Verantwortlichen - auch lange, Missbrauch
käme bei ihnen nicht vor.
Quelle: Der
Westen 19.1.2012 Die Zahl traumatisierter
Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent
gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in
Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine
Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit
sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen
(PTBS) aus dem Ausland zurückkehren, hat seit 2004 um
das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte
Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729. Quelle: zeit.de18.1.2012 Heute
wurden die Ordinariate in Tournai und Namur,
Belgien, durch Ermittler durchsucht. Die
Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit
Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch. Quelle: katholisch.de
18.1.2012 Zwei
britische Soldaten sollen 2 Kinder in Afghanistan
missbraucht haben.
Quelle: Spiegel 18.1.2012 Seit
Juni 2011 haben sich bei der Ombudsstelle der kath.
Kirche in Salzburg 24 weitere Opfer sexueller Gewalt
oder anderer Gewalt gemeldet. In 11 Fällen geht
es um sexuellen Missbrauch. Die meisten Taten sind
verjährt. Die Ombudsstelle rechnet damit, dass
der "kontinuierliche Strom" an Meldungen nicht
abbrechen wird. Quelle: orf 17.1.2012 In
Belgien hat die Justiz bei den Diözesen
Brügge und Gent Durchsuchungen vorgenommen.
Belgische Medien berichteten, es würde wegen
Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch
ermittelt. In den Diözesen Antwerpen, Hasselt
und Mechelen gab es bereits Durchsuchungen. Der
Untersuchungsrichter Wim de Troy hat sie angeordnet.
Bereits im Juni 2010 hat de Troy Durchsuchungen bei
Bischöfen angeordnet, die später als
ungesetzlich eingestuft wurden. Sprecher
der durchsuchten Bistümer äußerten ihre
Verwunderung über die Aktion und betonten, man habe
nichts zu verbergen. Ihr Rechtsbeistand erklärte
indessen, es sei durchaus möglich, dass auch die
erneuten Durchsuchungen nicht rechtsgültig seien. Quelle: kathweb.at
und BRF 17.1.2012 Acht
Anwälte fodern in der Times eine offizielle
Untersuchung zum Umgang der Kirchen mit
Missbrauchsfällen. Sie appellierten an die
Regierung, die katholische Kirche zur Offenlegung
ihrer Geheimarchive zu bewegen. Die Kirchen in
England und Wales seien äußerstande, sich
selbst zu überwachen - es gebe Beweise für
weitere Vertuschungen von Missbrauch.
Quelle:kathweb
19.1.2012 Die Vorsitzende der
katholischen Kinderschutzkommission in
Großbritannien, Julia Cumberlege, hat
Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen. In der
Tageszeitung "The Times" verteidigte sie am Donnerstag die
Maßnahmen der Kirche gegen Kindesmissbrauch und wies
die Forderung nach einer offiziellen Untersuchung
zurück. Quelle: kath.web 17.1.2012 Im
Collegium Josephinum, Bonn, und einem weiteren
Internat des Redemptoristenordens wurden 28
Schüler zwischen 1949 und 1968, zum Teil bis in
die 80er Jahre missbraucht. 16 Patres wurden
körperliche Übergriffe vorgeworfen, 9 von
ihnen verübten sexuelle Gewalt an den
Schülern. Die Taten sind juristisch
verjährt, die meisten Täter gestorben. Quelle: Generalanzeiger 17.1.2012 Im
Prozess gegen den kath. Priester, der in Salzgitter
des Missbrauchs von 3 Jungen angeklagt ist, wird
geschildert, wie der geständige Täter
seine Umgebung manipulierte. Ermittler sind
überzeugt, dass die bislang bekannten Opfer
nicht die einzigen sind - die vorliegenden Beweise
reichten jedoch nicht aus.
Quelle: yahoo 17.1.2012 A.
Oetken beschreibt die Situation in Alten- und
Pflegeheimen, in die Priester-Täter häufig
versetzt werden.
Quelle: schafsbrief 17.1.2012 In
Wien wird ein Pfarrer, dem drei Männer
Missbrauch vorwerfen, pensioniert und zugleich im
Stephansdom mit dem Beichtdienst betraut.
Quelle: Standard 15.1.2012
Wurden im Bistum Hildesheim nach der Verabschiedung
der Leitlinien der DBK im September 2002 weiterhin
Täter in der Seelsorge eingesetzt? Und wurden
die Leitlinien der DBK von 2002 bis zum 17. Februar
bzw. 1. Januar 2010 erst gar nicht vom Bistum
Hildesheim übernommen? Und wurde
demgemäß auch nicht danach gehandelt?
Quelle: skydaddy 13.1.2012 Mit
den Vorgängen im Bistum Hildesheim
beschäftigt sich "skydaddy": Wissentlicher
Einsatz von Sexualtätern 1993 - 2009
und Schöne,
leere Worte. Skydaddy bringt mein Unbehagen
auf den Punkt: 2002 hieß es landauf landab in den
Bistümern, man habe gelernt. 2010 gab es erneute
Versicherungen, man lerne dazu und Ende 2011/Anfang 2012
heißt es nun wieder, man
lerne dazu. Ich kann mich des Eindrucks nicht
erwehren, dass es entweder mit dem Lernwillen oder mit der
Lernfähigkeit oder mit beidem nicht weit her sein
kann, wenn Verantwortliche in den Kirchen Jahr um Jahr
brauchen - und immer noch Straftäter mit Wissen der
Kirchenleitung in der Seelsorge eingesetzt werden. Was fehlt, ist die Bekehrung zu
den Opfern. Das Gleichnis vom Samariter, der sich um die
kümmert, der unter die Räuber gefallen ist -
diese Steilvorlage -, scheint immer noch nicht verstanden
zu sein. 13.1.2012 Der
Strafrechtsprofessor Hans-Heiner Kühne hat
kritisiert, dass Bischof Ackermann im Gespräch
über Missbrauch im Blick auf
Priester-Täter sagte: "Wir können ja nicht
sagen, es gibt noch ein Guantánomo auch
für kirchliche Täter". Kühne sagte,
der Bischof erwecke damit den Eindruck, dass er die
schwarzen Schafe in den eigenen Reihen für
unschuldig halte, denn in Guantánamo
würden Menschen ohne jegliche Rechte, unter
Missachtung der Unschuldsvermutung festgehalten. Der
Bistumssprecher erklärte, der Bischof habe
sagen wollen, dass man die Priester-Täter ja
nicht einfach wegsperren könne. Quelle: Volksfreund Kommentar: Den
Kirchenleitungen muss spätestens seit 2002 bewusst
sein, dass es unter den Priestern Täter gibt, die
nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen
dürfen. Es ist schon verwunderlich, dass es in diesen
vielen Jahren nicht möglich war, Fachleute
hinzuziehen und mit ihnen zu beraten, wo und wie diese
Täter eingesetzt werden können. 13.1.2012 Das
Erzbistum Freiburg und die Deutsche
Bischofskonferenz stellt sich im Blick auf
Missbrauchsfälle ihrer Verantwortung, sagt
Erzbischof Zollitsch. (Allerdings
führt der angegebene Link nicht so recht weiter. Der
richtige Link ist unter
http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=2029&cHash=5711e0510b779cd10d7124f621335192
erreichbar.)
Quelle: Erzbistum
Freiburg 13.1.2012 Das
Ako-Proseminar hat eine Durchsuchung über sich
ergehen lassen müssen, weil es finanzielle
Unregelmäßigkeiten gegeben habe.
Mitglieder des Eckigen
Tisches hätten sich eine solche Razzia
auch gewünscht, als es um sexuellen Missbrauch
und Nacktfotos von Schülern gegangen sei und
die Gefahr der Verdunkelung bestand.
Quelle: Generalanzeiger 12.1.2012
Belgiens Bischöfe haben sich für den
sexuellen Missbrauch durch kath. Priester
entschuldigt.
Das anfängliche Schweigen nach Bekanntwerden
zahlreicher Fälle 2010 habe "nichts mit
Gleichgültigkeit zu tun gehabt" oder mit dem Willen
zur Vertuschung, heißt es in einem 52 Seiten
umfassenden Papier zum künftigen Umgang mit dem
Problem: "Es offenbarte unsere Sprachlosigkeit; wir haben
unsere Köpfe gebeugt und uns gefragt, wie all das
passieren konnte." Quelle: kath.web 13.1.2012 "Es geht um
Hilfestellung für die Opfer, aber es geht auch um
einen spirituellen Weg und um die Frage, wie man
ausgehend vom Glauben in solch schwierigen und
schrecklichen Situationen gemeinsam Fortschritte machen
kann. Damit wollen wir den Opfern, die ihren Glauben
nicht verloren haben, zeigen, dass sie im Evangelium
Kraft finden können, um dieser Situation zu
begegnen. Doch diesen Schritt haben wir noch nicht
getan." Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Die - ich weiß nicht wie vielte -
Entschuldigung der belgischen Bischöfe wäre
nicht der Rede wert, wenn es da nicht die Erkenntnis
gäbe, dass sie wissen, dass es um einen spirituellen
Weg geht, der gemeinsam mit Opfern gefunden werden muss. Das ist ein beachtenswerter
und neuer Gesichtspunkt (der von GottesSuche seit 12
Jahren eingebracht wird:-). 12.1.2012 Dem
angeklagten Pfarrer aus Salzgitter, der vor Gericht
steht, kam es nicht in den Sinn, dass sexueller
Missbrauch dem Opfer schaden könne. Er meinte
auch, dass ein Neunjähriger eine sexuelle
Beziehung wolle. - Da fragt man sich, ob an diesem
Täter jegliche Diskussion vorbeigegangen ist.
Quelle: Stuttgarter
Nachrichten 12.1.2012 Heute
begann in Braunschweig der Prozess gegen einen
katholischen Priester, der 280fachen sexuellen
Missbrauch an drei Jungen, die 9-15 Jahre alt waren,
weitgehend gestanden hat. Das zuständige Bistum
Hildesheim hatte 2006 Kenntnis von "distanzlosem
Verhalten". Nach den damals geltenden eigenen
Richtlinien hätte das Bistum ein Gutachten
einholen müssen. Das geschah nicht und der
geständige Täter hatte zwei weitere Opfer.
Quelle: humanistischer
Pressedienst
Quelle: Spiegel 12.1.2012 Scharf kritisiert hat
das Bildungsministerium in Mainz den Freispruch des
Lehrers aus dem Kreis Neuwied. Dieser war wegen sexuellen
Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin
angeklagt. Dass das OLG hier kein dauerhaftes
Obhutsverhältnis sieht, "werde der schulischen
Realität nicht gerecht", so das Ministerium.
Quelle: Rheinzeitung12.1.2012 Der Trierer Bischof
Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, hatte
gestern ein Gespräch mit Kritikern. Er gestand erneut
Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein, lehnte
jedoch einen Rücktritt ab. Bischof Ackermann
kann keinen Zusammenhang zwischen den Machtstrukturen der
Kirche und der Vertuschung von Missbräuchen
erkennen. Was mit Missbrauchs-Priestern geschehen
soll, weiß Bischof Ackermann noch nicht. Kritiker
wiesen ihn darauf hin, dass der Einsätz von
Tätern in der Krankenseelsorge ein verheerendes Bild
von diesem Seelsorgebereich abgibt. Bischof Ackermann betonte: "Wir
stehen auf der Seite der Opfer" und: "Wir stehen in einem
Lernprozess". Quelle: Volksfreund und boulevard
baden und katholisch.de und 16
vor.de
Kommentar: Ich frage mich, was ich empfinden
würde, wenn mir in der Klinik plötzlich ein
Täter gegenübersteht? Ob ich dann nicht besser
jeglichen Kontakt zu einem kath. Priester in der
Krankenhausseelsorge ablehnen würde? Vermutlich
schon.- Und wenn Bischof Ackermann betont, er stehe auf
der Seite der Opfer, dann frage ich mich, woher all die
Opfer kommen, die berichten, dass ihnen der Umgang der
Kirche mit ihnen erneut Verletzungen zufügt. Dass ein
Täter 10 Monate lang unbehelligt blieb und mit allen
Ehren - ausgenommen dem Dank des Bischofs - verabschiedet
wurde, spricht nicht dafür, dass der bisherige
Lernprozess, der spätestens seit 2002 und noch einmal
2010 hätte einsetzen müssen, erfolgreich war. Die
Strukturen, die Missbrauch in der kath. Kirche
begünstigen, dürfen nach Bischof Ackermann nicht
- wie 2010 versprochen - überprüft werden. Das
zeigt, dass der Lernprozess von vornherein eine
wesentliche Ursache ausklammert. - Dass
ein Missbrauchsbeauftragter zugleich für Täter
und Opfer verantwortlich sein soll, halte ich für ein
Problem, weil der Rollenkonflikt bereits im Auftrag
steckt. 12.1.2012 Im Bistum Trier fand
ein Gespräch zwischen Bischof Ackermann und
MitarbeiterInnen und Interessierten statt.
Quelle: Bistum
Trier 10.1.2012 Über den
Freispruch eines Lehrers, der mit einer 14-Jährigen
Geschlechtsverkehr hatte, empören sich - ganz zu
Recht - die Eltern und der Rektor der Schule.
Freigesprochen wurde der Pädagoge, der u.a. kath.
Religion unterrichtete, weil er nur Vertretungslehrer war
und es kein sog. Obhutsverhältnis gegeben habe. Ein
Einspruch gegen dieses Urteil ist nicht mehr möglich.
Quelle: Rheinzeitung
Kommentar: Wenn
dieses Urteil Schule macht, kommt es einem Freibrief
für sexuelle Beziehungen mit oder sexuelle Gewalt von
Lehrern gegen Schülerinnen gleich. Die Lehrer
müssen dann nur darauf achten, dass sie nicht
Klassen- oder Fachlehrer sind. 10.1.2012 In der Türkei
wird Gewalt gegen Mädchen und Frauen wieder vermehrt
geduldet. Statistisch gesehen wird in der Türkei fast
jeden zweiten Tag eine Frau innerhalb ihrer Familie
ermordet. Frauen, die sich an die Polizei wenden, werden
nur in den seltensten Fällen wirksam geschützt.
Quelle: Spiegel 10.1.2012
Ein Lehrer, der mit einer
14-jährigen Schülerin mehrfach
Geschlechtsverkehr hatte, ist vom Oberlandesgericht
Koblenz vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von
Schutzbefohlenen freigesprochen worden. Begründung:
Weil er "nur" Vertretungslehrer bei ihr war, habe es kein
Obhutsverhältnis gegeben. In den Vorinstanzen war der
37-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von zwei
Jahren verurteilt worden.
Quelle: Rheinzeitung Dezember 2011 Die
Psychotherapeutin Peteler berichtet über ihre
Erfahrungen mit der Kirche - auch was den Umgang der
Kirche mit den Tätern angeht.
Quelle: christ
und welt6.1.2012 Die Opfer der
Odenwaldschule erhalten pauschal 1000 €.
Quelle: Die Zeit 6.1.2012 Der Erzbischof von
Boston berichtet, dass seine Diözese seit 2003 etwa 7
000 000 Dollar für medizinisch-therapeutische
Begleitung und Beratung der Opfer ausgegeben habe.
Quelle: Radio
Vatikan 5.1.2012 Ein Missbrauchsopfer
wirft dem früheren Vorsitzenden der belgischen
Bischofskonferenz, Simonis, Meineid vor und hat ihn
angezeigt. Simonis soll gegen besseres Wissen ausgesagt
haben, ihm sei von Missbrauch durch einen Geistlichen
nichts bekannt gewesen. Der Kläger führte an,
laut einem im Dezember 2011 veröffentlichten
Untersuchungsbericht habe Simonis sehr wohl vom
betreffenden Fall gewusst.
Quelle: kath.web 4.1.2012 Der neu aufgestellte
Verein Ako-pro-Seminar (Aloisius-Kolleg Bonn) hat sich
angesichts des Skandals um seine ehemalige Leitung zu
einem offensiven Aufklärungsschritt entschieden: Er
schrieb, wie von mutmaßlichen Missbrauchsopfern
gefordert, am Montag 1140 ermittelte ehemalige Pfadfinder
mit einem Hilfsangebot direkt an.
Quelle: Generalanzeiger
und Generalanzeiger
vom 29.12.2011 4.1.2012 Die FR nennt einige
Gründe, weswegen ehemalige Heimkinder keine
Anträge an den Heimkinderfonds stellen wollen und
stattdessen vor Gericht gehen.
Quelle: FR
4.1.2012 Ein kanadischer
Bischof ist wegen des Besitzes von Kinderpornografie
verurteilt worden. Da ihm die U-Haft doppelt angerechnet
wird, verließ er das Gericht als freier Mann. Er
bedauerte sein Verhalten.
Quelle: kath.web
3.1.2012 Etwa 400 Heimkinder
wollen den "Entschädigungsfond" (O-Ton Domradio)
boykottieren.
Quelle: Domradio
Kommentar: Die Sprachreglung,
die von Entschädigung für Heimkinder spricht,
setzt sich in der Presse durch. Eine Entschädigung
ist ein finanzieller Ausgleich, der für Erlittenes
gezahlt wird. Die Heimkinder erhalten keine
Entschädigung. Einige erhalten Nachzahlungen in die Rentenkasse,
vorausgesetzt, ihre Rente ist zu niedrig. Löhne
für Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Manche
erhalten Hilfen für medizinische und psycholog.
Behandlungen, solange kein anderer Geldgeber gefunden
wird. Ob die Gelder auf bislang gezahlte
Unterstützungen (Hartz IV z.B.) angerechnet werden,
ist m.W. noch nicht entschieden. Wenn einem Antrag
stattgegeben wird, muss zuvor eine Verzichtserklärung
für alle weiteren Ansprüche unterschrieben
werden. Mehr im WDR
und VEH
2.1.2012 Heimkinder können
Hilfsgelder beantragen, die im Bericht
"Entschädigung" genannt werden, was sie nachweislich
nicht sind.
Quelle: wdr
1.1.2012 Das sagte der Bischof
von Trier, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, am
Neujahrstag: „Deshalb wird
es für uns in den kommenden Jahren darum gehen, dass
wir uns im Bistum gemeinsam unseres Christseins und
Kircheseins neu vergewissern“. Es gelte, glaubwürdig
Zeugnis von der Botschaft Jesu Christi zu geben, so dass
insbesondere auch junge Menschen wieder neugierig auf sie
würden. Wichtig sei zudem auch, dass „die Feier des
Glaubens und das Hören auf Gottes Wort in unseren
Gemeinden wieder den zentralen Stellenwert bekommen, der
ihnen eigentlich zukommt.“ Und es gelte, sich nicht zu
sehr mit binnenkirchlichen Problemen zu beschäftigen,
sondern sich auch für den Nächsten in
sozial-caritativem und gesellschaftlichem Engagement
einzusetzen.
Quelle: Bistum
Trier Kommentar: Da
bringt der Bischof von Trier etwas durcheinander. Recht
hat er, wenn er die Selbstvergewisserung des Christ- und
Kirche-Seins und die Zuwendung zu den Nächsten
für wichtig hält. Unrecht hat er, wenn er sagt,
man solle sich nicht so sehr mit binnenkirchlichen
Problemen beschäftigen, sich vielmehr für den
Nächsten einzusetzen. Bischof Ackermann hat noch
nicht verstanden, dass der Einsatz für die
Nächsten zuallererst der Einsatz für diejenigen
ist, die IN der Kirche Priestern, Mönchen,
MitarbeiterInnen zum Opfern fielen. Daran hängt die
Glaubwürdigkeit der Kirche. Sie mag sich noch so sehr
für "die Nächsten" einsetzen (wie derzeit in der
diesjährigen Sternsingeraktion für die Kinder
Nicaraguas/der Welt), solange sie die Opfer der eigenen
Pastoral ausklammert (und das tut sie derzeit noch, denn
nach wie vor wird vertuscht und nach wie vor werden die
Opfer weitgehend alleine gelassen), ist sie
unglaubwürdig. Erst wenn die Opfer sagen: In der
Kirche wird man gehört; in dieser Kirche wird
einem geholfen; wird sie glaubwürdig. Opfer
sagen derzeit etwas ganz anderes.