Sexuelle
Gewalt
in
der
katholischen
Kirche
2010
24.7.2010
Die Badische Zeitung berichtet von der Akademietagung in Freiburg
"Glaubwürdigkeit der Kirche" unter der Überschrift: Tiefe Risse zwischen Anspruch und Tun.
Das
Schlusswort bei der Veranstaltung war ehrlich. Stefan Orth,
Redakteur bei der Herder Korrespondenz, sagte: "Ich habe weiterhin ein
ungutes Gefühl hinsichtlich der Bischöfe, ob die sich nicht
selbst als
Opfer sehen. So schmerzhaft die Selbsterkenntnis ist, es kann
eigentlich nicht schmerzhafter sein als das, was die Opfer erlebt
haben."
Quelle: Badische
Zeitung
Kommentar: Das
Erzbistum hoffe auf Dialog per Telefon oder Internet - heißt
es. Das klingt befremdlich, wenn dann auf eine Mail erst gar nicht -
auch nicht auf Rückfrage - reagiert wird.
23.7.2010
Die
katholische Kirche in Chile hat dem Präsidenten Pinera
vorgeschlagen, eine Generalbegnadigung durchzuführen, die auch -
unter
bestimmten Bedingungen - für Schergen der früheren
Militärdiktatur
gelten solle. Die Angehörigen der ca 3000 Verschwundenen
protestierten.
Quelle: Generalanzeiger
23.7.2010
In der Katholischen
Akademie fand am 22.7.2010 eine Tagung zur Glaubwürdigkeit der
Katholischen Kirche im Erzbistum Freiburg statt. Die TeilnehmerInnen
waren sich darüber einig, dass man Glaubwürdigkeit nicht
durch strategische Werbeaktivitäten gewinnen könne, sondern
nur durch konkrete Schritte, die das Anliegen der Kirche als zu Gott
gehörender Versammlung (kyriake ekklesia) glaubhaft machen. Thomas
Herkert, Akadmieleiter, sagte: „Zu den alarmierenden und deprimierenden
Erfahrungen dieser Tage zählt, dass nach Umfragen trotz aller
Anstrengungen und eindeutigen Aussagen der Bischöfe die
überwältigende Mehrheit der Deutschen nicht glaubt, dass die
katholische Kirche wirklich an Aufklärung interessiert ist.“ Eine
der wichtigsten Aufgaben scheine es jetzt zu sein, "die Grundlagen
für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit
zurückzugewinnen. Dazu gehört Transparenz“, so Thomas
Herkert.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Kommentar, auf den ich nicht
verzichten kann: Dass die Anstrengungen der Kirche, auch im
Erzbistum Freiburg, so gar nicht bei den Menschen ankommen wollen,
liegt nicht so sehr an der Bösartigkeit und Voreingenommenheit der
Menschen, sondern daran, dass es - trotz aller Mailadressen mit
"kommunikation@ordinariat-freiburg.de" -
nicht zu einem Gespräch zwischen den ChristInnen an der Basis und
dem Bischöflichen Ordinariat kommt. Das Argument, dass es leider
keine Zeit gäbe, um Anliegen von Opfern anzuhören, wurde mir
bereits im März 2005 vom damaligen und jetzigen
Missbrauchsbeauftragten genannt. Dass es in fünfeinhalb Jahren
nicht möglich gewesen sein soll, den Zeitmangel und die
Arbeitsüberlastung zu reduzieren, soll das Bischöfliche
Ordinariat jemand anderem erzählen - mir nicht mehr.
Ein
Zweites kommt hinzu als mögliche Ursache: Vielleicht glauben
die ChristInnen an der Basis einfach nicht mehr, was ihnen das
Ordinariat in Freiburg in Sachen Missbrauch in Oberharmersbach, in
Birnau und andernorts vorsetzt - es gibt zu viele Unklarheiten. Zuviel
wird erst eingestanden, wenn es bereits öffentlich ist. Und:
Es sind
nicht einmal mehr die
ChristInnen, die ihrer Kirche längst den Rücken gekehrt haben
- der Glaubwürdigkeitsverlust hat so loyale und treue Leute wie
mich erfasst.
23.7.2010
Der katholische
Redemptoristenorden der Provinz St. Clemens in Köln gibt bekannt,
dass Opfer von Gewalt 6 Redemptoristen des Missbrauchs oder der Gewalt
beschuldigten. 2 der mutmaßlichen Täter waren in Bonn, einer
im Internat in Glanerbrück tätig. Wie meistens sind 2 der
Täter verstorben und die Taten ohnehin verjährt (sexueller
Missbrauch ist eines der sichersten Verbrechen, formulierte mal ein
Opfer. Es hat Recht.) Vorwürfe von körperlicher Misshandlung
betreffen einen Pater, der noch lebt.
Quelle: Generalanzeiger
23.7.2010
Ein Priester aus den USA
wurde vom Papst laisiert. Er hat vor 30 Jahren einen Jugendlichen
sexuell missbraucht. Dies teilte die Diözese von Youngstown in
Ohio mit. Der Priester hatte den Missbrauch gestanden, gegen ihn wurde
jedoch wegen der Verjährung kein Justizverfahren eingeleitet.
Quelle: die
presse
23.7.2010
Der Abt des Klosters Ettal
formuliert einige selbstkritische Fragen. Er stellt fest: "Das erste
Wort unserer Regel heißt: Höre! Wir haben
nicht gehört."
Quelle: Süddeutsche
23.7.2010
Mitglieder des Ordens der
Herz-Jesu-Missionare am Johanneum Homburg/Saar haben Kinder und
Jugendliche misshandelt und missbraucht. Über die Anzahl der
Opfer und der Täter und die Taten gibt es keine weiteren
Nachrichten. Opfer trafen sich mit Generalvikar Dr. Jung
vom Bistum Speyer. Ein Gesprächsangebot der Missionare lehnten die
Opfer größtenteils ab, da das bisherige Vorgehen des Ordens
als völlig unzureichend kritisiert wurde. Der Orden habe bisher
weder selbst für Transparenz und Information gesorgt, noch eigene
Verfehlungen eingeräumt, obwohl diese bereits durch weitere
Betroffene und Zeugen bestätigt worden sind.
Quelle: Bistum
Speyer
22.7.2010
Im Bistum
Dresden-Meißen gab es entgegen dem ersten Anschein auch
Missbräuche von Kindern und Jugendlichen durch Priester. Zwei
Missbrauchsopfer berichteten von einem 1971 gestorbenen Priester, der
verbrecherische Handlungen an den Mädchen begangen habe. Ebenfalls
gibt es einen Verdacht auf die Verletzung der sexuellen Integrität
einer Minderjährigen vor va 25 Jahren durch einen damaligen Kaplan
in Riesa. Der Beschuldigte wurde suspendiert, die Täten sind
verjährt.
Außerdem gibt es zwei Fälle aus den 70er und
80er Jahren,
die aufgearbeitet und abgeschlossen sind. In Leipzig läuft zudem
ein Verfahren gegen einen Lehrer einer katholischen Schule. Der Mann
wurde wegen sexueller Belästigung entlassen, eine strafrechtliche
Ermittlung wurde eingestellt.
Quelle: nachrichten-lvz-online
22.7.2010
"skydaddy"
stellt Fragen an die Staatsanwaltschaft Konstanz im Birnauer
Missbrauchsfall.
22.7.2010
Heute Abend findet in der
Freiburger Akademie ein Forum zur aktuellen Krise der katholischen
Kirche statt. "Eine
der
wichtigsten
Aufgaben
scheint
es jetzt zu sein, die Grundlagen
für neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit
zurückzugewinnen", heißt es in der Einladung. Ich finde,
dass ein guter Anfang schon mal wäre, wenn Briefe oder Mails
beantwortet würden.
22.7.2010
Nach der Einstellung des
Verfahrens gegen Erzbischof Zollitsch gibt es Aussagen des Freiburger
Ordinariates, dem das Opfer und ein amerikanischer Kirchenrechtler
widersprechen.
- Das Erzbistum
sagt, es sei seiner Verpflichtung nachgekommen, als es 2006 von dem
Missbrauch in Birnau durch das Opfer erfuhr und den Orden darüber
informiert habe. Für die Ermittlungen sei der Orden des
Täters zuständig, nicht die Diözese. Das Bistum sei
kirchenrechtlich nicht zuständig gewesen und habe auch nicht gegen
die Leitlinien verstoßen. Der Täter sei auch nicht in einem
Gestellungsverhältnis oder im Auftrag des Erzbischofs tätig
gewesen, sondern lediglich als gelegentlich vom zuständigen
Pfarrer herangezogene Aushilfe an Feiertagen.
- Der
US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle hingegen
sagt, dass mit dem Orden ein Gestellungsvertrag geschlossen werden
müsse und dass jeder in der Gemeinde tätige Priester dem
Erzbischof gemeldet werden müsse. Eine Genehmigung durch den
Erzbischof sei in jedem Fall nötig, sobald jemand als Priester
tätig wird und mit Laien beschäftigt sei.
- Der
Kirchenrechtler Bier hingegen sagt, dass der Erzbischof seiner Pflicht
genügt, wenn er den Orden informiert, weil der Täter nicht
mehr greifbar ist und die Tat womöglich schon verjährt ist.
Doyle hingegen argumentiert, dass der Erzbischof unabhängig von
der zeitlichen Distanz Verantwortung habe, den Fall zu untersuchen,
denn als Seelsorger sei er auch dem Opfer verpflichtet.
- Das Ordinariat
berichtet, es habe sich um das Opfer gekümmert. Ein Gespräch
zwischen Täter und Opfer habe stattgefunden. Das Opfer hingegen
versichert an Eides statt, dass das Gespräch nicht stattgefunden
habe. Darüber hinaus habe das Bistum ein allgemeines
Hilfsangebot gemacht, sei aber nicht konkret geworden. Als das Opfer
das konkret angebotene Gespräch mit der Erzdiözese annehmen
wollte, bat es um einen Mediator oder Rechtsbeistand, der aber von der
Erzdiözese nicht bewilligt wurden.
21.7.2010
Die Theologin
Heimbach-Steins in der FR
im Gespräch mit Bischof Bode: Der Kirche droht die Kernschmelze,
sagt sie.
21.7.2010
In einem Ferienlager
sollen 6 Jugendliche (ca 13 Jahre alt) von z.T. älteren
Lagerteilnehmern sexuell misshandelt worden sein. Die Ermittlungen
dauern an.
Quelle: Süddeutsche
und Spiegel
21.7.2010
Der Erzbischof von
Freiburg, Zollitsch, ist von der Staatsanwaltschaft Konstanz von allen
Vorwürfen entlastet worden. Nach Überzeugung der
Staatsanwaltschaft "fehlt jegliche Grundlage für eine
strafrechtliche Verantwortlichkeit". Die Staatsanwaltschaft
begründete die Einstellung des Ermittlungsverfahrens einmal mit
der Verjährung der sexuellen Übergriffe in Birnau von 1966
bis 1968. Gleiches gelte für den Zeitraum zwischen Ende der 80er
und Mitte der 90er Jahre - da gäbe es lediglich Vermutungen des
Anzeigeerstatters, aber keine Geschädigten. Selbst wenn sich Opfer
aus nicht verjährter Zeit melden würden, stellte die
Staatsanwaltschaft Konstanz fest, gäbe es keine Hinweise, dass der
damalige Personalreferent Zollitsch Missbrauch billigend in Kauf
genommen oder gefördert haben könnte. Das Erzbistum Freiburg
hatte bislang immer betont, dass die Zusammensetzung der
Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau vom Abt des
Ordens eigenständig geregelt werde und nicht dem Erzbistum
Freiburg unterstehe.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Die Badische
Zeitung berichtet darüber hinaus: "Auf Nachfrage der Badischen
Zeitung erklärte Oberstaatsanwaltschaft Christoph Hettenbach, man
habe nach Bekanntwerden der Anzeige in der Presse bewusst zugewartet,
damit eventuelle Opfer sich melden konnten. Einen öffentlichen
Aufruf habe man nicht veranlasst, und natürlich könne man
auch in den betroffenen Gemeinden nicht von Haus zu Haus gehen. Den
Täter habe man nicht vernehmen können, seine Anschrift sei
nicht bekannt und die einzigen nachweisbaren Fälle alle
verjährt. Der Anzeigeerstatter sei aber vernommen worden."
Kommentar:
Verstehe
ich
das
richtig:
Die
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Konstanz bestanden in der Vernehmung des Anzeigeerstatters, in der
Nicht-Vernehmung des Täters und im Zuwarten, ob eventuelle Opfer
sich melden? Wer nur ein wenig von der Dynamik traumatisierter Menschen
weiß, weiß auch, dass ein Outing von Opfern erst dann
möglich ist, wenn ausreichend Vertrauen aufgebaut werden konnte.
Pater Mertes hat vorgemacht, wie Menschen Vertrauen aufbauen
können. Ich bezweifle, dass die bisherigen Stellungnahmen des
Erzbistums Freiburg vertrauensförderlich waren/sind. Und die
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz, die offensichtlich im
Zuwarten bestanden, dürften Opfer auch nicht gerade ermutigen,
Anzeige zu erstatten. Da bekannte Straftaten verjährt sind und
andere nicht bekannt sind, wurde die Frage, ob das Erzbistum Freiburg
für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig war/ist, von der
Staatsanwaltschaft erst gar nicht geprüft. Zuletzt hatten zwei
Kirchenrechtler nach einer ersten Unklarheit diese Frage bejaht.
Zu einer moralische
Verpflichtung des Erzbistum äußert sich
die Staatsanwaltschaft naturgemäß nicht.
Weitere infos unter: skydaddy und pater gregor
Wir
haben es also mit
Missbrauchstaten zu tun, die zwischen 1966 und 1968 in Birnau
(mindetens ein Opfer) stattfanden. Im Herbst 1968 wurde Pater
Gregor aus Mehrerau in den Elsaß versetzt. Ein Großvater
hatte den Missbrauch seines Enkels mitbekommen und hat zusammen mit
anderen Eltern (Opferzahl?) für die Entfernung des Paters aus
Mehrerau gesorgt. Pater G. ging im Herbst 1968 bis 1971 in den
Elsaß. Zwischen
1971 und
1987 wird von 4
Opfern im Bistum
Basel berichtet. In zwei Fällen wurde Anzeige erstattet. Wäre es
nicht naheliegend, bei jemandem, der
wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige, die sich
über mindestens 11 Jahre hinziehen, genauer hinzuschauen und
gezielt nach weiteren möglichen Opfern zu suchen?
21.7.2010
Das Erzbistum Freiburg hat Report
Mainz (ARD - Sendung vom 19.7.2010) Diffamierung von Erzbischof
Zollitsch vorgeworfen. Der Sprecher des Erzbistums verwies darauf, dass
aus dem Zusammenhang gerissene Briefausschnitte und geschickt
arrangierte Fernsehbilder präsentiert wurden und Zitate
Zollitschs bewusst weggelassen wurden. "Hätte
man
die
Brief
in
voller
Länge
präsentiert, ergäbe sich
ein anderes, Zollitsch entlastendes Bild" - so das Erzbistum.
Quelle: rp-online
Kommentar:
Das Erzbistum
kann ja die vollständigen Briefe veröffentlichen.
21.7.2010
Die Badische Zeitung
vermutet, dass der Erzbischof von
Freiburg, der zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
ist, die eigenen Leitlinien gegen Missbrauch von 2002 nicht befolgt
hat. Der Redakteur schaut sich den Kommunikationsstil und die
Besonderheiten der Sprache des Erzbistums genauer an und stellt fest:
Die Formulierungen der Pressestelle entpuppen sich als
eigentümlich leer. "... bei näherer
Betrachtung wird
an den fraglichen Stellen weder etwas Entlastendes noch etwas Falsches
gesagt, sondern sozusagen gar nichts: Die Wallfahrts- und Klosterkirche
Birnau gehört tatsächlich als Priorat zur Abtei Mehrerau. In
allen hier wichtigen Aspekten gehört sie aber zur Erzdiözese,
samt ihrer Seelsorgeeinheit. Robert Zollitsch mag auch mit
Personalentscheidungen und Vorgängen im Kloster Birnau nichts zu
tun gehabt haben. Für die Betreuung seiner Gemeindemitglieder
durch die Patres war er aber sehr wohl zuständig. Die Stabsstelle
Kommunikation kommuniziert nicht falsch, aber irrelevant."
Quelle: Badische
Zeitung
Kommentar:
Vielleicht
geschieht
dem
Opfer
und
den
Opfern rund um Birnau doch noch
Gerechtigkeit - soweit sie überhaupt möglich ist.
21.7.2010
Der emeritierte belgische
Erzbischof Godfried Danneels steht im Verdacht,
Missbrauchsvorwürfe vertuscht zu haben. Ihm droht ein Verfahren
wegen unterlassener Hilfeleistung.
Quelle: Südwestpresse
20.7.2010
Der Vatikansprecher P.
Lombardi sagt, gegen Missbrauch helfen Gesetze alleine nicht aus. (Er
hat Recht: Man müsste sie auch befolgen.)
Quelle: kath.press
20.7.2010
Fall Birnau bzw. Fall
Zollitsch: Kirchenrechtler sehen den Erzbischof von Freiburg in der
Verantwortung für die Seelsorgeeinheit Birnau. Der Kirchenrechtler
Bier korrigiert eine frühere andere Darstellung. Die
Erzdiözese Freiburg hatte sich ausführlich dazu
geäußert, dass die Klosterkirche Birnau als Priorat zur
Zinsterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Österreich gehöre
und als Territorialabtei unabhängig vom jeweiligen
Diözesanbischof sei. Das scheint irreführend gewesen zu sein.
Quelle: Badische
Zeitung
20.7.2010 Der ehemalige
Schulleiter
des Bonner Aloisiuskollegs ist mit 82 gestorben. Die Staatsanwaltschaft
ermittelte wegen Missbrauchs an Schülern gegen ihn. Von 30
Fällen waren 13 möglicherweise noch nicht verjährt. Die
Übergriffe dauerten 40 Jahre lang. Mehr als 24 Opfer beschuldigten
den mutmaßlichen Täter.
Quelle: Domradio
20.7.2010 Ein
katholischer Priester
aus Erbendorf/Oberpfalz im Bistum Regensburg hat einen Strafbefehl
wegen sexuellen
Kindesmissbrauchs bekommen. Er soll 2009 drei Mädchen einer
Grundschulklasse unsittlich angefasst haben. Der Strafbefehl lautet auf
10 Monate Bewährung und Zahlung von 4000 €. Das Urteil ist noch
nicht rechtskräftig.
Quelle: Mittelbayerische
20.7.2010 Die Zahl
traumatisierter
Soldaten nimmt zu. Bericht in der FR
19.7.2010 "Im
Frühjahr 1995
erreichte uns das Schreiben einer
Opfer-Hilfsorganisation, das bei uns neue Recherchen und
Aktivitäten auslöst", sagt der Erzbischof Zollitsch im
Interview vom 19.7.2010 faz-net
zu den Missbrauchsfällen in Oberharmersbach.
In der Badischen
Zeitung
Freiburg hingegen las sich diese Darstellung am 14. Juli
so: "In den bisherigen Stellungnahmen hatte das Ordinariat mehrfache
Versuche für sich reklamiert, konkretere Informationen über
mögliche Vergehen zu erhalten. Entsprechend hieß es im
März dieses Jahres: "Als sich dann 1995 – bei weiteren Recherchen
des Erzbistums – ein Missbrauchsopfer meldete und dem Pensionär
klar gemacht wurde, dass nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet
werde, nahm sich der Pfarrer das Leben." Auch diese Aussage
konkretisierte Eberle [der Pressesprecher] nun auf Nachfrage: Die
weiteren Recherchen des Erzbistums seien eine Reaktion auf die Anzeige
des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen."
Kommentar: Was stimmt denn
nun? Drei Varianten des gleichen Vorgangs stehen zur Auswahl:
1. Das Erzbistum Freiburg hat 1995 von sich aus recherchiert und dann
hat sich ein Opfer gemeldet. (Aussage im März 2010)
2. Die weiteren Recherchen des Erzbistums im Jahr 1995 waren eine
Reaktion der Kirche auf die Anzeige eines Opfers bei der
Staatsanwaltschaft (Stand vom 14. Juli 2010)
3. Eine Opfer-Hilfsorganisation schrieb an das Ordinariat und
löste dadurch neue Recherchen und Aktivitäten aus. (Stand vom
19.7.2010)
"skydaddy"
stellt
dazu
noch
ein
paar m.E. berechtigte Fragen und analysiert die Sprache
des
Erzbistums
Freiburg.
20.7.2010 Die Süddeutsche
äußert Zweifel an Erzbischof Zollitsch.
19.7.2010 Neue
Vertuschungsvorwürfe gegen Erzbischof Zollitsch bei Report
Mainz
19.7.2010 Das
Ermittlungsverfahren
gegen Erzbischof Zollitsch wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu sexuellem
Missbrauch an Kindern wird vermutlich eingestellt. Der
Südkurier
berichtet,
dass die
Staatsanwaltschaft Konstanz das Ermittlungsverfahren gegen einen
früher in der Klosterkirche Birnau eingesetzten Pater wegen des
Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits eingestellt hat.
Wenn es in der Hauptklage kein Verfahren gibt, kann es auch keine
Beihilfe-Vorwürfe geben, sagen Juristen.
Quelle: Südkurier
Kommentar: Ein Verfahren
gibt es nicht - weder gegen den Täter, noch gegen den Erzbischof
wegen Beihilfe. Nur eines gibt es: Ein Opfer oder auch mehr als ein
Opfer. Nur: Das ficht das
Erzbistum Freiburg nicht an.
19.7.2010 Wie aus einem
Täter
ein Opfer gemacht wird und wie die Leidenden selber schuld sind. Zum
Nachruf auf Gerold Becker in welt.de
19.7.2010 Heimkinder
sollen mit
einer Opferrente von 300 € entschädigt werden. Dazu schreibt Helmut
Jacob einen ebenso richtigen wie zornigen Kommentar. Er schreibt
u.a.: "Eine weitere Niedertracht der Stellen, die sich offiziell mit
der Aufarbeitung von Heimkinderschicksalen beschäftigen (Runder
Tisch, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Caritas, Diakonisches
Werk, Landschaftsverbände und Landesjugendämter), besteht
auch darin, dass sie den wirklichen Opfervertretern keine Beachtung
schenken. Prof. Manfred Kappeler, der den Zwischenbericht zum Runden
Tisch analysierte und auch sonst wichtige Beiträge zur Aufhellung
der Erziehungsgeschichte in den Nachkriegsjahrzehnten geliefert hat,
wird offensichtlich ebenso ignoriert, wie
Diplom-Theologe/Diplom-Psychologe Dierk Schäfer, der
immer wieder Möglichkeiten der Opferhilfe aufgezeigt hat."
18.7.2010 Im Fall des
Oberharmersbacher Pfarrers, der mehr als 22 Kinder missbraucht haben
soll, gibt es neue Vorwürfe gegen den damaligen Personalreferenten
des Erzbistums Freiburg, Erzbischof Zollitsch. "Report Mainz" liegen 2
Briefe des Erzbischofs aus dem Jahr 1995 vor, in denen er -
damals Personalreferent - sich zum Oberharmersbacher Missbrauchsfall
äußert. Darin schreibt Zollitsch, dass die Gemeinde
Oberharmersbach nicht über wesentliche Details des Skandals
informiert werden solle: "Eine solche
Aufklärung
hätte zudem … nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber
einem alten und kranken Mann … Eine solche nachträgliche Rache
nützte niemandem und würde einen Menschen ohne Not in den
Ruin oder gar Tod treiben." Bereits 1992 wurde Zollitsch, damals
Personalreferent, von einem Priester des Erzbistums Freiburg über
den Missbrauch am Neffen dieses Priesters persönlich informiert.
Die sexualisierte Gewalt war auf 4 Seiten protokolliert. Es kam zum
Gespräch zwischen dem Priester, dem Opfer und dem
Personalreferenten. Der Priester sagt: "Ich denke, es wurde
vertuscht, schlicht
und einfach. Man wollte den Skandal verhindern auf dem Rücken der
Schwächsten", sagte der noch aktive Pfarrer gegenüber "Report
Mainz".
Quelle:
swr
Das Erzbistum
Freiburg nimmt dazu Stellung: "Diese Vorwürfe sind weder neu
noch gerechtfertigt. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat sich
bereits im März dazu geäußert und deutlich gemacht,
dass es den damals Verantwortlichen nicht darum ging, etwas zu
vertuschen. Die damals Verantwortlichen haben versucht, den Schaden zu
begrenzen und sexuellen Missbrauch zu verhindern."
Für morgen, Montag, ist eine ausführliche Stellungnahme des
Erzbistums Freiburg angekündigt.
Kommentar: Wenn
-
wie
nicht
nur
in diesem Fall bislang - so oft gelogen wurde oder
Halbwahrheiten verbreitet wurden, muss sich niemand im Freiburger
Ordinariat wundern, wenn auch die Kirchenloyalsten und Gutwilligsten
kein Wort mehr von dem glauben, was das Erzbischöfliche Ordinariat
erzählt.
Merken
muss man sich auch, dass
die Herstellung von Gerechtigkeit für den Erzbischof Zollitsch ein
"Racheakt" ist.
Unerklärt
bleibt
in
der
Erklärung des Erzbistums Freiburg, wessen Schaden begrenzt werden
sollte - der Schaden der Kirche oder der Schaden der Opfer?
17.7.2010 Dem
Vorsitzenden der
Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, liegt der Missbrauch
in Oberharmersbach auf der Seele. "Er habe deshalb die
Opfer und ihre
Angehörigen inzwischen mehrfach
um Verzeihung gebeten ", berichtet kath.net.
17.7.2010 In der
Odenwaldschule gab
es offensichtlich bereits kurz nach der Gründung vor 100 Jahren
sexuelle Übergriffe durch Erzieher und Lehrer.
Quelle: Spiegel
17.7.2010 Katholikinnen
fordern
Reformen - jetzt.
Quelle: FR
16.7.2010 Maria
Jepsen,
Bischöfin der Nordelbischen Kirche, gibt ihr Amt auf. Im Kontext
einer Missbrauchsgeschichte sei ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt
worden, sagt Jepsen.
Quelle: Zeit
16.7.2010 Bislang haben
sich bei
Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung,
ca 1500 Menschen gemeldet, mehr als die Hälfte von ihnen
kommen aus dem Bereich der katholischen Kirche. BErgmann berichtet,
dass sich nur ganz wenige Täter melden und dass sie von Reue
bisher noch nichts gehört habe. Sie betont, dass es erneut zu
eienr tiefen Verletzung der Opfer führt, wenn diese erleben
müssten, dass versucht wird, das eine oder andere nicht zu
benennen.
Quelle: Domradio
16.7.2010 Der
Tagesanzeiger bemerkt,
dass für den Vatikan die Priesterweise für Frauen genauso
schlimm ist wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Barbara Dorris,
Überlebenden-Netzwerk von Priestern Missbrauchter, erklärt,
dass der Erlass des Vatikan sich nur mit einem Teilproblem
beschäftigt, nämlich der Amtsenthebung pädophiler
Priester. In Wirklichkeit seien relativ wenige Kinder missbraucht
worden, weil Priester nicht schnell genug abgesetzt worden seien,
sondern es seien Hunderttausende Kinder durch das Vorgehen von
Bischöfen una anderen Kirchenmitarbeitern zum Opfer geworden. Der
Erlass sieht keine Sanktionen vor, wenn missbrauchende Priester durch
Kollegen und Vorgesetzte gedeckt werden.
Quelle: Tagesanzeiger
16.7.2010 Das Netzwerk
ECPAT sammelt
Unterschriften für eine Petition gegen Sexhandel mit Kindern und
Jugendlichen. Die Bun desregierung wird aufgefordert, Opfer von
Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und ein nationales
Meldesystem aufzubauen.
Quelle: Domradio
15.7.2010 Das
österreichische
Justizministerium gibt an, dass am
15. Mai d.J. 34 Ermittlungsverfahren gegen katholische Priester und
KirchenmitarbeiterInnen wegen Misshandlungen und sexualisierter Gewalt
gebe. Nach Angaben von Ö 1 ermittelt die Staatsanwaltschaft
Innsbruch gegen die meisten Beschuldigten, nämlich 22. In
Innsbruck werden verjährte Fälle nicht gleich eingestellt, da
sich auch noch Betroffene aus jüngster Zeit melden könnten -
damit würde die Verjährung für ältere Fälle
aufgehoben.
Quelle: ORF
15.7.2010 Eine Frau,
die den Notruf
von "Wir sind Kirche" betreut, berichtet. Sie stellte in den
vergangenen Wochen fest, dass sich Wut
in die Verzweiflung der Opfer mischt. Viele haben sich erst an die
offizielle Hotline der Kirche gewandt - und später an "Frau
Katharina", wie sie sich am Telefon nennt. Je mehr Zeit
verstreicht, desto
größer ist die Enttäuschung der Opfer, dass noch immer
nichts geschehen ist, dass sie noch immer keine Entschädigungen
erhalten haben, dass der Prozess zäh und langsam ist, dass "die Kirche ihrem Empfinden nach
nicht kooperiert, sondern inszeniert. Vor allem sich selbst." "Sie fühlen sich
im Stich
gelassen", sagt Katharina B. Und noch viel schlimmer: "Sie fühlen
sich nun, da sie endlich gesprochen haben, ein zweites Mal missbraucht.
Für viele Betroffene ist es ohnehin schwierig, Hilfe bei der
Institution zu suchen, deren Opfer sie einst wurden."
Quelle: Spiegel
Kommentar: Auch ich
beobachte, dass an vielen (nicht allen!) Stellen Kirche sich selbst
inszeniert und sich darin gefällt, von der Option für die
Opfer zu sprechen. Wenn es tatsächlich um die Opfer ginge,
müsste diese Grundhaltung auch bei den Opfern ankommen - und genau
das geschieht nicht. Xavier Naidoo bringt es auf den Punkt: "In Japan bringen sich Politiker um, wenn sie
Scheiße gebaut haben. Und bei uns? Die weinen noch nicht mal.
Furchtbar!"
15.7.2010 Der Vatikan
hat die
Verjährungsfrist für Missbauchsdelikte von bisher 10 auf 20
Jahre
angehoben, gerechnet vom 18. Geburtstag des Opfers an. Übergriffe
von
Priestern auf Geisteskranke werdenjenen auf Kinder
gleichgestellt.
Beistz und Verbreitung von Kinderpornographie wird in Zukunft auch als
schwerwiegendes Verbrechen betrachtet.
Quelle: NZZ
15.7.2010 Der
kirchenkritische
Blogger "skydaddy" hat den deutschen Kirchenrechtler Georg Bier
befragt, wer für die Seelsorgeeinheit Birnau im Erzbistum Freiburg
zuständig sei. Zunächst hatte Professor Bier öffentlich
geäußert, Erzbischof Zollitsch sei niemals für die
Seelsorge in der Kloster- und Wallfahrtskirche Birnau zuständig
gewesen. Skydaddy wollte nun wissen, wie zu verstehen sei, dass
Erzbischof Zollitsch die Seelsorgeeinheit Birnau errichtet habe und
auch den Leiter der Seelsorgeeinheit - einen Mönch des Klosters
Mehrerau - ernannt habe, ohne für die Seelsorge zuständig
gewesen zu sein. Prof. Bier wollte dieser Frage nachgehen, antwortete
aber skydaddy auch auf Nachfrage bislang nicht.
Skydaddy hatte einen zweiten Kirchenrechtsprofessor, Richard Puza, der
sich wie Prof. Bier zur Nichtzuständigkeit des Freiburger
Erzbischofes geäußert hatte, angefragt. Der reagierte auf
zwei Anfragen nicht.
Skydaddy hat sich nun an den US-amerikanischen Kirchenrechtler und
Missbrauchsexperten Thomas P.Doyle gewandt. Dieser vertritt die
Ansicht, dass der Freiburger Erzbischof eine Untersuchung des
Missbrauchsfalles in Birnau hätte vornehmen müssen, als er
2006 davon Kenntnis erhielt.
Nach Ansicht von Skydaddy erwecken sowohl das Erzbistum Freiburg als
auch der Abt des Klosters Mehrerau den Eindruck, als sei das Erzbistum
Freiburg nicht für die Seelsorgeeinheit Birnau zuständig. Zu
unterscheiden sei die ordensrechtliche Zuständigkeit, die beim
Orden liegt und die seelsorgerliche Zuständigkeit, die
natürlich beim Bischof liege. Die umfangreichen
Ausführungen der Freiburger Erklärungen und der
Erklärung des Abtes über Territorialabteien und deren
Unabhängigkeit vom Diözesanbischof müssen - so skydaddy
- beim Leser den Eindruck erwecken, dass dies eben auch für Birnau
zutrifft. Auf diese Weise wird offenbar bewusst ein falscher Eindruck
erzielt, ohne dass – jeder Satz für sich genommen – gelogen wird.
Quelle: skydaddy
14.7.2010 Das
Ordinariat Freiburg
hat seine bisherige Darstellung korrigiert: Nicht erst - wie bislang
angegeben - 1995 gab es einen konkreten Hinweis auf
Missbrauchs-Verbrechen durch den katholischen Pfarrer von
Oberharmersbach, Hinweise gab es bereits 1992 durch ein Opfer. Der 1991
aus dem Amt genommene Täter habe 1992 gegenüber dem Erzbistum
Reue und Buße zugesichert. Reue und Buße setzen
natürlich voraus, dass der Täter seine Taten auch gestanden
hat. Im März d.J. hatte das Erzbischöfliche Ordinariat
Freiburg von weiteren Recherchen im Jahr 1995 berichtet. Nun sagt das
Ordinariat, die weiteren Recherchen seien eine Reaktion auf die Anzeige
des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen.
Derzeit sind 22 Opfer dieses Priesters aus Oberharmersbach bekannt. Die
tatsächliche Zahl der Opfer sei jedoch mit Sicherheit höher,
sagte der Sprecher des Erzbistums Freiburg.
Quelle: Badische
Zeitung
14.7.2010 Die
Evangelische Landeskirche
Nordelbien will die Missbrauchsopfer von Ahrensburg entschädigen. Der inzwischen pensionierte Pastor
Dieter K. soll von Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre mehrere
Jugendliche sexuell missbraucht haben. Die Bischöfin Maria Jepsen
dementiert, dass sie von den Verbrechen erfahren habe.
Quelle: Evangelischer
Pressedienst
14.7.2010 In Luxemburg
gingen bis
Ende Juni 124 Berichte über Misshandlungen und Missbrauch bei der
kirchlichen Kontaktstelle für Missbrauchsopfer ein. 91 Frauen und
Männer hatten sich als Opfer oder als Zeugen gemeldet und
berichteten von sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute oder
jugendliche Mitbewohner in sozialen Einrichtungen. 65 Berichte gingen
an die Staatsanwaltschaft.
Quelle: Radio
Vatikan
14.7.2010 In der
evangelischen
Schwesterkirche im Rheinland haben 57 Frauen und Männer über
Misshandlungen und sexualisierte Gewalt berichtet. 13 Berichte bezogen
sich auch Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen der Diakonie und
zweier kirchlicher Stiftungen. In 5 Fällen sei die Gewalt in
anderen Landeskirchen geschehen und in 3 Fällen in der
katholischen Kirche.
Quelle: FR
14.7.2010 Der neue
Augsburger
Bischof Zdarsa wurde im Interview gefragt: "Natürlich findet
sexueller Missbrauch in der Kirche seltener statt als etwa in der
Familie. Aber das Vertrauen, das man der Kirche und den Priestern
entgegenbringt, muss doch besonders hoch sein. Wiegt deswegen der
Vertrauensbruch nicht besonders schwer?"
Er antwortete: "Das ist richtig. Aber ich möchte doch darum
bitten, dass wir immer wieder differenzieren. Der Anspruch an Priester
ist hoch, und wir haben uns immer wieder neu danach auszurichten. Auch
ich muss mir bei jeder Predigt überlegen: Predigst du nicht auch
für dich? Insgesamt wird uns aber daran deutlich gemacht, dass die
Kraft, das Geheimnis Christi glaubwürdig zu verkünden, nicht
von uns kommt, sondern von Gott. Der Apostel Paulus sagt: Gottes Kraft
kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Damit möchte ich aber
keineswegs die Vergehen herunterspielen."
Quelle: Augsburger
Allgemeine
Kommentar:
Paulus
hat
mit
Sicherheit
nicht
gemeint,
dass
in
Verbrechen gegen
Kinder und Jugendliche die Kraft Gottes eine gute Chance habe, sich zu
vollenden.
13.7.2010 Johannes
Röser stellt
in CiG
"Die Priesterfrage".
13.7.2010 Das Bistum
Aachen geht
wichtige Schritte: Es ernennt zum einen auch eine weibliche
Ansprechperson für sexuellen Missbrauch. Es will jemanden mit der
Betreuung und Nachsorge für die Opfer beauftragen - das ist ein
Gesichtspunkt, der bislang kaum im Gespräch ist: Dass Opfer, die
sich als solche kenntlich gemacht haben, unter enormem psychischen
Druck stehen und auf Ansprache und Rückfrage angewiesen sein
können. Und schließlich ist auch im Blick, dass ein
(mutmaßlicher oder erwiesener) Täter seine bisherigen
MitarbeiterInnen in große Verunsicherung stürzt.
Quelle: az-web
12.7.2010 Im Bistum
Essen wurde ein
31-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Gegen ihn läuft
ein Verfahren wegen des Vorwurfs, er habe einen erwachsenen Mann zu
sexuellen Handlungen gezwungen. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
Quelle: Bistum
Essen
12.7.2010 Erstmals hat
das Bistum
München in Zusammenhang mit der Versetzung des pädophilen
Pfarrers Peter H. Fehler zugegeben.
Quelle: Süddeutsche
12.7.2010 Roman
Polanski wird nicht
an die USA ausgeliefert. Sein Hausarrest in der Schweiz ist beendet.
Quelle: Süddeutsche
12.7.2010 "Zu keiner
Zeit wurde an
die Kinder und Jugendlichen gedacht und Sorge getragen, ihnen zu
helfen." So steht es im Sondergutachten von Andrea Fischer zu den
Missbrauchsfällen bei den Jesuiten. Naheliegend ist, dass die Zahl
der Betroffenen deutlich höher sein dürfte als die Zahl
derer, die sich gemeldet haben. Das Sondergutachten empfiehlt dem
Jesuitenorden, mit Entschädigungszahlungen nicht auf die
Ergebnisse des Runden Tisches zu warten. Entschuldigungen
alleine wirkten
schal, wenn sie keine Konsequenzen hätten, heißt es u.a. in
dem Gutachen.
Quelle: Domradio
12.7.2010 Eine
Mitinitiatorin einer
Pro-Papst-Demo fragt: "Er [der Papst] hat sich bei den
Missbrauchsopfern entschuldigt - was soll er
also noch alles tun?"
Quelle: vienna
12.7.2010 Thomas von
Mitschke-Collande, Unternehmensberater in München, empfiehlt den
deutschen Bischöfen, eine neue Synode einzuberufen. Vielleicht hat
er mit der Empfehlung ja mehr Erfolg als die KatholikInnen an der Basis.
Quelle: Bistum
Essen
12.7.2010 Kardinal
Meisner sagt, die
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche habe die Seelsorge
erheblich erschwert. Ihn quäle die "Wolke des Verdachts", unter
die nun alle geraten sind. "Das ist eine wirklich teuflische
Situation", meinte er.
Quelle: Welt
Kommentar: Wer von einer
"Wolke des Verdachts" und einer "teuflischen Situation" spricht, vermeidet
mit
der
Vernebelung
und
der
Passiv-Formulierung,
Verantwortliche
für
diese
Situation
zu
benennen.
Verantwortlich für diese
Situation sind Kirchenmänner, die Kinder und Jugendliche
missbraucht haben und Kirchenmänner, die die Täter gedeckt
und die Verbrechen vertuscht haben.
11.7.2010 Auch in Chile
kommen immer
mehr Missbrauchsfälle ans Tageslicht. Quelle: Eckiger
Tisch
11.7.2010 Im
Kloster Ettal
wurde ein Erzieher beurlaubt. Ihm wird sexueller Missbrauch
vorgeworfen, der vor 25 Jahren im Kloster Scheyern in Oberbayern
geschehen sein soll. Der weltliche Erzieher bestreitet die
Vorwürfe.
Quelle: Süddeutsche
10.7.2010 Die
unabhängige österreichische Opferanwältin,
die im Auftrag der Kirche für Missbrauchsfälle zuständig
ist, hat sich Kritik von der Kirche, von den "Schulbrüdern"
eingehandelt. Diese sind verärgert über eine Anzeige durch
Klasnic. Klasnic kündigte eine weitere Anzeige gegen eine andere
katholische Einrichtung an.
Die Schulbrüder müssten nach Ö1-Angaben längst
Bescheid gewusst haben sowohl über Missbrauchsvorwürfe als
auch über zugegebenen sexuellen Missbrauch. Dafür
sprächen Erfahrungen von mutmaßlichen Opfern und ein
Gerichtsurteil. Woher die Sicherheit der Schulbrüder rührt zu
sagen, dass es sexuellen Missbrauch bei den Schulbrüdern nicht
gegeben habe, ist nicht erkennbar.
Quelle: oe1
10.7.2010 Die
"Verschlossene Auster"
2010 geht an die Deutsche Bischofskonferenz. Es ist eine Auszeichnung
für die Informationsblockaden der katholischen Kirche, die
vertuschte, verleugnete und verheimlichte. Der Kritik-Preis wird von
der Journalistenvereinigung netzwerks recherche e.V. verliehen. In der
Begründung heißt es: "Die Deutschen Bischöfe geben bei
der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die
sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den
Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und
vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren
eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit."
Quelle: www.finanznachrichten.de
Die Laudatio hielt Heribert Prantl: "Das
kalte
Herz
der
Kirche"
10.7.2010 Im Bistum
Regensburg, in
Erbendorf, wurde der Stadtpfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen
beurlaubt. Dem 58-jährigen Geistlichen werden unsittliche
Berühungen von 9-jährigen Schülerinnen
vorgeworfen.
Quelle: Oberpfalznetz
10.7.2010 Der belgische
Kardinal
Danneels hat Anzeige wegen Verletzung des
Justizgeheimnisses erstattet. Was in den vergangenen Stunden über
ihn in den Medien veröffentlicht wurde, schädige den Ruf des
Kardinals auf irreparable Weise.
Quelle: Radio
Vatikan
9.7.2010 Sexueller
Missbrauch
beginnt schleichend - Dr. Barbara
Haslbeck informiert im Bistum Bamberg
Quelle: Bistum
Bamberg
9.7.2010 Das Erzbistum
Freiburg legt
eine Zwischenbilanz vor: 36 Diözesanpriester, 4 Ordenspriester, 2
Ordensbrüder, 2 Erzieher - insgesamt also 44 Täter - werden
des sexuellen Missbrauchs zwischen 1950 und 2000 beschuldigt. 16
Diözesanpriester sind gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. 2
Anzeigen werden geprüft, 2 Hinweise lassen sich nicht einem
Täter zuordnen. Über die Anzahl der Opfer gibt es keine
Informationen.
Im März 2010 hatte das Erzbistum gesagt, es habe erst 1995 einen
Hinweis auf einen Missbrauchstäter - den Pfarrer von
Oberharmersbach - erhalten. Aber es gab bereits 1992 Hinweise aus
Oberharmersbach. Erzbischof Zollitsch - damals Freiburger
Personalreferent - sagt heute, er hätte damals zusammen mit dem
Erzbischof Saier und dem Generalvikar Bechtold Hinweisen intensiver
nachgehen müssen.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Nach Angaben von rga-online
meldeten sich alleine in Oberharmersbach 17 Opfer. Ein Brief des
Erzbischofs an die ChristInnen in Oberharmersbach ist in baden-onlinenachzulesen.
Der
Erzbischof
ist
geschockt
über
die
Anzahl der Opfer: "Damals war
uns
allen nicht bewusst, wie groß die Zahl der Betroffenen in der
Gemeinde
ist." Dem
Bericht
ist
nicht
zu
entnehmen,
ab welcher Mindestzahl an Opfern ein Erzbischof
geschockt ist.
Am 21. Mai 2010 war im Südkurier
noch von 40 Tätern im Erzbistum Freiburg die Rede.
Die Badische
Zeitung hat bereits im März Fragen an das erzbischöfliche
Ordinariat Freiburg gestellt. Nicht alle sind beantwortet.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Ackermann, hatte
gesagt: "Wo kein wirklicher Aufklärungswille vorhanden war und
Täter einfach nur versetzt wurden, müssen wir in einer ganzen
Reihe von Fällen gestehen, dass vertuscht worden ist.".
9.7.2010 Der Vatikan
hat nach der
apostolischen Visitation des Klosters Ettal den Abt Barnabas Bögle
und den Prior Maurus Kraß rehabilitiert. Sie haben keine Fehler
im Umgang mi Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch gemacht.
Beide hatten Ende Februar auf Drängen des Erzbistums
München-Freising auf ihre Ämter verzichtet.
Quelle: Domradio
9.7.2010 Seit März
dieses Jahres sind
bei der Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs
bereits 1500 Berichte eingegangen seien. Von Männern übrigens
meist schriftlich, der Älteste darunter ein Mann von 80 Jahren.
Quelle: Morgenweb
9.7.2010 Gerold Becker,
der
langjährige Leiter der Odenwaldschule, ist tot. Die von der
südhessischen Odenwaldschule beauftragten Opferanwältinnen
Claudia Burgsmüller und Brigitte Tilmann zogen eine Zwischenbilanz
ihrer Aufklärungsarbeit. Sie sprechen von mehr als 50
Opfern. "Die Gegenwehr von Opfern sexuellen Missbrauchs wurde in dem
Internat systematisch gebrochen", sagte die Wiesbadener Strafrechtlerin
Burgsmüller am Donnerstag in Heppenheim. Entschädigungszahlungen
sind
derzeit
nicht
vorgesehen.
Quelle: rp-online
9.7.2010 Papst Benedikt
XVI. hat
einen Kommissar ernannt, der die Ordensgemeinschaft „Legionäre
Christi“ nach einem Skandal um sexuellen Missbrauch disziplinieren
soll. Der italienische Kurienerzbischof und vatikanische
Wirtschaftsfachmann Velasio De Paolis soll den Orden auf jenem „Weg der
Reinigung“ begleiten, den Benedikt gefordert hatte. Ob es dem Kommissar
- im Sprachgebrauch des Vatikans „Päpstlicher Beauftragter“ -
dabei auch um das Finanzgebaren der wohlhabenden „Legionäre
Christi“ gehen wird, ließ der Heilige Stuhl in seiner Mitteilung
vom Freitag in Rom offen.
Quelle: Sächsische
Zeitung
8.7.2010 Das
Aloisius-Kolleg in Bonn
hat Julia Zinsmeister, Professorin, mit der Prüfung der
Missbrauchsfälle beauftragt. Im Aloisius-Kolleg ist von 6
Tätern und 30 Opfern die Rede.
Quelle: Domradio
8.7.2010 Die Zeitung
"La
Dernière Heure" berichtet, Godfried Danneels habe bei
Informationen über Missbrauchsfälle die Opfer entweder an die
zuständige Diözese verwiesen, gar nicht reagiert oder ihnen
ein Buch mit dem Titel "Vergeben lernen" überreicht. In seiner
gestrigen Vernehmung habe er oft mit dem Hinweis reagiert, er
könne sich nicht erinnern.
Quelle: ORF
Kommentar: Die Nachrichten
aus der belgischen Kirche sind verwirrend: die einen bauschen auf und
machen schon mal aus einem Kunstwerk ein kinderpornografisches Bild -
die anderen vertuschen routinemäßig. Da
herauszufinden,
was nun wirklich gespielt wird, ist nicht so einfach.
7.7.2010 Godfried
Danneels wurde 10
Stunden von der Justiz verhört. Er habe bestritten, von
Missbrauchsfällen gewusst zu haben. Allerdings wird auch
berichtet, dass in 50 Missbrauchs-Dossiers seht, Danneels habe von den
Verbrechen gewusst. Danneeels war von 1979 bis 2010 an der Spitze der
Erzdözse Mechelen-Brüssel und der belgischen
Bischofskonferenz. Die gefundenen Unterlagen über Dutroux sind
offensichtlich an die Presse gelangt und wurden unterschiedlichen
Leuten zugeschickt, darunter der kath. Kirche in Belgien.
Quelle: Wiener
Zeitung
7.7.2010 Ungefähr
250
Missbrauchsopfer haben sich bis gestern, Dienstag, bei der
Klasnic-Kommission, die von Kardinal Schönborn eingesetzt
wurde, gemeldet.
Quelle: Die
Presse
6.7.2010 Die belgische
Generalstaatsanwaltschaft habe das Verfahren
gegen die Kirche von Belgien an sich gezogen, berichtete der
flämische Fernsehsender VRT gestern. Sie überprüft, ob
die Durchsuchungen der Häuser der belgischen Kirche rechtens
waren. Waren sie das nicht, dürfen die beschlagnahmten Unterlagen
nicht verwendet werden.
Quelle: RP-online
6.7.2010 Bei der
Durchsuchung in
Häusern der belgischen Kirche/Bischofskonferenz sollen auch
vertrauliche Berichte über den Fall Dutroux gefunden worden sein.
Der ehemalige Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Kardinal Godfried
Danneels, wurde heute von der Staatsanwaltschaft als Zeuge
verhört. Nach Angaben des Senders RTL-TVI soll es bei dem
Verhör unter anderem um die Dutroux-Dokumente gehen, aber auch um
Vorwürfe unterlassener Hilfeleistung. Es gebe Hinweise, dass
Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden seien. Das Verhör solle
klären, ob Danneels davon gewusst habe. Wenn dem so sei,
könne ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung folgen.
Quelle: ORF
6.7.2010 Der Fall eines
Ordensmanns
aus dem Bezirk Gänserndorf wurde bekannt. Dieser wurde am
vergangenen Freitag am Landesgericht Korneuburg wegen Missbrauchs eines
Autoritätsverhältnisses zu sechs Monaten bedingter
Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, seine
Vertrauensstellung als Seelsorger ausgenützt zu haben. Demnach
habe er zwei psychisch angeschlagene junge Frauen, die in dem Kloster
Rat und Orientierung suchten, sexuellen Übergriffen ausgesetzt.
Quelle: kleine
Zeitung
6.7.2010 Die
Ermittlungen gegen
einen Ordensmann des Klosters Metten wegen übermäßiger
Gewalt und sexueller Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind
entweder bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr
pauschal und in manchen Fällen läge kein strafbares Verhalten
vor.
Quelle: idowa.de
6.7.2010 Im Fall des
Fritzlarer
Missbrauchstäters, eines Prämonstratenser-Paters, wird nun
auch gegen den Prior wegen des Verdachts der Beihilfe zum sexuellen
Missbrauch durch Unterlassung ermittelt. Der Prior soll von den
mutmaßlichen Taten des Festgenommenen gewusst, aber geschwiegen
haben.
Quelle: FR
6.7.2010 Manuel N., 29
soll als
Elfjähriger in der katholischen De La Salle Schule in Strebersdorf
über mehrere Monate hinweg von insgesamt sieben Mitarbeitern und
Geistlichen vergewaltigt worden sein. Auch Fotos und
Videoaufnahmen sollen
gemacht worden sein. Die Klasnic-Kommission hat Anzeige bei der
Staatsanwaltschaft Wien erstattet. Die Erzdiözese Wien sprach
davon, dass die Vorwürfe ernst zu nehmen seien. "Der Verdacht wird
bestätigt", hieß es. Nach Angaben der Mutter des
mutmaßlichen Opfers liegen der Kommission noch weitere
Vorwürfe von ehemaligen Schulbrüder-Absolventen vor. Das wird
vom Schuldirektor Johann Gassner dementiert: "Es gibt sicher keine
weiteren Missbrauchsfälle." Die Kongregation der Schulbrüder
weist die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs energisch
zurück. Der Provinzial der Schulbrüder, Johann Gassner,
erklärte, er habe erst heute über die Medien von den
neuerlichen Vorwürfen erfahren. Bei den Vorwürfen handelt es
sich um einen bereits Mitte der 1990er Jahre verhandelten und zweimal
von der Staatsanwaltschaft geprüften Fall, in dem die Mutter eines
mutmaßlichen Opfers den Vorwurf des Missbrauchs gegen die
Schulbrüder in Wien-Strebersdorf eingebracht hatte. Laut Ö1 habe sich zumindest ein weiteres
mutmaßliches Missbrauchsopfer bei der Opferschutzanwältin
Klasnic gemeldet und Vorwürfe gegen Schulbrüder erhoben.
Quelle: kurier.at
und kath.at
und ORF
Nachtrag:
7.7.2010 In der Wiener
Zeitung steht, dass die Schulbrüder seit Wochen gewusst
hätten, dass die Klasnic-Kommission eine "Sachverhaltsdarstellung"
abgeben wolle. Das erklärte die Opferschutzkommission.
5.7.2010 Der Papst rief
die
Gläubigen dazu auf, den Geistlichen trotz allem Liebe
entgegenzubringen. Wörtlich: "Liebt euren Bischof, liebt eure
Priester: Trotz ihrer Schwächen ist ihre Anwesenheit im Leben
wertvoll."
Quelle: ORF
Kommentar: Der
Papst
kann
leider
immer
noch
nicht
unterscheiden
zwischen
der Schwäche eines Menschen und
einem
Verbrechen, das ein Mensch begeht. Die
Frage ist, ob die Opfer die Anwesenheit eines Priesters, der sie
missbraucht, auch als wertvoll ansehen. Offensichtlich ist der Papst
noch keinen Millimeter weitergekommen in dem nötigen Versuch, das
Leben aus der Perspektive der Opfer anzuschauen. Das ist
enttäuschend - aber nicht überraschend.
3.7.2010 Der
katholische Erzbischof
von Melbourne, Australien,
entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern. - Am Freitag dieser
Woche war in
Sydney ein katholischer Priester zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.
Der heute 67 Jahre alte Mann hatte vor Gericht gestanden, in seiner
Zeit als Lehrkraft an einer katholischen High School in Sydney mehr als
20 Jungen im alter zwischen fünf und sechzehn Jahren auf zum Teil
sadistische Weise missbraucht zu haben. Opfer des Missbrauchs hatten
vor Gericht ausgesagt, die Schüler hätten in ständiger
Angst gelebt, missbraucht zu werden.
Quelle: kath.press
3.7.2010
Opferschutzorganisationen
in Belgien klagen seit längerem, dass die katholische Kirche
Missbrauchsfälle vertusche. Rund 4500 Kinder und Jugendliche
sollen Opfer von pädophilen Priestern sein. Woher diese
Information stammt, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
Quelle: news4press
Der Runde Tisch
Heimerziehung
spricht zum ersten Mal über Entschädigungszahlungen.
Genaueres ist nicht zu erfahren.
Quelle: Domradio
2.7.2010 In CiG
berichtet ein früherer katholischer Priester, der geheiratet hat,
dass er von der Kommunion ausgeschlossen ist. Er fährt fort: "Wer
jedoch als suspendierter Priester ohne Zölibatsdispens eine zivile
(kirchenrechtlich ungültige) Ehe eingeht, ist vom Empfang der
Sakramente ausgeschlossen. ... Nach staatlichem Recht
verurteilte Priester trifft diese Sanktion nicht. Ein mir bekannter
Pfarrer stand trotz mehrfacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs
von Kindern immer wieder der Eucharistie vor. Er wurde im letzten Jahr
suspendiert, 24 Jahre nach den ersten öffentlich bekannt
gewordenen Vorfällen."
2.7.2010 Der Spiegel
berichtet über die Rolle Ratzingers im Missbrauchsskandal. Danach
sieht es so aus, als habe der Vatikan erst auf Druck von Bischöfen
gehandelt.
2.7.2010 In Belgien hat
die Justiz
den Verdacht, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle
vertuscht habe. Seit 1998 gibt es - anlässlich der Dutroux-
Enthüllungen - eine kirchliche Kommission. An deren Arbeit
kritisierte Rik Devillé, katholischer Priester, dass ANzeigen
nicht nachgegangen werde. Devillé hat sich in den 90er Jahren
mit über 300 Beschwerden von Opfern beschäftigt. Nach seiner
Schätzung habe die Kirche davon nur etwa 5% weiterverfolgt.
Quelle: Tagesspiegel
2.7.2010 Der
Münchner
Erzbischof hat Missbrauchsopfer getroffen. Quelle: kath.web
2.7.2010 Der
Vatikan-Anwalt in den
USA, Jeffrey Lena, sieht kein Risiko für den Vatikan, dass er
durch Entschädigungszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs von
Priestern in den USA in den Bankrott gehen müsse. In dem konkreten
Missbrauchsfall, um den es in Oregon gehe, sei der Priester nicht
Angestellter des Heiligen Stuhls, sondern dem Orden unterstellt, dem
der Täter angehört. Der Vatikan-Jurist erkennt an, dass es
bei dem Opfer um ein wirkliches Opfer gehe.
Quelle: Radio
Vatikan
2.7.2010 Ein
weiteres
mutmaßliches
Opfer
des
in
einem
anderen
Fall
geständigen
Pater
G. meldet sich nun zu Wort. Das Opfer soll in
einer Kapelle in Nussdorf (Seelsorgeeinheit Birnau)
missbraucht worden sein. Der Bistumssprecher des Erzbistums Freiburg
geht davon aus, dass die Kapelle in Nussdorf dadurch nicht entweiht
wurde. Die Staatsanwaltschaft
Konstanz
prüft derzeit, ob der Erzbischof von Freiburg für die
Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern Nußdorf und
Deisenberg zuständig war oder nicht. Eingerichtet wurde die Seelsorgeeinheit
durch das Erzbistum Freiburg. Das Erzbistum Freiburg geht davon aus,
dass die alleinige Verantwortung, auch bei Personalentscheidungen, beim
Abt von Mehrerau liege. In den Leitlinien
der Bischoskonferenz von 2002 heißt es: "Die Zuständigkeit
für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs
Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in
bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt - unbeschadet der
Verantwortung der Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen
Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen
Unterstützung an."
Quelle: Südkurier
2.7.2010 Der Sprecher
des Bistums
auf der Insel Mallorca geht davon aus, dass es dort nie sexuellen
Missbrauch gegeben habe. Der katholische Priester Jaume Satandreu
hingegen berichtet, dass er über 2 Jahre hinweg von einem
katholischen Priester missbraucht wurde. Er sei nicht der Einzige
gewesen, der mutmaßliche Täter habe einen ganzen Harem mit
weiteren Mischülern gehalten. Als Santandreu als Elfjähriger
ins Priesterseminar in Palma eintrat und dort von den seltsamen
Vorgängen berichtete, habe man ihn auf die Bibel schwören
lassen, niemals wieder davon zu sprechen. Auch ein entsprechendes
Papier habe er unterschreiben müssen, berichtet Satandreu.
Quelle: Mallorca-Zeitung
2.7.2010 In der
Diözese Linz
meldeten sich 140 Personen und berichteten von Gewalt und
sexcualisierter Gewalt. 58 Personen werden beschuldigt, in 27
Fällen
wurden die Beschuldigungen an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet.
80 bis 90 % der ANzeigen dürften sich nach Schätzung der
diözesanen
Kommission als verjährt erweisen; ggf. ist auch ein Teil der
Täter
inzw. gestorben, nur 5 befinden sich noch im kirchlichen Dienst.
Quelle: ORF
2.7.2010 In Australien
muss der kath. Priester John
Sidney
D.
(67) für
knapp 20 Jahre ins Gefängnis. Er hat zwischen 1968 und 1986, also
18
Jahre lang, mindestens 25 Schulkinder zwischen 5 und 16 Jahren sexuell
missbraucht. Die Richter nahmen dem Angeklagten seine
geäußerte
Entschuldigung nicht ab.
Quelle: shortnews
2.7.2010 Nicht mehr so
alleine dastehen müssen - sagt ein Überlebender von Gewalt im
wdr.
1.7.2010 Die belgische
Theologin
Karlijn Demasure sagte der Zeitschrift Knack, sie habe nach Hinweisen
von Missbrauchsopfern mit Tätern gesprochen, die selbst spontan
noch zehn weitere Opfer genannt hätten. Rechne man diese Zahl
hoch, komme man auf mehr als 5000 Opfer sexuellen Missbrauchs durch
Priester. Demasure kritisierte zugleich den früheren Vorsitzenden
der Belgischen Bischofskonferenz Kardinal Godfried Danneels. Die
Pastoraltheologin gehört der unabhängigen Kommission zur
Aufklärung von Missbrauchsfällen durch kirchliche Mitarbeiter
an, die am Montag zurücktrat.
Der
niederländische Anwalt Martin de Witte aus Amersfoort berichtet,
er habe nichts dagegen, wenn die Behörden auch in den Niederlanden
eine polizeiliche Untersuchungsaktion der Kirche mache wie in Belgien.
"Noch immer herrscht eine Kultur vor, alles unter den Teppich kehren zu
wollen", sagte der Jurist. Die Justiz müsse feststellen, ob die
Kirche Unterlagen über noch nicht verjährte Fälle
besitze, in denen sie selbst nicht aktiv werden wolle, um Opfer
ausfindig zu machen. In die von der Kirche eingerichteten Kommission
zur Untersuchung sexueller Übergriffe hätten die Opfer kein
Vertrauen, meint der Jurist.
Quelle: kath.web
Kommentar: Die Hochrechnung
von Karlijn Demasure ist nach meinem Kenntnisstand realistisch: Nur 10%
der Opfer von Kirchenleuten haben sich bislang gemeldet. Die sich nicht
gemeldet haben, trauen der Kirche nicht, die Taten sind verjährt,
sie können nach Jahrzehnten halbwegs in Frieden leben und wollen
nicht noch einmal mit der Vergangenheit konfrontiert werden - die
letzten Monate waren schwer genug. Sie haben
den Glauben, dass Kirche zu ihnen steht, längst verloren.
30.6.2010 Nachhilfe in
der Deutung
von Sprache hat Kardinal Sodano erteilt. In seiner Osterpredigt hatte
er dem Papst gesagt: "Heiliger Vater, mit Ihnen ist das Volk Gottes,
das sich nicht vom Geschwätz des Augenblicks und nicht von den
Prüfungen beeindrucken lässt, die zuweilen über die
Gemeinschaft der Gläubigen hereinbrechen. Jesus hatte uns ja klar
gesagt: ”In der Welt seid ihr in Bedrängnis", doch Er fügte
sofort hinzu: "Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt." (Joh 16,33). Der Vatikan
ließ verlautbaren, dass der von Sodano verwandte Begriff
«Geschwätz» fälschlicherweise als Ausdruck
mangelnden Respekts vor den Opfern sexuellen Missbrauchs interpretiert
worden. Vielmehr handele es sich um ein wörtliches Zitat aus der
Palmsonntagspredigt des Papstes. Da habe dieser gesprochen «Mut,
der sich nicht einschüchtern lässt vom Geschwätz der
herrschenden Meinungen».
Die Vatikanmitteilung hebt hervor, dass Sodanos Haltung gegenüber
den Missbrauchsopfern von dem gleichen Mitgefühl bestimmt werde
wie jene des Papstes.
Quelle: liborius
30.6.2010 Nach
Missbrauchsvorwürfen gegen einen Prämonstratenser (30
Missbrauchsfälle, ca 10 Opfer) wird das Priorat des Ordens der
Prämonstratenser im nordhessischen Fritzlar zum 1. Juli offiziell
aufgelöst.
Quelle: Domradio
30.6.2010 Eine
bemerkenswerte
"Predigt über das Richten" von Hauptpastor und Propst Dr. Johann
Hinrich Claussen.
Quelle: St.
Nikolai-Hamburg
30.6.2010 Das Bistum
Osnabrück
veröffentlicht Zahlen zu Missbrauchsfällen: 28 Hinweise auf
Fälle von sexuellem Missbrauch, die das Bistum
betreffen, sind seit Februar bei der zuständigen
Kommission eingegangen. Sie erstrecken sich über einen
Zeitraum von 70 Jahren und beziehen sich auf 16 Geistliche und 3
sonstige kirchliche Mitarbeiter des Bistums sowie 2 seit längerem
dem Erzbistum Hamburg angehörende Geistliche. Von den 16
verdächtigten Geistlichen des Bistums Osnabrück sind 11
bereits verstorben. Vier weitere sind pensioniert und nicht mehr im
Gemeindedienst. Einer dieser 4 Geistlichen wurde 2001 wegen sexuellen
Missbrauchs Minderjähriger gerichtlich verurteilt. Der 16.
verdächtigte Geistliche ist amtierender Priester des Bistums
Osnabrück. Er wurde aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe
bis auf weiteres vom Dienst entpflichtet. Ein strafrechtliches
Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft.
Quelle: Bistum
Osnabrück
30.6.2010 Der
Heinsberger Propst,
Günter M. aus dem Bistum Aachen, lässt sein Amt bis auf
Weiteres ruhen. Gehen ihn liegt der Vorwurf sexuellen Missbrauchs eines
Minderjährigen vor 20 Jahren vor. Die Staatsanwaltschaft hat nach
Feststellung der Verjährung die Ermittlungen eingestellt. Nun
läuft die kirchliche Voruntersuchung, die keine
Verjährungszeiten kennt.
Quelle: Kirche
im
Bistum
Aachen
29.6.2010 Im Erzbistum
Paderborn
liegt ein
Bericht über die Missbrauchsfälle vor, die in den letzten 5
Monaten bekannt wurden: 30 Priester werden von 40 Opfern beschuldigt.
Außerdem liegen 22 Hinweise auf andere Formen von Gewalt vor. Die
Mehrheit der Hinweise gilt für die Zeit zwischen 1960 und 1980. 12
der beschuldigten Priester sind verstorben, 3 gehören zu einem
Orden, 3 waren nicht zu ermitteln. 7 Priester sind bereits im
Ruhestand, ein Geistlicher wurde suspendiert. In 5 Fällen die
Staatsanwaltschaft eingeschaltet. 2 Ermittlungsverfahren laufen.
Quelle: Erzbistum
Paderborn
29.6.2010 Kirchliche
Missbrauchsopfer aus Belgien hielten in Brüssel eine Kundgebung
ab. Sie fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den
Missbrauchsfällen in der kath. Kirche. Ein Vertreter der
"Flämischen Arbeitsgruppe Menschenrechte in der Kirche" sagte,
dies sei die einzige Möglichkeit, gehört und anerkannt zu
werden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe erheben schwere Vorwürfe
gegen Kardinal Danneels. Der habe 2000 eine Abordnung der Arbeitsgruppe
beschieden, sie wolle die Kirche kaputt machen.
Quelle: BFR
29.6.2010 Der
Ausschussvorsitzende
der belgischen kirchlichen
Missbrauchskommission Adriaenssens fühlt sich nach der
BEschlagnahme der Akten durch diebelgische Justiz als Vertrauensperson
der Opfer durch die Justiz missbraucht, als ob er als Lockvogel
für die Opfer hätte herhalten müssen. Die Kommission
habe alle nicht verjährten Fälle (in Belgien 10 Jahre) der
Justiz gegeben. Ebenso auch die ca 100 Fälle, in denen er
ausdrücklich darum gebten worden sei. Die anderen Betroffenen
hätten um Diskretion gebeten. Adriaenssens wies darauf hin, dass
diese Leute sich bei der kirchlichen Kommission und nicht bei der
Justiz gemeldet haben.
Die Staatsanwaltschaft begründet ihr Vorgehen damit, dass es
HInweise auf Unterschlagung von Beweismaterial durch die Kirche gegeben
habe.
Quelle: faznet
28.6.2010 Normalerweise
kann der
Vatikan als souveräner Staat in den USA nicht vor Gericht gezogen
werden. Im Missbrauchsskandal gilt dies jedoch nicht. Das Oberste
Gericht bestätigte nun die Entscheidung eines Zivilgerichtes. Zivilrechtlich kann
der Vatikan
also belangt werden. Konkret ging es um einen priesterlichen
Missbrauchstäter, der ca 200
gehörlose
Kinder
missbraucht hat.
Quelle:
NZZ
28.6.2010 Der Bischof
von
Münster hat einen Pfarrer aus Münster rehabilitiert. Der
hatte sich beim Bischof gemeldet, weil er sich Vorfällen mit
Jugendlichen entsann, die längere Zeit zurücklagen. Eine
anonyme Anzeige war ebenfalls erstattet worden. Sowohl die
Staatsanwaltschaft Bochum als auch die Kommission des Bistums fanden
keine Anhaltspunkte für sexuelle Übergriffe.
Quelle: Ahlener
Zeitung
28.6.2010 Eine von der
ORF-Religionsabteilung in Auftrag gegebene Umfrage unter 500
österreichischen Pfarrer ergab: 79 Prozent sind für eine
Abkehr von der Zölibatspflicht für Priester, 51 Prozent
für die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe und 52 Prozent
bekennen, dass sie in wichtigen Fragen anders denken als die
Kirchenleitung. Gleichzeitig bilanzieren 69 Prozent, dass sie mit ihrem
ehelosen Leben bisher in Summe recht glücklich waren.
Der emeritierte Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner hat die Umfrage
geleitet. Im Gespräch mit "Kathpress" spricht er von zum Teil
beträchtlichen Divergenzen zwischen Pfarrern und Kirchenleitung
und sieht "extremen Handlungsbedarf".
Quelle: kath.web
28.6.2010 "Missbrauch
in
Institutionen - den Opfern eine Stimme geben" - Vortrag von Annette
Haardt-Becker in Vallendar am 15.06.2010, anlässlich der
Mitgliederversammlung 2010 der Deutschen Ordensobernkonferenz mit dem
Themenschwerpunkt: Sexueller Missbrauch Minderjähriger
Quelle: Innocence
in
danger
28.6.2010 In der
Diözese
Bozen-Brixen in Südtirol ist nach dem Vorwurf des sexuellen
Missbrauchs ein 74-jähriger Priester seines Amtes enthoben worden.
Quelle: Standard.at
28.6.2010 Nach der
Beschlagnahme von
fast 500 Opferakten durch die Justizbehörde haben die Mitglieder
einer Kommission für Opfer sexuellen Missbrauchs in der
katholischen Kirche Belgiens die Arbeit eingestellt. Der
Kommissions-Vorsitzende, Kinderpsychiater Adriaenssens, sagte, die
belgische Staatsanwaltschaft halte sich nicht an Absprachen.
Abgesprochen worden sei, dass die Kommission keine Vorgänge
bearbeite, in denen es um noch heute strafrechtlich relevante
Vorgänge gehe. Der Justizminister wies die Kritik des Papstes
zurück: Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs seien Sache der
Justiz und die Bischöfe seien nicht anders als andere Zeugen
behandelt worden.
Quelle: FR
Adriaenssens
sagte,
die
Justiz
habe
offensichtlich
das
Gefühl,
dass
auch
diese
Kommission verschiedene Affären unter den Teppich kehren wolle.
26.6.2010 Ein Artikel
in der
Süddeutschen gibt Einblick in den Umgang des Kloster Ettal mit
misshandelten und missbrauchten früheren Schülern. Die
Informationen sind bedrückend, überraschen aber nicht
wirklich. Solange "Aufarbeitung" auf katholisch so aussieht, muss sich
die Kirche nicht wundern, dass sie ihre Glaubwürdigkeit weiter
untergräbt - wer solche "Mitbrüder" hat, braucht keine Feinde.
Quelle: Süddeutsche
26.6.2010 Die
österreichische
Rahmenordnung zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche ist hier
nachzulesen.
25.6.2010
Die österreichische Klasnic-Kommission
beschließt vier Schadensersatz-Kategorien. In Leichteren
Missbrauchsfällen ohne überschießénde
Gewaltanwendung sollen 5000 €
gezahlt werden. Mehrfache Übergriffe über einen längeren
Zeitraum bzw.
eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter
Gewalteinwirkung
sollen mit 15000 € entschädigt werden. 25000 € sollen Opfer von
fortgesetztem Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden
seelischen Schmerzen erhalten. In besonders extremen Einzelfällen
seien
auch über 25000 € hinausgehende Entschädigungen möglich.
Quelle: kath.press
Die Plattform "Betroffene
Kirchlicher Gewalt" lehnt
die von der Opferschutzanwaltschaft vorgeschlagenen
Entschädigungssummen ab und sieht stattdessen eine
"neuerliche Beleidigung der Betroffenen". "Es
ist
ohne
Beispiel
in
der
österreichischen
Justizgeschichte,
dass
die
Vertreter
der
Täterorganisation
selbst
über die Höhe
des
Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet", so
Sprecher der
Plattform. Hans Peter Hurka, "Wir sind Kirche-Austria", zeigte sich
hingegen mit den getroffenen Regelungen zufrieden.
Quelle: kleine
Zeitung
25.6.2010
"Skydaddy"
weist
auf
mehrere
Ungereimtheiten
im
Umgang
der
Abtei
Mehrerau
mit
dem
"Fall
des
Pater
G."
hin, der in Birnau und an anderen Orten Kinder
missbrauchte. Der Autor weist auch auf Unklarheiten darüber hin,
ob ausschließlich die Abtei Mehrerau für die Seelsorgeeinheit
Birnau (mit Birnau, Nußdorf und Deisendorf) zuständig
ist oder das Erzbistum Freiburg - zumindest für die Gemeinden
Nußdorf und Deisendorf.
25.6.2010
Die Anwälte des
Papstes kämpfen gegen eine Vorladung Benedikts XVI. vor ein
amerikanisches Gericht, vor dem er dazu aussagen soll, ob der Vatikan
priesterliche Missbrauchstäter gedeckt habe. Juristen der Kirche
sagen, eine Vorladung des Papstes verstoße gegen internationales
Recht.
Quelle: 20
Minuten.ch
Kommentar:
Nach
Aussagen
der
Vatikan-Anwälte
gibt
es
keinerlei
Beweise
für
eine
Mitwisserschaft
oder
Mittäterschaft
Roms
an Missbrauchsfällen
in der Welt und in den USA. Vorausgesetzt, der Mangel an Beweisen
entspricht auch dem Mangel an Mittäterschaft und Mitwisserschaft,
könnte es eine großzügige Geste des Papstes sein, einem
weltlichen Gericht Auskunft zu geben - auch wenn eine "Vorladung" des
Papstes nicht den diplomatischen Gepflogenheiten entspricht. Eine
solche Geste könnte der Glaubwürdigkeit der Kirche ein wenig
aufhelfen.
25.6.2010
Der Vatikan zeigt sich
verwundert über das Vorgehen der belgischen
Ermittlungsbehören. Er beklagt die Verletzung der
Vertrauenssphäre der Opfer - die Ermittlungsbehrden haben die
AKten der Missbrauchsfälle konfisziert, die Handys der
Bischöfe und Kirchenvertreter beschlagnahmt und die Gräber
der früheren Brüsseler Kardinäle Jozef-Ernest Van Roey
und Leon-Joseph Suenens "verletzt".
Quelle: kipa
24.6.2010
Die
irische
Regierung
fordert
18
Ordensgemeinschaften
auf,
weitere 200
Millionen Euro zur Entschädigung von Missbrauchsopfern
aufzubringen. Entschädigt werden sollen 14.500 Iren und Irinnen.
Quelle: Radio
Vatikan
24.6.2010
Die
Missbrauchsbilanz im Bistum Hildesheim lautet: 71 Personen haben
sich zwischen Februar und Mitte Juni beim Bistum Hildesheim gemeldet
und 37 Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch
Geistliche im Bistum Hildesheim
beschrieben. 3
Diözesanpriester
wandten
seit 1995 sexualisierte Gewalt an
Minderjährigen an. Zwischen 1940 und 1995 haben sich 21
Diözesanpriester vermutlich schuldig gemacht. 17 dieser Priester
sind namentlich bekannt, aber verstorben. In einem Fall ist der
Beschuldigte im hohen Alter, der Fall aber verjährt. Drei weitere
beschuldigte Priester können namentlich nicht mehr ausgemacht
werden. Da die jeweiligen Fälle sich aber auf die 50er Jahre
beziehen, sind die mutmaßlichen Täter wahrscheinlich
verstorben und die Fälle verjährt. Genannt werden als
weitere
mutmaßliche Täter 4 Ordenspiester.
Quelle: BIstum
Hildesheim
24.6.2010 In
einer
Provinzstadt
vergewaltigten mehr als drei Dutzend Männer
über Jahre hinweg immer wieder vier Schülerinnen - und die
Behörden sagen, sie wüssten von nichts.
Eine
Kommentatorin formuliert: "Ein Land, in dem so etwas
über Jahre möglich ist, kann man getrost als
rückständig bezeichnen." Dann gehört auch Deutschland zu
den rückständigen Ländern.
Quelle: tagesspiegel
24.6.2010 Die
Staatsanwaltschaft
Würzburg ermittelt
gegen
einen
Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen
beziehungsweise von Jugendlichen. Der Beschuldigte ist Priester des
Bistums Regensburg, der im Bistum Würzburg einer kleinen
Nebentätigkeit nachgegangen sei.
Quelle: Mainpost
24.6.2010 Der Prozess
gegen den Priester,
der 2007 im Auftrag der Bischofskonferenz nach Südafrika ging,
wird seit Beginn der Woche in Südafrika fortgesetzt. In
Deutschland hat der Beschuldigte sich selbst angezeigt. Zuvor waren
Beschuldigungen gegen den Priester wegen sexuellen Missbrauchs
Minderjähriger in Deutschland angezeigt worden. Der Priester hat
zugegeben, dass die Beschuldigungen in vielen Punkten
zuträfen. Quelle: rp-online
24.6.2010 Ein
53-jähriger ehemaliger
Ministrant der Klosterkirche Birnau geht nun kirchenrechtlich gegen den
mutmaßlichen Täter Pater G. vor. Der Kläger fordert
rechtliche Schritte des Vatikan gegen den Vorgesetzten von Pater G.,
den früheren Abt aus Wettingen-Mehrerau. Seit 2001 könne sich
jeder in Missbrauchsfällen unmittelbar an den Vatikan wenden,
heißt es. Der mutmaßliche Täter ist ein
tatsächlicher Täter, denn er hat den Missbrauch gestanden.
Außerdem soll es drei weitere Missbrauchsopfer geben.
Quelle: Südkurier
Der derzeitige
Abt des Klosters weist darauf hin, dass die Untersuchung
kurz vor dem Abschluss stünde.
Quelle: kathweb.
24.6.2010 Der Trierer
Bischof Ackermann hat
21 Frauen und Männer getroffen, die in den vergangenen Jahrzehnten
Missbrauchsopfer von Klerikern waren.
Quelle: Bistum
Trier
24.6.2010 Die
Brüsseler
Staatsanwaltschaft wurde über Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch
durch eine gewisse Anzahl Geistlicher informiert und durchsuchte den
Hauptsitz der belgischen kath. Kirche, der in Mechelen ist. Ziel der
Durchsuchung ist, die Anschuldigen zu erhärten oder nicht zu
erhärten.
Quelle: NZZ
23.6.2010 Der
frühere Bischof von
Augsburg, Mixa, sagte heute, er akzeptiere die Entscheidung des
Vatikans und stelle seinen Rückstritt nicht weiter infrage. Aus
dem Palais will er ausziehen. Für den Druck, den er bei der
Unterzeichnung seines Rücktritts gespürt habe, mache er
niemanden verwantwortlich.
Quelle: FR
23.6.2010 In Vorarlberg
haben sich bei der
Ombudsstelle der Katholischen Kirche 23 Opfer von Gewalt gemeldet. Drei
stellen Entschädigungsforderungen, fünf Fällen wird
nachgegangen.
Quelle: ORF
23.6.2010 Die
österreichische
Bischofskonferenz hat u.a. beschlossen, dass die diözesanen
Ombudsstellen einheitlich zu gestalten sind. SIe müssen von
unabhängigen Fachleuten geleitet werden, die nicht
weisungsgebunden sind. Außerdem wird in jeder Diözese eine
Kommission eingesetzt, die mit
dem
Bischof
die
weiteren Konsequenzen für den mutmaßlichen
Täter mit dem Bischof berät. Der mutmaßl. Täter
wird dienstfrei gestellt. Die Opfer entscheiden, ob sie Anzeige erheben
wollen. Die Kirche rät dem Täter zur Selbstanzeige. Eine
Anzeige durch die Kirche erfolgt auch, wenn weitere Personen bei
Nichtanzeige zu Schaden kämen.
Kosten für
Therapien übernehmen die Ombudsstellen. Die
Bischofskonferenz richtet die "Stiftung Opferschutz" ein, die von
Tätern und verantwortlichen Institutionen (?) getragen werden soll.
Quelle: ORF
23.6.2010 Raul Gonzalez
Lara, Sohn des
Gründers der Leginäre Christi, Marcial Maviel Degollada
(1920-2008), hat den Orden in den USA auf Schadenersatz verklagt. Der
Anwalt Andersen ist auf kirchliche Missbrauchsfälle spezialisiert.
Er wirft Papst Benedikt XVI. und dem früheren
Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und anderen ranghohen
Kirchenführern vor, von Maciels Drogensucht und Pädophilie
gewusst zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben.
Quelle: ORF
23.6.2010 Der
frühere Leiter der
Wiener Ombudsstelle, Schüller, fordert, dass Priester, die des
Missbrauchs schuldig sind, laisiert werden.
Quelle: presse.com
23.6.2010 In der
Diözese Linz gibt es
bislang 65 Priester, Ordensleute und Laienmitarbeiter, die des
sexuellen Missbrauchs verdächtig sind.
Quelle: nachrichten.at
22.6.2010 Der Bischof
von Trier, Ackermann,
trifft in dieser Woche erstmals Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier.
Quelle: Volksfreund
22.6.2010 Dr. Johannes
Warmbrunn,
Diözesanrat des Bistums Rottenburg, hat eine bemerkenswerte Rede
gehalten, in der er den Menschen als "Maßstab" für Reformen
in der Kirche bezeichnet. Bemerkenswert ist die Rede dann, wenn sie
meint, was sie sagt.
Quelle: Bistum
Rottenburg-Stuttgart
21.6.2010 Die Trierer
Staatsanwaltschaft
stellt ein Ermittlungsverfahren gegen einen katholischen Priester ein.
Ihm wird sexualisierte Gewalt vorgeworfen, die Taten sind jedoch
verjährt.
Quelle: Volksfreund
21.6.2010 Wie immer man
darüber denken
mag, dass der frühere Bischof Mixa durch den Vatikan/Ratzinger zum
Bischof ernannt worden ist, so gilt jetzt jedoch: "Wer in eine
psychiatrische Klinik geht, braucht keinen Zynismus. Er braucht Hilfe."
So formuliert der Tagesspiegel.
21.6.2010 In Fritzlar
waren dem Prior der
Prämonstratenser-Gemeinschaft Vorwürfe sexuellen Missbrauchs
gegen ein Mitglied der Ordensgemeinschaft seit 10 Jahren bekannt. Vor
12 Jahren war eine Delegation bei der Missbrauchsbeauftragten in Fulda,
um die VOrwürfe dem Bistum Fulda mitzuteilen. Unternommen hat
weder der PRior noch das Bistum Fulda etwas. Der mutmaßliche
Täter, der inzwischen gestanden hat, hatte also 12 Jahre Zeit
für seine Verbrechen.
Quelle: hna
20.6.2010 Schuld hat
nicht der Teufel - Ein
Interview mit Bernd Deininger, der Geistliche therapiert.
Quelle: Die Zeit
20.6.2010 In profil.at
schildern kirchliche Missbrauchsopfer, wie die Kirche mit ihnen umging
- fahrlässig und beschämend.
19.6.2010 Die
Diözese Gurk-Klagenfurt
wird nächste Woche zwei Missbrauchsfälle anzeigen, die mehr
als 30 Jahre zurückliegen. Seit Jahresbeginn haben sich 44
Personen gemeldet, 22 bezogen sich auf sexuellen Missbrauch.
Quelle: Der
standard
19.6.2010 Der Papst
wusste nach Information
der FAZ von der Alkoholkrankheit von Dr. Mixa. Außerdem sollen
ihm zwei Äußerungen von einem Priester aus dem Bistum
Eichstätt und einem aus dem Bistum Augsburg vorgelegen haben, die
unabhängig voneinander identifizierten Personen geoffenbart
hatten, dass es homosexuelle Übergriffe ("sog. "Weiche
Vergewaltigung" - was immer das ist) durch Mixa gegeben habe, die ihnen
im Zustand emotionaler Abhängigkeit angetan worden seien.
Quelle: FAZ
19.6.2010 Der Vatikan
stellte auf Nachfrage
von Radio
Vatikan klar, dass es
unbegründet sei, im Fall von Bischof Juliusz Paetz von
‚Rehabilitierung’ zu sprechen. Es sei ausschließlich um das
Feiern von Messen durch den ehemaligen Erzbischof gegangen, und
für diese gelte es nach wie vor, dass er zuvor das
Einverständnis des zuständigen Bischofs einholen muss. Die
Einschränkungen, die Paetz 2002 auferlegt wurden, gelten also
unverändert.
Kommentar:
Diese
Falschmeldung
zeigt,
wie
tiefgreifend
der
Verlust
der
Glaubwürdigkeit
in
die
katholische
Kirche
ist.
Nicht
nur
Kirchenkritiker,
sondern
auch
Kirchenloyale
trauen
dem
Papst
die
Rehabilitierung
eines
Missbrauchstäters
zu.
19.6.2010 Missbrauchsopfer
haben
geredet.
Nun
stoßen
sie
auf
neues
Schweigen.
Das
ist
die
Erfahrung
von
Katharina B., die seit acht Jahren ein Notruf-Telefon
für Opfer sexueller Gewalt von Kirchenmitarbeitern betreibt.
Quelle:
Südwestpresse
19.6.2010 Piero
Gelmini,
83,
hat
Hunderte
von
Drogenentzugsanstalten
gegründet.
Im
März
2011
wird
er
sich
wegen des Vorwurfs des sexuellen
Missbrauchs an 12 Patienten seiner Entzugsanstalten zu verantworten
haben.
Quelle: Salzburg
24
18.6.2010 Im Jahre 2002
trat der damalige
Erzbischof von Posen, Juliusz
Paetz, zurück. Seminaristen und Priester warfen ihm vor, sie
jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe gegen Paetz
hatten sich bestätigt. Er verlor sein Bischofsamt und die
Erlaubnis, Priester zu weihen und Sakramente zu spenden. Der Vatikan
hat ihn nun rehabilitiert - er darf wieder Priester weihen und
Sakramente spenden.
Quelle: Tagesschau
Kommentar:
Vorausgesetzt,
diese
Nachricht
stimmt:
Es
gibt
eine
Möglichkeit,
die
Unglaubwürdigkeit
des
Vatikan
noch
deutlicher
zu machen: Der
Vatikan könnte Herrn Paetz als Visitator in Polen zur
Untersuchung der dortigen Missbrauchsfälle einsetzen. Der irische
Kardinal Cormac Murphy O'Connor, dem die Vertuschung eines
pädokriminellen Verbrechens vorgeworfen wurde, ist seit März
2010 Mitglied einer Kommission, die im Auftrag des Papstes den Umgang
der irischen Kirche mit den Missbrauchsfällen untersuchen soll. Da
ist es doch naheliegend, Herrn Paetz nach seiner Rehabilitierung mit
der Untersuchung der Missbrauchsfälle und ihrer Vertuschung
in Polen zu beauftragen. Ob die Täter und Vertuscher von gestern
die Aufklärer von heute sein werden, bezweifle ich. Und für
meine Zweifel habe ich Gründe.
18.6.2010 Die
Staatsanwaltschaft Fulda hat
ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchsvorwürfen am
Elite-Internat im osthessischen Hofbieber eingestellt.
Quelle: FAZ
17.6.2010 Nach einer
Allensbacher Umfrage
distanzieren sich die KatholikInnen immer mehr von ihrer Kirche.
Wäre die Umfrage nicht im Oktober/November 2009 durchgeführt
werden, würden die Ergebnisse wohl noch drastischer ausfallen. Nur
noch 17% der Katholiken sind "gläubige Kirchennahe". 37% nennen
sich "kritisch kirchenverbunden" und 32 % "kirchlich distanziert".
Quelle: FR
16.6.2010 Der
Missbrauch durch 12 Lehrer an
der Odenwaldschule ist verjährt. Die Verjährung gilt auch
für den Hauptbeschuldigten Gerold Becker. In vier Verfahren, u.a.
gegen Beckers Nachfolger Wolfgang Harder werde jedoch weiter wegen des
Verdachts der Strafvereitelung ermittelt. Auch ein Verfahren gegen eine
Lehrerin, die einen Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben
soll, läuft weiter.
Quelle: FR
16.6.2010 Anna Catherin
Loll und Peter
Wensierski,
SpiegelmitarbeiterInnen,
berichten
unter
dem
Titel:
"Geheime
Parallelwelt"
über
die
Gelder
der
Katholischen
Kirche
-
die
sichtbaren
und
die
unsichtbaren.
Quelle: Spiegel
Stellungnahme
des
Bistums
Limburg
15.6.2010 „Ich bin
selbst nicht frei von
Schuld, sondern musste aus meinen Fehlern lernen, um ein verwundeter
Heiler zu werden.“ Das sagte der emeritierte Erzbischof Kardinal Cormac
Murphy-O’Connor zum Abschluss des Priesterjahres in Maynooth.
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Kardinal Cormac Murphy O’Connor
hatte bereits am 20.1.2003 laut Radio Vatikan gemeint, die Kirche habe
aus den
Pädokriminalitäts-Skandalen gelernt, offener zu sein und sich
mehr um die
Opfer zu kümmern. O'Connor wurde beschuldigt, einen Fall von
Pädokriminalität in
seiner
Diözese in den 80er Jahren verschwiegen zu haben. Ob diese
Vorwürfe aufgeklärt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Seit März 2010 gehört O'Connor einer Kommission an, die
im Auftrag des Papstes dien Umgang der irischen Kirche mit den
Missbrauchsfällen untersuchen soll.
Für sich selbst den sowieso nicht unproblematischen Begriff des
"verwundeten Heilers" in Anspruch zu nehmen, ist schwer
erträglich. Demut
hätte dem Kardinal besser angestanden.
15.6.2010
Im
Bistum
Erfurt wurde Anzeige gegen einen 55-jährigen Priester
erstattet. Die Taten sollen sich Mitte der 90er Jahre ereignet haben.
Die Aussage der Betroffenen sei nicht eindeutig gewesen und hätte
kirchenintern nicht geklärt werden könnten, deshalb seien sie
der Staatsanwaltschaft übergeben worden, so der Erfurter
Weihbischof R. Hauke.
Quelle: mdr
15.6.2010
Ein
Erzieher
in einem Heim für schwer erziehbare und
straffällig gewordene Kinder und Jugendliche in Weyarn steht in
München vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, 25 Schutzbefohlene
sexuell missbraucht zu haben. Missbrauch an 5 Jungen zwischen 13 und 15
Jahren hat der pädophile Erzieher gestanden. Schuld habe seine
Frau, die ihn öfter betrogen habe.
Quelle: Süddeutsche
15.6.2010
Die
heute
55-jährige M. McCormack wurde zwischen 1970 und 1975 von
einem Prämonstratenser-Ordensmann P.B.S. in der Diözese
Kilmore, Irland, missbraucht. Sie beschuldigte auch den heutigen Primas
Kardinal Sean Brady, der damals Priester der Diözese Kilmore war,
an der Vertuschung früherer Taten des Täters beteiligt
gewesen zu sein. Brady habe vom Missbrauch zweier Jungen gewusst,
jedoch nicht die Polizei eingeschaltet. Er habe es also unterlassen,
weitere Opfer, also auch Frau McCormack, zu schützen. Die irische
Kirche zahlt dem Missbrauchsopfer 250.000 €. Die Entschädigung
teilen sich die Diözesen Armagh und Kilmore und der
Prämonstratenser-Orden.
Quelle: ORF
15.6.2010
Der
Regierungsbeauftragten
für sexuelle Übergriffe, Christine
Bergmann, wurden seit April über 1000 Fälle sexualisierter
Gewalt gemeldet. 90% der Betroffenen berichteten von wiederholtem
Missbrauch. Ein Drittel geschah im Bereich kirchlicher Einrichtungen -
vor allem katholischer, ein Drittel im Familien- und
Bekanntenkreis und ein Drittel in nicht-kirchlichen Institutionen
(Schulen, Heime, Therapieeinrichtungen). Jungen erlebten Missbrauch
häufiger in kirchlichen Einrichtungen, Mädchen häufiger
in therapeutischen Einrichtungen. Frauen erlebten doppelt so oft
Missbrauch in der Familie wie Männer. Das Durchschnittsalter
derer, die sich gemeldet haben, liegt bei 50 Jahren (17-79 J.). Mehr
als 60% der Anrufer hatten bisher mit niemandem über den
Missbrauch gesprochen.
Quelle: ZDF
14.6.2010
Im
Fall
des
Fritzlarer Priesters aus dem Orden der
Prämonstratenser, Michael L., weitet die Staatsanwaltschaft ihre
Ermittlungen aus. Bislang hat sie nur den Zeitraum von 1994 bis
2001 untersucht. Nun will sie auch in der jüngeren Vergangenheit
untersuchen. Die ursprüngliche Opferzahl von 30 Kindern wurde
korrigiert: Es handelt sich um 30 Missbrauchsfälle, von denen etwa
10 Ministranten betroffen sind.
Quelle: hna.de
14.6.2010
Im
Bistum
Münster
kam es nach Angaben der Bistumskommission zu 106
Opfern von 56 beschuldigten Priestern.
Quelle: Bild
12.6.2010 Katholische
Kirche-
wohin? Ein Gespräch über
Macht,
Moral
und
Missbrauch,
die
Folgen
für
die
Opfer
und
die
Gemeinschaft
der
Glaubenden
-
hörenswert.
Die
Langfassung ist hier
(Teil 1) und hier
(Teil 2) zu hören.
12.6.2010 Der
emeritierte Bischof
Mixa zeigte sich - oder: ist/war - enttäuscht über das
Verhalten der Kirche . Offenbar waren kirchliche Würdenträger
an den unbestätigten Missbrauchsvorwürfen beteiligt. "Das
Bistum Augsburg" habe eine 8 Sätze lange Notiz angefertigt, die
der Augsburger Weihbischof Losinger dem Generalstaatsanwalt
weitergeleitet habe. Das angebliche Missbrauchsopfer habe den Verdacht
umgehend als unbegründet zurückgewiesen.
Quelle: Süddeutsche
12.6.2010
Die
Missbrauchsbeauftragte
der
Bundesregierung
Bergmann sagt im
Interview mit der Welt:
"Und
ich
versichere
Ihnen,
es
ist noch längst nicht alles bekannt. Wir
stehen erst am Anfang." Diese Einschätzung teile ich.
12.6.2010
"Und
je älter ich werde, umso stärker leide ich" - ein
Missbrauchsopfer aus
dem Josefsheim in Wettringen berichtet u.a. davon, dass es eine
Entschädigung möchte und nicht erhält.
Quelle: Ruhrnachrichten
11.6.2010
Die
Diözese
Graz-Seckau
hat
die
Suspendierung
von
zwei
Priestern
aufgehoben.
Sie
waren
vor
12
bzw.
20
Jahren
wegen
Sexualdelikten
verurteilt worden. Kinder waren in beiden Fällen nicht beteiligt.
Unter
Auflagen arbeiten diebeiden Priester wieder in ihren Gemeinden. Ein
dritter Fall in der Diözese Graz-Seckau ist noch ungeklärt.
Quelle: die
Presse
11.6.2010
In
den Jahren 1994 bis 2001 soll ein katholischer Priester, Mitglied der
Prämonstratenser, aus dem Bistum
Fulda, in seiner Kirchengemeinde in Fritzlar Ministranten missbraucht
haben. Insgesamt gebe es mehr als 30 Opfer, teilte die
Staatsanwaltschaft in Kassel mit. Die Kriminalpolizei hatte bei
Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial, digitale Bilder, gefunden,
mit der sich die
Schuld des Geistlichen belegen lässt. Der Pfarrer
hat bei der Vernehmung durch die Haftrichterin ein Geständnis
abgelegt.
Quelle: Spiegel
11.6.2010
Der
Papst
hat
sich
bei
den
Missbrauchsopfern
entschuldigt.
Er
sagte:
„Es war zu erwarten,
dass dem bösen Feind das neue Leuchten des Priestertums nicht
gefallen würde... So ist es geschehen, dass gerade in diesem Jahr
der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von
Priestern bekannt wurden – vor allem der Missbrauch der Kleinen, in dem
das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein
Gegenteil verkehrt wird. Auch wir bitten Gott und die betroffenen
Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir
alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu
lassen; dass wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei
der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um
die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und dass wir die Priester
mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in
Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und
behüte.“
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar:
Die Sprache ist kaum verständlich. Der Leserin ist unklar, wer der
"böse Feind" ist, der verantwortlich für das Bekanntwerden
der Sünden
ist - nicht für die Sünden selbst. Auch das "neue
Leuchten des
Priestertums" habe ich nicht registrieren können, das dem
bösen Feind
nicht gefallen hat. Es wird sich zeigen, ob den Worten Taten folgen.
11.6.2010
„Wir
sind
hinabgestoßen worden, durch diverse Priesterskandale, in die
Gossen der Welt. Das ist nicht unser Platz.“ Das sagte der Kölner
Erzbischof beim Priestertreffen in Rom.
Quelle: domradio
11.6.2010 In
Jütland
soll
eine
Äbtissin
eine
74-jährige
Nonne
bei
klirrender
Kälte
so
lange
ausgesperrt
haben,
bis
sie
starb.
Eine
ehemalige Novizin erhebt schwerste Vorwürfe gegen Theresa B. Sie
führte ihr Kloster offenbar mit eiserner Hand - der Vatikan griff
nicht ein - und auch sonst niemand. Diese Tat - vermutlich:
Misshandlung mit Todesfolge - ist verjährt.
Quelle: Spiegel
10.6.2010
Bischof
G.
Fürst,
Rottenburg-Stuttgart,
hat
den
7000
Menschen
seines
Bistums,
die
in
diesem
Jahr
aus
der
Kirche
ausgetreten
sind,
Gespräche
angeboten. Es sei ihm wichtig, so sein Pressesprecher, zu hören,
was
die Menschen zu ihrem Austritt bewegt. Einer dieser Einladungen folgten
120 Menschen. Mehr dazu in der Stuttgarter
Zeitung.
Kommentar:
Wenn die Bischöfe den Menschen vor ihrem Kirchenaustritt nicht
zuhören
und ihre Verwaltungen auf Anfragen nicht reagieren, kommt das
Gespräch
zu spät, wenn es nach dem Austritt stattfindet.
11.6.2010
Bereits
1995
wusste die Diözese Innsbruck von körperlichem und
sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Bis 2010 wurde dies
geheim gehalten. 15 Jahre wurde über 33 bekannte Fälle
Stillschweigen bewahrt, erst 2010 entschloss sich die Diözese, die
Fälle und die Institutionen der Öffentlichkeit zu nennen.
Dem Ombudsmann der Diözese Innsbruck, Tauscher, gefällt dabei
das Wort "geheim halten" nicht. Er möchte lieber davon sprechen,
dass die Zeit noch nicht reif war. "Die Leute wären über uns
hergefallen, wenn wir die Einrichtungen bekannt gegeben hätten“,
so Tauscher.
Quelle: tt.com
10.6.2010
Innsbruck
– 150 Opfer von Missbrauch oder
Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim Tiroler Ombudsmann Hans
Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für Opfer in öffentlichen
Einrichtungen zählte bisher 180 Kontakte (82 konkrete
Fälle).Innsbruck – 150 Opfer
von Missbrauch oder Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim
Tiroler Ombudsmann Hans Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für
Opfer in öffentlichen Einrichtungen zählte bisher 180
Kontakte (82 konkrete Fälle).
Quelle: tt.com
10.6.2010 „Missbrauchsopfer
kommt
nicht gut an. Man ekelt sich auch vor Wunden.“
Das sagt ein anonymes Opfer des AKO. Auf Facebook wurde unter
„aloisius. das akonews magazin“ auch ein WDR-Bericht über den „2.
Eckigen Tisch“ in Oberdollendorf eingestellt. Darunter stehen Mitte Mai
zwei Kommentare. Ein Ex-AKO-Schüler schreibt: „Missbrauchsopfer
der katholischen Kirche könnte glatt zum Ausbildungsberuf werden,
so inflationär, wie sich vermeintliche Opfer melden.“ Der andere
Kommentar: „Können die nicht endlich mal Ruhe geben?“
Quelle: Merkur
9.6.2010
Vor
einem
Jahr
hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in
Geistliche, 2010 waren es nur noch 55 Prozent.
Quelle: Focus
9.6.2010
Die Münchner
Staatsanwaltschaft informierte, dass ein Benediktinerpater des Klosters
Ettal wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Strafe von 5
Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von
2000 € verurteilt wurde. Gegen weitere Klosterangehörige wird noch
ermittelt. In Ettal wurden einem
Sonderermittler zufolge von 1953 bis in die jüngste Vergangenheit
mehr als 100 Internatsschüler brutal misshandelt, einige davon
auch sexuell. Als Täter wurden 15 Mönche benannt, darunter
auch ein ehemaliger Abt.
Quelle: nachrichten.at
9.6.2010 131
Betroffene
von
Gewalt
in
Kircheninstitutionen
planen
rechtliche
Schritte
gegen
die
Kirche
-
so
die
Plattform
"Betroffene
kirchlicher
Gewalt".
Vorgesehen
seien
von
den
131
Betroffenen
von
Gewalt
in
kirchlichen
Institutionen
Aufforderungsschreiben
an
die
Kirche
bis
hin
zu
Klagen
auf
Schadenersatz, hieß es.
Quelle: ORF
9.6.2010
Die
von
Kardinal
Schönborn
ins
Leben
gerufene
Opferanwältin
Waltraud
Klasnic
berichtet
von
193
Menschen,
die
sich
wegen
Gewalt
und
sexualisierter
Gewalt
in
der Kirche bei ihr gemeldet haben. Alle
Angaben stuft sie als glaubwürdig ein. Man müsse das Wort
"Hoffnung"
wieder vermitteln, weil viele Betroffene hoffnungslos geworden seien,
dass je die Zeit kommt, wo sie jemand versteht, sagt Klasnic.
Quelle: ORF
8.6.2010
C.
Ravasio
wurde
als
Kind
in
einem
Aargauer
Kinderheim
von
Nonnen
missbraucht
und
misshandelt.
Sie
berichtet.
Quelle: a-z.ch
8.6.2010
Im
Bistum
Osnabrück
gibt
es
derzeit
21
Verdachtsfälle
wegen
sexuellen
Missbrauchs
Minderjähriger.
18
Priester
und
3
Mitarbeiter
sollen
beteiligt
sein.
Zwei
Priester
gehören
zum
Bistum Hamburg, 11 sind verstorben, 4 pensioniert - einer davon wurde
2001 wegen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Nur einer der
Verdächtigen amtierte bis zu seiner Suspendierung.
Quelle: NDR-Online
7.6.2010
Der
Pfarrer
aus
dem
Bistum
Rottenburg,
dem
sexueller
Missbrauch
an
einem
17-Jährigen,
vorgeworfen
wird,
begangen
in
den
80er
Jahren,
hat
gestanden.
Quelle: Stuttgarter
Zeitung
6.6.2010
Gegen
einen
Potsdamer
evangelischen
Pastor
werden
Missbrauchsvorwürfe
erhoben.
Bislang
reagierte
die
zuständige
Landeskirche
nicht.
Hinweise
auf
den
sexuellen
Missbrauch
eines
Minderjährigen
gibt
es
seit
2001.
Weil
der mutmaßliche
Täter die Vorwürfe stets bestritt, wurde er bislang nicht
angezeigt.
Quelle: Märkirsche
Allgemeine
6.6.2010
Ein
kath.
Pfarrer
aus
dem
Bistum
Rottenburg
steht
unter
dem
Verdacht
des
sexuellen
Missbrauchs
an
einem
damals
17-Jährigen,
der
in
den
frühern
1980er
Jahren
missbraucht
worden sein soll. Strafrechtlich
sind die Vorwürfe verjährt. Die Kommission sexueller
Missbruach berät über das weitere Vorgehen. Eine Stuttgarter
Gemeinde, die der Beschuldigte übernehmen sollte, wird ihm derzeit
nicht gegeben.
Quelle: fehmarn
24
5.6.2010
Profil.at
berichtet
von
einem
Brief
von
Kardinal
Groer,
der
dafür
spricht,
dass
der
Vatikan
den
"Fall
Groer"
vertuscht
hat.
Quelle: Profil.at
5.6.2010
Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, führt die aktuelle Krise der
katholischen Kirche auch auf die mangelnde Kommunikationsfähigkeit
der
Kirche zurück. Die Krise sei hausgemacht, sagte er. Als
Beispiele für
die Kommunikationsschwäche der Bischöfe nannte er:
Bischöfe empfänden
„die Journalisten als natürliche Feinde“, Kardinäle
täten kritische
Berichterstattung als „Geschwätz“ und Kampagnenjournalismus ab,
kirchliche Gremien kreisten um sich selbst und vergäßen die
Fragen der
Menschen.
Quelle: Radio
Vatikan
4.6.2010
Ein
kath.
Priester
und
Religionslehrer
wurde
in
Wien
wegen
des
Konsums
von
Folterbildern
von
Kindern
verurteilt:
acht Monate bedingte
Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: Standard
3.6.2010
Die
taz
kommentiert: "Dennoch war die
Anzeige richtig - und auch das Nachhaken der investigativen
Journalisten, die die Sache hartnäckig verfolgt haben. Gerade
Zollitsch muss als Vorsitzender der Bischofskonferenz eine reine Weste
haben, will er die Aufklärung des Missbrauchsskandals
vorantreiben. Insofern dienen die juristischen Vorwürfe der
Aufklärung des Geschehens. Denn nur wo alles auf dem Tisch
gelandet und so weit wie möglich geklärt worden ist, ist ein
Neuanfang der Kirche möglich. Zollitsch ist sicherlich
intelligent genug, das einzusehen."
Kommentar: Wenn in diesen
Wochen nicht wirklich alles auf den Tisch kommt, was in den
Ordinariaten und bei den Personalreferenten der Bistümer bekannt
ist, dann wird es unweigerlich einen nächsten Skandal geben. Der
Schaden wäre noch um einiges größer als er derzeit
schon ist.
s. auch die Recherchen von "Skydaddy"
3.6.2010
Der
Abt
von
Mehrerau
nimmt
Stellung
zu
den
Vorwürfen
gegen
Erzbischof
Zollitsch
und
bestätigt,
dass
das
Erzbistum
Freiburg
nicht
für
das Kloster Birnau zuständig ist, in dem der
Missbrauch begangen wurde.
Quelle: Mehrerau
3.6.2010
Nach
Ansicht des Kirchenrechtlers R. Puza, Dekan der
Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Tübingen, trägt Zollitsch
keine Schuld,
weil er für das Kloster Birnau, in dem der Missbrauch
stattgefunden haben soll, nicht zuständig war. Zuständig war
vielmehr der Abt des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau bei
Bregenz/Osterreich. Die Zisterzienser sind ein Orden päpstlichen
Rechts. Für sie ist nicht der Ortsbischof, sondern der Papst in
Rom zuständig.
Quelle: welt.de
2.6.2010
Wir sind Kirche
formuliert: "Zu fragen ist zum Beispiel, ob - wie seit 1962 vom Vatikan
gefordert - dieser Missbrauchsfall nicht erst 2006 sondern bereits
damals nach Rom gemeldet wurde. Auch die Verantwortlichkeit des
Zisterzienserordens und das wechselseitige Zusammenwirken sind zu
klären», teilte die Organisation mit. Es sei nicht
auszuschließen, dass auch andere Bischöfe und
Personalverantwortliche nicht angemessen auf Verdachtsfälle
sexualisierter Gewalt reagiert hätten. Da Zollitsch nach
Bekanntwerden der zahllosen Missbrauchsfälle einen Neuanfang
innerhalb der Kirche angekündigt habe, wäre es zu
begrüßen, «wenn auch unabhängig der
strafrechtlichen und kirchenrechtlichen Bewertung lange
zurückliegender Vorgänge Bischöfe und
Personalverantwortliche ihre jeweilige moralische Verantwortung
übernehmen würden".
Quelle: Wir sind
Kirche
2.6.2010
Gegen
den
Vorsitzenden
der
Deutschen
Bischofskonferenz,
Erzbischof
Zollitsch,
ermittelt
die
Staatsanwaltschaft
Konstanz.
Zollitsch
wird
Beihilfe
zum
sexuellen
Missbrauch
von
Kindern
vorgeworfen,
weil er in
Kenntnis von Übergriffen eines Zisterzienser-Paters als
Personalreferent veranlasst habe, dass der mutmaßliche Täter
in Birnau am Bodensee erneut angestellt wurde. Das Erzbistum nennt die
Vorwürfe haltlos.
Quelle: ORF
und Badische
Zeitung und Erzbistum
Freiburg
s.
auch
Badische
Zeitung
vom
22.4.2010
2.6.2010 Der kanadische
Bischof
Lahey, bei dem im Sept. 2009 kinderpornografische Dateien (d.h. Bilder
von gefolterten Kindern) gefunden worden waren, wird von einem Mann
angeklagt, dass er den Mann von 1982 bis 1986 als Minderjährigen
in einem Waisenheim seyuell belästigt habe. Der Beschuldigte
bestreitet den Vorwurf.
Quelle:
Radio
Vatikan
2.6.2010 Im Jahr 2009
gingen bei den
diözesanen Stellen in der Schweiz Meldungen von
Übergriffen von 14 Tätern an 15 Opfern ein. Von Januar bis
Mai 2010 wurden 72 Täter und 104 Opfer gemeldet.. Der grosse Teil
der nun gemeldeten sexuellen Übergriffe geschah zwischen 1950 und
1990. Nur 9 der 2010 gemeldeten 104 Opfer erlitten Übergriffe nach
1990. Von den von Januar bis Mai 2010 gemeldeten 104 Opfern der
vergangenen 60 Jahre waren zum Zeitpunkt der sexuellen Übergriffe
11 Kinder unter 12 Jahren, 15 weibliche und 61 männliche
Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, 12 erwachsene Frauen und 5
erwachsene Männer.
Quelle: kath.ch
2.6.2010
Rainer
Bucher
über
"Kirche auf dem Weg weg
von der
Macht hin zur Autorität"
Quelle: wir
sind
kirche.at
1.6.2010
Die
deutschen
Salesianer
berichten von 84 Meldungen mit Einzel- und
Mehrfachbeschuldigungen von Ordensangehörigen, die bis in die
1950er Jahre zurückreichen. Die Vorwürfe beziehen sich auf
körperliche und psychische Gewalt sowie sexuellen Missbrauch. Bei
39 von insgesamt 63 Beschuldigten handelt es sich um
Ordensangehörige.
Quelle: Radio
Vatikan
31.5.2010
Der
Papst
hat
den
Rücktritt
des
Erzbischofs
von
Benin
City,
Nigeria,
angenommen.
Eine
Frau
hatte
den
aus
Irland
stammenden
Bischof
beschuldigt,
sie
sexuell
missbraucht zu haben. Daraufhin bat der
Erzbischof um seinen Rücktritt. Missbrauch bestreitet er, den
Bruch des Ehelosigkeitsgelübdes gibt er zu.
Quelle: Süddeutsche
31.5.2010
Bischof
Bode,
Osnabrück,
hat
umfassende
Reformen
in
der
kath.
Kirche
gefordert.
Die
Kirche
benötige
ein
Klima
der
Offenheit.
Sie
brauche
ein
neues
Miteinander
von
Priestern und Laien, Männern und
Frauen. Autorität und Macht sollten eine radikal dienende Funktion
haben.
Quelle: kath.web
31.5.2010
Der
Vatikan
kündigte
eine
Visitation
von
4
irischen
Diözesen
an,
um
"Bischöfen,
Klerus,
Gläubigen
und
Laien
helfen, der durch die tragischen
Skandale um den Missbrauch von Minderjährigen durch Priester
entstandenen Situation adäquat entgegenzutreten".
Quelle: ORF
30.5.2010
"Aber
niemand
scheint
zu
fragen,
wie
zu
erklären
ist,
daß
zumindest
in
einer
großen
Anzahl
von
Fällen
„vom
Geist
der
Liebe
im
Rettungsdorf“
(Wichern) nichts zu spüren war,
eher das Gegenteil. Die
theologische Dimension kirchlich-diakonischer Mißhandlungen ist
mir in der ganzen Diskussion noch nirgendwo begegnet. Es geht
aber nicht nur um einzelne Sünder, sondern um ein falsch
justiertes System, an dem die Kirchen einen wichtigen, auch
ideologischen Anteil hatten."
Quelle: Dierk
Schäfer-blog:
Scham
und
Schande
-
Die
Kirchen
und
die
Heimkinderdebatte
30.5.2010
Die
Staatsanwaltschaft
Augsburg
hat
Vorermittlungen
eingeleitet
wegen
Missbrauchs-
und
Misshandlungsvorwürfen
im
Josefsheim
Reitenbuch. Sieben Personen hatten
- z.T. mit
eidesstattlichen Versicherungen - von Gewalt und sexualisierter Gewalt
berichtet - in der Zeitspanne von 1933 bis Ende der 80er Jahre. Bis
1999 stand das Heim unter der Leitung der Dillinger Franziskanerinnen,
die nach Aussage einer Schwester den immer wieder gegebenen Hinweisen
nicht nachgegangen seien.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
30.5.2010
Das
Erzbistum
Hamburg
hat
seit
dem
15.3.2010
dreizehn
Missbrauchsvorwürfe
an
die
Staatsanwaltschaft
weitergeleitet.
Die
Vorwürfe
betreffen
die
Zeit
von
1950
bis
in
die
1990-erJahre.
Sie
richten
sich gegen 8 Priester, von denen 4 verstorben sind und
zwei im Ruhestand leben. Zwei weitere wurden in den Ruhestand versetzt.
Weitere Vorwürfe betreffen einen Priester des Bistums Hildesheim,
der verstorben ist und 2 ehemalige Mitarbeiter einer kirchlichen
Einrichung im Erzbistum Hamburg.
Quelle: Erzbistum
Hamburg
30.5.2010
In
Italien
gelangten
in
den
vergangenen
Monaten
einzelne
Missbrauchsfälle
an
die
Öffentlichkeit.
Der
Generalsekretär
der
italienischen
Bischofskonferenz
Grociata
versicherte,
jeder
Missbrauchsfall
sei
einer
zu
viel,
verwies
aber
darauf, dass die Skandale der Kirche bisher kaum geschadet hätten.
(Vom Schaden für die Opfer sprach er nicht.)
In Mailand
wurde der
73-jährige Priester Domenico P. letzte Woche verhaftet, weil er
vor einigen Jahren einen 13-Jährigen missbraucht habe. In der
Wohnung des mutmaßlichen Täters wurden Kinderpornos, also
Folter-Bilder, gefunden.
Berichtet wurde auch von einem Prozess gegen einen Priester in Rom. Der
verantwortliche Bischof von Rufina, Gino Reali, hat den vor Gericht
stehenden Priester ermahnt, keine Buben mehr mit nach Hause zu nehmen.
Quelle: die
Presse
30.5.2010
"Die
Sorge
der
Kirche
gilt
dem
Wohl
der
Opfer",
sagte
der
Vorsitzende der
Italienischen
Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco. Er räumte eine
mögliche Vertuschung ein.
Quelle: Radio
Vatikan
30.5.2010
"Darin liegt das Problem der katholischen
Kirche: dass ihr die eigenen Leute schützenswerter schienen als
die Kinder, die ihnen als Schüler anvertraut wurden. Katholische
Würdenträger müsste gerade das zutiefst
erschüttern: wie kaltherzig sie mit dem großen Vertrauen der
Gläubigen umgegangen sind....Von der Scham, als verantwortliche Kirche so
versagt zu haben, weil man Missbräuche über Jahrzehnte
systematisch gedeckt hat, ist leider viel zu wenig zu spüren. Dies
ist der größte Skandal der katholischen Kirche seit Langem -
aber wie viele Stimmen sind zu hören? Die katholische Kirche will
ein lebendiger Ort des Glaubens sein. Krisen, Widersprüche, Scham,
Fehltritte, sogar Verbrechen gehören zum Lebendigen leider dazu.
Nur muss man sich dem stellen. Verdruckstes Schweigen - damit kann die
Kirche nur verlieren: an Achtung und an Mitgliedern."
Quelle: Berliner
Morgenpost
Kommentar:
Dieser Kommentar der Berliner Morgenpost ist richtig. Die Reaktionen
der Amtskirche auf Schreiben von mir bestehen - von wenigen Ausnahmen
abgesehen - im Schweigen, das nach wie vor, Krise hin oder her,
anhaltenderlebe.
30.5.2010
Hans
Küng
gibt
Papst
Johannes
Paul
II.
die
Schuld,
dass
die
Glaubenskongregation
unter
Ratzinger
nicht
gegen
Groer,
Krenn,
Haas
und
Maciel
vorgehen
konnten. Küng weist auch Benedikt XVI eine
Mitschuld
zu. Die diffamierende Äußerung Sodanos ("Geschwätz")
vom Ostersonntag
sei mit dem Papst abgesprochen, meint Küng. Und er erinnert daran,
dass
Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 2001 ein Schreiben
an
alle Bischöfe "Über schwere Vergehen" gerichtet habe, in dem
gefordert
wurde, die Missbrauchsfälle unter des Secretum Pontificium zu
stellen.
Wer gegen diese Forderng verstößt, zieht sich schwere
Kirchenstrafen zu.
Quelle: presse
30.5.2010
"...statt einer
wirklichen Geste, ihnen zu helfen. Das ist so unglaublich
bürokratisch..... Eigentlich ginge es jetzt um Emotionen, die
gezeigt werden müssten. Doch da sieht man eine ganz große
Hilflosigkeit."
Quelle: WDR
Kommentar: Das sagt Miguel Abrantes
Ostrowski vor dem gestrigen
Treffen von
Opfern mit Jesuiten in Berlin. Damit trifft er das Problem sehr genau.
Heilsam sind nicht eine Bürokratie, ein "korrektes" Verhalten der
Täterseite, wiederholte gefühllose Entschuldigungen und
Betroffenheitsäußerungen, die in Mikrofone und Kameras
gesprochen
werden, und völlig ohne das Gegenüber von Opfern
auskommen - heilsam
ist das ehrliche und authentische Mitfühlen. Und das fehlt in der
Regel. Aber das ist nicht einklagbar.
29.5.2010
Die
Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen
katholischen Pfarrer des Heidelberger Stadtteils Kirchheim, Erzbistum
Freiburg. Pfarrer S. steht im Verdacht, Mitte der 1980er Jahre
mindestens einen, wahrscheinlich aber mehrere Jugendliche sexuell
missbraucht zu haben. Der Freiburger Missbrauchsbeauftragte erstattete
Strafanzeige.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung
28.5.2010
Wege
aus
der
Vertrauenskrise
-
CiG
28.5.2010
Die
"Time"
spekuliert
über
eine
Vergebungsbitte
des
Papstes
beim
Welttreffen
kath.
Priester
Anfang
Juni
in
Rom.
Die
Kurie
betrachte
eine
solche
Bitte
als
"gefährlich", weil dadurch die
anwesenden Priester indirekt für sexuellen Missbrauch
verantwortlich gemacht würden, berichtet die Time. Im Vatikan sei
nichts über eine solche Vergebungsbitte bekannt.
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Was die x-te
Vergebungsbitte von wem auch immer - die auf ihre Korrektheit,
Verträglichkeit, Nicht-Anstößigkeit bei wem auch immer
und auch sonst und in jeder Hinsicht überprüft wurde, bevor
sie ausgesprochen wird - bewirken soll, wird mir umso unerfindlicher,
je häufiger sie ausgesprochen wird. In der Inflation der
Vergebungsbitten tendieren ihr Wert und ihre Glaubwürdigkeit gegen
Null.
28.5.2010
In
der
Kirche
Luxemburgs
ist
von
31
Fällen
sexualisierter
und
körperlicher
Gewalt
in
den
letzten
Jahrzehnten
die
Rede.
AKtuelle
Fälle
gebe
es
nicht.
Quelle: Domradio
28.5.2010
Im
Bistum
Würzburg
geht
der
Missbrauchsbeauftragte
von
83
"relevanten
Kontakten"
aus.
Er
stellt
aber
fest,
dass
die
Zahl
der
Opfer
wohl
größer
ist.
Quelle: ABendzeitung
27.5.2010
Zudem
gelte
es
einzusehen,
dass nicht nur Vergebung, sondern auch
Gerechtigkeit notwendig sei - das sagte der Papst und forderte die
italienischen Bischöfe zum offenen Umgang mit
Missbrauchsfällen auf.
Quelle: ORF
Kommentar: Diese Aussage ist bemerkenswert, weil
es der Kirche bislang um die Vergebung ging, die den Tätern - ohne
den Weg über die Opfer zu nehmen - gewährt wurde. Die
Gerechtigkeit für die Opfer war bisher kein Thema. J.B.Metz
formulierte es mal so: „Die
die
biblischen
Traditionen
beunruhigende
Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig
Leidenden wurde nämlich allzu schnell verwandelt und umgesprochen
in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen."
27.5.2010
Joaquin
Navarro-Valls,
früherer
Vatikansprecher,
hat
die
Behauptung
zurück
gewiesen,
Papst
Johannes
Paul
II.
habe
Missbrauchsfälle
vertuscht.
Im Fall des
Gründers der
Ordensgemeinschaft "Legionäre Christi", Marcial Maciel Degollado
(1920-2008), sei das kirchenrechtliche Verfahren noch unter dem
Pontifikat des polnischen Papstes eröffnet worden. Auch im Fall Groer
habe der Papst nichts vertuscht.
Quelle: kathweb.at
27.5.2010
Die
Missbrauchsbeauftragte
Raue
der
Jesuiten
stellte
ihren
Abschlussbericht
vor.
Mehrfach
als
Täter
wurden
12
Jesuitenpatres
benannt,
6
von
ihnen
sind
inzw.
gestorben.
Raue
berichtete,
dass
die
Täter über Jahrzehnte systematisch sexuelle und
körperliche Gewalt gegen Kinder geübt hätten, die von
den Oberen gedeckt und vertuscht worden waren. Insgesamt gingen seit
Ende Januar 205 Opfermeldungen ehemaliger Schüler von
Jesuitenschulen ein. Die meisten Fälle ereigneten sich in den 70er
und frühen 80er Jahre. Der derzeitige
Provinzial Dartmann
bestätigte, dass die Aufklärung nur langsam angelaufen sei.
Von den damaligen Oberen der Jesuiten erwarte er erklärungen. Die
damals Verantwortlichen, die die Täter deckten, sind heute alle
über 70 und pensioniert.
Quelle:
faz
Laut Radio
Vatikan werden 46 Patres, weltliche Lehrer und Erzieher des Ordens,
verdächtigt. Bei
vielen
Opfern
hätten
die
Übergriffe schlimme Auswirkungen auf
ihren weiteren Lebensweg gehabt. „Diese Leute, die sich da gemeldet
haben, sprechen fast durchgängig von gebrochenen Lebenswegen, von
Angst und Depressionen, Problemen im sexuellen Bereich und
zerstörten Ehen und Eheproblemen“, so Raue wörtlich. Im
Jesuitenorden seien viele Vorwürfe bekannt gewesen, ohne dass
angemessen reagiert wurde. Die vergangenen Wochen hätten die Opfer
erneut auf eine harte Geduldsprobe gestellt.
s. auch den Bericht in der FR
Abschlussbericht
von
U.
Raue
Stellungnahme
des
Provinzials
Dartmann
Spiegel:
"Wir
können
nicht
davon
ausgehen, dass wir bisher alles gehört
haben. Im Gegenteil", sagte Raue.
27.5.2010
Im
Bistum
Augsburg
wird
die
Spaltung
des
Bistums
nun
auch
im
Internet
sichtbar.
Die
Kirchenzeitung
versuchte
in
ihrer
Pfingstausgabe,
den
emeritierten
Bischof
Mixa
reinzuwaschen
von
den
Prügel- und
Untreuevorwürfen. Das Bistum hatte sich
schon zuvor
für Mixas Schläge im Kinderheim Schrobenhausen entschuldigt
und klargestellt, es nehme das Leid der Opfer "sehr ernst" und suche
das Gespräch mit den Betroffenen. Alle Zeitungen und
Nachrichtenagenturen berichteten über diese Pressemitteilung. Die
Sonntagszeitung nicht.
Quelle: Süddeutsche
26.5.2010
Im
März
wurde
ein
Pater
der
Osnabrücker
Ordensprovinz
der
Franziskaner
beschuldigt,
sich
beim
sog.
Klamottenknobeln
Jugendlichen
in
den
70er
Jahren
unsittlich
genähert
zu
haben.
Der
Beschuldigte
gestand
das unangemessene
Verhalten ein, begab sich in Therapie und wird wieder in seinem
bisherigen Amt eingesetzt.
Vorwürfe sexualisierter Gewalt, die einem anderen beteiligten
Pater zur Last gelegt werden, der den Orden 1993 verließ, werden
aufrechterhalten.
Quelle: Bistum
Osnabrück
26.5.2010
Der
Missbrauchsbeauftragte
des
Bistums
Berlin
berichtet
von
insgesamt
7
Männern
und
Frauen,
die
Missbrauchsvorwürfe
gegen
Pfarrer
erhoben
haben.
Sieben
der
8
Beschuldigten
begingen
ihre
Untaten
in
den
50er,
70er und 80er Jahren. Sieben der 8 Beschuldigten sind verstorben
oder leben im Ruhestand.
Quelle: Tagesspiegel
25.5.2010 In Italien
wurden in den
letzten 10 Jahren etwa 100 Priester
des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und nach Kirchenrecht
verurteilt. Dies geht aus einer Mitteilung des Sekretärs der
italienischen Bischofskonferenz hervor.
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Wenn 67
ehemalige Schüler
einer
Taubstummen-Schule
in
Verona bereits 24
mutmaßliche Täter - Priester und andere kirchliche
Mitarbeiter - benennen, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
22.5.2010 Ein
italienischer Bischof
wusste vom Missbrauch durch einen kath. Priester und tat nichts. Der
Pfarrer wurde 2001 verhaftet, er soll zehn Jungen zwischen 11 und 16 im
Zeltlager oder in der Pfarrei vergewaltigt haben. Der Beschuldigte
erklärt sich zum Opfer einer Intrige. Die Aussagenjedoch belasten
ihn. Der Bischof der Diözese Porto e Santa Rufina, Gino
Reali,berichtete vor Gericht, dass er 2006 Gerüchte hörte,
aber keine Beweise gehabt habe. Der Brief eines Missbruachsopfers mit
detaillierten Schilderungen zählte für ihn nicht als Beweis -
es war ja bloß der Bericht eines Opfers.
Diese Vorgänge geschehen in Italien, wenige Kilometer vom Vatikan
entfernt, der von Null-Toleranz erzählt.
Quelle: taz
21.5.2010 In Brasilien
wurde am Freitag ein römisch-katholischer Priester verhaftet, der
von einem ehemaligen Ministranten des sexuellen Missbrauchs beschuldigt
wird. Der 44jährige Marcin Michael S. soll im Pfarrhaus ein
"Sex-Verlies" eingerichtet haben, in dem er sein Opfer mit Handschellen
ans Bett fesselte. Der aus Polen stammende Priester wurde von der
Erzdiözese Rio de Janeiro all seiner Aufgaben enthoben, als am
Donnerstag der Haftbefehl bekannt wurde, erklärte ein Sprecher der
Erzdiözese. Die Kirche "drückte ihr Bedauern" aus, meldet die
Agentur AP.
Quelle: queer-news
21.5.2010
Psychotherapeuten rechnen
mit dem Bekanntwerden weiterer lang zurückliegender Fälle von
sexuellem Missbrauch oder von Gewalt gegen Heimkinder. Der
Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV),
Dieter Best, äußerte vor Journalisten am Freitag in Berlin
die Erwartung, dass da noch vieles im Verborgenen schlummert.
Quelle: Domradio
21.5.2010 Mit insgesamt
174
Fällen und Anliegen ist die von der ehemaligen steierischen
Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleitete Anwaltschaft für Opfer
kirchlichen Missbrauchs derzeit befasst.
Quelle: kath.web
21.5.2010 Im Bistum
Regensburg
wurden Ermittlungen gegen den Pfarrer von St. Georg in Painten
eingestellt - es liegt keine Straftat vor.
Quelle: Bistum
Regensburg
21.5.2010 Zuletzt
räumten drei
katholische Geistliche in Belgien
den Missbrauch von 40 Kindern ein.
Quelle: kipa
21.5.2010 Die ehemalige
Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer wird ein Zweit-Gutachten
über die Missbrauchsfälle in Jesuitenschulen erstellen. Es
ist der Versuch, das Misstrauen einiger Opfer abzubauen.
Quelle: Spiegel
21.5.2010 Die Süddeutsche
spricht von einer pastoralen Katastrophe im Bistum Augsburg.
21.5.2010 Eine
strafbewehrte Pflicht
zur Anzeige bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch soll es weiterhin
nicht geben.
Quelle: Domradio
Kommentar:
Auch
wenn
diese
Regelung
Tätern
weitere
Taten
und
Vertuschern
weiteres
Vertuschen
erlaubt,
wird
der
Entscheidung
des
Opfers
Rechnung
getragen.
Diese
Regelung,
die
auch wegen der Belastungen eines juristischen Verfahrens
für die Opfer ihre Berechtigung hat, müsste jedoch dazu
führen, die bisherigen juristischen Vorgänge
opferfreundlicher zu gestalten. Da wäre einiges zu tun. Und
das
Ziel
müsste
sein,
dass
Täter
angezeigt
werden
können,
ohne
dass das Opfer in eine retraumatisierende Situation
gerät.
21.5.2010 Der
Südkurier
berichtet, dass es im Erzbistum Freiburg 40 Missbrauchsfälle gebe.
Die Täter seien zum großen Teil verstorben und die Taten
verjährt.
21.5.2010 Der Theologe
Jan-Heiner
Tück, Wien, denkt über die nötigen Reformen in der
Kirche nach.
Quelle: NZZ
21.5.2010 "Wenn die
Bischöfe
jetzt nicht mit ihrem Volk aufbrechen, ist das Volk eines Tages dahin."
Das sagt völlig richtig Monika Maier-Albang.
Quelle: Süddeutsche
21.5.2010 In der Südwestpresse
Ulm berichtet ein Opfer über seine Erfahrungen, über die
Erwattungen an die Kirche und über Unterschiede zwischen
kirchlichen und eigenen Erwartungen.
20.5.2010
Missbrauchsopfer aus
Jesuitenschulen sind enttäuscht vom bisherigen Umgang mit den
Opfern und mit der Aufklärung. Die Vorstellungen über einen
guten Umgang mit ihnen sehen unterschiedlich aus.
Quelle: Zeit
20.5.2010 In Stormarn
soll ein
evangelischer Pfarrer über Jahre hinweg Mädchen missbraucht
haben. Das erste Opfer meldete sich 1999, aber erst jetzt hat die
zuständige evangelische Kirche die Staatsanwaltschaft
eingeschaltet und nach weiteren Opfern gefragt. Es wurden weitere
Verdachtsfälle bekannt.
Quelle: ln-online
19.5.2010 Der irische
Primas,
Kardinal Brady, wird sein Amt nicht aufgeben. Der neue Bericht spricht
von 200 Missbrauchsfällen, die im letzten Jahr der Komission
gemeldet wurden.
Quelle: Radio
Vatikan
19.5.2010 Der
Missbrauchsverdacht
gegen den Kurseelsorger von Bad Tölz hat sich ausgeweitet. Die
Staatsanwaltschaft bestätigte mehrere noch nicht verjährte
Vorwürfe. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um jenen Priester,
der mit Zustimmung des damaligen Kardinal Ratzinger von Essen nach
München geholt worden war. Dem
Bistum Essen liegen seit
den vergangenen Wochen sechs Hinweise auf sexuellen Missbrauch vor, den
der Priester vor seiner Versetzung 1980 begangen haben soll.
Quelle: ORF
und Süddeutsche
19.5.2010 Die
belgischen
Bischöfe bitten um Verzeihung. In Belgien liegen rund 300 Klagen
wegen Missbrauch vor.
Quelle: ORF
und Focus
19.5.2010 "Kaum
thematisiert wurde die Situation der Opfer." Die taz
berichtet von einem Abend in einer Hamburger Kirchengemeinde, deren
Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs suspendiert wurde. Die Sorge
um das Wohl des Pfarrers war groß.
19.5.2010 Der Rektor
des Bonner
Jesuitengymnasiums wird nach Mannheim
versetzt. Dort werde er jedoch keine Seelsorge machen, sondern
Verwaltungsaufgaben übernehmen. Ihm wird Mitwisserschaft in
Missbrauchsfällen vorgeworfen, die der frühere Schulleiter
begangen haben soll. Die Ermittlungen dauern an, weil sich immer neue
Opfer melden.
Quelle: Morgenweb
19.5.2010 Die
evangelische
Landeskirche Hannover ermittelt in sieben Verdachtsfällen wegen
sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt. Die
Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, obwohl die Fälle
strafrechtlich verjährt sind. Die Opfer sind
zwischen Ende 20 und
40 Jahre alt, die Täter zwischen 70 und 80. Der stellvertretende
Landesbischof H.-H.Jantzen sagte, er sei nicht erschüttert. Eine
Hotline, 0511-1241477, wurde eingerichtet.
Quelle: ORF
19.5.2010 In
Mülheim wurde ein
78-jähriger Priester suspendiert. Ihm wird von zwei Personen
sexueller Missbrauch vorgeworfen, der in den 70er Jahren in Holthausen
und an einem anderen Ort geschehen sein soll.
Quelle: Der
Westen
18.5.2010 Die weiteren
Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski
durch eine britische Schauspielerin scheinen undurchsichtig zu sein.
Die Anklägerin widerspricht sich.
Quelle: FR
16.5.2010 Der
Feldkircher Bischof
Fischer will mithelfen, die gegen ihn
erhobenen Gewaltvorwürfe aufzukläen.
Quelle: Radio
Vatikan
16.5.2010 Der
emeritierte Bischof
Mixa sagt: "Es tut mir weh, dass viele treue Christen wegen der
haltlosen Missbrauchsvorwürfe an mir gezweifelt haben.“ Laut focus
äußerte er sich nicht dazu, dass die Opfer der
durch Herrn Mixa verursachten z.T. gefährlichen
Körperverletzung teilweise bis heute in psychiatrischer Behandlung
sind.
Quelle: focus
16.5.2010 In
Herzogenrath, Bistum
Aachen, wurde ein katholischer Pfarrer wegen standeswidrigen
Verhaltens suspendiert. Genauere Auskünfte gibt es nicht.
Quelle: rp-online
16.5.2010 Opfer
berichten im "Netzwerk
B"
15.5.2010 In der
katholischen Kirche
in Deutschland hat die Bischofskonferenz eine "Steuerungsgruppe"
eingerichtet, die über allfällige Reformen und über
Glaubwürdigkeit statt Scheinheiligkeit nachdenken will, berichtet
der Spiegel.
Erzbischof
Zollitsch
sagte
jedoch
laut
Domradio,
es
gebe
in
der
Bischofskonferenz
keine
Überlegungen,
gemeinsam
zum
Thema
Zölibat
weiterzudenken,
da
diese
Überlegungen
ein
Thema
der
Weltkirche
seien.
Bereits
zwei
Bischofssynoden
im
Vatikan
hätten
sich
mit
großer
Mehrheit
für
die
Beibehaltung
des
Zölibats
ausgesprochen.
Papst
Johannes
Paul
II.
(1978-2005) habe
betont, dass man in dieser Frage nichts ändern könne. Nun
könne man, so Zollitsch, aber „untersuchen, warum das so ist“.
Kommentar:
Wenn
es
bereits
im
Vorfeld
der
Arbeit
dieser
Steuerungsgruppe
den
Ausschluss
bestimmter
Themen
gibt,
frage
ich
mich, über welche
Reformen denn dann gesprochen werden darf.
15.5.2010 In Wien
wartet ein Missbrauchsopfer, das sich bei der kirchlichen Wiener
Ombudsstelle meldete, seit 5 Wochen auf eine Reaktion. Die blieb
bislang aus. Wer um den psychischen Stress einer Öffentlichmachung
der eigenen Missbrauchserfahrung weiß und die
Retraumatisierungsgefahr kennt, weiß, dass eine solche
Nicht-Reaktion verantwortungslos ist.
Quelle: Wiener
Zeitung
15.5.2010 Das Martyrium
des kleinen
Daniel. FR
15.5.2010 Die
Staatsanwaltschaft
ermittelt gegen einen 76-jährigen Franziskaner-Minoriten, der
Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben soll. Derzeit spricht der
Oberstaatsanwalt von rund 10 Betroffenen. Der Pater wies die
Anschuldigungen als Intrige zurück.
Quelle: Süddeutsche
15.5.2010 Eine
britische
Schauspielerin beschuldigt Polanski, sie mit 16 Jahren missbraucht zu
haben. Der Anwalt Polanskis kann sich nicht vorstellen, dass ein
Missbrauchsopfer 26 Jahre braucht, um sich als Opfer zu erkennen zu
geben.
Quelle: Spiegel
15.5.2010 Wie im Bistum
Fulda mit
Missbrauchstätern umgegangen wurde, berichtet die FR.
Von
einer
Podiumsdiskussion
über
den
Umgang
mit
den
Missbrauchsfällen
in
Regensburg
berichtet
regensburg-digital.
14.5.2010 ÖKT -
Veranstaltung
mit Bischof Ackermann, Klaus Mertes SJ, Wunnibald Müller und
anderen. Ein Überblick aus der Zeit
und Spiegel
14.5.2010 Der Bischof
von Burlington
im US-Bundesstaat Vermont kündigte an, Immobilien zu verkaufen und
einen Kredit aufzunehmen, um die Missbrauchsopfer zu entschädigen.
Seit den 60er Jahren wurden in den USA 14 000 Menschen von ca 5000
Priestern missbraucht.
Quelle: Welt
14.5.2010 Der
emeritierte Bischof
von Augsburg, Mixa, hat nach Angaben des Sonderermittlers
Waisenhauskinder mit Faust, Stock und Gürtel geschlagen. Die
Nonnen des Kinderheimes sollen ihn beim Prügeln angestachelt
haben. Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt. Einem Mädchen
habe der Ex-Bischof laut dem Bericht des Sonderermittlers Knott gesagt:
"Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine
Zukunft ruinieren." Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau
benötige bis heute therapeutische Hilfe und sei nicht in der Lage,
Beziehungen zu führen.
Quelle: Spiegel
Süddeutsche
Sadist
in
Soutane
-
Ex-Bischof
Mixa.
Quelle: FR
Neben der
Brutalität von Mixa ist vom Brechen des Beichtgeheimnisses die
Rede: baz-online
14.5.2010 Aus dem Bistum Fulda berichtet
ein Opfer, wie es ihm im Kontakt mit der Missbrauchsbeauftragten des
Bistums ergangen ist. Die Reaktion sei demütigend - im Widerspruch
zu den öffentlichen Verlautbarungen. Die Missbrauchsbeauftragte
habe dem Opfer gesagt, dass er den Pfarrer verklagen müsse, wenn
er Schmerzensgeld wolle. Der mutmaßliche Täter streitet
alles ab. Die Missbrauchsbeauftragte versprach, ein Therapieangebot zu
organisieren. Nach 5 Wochen rief eine Frau an, die dem Opfer
unterstellte, es wolle Kapital aus der Sache schlagen. Die
Missbrauchsbeauftragte kündigt "weitere Hilfestellungen" an.
Fragen der FR werden nicht beantwortet mit HInweis auf die
Vertraulichkeit der Gespräche mit Opfern.
Quelle: FR
Kommentar: Vertrauen
schaffende Maßnahmen sehen anders aus.
13.5.2010 Die
vorläufigen
Ermittlungen gegen den emeritierten Bischof Mixa werden wohl
eingestellt. Der Verdacht sexuellen Missbrauchs hat sich nicht
erhärtet. Nach Auskunft der FAZ waren sowohl in der Justiz als
auch in der Kirche die Vorhaltungen gegen Mixa nicht abgetan worden,
weil es in den Bistümern Eichstätt und AUgsbrug Geistliche
gibt, denen sich der damalige Stadtpfarrer Mixa unsittlich
genähert haben soll. Hinweise darauf von damals noch angehenden
Priestern befänden sich in dem Dossier, das dem Papst vorlag, als
er den Rücktritt Mixas akzeptierte.
Quelle: faz
13.5.2010 Im Landkreis
Miltenberg
hat ein 62 Jahre alter Priester
zugegeben, Anfang der 90er Jahre sexuelle Kontakte zu einer damals
15-Jährigen unterhalten zu haben. Er wurde von seinen Aufgaben
entbunden. An diesem Freitag will er sich selbst anzeigen.
Der Bischof von Erfurt, Wanke, mahnte die kath. Kirche zu Reue und
Umkehr. Die bislang bekannt gewordenen Missbrauchsfälle machten
die Botschaft der Kirche insgesamt unglaubwürdig.
Stimmt.
Quelle: Stern
13.5.2010 Der
Regensburger Theologe
Beinert fordert ein neues Konzil
und sieht bis in den Vatikan hinein veränderte Perspektiven.
Quelle: nzz
13.5.2010 Ein
spanisches Gericht
ermittelt gegen Mitgliedes eines franziskanischen Ordens wegen des
Verdachts auf sexuellen Missbrauch Behinderter.
Quelle: rp-online
12.5.2010
"Nicht
die
Sorge um die
Opfer treibt die Verantwortlichen um, sondern die Frage, wie die
Hierarchie möglichst unbeschadet aus dem Schlamassel rauskommt",
sagt der suspendierte Theologe Gotthold Hasenhüttl. Ich hoffe, er
hat Unrecht - aber ich teile seine Sorge.
Quelle: Spiegel
12.5.2010 Diarmuid
Martin,
Erzbischof von Dublin, warf der katholischen Kirche in Irland vor, sich
dem Missbrauchsskandal nicht vollständig zu stellen. Noch immer
gäbe es starke Kräfte, die ein Aufdecken von
Missbrauchsfällen verhinderten. Er forderte, dass die Kirche
zugeben müssen, dass man die Sache bisher völlig falsch
angegangen sei - mit einfachen knappen und oberflächlichen
Verlautbarungen könne man sich nicht aus der Katastrophe retten.
Quelle: Radio
Vatikan
12.5.2010 Seit April
2010 gingen in
der belgischen Kirche 270 neue Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs
Minderjähriger ein. Nach dem Geständnis eines belgischen
Bischofs, dass er einen Jungen missbraucht habe, nahm die Zahl der
Missbrauchsmeldungen stark zu. Der Fernsehs4ender VRT sprach von 350
Meldungen, die bei der fläischen Telefonseelsorge eingegangen
seien. Zuletzt räumten - nach Angaben der Zeitung "Het Nieuwsblad
- drei katholische Priester den Missbrauch von 40 Kindern ein.
Quelle: Radio
Vatikan
12.5.2010 Der Bischof
von
Eichstätt ist verwundert über das Vorgehen der zwei
Mitarbeiter, die dem Bistum Augsburg einen Verdacht auf Missbrauch
durch den emeritierten Bischof Mixa meldeten, nicht jedoch den
vorgesehenen Weg zum Missbrauchsbeauftragten des Bistums Eichstätt
gingen.
Quelle: Bistum
Eichstätt
12.5.2010 Zwei Patres
des Stiftes
Kremsmünster, denen sexualisierte und körperliche Gewalt
vorgeworfen wird, haben den haben den Absolventenverband der
Altkremsmünsterer verlassen.
Quelle: kathweb.at
11.5.2010 Die niederländische Kirche hat eine
Missbrauchskommission eingesetzt, der der protestantische frühere
Bürgermeister von Den Haag, WIm Deetmann, vorsteht. Deetmann hat
eine wissenschaftliche Untersuchung angeregt und gesagt, Hilfe und
Betreuung für die Opfer müsse im Vordergrund der Arbeit
stehen. In den Niederlanden sind bei der kirchlichen Beschwerdestelle
mehr als 1500 Meldungen eingegangen - sie betreffen meistens Vergehen
von Priestern und Ordensleuten.
Quelle: Liborius
11.5.2010 Der
Missbrauchsverdacht
gegen den emeritierten Bischof Mixa,
Augsburg, scheint sich nicht zu erhärten. Es würde bedeuten:
Ein Opfer weniger - und das wäre eine gute Nachricht.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
11.5.2010 Die
Staatsanwaltschaft
Darmstadt ermittelt gegen einen 30-jährigen Walldorfer wegen
sexuellen Missbrauchs. Der Beschuldigte - Jugendbetreuer, Messdiener
und Pfarrgemeinderatsmitglied - hat mutmaßlich fünf bis 6
Kinder oder Jugendliche missbraucht.
Quelle: echo-online
11.5.2010
"Heute
sehen
wir
in
wirklich erschreckender Weise, dass die größte
Verfolgung der Kirche von Feinden nicht außerhalb kommt, sondern
aus der Sünde innerhalb der Kirche entsteht." Das sagte der Papst
auf seiner Reise nach Lissabon.
Dem ist nichts hinzuzufügen - es ist nur daran zu erinnern, dass
diese Feindschaft sich sowohl in (sexualisierter) Gewalt als auch im
Vertuschen der Straftaten äußert.
Quelle: kipa
11.5.2010 Die Stadt
Wien untersucht
Hinweise auf systematischen Missbrauch an Heimkindern und Jugendlichen
bei Sexparties in Wiener Wohnungen, die Mitte der 90er Jahre
stattgefunden haben sollen.
Quelle: orf
11.5.2010 Ein Pater aus
Arnstein,
der unter Missbrauchsverdacht geraten war, wurde zum Teil entlastet.
Der Vorwurf werde nicht weiter verfolgt, da der Schüler zum
Zeitpunkt der Tat bereits 17 bzw. 18 Jahre alt war. Außerdem war
er zu dieser Zeit kein Schutzbefohlener mehr. Der Pater soll den
Jugendlichen geküsst haben - er bestreitet den Vorwurf.
Unbestritten ist jedoch, dass der Pater sich den Vorwurf der
Körperverletzung gefallen lassen muss. Auch wenn der Jugendliche
sich nicht an Einzelheiten erinnern könne, habe es die
Übergriffe gegeben.
Insgesamt haben 7 Schüler Vorwürfe gegen vier Patres erhoben.
Drei der Beschuldigten sind mittlerweile gestorben.
Quelle: wa.de
10.5.2010 Im Bistum
Münster hat
ein heute 72-Jähriger einen früheren Pfarrer des sexuellen
Missbrauchs an ihm beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer war damals
11 Jahre alt. Der Missbrauchsbeauftragte spricht von einer misslichen
Situation, denn der Beschuldigte ist tot, eventuelle Taten sind
verjährt und die Beweislage ist schwierig.
Quelle: mv-online
10.5.2010 Der
Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz sagt, es sei
gut, dass der ÖKT zwei Veranstaltungen zum Thema Missbrauch ins
Programm aufgenommen habe. "Es sollte
aber ein Thema unter vielen wichtigen Themen bleiben", mahnt Zollitsch.
Er ruft dazu auf, auf dem Kirchentag den "Blick für wichtige
Themen zu weiten" - er denke an eine alternde Gesellschaft, die hohe
Staatsverschuldung, die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und
Frieden.
Quelle: open-report.de
Kein
Kommentar
10.5.2010 Der Bischof
von Antwerpen
hat eine erneute Überprüfung eines Missbrauchs durch einen
katholischen Priester angeordnet. Der Priester soll jahrelang
mindestens drei Jungen sexuell missbraucht haben. 2006 war der Fall
abgeschlossen worden, nachdem das Bistum über 100.000 € gezahlt
habe. Gegen den Priester sei jedoch nie ermittelt worden.
Quelle: brf
10.5.2010 Jose Saraiva
Martins,
portugiesischer Kurienkardinal weist die Kritik von Kardinal
Schönborn an der Handhabung des Falles Groer im Vatikan
zurück. Nach Auskunft von Schönborn sei der damalige
Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, con Kardinal
Sodana gehindert worden, den Fall Groer zu untersuchen. Schönborn
nannte Sodanas Wort vom "Geschwätz des Augenblicks" eine
Verletzung von Missbrauchsopfern.
Saraiva Martins meint, Schönborn hätte statt eines
öffentlichen Wortes eine brüderliche Zurechtweisung
wählen können, denn nun drohe die Gefahr, dass "sich der
Brand nocht weiter ausbreitet".
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar:
Öffentlich
eine
andere
Meinung
als
ein
Kurienkardinal
zu
äußern
ist
also
in
der
Wahrnehmung
von
Saraiva
Martins
viel
schlimmer
als
eine
Verletzung
und
Verunglimpfung
von
Missbrauchsopfern. Nach dem Motto: Mit denen kann
man's ja machen.
10.5.2010 In Fritzlar
wurde ein
Prämonstratenser-Pater beurlaubt, weil ihm distanzloses bzw.
übergriffiges Verhalten vorgeworfen wird. Die Vorwürfe werden
derzeit geprüft.
Quelle: FR
10.5.2010 Schweizer
Ärzte
weisen darauf hin, dass auch bei Ärzten sexueller Missbrauch
vorkomme - und ähnlich geleugnet werde, wie dies bisher in der
katholischen Kirche üblich war.
Quelle: a-z.ch
10.5.2010 Das Erzbistum
Hamburg hat
einen Priester beurlaubt, der Mitte der 70er Jahre einen Jugendlichen
missbraucht haben soll. Der Priester sei geständig und habe (nach
anderen Quellen: vier) weitere Betroffene benannt, mit denen es bis
1984 zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft ist
informiert.
Quelle: Radio
Vatikan und Abendblatt
10.5.2010 Die
österreichische
Pfarrerinitiative stellt fest: "Seit
mehreren
Wochen
werden
schwerwiegende
Vorwürfe
gegen
Papst
Benedikt
XVI.
bezüglich
dessen
Vorgangsweise
als
Präfekt
der
Glaubenskongregation
in
Fällen
sexueller
Ausbeutung
erhoben.
Die
bisher
unterbliebene
Klärung
durch
den
Papst
selbst schadet der
Glaubwürdigkeit aller
Bemühungen in der Kirche um einen entschiedenen
und transparenten Umgang mit den bisherigen Vorfällen und um eine
möglichst
wirksame Verhinderung weiterer Fälle." Sie fordert den Papst auf,
die schwer
wiegenden Vorwürfe gegen ihn durch eine unabhängige
Kommission überprüfen zu lassen - oder sein Amt zur
Verfügung zu stellen.
Quelle: Pfarrer-Initiative
und ORF
10.5.2010 Der
Kooperator einer
Seelsorgeeinheit im Kinzigtal wurde von der Erzdiözese Freiburg
beurlaubt. Bereits 2003 war er wegen des Vorwurfs, nicht die
vorgeschriebene Distanz zu Kindern gewahrt zu haben, beurlaubt worden.
Ein Verfahren wurde eingestellt und er unter der Auflage, diese Distanz
einzuhalten, wieder eingesetzt . Inzwischen wird ihm vorgeworfen, die
Auflage nicht eingehalten zu haben.
Quelle: BNN
Bistum
Freiburg
10.5.2010 In der Badischen
Zeitung wird am berichtet, dass der Stadtpfarrer von Gengenbach,
Erzbistum Freiburg, vor etwa 30 Jahren in Freibureg übergriffig
geworden sei. Er bestreitet dies. Er wurde beurlaubt, bis eine
Klärung herbeigeführt ist.
10.5.2010 Auf einem
sich katholisch
nennenden Internetportal wurde der Name eines mutmaßlichen Opfers
von Mixa gehandelt. Der als mutmaßliches Opfer Bezeichnete
dementierte, von Mixa missbraucht worden zu sein.
Quelle: presseportal
10.5.2010 Im Bistum
Köln wurde
ein katholischer Priester beurlaubt. Er bekannte sich schuldig, vor 34
oder 35 Jahren einen damals 15-Jährigen missbraucht zu haben.
Quelle: Generalanzeiger
10.5.2010 In einem
bemerkenswerten
Essay über den "Aufstand der Ungeschützten" formuliert
Caroline Fetscher: "Werden dessen [des himmlischen Vaters] irdische
Stellvertreter zu Tätern, bricht die letzte Illusion des Schutzes
ein. Das, und kein statistischer Unterschied, löst die besondere
Empörung angesichts von Klerikern aus, die sich kriminell an
Kindern vergehen."
Quelle: tagesspiegel
9.5.2010 Reuters
berichtet, dass
Vorwürfe von Kardinal
Schönborn, Wien, bekannt wurden: Der Kardinal-Staatssekretär
Sodano habe Ermittlungen gegen H.H.Groer verhindert. Damit habe Sodano
sich gegen Kardinal Ratzinger durchgesetzt. Schönborn trat erneut
für eine schonungslose Aufklärung ein und gegen
Täterschutz - vor dem Opferschutz.
Im April hatte es Vorwürfe aus den USA gegen Sodano gegeben, er
habe den Fall eines pädophilen amerikanischen Priesters vertuscht.
Zunächst leugnete der Vatikan, dass sie Anschuldigungen gegen den
Priester zuträfen, räumte sie dann aber ein.
Quelle: Reuters
9.5.2010 Der Bischof
von
Würzburg hat zwei Priester beurlaubt. Gegen beide ermittelt die
Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf gegen den 62jährigen Priester
besagt, er habe 1985 eine 17-Jährige sexuell belästigt.
Gegen einen 59-jährigen Priester der Diözese Fulda, der im
Bistum Würzburg arbeitete, wird wegen des Verdachts sexueller
Übergriffe gegenüber Heranwachsenden in seiner früheren
Arbeit im Bistum Fulda ermittelt. Ein Generalvikar der Diözese
Fulda, hat am 5.5. die Diözese Würzburg darüber
informiert.
Quelle: osthessen-news
9.5.2010 Im Bistum
Essen, in
Lüdenscheid, wurde ein 78-jähriger katholischer Priester
beurlaubt. Ein Missbrauchsverdacht ist der Grund. Die Vorwürfe
sind verjährt.
Quele: come-on.de
8.5.2010 Im Bistum
Limburg hat ein
Pfarrer, St. Martin in Lahnstein, grenzüberschreitendes Verhalten
im Umgang mit jungen Leuten eingestanden. Die Staatsanwaltschaft ist
informiert. Es soll sich um drei Fälle handeln.
Quelle: Bistum
Limburg
8.5.2010 Im ehemaligen
Kilianeum in
Miltenberg sollen Internatsschüler Ende der 60er und zu Beginn der
70er Jahre brutal misshandelt worden sein. Zwei ehemalige Schüler
meldeten sich während der Telefonaktion der Diözese
Würzburg. Die Fälle wurden dem Missbrauchsbeauftragten
übergeben.
Quelle: faz.net
8.5.2010 Der Papst hat
das
Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa angenommen. Begründet wurde
der Rücktritt mit einem Paragrafen des Kirchenrechts, der den
Ruhestand eines Geistlichen vorsieht wegen Kranheit oder aus anderen
schwerwiegendenGründen. Mixa ist damit auch nicht mehr
Militärbischof.
Der Weihbischof Grünwald leitet in der Vakanz das Bistum Augsburg.
Quelle: süddeutsche
8.5.2010 In der Stuttgarter
Zeitung wird berichtet, wie Täter geschützt wurden. Und
wie Gemeinden zu pädophilen Priestern halten und wie Opfer und
Menschen, die mit Opfern solidarisch sind, verunglimpft und
weggeschickt wurden.
7.5.2010 Die
fälligen Fragen
stellt n-tv:
Was wusste die Kirche von den
Missbrauchs-Vorwürfen? Waren sie schon bekannt, als Mixa zum
Rücktritt gedrängt wurde? Haben Marx und
Zollitsch darüber mit dem Papst
gesprochen?" Würden diese Fragen mit ja beantwortet werden, habe
sich die "Kirche erneut der Vertuschung schuldig gemacht".
7.5.2010 Joachim Frank
kommentiert
in der FR:
"
Der
"Fall
Mixa"
indes
ist
nicht
erledigt.
Wenn
ein
Mann
mit
solcher
Vorgeschichte,
die
offenbar
allzu
vielen
kein
Geheimnis
war,
in
höchste
Ämter
gelangen
konnte,
dann
haben
Rekrutierung
und
Rekruteure
der
kirchlichen
Führung
versagt.
Wieder
fällt
dabei
ein Schatten auf Benedikt XVI.: Die erste Personalentscheidung
des deutschen Papstes für sein Heimatland war - die Ernennung
Walter Mixas zum Bischof von Augsburg."
Ebenfalls in der FR
ist zu lesen: "Nach Informationen der Frankfurter Rundschau steht
unterdessen die Annahme des Rücktrittsgesuchs [von Bischof Mixa]
unmittelbar bevor, das Mixa im April an Papst Benedikt XVI. gerichtet
hat. Mixa soll von seinem Amt entbunden werden. Dem Papst lagen
für seine Entscheidung auch die Informationen über den
Missbrauchsvorwurf vor. Dieser bezieht sich auf die Zeit zwischen 1996
und 2005, als der heute 69 Jahre alte Mixa Bischof von Eichstätt
war.
"Zur
Unruhe
und
Besorgnis
unter
den
deutschen
Bischöfe
tragen
nicht
zuletzt
Informationen
über
eine unangemessene Nähe Mixas zu
Priesteramtskandidaten und auch Priestern bei, die - wie es heißt
- die authentische Amtsführung eines Bischofs als fragwürdig
erscheinen ließen. In Medienberichten war dies wiederholt
angedeutet worden. Trotzdem lösten die nun bekanntgewordenen
Vorwürfe mitsamt den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine
Schockwelle in der Kirchenführung aus."
Quelle: FR
7.5.2010 Die
Schülerin aus
Illertissen, die aus der Kirche austrat, darf nun doch weiterhin die
katholische Schule besuchen.
Quelle: Bistum
Augsburg
7.5.2010 In den
Niederlanden gingen
bei der bischöflichen Meldestelle für Missbrauchsfälle
inzwischen 1500 Meldungen ein. Ende März waren es 1100 Meldungen
gewesen.
Quelle: Radio
Vatikan
7.5.2010 Der Papst hat
den
Rücktritt von zwei irischen Bischöfen angenommen. Beide
wurden aufgrund ihres Alters in den Ruhestand geschickt. Der eine,
Bischof Duffy, hatte im März zugegeben, 1989 einen pädophilen
Priester geschützt zu haben, indem er gegenüber der Polizei
schwieg. In den Ruhestand geschickt wurde er jedoch aus
Altersgründen.
Quelle: ORF
7.5.2010 Bischof Mixa
weist die
Vorwürfe mit Entschiedenheit zurück und will mit der
Staatsanwaltschaft kooperieren.
Quelle: Spiegel
7.5.2010 Gegen Bischof Mixa, Augsburg, hat
die
Staatsanwalt ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Es soll Hinweise
geben, die nach den Leitlinien der DBK über den Umgang mit
Missbrauchsfällen der Staatsanwaltschaft zu melden sind. Der
Vorwurf
soll auf sexuellen Missbrauch lauten und soll sich auf Mixas Zeit
als
Bischof von Eichstätt (1996 - 2005) beziehen.
Ein
Vorermittlungsverfahren
wird eingeleitet, wenn es Hinweise gibt, die nicht übesehen werden
dürfen, wenn aber noch nicht klar ist, ob ein Ermittlungsverfahren
eingeleitet werden solle.
Quelle: domradio
7.5.2010 Im Bistum
Mainz werden
Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Pfarrer im Altkreis
Lauterbach, Dekanat Alsfeld, erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich
auf die Jahre 1991/1992. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Der
mutmaßliche Täter kann sich nicht dazu äußern -
aus gesundheitlichen Gründen.
Quelle: lauterbacher-anzeiger
6.5.2010 Brasilien:
Seit Ende April
ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den katholischen Priester Fernando
Karadima. Mehrere Männer werfen ihm vor, sie wiederholt
sexuell be- lästigt zu haben, während sie – als Jugendliche
oder junge Erwachsene – an seiner Pfarrei tätig waren. Der
bisherige Anwalt des mutmaßlichen Sexualverbrechers hatte
psychiatrische Gutachten von den Opfern anfordrn wollen. Der jetzige RA
bemüht sich um Schadensbegrenzung. Der Erzbischof von Santiago gab
zu, eine kircheninterne Ermittlung gegen den Pfarrer von El Bosque 2005
gestoppt zu haben. Der Anwalt des mutmaßlichen Täters
berichtet, dieser sei "sehr mitgenommen".
Quelle: womblog
6.5.2010 In
Österreich wurden
bisher ca 150 Verdachtsfälle auf sexualisierte Gewalt bei der von
Waltraud Klasnic geleiteten Anwaltschaft für
Opfer kirchlichen Missbrauchs angezeigt. Die
Ombudsstellen verzeichneten ihrerseits im April "einen spürbaren
Rückgang". Österreichweit habe es insgesamt 257 Kontakte
gegeben,
teilte der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata, mit. In
den Monaten davor habe es 566 Kontakte mit allen Ombudsstellen
gegeben, fast alle davon im März.
Quelle: Kleine
Zeitung
6.5.2010 Fälle
sexualisierter
und körperlicher Gewalt hat die katholische Kirche jahrzehntelang
vor der Justiz verborgen gehalten. Das berichtet das Justizministerium
in München. In diesem Jahr gab es 41 Ermittlungsverfahren und 55
Fälle von Vorermittlungen. Nur 2 der fast 100 Fälle betreffen
die evangelische Kirche. In manchen Fälle habe sich gezeigt, dass
die kath. Kirche die Verdachtsfälle seit langem kannte.
Auffällig gewordene Geistliche wurden versetzt. „Das ist eine Art des
Umgangs mit
den Opfern, die man
als in hohem Maße zynisch bezeichnen muss“, sagte dazu die
stellvertretende Ausschusschefin Petra Guttenberger (CSU). In mehr als
der Hälfte der Fälle wird es keine Verhandlungen geben - sie
sind verjährt oder die verdächtigen Priester sind tot.
Elke
Hümmeler, Vorsitzende der Kommission „Prävention von
sexuellem Missbrauch“ im Münchner Ordinariat, berichtet von der
Arbeit zur internen Aufklärung von Übergriffen von Priestern.
Eine Gruppe im Ordinariat sei zurzeit damit beschäftigt, die
Personalakten zu sichten. Sie sagt: „Wir sind erschüttert
über das, was wir finden.“ Man stoße auf ganz viel
Vertuschung aus der Vergangenheit. Es gebe versteckte Hinweise, die
Akten seien unvollständig, es fehlten häufig auch wichtige
Unterlagen wie Gutachten. Es sei der Hammer, so Hümmeler weiter,
dass in der Erzdiözese pädophile Priester wieder in der
Gemeindearbeit eingesetzt worden seien. So wisse man nun von einem
pädophilen Seelsorger, der versetzt und wieder
rückfällig geworden sei.
Quelle: Abendzeitung
Quelle: BR-Online
Quelle: Wir sind
Kirche
6.5.2010 Kardinal
Levada,
Präfekt der Glaubenskongregation, soll - wie das üblich war
- bis 2002 mehrere pädophile Priester erneut eingesetzt
haben. Er sagt, er habe Anfang der 80er Jahre noch nie von einem
übergriffigen katholischen Priester gehört gehabt.
Quelle: Spiegel
6.5.2010 Anja
Röhl, Tochter des
Konkret-Herausgebers Klaus Rainer Röhl, berichtet, dass sie von
ihrem Vater, heute 81, missbraucht wurde.
Quelle: Welt
6.5.2010 Der Bischof
von Regensburg,
Müller, hat katholische Geistliche aufgefordert, sich durch die
vielen Berichte über Missbrauchsfäälle nicht
einschüchtern zu lassern. Er kritisierte, dass es den Medien
gelungen sei, katholische Kirche und Missbrauch in eine Verbindung zu
bringen. Dabei falle der bewiesene statistische Anteil von
Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 %.
Quelle: open-report
6.5.2010 In Brasilien
hat der
Erzbischof von Porto Alegre, Dadeus Grings, zum Auftakt der
jährlichen Bischofskonferenz in einer Rede vor 300 Kollegen
gesagt: "Wenn man beginnt, Homosexuellen Rechte zuzugestehen, ihnen das
Recht gibt, sich öffentlich zu äußern, werden bald
einige denken, dass auch Pädophile Rechte haben." Bei diesen
Vergehen handele es sich um Verbrechen, die bestraft werden
müssten, sagte er. Die Bischofskonferenz war nicht für eine
Stellungnahme zu erreichen.
Quelle: google.com
5.5.2010 Der Bischof
von Essen
äußerte seine Beschämung und Fassungslosigkeit
über sexualisierte Gewalt inm Bistum Essen. Insgesamt geht das
Bistum bisher 49 Hinweisen auf Fällen sexuellen Missbrauchs
aus den 50er, 60er und 70er Jahren nach. Die Vorwürfe richteten
sich gegen 22 Priester, fünf Ordensgeistliche, einen Diakon und
vier kirchliche Mitarbeiter, die zum größten Teil bereits
verstorben seien. Drei Priester wurden vom Dienst beurlaubt.
Quelle: evangelisch.de
5.5.2010 Die Staatsanwaltschaft
ermittelt
im
Umfeld der Birnau. Es besteht der Anfangsverdacht, dass es
durch Pater G. nicht nur in den 60er-, sondern auch Ende der 80-er,
Anfang der 90-er Jahre in der Birnau zu sexuellen Übergriffen kam.
Gibt es solche Fälle, sind sie möglicherweise noch nicht
verjährt.
Der
Bericht
schildert auch, wie im Umfeld des Klosters Birnau mit einem Opfer
umgegangen wird.
Quelle: Südkurier
5.5.2010 Ein Mann aus
dem Bistum
Paderborn berichtet, dass er mit 13 Jahren von einem katholischen
Priester missbraucht wurde. Der Missbrauchsbeauftragte hält die
Schilderung des mutmaßlichen Opfers für authentisch. Der
beschuldigte Priester lebt in einem Seniorenheim. Das Verbrechen ist
vermutlich verjährt.
Quelle: Westfalen-Blatt
5.5.2010 Ein in
Südafrika des
sexuellen Missbrauchs angeklagter katholischer Priester hat gestanden,
im Bistum Aachen Kinder missbraucht zu haben. Er war von 1994 bis 2007
im Pfarrdienst in verschiedenen Gemeinden am Niederrhein tätig.
Die Vorwürfe, die in Südafrika erhoben werden, bestreitet der
Angeklagte.
Quelle: Der
Westen
5.5.2010 In Spanien hat
ein
Karmeliter-Orden die Staatsanwaltschaft Valencia informiert, dass einem
kath. Priester sexueller Missbrauch an einem Kind im Jahr 2007
vorgeworfen wird.
Quelle: news
Yahoo
4.5.2010 Dr. Barbara
Haslbeck hat in
einer Veranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinde Bamberg den
Finger in die Wunde der Kirche gelegt. Sie weist im Interview darauf
hin, dass die Perspektive der Opfer eingenommen werden muss und die
Kirche Mit-Gefühl mit den Opfern entwickeln muss. Daraus, so Dr.
Haslbeck, entwickeln sich die Konsequenzen.
Quelle: Bayerischer
Rundfunk
Kommentar: Dem ist nichts
hinzuzufügen. Vielleicht ist nur zu ergänzen, dass die vielen
vielen Entschuldigungsbitten oft schon gesprochen sind, noch bevor die
Opfer erzählen konnten, was ihnen geschehen ist und welche
Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hatte.
s. auch: Dr.
Haslbeck:
Gott
deckt
die
Pfarrer
4.5.2010 Kardinal
Meisner sagt,
sexueller MIssbrauch sei ein verabscheuungswürdiges Verbrechen.
Und besonder schlimm sei es, wenn Priester die Täter seien, denn
ihre Verbrechen (er sagt: Taten) beschädigten auch „das
Vertrauen, das der Kirche als Ganzer entgegengebracht wird“.
Quelle: Domradio
Kommentar: Kardinal Meisner
hat erneut die Kirche im Blick. Offensichtlich ist das die bevorzugte
Blickrichtung von Kirchenleuten. Opfer finden das zerschlagene
Vertrauen in Kirche auch schlimm. Aber viel schlimmer ist für sie,
dass das Vertrauen in Gott zerschlagen wurde. Es wäre an der Zeit,
dass Kirchenleute die Perspektive der Opfer befragen und nicht
permanent ihre eigene Perspektive.
4.5.2010 Eine
Schülerin einer
kirchlichen Schule in Illertissen ist aus der Kirche ausgetreten. Die
Schulleitung beabsichtigt, sie wegen Verstoßes gegen den Vertrag
des Schulbesuchs aus der Schule auszuschließen.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar:
Es
gäbe
noch
eine
andere
Reaktion:
Kirche
könnte
die
Kritik
dieser
Schülerin
ernst
nehmen
und
der
Schülerin
helfen,
ihre
eigene
Gewissensentscheidung
zu
treffen
und
durchzuhalten
-
auch
wenn die
gegen den Schulvertrag verstößt. Eine junge Frau, die zu
ihrer Gewissensentscheidung steht, obwohl ihr Sanktionen drohen,
müsste als Geschenk für ihre Schule betrachtet werden. Und
Kirche hätte die Möglichkeit, dieser jungen Frau
überzeugend zu zeigen, dass der Grund ihres Austritts aus der
katholischen Kirche hinfällig ist - indem Kirche sich zu den
Opfern bekehrt. So einfach wäre das.
4.5.2010 Das Erzbistum
Köln hat
einen katholischen Priester beurlaubt. Der Priester hat Mitter der 70er
Jahre einen Jugendlichen missbraucht. Der Priester ist geständig.
Weitere Vorwürfe liegen nicht vor. Die Tat ist verjährt. Das
Erzbistum ist in Kontakt mit dem Opfer.
Quelle: Erzbistum
Köln
4.5.2010 Das Erzbistum
Hamburg hat
die Beurlaubung eines Priesters wieder aufgehoben. Von zwei angeblichen
Missbrauchsopfern liegen inzw. eidesstattliche Erklärungen vor,
die den Priester entlasten.
Quelle: Abendblatt
4.5.2010 Der
Missbrauchsbeauftragte
der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hält es für falsch,
wenn die Institution Kirche sich für die Missbrauchstaten
entschuldigt. Verantwortlich für Missbrauch seien die Täter,
nicht die Institution. Das gelte auch für die Verantwortlichen,
die den Vorwürfen nicht nachgegangen sind, wie sie es - auch nach
damaligen Kriterien - hätten tun müssen.
Quelle: focus.de
4.5.2010 Die
Aufklärung im
Franz-Sales-Haus im Bistum Essen wird sehr unterschiedlich beurteilt.
Ein Opfer hat Angst, zum zweiten Mal Opfer zu werden - jetzt durch die
schleppende Aufklärung. Morgen will der Bischof von Essen die
Presse informieren. Drei ehemalige Heimbewohner haben sich beim Bistum
Essen gemeldet. Sie berichten von der ganzen Palette sexualisierter
Gewalt durch einen Geistlichen.
Quelle: Der
Westen
4.5.2010 Nach
Informationen der Initiative
gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.
gibt es neue Verdachtsmomente gegen Pfarrer K., die über das
bereits Bekannte hinausgehen. Ein junger Mann erstattete Anzeige
und die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt. Der bischöfliche
Beauftragte in Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
durch Geistliche steht im Kontakt zur Familie des Betroffenen.
Quelle: Bistum
Aachen
3.5.2010 Der Bischof
von Limburg hat
einen Priester von seinen Funktionen entbunden. Dem Priester werden
drei Vorfälle aus den 1980er Jahren vorgeworfen. Die Vorfälle
wurden an die Staatsanwaltschaft übermittelt.
Quelle: FR
3.5.2010 Die belgische
Zeitung "De
Morgen" berichtet, dass die belgische Bischofskonferenz Klagen gegen
katholische Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs ignoriert habe. Die
Organisation "Menschenrechte in der Kirche" hatte die Bischöfe
Ende der 90er Jahre über insgesamt 90 Anzeigen gegen 87 Geistliche
informiert. Die Bischöfe sollen nur nichtssagend geantwortet haben.
Quelle: brf.be
3.5.2010 In einem
Kinderheim im
Kanton Luzern soll es in zwei Fällen in den 1930er Jahren zu
Gewalt mit Todesfolge gekommen sein. Das Kinderheim unterstand damals
den Ingenbohler Schwestern. Die Informationen stammen aus einem
Tagebuch eines ehemaligen Heimkindes. Zweifel an der Richtigkeit der
Tagebuchnotizen gibt es nicht.
Quelle: Radio
Vatikan
3.5.2010 In der FAZ
steht ein
Bericht über ein junges Mädchen, das jahrelang von bis zu 7
katholischen Priestern vergewaltigt wurde. Berichtet werden auch die
üblichen Vertuschungsversuche. Und es wird berichtet, wie einem
Menschenkind der Glaube zerschlagen wurde - von der katholischen Kirche
und ihren Vertretern.
Der Text kann schnell
triggern. Bitte, schützt euch bei Bedarf und lest lieber nicht.
Quelle: faz
3.5.2010 Roman Polanski
beklagt sich, dass die USA ihn den
Medien zum Fraß vorwerfen. Er wehrt sich unter dem Titel "Ich
kann nicht länger schweigen" gegen seine Auslieferung an die
USA, weil das Gesuch an die Schweiz auf einer Lüge basiere.
Polanski begründet, dass bereits vor 33 Jahren eine
Übereinkunft erzielt worden sei. Damals saß Polanski ganze
42 Tage wegen der Vergewaltigung einer 13Jährigen in Haft, die er
zuvor mit Drogen gefügig gemacht hatte.
Für ihn scheint mit 42 Tagen Haft der Gerechtigkeit Genüge
getan worden zu sein.
Quelle:
Spiegel
3.5.2010 Bischof Felix
Genn,
Münster, bat anlässlich der
Eröffnung der Wallfahrtssaison in Kevelaer um das Gebet der
Gläubigen für die Kirche, die sich in einer schwierigen Zeit
befinde.
Quelle: rp-online
Kommentar: Von
der
Bitte
um
Gebet
für
die
Opfer
von
sexualisierter und
körperlicher Gewalt wird nichts berichtet. Es ist die Kirche, die
in einer schwierigen Situation ist.
2.5.2010 Die
Psychotherapeutin
und Psychologin Gabriele Amann,
Uni Salzburg, betreut Missbrauchsopfer seit 20 Jahren, darunter auch
immer wieder Opfer aus dem kirchlichen Bereich. Jetzt hat sie erstmals
den Eindruck, dass die Wand des Schweigens und Vertuschens durch die
Führung des Klerus nicht mehr hält. Sie macht auf etwas
Wichtiges aufmerksam, das in der öffentlichen Diskussion
untergeht: Die Prävention setzt vorwiegend bei den Kindern als
potentiellen Opfern an, also bei dem schwächsten Teil. Damit wird
die Botschaft an die Kinder (und an inzwischen erwachsene Opfer)
transportiert, dass diese selber Schuld seien, wenn sie missbraucht
wurden.
Quelle: ORF
2.5.2010 Gegen drei
Priester werden
von zwei Männern Vorwürfe sexualisierter und
körperlicher Gewalt und der Vorwurf des Psychoterrors
erhoben. Josef H. und Ludwig P. aus Passau und Umgebung berichten von
Prügelarien. Josef H. berichtet auch von sexualisierter Gewalt.
Viele andere seien Opfer geworden.
Die Gewalt ging aus von dem damaligen Präfekten des Seminars St.
Max in Passau, Monsignore Konrad S., dem Direktor des Seminars,
Monsignore Johann B. Ludwig B. nennt Monsignore B., der Jungen sexuell
missbraucht habe.
Die Staatsanwaltschaft ist informiert.
Quelle: pnp
1.5.2010 Ein
früherer
Musiklehrer an der Odenwaldschule hat
in den 70er und 80er Jahren kinderpornografische Fotografien und Filme
hergestellt. Ein Ex-Schüler hat bei der Kripo Heppenheim
Strafantrag gestellt, weil er und ander Opfer fürchten, dass die
Filme und Fotografien heute noch existieren und transferiert oder
kopiert worden sein können. Die Kripo teilte dem Ankläger
mit, die Causa sei verjährt und es existierten keine
Ermittlungsansätze.
Quelle: faz.net
1.5.2010 Die Kirche
sollte jetzt
nicht fragen: Wer diskreditiert uns? Wer unter Druck steht, muss sich
vor Selbstmitleid hüten. Die Gesellschaft ist nicht ungnädig
mit Sündern, sie ist ungnädig mit Heuchlern – und zwar zu
Recht. Die Kirche muss die Krise nutzen, um neue Kräfte zu
entfalten und ihrer großartigen Botschaft gerecht zu werden. Das
sagte Annette Schavan.
Quelle: nachrichten-rp
2.5.2010 Die
NY-Times veröffentlicht eine Einschätzung des "Falles
Maciel" und vermutet, dass dieser Ordensgründer u.a. deswegen
viele Jahre lang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er mit
weitreichenden Verbindungen zu finanzkräftigen Kreisen der Kirche
zu Geld verhalf.
Der brightsblog
bringt eine Übersetzung/Zusammenfassung.
30.4.2010
Überraschend hat der
Papst die Visitatoren getroffen,
die die "Legionäre Christi" überprüft haben. Der
Gründer der Legionäre ist des vielfachen sexuellen
Missbrauchs von Priesterseminaristen beschuldigt. Die Kleine Zeitung
berichtet, dass es diese Vorwürfe seit 1997 gegeben habe.
Quelle: Kleine
Zeitung
Ergänzung: Immer neu wird offensichtlich übersehen,
dass Maciel 5 Jahrzehnte lang seine Sexualverbrechen im Schutz der
katholischen Kirche hat begehen können, ohne je zur Rechenschaft
gezogen zu werden, wenn man vom "Rückzug aus der
Öffentlichkeit" als wirklich schlimmer Strafe mal absieht.
Seit dem Sommer 2005 spätestens ist mir Folgendes bekannt:
1956 wurde
eine Untersuchung gegen Maciel eingeleitet wegen verschiedener
Vergehen. U.a. wandten sich fünf Bischöfe Mexikos
Ende August 1956 an Rom und beklagten, Maciel würde die Sodomie
mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Seit der Zeit wurde
eigentlich schon über die Päderastie des obersten
Legionärs nach Rom berichtet. Maciel wurde freigesprochen.
1978 und 1989 hatte der
amerikanische Psychologieoprofessor Juan Vaca, früher selbst
Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II.
geschrieben und keine Antwort erhalten.
2005 beschuldigten sieben ehemalige Seminaristen Maciel, sich in den
50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie
anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu
haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht
verjährt. Weitere
20
ehemalige
Seminaristen
waren
2005
bereit,
gegen
Maciel
auszusagen.
Die
Ankläger
sind
ehemals
hochrangige
Legionäre,
heute
angesehene
Anwälte,
Hochschullehrer,
Ingenieure.
Diese
Klage
wurde
bereits
1999
im
Vatikan
eingereicht.
Im Mai 2006 befahl der Papst Maciel den völligen Rückzug aus
der Öffentlichkeit - von sexualisierten Gewaltverbrechen war keine
Rede. Im Januar 2008 starb Maciel - nicht in Rom, wohin er sich hatte
zurückziehen sollen, sondern in den USA.
Christian
Modehn beschreibt die Karriere Maciels ein wenig genauer.
30.4.2010 Auch im
Dormagener
Raphaelshaus hat es Mitte der 60er Jahre
sexualisierte Gewalt gegen Jungen gegeben. Mehrere Jungen wurden
vergewaltigt. Der heutige Leiter sagte: "In meinem Büro ist in den
letzten vier Wochen mehr geweint worden, als in 25 Jahren vorher." Das lässt
hoffen.
Quelle: Domradio
30.4.2010 Nach dem
Rücktritt
des Bischofs von Brügge, der den sexuellen Missbrauch eines Jungen
gestanden hat und gegen den gestern ein weiterer Verdacht erhoben
wurde, gab es innerhalb einer Woche 120 Beschwerden über
sexualisierte Gewalt durch Geistliche.
In belgischen Zeitungsberichten vom Freitag hieß es, das zweite
Opfer könne nicht mehr zu den Vorwürfen aussagen, weil es
inzwischen verstorben sei.
Quellen: Domradio und Radio
Vatikan
30.4.2010 Der
Generalsekretär
der italienischen Bischofskonferenz hat sich gegen eine Verharmlosung
sexueller Missbrauchsfälle unter katholischen Klerikern gewandt.
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Diese Nachricht
macht nur Sinn, wenn katholische Kleriker in Italien sexuellen
Missbrauch verharmlosen.
30.4.2010 In Brasilien
wurde ein
74-jähriger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs
von 8 Kindern angeklagt. Er wurde suspendiert. Der Angeklagte
bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: blick.ch
30.4.2010 "Lehmann gegen pauschale
Zahlungen an Opfer" - so
heißt die
Überschrift eines Artikels, in dem der ehemalige Vorsitzende der
DBK, Kardinal Lehmann, Mainz, sich gegen eine generelle finanzielle
Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs ausspricht. Es
könne keine pauschale Zahlung geben, die die Vergehen wie auf
einer Preisliste aufzähle, sagte Lehmann. Der beinahe
ausschließliche
Ruf nach finanzieller Entschädigung sei darüber hinaus
"verräterisch". Da sexueller Missbrauch schwerste Schäden
anrichten könne, sei die Forderung "Ich will endlich Geld sehen,
viel Geld" eine Verkennung "des ethischen Schwergewichts einer solchen
Verfehlung und auch der Formen möglicher Wiedergutmachung".
Quelle: swr
Kommentar: Kardinal Lehmann
unterstellt
Opfern die Aussage "Ich will endlich Geld sehen, viel Geld". Das
ist
sein
Versuch,
Opfer
moralisch
als
"geldgierig"
zu
diskriminieren.
Natürlich
geht
Opferbeschuldigung
auch
so. Diese Variante ist mir
neu.
30.4.2010 Pfarrer H.,
zuletzt Bad
Tölz, hat u.a. Wilfried F. missbraucht. F. berichtet, er habe 2006
eine Email an Pfarrer H. geschickt und gefragt, ob der kein schlechtes
Gewissen habe. Es kam keine Antwort. 2 Jahre später schrieb er
erneut. Diesmal kam die Antwort vom Missbrauchsbeauftragten der
Erzdiözese München. Kurz danach standen 7 Polizisten vor der
Tür des Opfers. Es kam zu einer Anklage wegen Erpressung. Das
Opfer F. hatte den Täter H. nach einer Entschädigung gefragt.
Einer der Polizisten machte dem Opfer F. Vorwürfe, dass Herr
Pfarrer H. total an der Wand stehe und seinen Job nicht mehr
ausüben könne. Das Opfer F. wurde vor Gericht freigesprochen.
Es hieß, es sei gut für das Opfer F. gewesen, die Medien
nicht eingeschaltet zu haben.
Zur Erinnerung: Das muss 2008 gewesen sein. Damals waren die Leitlinien
zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 6
Jahren in Geltung.
Das Opfer F. berichtete, dass das polnische Fernsehen und die BBC sich
bei ihm meldeten - nur die Kirche nicht.
Demnächst soll es jedoch ein Gespräch mit dem Bistum Essen
geben.
Quelle: merkur
29.4.2010
In Österreicht hat die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt"
seit dem 4wöchigen Bestehen der Hotline 260 Anrufer verzeichnet.
Ein Psychologe wertete 170 Fälle aus. Dort berichten Fauen und
Männer von körperlichen Misshandlungen und sexueller Gewalt
in kirchlichen Einrichtungen.
Quelle: ORF
29.4.2010
In
einem
evangelischen
Heim
bei
Köln
soll
es
zu
schwerem
körperlichen
und
sexuellen
Missbrauch
gekommen
sein.
5
ehemalige
Bewohner
des
Heims
"An
der
Linde"
erhoben
die
Vorwürfe.
Ältere
Schüler
hätten
jüngere
missbraucht
und
drei
Pädaogogen
und
ein
Erzieher-Paar
hätten
die
Heimbewohner
immer
wieder
zum Sex gezwungen. Die Heimleitung habe auf Beschwerden
nicht reagiert.
Quelle: ORF
29.4.2010 Gegen einen
Sportlehrer,
der bis 1996 an der Stiftsschule Amöneburg unterrichtete, wird
wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Das Bistum
Fulda teilte mit, dass ein Verfahren von der zuständigen
Behörde eingeleitet sei. Die Vorwürfe beziehen sich auf die
Mitte der 90er Jahre.
Im März hatten zwei ehemalige Bewohner weitere
Missbrauchsvorwürfe geäußert. Inzwischen gebe es
konkrete Hinweise auf weitere sexuelle Übergriffe, informierte das
Bistum Fulda
Quelle: FR
29.4.2010 In Belgien
wirft ein
Missbrauchsopfer dem Brüsseler Erbischof vor, in den 1990er Jahren
einen Missbrauchsfall vertuscht zu haben. Die Zeitung "De Morgen"
veröffentlichte Dokumente, die belegen sollen, dass der damalige
Bischof von Namur einen Priester deckte, der wiederholt einen
Jugendlichen vergewaltigt hatte. Die Zeitung berichtet weiter, dass der
Geistliche nach einer Vereinbarung zwischen Bistum, Täter und
Opfer über die Aufteilung der Therapiekosten weitere 5 Jahre im
Amt blieb und weitere Jugendliche missbraucht haben soll.
Das Bistum wies die Vorwürfe zurück.
Quelle: Liborius
29.4.2010 Ein
katholischer Priester
muss ich in Rom wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor
Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dass er sieben Kinder
zwischen 1998 und 2008 missbraucht habe. Der Angeklagte beteuert seine
Unschuld. Der zuständige Bischof Reali wird aussagen müssen,
ob er schon länger von den Vorwurfen gewusst habe.
Quelle:
Kipa
29.4.2010 Bei der
Diözese
Würzburg meldeten sich mehr als 50 mutmaßliche Opfer
körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt. 13
Fälle beziehen sich auf Orden, fünf Fälle beträfen
die Diözese Würzburg. In diesen Fällen wurde die
Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Meldungen, die Orden betrafen, gelten dem
Seminar des
Augustinerordens in Münnerstadt. Mutmaßliche Opfer
hätten von massiven physischen Misshandlungen berichtet, bei denen
sexualisierte Gewalt nicht auszuschließen sei. Eine Meldung
betraf einen Franziskanerminoriten (76), die sich auf seine Zeit im
Rheinland beziehe.
Quelle: rp-online
29.4.2010 Eine
Zehntklässlerin
des Gymnasiums „Kolleg der Schulbrüder“, das sich in der
Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg befindet,
muss am Ende des Schuljahres gehen. Der Grund: Mit ihrer Entscheidung,
aus der Kirche auszutreten, verstößt sie gegen den
Schulvertrag.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
29.4.2010 Der
emeritierte
Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat sich für Schläge
gegen Schüler entschuldigt.
Quelle: Liborius
29.4.2010 Ein Team
evangelikaler
Forscher will die Überreste der Arche Noah auf dem Berg Ararat
entdeckt haben. Es sei eine mehrteilige Holzkonstruktion und die
Forscher seien sich zu 99,9% sicher, dass es sich um die Arche Noah
handelt. - Kommentar: Es ist einfach
peinlich, wenn Forscher keine Vorstellung von literarischen Gattungen
haben und in der Folge etwas zu finden meinen, was es nach Auskunft der
Textsorte nicht gibt.
28.4.2010 Erzbischof
Schick zu Macht
und Machtmissbrauch. Erzbistum
Bamberg
28.4.2010 Kardinal
Schönborn,
Wien, sagt, die Zeit des Vertuschens sei vorbei. Bei der Kommission
unter Leitung von Waltraud Klasnic werden derzeit 100 Vorwürfe
untersucht. Schönborn wörtlich: "Täter wurden oft
geschützt, weil in der Kirche gesagt wurde, wir müssen
vergeben können. Doch das ist eine falsch verstandene
Barmherzigkeit."
Quelle: Wiener
Zeitung
28.4.2010 "Das
war
wohl
der
wahre
Sinn
der
Sendung:
zu
zeigen,
wie
lange
es
noch
dauern
wird,
bis
diese
Gewalt
wirklich
im
Bewusstsein
der
Gesellschaft
angekommen
sein
wird." So beschreibt Matthias Drobinsky in der
Süddeutschen die Diskussion
bei
Beckmann. (Vorsicht: Triggergefahr bei Beckmann!)
Kommentar:
Wie
weit
entfernt
Kirche
noch
immer
von
den
Opfern
ist,
zeigt
sich
an
der
Sprache
des
Vatikans.
Da ist von "sexuellen Vergehen" die
Rede. Gemeint jedoch ist sexualisierte Gewalt. Im Papstbrief zum
Priesterjahr 2009 war noch von den "Schwächen der
Priester" die Rede. So gesehen, ist die neue Sprachregelung direkt
ein Fortschritt. Immerhin werden nun aus den "Schwächen"
wenigstens "Vergehen". Bis zum korrekten Begriff "Verbrechen" scheint
noch ein weiter Weg zu sein.
28.4.2010 Das Bistum
Rottenburg-Stuttgart weiß seit Anfang 2005, dass der Geistliche
aus Sulz, der jetzt vom Dienst suspendiert wurde, einen sexuellen
Übergriff an einem Jugendlichen eingeräumt hatte. Bereits
2005 war der Fall strafrechtlich und kirchenrechtlich verjährt.
Daher habe der Priester nur eine "ultimative Ermahnung" erhalten. Jetzt
jedoch seien weitere Übergriffe bekannt geworden. Deshalb wurde er
nun vom Dienst suspendiert.
Quelle: welt.de
28.4.2010 Die
Erzdiözese
Freiburg hat einen Priester beurlaubt. Er hatte um die Beurlaubung
gebeten, nachdem in Irland gegen ihn wegen des Vorwurfs sexuellen
Missbrauchs ermittelt werde. Der Priester war von 1993 bis 1995 in
einer Ordensgemeinschaft in Irland tätig.
Im
Juni
werde
der
Beschuldigte
in
Tiengen
zurückerwartet.
Der
Leiter
der
Seelsorgeeinheit.
sagte,
sein
Kollege
habe
ihm
in
einem
persönlichen Gespräch erklärt, dass die Vorwürfe
vollständig unbegründet seien.
Quelle: Südkurier
28.4.2010 Wenn
Mütter Kinder
missbrauchen - eines von mehreren Tabus
Quelle: stern
28.4.2010 Die
Staatsanwaltschaft
Arnsberg hat das Verfahren gegen einen Bruder der Mescheder Abtei
Königsmünster eingestellt. Der Ordensmann hatte sich selbst
angezeigt und von 19 Missbrauchsfällen berichtet. Nach den
Berichten meldeten sich weitere Opfer. Die Taten sind verjährt.
Quelle: Der
Westen
27.4.2010 Der
Sonderermittler von
Ettal, Pfister, hat angeregt, die
Opferberichte einer begrenzten Öffentlichkeit freizugeben. Seiner
Ansicht nach ist die Freigabe auch nötig, um eine Legendenbildung
zu verhindern, damit später die sexuellen und körperlichen
Misshandlungen nicht verharmlost werden.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Die
Verharmlosung war bereits in der Beckmann-Diskussion
unüberhörbar.
27.4.2010 Die
Missbrauchsdebatte bei
"Beckmann" hat sich in der Verharmlosung verloren, kritisiert der
Spiegel.
Quelle:
Spiegel
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zum
Beitrag Die TeilnehmerInnen sprechen so, als
wüssten sie nichts von sexualisierter Gewalt. Johann Heibel und
der Moderator sind am nächsten an der Realität dran.
27.4.2010 Auch im Bistum
Essen gab es einen Missbrauchsfall. Ein Vikar war in den 50er Jahren in
der Altenbochumer Liebfrauenkirche eingesetzt und arbeitete als
Religionslehrer von zwei damaligen Realschulen. Er missbrauchte
10 Schüler und Schülerinnen und wurde 1963 zu zwei
Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Reue zeigte er nicht.
Unbekannt blieb der Öffentlichkeit, dass der Verurteilte nicht nur
Religionslehrer sondern auch Priester war. Das Bistum Essen
bestätigte den Fall und erklärte, der Verurteilte sei nach
seiner Haft 1965 ins Bistum Fulda gegangen und 2001 gestorben.
Quelle:
Der
Westen
27.4.2010 In Sulz,
Württemberg,
Bistum Rottenburg-Stuttgart wurde ein Priester vom Dienst entbunden. Er
soll Kinder missbraucht haben. Noch im Herbst 2009 hatte der
Rottenburger Bischof diesem Priester (und einem weiteren, der inzw.
suspendiert ist) eine neue Gemeinde anvertraut. Da gab es bereits
Missbrauchsverdacht. Erst jetzt jedoch habe sich der Verdacht
erhärtet, sagte der Sprecher der Diözese.
Quelle:
swr
27.4.2010 Sechs Wochen
ist es her,
dass der Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir und der kinderpolitische
Sprecher Marcus Bocklet gleich lautende Briefe an die drei für
Hessen zuständigen Bischöfe schrieben - mit der Bitte um
einen "Dialog" über sexualisierte Gewalt. Doch bis Dienstag hatten
sie nichts gehört von Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg),
Heinz Josef Algermissen (Fulda) und Karl Lehmann (Mainz)."Da kann man sich
vorstellen, wie es
Opfern geht",
kommentierte
der
kinderpolitische
Sprecher
der
Grünen,
Marcus
Bocklet.
Quelle:
fr-online
27.4.2010 Im
katholischen Gymnaisum
Leoninum in emsländischen Handrup haben sich Opfer von
sexualisierter und sonstiger Gewalt gemeldet. Die Schule wird in den
nächsten Tagen frühere Schüler anschreiben. Das
Gymnaisum wird von Herz.-Jesu-Priestern geführt.
Quelle:
Leonium
27.4.2010 Der
katholische
Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht die kirchliche Sexuallehre in
vielen Bereichen als nicht mehr zeitgemäß.
Quelle: Domradio
27.4.2010 Aus einem
vatikanischen
Dokument der Glaubenskongregation gehe hervor, dass Papst Johannes PAul
II. nicht umfassend über die Missbrauchsvorwürfe gegen den
Gründer der Legionäre Christi informiert war. Allerdings habe
es Briefe an den Papst gegeben, die den Gründer der Legionäre
Christi beschuldigten. Ob diese Briefe den Papst erreichten, geht aus
den Dokumenten nicht hervor. Quelle: Domradio
27.4.2010 35.000
Opfer,
Vertuschung, Rücktritte von Bischöfen. Irland hadert seit
Beginn der neunziger Jahre mit dem Missbrauchsskandal in der
katholischen Kirche. Eine Chronologie in der Zeit
27.4.2010 Der
Ständige Rat der
Deutschen Bischofskonferenz berät über die Fortschreibung der
Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Ergebnisse werden im
Juni erwartet.
Quelle: dbk
26.4.2010 Schwulen- und
Lesbenhetze
- von erzkonservativen christlichen Netzwerken aus den USA nach Uganda,
Kenia und Nigeria importiert. Wie Menschenrechte als imperiale
Importware verunglimpft werden.
Quelle: dw.world
27.4.2010 Österreichische
Missbrauchsopfer haben vor, eine Plattform zu gründen.
26.4.2010 Der Abt von
Einsiedeln hat
hunderte Schüler angeschrieben mit der Bitte, Gewalterfahrungen zu
melden.
Quelle: Radio Vatikan
26.4.2010 Der Bischof
von Stockholm
hat die Verantwortung dafür übernommen, dass das Bistum mit
einem Missbrauchsfall "nicht angemessen" umgegangen sei. Bereits 2003
habe das Opfer den Bischof aufgesucht und von Missbrauch in den 50er
und 60er Jahren berichtet. Bereits 1990 hatte die Frau dem
Vorgänger-Bischof berichtet. Sie habe die Empfehlung bekommen,
eine Therapie aufzusuchen.
Quelle: Radio Vatikan
26.4.2010 In Erfurt hat
ein
Jugendlicher Missbrauchsvorwürfe gegen einen Laien-Mitarbeiter der
kath. Kirche erhoben. Der Beschuldigte hat gestanden. Das Ordinariat
Erfurt hat Strafanzeige erstattet.
Quelle: news
yahoo
26.4.2010
In einem ehemaligen
Konvikt in Bensheim soll es in den 70er Jahren zu sexuellen
Misshandlungen an Jungen durch den Internatsleiter gekommen sein. Ein
Erzieher sagte, er habe vor 30 Jahren das Bistum Mainz auf die
Missstände hingewiesen und auf Absetzung des Rektors
gedrängt. Nach
sechsjähriger Arbeit im Internat wurde der Leiter abgelöst.
Quelle: zdf
26.4.2010
Im Bistum Augsburg wurde nun ein Zwischenbericht über
sexualisierte und
sonstige Gewalt vorgstellt. Es gibt fast 50 Hinweise über Gewalt
in 70
Jahren. Ein Schwerpunkt liegt in den 50er und 60er Jahren. Ca 30
Hinweise betreffen sexualisierte Gewalt. 25 Beschuldigte werden
genannt, 4 davon sind inzw. gestorben.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
26.4.2010
Der belgische Bischof Vangheluwe hat sich erst zum Rücktritt wegen
sexuellen Missbrauchs entschlossen, nachdem die Familie des Opfers alle
kath. Bischöfe Belgiens über den Missbrauch informiert hatte.
Seitdem
der Erzbischof von Mechelen-Brüssel letzten Freitag zur
Aufklärung
aufgerufen hat, seien 30 bis 40 neue Missbrauchsmeldungen eingegangen -
nach den 20 Meldungen seit Jahresbeginn.
Der zurückgetretene Missbrauchs-Bischof hat nach einem Bericht der
"Nieeuwsblad" 1995 einen Diakon geweiht, der wegen sexuellen
Missbrauchs verurteilt worden war. Die Eltern des Opfers hatten
versucht, die Weihe zu verhindern. Der Diakon sei bis heute im Amt.
Quelle: Domradio
26.4.2010 Die
Kirchenaustritte in Österreich haben im ersten Quartal im
Vergleich zum Vorjahr um 42% zugenommen. Im letzten Jahr haben 53216
KatholikInnen die Kirche verlassen. In diesem Jahr wird mit 70 000 bis
80 000 Austritten gerechnet.
Quelle: Passauer
Neue
Presse
25.4.2010 Der Berliner
Kurier fragt, was der Papst verschweigt und ob zurückgetretene
Bischöfe nur die Bauernopfer seien.
25.4.2010 Die
saarländische
Landesregierung hat einem Internat, das der traditionalistischen
Pius-Bruderschaft nahesteht, die Betriebserlaubnis entzogen.
Gleichzeitig wurde verfügt, dass auch nicht genehmigte Wohngruppen
der Einrichtung geschlossen werden müssen. Es seien offenbar
über Jahre hinweg gegenüber der Behörde falsche Angaben
gemacht worden. Der Sprecher des Sozialministeriums, Thorsten Klein,
wird mit den Worten zitiert: „Es wurde versucht, uns hinters Licht zu
führen.“
Quelle: Domradio
25.4.2010 Zartbitter,
Ursula
Enders, kritisiert die bischöflichen Leitlinien
25.4.2010 Ein
Missbrauchsopfer
berichtet, wie der Täter, Zisterzienser-Pater Gregor, unbehelligt
von kirchlichen Behörden, die von den Vorwürfen wussten, in
Birnau, in Mehrerau, vielleicht in Baden/Wien und in Schülbelhof
von weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten durfte.
Quelle: Badische
Zeitung
25.4.2010
Ein
angehender
Erzieher
einer evangelischen Kindertagesstätte in
Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) ist in den Verdacht geraten,
kinderpornografisches Material zu besitzen. Der zuständige
Kirchenkreis Berlin-Neukölln teilte am Samstag mit, gegen den Mann
sei ein Kündigungsverfahren eingeleitet und ein Hausverbot
ausgesprochen worden.
Quelle: rbb-online
25.4.2010 Der belgische Kardinal
Godfried Daneels (76) hat bestritten, schon seit langem vom sexuellen
Missbrauch eines Kindes durch den Bischof von Brügge, Roger
Vangheluwe, gewusst zu haben. "Ich kann mich an ein solches Gespräch
nicht erinnern", sagte er am Wochenende in Brüssel zu
Äußerungen des Ex-Priesters Rik Devillé. Dieser
Quelle: az-web
25.4.2010 In der
kleinen
schwedischen katholischen Kirche wurden 5 Missbrauchsfälle
bekannt. Der zuständige Bischof hat die Verantwortung für die
bishrige Geheimhaltung übernommen.
QUelle: Kleine
Zeitung
24.4.2010 Dr.
Sigrid Arnade,
Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt
Leben in Deutschland (ISL)., fordert, sexuellen Missbrauch in
Einrichtungen der Behindertenhilfe auszudecken und zu bekämpfen.
Sie weist darauf hin, dass behinderte Menschen wegen ihrer
Hilflosigkeit häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind.
Behinderte Frauen haben ein dreimal so großes Risiko, missbraucht
zu werden, wie nicht-behinderte Frauen. Dr. Arnade kritisiert auch,
dass keine Behindertenverbände am Runden Tisch teilnehmen.
Eingeladen sind nur die Träger, die Wohlfahrtsverbände.
Quelle: Kobinet
24.4.2010
Überdurchschnittlich
viele KatholikInnen verlassen ihre Kirche.
Quelle: FR
24.4.2010 Eine
Studentin berichtet,
was sie in ihrer Schule erlitten hat: sexuellen Missbrauch,
Schwangerschaft, Abtreibung..... "Es war ziemlich praktisch für
die Schule, dass ich niemandem was erzählen wollte. Da konnten die
sich gut hinter verstecken."
Quelle: FR
26.4.2010 Gegen den Lehrer wird ein Verfahren eingeleitet. FR
24.4.2010 Drei
ehemalige
Messdiener
in
Brasilien,
die einen früheren katholischen
Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt haben, sind bedroht
worden und stehen jetzt unter Polizeischutz.
Quelle: Schweizer
Fernsehen
24.4.2010 Am Runden
Tisch, der
gestern eröffnet wurde, fehlen VertreterInnen von Zartbitter,
Wildwasser und Tauwetter.
Quelle: Kölner
Stadtanzeiger
23.4.2010 Der
Kurienkardinal Hoyos
verteidigt die frühere Praxis von Bischöfen, pädophile
Priester nicht in jedem Fall anzuzeigen. Das wäre doch so gewesen,
als ob man jemanden zwänge, vor Gericht gegen ein Familienmitglied
auszusagen, sagte der langjährige Kurienkardinal am Donnerstag in
einem Radiointerview. „Das Recht in entwickelten Staaten sieht nicht
vor, dass jemand gegen sein Kind oder gegen seinen Vater aussagt“, so
Hoyos wörtlich: „Warum sollte man das dann von der Kirche
verlangen? Das ist ungerecht.“ Gleichzeitig bestehe aber kein
Zweifel daran, „dass die Kirche an der Seite derer steht, die wirklich
Opfer waren“.
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Zur "Familie"
gehören die Täter, die Opfer offenbar nicht. Der Ausdruck
"wirkliche Opfer" transportiert den Verdacht, es gebe auch
vermeintliche Opfer und solche, die sich zu Opfern erklären, ohne
es zu sein. Solches Denken konterkariert jegliches Bemühen der
Kirche, sich an der Seite der Opfer zu positionieren. Die
größten Feinde der katholischen Kirche scheinen ihre
ranghöheren Mitglieder zu sein.
23.4.2010 Ein katholischer
Priester
des Bistums Würzburg hat Ende der 70er-Jahre eine 15 Jahre alte
Ministrantin sexuell missbraucht. Der 63-Jährige zeigte sich nach
Bistumsangaben selbst bei der Staatsanwaltschaft an. Der Würzburger
Bischof Friedhelm Hofmann entband den Mann derweil von seinen Aufgaben
und versetzte ihn in den Ruhestand.
Quelle: focus
23.4.2010 Eines der
Opfer des kath.
Priesters Murphy, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht
haben soll, will den Vatikan verklagen, weil der Papst von den
Missbrauchsvorwürfen (als Präfekt der Glaubenskongrwegation)
gewusst habe und nichts unternommen habe. Der Vatikan nennt dieses
Vorgehen eine Publicity-Aktion und und erklärt, das Mitgefühl
gelte den Opfern dieses Priesters.
Quelle: Spiegel
23.4.2010 Ein
homosexueller Theologe
auf dem Weg zu sich und zur Wahrheit. In der FR
berichtet
David
Berger,
bisher
Herausgeber
und
Schriftleiter
der
konservativen
Zeitschrift
"Theologisches".
23.4.2010 Roman
Polanskis Antrag, in
Abwesenheit über ihn in den USA zu verhandeln, wurde abgelehnt.
Abgelehnt wurde auch der Antrag des Opfers auf Strafverschonung. Nun
steht der Auslieferung Polanskis aus der Schweiz und der
Überstellung in die USA nichts mehr im Weg.
Quelle: FR
23.4.2010 Der bisherige
Koordinator für die
Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Augsburg, Dirk Hermann Voß
(50), ist von seinen Aufgaben entbunden worden. Er hatte die
öffentliche Diskussion um die Prügelvorwürfe gegen
Bischof Mixa und um das Finanzgebaren des Bischofs als "Medienkampagne
gegen die Kirche" bezeichnet und dem Bischof geraten, alle
Vorwürfe als unwahr zurückzuweisen und er hatte den
Ex-Heimkindern, die eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatten,
mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen gedroht.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
23.4.2010 Matthias Drobinski
kommentiert das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa. Der umstrittene Bischof
von Augsburg
tut eigenes Fehlverhalten als entschuldbare Lappalie ab - und sieht
sich als Opfer einer Kampagne gegen seine Person, sagt Drobinski.
Quelle: Süddeutsche
23.4.2010 Der
dienstälteste
belgische Bischof - nach Informationen der Nachrichtenagentur Belga der
Bischof von Brügge - hat um seinen Rücktritt gebeten.
"Schwerwiegende Taten" haben ihn dazu bewogen.
Quelle: focus
Bischof
Vangheluwe
(Bistum Brügge) hat sich heute in einem Schreiben an die Presse
zum sexuellen Missbrauch an einem Jungen bekannt. Der Bischof hat zudem
ein Rücktrittsgesuch an Papst Benedikt XVI. geschickt. Vangheluwe
war der dienstälteste Bischof des Landes und fast 30 Jahre im Amt. Vangheluwe
hatte
sich
kaum
eine
Stunde
öffentlich
zu
seiner
Tat
bekannt,
da
nahm
der
Papst
das
Rücktrittsgesuch
auch
schon
an.
Quelle: shortnews
23.4.2010 Dem
Nachrichtenmagazin
"profil"
zufolge
gibt
es
neue
Vorwürfe
gegen
Bischof
Elmar
Fischer.
Er
soll
laut
Zeugen
mehrmals
Kinder
geschlagen
und
einem
Schüler
die
Rippe
gebrochen
haben.
Die
Diözese
übt
Kritik
an
der
Vorgangsweise der möglichen
Opfer: Die Opfer sollten die Ombudsstelle der Diözese Feldkirch
kontaktieren und keine Vorwürfe über die Medien erheben.
Quelle: ORF
Elmar Fischer wies die Vorwürfe in einer Aussendung zurück.
Die Frage, ob er die massiven Vorwürfe zurückweise, weil sie
nicht stimmen, wurde auf Nachfrage im Pressebüro nicht
beantwortet. Die Aussage sei klar, mehr könne man dazu nicht
sagen, hieß es. Fischer hatte zuvor gesagt, er habe einmal einem
Schüler eine Ohrfeige gegeben - und dieser habe ihm später
gesagt, das habe ihm - dem Schüler - geholfen.
Quelle: Vorarlberg
23.4.2010 Nichts sei
bewusst
vertuscht worden, man habe im Interesse der Opfer Informationen
über Missbrauchsfälle vor der Öffentlichkeit
zurückgehalten. Das sagte der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke.
Quelle: Thüringer
Allgemeine
Kommentar: So kann man es
auch sehen. Die Erfahrungen jedoch sprechen von einer anderen Wahrheit.
23.4.2010 In den USA
hat ein Opfer
des Priesters Murphy Papst Benedikt verklagt. Der Mann beschuldigt den
Vatikan, die Missbrauchsfälle an einer katholischen Schule
für Gehörlose in Wisconsin zu verschleiern.
Quelle: Zeit
22.4.2010 Der
Mühlstein -
Thomas Söding in CiG
22.4.2010 In
einem Kommentar
im Spiegel wird darauf hingeweisen, dass es eine Inflation von
Opfererzählungen gibt. Sie können zu einer schleichenden
Entwertung
echter Missbrauchserlebnisse führen, die es unzweifelhaft in
beschämender Zahl gegeben hat.
Quelle: Spiegel
22.4.2010 Bruder Paulus Terwitte
sagt über den späten Rückzug des Augsburger Bischofs: "Ein Bischof, der in
der Öffentlichkeit Opfer beleidigt, der muss einfach
zurücktreten, und es ist eine Beleidigung, wenn man Leuten, die
versichern, geprügelt worden zu sein, sagt, das ist nicht wahr. So
was geht einfach nicht. Wir brauchen in der Kirche eine Atmosphäre
des Dialoges, wo auch der Kleinste die Vollmacht bekommt, wirklich
sprechen zu dürfen. Hier muss in den kirchlichen Kreisen ganz neu
gelernt werden, dass die Opfer nicht erst eine Ordinariatsleiter
hochsteigen müssen, durch alle Abteilungen gehen müssen, bis
sie den Bischof persönlich sprechen dürfen."
Quelle: Domradio
22.4.2010 Der Ire
Moriarty hatte sein Rücktrittsgesuch beim Papst im vergangenen
Dezember abgeschickt. Er wird beschuldigt, sexuellen Missbrauch von
Minderjährigen durch Geistliche in Dublin vertuscht zu haben.
Moriarty ist nun der vierte Bischof, der im Zuge des Skandals sein Amt
verlassen muss.
Quelle: www.nachrichten
22.4.2010 Bischof Mixa
bietet seinen Rücktritt an. Dem
Rücktrittsgesuch muss vom Papst zugestimmt werden. Wolfgang
Wagner, FR, kommentiert: "Man muss es betonen: Mixa wird kein sexueller
Missbrauch vorgeworfen. Dennoch war er mit seiner Uneinsichtigkeit ein
fleischgewordenes Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche. Wie soll man
den Bischöfen abnehmen, dass sie die Gewaltfälle konsequent
aufklären, wenn sie einen solchen Relativierer in ihren Reihen
dulden? Das Vertuschen und Rechtfertigen der Gewalttaten in der
katholischen Kirche muss ein Ende haben. Hoffentlich ist das
Abservieren von Mixa ein Zeichen dafür, dass es die Bischöfe
mit der Aufklärung ernst meinen."
Quelle: FR
22.4.2010 Bischof S.
Ackermann
glaubt - anders als früher - nicht mehr, dass ein Getaufter und
zum Priester Geweihter schon automatisch bei Jesus angekommen sei.
Ackermann kritisierte auch Fehler in der Kommunikation der
Bischöfe und von Rom aus.
Quelle: Radio Vatikan
21.4.2010 Die
chilenischen
Bischöfe bitten die Opfer von Missbrauch um Entschuldigung. Es ist
von 20 beschuldigten Priestern die Rede. Strafen habe es in 5
Fällen gegeben, zehn Angeschuldigte wurden freigesprochen.
Quelle: Radio
Vatikan
21.4.2010 Die
Rechtsreferentin der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Karla Sichelschmidt,
berichtete, dass ein internes Disziplinarverfahren gegen einen heute
75-jährigen Heimleiter eingeleitet werden soll. Ihm wird
Missbrauch vorgeworfen.
Misshandlungsvorwürfe beträfen einen heute noch tätigen
Mitarbeiter des Heims. Diese Vorwürfe müssten noch
überprüft werden.
Quelle: Mittelbayerische
21.4.2010 Leonardo Boff
im Interview
der Süddeutschen über den Papst nach 5 Jahren im Amt. Boffs
Urteil ist vernichtend.
Quelle: Süddeutsche
21.4.2010 Ein
mexikanisches
Missbrauchsopfer hat Klage gegen zwei katholische Kardinäle
eingereicht, weil sie einen des Missbrauchs beschuldigten mexikanischen
Priester gedeckt haben sollen. Die in Los Angeles eingereichte
Klageschrift richtet sich gegen den US-Kardinal Roger Mahony und seinen
mexikanischen Kollegen Norberto Rivera.
Quelle: welt.de
21.4.2010 Bei der
evangelischen
Kirche in Köln haben sich 10 BEtroffene gemeldet, die von
Straftaten zwischen 1940 und 1970 berichteten. Die Täter seien
alle tot. 4 der Opfer gaben an, in evangelischen Kinderheimen
missbraucht worden zu sein. Sie berichten auch von Prügeln,
stundenlangem Stehen auf dem Flur, Übernachtungen in einer
Badewanne und dem Essen von Erbrochenem. Die Leiterin der
Beratungsstellesagt: "Es herrschte eine Atmosphäre permanenter
Demütigungen und Quälerei". Ein Missbrauchstäter ,
Psychologe, sei Presbyter in Köln gewesen, ein Ehrenmann.
Quelle: wdr
21.4.2010 In
Österreich haben
mehr als 30.000 KatholikInnen von Januar bis März 2010
die Kirche verlassen.
Quelle: Kurier.at
21.4.2010 Die Deutsche
Bischofskonferenz hat den Augsburger Bischof Walter Mixa
öffentlich aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Nach Angaben
der FR gibt es unter den Bischöfen zum einen die Sorge, dass die
Mixa-Affäre die Aufklärung über Fälle von sexueller
und anderer körperlicher Gewalt in der Kirche überlagert. Zum
anderen sehen die Bischöfe auch, in welch schwierige Lage Mixa
sein Bistum Augsburg bringt, in dem sich Laienvertreter inzwischen
weigern, am Veranstaltungen mit dem Bischof teilzunehmen.
Quelle: FR
20.4.2010 Die
Arbeitsgemeinschaft
der deutschen katholischen Moraltheologen spricht sich dafür aus,
den Pflichtzölibat als Voraussetzung für das Priesteramt zu
überprüfen. Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang
zwischen der Pflicht zur Ehelosigkeit von Priestern und den
Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gebe, könnten
„indirekte systemische Zusammenhänge sehr wohl bestehen“,
heißt es in einer Erklärung.
Quelle: Domradio
20.4.2010 Der Papst hat
einen neuen
Erzbischof für Miami ernannt. Sein Vorgänger, 74, John C.
Favalora, hatte um seinen Rücktritt nachgesucht. Ihm werden
Vertuschungen in Fällen von Missbrauch durch Priester seiner
Diözese vorgeworfen.
Quelle: kath.web
20.4.2010 In Augsburg
geht ein
Priester auf Distanz zu Bischof Mixa.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
20.4.2010 Auch das gibt
es: Einen
Geistlichen, der die Verantwortung für sein Handeln
übernimmt.
Quelle: Dekanat
Weinheim
20.4.2010 Der
Papst
will
keinen,
der
mit
ihm
spricht.
Zu allen
Vorwürfen schweigt der
Papst, so böswillig sie auch sein mögen. Sein Erzrivale
sprach stattdessen für ihn. Wer berät, jetzt in der Krise,
Benedikt XVI.? Inzwischen fünf Jahre im Amt, hat er sich
weitgehend abgeschottet. Die Anatomie eines Hofstaates. Daniel Deckers
Quelle: faz
20.4.2010 Gegen einen
Priester aus dem Bistum Mainz,
der dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester
angehört und der gegenwärtig in der Deutschen
Auslandsseelsorge in Washington D.C. eingesetzt ist, sind
Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Wie durch den
Generalrektor des
Schönstatt-Instituts in Simmern am 30. März 2010 mitgeteilt
wurde, steht der betroffene Priester im Verdacht, in den späten
1980er und frühen 1990er Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen
Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben, die sich ihm in
seiner Eigenschaft als Seelsorger der
Schönstatt-Mädchenjugend anvertraut hatten. Der Verdacht auf
sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren besteht nicht. Die
Leitung des Schönstatt-Institutes wusste seit Ende März
2004 von den Vorwürfen, hat aber das Bistum nicht informiert.
Quelle: Bistum
Mainz
20.4.2010
Missbrauchsvorwürfe
haben Lateinamerika erfasst: In Uruguay mussten
Kirchenvertreter
zugeben, einen verdächtigen Ex-Priester geschützt zu haben.
Eine Nonne hatte dem Geistlichen vorgeworfen, in Bolivien drei Kinder
vergewaltigt zu haben. In Chile wurde ein
Priester des
Kindesmissbrauchs in acht Fällen angeklagt. Eines der Opfer soll
seine Tochter sein.
Quelle: Spiegel
20.4.2010 Agostino
Marchetto,
Kurienerzbischof, hat den europäischen Staaten die Verletzung von
Grundrechten vorgeworfen im Umgang mit MigrantInnen.
Bootsflüchtlinge hätten ebenso ein Recht auf ein gerechtes
Verfahren wie Flüchtlinge, die auf dem Landweg kommen. Das Recht
der Bootsflüchtlinge werden durch die
europäischen
Einwanderungsbestimmungen verletzt.
Quelle: ORF
20.4.2010 Bischof
Walter Mixa,
Augsburg, bittet angesichts der Vorwürfe gegen ihn um Verzeihung.
Nach einem Gespräch mit dem Priesterrat seines Bistums am Montag
Abend erklärte er wörtlich: „Es tut mir im Herzen weh und
leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um
Verzeihung.“ Der Priesterrat sprach von einer „offenen“ Beratung
„über die schwierige Lage unseres Bistums“. Die 35 Priester, die
dem Rat angehörten, teilten „die Sorge vieler um die
Glaubwürdigkeit der Kirche“. Der Rat „setzt sich gemeinsam mit dem
Bischof dafür ein, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe
lückenlos aufgearbeitet werden.“
Quelle: Radio
Vatikan
20.4.2010 Ein Kaplan
der
katholischen Kirche in Rostock, Erzbistum Hamburg, wurde am 12.4.2010
angezeigt, weil er vor 10 Jahren Minderjährige missbraucht haben
soll. In einer Anhörung durch den Missbrauchsbeauftragten bestritt
der Priester die Vorwürfe. Bis zur Klärung wurde er vom
Dienst entfernt.
Quelle: katholisch.de
20.4.2010 In Brasilien
wurde ein
katholischer Priester, 83, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch
an mehreren Jungen festgenommen. Das jüngste mutmaßliche
Opfer soll 12 Jahre alt gewesen sein. Zuvor hatten in einer
parlamentarischen Anhörung 20 Zeugen schwere Vorwürfe gegen
den Festgenommenen und zwei weitere Priester der selben Erzdiözses
erhoben.
Quelle: ORF
19.4.2010 Rotraut
Perner,
Psychoanalytikerin, ist der Ansicht, dass derzeit die Perspektive der
Täter gänzlich ausgespart werde. "Es dreht sich alles um die
Opfer, während die Täterseite nicht beleuchtet wird", sagt
Perner.
Quelle: Wiener
Zeitung
19.4.2010 Im Erzbistum
München
gab es bislang 60 Meldungen über unterschiedliche
Missbrauchsformen. Drei Viertel der Meldungen betreffen die Zeit vom
Ende der 50er Jahre bis in die 90er Jahre. Wie die 60 Meldungen genauer
zu bewerten sind, ist noch offen. Wegen einer Ohrfeige jedoch, sagte
der Missbrauchsbeauftragte, hätte niemand angerufen.
Von
besonderer
Wichtigkeit sei, "sich in die Sicht der Opfer zu versetzen",
betonte er. Im "weiteren Vorgehen der Kirche mit diesem
Phänomen" sei es "entscheidend, leise und demütig vorzugehen
und sich von den Schicksalen berühren zu lassen".
Quelle: welt.de
19.4.2010 Bei seinem
Besuch auf
Malta hat sich Papst Benedikt XVI. am Sonntag mit Opfern von Missbrauch
durch Geistliche getroffen. Der Papst sei tief bewegt gewesen,
berichtete Papstsprecher Federico Lombardi. Er habe den Opfern seine
Scham und seinen Schmerz angesichts ihres Leides und dessen ihrer
Angehörigen ausgedrückt. Er sagte, die Kirche sei "verletzt
durch unsere Sünden". Die acht Männer
im Alter von
Mitte dreißig waren in einem Waisenhaus den Übergriffen von
Priestern ausgesetzt gewesen.
Quelle: Süddeutsche und Stern
19.4.2010 In der
Odenwaldschule hat
das Lehrerkollegium erst jetzt eine Erklärung verfasst, in der es
sich zu Becker, der viele Kinder und Jugendliche missbrauchte,
äußerte. "Das hat zwölf Jahre gedauert!", sagt Amelie
Fried empört. Die Rücktrittserklärungen der
kürzlich abgetretenen Vorstandsmitglieder seien in einem
"jammernden Tonfall" verfasst, niemand gebe Fehler zu. Ein Lehrer, der
vor wenigen Tagen Teile einer vertraulichen Mail eines Opfers an den
Täter weitergegeben hatte und dafür von der Schule angezeigt
worden war, wünscht sich "mehr Anteilnahme an seiner Situation",
berichtet Fried. "Irgendwie ist hier keiner für irgendwas
verantwortlich."
Quelle: Badische
Zeitung
18.4.2010 Brasilianische
Behörden ermitteln gegen
den auch im Osnabrücker Nordland bekannten deutschen Pater
Benedikt L. wegen „Internet-Pädophilie“. Der Geistliche weist die
Vorwürfe zurück und macht einen Schützling für die
kinderpornographischen Dateien auf seinem Computer verantwortlich.
Benedikt L. rief im Nordosten Brasiliens Hilfsprojekte für
Straßenkinder ins Leben, die er aus Spendengeldern finanziert.
Dazu hat er sich in Deutschland einen Unterstützerkreis aufgebaut,
zu dem die Kolpingsfamilie Ankum gehört, aber auch die
St.-Ursula-Schule und die Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover und
zahlreiche Kirchengemeinden.
Quelle: neue oz
18.4.2010 Mixa bekommt
"Unterstützung" vom ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank,
Walter. Dieser sieht in der Missbrauchsdebatte "fundamentalistische
Aufklärer" am Werk. Mixas Kritiker würden verkennen, dass
körperliche Züchtigung vor einigen Jahrzehnten in Deutschland
normal war, sagte das ZdK-Mitglied. Auch seine Mutter habe ihn
"verprügelt: Es hat mir nicht geschadet", sagte Walter. Ihm seien
dadurch Grenzen aufgezeigt worden. Dass Mixa die Vorwürfe
zunächst abgestritten hatte, nannte Walter glaubwürdig. Der
Bischof habe die Ohrfeigen nicht als Gewalt gegen Kinder empfunden.
Quelle: FR
Kommentar: So sieht es aus,
wenn Kinder geschlagen werden: Sie spüren als Erwachsene nicht
einmal mehr, wenn sie jemanden verletzen. Und die Opfer als
"fundamentalistische Aufklärer" zu denunzieren, heißt, sie
noch einmal verletzen.
17.4.2010 Die
"Initiative gegen
Gewalt und sexuellen Missbrauch an
Kindern und Jugendlichen" fordert den Rücktritt von Bischof
Heinrich Mussinghoff. Am 8. Januar hatten Eltern eines 19-Jährigen
den Fall beim Personalchef des Bistums Aachen gemeldet. Danach
passierte - nichts. Der Priester Georg K. soll den jungen Mann vom
zehnten Lebensjahr an schwer missbraucht haben. Auch andere Kinder
seien betroffen. Das Bistum erklärte, es habe ja nur der Vater
angerufen. "Der Junge hätte sich
als Opfer schon selbst bei uns melden müssen, nicht wir bei ihm." Der Beschuldigte K.
streitet die Vorwürfe ab.
Quelle: an-online
Kommentar: Natürlich
kann Kirche so mit Opfern umgehen. Keine Frage! Und sie beweist ja
auch, dass sie es kann, denn sie geht ja mit Opfern um, wie es
kaum zynischer sein könnte. Das ist der sicherste Weg, um auch bei
den Gutwilligsten jeden Kredit zu verspielen.
19.4.2010 Das Bistum
Aachen stellt den Sachverhalt anders dar: Der Priester ist bereits in
Südafrika in Haft. Der bischöfliche Missbrauchsbeauftragte
beziehe die staatlichen Ermittlungsbehörden ein, wenn das Opfer
dem zustimmt. Der Vater des Opfers jedochhabe um Stillschweigen
gebeten. Das Bistum bedauere, dass es nach dem Anruf des Vaters beim
Personalreferenten im Januar 2010 zu keinem weiteren Kontakt gekommen
ist. Inzwischen hat die Familie den
mutmaßlichen Täter angezeigt. Der Bischof hat den
Missbrauchsbeauftragten gebeten, der betroffenen Familie ein
Gespräch anzubieten.
Quelle: an-online
17.4.2010 Im
katholischen Internat
und Gymnasium Haus Overbach in Jülich bei Aachen soll es zu
sexuellem Missbrauch gekommen sein. Drei Opfer meldeten sich und
berichteten von Missbrauch in den 50er-Jahren. Sie beschuldigen
Ordensleute der Oblaten des heiligen Franz von Sales.
Quelle: FR
17.4.2010 Am Dienstag
wurde in
Baden-Württemberg ein weiterer Fall bekannt. Betroffen ist das
Kapuzinerkloster in Bad Mergentheim. Die Staatsanwaltschaft wurde
für die Prüfung eines Missbrauchsfalls eingeschaltet, wie ein
Sprecher der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz in
Münster bestätigte. Anfang der 70er Jahre soll ein heute
knapp 80 Jahre alter Pater mindestens einen Schüler missbraucht
haben. Das Opfer habe sich erst in den vergangenen Tagen gemeldet. Der
Beschuldigte sei erst vor zwei Jahren wieder nach Bad Mergentheim
versetzt worden. Da es "Auffälligkeiten" gab, sei er seit Jahren
von allen seelsorgerischen Diensten entbunden. Erste Hinweise auf
sexualisierte Gewalt in einem früheren hessitschen Jungeninternat
in Bensheim datieren von den 70er- und 80er-Jahren. Bis 1979 soll es
secualisierte Gewalt und Misshandlungen gegeben haben.
Quelle: FR
17.4.2010 Für
diejenigen, die
die Loyalität von Kirchenleuten kennen, ist die Nachricht nicht
überraschend: Der Papst sollte "aus der Schusslinie" genommen
werden. Deswegen wurde der frühere Generalvikar
Gruber wohl gedrängt, die Verantwortung in der Affäre um den
pädophilen Priester Peter H. zu übernehmen. Vertraute Grubers
schilderten dem SPIEGEL, Gruber solle als Sündenbock für den
Papst herhalten. Wörtlich im Spiegel: "Als die
Affäre Mitte März
aufflog, sei er [Gruber] am Telefon eindringlich "gebeten" worden, die
volle Verantwortung zu übernehmen, klagte Gruber gegenüber
Freunden. In einem Brief an seine Vertrauten schreibt Gruber, er habe
eine fertig formulierte Stellungnahme zugefaxt bekommen.
Änderungswünsche habe er anmerken können. Über die
Darstellung des
Bistums und darüber, dass man ihm "eigenmächtiges Handeln" im
Fall H. vorwarf, empfinde er jedoch großen Unmut. Auch der
Ausdruck "Eigenmächtigkeit" sei nicht mit ihm abgesprochen worden.
Gruber hatte bisher alle Schuld auf sich genommen."
Quelle: Spiegel
21.4.2010 Der ehemalige Generalvikar Gruber erklärte, sein Freund
habe ihn missverstanden. Er habe nicht davon gesprochen, dass Druck auf
ihn ausgeübt worden sei, sondern dall alle unter Zeitdruck
standen.
Quelle: Süddeutsche
17.4.2010 "Der Bischof
von Augsburg
hat in einer für die Kirche
höchst kritischen Situation den größten anzunehmenden
Unfall verursacht: Er hat alle Beteuerungen der katholischen
Würdenträger Lügen gestraft, von nun an Missbrauchs- und
Gewaltvorwürfe offensiv und transparent zu klären." "Wollten die
Bischöfe und der
Papst den Schaden für die Kirche begrenzen, müssten sie Mixa
umgehend zum Rücktritt drängen. Doch selbst wenn sich Mixa in
seinem Amt hält, ändert das nichts daran, dass das Bistum
Augsburg keinen Bischof mehr hat.Da ist nur noch ein
Mann im Bischofsornat,
aber es fehlt ihm das, was dieses Amt auszeichnen soll:
Glaubwürdigkeit, Autorität, Integrität und Würde."
Quelle: Süddeutsche
17.4.2010 Zwei
Personen,
frühere Bewohner des Oldesloer Kinder- und Jugendhauses St. Josef,
erheben Missbrauchs - Vorwürfe. Ein Vorwurf richtet sich gegen
einen weltlichen Mitarbeiter des Hauses. Ein Ex-Bewohner erhebt
Vorwürfe gegen einen Geistlichen. Er berichtet von Fesselspielen
im Pfarrhaus von St. Josef.
Quelle:
In-online
17.4.2010 Joachim Frank
bemerkt in
der FR:
"Seine [Mixas] gewundenen Ausflüchte machen zunichte, was Papst
und Bischöfe derzeit über die Ehrlichkeit und den
Aufklärungswillen der Kirche predigen. All das ist
unglaubwürdig, solange höchste Funktionäre die Unkultur
des Leugnens und Abwimmelns in eigener Sache pflegen. Mit der
vielbeschworenen Würde des geistlichen Amtes hat das ohnehin
nichts mehr zu tun. Fragt sich, wann Mixas Mitbrüder ihm das
endlich sagen wollen, und wann Rom reagiert."
17.4.2010
In Österreich wurden
in den letzten Wochen 6 Priester vom Dienst suspendiert, 2
vorläufig
beurlaubt, einer quittierte den Dienst. Ihnen wird sexualisierte Gewalt
gegen Minderjährige vorgeworfen.
Quelle: ORF
16.4.2010 Die
katholische niederländische Kirche hat einen Pfarrer
wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Diözese Rotterdam
teilte mit, der Pfarrer sei aus dem Dienst entfernt worden.
Quelle: reuters.com
16.4.2010 In einem
Waisenhaus in
Luzern soll es zu körperlichen Übergriffen, Schwerstarbeit
und sexuellem Missbrauch durch Patres gekommen sein. Das berichten
Schweizer Medien unter Berufung auf einen ehemaligen Heimschüler
an diesem Freitag. Die Stadt will die Vorwürfe gegen das
Kinderheim nun prüfen, hieß es weiter. Das Kloster der
Ingenbohler Schwestern hat unterdessen Aufklärungswillen bekundet.
Quelle: Radio
Vatikan
16.4.2010 Reaktionen
auf den Brief
des Theologen Hans Küng an die Bischöfe in Deutschland:
Der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick hat den offenen
Brief von Hans Küng zurückgewiesen. Die Bischöfe zu
Widerstand gegen Papst und Vatikan aufzurufen, sei eine „Unverschämtheit“.
Quelle: Domradio
Norbert Scholl, kath. Theologieprofessor in Heidelberg, meint, der
Papst müsse verstehen, dass es Zeit für ein ökumenisches
Konzil sei. Scholl benennt als Probleme die hierarchische Struktur, die
Zwei-Klassengesellschaft, den römischen Zentralismus, die
uneingeschränkte monachistische Machtbefugnis des Papstes. Quelle:
FR
16.4.2010 Der
Sonderermittler der
Katholischen Waisenhausstiftung im Bistum Augsburg, der Anwalt S.
Knott, ermittelte und stellt seine Ergebnisse vor. Er berichtet von
Weinrechnungen, Geschenken an Neupriester und Kirchenteppichen, die auf
Kosten des Kinderheims gekauft wurden. Und von einem Bischofsring aus
Feingold, mit Insignien graviert, der 3854, 34 Mark kostete und
ebenfalls von der Stiftung bezahlt wurde.
Mixa wird
von
inzwischen acht ehemaligen Heimkindern vorgeworfen, er habe sie in den
siebziger und achtziger Jahren geschlagen - teils mit Faust, Stock oder
Teppichklopfer. Alle Betroffenen sind bereit, ihre Vorwürfe vor
Gericht unter Eid zu bezeugen. Mixa bleibt jedoch bei seiner Aussage,
"schwere körperliche Züchtigung hat es durch mich nie
gegeben."
Der
Sonderermittler
konnte weder mit dem Bischof sprechen, noch mit den Ex-Heimkindern, die
den Bischof mit 8 eidesstattlichen Erklärungen belasten, noch mit
den Schwestern, denen die Heimkinder Prügel vorwarfen.
Quelle: Süddeutsche
16.4.2010 Der
Präsident des
Zentralkomitees der Deutschen Katholiken beklagte eine weitreichende
Resignation unter den Katholiken. Dringend notwendig für die
Kirche sei es jetzt, Vertrauen zurückzugewinnen. Nach
Einschätzung des ZdK-Präsidenten ist derzeit noch offen, ob
gegenwärtige Erschütterung zu einer zukunftsweisenden
Erneuerung der Kirche oder zu einem dauerhaften Bedeutungsverlust
führen werden.
Quelle: Domradio
16.4.2010 Pater Mertes,
SJ,
kritisiert diejenigen Kirchenrepräsentanten, die die Kirche selber
als Opfer des Skandals darstellten. Eine solche Haltung verletze die
Opfer ein weiteres Mal.
Stimmt.
Quelle: Domradio
16.4.2010 Die
Staatsanwaltschaft
Marburg ermittelt gegen den früheren Leiter des katholischen
Kinderheims Berwardshof, Himmelsthür, wegen des Verdachts von
sexuellem Missbrauch. In den 70er Jahren soll er in Amöneburg
mindestens zwei Jungen missbraucht haben.
Quelle: Hildesheimer
Allgemeine
16.4.2010 Der
Augsburger Bischof
Walter Mixa hat erstmals eingeräumt, in seiner Zeit als
Stadtpfarrer Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. Er könne
nicht ausschließen, dass er vor 20-30 Jahren den
Jugendlichen "die eine oder andere Watsch'n" gegeben habe. "Das war
damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser
Generation wissen das auch", fügte er hinzu.
Quelle: FR
Kommentar: Die
Prügelstrafe in Bayern wurde 1980 abgeschafft. In anderen
Bundesländern Deutschlands schon vorher. Dass
es
"vollkommen normal" gewesen sein soll, dass Körperstrafen trotz
eindeutiger Gesetzeslage durchgeführt wurden, kann ich mir kaum
vorstellen.
16.4.2010 Der
Kirchenanwalt der
Glaubenskongregation für schwere kirchenrechtliche Vergehen,
Charles Scicluna, hat sich bereit erklärt, im Juni
Missbrauchsopfer aus Malta zu treffen. Scicluna, ist selbst Malteser
und bei der Glaubenskongregation mit der Aufarbeitung von
Sexualstraftaten betraut.
Quelle: Liborius.de
16.4.2010 Im Jahr 2001
dankte der
damalige Präfekt der Kongregation für den Klerus, Dario
Castrillón Hoyos dem französischen Bischof Pican,
Diözese Bayeux-Lisieux, für dessen
Entscheidung,
einen pädophilen Priester nicht den Behörden gemeldet zu
haben. Hoyos
schreibe, er freue sich über Pican, der in den Augen
der Geschichte und aller anderen Bischöfe auf der Welt das
Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen habe.
Der Vatikan wies darauf hin, dass das Schreiben
Hoyos die Bedeutung der inzwischen vorgenommenen Reformen im Vatikan
zeige.
Die Kinder waren unter
15 Jahre
alt, als sie von dem Priester sexuell
missbraucht wurden. Die Eltern mehrerer Opfer hatten den Bischof
verklagt, weil er von dem Missbrauch ihrer Kinder gewusst, aber
nichts dagegen unternommen habe. Der pädokriminelle Priester war
im Oktober 2000 zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.
Quelle: ORF
und Spiegel
und Golias
16.4.2010 Der Vatikan hat sich von dem Schreiben von Kardinal Hoyos vom
8. September 2001 an
den
französischen Bischof Pican distanziert - dieses Vorgehen
entspreche nicht der Linie des Heiligen Stuhls. Am 30. April 2001 hatte
der damalige Papst das Motu prorio "Sacramentorum sanctitas tutela"
veröffentlicht, in dem das Verfahren bei
Pädophiliefällen neu geregelt wurde und unmittelbar der
Zuständigkeit der Glaubenskongregation unterstellt.
Quelle: Lioborius.de
Kommentar: Der Präfekt
der Kongregation für den
Klerus, angesiedelt im Vatikan, hält sich also nicht an die
mutmaßlich "neue Linie" der
Glaubenskongregation, die bereits 4 Monate lang gilt. Wenn
sich Kardinal Hoyos der Zustimmung "aller anderen Bischöfe
auf der Welt" so sicher war, und wenn seine damalige Einschätzung
richtig ist, dann bedeutet dies, dass Opfer auf der ganzen Welt keinen
einzigen Bischof auf ihrer Seite hatten. Und es schließt sich die
Frage
an, ob die Bischöfe auf der Welt inzwischen gelernt haben, auf der
Seite der Opfer zu stehen.
16.4.2010 Ursula Enders
und Yücel
Kossatz
über "Verantwortung
der
Kirche
und
Opferschutz"
16.4.2010 Hans
Küng schreibt
einen Offenen Brief an die Bischöfe in Deutschland. Süddeutsche
16.4.2010 Die
Diözese
Rottenburg-Stuttgart ermittelt gegen einen etwa 60-jährigen
Pfarrer von Munderkingen wegen sexuellen Missbrauchs. Die
Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Ein heute Vierzigjähriger
hat die Diözese informiert, dass er mit ca 11 Jahren von dem
Pfarrer missbraucht wurde. Inzwischen gibt es Hinweise, dass auch in
der früheren Arbeitsstelle des mutmaßlichen Täters ein
minderjähriger von dem Pfarrer belastigt worden sein soll. Schon
eta 1994 gab es Hinweise der Haushälterin, dass ein
Minderjähriger aus dem Bett des Pfarrers gekommen sei. Damals
wurde diesem Hinweis von Seiten der Diözese nicht ernsthaft
nachgegangen.
Quelle: Schwäbische.
de
15.4.2010 Die
Bischofskonferenz von
England und Wales hat die Behauptung Bertones, des 2. Mannes im
Vatikan, zurückgewiesen, dass Pädophilie mit
Homosexualität zusammen hinge. Darüber gebe es keine
gesicherten Erkenntnisse.
Quelle: Radio
Vatikan
15.4.2010 Der Theologe
Hans
Küng fordert laut ORF
die deutschen Bischöfe zum Widerstand gegen den Papst auf.
15.4.2010 Zwischen dem
Kloster Ettal
und dem Erzbistum München gibt es Auseinandersetzungen über
den Umgang mit den Missbrauchsfällen.
Quelle: kurier.at
15.4.2010 Pfarrer
Helmut
Schüller,
früherer Leiter der Wiener Ombudsstelle
für Missbrauchsopfer, ist überzeugt, dass die
Missbrauchs-Skandale in der katholischen Kirche Konsequenzen haben
müssen - und zwar ganz oben, bei der Kirchenführung in Rom.
Schüller macht die Machtkonzentration beim Papst für die
Kirchen-Krise mitverantwortlich. Er verlangt mehr "Machtkontrolle".
Unter bestimmten Umständen sei ein Rücktritt des Heiligen
Vaters "unausweichlich", sagt Schüller.
Quelle: kurier.at
15.4.2010 Hermann
Häring in der Südwestpresse
über den Papst nach 5 Jahren Amtszeit
15.4.2010 Edelbert
Hörhammer
war von 1973 bis 2005 Abt von Ettal und zuvor dort Internatserzieher.
Er hat die Verantwortung für Misshandlungen und Missbrauch durch
Mitglieder seines Ordens übernommen. Auch er habe als Erzieher
wiederholt Schüler misshandelt. Es tue ihm leid.
Quelle: Vatikanradio
15.4.2010 Ein Jurist
aus Buchs
erklärte, dass er aktuelle und ehemalige Verantwortliche der
Bistümer Chur und Basel wegen ihres Umgangs mit
Missbrauchsfällen angezeigt habe.
Quelle:
Vatikanradio
15.4.2010 Der
Erzbischof von Denver,
USA, hat einen 74-jährigen Priester aus dem seelsorglichen Dienst
entlassen und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Dem Priester werden
sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die vor 35 Jahren begangen worden
sein sollen. Erzbischof Caput verteidige sich gegen den Vorwurf,
überstürzt reagiert zu haben.
Quelle: Vatikanradio
15.4.2010 Eine Frau
erzählt in
der Welt,
wie
ihr
Glaube
ihr
geholfen
hat,
mit
den
Missbrauchsfolgen
fertig
zu
werden.
14.4.2010 Klaus
Mertes, SJ,
greift Bischof Mixa an und hält ihm vor, Opfer zu diskreditieren.
Den
Bischöfen hält er vor, dass diejenigen, die sich selbst als
Opfer
sehen, die Kirche diskreditieren. Ehemalige Schüler beginnen die
Rolle
ihrer Eltern zu durchschauen und werfen ihnen Versagen vor.
Quelle: tagesspiegel
14.4.2010 Wolfgang
Niedecken, Musiker von BAP, wurde von einem Pallottiner-Pater
missbraucht und geschlagen.
Quelle: faz
14.4.2010
In der katholischen Kirche scheint sich etwas zu ändern. Vor 15
Jahren
hatte sich ein Mann wegen Missbrauchs bei der Diözese in
Rottenburg
gemeldet. "Damals bin ich gnadenlos abgewimmelt worden", berichtet der
Betriebswirt. "Diesmal war das ganz anders."
Quelle: Stuttgarter
Zeitung
14.4.2010 Nach Angaben
der Kirche wurden auf Malta innerhalb der vergangenen zehn Jahre gegen
45 von insgesamt 850 Priestern Vorwürfe laut, sich an
Minderjährigen vergangen zu haben. In der Regel wurden sie nur
kirchenintern verfolgt. Es ist nicht bekannt, wie viele ihres Amtes
entbunden wurden. 10 der Opfer wollen den Papst treffen. Ob er sie auch
treffen will, ist unklar.
Quelle: FR
14.4.2010
Misshandlungen und sexualisierte Gewalt in Kinderheimen der Ex-DDR -
Bericht aus Torgau.
Quelle: dw-world
13.4.2010 Am Montag
wurden vom Vatikan die „Hinweise zum
Verständnis der Verfahrensgrundlagen der Glaubenskongregation bei
Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs“ veröffentlicht, die vom
30.4.2001 stammen und in Verbindung mit dem Kodex des kanonischen
Rechts von 1983 gelten. Jost Müller-Neuhof
weist darauf
hin, dass die veröfentlichten Hinweise nicht besagen, dass es eine
Anzeigepflicht der Kirche gebe, wenn sie von Missbrauch erfahre. Der
Text besage nur, dass staatliche Richtlinien einzuhalten seien. In
Deutschland gibt es keine Anzeigepflicht für sexuellen Missbrauch.
Quelle: Tagesspiegel
13.4.2010 Ein New
Yorker Rabbi wurde
wegen sexuellen Missbrauchs an einem 16-Jährigen in den Jahren
2004 und 2005 zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei weitere
Missbrauchsanklagen sind noch zu verhandeln.
Quelle: focus
13.4.2010 Das Erzbistum
Freiburg,
Generalvikar Dr. Fridolin Keck, möchte mit allen, die aus der
Kirche ausgetreten sind in diesen Wochen ins Gespräch kommen.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Kommentar: Muss ich erst
aus der Kirche austreten, um in meiner Diözese Gehör zu
finden?
13.4.2010 Der Tagesspiegel
über die Verliese des Vatican.
Kommentar: 2003 trat eine
Leitlinie in Kraft, die besagt, dass die zivilen Rechtsvorschriften,
die die Anzeige von Verbrechen bei den zuständigen Behören
vorschreiben, zu befolgen seien. Ich verstehe nicht, wie die
Bischöfe nach diesen vatikanischen Leitlinien von 2003 noch immer
diskutieren können ob bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch
Geistliche eine Anzeigepflicht besteht oder nicht.
13.4.2010 Rik Devillé, ein
belgischer
katholischer Priester hat eine Arbeitsgruppe gegen Kindesmissbrauch
innerhalb der Kirche mitbegründet. Er berichtet, dass es in den
90er Jahren 300 Pädophilie-Beschwerden gegeben habe. Nur 15 Klagen
hätten zu Geständnissen geführt. Sanktionen habe es -
von Zwangsversetzungen abgesehen - keine gegeben. Die übrigen
Beschwerden seien im Sande verlaufen. Das berichtet devillé der
Nachrichtenagentur Belga. In der Regel seien die
Opfer mit
Verweis auf eine Verjährung abgefertigt worden, beklagte der
Geistliche im Ruhestand. "Sehr wenige Bischöfe haben uns geholfen."
Quelle: FR
und klamm.de
13.4.2010 Die Hinweise
auf sexuellen
Missbrauch am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel häufen sich.
Es ist von der Zeit Ende der 70er - Jahre bist 1984 die Rede. Bislang
haben sich 12 ehemalige Schüler an die Provinzleitung der Steyler
Missionare gewandt.
Quelle: sol.de
13.4.2010 Einem
Priester der
Diözese Rottenburg wirft ein Mann sexuelle Übergriffe in den
70er und 80er- Jahren vor. Die Diözese erstattete Anzeige.
Quelle:
SWP
12.4.2010 Beim Besuch
des Papstes
auf Malta wollen 10 MMänner, die als Kinder von vier Priestern in
den 80er und 90er Jahren missbraucht wurden, den Papst treffen.
Quelle: Tagesanzeiger
12.4.2010 Ein 67 Jahre
alter
katholischer Priester steht im Verdacht, in den 70er und 80er Jahren
als Kaplan
in Bremen 1972 oder 1973 einen Jungen und in Lingen zwischen 1976 und
1983 zwei Mädchen missbraucht zu haben. Der Geistliche ist
seit 1995 im Erzbistum Hamburg tätig. Er sei nach Bekanntwerden
der Vorwürfe im März in den Ruhestand versetzt worden, sagte
ein Sprecher der Erzdiözese am Montag. In Bremen hatte sich ein
Mann gemeldet, der angab, 1972 oder 1973 Opfer von Übergriffen des
Priesters geworden zu sein. In Lingen soll er zwischen 1976 und 1983
zwei Mädchen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaften
Bremen und Osnabrück sind eingeschaltet.
Quelle: newsticker
12.4.2010 Der Vatikan
hat
klargestellt, dass bei sexuellem Missbrauch
durch Geistliche die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten sind.
Heute wurde das entsprechende Dokument aus dem Jahr 2003, nach dem
bereits längere Zeit verfahren worden sein soll, veröffentlicht.
12.4.2010 Im Bistum
Regensburg wurde
ein Pfarrer aus dem Landkreis Tirschenreuth vom schulischen und
pfarrlichen Dienst beurlaubt. Ihm wird ein Übergriff auf eine
Schülerin vorgeworfen. Die Missbrauchsbeauftragte Dr. Böhm
erhielt aus der Pfarrei Hinweise auf möglicherweise weitere
geschädigte Kinder.
Quelle: Mittelbayerische
Zeitung
12.4.2010 Heribert
Prantl, Süddeutsche
Zeitung, macht einen bedenkenswerten Vorschlag. Zunächst
stellt er fest, das die Vorwürfe gegen Ratzinger wegen seines
saumseligen Verhaltens in früheren Tagen das geläuterte
Verhalten in neueren Tagen verdecken. Prantl konstatiert, dass die
Glaubwürdigkeit der Kirche weltweit gelitten hat. Er fragt: "War
es bewusstes Hinauszögern, oder war es kirchenjuristische
Akkuratesse?... Der Missbrauchsskandal hängt wie ein
Mühlstein am Hals der katholischen Kirche....Der Vatikan hat die
Möglichkeit, die Kirche vom Mühlstein an ihrem Hals zu
befreien, ja den Stein vielleicht gar zu zertrümmern. Dazu
müsste er gegen Priester, die Kinder und Jugendliche missbrauchen,
die schärfste Strafe verhängen, die das Kirchenrecht kennt:
Die Exkommunikation, also den Ausschluss aus der religiösen
Gemeinschaft."
12.4.2010 Der
frühere Leiter
der Odenwald-Schule, Gerold Becker, soll auch einen Jungen, der unter
seiner Vormundschaft stand, sexuell missbraucht haben.
Quelle: faz.net
12.4.2010 Informationen
zum
Abschlussbericht des Sonderermittlers in der Klosterschule stehen in
der Süddeutschen.
"Es
muss
unbedingt
allen
klar
werden,
dass
nicht
die
betroffenen
Schüler
die
Nestbeschmutzer
sind,
sondern
die
Patres,
die
sich
an
den
Kindern
vergangen
haben",
sagt
der
Sonderermittler.
Er
hat
nicht
vergessen,
dass
sich
die
Gemeinschaft
früherer
Internatsschüler
gegen
die
Nestbeschmutzer
und
den
Sonderermittler
gestellt
haben.
12.4.2010 Ehemalige
Heimkinder
erheben schwere Vorwürfe gegen die Dernbacher Schwestern.
12.4.2010 Ein Video
über
Ex-Heimkinder und wie Kirche (Bistum Aachen) mit ihnen umging.
Triggergefahr - Quelle: frontal21.zdf
12.4.2010 Ein Video mit
Peter
Henselder, der die Heimkinder-Demo am Donnerstag initiiert hat.
Vorsicht - Triggergefahr.
Quelle: Spiegel
11.4.2010 Ursula Raue,
die
Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens, hatte im März von 61
Opfern im Canisius-Kolleg berichtet. Nun berichtet sie von rund 170
Opfern, darunter seien 59 (nicht 61) ehemalige Schüler des
Berliner Canisius-Kollegs.
Quelle: Mitteldeutsche
Zeitung
11.4.2010 Die
Kardinäle der
Weltkirche planen eine Solidaritätsveranstaltung - nein, nicht mit
den Opfern pädokrimineller Priester - sondern mit dem Papst. Sie
wollen ihm inach den scharfen Attacken wegen der Missbrauchsfälle
ihre Solidarität ausdrücken, berichtet die römische
Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag. Am 13. Mai soll zudem auf dem
Petersplatz eine große Kundgebung mit Hunderttausenden
Demonstranten zur Unterstützung des Papstes stattfinden.
Quelle: Kleine
Zeitung
11.4.2010 Bericht der
Diözese
Rottenburg-Stuttgart zu den Missbrauchsfällen. Stand: 26.3.2010
11.4.2010 In der
Diözese
Innsbruck hat sich ein Priester, der ein Sexualverbrechen begangen hat,
selbst angezeigt. Er wurde vom Dienst suspendiert. Bei der Ombudsstelle der Diözese Innsbruck
werden derzeit 115 Fälle behandelt.
Quelle: ORF tirol
11.4.2010 Im Kinderheim
St. Josef,
Eschweiler, wurden um 2002 Vorwürfe laut, dass in den 50er und
60er Jahren dort Kinder schwer misshandelt und sexuell missbraucht
wurden. Sowohl die Dernbacher Schwestern, die in den 50er und 60er
Jahren das Kinderheim führten, als auch die Pfarrgemeinde St.
Peter und Paul, die heute das Heim führt, stellten Strafanzeige
gegen die ehemaligen Heimkinder. In einer Pressekonferenz im Ordinariat
Aachen breiteten Anwälte des Ordens und der Pfarrgemeinde den
Verdacht aus, die ehemaligen Heimkinder wollten den Staat um
Opferentschädigungen betrügen. Der Orden ging in einer
Mitteilung vom 29.3.2010 davon aus, dass die Vorwürfe nicht den
Tatsachen entsprechen, falsch und ehrverletzend seien. Auf der Internetseite
der
Dernbacher Schwestern steht inzwischen eine Entschuldigung, falls
den Heimkindern Dinge geschehen seien, die den Erziehungszielen
widersprachen.
Quelle: a-z.web
10.4.2010
Zeugenaussagen über
Gewalt bei den Windsbacher Sängerknaben - ein Pfarrer erzählt.
Quelle: Süddeutsche
10.4.2010 Noch vor wenigen
Jahren soll es sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule gegeben
haben.
Das berichtet der Frankfurter Opferanwalt Thorsten Kahl dem Spiegel.
Weil er sich von ehemaligen Mitschülern unter Druck gesetzt
fühle, dem Ruf der Schule nicht noch weiter zu schaden, wolle sich
der betroffene Ex-Schüler nicht an die Staatsanwaltschaft wenden,
sagte Kahl.
Quelle:
hr-online
10.4.2010
Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich soll von
Missbrauchsvorwürfen gegen einen früheren Leiter eines
Nürnberger
Diakonie-Jugendheimes nach Aussagen eines Opfers gewusst haben.
Friedrich kann sich nicht erinnern.
Quelle:
Merkur
10.4.2010 Im
Elite-Internat Birklehof in Hinterzarten gibt es
Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen Schularzt.
Quelle: FR
10.4.2010
Der kanadische katholische Priester Bernard Prince verbüßt
derzeit
eine im Jahr 2008 verhängte vierjährige Haftstrafe
wegen des
Missbrauchs von 13 Jungen zwischen 1964 und 1984. Ein heute
53-jähriges
Opfer erklärt, dass es die Diözese Pembroke/Ontario ein Jahr
vor der
Ernennung des Täters zum Generalsekretär des Päpstlichen
Werks für die
Glaubensverbreitung im Jahr 1991 über Vorwürfe sexuellen
Missbrauchs
informiert habe. Der Täter wurde dennoch zum Generalsekretär
befördert.
Hier
ist ein Beitrag über ihn nachzulesen. Der inzwischen verstorbene
Bischof von Pembroke, Joseph Windle, warnte in einem Brief an den
päpstlichen Gesandten in Kanada, Carlo Curis, im Februar 1993 vor
Prince. Den Geistlichen in einer so hohen Position im Vatikan zu sehen,
könnte seine Opfer zusätzlich aufbringen, schrieb Windle.
„Die Folgen wären katastrophal, nicht nur für die kanadische
Kirche, sondern auch für den Heiligen Stuhl."
2009 enthob Papst Benedikt XVI. den Sexualstraftäter des
Priesteramts.
2005 ging bei der
Polizei die Beschwerde eines Mannes ein, er sei 1969 als Junge von
Prince missbraucht worden.
Quelle: 20
min
10.4.2010 Es sei nicht
gut, den
religiösen Frieden zu stören, hatte man der Mutter eines
Opfers gesagt, als diese das Leiden ihres Sohnes vor Jahren
öffentlich machen wollte. Jetzt ist es öffentlich geworden -
und das ist gut so. Dem Opfer Dank für seinen Mut!
Triggergefahr!
Quelle: Tagesanzeiger
10.4.2010 Hier ist eine
Stimme, die
es in Zukunft noch häufig zu hören geben wird: "Ohne
den Opfern
zu nahe treten zu wollen: .... (es) trifft den Nerv Vieler, die
langsam die Nase voll haben von Enthüllungs-Stories über
sexuellen Missbrauch." Quelle: otz
Und der Missbrauch
mit
dem
Missbrauch wird hier auch schon thematisiert.
Kommentar: Was von der
wissenschaftlichen Qualität der sogenannten false-memory-Forschung
zu halten ist, ist nachzulesen bei Martha Schallek: Rotkäppchens
Schweigen. Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer.
Es muss damit gerechnet
werden,
dass diese Stimmen, die Opfer diskriminieren in den nächsten Tagen
und Wochen verstärkt auftauchen. Erstaunlich ist, dass sie erst
jetzt beginnen. Hier gibt es weitere Hinweise darauf,
mit welchen Argumenten man in bewährter Art und Weise Opfer
mundtot machen kann.
10.4.2010 Der Vatikan
wehrt sich gegen die neuen Vorwürfe. Er erklärte dazu jetzt:
"Kardinal Ratzinger hat den Fall Stephen Kiesle aus Kalifornien nicht
gedeckt." Vielmehr habe der heutige Papst "einzig darum gebeten, die
Sache gründlicher zu untersuchen zum Wohl aller Beteiligten",
kommentierte der Vizepressesprecher des Vatikans, Padre Ciro
Benedettini, die neuen Vorwürfe.
Quelle: Spiegel
10.4.2010
Ratzinger bat, die Entlassung eines pädophilen Priester genau zu
prüfen. Dieser Vorgang dauerte von 1978 (Termin der Verurteilung)
bis
1987, d.h. 9 Jahre. Der betreffende
Priester wurde
bereits 1978 wegen der sexuellen Belästigung von zwei Buben zu
einer dreijährigen Bewährung verurteilt. 1981 suchte er um
Entlassung aus dem
Priesterstand nach. 1985 kam die Antwort Ratzingers, die der Nachrichtenagentur AP
vorliegt. In diesem Schreiben äußert der damalige
Kurienkardinal Ratzinger
Bedenken hinsichtlich der Folgen einer Amtsenthebung für den
Geistlichen. Diese Bedenken hatte Ratzinger im Blick auf das Wohl der
Weltkirche und die christliche Gemeinschaft.
1987 wurde der
verurteilte Priester dann aus dem Priesteramt entlassen.
2004 wurde der ehemalige Priester wegen des Missbrauchs eines
Mädchens 1995 zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe
verurteilt. Zwischen 1981 und 1987 seien keine weiteren Übergriffe
des Mannes mehr bekanntgeworden. Der heute
63-jährige
registrierte Sexualstraftäter lebt in Kalifornien.
Quelle: standard.at
Quelle: ntv.de
10.4.2010 Die Leiterin
der
Frauenberatungsstelle Sofra in Aschaffenburg, Gerti Metzls, weist
darauf hin, dass sexueller Missbrauch vor allem Mädchen trifft,
vor allem in Familien vorkommt und von den Tätern sorgfältig
geplant wird. In letzter Zeit wenden sich verstärkt auch
ältere Frauen bei der Beratungsstelle. Das Bewusstsein für
die Problematik häuslicher Gewalt habe sich geändert.
Quelle: faz.net
10.4.2010 Der
Sonderermittler Thomas
Pfister berichtet dem Magazin Focus: "Es waren Berichte über so
abartige Gräueltaten, dass ich nachts nicht einschlafen konnte."
Insgesamt 15 Mönche, darunter ein früherer Abt, sollen im
Kloster Ettal weit mehr als einhundert Schüler systematisch
gequält und sexuell missbraucht haben. Das gehe aus dem
Abschlussbericht hervor, den der Sonderermittler der katholischen
Kirche in den kommenden Tagen vorstellen werde, heißt es im
"Focus". Rechtsanwalt
Pfister
war
Ende
Februar
im
Auftrag
des
Erzbistums
München
und
Freising
in
das
oberbayerische
Kloster
gefahren,
um
die
Einzelheiten
der
Missbrauchsvorwürfe
aufzuklären.
Die
mutmaßlichen
Opfer
berichten
von
Prügeln
mit
Skistöcken,
von
durch
Schläge
geplatzten
Trommelfellen
und
von
lebendigen
Molchen,
die
sie essen mussten. Ein heute 74-jähriger Geistlicher, der von 1973
bis 2005 Abt des Klosters war und vorher als Lehrer und Erzieher
arbeitete, galt dem Bericht zufolge als "unbeherrschter Schläger".
Quelle: ntv.de
Quelle: focus
Quelle: welt.de
9.4.2010 Der Vatikan
soll
mittlerweile zahlreiche US-Anwälte beschäftigten, die
finanzielle Ansprüche von Opfern abwehren sollen.
Quelle: Wiener
Zeitung
9.4.2010 In der katholischen
Kirche
Norwegens, einer sehr kleinen Kirche, gebe es vier weitere potenzielle
Fälle sexueller Übergriffe von
Geistlichen auf Kinder, sagte Bischof Bernt Eidsvig am Freitag in Oslo.
Zwei Vorfälle hätten sich allem Anschein nach den in 50er
Jahren
abgespielt, der dritte vor zwei Jahrzehnten. Zudem gebe es
Gerüchte
über einen weiteren Missbrauchsfall.
Quelle: Reuters
9.4.2010 Informationen
über die
Besonderheiten der Erinnerungen bei Traumatisierung.
Quelle: Zeit
9.4.2010 Im Bistum
Essen hat ein
Opfer von Missbrauch durch einen kath. Priester drei Jahre seine
Therapie selbst gezahlt, ca 17.000 €. Das Opfer habe sich
geschämt, bei der Krankenkasse vorstellig zu werden. Das Bistum
Essen lehnte eine Kostenübernahme für eine bereits
stattgefundene Therapie ab. Unklar ist, ob dies in allen Diözesen
so gehandhabt wird.
Quelle: taz
9.4.2010 Lahey,
früherer
Bischof von Antigonish, Kanada, trat im September 2009 zurück,
nachdem auf seinem Computer "angeblich" kinderpornographische Fotos
entdeckt wurden. Ein früherer Zögling eines Waisenhauses
werfe ihm nun vor, in in den 80er Jahren immer wieder missbraucht zu
haben.
Quelle: Radio
Vatikan
9.4.2010 Der Papst habe
"sehr
gelitten" wegen "dieser Priester, die ihrer eigenen Berufung und
Mission untreu geworden sind", sagte der Kardinalstaatssekretär
Tarcisio Bertone.
Quelle: FR
9.4.2010 S. 6
Kommentar: Der
Papst hat wieder nur die
Täter im Blick und die Kirche - nicht die Opfer.
9.4.2010 Im Bistum
Erfurt wurde ein
Priester, der 1980 bis 1996 Übergriffe auf vier
Minderjährige zugegeben hat, wegen sexueller Nötigung vom
Bistum angezeigt. Das Bistum Erfurt hat den Beschuldigten von 2004-2006
im Jugendgefängnis eingesetzt.
Quelle: Spiegel
9.4.2010
Ein
spanisches
Gericht
hat
einen
katholischen
Geistlichen,
F.V.T.,
wegen
sexuellen
Missbrauchs
von
2
Mädchen,
10
und
11
Jahre
alt,
verurteilt.
Eine
Gerichtsverhandlung
fand
nicht
statt,
da
eine
Vereinbarung
zwischen
der
Verteidigerin
des
ehemaligen
Marister
Burder,
dem
Staatsanwalt
und
der
Anklagepartei erreicht wurde.
9.4.2010
Manfred
May,
der
Thüringer
Berater
für
SED-Opfer,
berichtet,
dass
sich
seit
Juni
vergangenen
Jahres
rund
160
Betroffene
gemeldet
haben,
die
von
körperlichen
Misshandlungen
und
sexuellem
Missbrauch
in
DDR-Kinderheimen
berichten.
Quelle: mdr.de
8.4.2010
Bedauern in Malta über den Missbrauch von Brüdern - ob auch
Mädchen und Frauen betroffen sind, ist nicht erkennbar.
Quelle: orf
8.4.2010
Der
deutschstämmige
Bischof,
der
in
Trondheim
den
sexuellen
Missbrauchs
eines
Minderjährigen
gestanden
hat,
hat
im
Bistum
Osnabrück
Gottesdienste
gehalten.
Weder
das
Bistum
noch
die
Klinik,
in
der
er
Gottesdienste
hielt,
waren
informiert.
Quelle: NDR
7.4.2010
Auch
in
Afrika
gab
es
nach
Angaben
des
Erzbischofs
Buti
Tlhagale,
Johannesburg,
Missbrauch
von
Kindern
durch
Geistliche.
Die
Verbrechen
der
Priester
kamen
jedoch
nicht
so
sehr
in
die
Medien
wie
in
Deutschland
oder
Irland.
Quelle: news.yahoo
7.4.2010
Ein
ehemaliger
Messdiener
gesteht
sexuellen
Missbrauch.
Quelle: FR
7.4.2010
Erfahrungen
von
Missbrauch
machen
vor
keiner
Institution
Halt
-
auch
nicht
vor
der
evangelischen
Kirche.
Quelle: Spiegel
und Spiegel
7.4.2010
Willi
Anderau,
der
Regionalobere
der
Deutschschweizer
Kapuziner
und
Präsident
des
Katholischen
Mediendienstes,
reagierte
auf
die
Medienkritik
Sodanos,
der
die
Aufdeckung
und
Aufklärung
der
Missbrauchsverbrechen
durch
katholische
Priester
als
"Geschwätz
des
Augenblicks"
abgetan
hatte.
Er
sagte,
Sodano
beleidige
„all
jene
Kirchenmitglieder,
die
sich
um
Transparenz und Aufklärung bemühen“. Durch die
Vertuschungsversuche solidarisiere sich die Kirche mit der
Täterseite statt mit den Opfern. (So
ist
es!)
Quelle: Vatikanradio
7.4.2010
Die
Affäre
um
Pater
Maciel
Marcial
Degollado,
den
Gründer
des
Ordens
"Legionäre
Christi",
geht
erneut
durch
die
Presse.
Demnächst
wird
der
Bericht
der
vatikanischen
Untersuchungskommission
vorgelegt.
Bekannt
ist
schon
lange,
dass
der
Vatikan
unter
Kardinal
Ratzinger
trotz
jahrzehntealter
und
mehrfach
wiederholter Anzeigen Pater Degollado nicht zur
Rechenschaft zog. Degollado hat mehrere Priesterseminaristen
missbraucht.
Quelle: stern
Der
Vatikan weist die Vorwürfe des Stern gegen den Papst als paradox
zurück.
Quelle: ORF
7.4.2010
Ein
aus
der
Eifel
stammender
Priester,
Wolfgang
Müller,
war
Bischof
von
Trondheim.
2009
trat
er
zurück.
Als
Grund
wurde
Unzfriedenheit
mit
dem
Trondheimer
Gemeindeleben
angegeben.
Der
wirkliche
Grund:
Müller
gestand
den
sexuellen
Missbrauch
eines
Minderjährigen
vor
ca
20
Jahren.
Die
Zeitung Adresseavisen deckte den Skandal auf.
Quelle: Focus
6.4.2010
Bei
den
dutzenden
Priestern,
gegen
die
in
Italien
wegen
pädokrimineller
Täten
ermittelt
wird,
handelt
es
sich
nur
um
die
Spitze
des
Eisberges,
sagt
Sergio
Cavaliere,
ein
Anwalt,
der
mehr
als
130
Fälle
gezählt
hat.
88
Mal
seien
die
mutmaßlichen
Täter mit Namen genannt
worden. Anzeige sei in keinem einzigen Fall erstattet worden - weder
bei den Behörden noch bei der Kirche. Der Mailänder
Staatsanwalt Pietro Forno bestätigt diese Angaben. (Bei 50 000
Priestern müsste mit ca 4% Missbrauchstätern gerechnet
werden, das wären 2.000.)
Quelle: orf
6.4.2010
Lars
Müller
(Name
geändert)
wurde
jahrelang
von
einem
katholischen
Priester
des
Erzbistums
Freiburg
missbraucht.
Er
sagte
in
einem
Interview,
dass
er
sicher
sei,
dass
der
frühere
Personalreferent
des
Erzbistums
Feiburg,
Robert
Zollitsch,
von
dem
Missbrauch
gewusst
habe.
Timm
kann
Zollitsch
nicht abnehmen, dass er tief überrascht von den
Missbrauchsfällen sei.
Quelle: dradio
6.4.2010
Der
Odenwaldschule
liegen
Berichte
ehemaliger
Schüler
vor,
die
bis
weit
in
die
90er
Jahre
von
Lehrern
sexuell
missbraucht
wurden.
Die
Schüler
sprechen
von
grausigen
Ritualen;
die
Rektorin
Margarita
Kaufmann
spricht
davon,
dass
die
Vorstellungskraft
gesprengt
werde.
Sie
berichtete
auch,
dass sie
Hinweise habe, dass sich mehrere missbrauchte Ex-Schüler
umgebracht hätten, zuletzt 1999.
Quelle: FR
Quelle: Spiegel
Quelle: Süddeutsche
6.4.2010
Der Eichstätter Bischof
Gregor
Maria
Hanke
bekannte:
"Natürlich
bedrückt
es
uns,
wenn
wir
Schuld
und
Versagen
begegnen."
Hanke
kritisierte
aber
auch indirekt
die
Berichterstattung
über
den
Missbrauchsskandal.
Die
öffentliche
Diskussion
habe
manchen
Christen
"auf
seinem
Glaubensweg
gelähmt".
Quelle:
br-online
Kommentar: Die Diskussion über
Missbrauchsskandal lähmt manchen Christen auf seinem Glaubensweg.
Dass der Missbrauch das Vertrauen - und damit natürlich auch den
Glauben an Gott - zerstört, das ist dem Bischof nicht der Rede
wert.
6.4.2010
Der
frühere
vatikanische
Justizminister,
Kardinal
Julian
Herranz,
berichtet,
dass
die
Missbrauchsaffäre
in
der
katholischen
Kirche
für
Papst
Benedikt
XVI.
"ein
unsägliches,
bitteres,
tiefes
Leiden"
bedeute.
Quelle: kleinezeitung
6.4.2010
Bei
der
am
30.
März
gestarteten
Hotline
gingen
in
den
ersten
drei
Tagen
rund
13.300
Anrufe
von
etwa
2.670
Personen
ein,
wie
der
Sprecher
der
Diözese
Trier,
Stephan
Kronenburg,
sagte.
Die
meisten
von
ihnen
bezeichneten
sich
demnach
als
Opfer
sexuellen Missbrauchs, einige gaben auch an, sie
seien misshandelt worden. Mit bisher 394 Personen führte das Team
aus Psychologen und anderen Experten intensivere Gespräche.
Quelle: epochtimes
6.4.2010
Der
Augsburger
Diözesanrat
verlangt
von
Bischof
Mixa,
dass
er
die
Vorwürfe,
er
habe
Kinder
geschlagen,
aufklärt.
Claudia
Roth
fordert
Mixa
auf,
sein
Amt
ruhen
zu
lassen.
Bislang
hat
Mixa
die
Vorwürfe
bestritten.
Er
argumentierte,
da
er
sich
an
die
Personen, die eine
eidesstattliche Erklärung abgegeben haben, nicht erinnern
könne, könnten die sich auch an ihn nicht erinnern.
Der Sprecher des Priesterrats im
Bistum, Bernhard Ehler, sagte, der Fall werde im Bistum heftig
diskutiert.
Quelle: Morgenpost
9.4.2010 Bischof Mixa verlangt von der Süddeutschen, die
eidesstattlichen Erklärungen vorzulegen. "Ich möchte in
dieser Angelegenheit die Vorwürfe geklärt haben“, sagte
Bischof Mixa. "
Quelle: Bistum
Augsburg
Quelle: ORF
6.4.2010
Der
indische
Bischof
A.
Almaraj,
Diözese
Ootacamund,
hat
es
abgelehnt,
den
mutmaßlichen
pädokriminellen
Priester
Joseph
Palanivel
Jeyapaul
seines
Amtes
zu
entheben.
Der
Bischof
sagte,
der
Priester
sei
durch
Gebet
im
Kloster
bestraft
(!).
Der Vatikan ist seit 2006 über die Vorwürfe gegen den
Priester informiert, hat aber bislang nichts unternommen. Nun will der
Vatikan die US-Justiz beim Vorgehen gegen den mutmaßlichen
Missbrauchstäter unterstützen. Das Netzwerk von
ÜBerlebenden von Missbrauch durch Priester - SNAP - hat den Fall
veröffentlicht.
Quelle: abendblatt
6.4.2010
Die
belgische
Kirche
will
Wissenschaftler
unterstützen,
die
Missbrauchsskandale
aufklären.
Quelle: Spiegel
6.4.2010 "Wir sind Kirche" - Austria
- rief alle Bischöfe auf,
gegen die Reden von Cantalamessa und
Sodano
zu
protestieren,
weil
sie
alle jene, die sich um Aufarbeitung
der Verbrechen mühten, als unehrlich und unglaubhaft erscheinen
lassen. Ebenso lud die innerkirchliche
Reformbewegung alle Gläubigen ein, dem Vatikan die rote Karte zu
zeigen. Und zwar mit einem Mail mit roter Schriftfarbe an: benediktxvi@vatican.va.
Quelle: der
standard.at
6.4.2010
Auch
in
einer
Stuttgarter
(evangelischen)
Gemeinde
gab
es
sexuellen
Missbrauch
durch
einen
Pfarrer.
Der
mutmaßliche
Täter
starb
1994.
Quelle: Stuttgarter
Nachrichten
6.4.2010
Der
Kommentar
der
FR:
"Vom
Propaganda-Vorwurf
an
die
Kritiker
("Geschwätz
des
Augenblicks")
über
die
Solidaritätsadresse
an
den
Papst
bis
hin
zum
Antisemitismusvergleich
hatte
Rom
alles
zu
bieten,
was
zu
einem
ordentlichen
PR-Desaster
gehört.
Nicht
um
die
Missbrauchten
kümmert
man
sich,
sondern um sich selbst. Und weil man nicht zu
den Tätern zählen will, verliert man kein Wort über die
Opfer."
Quelle: FR
5.4.2010
Die
Kritik
am
Umgang
des
Vatikans
mit
pädophilen
Priestern
reißt
nicht
ab:
Missbrauchsopfer
in
den
USA
fordern
die
Suspendierung
eines
katholischen
Priesters
in
Indien,
von
Joseph
Palanivel
Jeyapaul.
Er
soll
2004
im
US-Staat
Minnesota
eine
14-Jährige
zum
Oralsex
gezwungen
haben.
Der mutmaßliche
Täter wies die Anschuldigungen zurück. Der Vatikan wurde Ende
2006 durch
den damaligen Bischof von Crookston, Victor Balke, über die
Vorwürfe informiert. Der zuständige Präfekt der
Glaubenskongregation, Levada, ergriff aber keinerlei Schritte gegen den
Beschuldigten, wie aus der Nachrichtenagentur AP vorliegenden
Dokumenten hervorgeht.
Quelle: ORF
5.4.2010
Der
geplante
Runde
Tisch
stößt
auf
Widerspruch.
"Es
sieht
so
aus,
als
wolle
sich
die
Politik
mal
wieder
mit
Aktionismus
und
vielleicht
drei
Plakatkampagnen
aus
der
Affäre
ziehen",
sagte
der
Trauma-Fachberater
von
Tauwetter,
Thomas
Schlingmann.
Die
Geschäftsführerin
von
Wildwasser
Berlin,
Iris
Hölling,
befürchtet,
"dass
die
Debatte
auf
der Alibi-Ebene verharrt".
Quelle: FR
5.4.2010
Politiker
fordern
Bischof
Mixa
zum
Rücktritt
auf.
Quelle: taz
5.4.2010
Erich
Zenger,
dem
ich
viele
Kenntnisse
im
ET
und
dort
vor
allem
den
Psalmen
verdanke,
ist
tot.
5.4.2010
Opfer
sind
-
zu
Recht
-
empört,
wenn
Sodano
ihnen
"Geschwätz"
vorwirft.
Quelle: Der Spiegel
Kommentar: Der Vatikan
bezeichnet das Schreien der Opfer als "unbedeutendes Geschwätz".
Wie anders reagierte doch Gott auf das Schreien seines Volkes in
ägyptischer Sklaverei!
Jetzt bleibt die Frage, ob
Sodano nur sagt, was viele denken. Spannend wird es zu sehen, wer von
den Bischöfen, die es mit ihrem neuen Umgangsstil mit Opfern ernst
meinen, ihm widerspricht.
5.4.2010
Der
ehemalige
Bischof
von
Evreux,
Jacques
Gaillot,
hat
in
den
1980er
Jahren
in
seinem
früheren
Bistum
einen
pädophilen
Priester
arbeiten
lassen.
Es
habe
sich
um
einen
Geistlichen
aus
Kanada
gehandelt,
der
durch
den
Einsatz
in
der
Diözese
von
Evreux
or einer 20-monatigen
Haftstrafe geschützt werden sollte. Er war wegen
Pädokriminalität dazu verurteilt worden. Der Priester
missbrauchte zwischen 1989 und 1992 erneut Minderjährige sexuell.
2005 wurde er von einem französischen Gericht verurteilt.
Quelle: Radio
Vatikan
5.4.2010
Der
Zeit
liegt ein Geheimprotokoll vor, das belegen soll, dass
Kardinalstaatssekretär Bertone den "Fall Murphy", der bis zu 200
gehörlose Kinder missbrauchte, klein halten wollte.
Die Akten sind hier
nachzulesen.
5.4.2010 Missbrauch in
Südamerika - immer mehr KatholikInnen gehen zu evangelikalen
Gruppierungen.
Quelle: Der
Spiegel
5.4.2010
Irische
und
britische
Bischöfe
entschuldigten
sich
bei
den
Osterfeierlichkeiten
bei
den
Missbrauchsopfern.
Quelle: Salzburg.com
4.4.2010
Aus
den
Dornen
wird
eine
Krone
-
Das
Opfer
ist
mächtiger
als
die
Mächtigen:
Was
die
Kirche
aus
den
Missbrauchsfällen
lernen
kann.
Ein
Beitrag
von
Pater
Mertes,
SJ
Quelle: Tagesspiegel
4.4.2010
Hier
sind
die
Fehleinschätzungen
und
Erklärungen
von
Missbrauchstätern
nachzulesen:
Sie
sagen,
sie
hätten
niemals
Druck
ausgeübt,
alles
sei
in
beiderseitigem
Einvernehmen
geschehen
und
im
Übrigen
sei
es
doch
Jahrzehnte
her.
Stimmt
-
für
den
Täter,
der
sich
für
unschuldig
hält,
ist nicht wirklich etwas
Verbrecherisches geschehen - für das Opfer sieht es ganz anders
aus.
Quelle: allgemeine-Zeitung
4.4.2010
Kardinal
William
Levada,
Nachfolger
Ratzingers
in
der
Glaubenskongregation,
wir
von
Anwältinnen
mutmaßlicher
Missbrauchsopfer
in
Oregon
vorgeworfen,
dass
er
Joseph
Baccellieri
erneut
im
Gemeindedienst
eingesetzt
habe.
1994
wurden
Missbrauchsverbrechen
aus
den
70er
Jahren
an
mehreren
Jugendlichen
bekannt.
Levada,
damals
Bischof
von
Portland,
suspendierte den Täter, setzte ihn aber 2 Jahre später wieder
als Vikar ein. Die Gemeinde wurde nicht über die
Missbrauchsvorwürfe informiert. Levada sagte, dass die
Vorwürfe zum Zeitpunkt der Versetzung 20 Jahre zurückgelegen
hätten und der Priester therapiert gewesen sei.
Quelle: tagesschau
4.4.2010
Antje
Vollmer
soll
bereits
2002
über
die
Missbrauchsvorwürfe
gegen
den
Schulleiter
der
Odenwald-Schule
informiert
gewesen
sein.
Quelle: Spiegel
4.4.2010
Der
Dekan
des
Kardinalskollegiums
Angelo
Sodana
sagte
in
einem
Gruß
an
den
Papst
zu
Beginn
der
Ostermesse,
das
Volk
Gottes
lasse
sich
nicht
beeindrucken
vom
„Geschwätz
des
Augenblicks,
von
den
Prüfungen,
die
manchmal
die
Gemeinschaft
der
Gläubigen
treffen“.
Sodano
versicherte
den
Papst
des
Rückhalts
der
Kardinle,
Kurienmitarbeiter,
der
Bischöfe
und
der
Priester.
Er
nannte
den Papst den "makellosen Fels der heiligen
Kirche Christi" und fügte hinzu: "Wir bewundern Ihre
große Liebe, mit der sie mit dem Herz eines Vaters sich die
Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders
der Armen und Bedrängten, zu eigen machen“.
Kommentar: Dass diese Liebe
bei vielen Armen und Bedrängten nicht so recht ankommt,
darüber machte Sodano sich keine Gedanken. Schade - es wäre
eine Chance gewesen.
Außerdem übersieht Sodana, dass
nicht das Volk Gottes der Vertuschung angeklagt wird - sondern die
Kirchenleitungen. Und die berechtigten Anklagen als "Geschwätz des
Augenblicks" zu bezeichnen, zeugt von profunder
Realitätsverweigerung Sodanos. Dass die Opfer sexualisierter und
sonstiger Gewalt, die in kirchlichem Kontext misshandelt und
missbraucht wurden, mit dieser Formulierung diffamiert werden, hat eine
lange Geschichte. Manche unter ihnen warten darauf, dass diese
Geschichte in ihrer Kirche ein Ende hat. Es wird höchste Zeit.
Quelle: Domradio
4.4.2010
Zwei
weitere
Heimkinder
berichten
von
körperlicher
Gewalt
durch
den
damaligen
Stadtpfarrer
und
heutigen
Bischof
Mixa.
Quelle: open-report
4.4.2010
Der
Papst
hat
das
Rücktrittsgesuch
des
irischen
Bischofs
John
Magee
von
Clyone
angenommen.
Der
73
-
Jährige
war
unter
drei
Päpsten
Sekretär.
Seit
einem
Jahr
war
ihm
ein
Apostolischer
Administrator
zugeordnet
worden.
Magee
hatte
sich
geweigert,
der
Polizei
Unterlagen
über
kirchliche Missbrauchstäter auszuhändigen.
Quelle: Sonntagszeitung
3.4.2010
Der
Stand
der
Missbrauchsfälle
im
Erzbistum
Freiburg.
Dort
wird
derzeit
von
31
Beschuldigten
gesprochen.
Quelle: swr
3.4.2010
US-Medien
werfen
dem
Papst
vor,
er
habe
als
Kurienkardinal
das
kirchenrechtliche
Verfahren
gegen
den
Priester
Miachel
Teta,
Arizona,
über
Jahre
schleifen
lassen.
Der
Vatikansprecher
nannte
den
Vorwurf
"abwegig",
denn
aus
den
Dokumenten
gehe
hervor,
dass
die
Glaubenskongregation
auf
einen
Abschluss
des Prozesses vor dem
kirchlichen Gericht in Tucson gedränt habe. 1990 war der Priester
wegen pädokrimineller Übergriffe suspendiert und 1997 in den
Laienstand versetzt worden. Die Berufung des Laiisierten sei 2004
abschlägig beschieden worden.
Ein zweiter Fall betrag den Priester Trupia. Der damalige Ortsbischof
M.D.Moreno (1982 - 2003) hatte den Priester als erhebliches Risiko
für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bezeichnet und sich an den
Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger, gewandt. In den
Unterlagen findet sich keine Antwort von Kardinal Ratzinger. Der
Vatikansprecher erklärte auch Anfrage, dieser Fall sei nicht bei
der Glaubenskongregation angesiedelt gewesen.
Quelle: Domradio
3.4.2010 Misshandlungen in
DDR-Heimen. Alleine aus Torgau sind inzwischen mehr als 30 Opfer
bekannt.
Quelle: Spiegel
3.4.2010
Das
Oberhaupt
der
anglikanischen
Kirche
in
Irland
kritisierte
die
katholische
Kirche
in
Irland.
Der
Skandal
sei
für
die
katholische
Kirche
in
Irland
ein
"kolossales
Trauma",
durch
das
sie
"all
ihre
Glaubwürdigkeit"
verloren
habe,
sagte
der
Erzbischof
von
Canterbury.
in
einem
BBC-Interview. Und da die katholische Kirche in Irland so eng mit der
Gesellschaft verbunden sei, seien die Missbrauchsfälle für
jeden Iren ein Problem.
Quelle: news.yahoo
Osternacht: Inzwischen hat der Chef der Anglikaner sich dafür
entschuldigt, dass er die Wahrheit über den Zustand der
katholischen Kirche gesagt hat. Quelle: Spiegel
3.4.2010
Im
Bistum
Passau
wurde
ein
Pfarradministrator
vom
Dienst
freigestellt.
Ihm
wird
übergriffiges
Verhalten
an
seiner
früheren
Arbeitsstätte
in
Tettenweis
vorgeworfen.
Quelle: pnp
3.4.2010
Triggergefahr:
Benedikt
Trappen
berichtet
vom
-
verjährten
-
Missbrauch
durch
einen
angesehenen
Theologieprofessor
-
und
wie
das
Bistum
Trier
derzeit
damit
umgeht.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Das ist es,
wovor nicht wenige Opfer Angst haben: Dass sie hingehalten werden. Die
Argumentation, ein Bericht von Missbrauch - in Buchform -, sei eine
Literaturgattung und kein Erzählen von realen Ereignissen,
begegnet mir nicht zum ersten Mal.
3.4.2010
Bischof
Ackermann
spricht
sich
für
eine
Verschärfung
der
Leidlinien
zum
Umgang
mit
Missbrauchsfällen
aus.
Auch
für
bereits
verjährte
Taten
müsse
es
ein
gerichtsmedizinisches
Gutachen
über
den
Täter
geben.
Quelle: google.news
2.4.2010
"Die
Schande
wird
dann
öffentlich
gemacht,
und
die
Opfer
haben
wieder
die
Schande."
-
Wie
es
Missbrauchsopfern
in
einer
steirischen
Pfarrei
ergangen
ist."
Der
Bericht
aus
dem
Main-Netz
ähnelt sehr einem Missbrauchsfall
in der Schweiz von 2003.
2.4.2010
Raniero
Cantalamessa,
persönlicher
Prediger
des
Papstes,
verglich
die
Kritik
am
Papst
und
an
der
katholischen
Kirche
im
Missbrauchsskandal
mit
dem
Antisemitismus.
Die
Anschuldigungen
der
Opfer
stellte
er
als
"Kampagne"
dar.
Papstsprecher
Pater
Federico
Lombardi
distanzierte
sich
später.
Ein
solcher
Vergleich
könne
zu Missverständnissen führen, sagte er.
Cantalamessas Ausführungen entsprächen nicht der Haltung des
Vatikan.
Quelle: focus
und tagesschau
Kommentar: Es ist das
bekannte Verfahren: Aus den Opfern werden Täter gemacht und die
Kirche wird als das wahre Opfer hingestellt. Nicht
berichtet
wird,
dass
der
Papst
den
Prediger
unterbrochen
habe
und
das
Opfersein
der
Opfer
und
den
Täterschutz durch die Kirche
klargestellt hätte.
2.4.2010
Die
Süddeutsche
über
das
Leiden
an
der
Kirche.
"Die
Priester
missbrauchen
ihre
Opfer
und
sie
missbrauchen
die
Aura
des
Vertrauens,
die
ihnen
gegeben
ist.
Die
katholische
Kirche
steht
daher
in
der
moralischen
Insolvenz.
Sie
hat
furchtbares
Leid
zugefügt
und
sie
leidet an sich selbst. Das ist die Situation der katholischen Kirche
vor Ostern 2010."
Quelle: SZ
2.4.2010
Der
Vorsitzende
der
Deutschen
Bischofskonferenz
hat
Fehler
im
Umgang
mit
den
Opfern
eingeräumt.
In
einer
Erklärung
zum
Karfreitag
sagte
der
Bischof,
die
Kirche
habe
den
Opfern
in
den
vergangenen
Jahrzehnten
zu
wenig
geholfen.
In
Zukunft
gelte
ihnen
das
Hauptaugenmerk.
Quelle: dw-woerld.de
Kommentar: Dann
kann ich ja nun hoffen, dass alle bislang unbeantworteten
Kontaktversuche nun beantwortet werden. Einige Begründungen
für die
bisherige Zurückweisung habe ich in einem Kirchenkabarett
aufgelistet.
31.3.2010
Triggergefahr!
Bitte
nur
lesen,
wenn
du
dir
das
zumuten
kannst!
In
die
Karfreitagsfürbitten
der
katholischen
Kirche
soll
auch
eine
Fürbitte
für
die
Opfer
von
Missbrauch
und
sonstiger
Gewalt
und
eine
Fürbitte
für
die
Täter
eingefügt
werden,
schlug
Bischof
Ackermann
vor.
Quelle: Focus.de
Hier ist die Fürbitte
im
Bistum
Regensburg nachzulesen. Sie macht die Menschen, die Opfer
kirchlicher Pädokrimineller wurden, in einer Fülle
unterschiedlicher Opfer unsichtbar.
Kommentar: Eine
Fürbitte,
in
der
Opfer
und
Täter
in
einem
Atemzug
genannt
werden,
ist
für
nicht
wenige
Opfer
ein
"no
go". - Diese
Fürbitte
ist
geeignet,
den
Opfern
wieder
einmal
ihr
Ausgeschlossen-Sein zu signalisieren: "Die sind nicht mal bereit,
für die Täter zu beten." Da
weiß
doch die katholische Welt wieder, was von Opfern zu halten ist.... Auf
die
Idee,
Opfer
per
Fürbitte
auszugrenzen,
muss
man
erstmal
kommen....
2.4.2010
Eine
ehemalige
Schülerin
des
Johanneums
in
Homburg
wirft
der
damaligen
Schulleitung
vor,
den
Missbrauchsvorwürfen
nicht
nachgegangen
zu
sein.
Der
frühere
Direktor,
Pater
Werner
Gahlen,
widerspricht
dem.
Ein
Gespräch
mit
der
Schulleitung
habe
es
nicht
gegeben.
Quelle: Saarbrücker
Zeitung
2.4.2010
Als
«einzigen
gigantischen
Karfreitag»
hat
die
Münchner
Regionalbischöfin
Susanne
Breit-Kessler
den
sexuellen
Missbrauch
von
Kindern
und
Jugendlichen
in
kirchlichen
Einrichtungen
genannt.
Quelle:
tagesschau.sf.tv.
2.4.2010
Bei
der
österreichischen
Hotline
der
Bistümer
haben
mehr
als
170
Opfer
angerufen;
34%
berichteten
von
sexuellem
Missbrauch,
die
Hälfte
von
Gewalt,
der
Rest
von
psychischem
Druck.
Quelle:
rp-online.de
2.4.2010
Im
Bistum
Trier
wurden
27
Missbrauchsfälle
durch
Priester
bekannt.
Quelle:
sol.de
2.4.2010 Aus
der katholischen Kirche in Österreich treten viele Menschen aus.
Quelle: der
standard
2.4.2010 Aus der katholischen Kirche
in Deutschland treten viele
Menschen aus. Quelle: der
westen
2.4.2010 Austritte im Bistum
Augsburg. Quelle: Augsburger
Allgemeine
2.4.2010
"Frau
Marianne
Heimbach-Steins
versteht
sich
als
Wissenschaftlerin.
Das
Handwerkzeug
hierzu
scheint
sie
allerdings
nicht
zu
beherrschen.
Mit
ihrem
Interview
(„Frankfurter
Rundschau“
vom
30.03.2010)
voller
Gemeinplätze
und
ideologischer
Voreingenommenheiten
erweist
sich
Heimbach-Steins
als
Teil
eines
Systems,
das
von
der
Kirche
lebt,
aber
gegen sie arbeitet."
Damit reagiert das Bistum Augsburg auf einen Beitrag von Marianne
Heimbach-Steins in der FR.
Quelle: Bistum
Regensburg
1.4.2010
Kardinal
Lehmann
sieht
die
Kirche
in
der
Krise.
Domradio
1.4.2010 Die
Leitung
des
Internats
Salem
muss zur Kenntnis nehmen, dass es 2004 zu
seinem sexuellen Übergriff auf einen Schüler gab, der
gravierend war. Bislang hat der frühere Direktor Bueb von
vergleichsweise harmlosen Übergriffen gesprochen.
Quelle:
Spiegel
1.4.2010 Der
Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg,
kritisierte erst vor wenigen Tagen die "Ermittler in Kirchenrobe": "Die
Aufklärung von Straftaten ist Sache derer, die gesetzlich
legitimiert und dafür ausgebildet sind - Polizei,
Staatsanwaltschaft und Gerichte." Die Leitlinien, so Freiberg, bergen
die Gefahr der Vertuschung und Verschleierung.
Quelle: welt.de
1.4.2010 Johannes
Röser in CiG
mit der Frage: Wird das 2. Vatikanische Konzil verfälscht?
1.4.2010 Auch
in DDR-Heimen gibt es zahlreiche Verdachtsfälle von sexuellem
Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Bei der Leiterin der
"Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau in Sachsen" haben
sich
bislang 25 ehemalige Insassen von DDR_Kinderheimen gemeldet.
Quelle: Spiegel
1.4.2010 In einer
Caritas-Einrichtung im rheinland-pfälzischen Limburgerhof ist eine
Patientin mit schweren Hirnschädigungen sexuell missbraucht
worden. Die Frau sei nun im fünften Monat schwanger, sagte die
Polizei am Mittwoch Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Der Täter
sei noch unbekannt. Der Speyerer Caritasdirektor ist erschüttert.
Quelle: Spiegel
1.4.2010 Die Akte
Bertoni - ein Bericht auf der Website Gehörloser
31.3.2010 In
die Karfreitagsfürbitten der katholischen Kirche soll auch eine
Fürbitte für die Opfer von Missbrauch und sonstiger Gewalt
und eine Fürbitte für die Täter eingefügt werden,
schlug Bischof Ackermann vor.
Quelle: Focus.de
Kommentar: Eine
Fürbitte, in der Opfer und Täter in einem Atemzug genannt
werden, ist für nicht wenige Opfer ein "no go".
31.3.2010 Ein
heute 71-Jähriger, der sexuellen Missbrauch in Amöneburg
gestanden hat, war danach als Heimleiter und Erzieher von 1995 bis 2003
im Caritas Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg tätig. In diesem
Heim waren misshandelte und missbrauchte Kinder untergekommen, die aus
ihren Familien genommen worden waren, um sie vor Gewalt zu
schützen.
Quelle: nachrichten-lvz
31.3.2010 In
der katholischen Kirche in Deutschland gibt es höhere
Austrittszahlen als in den letzten Monaten.
Quelle: der
westen
31.3.2010 Mitte
der 60er Jahre soll ein Mitarbeiter des Raphaelshauses Jugendliche
systematisch missbraucht haben. Das sagt ein 55-Jähriger, der sich
bei Heimleiter Hans Scholten gemeldet hat. Scholten hält ihn
für glaubwürdig.
Quelle: ngz-online
31.3.2010
Arnsteiner Patres bestätigen, dass es im Internat des Gymnasiums
St. Christophorus, Werne, in den 50er, 60er und 70er Jahren mit
höchster Wahrscheinlichkeit zu schwerem sexuellem Missbrauch von
Jungen gekommen ist.
Außerdem gab das Bistum Münster gemeinsam mit den Arnsteiner
Patres bekannt, dass ein Ordenspriester wegen des Verdachts auf
sexuellen Missbrauch vom Dienst entpflichtet wurde. Mit den
früheren Vorgängen am Christophorus-Gymnasium habe dieser
Vorgang nichts zu tun. "Auffällig
ist
der
Zeitpunkt
der
Veröffentlichung
durch
das
Bistum
Münster
und
die
Arnsteiner
Patres.
Er
könnte
im
Zusammenhang
mit
den
Recherchen
unserer
Redaktion
stehen",
schreibt
die
Zeitung.
Quelle: Ruhrnachrichten
31.3.2010 Micha
Hilgers über die Katholische Kirche: Sexualität unter dem
Zeichen der Kasteiung.
Quelle: FR
31.3.2010 "Wenn
die Opfer sprechen, spricht Gott zu uns" - sagte Kardinal
Schönborn bei einem Bußgottesdienst in Wien.
Quelle: Stephanscom.at
Kommentar: Oh je, wenn Gott
so wenig gehört wurde (wird?) wie die Opfer....
31.3.2010 In
der
gestern Mittag freigeschalteten Hotline der Bischofskonferenz wurden
gestern 162 Gespräche geführt. Ca 1000 AnruferInnen
tätigten über 4000 Anrufsversuche.
31.3.2010 Wer
Nachrichten aus dem Bistum Regensburg weiterreicht, muss mit einer
Abmahnung rechen, wenn eine Interpretation dem Bistum nicht richtig
erscheint.
Quelle: regensburg-digital.de
31.3.2010 Die
Bischöfe in der Schweiz haben Fehler im Zusammenhang mit sexuellem
Missbrauch in der Kirche eingeräumt und um Entschuldigung gebeten.
"Wir müssen eingestehen, dass wir das Ausmaß der Situation
unterschätzt haben", heißt es in einer am Mittwoch
veröffentlichten Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz.
Quelle: kathweb.at
31.3.2010
Fünf
ehemalige
Heimkinder erheben in eidesstattlichen Erklärungen
schwere Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa: In den
siebziger und achtziger Jahren soll er sie mehrmals geschlagen haben.
Das Bistum weist die Anschuldigungen als "absurd" zurück.
Quelle: Spiegel
Quelle: Die
Zeit
Quelle: Süddeutsche:
Inzwischen
gibt
es
sechs
eidesstattliche
Erklärungen,
die
Bischof
Mixa
der
Misshandlung
beschuldigen.
Bischof
Mixa
lässt
dementieren:
"In einer
Stellungnahme heißt es lediglich: "Der seinerzeitige Stadtpfarrer
von Schrobenhausen und spätere Bischof von Eichstätt und
Augsburg hat in seinen jeweiligen Wirkungsbereichen zu keinem Zeitpunkt
körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche angewendet." Das
Bistum Augsburg erklärte noch, es behalte sich “ausdrücklich
zivilrechtliche und strafrechtliche Schritte" vor.
Quelle: Augsburger
Allgemeine: Vor etwa 21 Jahren habe es in Schrobenhausen ein
„Heimtreffen“ gegeben, an dem „bis zu 60 Leute“ teilgenommen
hätten, darunter ehemalige Heimkinder mit ihren Partnern sowie
Pfarrer Walter Mixa. Der sei von ihnen beiden und „drei oder vier“
weiteren Anwesenden in aller Öffentlichkeit beschuldigt worden,
sie im Kinderheim geschlagen zu haben. Mixa habe abgewinkt und gesagt:
„Von euch kann das keiner behaupten.“
Quelle: swr.de:
Die
Deutsche
Bischofskonferenz
glaubt
Bischof
Mixa,
dass
er
keine
Kinder
geschlagen
undmisshandelt
hat.
30.3.2010
Nach einer Grafik des Standard sind in Österreich
Missbrauchsmeldungen eingegangen
14 aus Feldkirch
115 in Innsbruck
55 in Salzburg
78 in Linz
16 in Gurk-Klagenfurt
63 in Graz-Seckau
29 in Eisenstadt
174 in Wien
53% sind sicher verjährt, bei 46% ist die Verjährung noch
unklar. In 27% der Fälle handelt es sich um sexualisierte
Gewalt, in 26% um sonstige Gewalt, in 47% der Fälle ist die Art
des Missbrauchs noch unklar.
Quelle:
standard.at
30.3.2010 Der
im Emsland suspendierte katholische Priester, 49, soll zwischen 1990
und 1993 als Kaplan in Haren eine Minderjährige mehrfach sexuell
missbraucht und vergewaltigt haben. V