Juli - Dezember
31.12.2010 Martin
Bormann, Sohn des Reichsleiters von Hitler, wird des
sexuellen Missbrauchs beschuldigt. In den 60er Jahren
soll er einen heute 63-Jährigen im
Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg-Liefering
missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer wandte sich
an die unabhängige Plattform von Betroffenen
kirchlicher Gewalt. Bormann war damals Geistlicher, bevor er
heiratete. Bekannt wurde er u.a.
durch seine Teilnahme an Gesprächen, die Dan Bar
On, ein israelischer Psychoanalytiker, begleitete. Diese
Gespräche zwischen NS-Täter-Kindern und
NS-Opfer-Kindern dienten der Versöhnung.
Quelle: ots.at
Quelle: ORF
30.12.2010 Johannes
Heibel, Vorsitzender der Initiative gegen Gewalt und
sexuellen Missbrauch, berichtet, dass die anfänglich
positive Zusammenarbeit mit dem Bistum Aachen im Fall
Kerkhoff, der in Südafrika des Missbrauchs angeklagt
ist, sich als zunehmend schwierig erweise. „Ich
sehe
keine
Änderung
im
Verhalten
des
Bistums. Man geht nicht offensiv mit dem Fall um.“
Quelle: Grenzlandnachrichten
30.12.2010 So
unterschiedlich sind die Einschätzungen: Die FR
spricht davon, dass die kath. Kirche bei den
Missbrauchsfällen versagt habe und Rom zu spät
und zu lau auf die Skandale reagierte. Erzbischof
Zollitsch hingegen lobte die Aufklärung und
Aufarbeitung der Fälle. Er sei überzeugt,
dass die kath. Kirche sich der enormen Herausforderung gut
gestellt habe, sagte er. Daneben sei es wichtig, nach vorne
zu schauen, um dafür zu sorgen, dass es künftig
möglichst nie mehr zu Missbrauch komme.
Darüber hinaus beabsichtigt der Vorsitzende
der Deutschen Bischofskonferenz eine
weitere Entschuldigung bei den Opfern für die
Missbrauchsfälle.
Kommentar: Es wäre vielleicht
hilfreicher, die Opfer selbst zu fragen, ob die
Aufklärung und Aufarbeitung der Fälle bei ihnen
"angekommen" sind. Das können vermutlich nur sie
wirklich beurteilen und ich vermute, dass das so entstehende
Bild sehr Unterschiedliches ergeben würde. Die einen
sind - nach meiner Wahrnehmung - zufrieden mit der
Aufarbeitung, andere hingegen erleben, dass nach wie vor
vertuscht wird, Opfer über den Tisch gezogen oder
abgewimmelt werden oder zwischen den unterschiedlichen
Zuständigkeiten zerrieben werden.
Das Vorhaben der Bischofskonferenz, bei der
Frühjahrsvollversammlung erneut um Vergebung zu bitten,
legt den Verdacht nahe, dass die bisherigen Bitten um
Vergebung nicht wirksam waren. Ob eine weitere Bitte die
Wirksamkeit erhöht, bleibt abzuwarten. Ich vermute,
dass die bisherige Unwirksamkeit der Bitte, die jetzt eine
Wiederholung erforderlich macht, am falschen Adressaten
liegt. Vielleicht müsste die Vergebungsbitte zuerst an
die Opfer gerichtet werden, nicht an Fernsehkameras.
30.12.2010
Der Kinderdorf-Leiter, der durch die RTL2-Sendung "Tatort
Internet" in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von
Kindern geriet, ist rehabilitiert. Die Ermittlungen gegen
den 61-Jährigen wurden eingestellt.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
29.12.2010 Kurt Remele,
Ethikprofessor in Graz, formuliert: "Mit
Sorge beobachte ich, dass eine wachsenden Zahl von
angehenden und amtierenden Klerikern, aber auch von
katholischen Laien, die Missbrauchsthematik allmählich
leid ist. Manche von ihnen geben sich dem Wunschdenken hin,
dass päpstliches Bedauern und bischöfliche
Richtlinien das Problem bald aus der Welt oder zumindest aus
der Kirche schaffen würden." Zum Thema Vergebung
führt Kurt Remele aus: " „Kultur des
Verzeihens“? Der von den katholischen Bischöfen der
Vereinigten Staaten in Auftrag gegebene Bericht des John Jay
College of Criminal Justice aus dem Jahre 2004 erkannte in
der „unangebrachten Bereitschaft zu vergeben“ einen der
Hauptgründe dafür, dass katholische Geistliche
ihren sexuellen Neigungen ungehindert nachgehen konnten.
Diese Tatsache und der Respekt vor den Opfern klerikaler
Gewalt verbieten jeden theologisch und psychologisch naiven
Umgang mit dem Begriff der Verzeihung. Auch einem
Brandstifter gegenüber sind Verzeihung und
Mitgefühl gefordert. Aber bedeutet dies, dass ich
ethisch richtig handle, wenn ich ihn mit einer
Streichholzschachtel in der Hand in den Wald
zurückschicke? Die Gnade des Evangeliums ist keine
„billige Schleuderware“ (Dietrich Bonhoeffer)"
Quelle: Die
Presse
29.12.2010 Irische
KatholikInnen sind enttäuscht vom Papstbrief zu den
Missbrauchsfällen. Sie vermissen die Selbstkritik
des Vatikans/Papstes und den Hinweis auf strukturelle
Ursachen der sexualisierten Gewalt durch kath. Priester.
Quelle: ORF
29.12.2010
In Belgien wurde die Kandidatur für einen
Friedensnobelpreis für einen kath. Priester
zurückgezogen. Ihm wird vorgeworfen, einen
Jungen vor 40 Jahren sexuell belästigt bzw.
vergewaltigt zu haben.
Quelle: Spiegel
29.12.2010
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen
einen katholischen Pfarrer aus dem Bistum Mainz
eingestellt, weil die Verbrechen verjährt sind.
Quelle: Lauterbacher
Anzeiger
28.12.2010
Scheußliche Erinnerungen. welt
26.12.2010 Der für
die Hotline für Missbrauchsopfer verantwortliche
Leiter der Lebensberatung Trier, Dr. Andreas Zimmer,
macht darauf aufmerksam, dass ein Drittel der gemeldeten
Delikte außerhalb der Kirche begangen wurden.
Diese Menschen hätten angerufen, "weil sie von ihrer Kirche endlich eine Hilfe
angeboten sahen.....Nicht nur Täter waren vielfach
Mitglieder der Kirche, sondern auch gerade die Opfer
waren und sind es.“
Quelle: faz
26.12.2010 Wie Hartmut von Hentig
sich der Aufklärung widersetzte, ist in der Zeit
nachzulesen.
26.12.2010 Erzbischof Zollitsch
erklärt, die Kirche habe zu spät auf die
Missbrauchsfälle reagiert.
Quelle: focus
23.12.2010 Joachim
Frank bringt auf den Punkt, was Gewaltüberlebende
alljährlich an Weihnachten fühlen: Dass sie
die Idylle stören. Er schreibt: "Schwere Zeiten für
Weihnachtsprediger: Zwei ihrer zentralen Begriffe – Kind und
Krippe – sind kontaminiert, das Gift des sexuellen
Missbrauchs vergällt die geistliche Rhetorik an
Heiligabend. Wer kann in diesem Jahr vom Gotteskind
hören, ohne an das zu denken, was Priester und
Ordensleute Menschenkindern angetan haben? Viele Pfarrer und
Bischöfe werden sich trotzdem scheuen, darüber
erneut zu sprechen. Sie werden sich auf die Bedürfnisse
gerade jener Gläubigen berufen, die sonst selten oder
gar nicht zur Kirche kommen. Für sie sind „Stille
Nacht“ und die Geschichte vom Stall zu Bethlehem Teil eines
Rituals, Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Geborgenheit
und Harmonie. Der Missklang des Missbrauchs-Skandals steht
hierzu im denkbar schrillsten Kontrast. Er stört das
weihnachtliche Idyll."
Ob es in diesem vielbeschworenen Krisenjahr der
kath. Kirche anders ist?
Quelle: FR
22.12.2010 Das
Erzbistum München wird nach den
Missbrauchsfällen umstrukturiert.
Quelle: Süddeutsche
22.12.2010 Der
Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz wurde
angehört. Das Grenzecho berichtet:
Die Kirche tritt traditionell großzügig und
solidarisch auf, für die Dritte Welt, bei
Naturkatastrophen und bei Epidemien. Die Kirche ist stets um
Solidarität bemüht, auch wenn sie nicht direkt
verantwortlich ist. Doch muss eine Einrichtung auch
finanziell verantwortlich gemacht werden für Taten, die
durch ihre Mitglieder begangen wurden«, fragte sich
der Erzbischof. »An erster Stelle ist es doch wohl der
Täter selbst, der das Opfer entschädigen muss. Ich
bin nicht angetan von der Idee, dass eine Einrichtung wie
die Kirche die Opfer (von pädophilen Priestern)
automatisch entschädigen muss, vor allem, wenn die
Taten weit zurückliegen."
Quelle: grenzecho
22.12.2010 Der Präsident des
Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Glück,
beobachtet als Folge der Debatte um Missbrauchsfälle in
der katholischen Kirche bei vielen Gläubigen
Resignation. In den Gemeinden sei Frustration leider schon
weit verbreitet.
Quelle: Domradio
22.12.2010 Der frühere
belgische Erzbischof Daneels wurde 4 Stunden lang befragt.
Den Vorwurf der Vertuschung wies er zurück,
Fehler im Umgang mit Missbrauchstätern - In
Belgien ist von 500 Täter-Priestern die Rede - räumte er ein.
Quelle: Radio
Vatikan
22.12.2010 Der Papst ist
über die Missbrauchsfälle erschüttert.
Quelle: focus
20.12.2010
"Angesichts des sexuellen Missbrauchs von
Minderjährigen durch Priester rief Benedikt XVI. zu
einer eingehenden Erneuerung der Kirche auf. Vor dem
Hintergrund des "unvorstellbaren Ausmaßes" der
Fälle müsse sich die Kirche fragen, welche Fehler
sie gemacht habe. In der Vorbereitung der
Priesteramtskandidaten müsse alles unternommen werden,
um künftig zu verhindern, dass jungen Menschen "unter
dem Deckmantel des Heiligen" schwerwiegende Verletzungen
zugefügt würden, die einen Schaden für das
ganze Leben hinterließen, hob der Papst hervor. Er
dankte all jenen, die mit großer Hingabe Opfer betreut
und ihnen das Vertrauen in die Kirche zurückgegeben
hätten. Gleichzeitig dankte er den "viele guten
Priestern", die in Demut und Treue ihren Dienst
verrichteten."
Quelle: kath.press
19.12.2010 Im Erzbistum Berlin
wurde ein weiterer Missbrauchsverdacht öffentlich.
Quelle: Welt
19.12.2010 „Wir wissen um ein
fortbestehendes Dunkelfeld“, sagte Burgsmüller, eine
Ermittlerin in der Odenwaldschule. Fest stehe auch, dass ein
Missbrauch oft über Jahre fortgeführt worden sei.
Ausdrücklich genannt sind in der Dokumentation der
Odenwaldschule elf „Selbsttötungen“ ehemaliger
Schüler. Dabei gebe es auch Hinweise auf
„Missbrauchshintergründe“.
Quelle: welt
Die Süddeutsche zitiert Hartmut von
Hentig, Reformpädagoge und Lebensgefährte des
pädokriminellen Leiters der Odenwaldschule, mit der
Aussage, er habe die Missbrauchsfälle aussitzen wollen.
Der um Aufklärung bemühten derzeitigen Leiterin
der Odenwaldschule in Heppenheim, Margarita Kaufmann, warf
er in einem Brief an den Sohn eines Weggefährten
"Schädlichkeit für die Schule, für die
Pädagogik, für die Sache der Opfer" vor.
Quelle: Süddeutsche
s.auch Spiegel
und faz
17.12.2010 In der Odenwaldschule
wird inzwischen von 132 Opfern gesprochen und davon, dass
das Internat in den 70er und 80er Jahren "ein Nest von
Pädophilen" gewesen sei. Als Täter werden 6
Lehrer, 1 Referendar und 1 weiterer Schulmitarbeiter sowie 4
ältere Schüler benannt.
Der Opfer-Verein "Glasbrechen" und die
Odenwaldschule können sich derzeit nicht auf
"Entschädigungszahlungen" einigen.
Quelle: FR
17.12.2010 Das Bistum Limburg ist
mit einer Präventionsseite
online.
15.12.2010 M. Drobinski und M. Maier-Albang beschreiben
den "Blick in den Abgrund", den das Erzbistum München
mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle der letzten
Jahrzehnte getan hat.
Quelle: Süddeutsche
13.12.2010 Die Bischofskonferenz
ist mit den Ergebnissen des Runden Tisches Heimerziehung
zufrieden. Die ehemaligen
Heimkinder protestieren gegen die Beschlüsse des
RTH. Die drei am RTH vertretenen Opfer stimmten dem
Beschluss zu, weil ihnen angedroht worden war, andernfalls
gar nichts zu bekommen. Der Verein ehemaliger
Heimkinder will gegen die Ergebnisse des Runden Tisches
Heimerziehung klagen. Die Vereinsvorsitzende Monika
Tschapek-Güntner nannte die vorgeschlagene Höhe
der Entschädigungen für die Opfer von Missbrauch
eine "Demütigung".
Kommentar: Die Reaktion der Heimkinder
müsste die Verantwortlichen erkennen lassen, dass die
"gefundene Lösung" offensichtlich für alle
Beteiligten eine Lösung zu sein scheint - nur für
die Betroffenen nicht. Und dies nicht etwa, weil die
ehemaligen Heimkinder besonders raffgierig wären,
sondern weil der angebotene Fonds tatsächlich einer
neuen Demütigung gleichkommt. Zum Vergleich: In Irland
wurden ehemalige Heimkinder mit 76000 Euro pro Betroffene
"entschädigt".
12.12.2010 Der Vatikan nimmt
Stellung zu den Veröffentlichungen bei Wikileaks.
Quelle: Domradio
11.12.2010 Das Bonner
Jesuitengymnasium hat einen Präventionsleitfaden
veröffentlicht. Im Februar wird der Abschlussbericht
der Kommission erwartet. Derzeit ist von 67 Opfern und 18
Tätern (darunter 15 Priester/Ordensmänner) die
Rede.
Quelle: Domradio
11.12.2010 Die "Ergebnisse" des
RundenTisches Heimkinder werden sehr unterschiedlich
eingeschätzt. Das Domradio
ist zuversichtlich, Dierk
Schäfer stellt weitere Fragen. Weitere
Berichte: Süddeutsche,
Spiegel,
Zeit
Kommentar:
Der geplante Entschädigungsfonds soll mit 120 000 000
Euro bestückt werden. Bei 30 000 ehemaligen
Heimkindern, die nachhaltig geschädigt wurden,
erhält jedes Ex-Heimkind 4000 Euro. Bei 50 000
Geschädigten erhält jede/r 2400 Euro. Mit diesen
Beträgen werden beispielsweise in etwa die
Fahrtkosten zu einer mehrjährigen Therapie abgedeckt.
11.12.2010 Laut Wikileaks hat der
Vatikan sich geweigert, an der Aufklärung von
Missbrauchsvorwürfen mit dem Staat in Irland zusammen
zu arbeiten - er soll sich an der Art der Kontaktaufnahme
gestört haben, die er als "Affront gegen die
Souveränität des Vatikan" gesehen habe.
Quelle: stern
10.12.2010 Die deutschen
Bischöfe haben unter dem Eindruck der
Missbrauchsfälle eine "Dialoginitiative" gestartet.
Beginnen sollte sie im November 2010 mit einem Brief an die
Gemeinden. Der Brief wurde auf das Frühjahr 2011
verschoben, weil die 27 Bistümer nicht mit einer Stimme
sprechen können. DIe Einschätzung von
André Lorenz lesen sie in Liborius.de
nach. Er schreibt u.a. "Denn viele Gläubige, denen die
Kirche noch am Herzen liegt, haben zunehmend Probleme mit
diesem Dilemma: Sie leben inmitten einer Gesellschaft, die
von Religiosität weit entfernt ist, und sollen
Bischöfen vertrauen, die von ihnen weit entfernt sind."
9.12.2010 Im
Bistum Fulda war ein im Bistum Würzburg tätiger
Priester des Missbrauchs verdächtigt worden. Die
staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden nun wegen Mangel an
Tatverdacht eingestellt.
Quelle: Mainpost
In der Gemeinde kam es zu einer Spaltung. Die
Gemeindemitglieder werfen dem Bischof vor, das Verfahren
eingeleitet zu haben, obwohl es nur eine anonyme
Anschuldigung gab, die nicht einmal den Namen des
Beschuldigten enthielt. Den Hauptamtlichen werfen sie vor,
den Pfarrer gleichsam vorverurteilt zu haben. Ein
Gemeindeberater, der die Gemeinde in der schwierigen
Situation berät, war nicht eingeschaltet.
Quelle: Mainpost
10.12.2010 Die deutschen
Bischöfe haben unter dem Eindruck der
Missbrauchsfälle eine "Dialoginitiative" gestartet.
Beginnen sollte sie im November 2010 mit einem Brief an die
Gemeinden. Der Brief wurde auf das Frühjahr 2011
verschoben, weil die 27 Bistümer nicht mit einer Stimme
sprechen können. DIe Einschätzung von
André Lorenz lesen sie in Liborius.de
nach. Er schreibt u.a. "Denn viele Gläubige, denen die
Kirche noch am Herzen liegt, haben zunehmend Probleme mit
diesem Dilemma: Sie leben inmitten einer Gesellschaft, die
von Religiosität weit entfernt ist, und sollen
Bischöfen vertrauen, die von ihnen weit entfernt sind."
9.12.2010 Broschüre
der Bischofskonferenz zur Prävention von sexuellem
Missbrauch
9.12.2010 Leben
im Kinderheim - 2 Männer erzählen von Prügel
im Haus des Guten Hirten.
Quelle: Süddeutsche
s. auch: Verein
Ehemaliger
Heimkinder e.V.
8.12.2010 Im Landkreis
Neustadt/Bistum Regensburg wird ein Pfarrer des sexuellen
Missbrauchs verdächtigt. Das Bistum gab keine weiteren
Informationen. Der Bürgermeister sagt, der Pfarrer sei
beliebt und angesehen und eher ein Opfer.
Quelle: Radio
Ramasuri
8.12.2010 Im Bistum Regensburg
soll es bislang 8 Täter geben. 14 Opfer haben sich
überwiegend über die Presse zu erkennen gegeben.
Quelle: Wochenblatt
8.12.2010 Aufklärung im
Bistum Regensburg aus der Sicht eines Opfers. Das letzte,
das das Opfer hörte: ""Was wollen Sie denn noch,? Wir
haben Ihnen doch zugehört."
Quelle: Regensburg
digital
7.12.2010
Aufklärung und Gehör für Opfer in St. Blasien
Quelle: Badische
Zeitung
7.12.2010 "Der Missbrauchsbericht
des Münchner Erzbistums handelt von einem System, das
es auch in anderen Ordinariaten gegeben haben muss. Umso
bedrückender ist es, dass der Bericht auf absehbare
Zeit wohl der einzige bleiben wird." ..."Aber weil die
Institution unversehrt und die Priester heilig bleiben
mussten, wurden die Opfer zu Feinden der Kirche, setzten
sich Lüge und Vertuschung fest und zeugten neue
Lüge und Vertuschung." "Der Münchner
Missbrauchsbericht handelt also in seiner Substanz nicht von
bösen Menschen oder einem verlotterten Ordinariat; er
berichtet von einem System - das ist sein Dienst an der
Wahrheit. Er erzählt von einem System, das es auch in
anderen Ordinariaten so gab, gegeben haben muss. Umso
bedrückender ist es, dass der Bericht aus
München-Freising offenbar auf absehbare Zeit der
einzige bleiben wird; es müsste sich eigentlich jedes
Bistum in Deutschland der gleichen schmerzhaften
Wahrheitssuche unterziehen, die gleichen Konflikte aushalten
mit jenen, die hinter allzu viel Offenheit die
Nestbeschmutzung vermuten." Das sagt M.
Drobinski.
Quelle: Süddeutsche
7.12.2010 Der Papst habe als
Kardinal 1988 einen Vorstoß gemacht, um priesterliche
Missbrauchstäter schneller aus dem Amt zu entfernen,
sei jedoch am Kirchenrecht gescheitert. Das berichet die
Rheinische Post.
Quelle: rp-online
Kommentar: Wenn
das Kirchenrecht die gerechte Bestrafung verhindert und
einem Täter weitere Missbrauchstaten an weiteren Opfern
ermöglicht, dann gibt es nur Eines: dann muss das
Kirchenrecht geändert werden.
6.12.2011 Kulturjournal über
den RTH, Runden Tisch Heimerziehung. Was die damals und
heute Verantwortlichen sagen, ist kaum erträglich -
nicht nur für die ehemaligen Heimkinder. Es ist eine
Schande!
Quelle: youtube
5.12.2010 Im Bistum
Osnabrück ermittelt die Polizei gegen einen kath.
Priester wegen der "Nutzung" Kinderpornografie im Internet.
Der Priester wurde entpflichtet.
Quelle: noz
4.12.2010 Der Runde
Tisch Heimkinder soll beschlossen haben, dass Opfer von
Gewalt in Kinderheimen nicht mit einer pauschalen
Entschädigung oder einer pauschalen Opferrente
entschädigt werden sollen. Gezahlt sollnur werden,
wenn sich Betroffene nachweisbar "in schwierigen
Lebenssituationen befinden".
In Irland wurden ehemalige Heimkinder laut
„Spiegel“ mit durchschnittlich 76 500 Euro entschädigt.
Quelle: Spiegel
und moz.de
4.12.2010 Eine Zusammenfassung
des 250 Seiten langen Missbrauchsberichtes des Erzbistum
München liegt vor. Die Kürzestfassung: "Aber
allein schon die siebenseitige Zusammenfassung des Berichts,
den Rechtsanwältin Marion Westpfahl im Münchner
Ordinariat vorlegte, ist schockierend genug: Wenn es um
Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ging, herrschte im
Erzbistum ein System der Vertuschung und Verharmlosung.
Akten wurden vernichtet, homosexuelle Kleriker erpresst. Die
Täter zeigten selten Schuldgefühle, neigten aber
zum Selbstmitleid. Mit am schlimmsten, so Westpfahl, empfand
sie aber "die vollständige Nichtwahrnehmung der Opfer"
durch das Ordinariat: "Es herrschte Desinteresse am
Tatgeschehen und am Opferschicksal."
Laut Gutachten gab es 365 Fälle von
Missbrauch. 159 Priester sind "auffällig" geworden,
wobei damit nicht alle einschlägigen Übergriffe
erfasst seien. "Vielmehr ist davon auszugehen, dass die
tatsächliche Zahl deutlich höher liegt." Wegen
Sexualdelikten verurteilt wurden 26 Priester, unter ihnen
befindet sich kein lebender Diözesanpriester mehr.
Andere Misshandlungen durch Priester sind in 36 Fällen
nachgewiesen worden. Außerdem wurden 15 Diakone und
sechs Personen unter den Pastoralreferenten,
Seelsorgehelfern und Jugendpflegern "auffällig". Auch
die Religionslehrer im Kirchendienst nahmen die Gutachter
unter die Lupe. 96 Fälle wurden ermittelt. Ein Lehrer
wurde wegen eines Sexualdelikts verurteilt. Ein weiterer
Fall sexuellen Missbrauchs sei erwiesen. Es gab keine
Verurteilung wegen sonstiger körperlicher
Misshandlungen, "obwohl solche nach Auffassung der Gutachter
in 24 Fällen erwiesen sind".
Es kam zu umfangreichen Aktenvernichtungen, die nicht auf
Schlamperei zurückzuführen ist, sondern auf eine
Grundhaltung - d.h. wohl, dass es um systematischen
Täterschutz ging. Die Gutachterin erwähnte auch
"besonderes Erpressungspotenzial", dem homosexuelle Priester
ausgesetzt wurden.
Quellen: welt
tz:
"Je genauer die Fachleute hinschauen, umso
schockierender sind die Erkenntnisse!"
in
franken: Viele untersuchte Schriftstücke
hätten einen "euphemistischen, verharmlosenden
Sprachgebrauch". Die Auswirkungen auf das Opfer seien nur zu
erahnen. Die betroffenen Kinder seien einer Vereinsamung
ausgesetzt gewesen und gar nicht wahrgenommen worden,
kritisierte Westpfahl.
Über die Täter fanden die Gutachter heraus, dass
sie in einer Vielzahl von Fällen psychisch und physisch
gering belastbar gewesen seien. Westpfahl sprach von
"Wehleidigkeit und Selbstmitleid". Viele hätten sich
hinter Krankheiten verschanzt und "Reifedefizite"
aufgezeigt. Immerhin gehe es bei der überwiegenden Zahl
der Täter um Männer zwischen 45 und 65 Jahren.
Auffällig seien häufiger Alkoholmissbrauch gewesen
sowie ein Auftreten der Fälle sexuellen Missbrauchs
vorwiegend im ländlichen Bereich.
Süddeutsche:
Opferzahlen gibt es gar keine.
Zeit
4.12.2010 Die
Erzdiözese Salzburg schätzt, dass der in Bad
Tölz gestorbene Pater B. , Benediktiner, ein
gefährlicher Krimineller gewesen sei. Ein erster
Verdacht tauchte bereits Anfang der 80er Jahre auf. Vor
Gericht gestellt wurde der Täter nie.
Quelle: ORF
3.12.2010 Gabriele Heyers,
Fachärztin für psychosomatische Medizin, weist
darauf hin, dass von der Kirche ausgesuchte Therapeuten
von den Betroffenen leicht als kirchentreu angesehen
werden können, immerhin würden sie von der
Kirche bezahlt. Befragungen hätten zudem ergeben,
"dass ein absolutes Misstrauen der Patienten
gegenüber der ,Täterinstanz’ Kirche herrscht."
Wenn die Kirche es mit der Aufarbeitung des
Missbrauchsskandal also ernst meine, müsse sie "eine
eindeutige Stellungnahme für die Opfer abgeben", sagt
die Fachärztin. Dazu gehöre auch die Nennung der
Opferzahlen, ganz unabhängig davon, ob es zu
staatsanwaltlichen Ermittlungen gekommen ist oder nicht.
Quelle: donaukurier
3.12.2010 Der Osnabrücker
Bischof Bode hat am 1. Advent in einem Bußgottesdienst
um Vergebung für die sexualisierte Gewalt gegen Kinder
und Jugendliche durch katholische Priester und
KirchenmitarbeiterInnen gebeten. Von einigen Menschen, auch
einigen Opfern, wird er dafür gelobt. Andere hingegen
kritisieren den Bischof. In dem Blog „fortes fide“ hat der Kommentator „Der
Aquinate“ die Bemerkung hinterlassen: „Dieses
Missbrauchsgeschwafel geht mir auf den Senkel.“ Weiterhin
wird Bode "pol´pulistisches Theater" vorgeworfen,
von "Missbrauchs-Wahn" und vom "Niedergang des Bistums
Osnabrück" ist die Rede in den Internetforen.
Quelle: noz
und noz
Der Kommentar
von Dierk Schäfer formuliert völlig
klar, warum der Bußgottesdienst von Bischof Bode
zwar gut gemeint war, aber im Grunde den zweiten Schritt
vor dem ersten tat. Es scheint kaum vermittelbar, dass
es keine Vergebung "unter Umgehung der Opfer" geben
kann. Schäfer wörtlich: „wenn ich das richtig
sehe, ... ist die demutsgeste an gott gerichtet. bode
hätte sich glaubwürdiger in einer
veranstaltung mit opfern den opfern zu
füßen legen sollen, dann hätte
wenigstens die symbolhandlung gestimmt. es ist ein
jammer, allerdings nur zweiten grades, daß
menschen mit liturgischer bildung mit symbolen nicht
richtig umgehen können. der größere
jammer ist allerdings, was menschen mit biblischer
bildung ihren mitmenschen angetan haben.“
Für den
unwahrscheinlichen Fall, daß Theologen oder gar
Bischöfe, vielleicht sogar Bischof Bode eine
Begründung für meine Aussage suchen und das –
noch unwahrscheinlicher – in meinem Blog, so sei diese
hier nachgereicht: In der Bergpredigt lesen wir bei
Matthäus (5,24): »Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar
opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder
etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar
deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit
deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine
Gabe.«
3.12.2010
Vier Monate nach der
Loveparade-Katastrophe von Duisburg leiden zahlreiche
Teilnehmer weiter unter erheblichen psychischen
Spätfolgen. „60 bis 70 Prozent der Menschen, die zu
den Treffen kommen oder zu denen ich telefonisch Kontakt
habe, sind traumatisiert“, sagte Jürgen Hagemann,
Vorsitzender des Betroffenen- Vereins „Massenpanik
Selbsthilfe“ am Freitag in Duisburg.
Viele Traumatisierte benötigten ärztliche
Behandlung. Bei der Kostenübernahme gebe es zum Teil
Probleme mit den Krankenversicherungen, sagte Hagemann.
Psychisch belastete Jugendliche hätten auch Probleme,
Lebensversicherungen abzuschließen, weil die
Gesellschaften ihnen die Aufnahme verweigerten. „Über
solche Spätfolgen denkt kaum jemand nach.“
Quelle: FR
2.12.2010 Die
Bundesregierung zieht eine Zwischenbilanz der Arbeit des
Runden Tisches.
Quelle: kirchensite
2.12.2010 Norbert
Blaichinger stellt sein Buch über einen pädophilen
Pater vor, der trotz vieler Opfer (mutmaßlich an die
100) ungeschoren blieb. Titel: Pater B. - eine Dokumenation.
Erhältlich bei edition innsalz
Quelle: www.nachrichten.at
a.auch: PNP
2.12.2010 Im
US-Staat Delaware erhält ein mutmaßliches
Missbrauchsopfer eines Geistlichen 30 Millionen Dollar
Schadenersatz, das sind knapp 22,9 Millionen Euro. Die
Kirchengemeinde St. Elizabeth's in der Stadt Wilmington
fmuss als Mitverantwortliche 3 Millionen der 30 Millionen
Dollar zahlen. Der Täter hatte insgesamt 60 Tage in
einem Gefängnis gesessen.
Quelle: Die
Presse
1.12.2010 Thomas
Schlingmann ist langjähriger Mitarbeiter der
Berliner Beratungsstelle "Tauwetter" für
Männer und Jungen, die missbraucht wurden. Er
spricht davon, dass die Arbeit für die Opfer auf
der Strecke bleibe.
Quelle: Tagesschau
1.12.2010 "Plötzlich so viel
Schmutz. Es war wirklich wie ein Vulkankrater, aus dem
plötzlich eine gewaltige Schmutzwolke herauskam,
alles verdunkelte und verschmutzte, so dass vor allen
Dingen das Priestertum plötzlich ein Ort der Schande
erschien." So soll es im neuesten Papstbuch stehen.
So wurde es veröffentlicht. Der Papst hat noch immer
die Perspektive "der Kirche" - die Perspektive der Opfer
ist ihm fremd.
Quelle: baz
30.11.2010 Die
Redemptoristen bitten Opfer, an der Aufklärung von
Missbrauchsfällen mitzuwirken. Opfer haben sich
gemeldet und über Verbrechen in den Internaten in
Glanerbrug/Enschede und Bonn vor 40 und mehr Jahren
berichtet.
Quelle: NOZ
30.11.2010
Missbrauch hinter Gittern - in Torgau
Quelle: focus
30.11.2010 Im
Bistum Augsburg, Gemeinde Schiltberg, wurde ein katholischer
Priester wegen sexuellen Missbrauchs in fünf
Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung
verurteilt. Schwerer Missbrauch, den der Geistliche in den
Jahren zuvor begangen hatte, wurde wegen der Verjährung
nicht verhandelt.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
Weil der Pfarrer wenig Reue erkennen ließ,
verdoppelte der Richter die von der Staatsanwaltschaft
geforderte Strafe. Bereits 1999 habe es Gerüchte um
Missbrauch gegeben, erst jetzt habe das Bistum Augsburg
den Pfarrer gezwungen, Selbstanzeige zu erstatten.
Quelle: br-online
29.11.2010 Im
Bistum Köln wurde ein bisheriger Kaplan suspendiert,
weil gegen ihn der Verdacht sexuellen Missbrauchs besteht.
Quelle: ksta
29.11.2010 Der
Bischof von Osnabrück hat in einem Gottesdienst Gott
und die Opfer um Verzeihung für das Leid gebeten, das
aus sexuellem Missbrauch durch Priester und
Kirchenmitarbeiter entstanden ist. Der Bischof sieht auch
eine Mitschuld der Kirche. „Um des Ansehens der Kirche
willen wurden Täter geschützt und Opfer ein
zweites Mal geopfert“, sagte er in seinem Schuldbekenntnis.
Quelle: Oberhessische
Presse
s.auch taz
28.11.2010 Die
Führungsspitze der Odenwaldschule ist
zurückgetreten. Sie konnte sich nicht auf eine
Entschädigung für die inzw. 125 (bislang 50) Opfer
einigen. Ermittelt wird von der Staatsanwaltschaft gegen
etwa 1 Dutzend Lehrer.
Quelle: HR-online
28.11.2010 Der
Papst sagt in seinem neuesten Buch: "Das Priestertum
plötzlich so verschmutzt zu sehen, und damit die
katholische Kirche selbst, in ihrem Innersten, das musste
man wirklich erst verkraften." Vom Schmerz der Kinder
- und der Erwachsenen, die als Kinder sexualisierte Gewalt
erlebt haben - ist keine Rede.
Quelle: Zeit
27.11.2010 Der
Verein "Innocent in danger" legt seine Finanzen nicht offen.
Quelle: FR
27.11.2010
Professor Myriam Wijlens, Kirchenrechtlerin an der
Katholischen Fakultät der Universität Erfurt, hat
es sich zur Angewohnheit gemacht, bei ihren Vorträgen
über sexuellen Missbrauch die „Opfer, Täter und
potenziellen Täter“ unter ihren Zuhörern zu
begrüßen. Bereits zweimal hat sie erlebt, dass
Mitarbeiter, die mit ihr zusammen für die Kirche
Leitlinien zum Umgang mit sexuellen Missbrauch erarbeiteten,
selbst wegen Missbrauchs verhaftet und verurteilt wurden.
Quelle: Tag
des Herrn
25.11.2010 ai
macht auf Gewalt und sexualisierte Gewalt in Nacaragua
aufmerksam.
Quelle: ai
25.11.2010 Im
Bistum Eichstätt werden die Missbrauchsfälle
aufgearbeitet. Die Anschuldigungen richten sich gegen sechs
Diözesanpriester und einen Ordensgeistlichen. In
fünf Fällen wurde die Staatsanwaltschaft
eingeschaltet, in einem Fall kam es zu einer Verurteilung,
vier Fälle sind verjährt. Zwei der beschuldigten
Priester leben nicht mehr, drei sind nicht mehr im aktiven
Dienst. Bei den beiden übrigen Geistlichen - sie sind
noch in der Seelsorge tätig - beziehen sich die
Vorwürfe auf deren Jugendzeit, als sie also noch nicht
zu Priestern geweiht waren.
Quelle: ovb
25.11.2010 Die
Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung legt ihre Bilanz
vor.
Quelle: Beauftragte
Missbrauch
Quelle: taz
25.11.2010 Sieben Jahre Haft wegen
hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern - dazu hat
das Landgericht Kassel am Donnerstag einen früheren
katholischen Pfarrer aus Fritzlar verurteilt. Der
50-Jährige aus dem Prämonstratenser-Orden hatte
gestanden, sich zwischen 1992 und 2003 an sechs Ministranten
vergangen zu haben. Zudem hatten die Ermittler
kinderpornografische Fotos auf seinen Computern gefunden.
Quelle:
stern
24.11.2010 Die
Kirche vertuschte Vergewaltigungen und Gewaltexzesse, sagt
eine österreichische Studie. Auch Kleinkinder waren
Opfer. Zwölf Prozent der
Opfer waren zu Beginn der Übergriffe sechs Jahre und
jünger. Der Großteil der Misshandlungen (79,5
Prozent) ereignete sich zwischen dem siebenten und dem 14.
Lebensjahr. Mädchen sind vor allem zwischen dem
sechsten und achten, Burschen zwischen dem zehnten und
zwölften Lebensjahr gefährdet. Der Großteil
der Misshandlungen (55,8 Prozent) fand in katholischen
Internaten und Heimen statt. Der Rest wurde bei
Jugendarbeit, Seelsorge und im Rahmen des Ministrierens
gemeldet. Häufig handelte es sich um Kinder aus sozial
schwächeren Schichten. Schwärzler: "Wenn sich ein
Kind seinen Eltern anvertraute, bezog es meist Prügel.
Auch die Kirchenvertreter schlugen zu und brachten so die
Opfer zum Schweigen."
Quelle: Kurier.at
24.11.2010 Holger
Eich, Psychologe und ehemaliges Mitglied der
Opferschutzkommission der Erzdiözese Wien, berichtet,
dass der Wiener Erzbischof Schönborn stets über
Missbrauchsfälle informiert war. Untätig sei man
nicht gewesen, in verschiedenen Fällen habe man
Therapien gezahlt, in zahlreichen Fällen sei gar nichts
passiert. Eine Weisung zum Vertuschen habe es nicht gegeben,
Transparenz sei jedoch nicht gewollt gewesen. Die
Ombudsstellen bezeichnete Eich als "zahnloses Element": "Die
Opfer reden mit der Ombudsstelle, diese leitet an den
Bischof eine Empfehlung weiter. Der Bischof wird von einer
Diözesankommission beraten. Mit den Opfern gibt es
keinen Kontakt mehr. Das ist, wie wenn ein Richter nicht mit
dem Opfer redet, den Täter aber kennt." Daran habe sich
auch durch den jüngsten Beschluss der Bischöfe,
die Ombudsstellen besser zu vernetzen, "rein gar nichts
geändert".
Quelle: Der
standard
24.11.2010 In der
Badischen (evangelischen) Landeskirche wurde ein Pfarrer zu
zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen Missbrauchs von 2
Jungen verurteilt.
Quelle: ntv
24.11.2010 In
Belgien hat die parlamentarische Sonderkommission Rik
Devillé angehört. Er ist Priester i.R. (ehemals
Buizingen) und erhebt seit Jahren schwere Vorwürfe
gegen die Kirche: Verantwortliche hätten Klagen
über sexuellen Missbrauch durch Geistliche konsequent
nicht ernst genommen. 427 Klagen hat Devillé seit
1999 entgegengenommen - meistens Klagen über Missbrauch
durch Geistliche. Auf 1000 Briefe an Verantwortliche in der
Kirche habe er die immer gleichen Antworten erhalten: "Wir
können Sie Sie leider nichts tun" bzw. "Wir wissen von
nichts."
Quelle:
brf
24.11.2010 In
Bobingen wurde der Stadtpfarrer Albert M. verabschiedet. Er
hatte "unangemessene Berührungen" eigneräumt, die
die Justiz als Straftaten bewertete. Der Pfarrgemeinderat
zeigt sich betroffen - vom Weggang des Pfarrers. Und er
dankte dem Pfarrer für all seine Mühe. - Der
Bericht übermittelt nicht, wie die Opfer vom Weggang
des Pfarrers und von seiner Verabschiedung durch den
Pfarrgemeinderat denken.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
24.11.2010 Heute
Abend wird in Fritzlar für die Priester und
Ordensschwestern gebetet, die in dieser Stadt in Hessen
gearbeitet haben. Ebenfalls am heutigen Tag wird der
Prozess gegen den geständigen Ordensmann der
Prämonstratenser, der elf Jahre lang in 164 fällen
Kinder/Jugendliche missbrauchte, eröffnet.
Von einem Gottesdienst, in dem für die Opfer gebetet
wird, wurde nichts bekannt.
Quelle: FR
24.11.2010 Die
Deutsche Bischofskonferenz stellte den Zwischenbericht der
Hotline der DBK vor. Einige Ergebnisse: " 664 Nutzer der
Hotline Sexualdelikte thematisiert, die im kirchlichen
Umfeld stattfanden. 432 davon wurden durch Priester oder
Ordensleute begangen. 393 Sexualdelikte wurden benannt, die
nicht im kirchlichen Umfeld verübt wurden. Täter
waren hier z. B. Lehrer in staatlichen Schulen und
Internaten, Familienangehörige oder Verantwortliche im
Verein. 16,1 Prozent aller Opfer gaben an, einmal
missbraucht worden zu sein. 69,8 Prozent seien mehrmals und
14,1 Prozent andauernd missbraucht worden. Rund 97 Prozent
der Anrufenden berichteten, zum Tatzeitpunkt katholisch
gewesen zu sein. Gut 12 Prozent betonten, dass sie
inzwischen aus der Kirche ausgetreten seien."
Quelle: DBK
22.11.2010 Der
Bundeswehr fehlen Psychiater, die die vom Krieg
traumatisierten Soldaten behandeln könnten. In den
ersten drei Quartalen kehrten 483 Soldaten mit einer PTBS
zurück.
Quelle: Die
Zeit
20.11.2010 Im
Vatikan findet ein Treffen von mehr als 100 Kardinälen
statt. Der Papst kündigte ein Rundschreiben mit
Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen an. Das
Treffen wird vom Präfekten der Glaubenskongregation,
Kardinal Levada, geleitet. Opfergruppen in den USA weisen
darauf hin, dass Levada als Erzbischof von San Francisco
einen Priester unter Druck gesetzt hatte, der einen
Annäherungsversuch eines "offenbar pädophilen
Priesters" an einen Jugendlichen gemeldet hatte. Der
Priester ging 2002 gerichtlich gegen das Erzbistum San
Francisco vor - mit Erfolg.
Quelle: de.news
19.11.2010 In der
katholischen Kirche Luxemburgs haben sich 138 Betroffene bei
der Hotline gemeldet. 114 Fälle sind an die
Staatsanwaltschaft gegangen.
Quelle: Tageblatt
Luxemburg
19.11.2010 Der
Bischof von Eichstätt hat die Bitte um finanzielle
Beteiligung an der Opferberatungsstelle "Wirbelwind
Ingolstadt" abgelehnt. Die Beratungsstelle für Opfer
sexuellen Missbrauchs wird verstärkt auch von Menschen
in Anspruch genommen, die Opfer von Priestern oder
Kirchenmitarbeitern wurden.
Quelle: Donaukurier
16.11.2010
Gotthold Hasenhüttl, suspendierter Priester und
Professor der Theologie, verlässt die katholische
Kirche. Er hält sie nicht für reformfähig.
Quelle: Heute
16.11.2010 Die
österreichische Klasnic-Kommission hat inzwischen
für 58 der 652 Missbrauchsbetroffenen eine
Entschädigungszahlung beschlossen.
Quelle: Die
Presse
11.11.2010
Statements der Betroffenen und Für-Sprecher Betroffener
am Runden Tisch der Bundesregierung
Quelle: beauftragte-missbrauch
10.11.2010 Hans
Küng im Interview
Quelle: Grenzecho
8.11.2010 Der
Papst hat 200 Kardinäle nach Rom eingeladen. Themen:
Umgang mit Missbrauchsfällen und Übertritt von
Anglikanern zum Katholizismus.
Quelle: stern.de
8.11.2010 Der
Jesuitenorden hat den Dialog mit dem Eckigen Tisch nach
dessen Anzeige gestoppt.
Quelle: Domradio
7.11.2010 Die
Interessengemeinschaft Missbrauchsgeschädigter hat
Strafanzeige gegen den amtierenden Rektor des
Aloisiuskollegs in Bonn und weitere 4 Personen erhoben.
Quellen: Domradio
und Eckiger
Tisch
5.11.2010 Im
Bistum Speyer wurden bislang zehn Priester und Ordensleute
des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Außerdem wurden
in über tausend Personalakten Hinweise auf bis zu 20
weitere Geistliche gefunden, denen sexueller Missbrauch oder
sexuelle Belästigung Minderjähriger vorgeworfen
wird. Insgesamt ist also von 30 Beschuldigten zwischen 1945
bis 2010 auszugehen.
Quelle: Bistum
Speyer
4.11.2010
In
der
Steiermark
sind
neue
Missbrauchsvorwürfe
gegen
einen
Ordensmann,
einen
Pater
des
obersteirischen
Benediktinerstiftes
Seckau, bekannt geworden. Ein ehemaliger Schüler
berichtete darüber. Der Beschuldigte ist vom Schul- und
Pfarrdienst freigestellt.
Quelle: ORF
4.11.2010
Derzeit ist unklar, ob der Runde Tisch
Heimerziehung vor dem Scheitern steht. Im Fall des
Scheiterns wollen ehemalige Heimkinder klagen.
Quelle: NOZ
4.11.2010
„Im
Moment
melden
sich
viele
Menschen,
die
besonders
schwer
belastet
sind“,
erläutert
Andreas
Zimmer,
der Leiter des Beratungsangebots. „Viele von
ihnen sind in ihrem Leben immer wieder missbraucht worden:
in der Familie, in der Kirche, am Arbeitsplatz“, so Zimmer.
Diese schwer traumatisierten Opfer brauchen oft viel
länger, bis sie sich zu einem Anruf durchringen
können. Sie schließen ihr Leid lange in ihrem
Innern ein. „Darunter sind einige Fälle, die in den
50er- und 60er-Jahren Missbrauch erlebt haben und sich erst
jetzt offenbaren können“, zeigt Hotline-Leiter Zimmer
auf."
Quelle: Rheinzeitung
4.11.2010
Auch Kritiker loben die Experten der kirchlichen Hotline.
Quelle: Rheinzeitung
4.11.2010
"Ein
Fall
von
weniger
Gewicht"
-
wie
in
der
Evangelischen
Landeskirche
von
Bayern
mit
einem Pfarrer, Ende 20, der eine damals 14-Jährige
missbrauchte, umgegangen wurde.
Quelle: Süddeutsche
3.11.2010
Die
österreichische
unabhängige
Opferschutzanwaltschaft
beschloss
bislang
39
Entschädigungszahlungen.
Bis
Ende
Oktober
meldeten
sich
636
Menschen
als Opfer von (sexualisierter) Gewalt.
Quelle: ORF
3.11.2010
Kirchenzeitungs-Chefredakteure und katholische Laien fordern
den Rücktritt des belgischen Vorsitzenden der
Bischofskonferenz.
Quelle: kathweb
1.11.2010
Der
Papstsprecher
Federico
Lombardi
lädt
alle
Verbände
von
Opfern
sexuellen
Missbrauchs
ein,
die
Kirche
auch als ihrenVerbündeten zu sehen.
Quelle: Radio
Vatikan
31.10.2010
In Rom findet heute ein Fackelzug von Missbrauchsopfern von
katholischen Priestern und Ordensleuten. Am
Reformationstag wolle man zeigen, dass das Kapitel noch
lange nicht abgeschlossen sei, sagten die Organisatoren. Sie
wollen eine, wie sie sagen, ehrliche Entschuldigung.
Irgendwann werden die Entschuldigungen kommen, die auch aus
dem Herzen kommen. Eine finanzielle Entschädigung
könne nur ein Teil sein, das sei aber unzureichend. Der
Vatikan reagierte auf den Fackelzug: Er verbot, dass er auf
dem Petersplatz ende.
Quelle: ORF
Kommentar: Offensichtlich kommen die
Entschuldigungen der Kirchenleitungen bei den Opfern nicht
an.
31.10.2010
Bei
den
Hiltruper
Missionaren
wurden
vom
externen
Ermittler
6
Missbrauchsfälle
ermittelt.
Der
Provinzial
Werner
Gahlen bat noch einmal um Entschuldigung vor Presse, Funk
und Fernsehen. Am 27.10.2010 hat er sich zusammen mit einem
Mitbruder mit den Opfern in Speyer getroffen.
Quelle: Hiltruper
Missionare
31.10.2010
Im
Zwischenbericht
der
von
den
Jesuiten
am
Bonner
Aloisiuskolleg
berufenen
Missbrauchsbeauftagten
Julia
Zinsmeister
ist
von bislang 67 Missbrauchsopfern und 18 Tatverdächtigen
die Rede, 15 von ihnen Jesuiten. Die Verantwortlichen des
Ordens hätten schon vor 2010 von den Übergriffen
gewusst und sie verschwiegen.
Quelle: az-web
30.10.2010
Von einem ehemaligen Benedikter, dessen Job es war,
sexuellen Missbrauch zu vertuschen.
Quelle: Tagesspiegel
29.10.2010
Ein
Dekan
aus
dem
Bistum
Augsburg
wurde
wegen
sexuellen
Missbrauchs
in
drei
Fällen
zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung und der
Zahlung von 4000 Euro verurteilt. Er trat von seinem Amt als
Dekan und Pfarrer zurück.
Quelle: Augsburger
Allgemeine
28.10.2010
Ein
Ordenspriester
aus
Fritzlar
wird
in
164
Fällen
des
sexuellen
Missbrauchs
von
6
Jugendlichen angeklagt. 30 Fälle hatte er zugegeben.
Quelle: FR
Die Ermittlungen gegen seinen Vorgesetzten, der von den
Missbrauchstaten gewusst haben soll, laufen noch.
Quelle: hr-online
28.10.2010
"Auf
die
Frage
eines
Mitarbeiters
der
Sendung
“Questions
à
la
une”
nach
seiner
Ansicht
zur Bestrafung des von Priestern begangenen sexuellen
Missbrauchs sagt der Vorsitzende der belgischen
Bischofskonferenz Léonard:"Sexuelle Straftäter
sind auch Menschen. Natürlich müssen sie sich
dessen bewusst werden, was sie getan haben, doch wenn sie
nicht mehr im Amt sind und folglich keine Verantwortung mehr
tragen, dann frage ich mich, ob ein Racheakt gegen sie,
zumal er kein konkretes Ergebnis mehr hätte, eine
menschliche Lösung ist."
Quelle: BRF
online
Kommentar: Mit Racheakt
meint der Bischof eine von einem Gericht ausgesprochene
Strafe.
26.10.2010
Das
kriegen
Missbrauchsopfer
zu
hören:
Der
Religionslehrer
bittet,
doch
auch
an
die
Familie
des
Täters
zu denken.
Der Schuldirektor sagt, es könne so schlimm doch nicht
gewesen sein. Die Elternbeiratsvorsitzende sagt, man
müsse jetzt nach vorne schauen. Der Beratungslehrer
sagt, er wolle das nicht so genau wissen.
Unterschriftenlisten für den Täter gibt es
natürlich auch. Mitschüler rufen an und bitten das
Opfer, nicht böse zu sein, sie hätten auch
unterschrieben, denn ihnen persönlich habe der Mann ja
nichts getan.
Quelle: Süddeutsche
25.10.2010
Dr. Norbert Reuhs, Diözesanrichter der
Diözese Rottenburg-Stuttgart, sagte auf einer
Podiumsdiskussion: „Es gibt immer wieder
Verdachtsfälle, aber keine Opfer, die sich melden.“ So
gebe es offiziell auch keinen Täter.
Quelle: Schwäbische
Post
24.10.2010 "
Wilhelm
Ritthaler ist mittlerweile ein bekannter Mann. Immer wieder
hat er gesprochen über das, was ihm in seiner Zeit bei
den Regensburger Domspatzen passiert ist. In der Süddeutschen
Zeitung hat er im März zum ersten Mal
öffentlich von den körperlichen Misshandlungen
berichtet, später sprach er auch im Fernsehen. Sein
Name sei dadurch bekannt gewesen, sagt Ritthaler, er
wäre jederzeit zu kontaktieren gewesen. Gemeldet aber
habe sich niemand, bis heute. "Es
fühlt sich bitter an, es ist sehr enttäuschend",
sagt der 63 Jahre alte Arzt und Psychotherapeut. "Ich
hätte mir eine Reaktion gewünscht, aber ich habe
es nicht anders erwartet. Das Bistum reagiert passiv, defensiv,
beschwichtigend." Das Bistum Regensburg bestätigte,
dass Wilhelm Ritthaler nicht kontaktiert wurde. "Es liegt
kein Schreiben an ihn vor", erklärte Sprecher Clemens
Neck. Das Bistum ruft Betroffene aber weiter dazu auf, sich
zu melden." So berichtet
die Süddeutsche - und von diesen Doppelbotschaften
höre ich immer wieder: Verantwortliche in den
Kirchenleitungen fordern Opfer auf, sich zu melden. Und wenn
die sich melden, bricht das große Schweigen aus.
Quelle:
Süddeutsche
23.10.2010 In der
katholischen Kirche in Bayern sollen seit Ende des Zweiten
Weltkriegs mindestens 380 Menschen Opfer von Missbrauch oder
Misshandlung geworden sein. Das berichtet die
"Süddeutsche Zeitung" (Samstag) unter Berufung auf eine
Umfrage in den Diözesen und mehreren
Ordensgemeinschaften. Es sei von mindestens 280 Tätern
auszugehen, von denen die meisten aber schon verstorben
seien. Die Ordinariate Augsburg, München, Passau,
Regensburg und Würzburg machten diese Angaben. Aus den
Bistümern Bamberg und Eichstätt liegen keine
Angaben vor.
Quelle: kath.web
22.10.2010 Ein
ehemaliger
katholischer
Priester
ist
in
Birmingham
wegen
Kindesmissbrauchs
zu
21
Jahren
Haft
verurteilt
worden.
Der
heute
73-Jährige
hat
während 20 Jahren in insgesamt 21 Fällen kleine
Jungen sexuell missbraucht. Der Mann hatte bis zum Schluss
alles abgestritten. Der Missbrauch begann in den 1950er
Jahren. Der Mann hatte sich jahrelang einem Gerichtsprozess
entzogen. Der Richter beschrieb den Verurteilten bei der
Urteilsverkündung als «doppelzüngig und
manipulativ». Seine Taten seien «unvorstellbar
grausam» gewesen.
Quelle: radio
basel
22.10.2010 Im
Erzbistum Freiburg liegen die Missbrauchszahlen
inzwischen vor: Von
1950 bis heute gab es etwa 110 Anzeigen. Diese richteten
sich in der Zeit bis 2000 fast ausschließlich gegen
Priester; danach sei das Verhältnis zwischen
Geistlichen und pastoralen Mitarbeitern bei den
Beschuldigten etwa ausgeglichen. Das Ordinariat geht davon
aus, dass es mehr Opfer als bekannt gibt. Die Täter
waren mit einer Ausnahme männlich. Es habe so gut
wie keine unbegründeten Anzeigen gegeben. Unter den
Opfern waren auch solche, deren Missbrauch nicht innerhalb
der Erzdiözese Freiburg stattgefunden hat. "Wir haben
das trotzdem aufgenommen und bearbeitet, weil es für
Opfer sehr schwierig ist, ,Wir sind nicht zuständig‘
gesagt zu bekommen", berichtete der Missbrauchsbeauftragte
Domkapitular Dr. Maier. Betroffen
waren überwiegend ältere männliche Kinder und
Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.
30 weitere Anzeigen benennen Gewalt in Heimen.
Quelle: Badische
Zeitung
21.10.2010 Die
Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt gegen einen kath.
Priester, dem Übergriffe vorgeworfen werden. Der
Priester ist geständig.
Quelle: Rheinzeitung
21.10.2010
Über die verlorene Würde des Anderen: Erwin
Möde geht in CiG
dem missbrauchten Menschen und dem missbrauchten Gott
nach.
20.10.2010
Hanspeter Oschwald berichtet, dass Papst Johannes Paul II.
den Kindersschänder und Gründer des Ordens der
Legionäre Christi, Marciel Maciel Degollado
schützte. "Der Schaden für die Gesamtkirche
wäre unabsehbar, wenn Papst Benedikt seinen
Vorgänger zur Ehre der Altäre erheben würde.
Es könnte sich schnell herumsprechen, welche Altlast
Medien-Star Wojtyla hinterlassen hat. Es geht um
Kindesmissbrauch."
Quelle: Südwestpresse
1.5.2011 Die
Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. durch Papst
Benedikt XVI. erfolgte heute. Einige - wenige - haben
dagegen protestiert. Schaden wurde nur bei den Opfern von
Kindesmissbrauch durch Kleriker der kath. Kirche
angerichtet - aber das ist ja eine zu
vernachlässigende Menschengruppe. Erzbischof
Zollitsch sagte: "Er [Papst Johannes Paul II.], der
unerschrocken für die Unverletzlichkeit der
Würde des Menschen und die Achtung der fundamentalen
Menschenrechte eintrat, war und blieb ein entschiedener
Kämpfer für eine `Kultur des Lebens`. .....Daran
werden sich viele ihr Leben lang erinnern – kurzsichtige
Kritik an der schnellen Seligsprechung wird Johannes Paul
II. nicht gerecht und schon bald vergessen sein."
Kommentar:
Das Eintreten von Papst Johannes Paul II. für die
Menschenrechte werden die Opfer des Herrn Degollado, der
vom Papst geschützt wurde, anders sehen. Ob die
Kritik von Opferverbänden und Hans Küng und der
Initiative Romero tatsächlich "kurzsichtig" und "bald
vergessen" sein wird, wird sich zeigen. Ich glaube nicht,
dass eine Kirche, die mit einer Lüge lebt,
langfristig glaubwürdig ist.
20.10.2010 Schuld
hat nicht der Teufel
Quelle: zeit.de
17.10.2010
Beim Bonner Aloisiuskolleg gibt es erneut einen
Missbrauchsverdacht. Wie der «Bonner
Generalanzeiger» (Samstag) berichtete, trennt sich die
Jesuitenschule von einem unter Missbrauchsverdacht stehenden
weltlichen Mitarbeiter. Seit Monaten ermittele die
Staatsanwaltschaft gegen den Mann. Inzwischen lägen der
Justiz drei Anzeigen vor. Dabei gehe es um Fälle
möglicher Übergriffe gegen Schutzbedürftige
in den späten 80er und 90er Jahren.
Quelle: liborius.de
16.10.2010 Thomas
Wystrach stellt ein paar Fragen zur neuen
"Dialogoffensive" und zum "neuen Aufbruch" der
katholischen Kirche.
Quelle: wystrach.de
16.10.2010 Pater
Mertes lobte das Vorgehen der Wiener katholischen
Kirche:
"Mit
einer
Bußfeier
im
Stephansdom,
der
Einrichtung
einer
Opferschutzkommission,
der
raschen
Auszahlung
von
Therapie-
und
Entschädigungszahlungen
und
der
Überarbeitung der kirchlichen Richtlinien habe Kardinal
Schönborn wichtige Akzente gesetzt.
Quelle: kathweb
s. auch: welt.de: Mertes - Ungeliebter Mahner mit
heiligem Zorn
16.10.2010 Ein
Mitarbeiter der Caritas, Leiter eines Kinderdorfes,
wurde in der fragwürdigen RTL-Sendung "Tatort
Internet" als einer geoutet, der Kontakt zu einer
Dreizehnjährigen im Internet suchte. Inzw. ist
der Mann entlassen und verschwunden. Die Caritas
Würzburg ist entsetzt, dass RTL 2 sie nicht
früher informierte.
Quelle: Süddeutsche
Die Zeit
formuliert andere Fragen zur Sendereihe "Tatort
Internet".
16.10.2010 Die FR
berichtet von den Verbindungen von Papst Johannes Paul
II. zu Marcial Maciel Degollado, dem Gründer der
Legionäre Christi, der Kinder, Jugendliche und
Seminaristen missbrauchte.
15.10.2010 Der
Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz
äußerte in seinem Buch, das heute im
Niederländischen veröffentlicht wurde, die
Immunschwäche-Krankheit Aids könnte eine "Art von
immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe
sein.
Quelle: Spiegel
15.10.2010 Der
Missbrauchsbeauftragte der DBK, Bischof Ackermann, zur
Frage, wie die Kirche wieder Vertrauen zurück
gewinnen könne.
Quelle: Liborius
14.10.2010 Der Anwalt
von zwei Opfern des Marc Dutroux wurde zu einer
Haftstrafe verurteilt wegen Konsum von
Kinderpornografie.
Quelle: Spiegel
13.10.2010 Der
Soziologe Franz-Xaver Kaufmann weist darauf hin, dass
die Sakralisierung des Priesters in der kath. Kirche
sexuellen Missbrauch begünstigt habe. Kaufmann
bemerkte, dass "Vergehen" gegen das 6. Gebot
undifferenziert als Todsünden verstanden
würden, also als Verstöße gegen die
Ordnung Gottes. Die Folgen für den Nächsten
hingegen würden ausgeblendet.
Der Leiter des Berliner Canisiuskollegs, der Jesuit P. Klaus
Mertes, betonte die Verantwortung der Kirche als Institution
im Missbrauchsskandal. Die Kirche sitze zu Recht auf der
Anklagebank, weil die Opfer mit ihren Beschwerden über
lange Zeit nicht ernst genommen worden seien. Missbrauch sei
"nicht nur die Missbrauchstat, sondern auch das
Weghören".
Quelle: kath.web
Quelle: generalanzeiger
13.10.2010 Ein
Hinweis auf eine Veranstaltungsreihe Gemeindehaus-Saal
in Hamburg,
St. Nikolai: Ärzte-Kanzel 2010 - am 10. November geht es um das Thema:
Sexuelle Gewalt und ihre lebenslangen Folgen Trauma - Scham - Schweigen. Es
spricht PD Dr. med. Dragana
Seifert (Institut für Rechtsmedizin UKE) ,
Dipl.-Pädagogin Carmen Kerger (Dunkelziffer e.V.
Hamburg)
12.10.2010
Johannes Heibel, , erhebt Vorwürfe gegen
das Bistum Aachen: Es tue nichts, um den Prozess gegen
den Priester des Bistums, der in Südafrika des
Missbrauchs von Kindern angeklagt ist, zu
beschleunigen.
Quelle: wzdüsseldorf
11.10.2010 Im
Interview sagte Christine Bergmann, dass sich oft die
Opfer und nicht die Täter schuldig fühlen.
Quelle: Märkische
Allgemeine
10.10.2010 Der
Freund des Papstes - ein Kinderschänder -
über den Chef der "Legionäre Christi" und
seine Beziehungen zu Papst Johannes Paul II.
Quelle: PF
11.10.2010 Das
Erzbistum München distanziert sich von dem
Spiegel-Bericht über das Engelswerk und dessen
Anerkennung durch den Papst. Die vom „Spiegel“
angeführte „Anerkennung“ des Engelwerkes durch den
Vatikan beziehe sich auf Mitglieder und Vereinigungen, die
sich von sdem "Engelwerk" und deren abstrusen Lehren
distanziert haben und fasse diese in einem eigenen Verein
„Werk der Heiligen Engel“ (Opus Ss. Angelorum) zusammen.
Quelle: Erzbistum
München
10.10.2010 Papst
Benedikt
XVI.
lässt
per
Dekret
die
kruden
Lehren
des
„Engelwerks“
wieder
zu.
Innerhalb
der
Kirche
war
die
sektiererische
Gemeinde stets hoch umstritten.
Quelle: FR
Welt.de
9.10.2010 Der
Fall des Pfarrers Georg K. aus dem Bistum Aachen
Quelle: initiative
gegen gewalt
9.10.2010 Der
Speyrer Ombudsmann für Missbrauchsopfer stellt
seine Arbeit ein. Der Ludwigshafener RA Rüdiger
Weidhaas kann nach den neuen Richtlinien nicht mehr
Ombudsmann sein, weil die Opfer - wenn gewünscht
- mit absoluter Verschwiegenheit rechnen konnten. Die
neuen Richtlinien formulieren hingegen: "Wenn
ein
mutmaßliches
Opfer
über
einen
Verdacht
des
sexuellen
Missbrauchs
informieren
möchte,
vereinbart
die
beauftragte
Person
ein
Gespräch.
Der
Diözesanbischof
bestimmt, wer seitens der Diözese an diesem
Gespräch teilnimmt Zu Beginn des Gesprächs wird
auf die Möglichkeit hingewiesen, dass der
Missbrauchsverdacht der Strafverfolgungsbehörde
mitgeteilt wird."
Quelle: Rheinpfalz
7.10.2010 Im
Bistum Regensburg wurden bislang fast 1500
Personalakten auf den Verdacht sexuellen Missbrauchs
hin gesichtet. Diese Arbeit sei noch nicht
abgeschlossen, sagte der Bistums-Sprecher. Seit dem
Bericht von März
2010 seien keine neuen Fälle mehr bekannt
geworden.
Quelle: Wochenblatt
7.10.2010 Ein
Missbrauchsopfer aus dem Bereich des Erzbistums
Freiburg berichtet, dass es vom Bistum an die für
den Täter zuständige Abtei Mehrerau,
Österreich, verwiesen wurde. Der Anwalt des
Täters, eines Ordensmannes aus der Abtei
Mehrerau, schrieb nun dem Opfer,
"dass diesseits KEINE ZAHLUNG erfolgen wird". Dies läge
ganz überwieged daran, dass das Opfer in seiner
Verhaltensweise stark überzogen habe. Gemeint ist, dass
das Opfer die Presse einschaltete, als es weder im Bistum
noch beim Orden Gehör fand. Der Anwalt wirft dem Opfer
auch vor, eine "apostolische Klageschrift" in Rom
eingereicht zu haben.
Quelle: NetzwerkB
7.10.2010 In
Nordirland trafen Missbrauchsopfer mit Politikern und
Psychologen zusammen. Das Treffen stand unter dem
Thema "Zeit für Gerechtigkeit". Die
Menschenrechtsorganisation Amnesty International
fordert bei dem Treffen die nordirische Regierung zur
Untersuchung von institutionellem Kindesmissbrauch
auf.
Quelle: kipa
7.10.2010 Im
Vatikan beginnt die Aufarbeitung der sexualisierten
Gewalt in der Kirche Irlands, um das erschütterte
Vertrauen wieder herzustellen. Vier vatikanische
Inspektoren sollen die Vorgänge in Irland
untersuchen.
Quelle: domradio
7.10.2010 Die
österreichische Klasnic-Kommission hat weiteren
10 Opfern von Gewalt Entschädigungen zugesagt.
Insgesamt haben sich bei der unabhängigen
Opferschutzanwaltschaft 556 Betroffene gemeldet.
Quelle: kath.web.
7.10. 2010 Der
in Südafrika angeklagte Priester, K., aus dem
Bistum Aachen, bewegt sich nach Aussagen einer Mutter
in Südafrika frei. Auch die Kirche kontrolliert
nicht, ob er sich an die Auflage - kein Kontakt zu
Kindern und Jugendlichen - hält. Der
Vorsitzende der Initiative gegen sexuelle Gewalt, Johannes
Heibel, zeigt sich in einem Brief an den
Personalverantwortlichen des Bistums, Pfarrer Schmitz,
ebenfalls enttäuscht von den Vorgängen im Bistum.
Er habe gehofft, dass nach der Podiumsdiskussion in Viersen
mehr passieren werde, sagte er. Weder die Staatsanwaltschaft
noch das Bistum Aachen seien wirklich um die Aufklärung
möglichst aller Missbrauchsfälle in Sachen K.
bemüht. Heibel fragt, warum niemand alle ehemaligen
Messdiener in allen von Kerkhoff geleiteten Pfarreien
anschreibe. Er fragt auch, warum das Bistum Aachen nicht
allen Betroffenen finanzielle Hilfe zusichere. Heibel
spricht von Ignoranz. Ihn wundere es nicht, dass es
viele Opfer vorziehen, zu schweigen, bei dem
Unverständis und der Kälte, die ihnen
entgegen gebracht würden.
Quelle: Grenzland
7.10.2010 Die
Angst der Kirche vor Erneuerung thematisiert Gernot
Facius.
Quelle: Welt.de
7.10.2010 Das
Bistum Passau legt seine Missbrauchsbilanz vor: "Demnach ist im Bistum Hinweisen auf
sexuellen Missbrauch oder Gewaltanwendung durch 40
Personen nachgegangen worden. Die Hinweise und
Rückfragen bezogen sich auf den Zeitraum von 1948 bis
2009, wobei der Großteil der Hinweise die Zeit
zwischen 1960 und 1980 betrifft. Zum jetzigen Zeitpunkt
sind es 26 Fälle, in denen wegen sexuellem Missbrauch
ermittelt wurde. 14 Mal ging es um Gewaltanwendung. 21
Priester, ehemalige wie aktive , waren betroffen.
Zwölf Fälle wurden staatsanwaltschaftlich
behandelt. Es gab eine Verurteilung wegen Verbreitung
pornografischer Schriften. Ein Verfahren läuft noch.
Zehn Verfahren wurden entweder aufgrund eingetretener
Verjährung oder haltloser Anschuldigungen
eingestellt."
Quelle: pnp
4.10.2010 Ein
ehemaliger
Messdiener
muss
wegen
Kindesmissbrauchs
ins
Gefängnis.
Das
Landgericht
Darmstadt
verurteilte
den
heute
31-jährigen
Eventmanager
am
Montag
wegen
sexuellen
Missbrauchs
Minderjähriger
zu
vier Jahren und neun Monaten Haft.
Quelle: ad-hoc-news
4.10.2010 Der
Zwischenbericht der Missbrauchsbeauftragten Christine
Bergmannliegt vor. Bei
über 80 Prozent der Betroffenen liegt der Missbrauch
mindestens 20 Jahre zurück. Diejenigen, die sich
bereits an jemanden gewendet hatten, berichten vielfach,
dass ihnen nicht geglaubt wurde oder dass sie sogar
dafür bestraft wurden.
Quelle: beauftragte-missbrauch
4.10.2010 Ein
Mitglied der Franziskaner-Minoriten muss den Orden in
Würzburg verlassen. Ihm wird vorgeworfen, Kinder
und Jugendliche missbraucht zu haben. Der Orden und
der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann,
wurden für ihre Entscheidung, den angezeigten
Pater D. aus der Seelsorge zu entfernen, kritisiert.
Orden und Bistum halten Pater D. für schuldig.
Weitere Schritte gegen den ehemaligen
Diözesankaplan und geistlichen Beirat der DJK
Würzburg werden vom Ordensgeneral der
Franziskaner-Minoriten in Rom entschieden.
Quelle: mainpost
3.10.2010 Predigt
von Marieluise Gallinat-Schneider
3.10.2010 In den
letzten 2 Wochen haben sich weitere 40
Missbrauchsopfer in Belgien gemeldet. Das
hat die Arbeitsgruppe “Menschenrechte in der Kirche” aus
Löwen bekanntgegeben.
Quelle: brf
2.10.2010 Eine
Stimme der Hoffnung: Dom Erwin Kräutler erhielt
den alternativen Nobelpreis für seinen Kampf mit
den und für die Menschen im Regenwald. Er sagt
u.a.: "Ein Bischof gehört unters Volk." Recht
hat. er.
Quelle: kurier.at
2.10.2010 Das
Ausmaß sexualisierter Gewalt von Priestern gegen
Kindern mache in Italien keine kirchliche Initiative
gegen Missbrauch nötig, sagte der
Generalsekretär der Bischofskonferenz, Mariano
Crociata.
Quelle: Radio
Vatikan
1.10.2010 Der
belgische ehemalige Leiter der Missbrauchskommission
sprach sich in einem Interview für den
Rücktritt des Papstes aus. Ihm gehen die von der
Kirchenleitung eingeleiteten Schritte nicht weit
genug.
Quelle: BRF
1.10.2010 Karin
Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der
Deutschen Katholiken, hält den Bischöfen
Zögerlichkeit bei der Entschädigung von
Missbrauchsopfern vor. Ihr ist schwer
verständlich, warum die Bischöfe keine
Summen für finanzielle Hilfen nennen und nicht
großherzig handeln - was man von ihnen zu Recht
erwarten könne. In der Öffentlichkeit werde
der Verdacht genährt, dass sich die Bischöfe
drücken wollen.
Quelle: Domradio
1.10.2010 Ursula
Enders, Zartbitter Köln, nennt das
Entschädigungsangebot der katholischen Kirche (bis
zu 4250 Euro an Psychotherapiekosten für
Missbrauchsopfer) eine Verhöhnung der Opfer. Sie
kennt Fälle, in denen Opfer mehrere Zehntausend
Euro für Therapiekosten selbst gezahlt haben. Sie
weist darauf hin, dass die am Runden Tisch
versammelten Institutionen zum Teil selbst Tatort
gewesen sind. Die automatische Strafanzeige beurteilt
sie als ein Druckmittel in der Hand von Tätern:
"Du bist schuld, wenn ich ins Gefängnis muss."
Quelle:
FR
30.9.2010 Die
Laiengemeinschaft "Regnum Christi", die den
Legionären Christi angegliedert ist, wird vom
Erzbischof von Valladolid, Ricardo Blazquez Perez als
Apostolischem Visitator untersucht.
Dem Ordensgründer Marcial Maciel Degollado,
der Seminaristen sexuell missbraucht hatte und Vater dreier
Kinder war (die er nach deren Angaben ebenfalls
missbrauchte), warf der Heilige Stuhl "objektiv
unmoralisches Verhalten" vor. Der Ordensgründer hatte
jahrzehntelang unter dem Schutz der Kirche, incl. des
Vatikan und des letzten Papstes, gestanden, obwohl erste
Vorwürfe bereits 1956 vorlagen, 1978 und 1989 erneuert
wurden und noch einmal 1999 (s. auch NDR)
Quelle: kathweb
30.9.2010
Wolfgang Wagner kommentiert in der FR unter dem Titel
"Die Perspektive der Täter" die Aufarbeitung des
Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche als
geprägt vom Geist der Bürokraten. Schlecht
müsse das nicht sein, meint Wagner - aber es
fehle ein Zeichen der Großherzigkeit.
Die Bischöfe begründeten die
Unklarheit über die Höhe der
"Entschädigungszahlungen" damit, dass sie mit der
Angabe hoher Beträge keine andere Institution unter
Druck setzen wollten, die nicht so viel Geld hat. Das jedoch
ist nach Wagners Ansicht die Täterperspektive, die es
zu überwinden gelte. Es gehe nicht darum, Einrichtungen
zu schonen, sondern Opfern zu helfen.
Quelle: FR
30.9.2010 Die
Deutsche Bischofskonferenz hat am Runden Tisch vier
Vorschläge zum Umgang mit sexualisierter Gewalt
vorgelegt:
- Einmalige Zahlung eines Geldbetrags, der als „finanzielle
Anerkennung“ des zugefügten Leids gelten soll.
- Zahlung für therapeutische Hilfe oder therapeutische
Paarberatung
- Regelungen für individuelle Härtefälle
- Präventionsfond
Quelle: Radio
Vatikan
29.9.2010 Klaus
Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums
Würzburg berichtet von 55 Gewaltopfern. In 6
Fällen wurde die Staatsanwaltschaft
eingeschaltet. Ca ein Viertel der Betroffenen wollte
keine Anzeige. In einem zweiten Viertel gehörten
die Beschuldigten nicht zum Bistum Würzburg. Ein
großer Teil der BEschuldigten sei verstorben. In
einigen, wenigen Fällen haben die Beschuldigten
die Täten eingeräumt. Einzelne
Anschuldigungen stellten sich als falsch heraus. Die
meisten Betroffenen wollten ihre Erlebnisse offen
legen und sie wollten Gerechtigkeit.
Der Missbrauchsbeauftragte steht mit den
Betroffenen, die das wünschen, in Kontakt und
iinformiert sie darüber, wie es weitergeht.
Quelle: Mainpost
29.9.2010 In der
Mainpost trifft ein namentlich nicht genanntes, aber
der Redaktion bekanntes Opfer sexualisierter Gewalt,
Peter M., den Nagel auf den Kopf. Ich zitiere: „Für
mich
ist
weniger
die
Summe
entscheidend,
als
die
Grundhaltung
der
Kirche:
Gestehen die Verantwortlichen im Umgang mit den betroffenen
Menschen Schuld ein und zeigen sie Reue?“
Peter M. wurde von einem Würzburger
Franziskaner-Minoritenpater missbraucht, der wegen
Verjährung nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden
kann. Der mutmaßliche Täter bestreitet die
Vorwürfe. Peter M. vermisst - nachdem er seinen
Missbrauch offenbart hatte - beim Missbrauchsbeauftragten
der kath. Kirche, Bischof Ackermann, Zeichen von Reue oder
Schuldgefühl. „Ich
hätte mir gewünscht, dass man mich ernst nimmt und
mir Glauben schenkt und mich in dem Aufklärungsprozess
begleitet.“ Dies sei nur sehr bedingt geschehen. Statt
dessen hätten ihn die Verantwortlichen teilweise um
Verständnis dafür gebeten, wie schwierig die
Situation für sie sei. [D.i. ein
Vorgehen, das mir unendlich oft begegnet ist.]
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch,
hatte in einer Presseerklärung berichtet, dass die
Bischöfe ein Hilfsmodell entwickelt hätten,
„die Opfer dabei zu unterstützen, ihr
Opferschicksal zu überwinden und neue Stärke zu
gewinnen“. Peter M. stellt dazu fest: „Die
Kirche als Seelsorgerin, die die Opfer tröstet, brauche
ich nicht. Ich will nicht von der Institution der Täter
getröstet und therapiert werden. Das ist eine ganz
verkorkste Herangehensweise.“ (s. dazu meinen
Leserbrief an PF) Bislang hat der
Würzburger allerdings den Eindruck, der Kirche ginge es
in der momentanen Entschädigungsdebatte vor allem um
Imagepflege – tatsächliche „gesamtmenschliche Hilfe“
und Anerkennung des erlittenen Unrechts ist genau das, was
er konkret vermisst.
Quelle: Mainpost
29.9.2010 Das
Kinderschutzzentrum Salzburg wird immer häufiger
mit schweren Missbrauchsfällen konfrontiert. Seit
März 2010 sind die Anfragen um ca 20 %, d.h. um
200 "Fälle" gestiegen.
Quelle: krone
at.
29.9.2010 Der
Hauptmissbrauchstäter Ludger Stüper, Bonner
Aloisius-Kolleg, ist gestorben und wurde beerdigt. 8
Geistliche zelebrieren sein Requiem. Unter ihnen sind
der derzeit amtierende Rektor des Aloisius-Kollegs und
sein Vorgänger. Mitglieder
des
Eckigen
Tisches
registrieren,
dass
beide
dem
Kontakt
mit
Opfern
ausweichen.
Die
Opfer
sexualisierter
Gewalt
durch
Ludger
Stüper
sehen
darin
die Solidarität der Kirche mit einem Täter. Rektor
Rabe formulierte nämlich in seiner Totenrede: "In
den letzten Jahren ist aber auch Schatten auf seine Person
[Ludger Stüper] gefallen. Mit Erschrecken hat er zur
Kenntnis genommen, dass sein früheres Fotografieren in
manchen Dingen unangebracht war. Er hat zur Kenntnis
genommen, dass man jugendliche Seelen auch durch solches
unbedachtes Tun verletzten kann Er hat sich bei einigen
Betroffenen entschuldigt. Er hat einen Brief an den
Provinzial geschrieben, wo er das auch nochmal dargelegt hat
und versichert hat, dass er zu keiner Zeit weitergreifende
Übergriffe vollzogen hat. Es hat ihn bedrückt. Er
hat darunter gelitten, weil Vergebung ihm letztlich nicht
genügend gegeben worden ist.” Opfer
von Stüper haben jreagiert und einen Offenen Brief
verfasst.
Quelle:
Eckiger
Tisch und Offener
Brief
s.auch Trierer
Fernsehpfarrer in der Kritik - Volksfreund
29.9.2010 Im Positionspapier
der
Teilnehmer_innen
des
bundesweiten
Kongresses
„Aus
unserer
Sicht“
heißt
es
u.a.
"
Menschen,
die
sexualisierte
Gewalt
erfahren
haben,
verfügen
über
ein
breites Wissen, zum Beispiel über Täterstrategien,
sexualisierte Gewalt begünstigende
gesamtgesellschaftliche und institutionelle Strukturen,
beeinträchtigende Auswirkungen und Möglichkeiten
der Bearbeitung. Dieses Wissen muss in die Arbeit gegen
sexualisierte Gewalt einfließen."
Quelle: aus
unserer sicht
27.9.2010 Die
Gründerin der Josefsschwestern, eines
australischen Ordens, Mary MacKillop, soll im Oktober
2010 heilig gesprochen werden. 1871 wurde sie aus
"Rache" für ihre Anzeige gegen Pater Keatin,
einen pädophilen Priester, exkommuniziert.
Quelle: kath.web
25.9.2010 Dortmund
—
Zahlreiche
Opfer
sexuellen
Missbrauchs
haben
sich
seit
dem
Start
der
Kampagne
"Sprechen
hilft"
innerhalb
weniger
Tage
bei
der
Missbrauchsbeauftragten
Christine Bergmann gemeldet. Insgesamt gingen seit dem
Kampagnenstart am Dienstag etwa 1100 Anrufe und Briefe ein,
wie die "Ruhr-Nachrichten" unter Berufung auf die
Geschäftsstelle der Missbrauchsbeauftragten berichten.
Von der Einrichtung der Geschäftsstelle im vergangenen
April bis zum Dienstag meldeten sich demnach 2500 Betroffene
schriftlich oder telefonisch.
Quelle: google.com
25.9.2010 Seit
der Abschlussbericht der Adriaenssenskommission vorliegt,
sind über 50 neue Klagen über sexuellen
Missbrauch eingereicht worden. Genannt werden als
Schauplätze der Verbrechen die Abteischule von Zevenkerken bei
Brügge und das "Klein Seminar" in Hoogstraten in der
Provinz Antwerpen. Der beschuldigte Geistliche hat jetzt
Hausverbot im "Klein Seminar" erhalten.
Quelle: bfr
25.9.2010 Ein
gehörloses Opfer, Terry Kohut, erzählt.
Quelle: religion.blog
25.9.2010 Das
Schweigen brechen: TV.Spot.
25.9.2010 Die
katholische Kirche will die Opfer sexuellen Missbrauchs
individuell entschädigen.
Quelle: Spiegel
Die Bischofskonferenz weist die Darstellung des Spiegel
zurück. Quelle: kath.web
In
Österreich ist inzwischen von 500 bekannten Opfern von
Priestern und Ordensleuten die Rede. Die von Kardinal
Schönborn ins Leben gerufene Klasnic-Kommission hat ein
Schmerzensgeld-Modell vorgestellt. Es orientiert sich an der
gängigen österreichischen Rechtssprechung bei
Missbrauchsfällen. "Leichtere Fälle" des
Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro.
Für mehrfache Übergriffe über eine
längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden
Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung)
sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten
Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit
Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind
auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft
extreme und besonders brutale Fälle. Hier gibt es keine
finanzielle Obergrenze.
Quelle: kurier.at
23.9.2010 Michael
Katsch, der Sprecher des Eckigen Tisches, im Interiew.
Quelle: ZDF-Mediathek
23.9.2010 Pressemitteilung
von Erzbischof Zollitsch anlässlich der
Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Dort
heißt es u.a.: "Wir haben während der
Vollversammlung ein Modell erörtert, das aus mehreren
Teilen besteht. Seine grundlegende Idee ist es, Opfer dabei
zu unterstützen, ihr Opferschicksal zu überwinden
und neue Stärke zu gewinnen. Dieses Modell muss noch
weiterentwickelt werden."
Kommentar: Dieser
Satz
zeugt
von
einer
großen
Respektlosigkeit
gegenüber
Opfern
von
Menschengewalt.
Er
suggeriert,
dass
Opfer
sich
freiwillig
an
ihrem
Opferschicksal
festhalten.
Er
unterstellt, dass Opfer bislang kein Interesse daran hatten,
mit den Folgen der Traumatisierung durch Menschengewalt
zurechtzukommen. Er übersieht jene Menschen, die nichts
mehr "überwinden" können, weil sie sich umgebracht
haben. Und er signalisiert, dass Kirche die bevorzugte
Institution sein will, die Opfern helfen will. Und ganz
nebenbei hat diese Position noch den Vorteil, die Opfer
unsichtbar machen - dann kann ja alles nicht so schlimm sein
mit der sexualisierten Gewalt, wenn die Folgen der Gewalt
mir nichts dir nichts zum Verschwinden gebracht werden
können. Die Realität von Opfern
sieht nach meiner Erfahrung anders aus.
Hier hätte ich mir aufmerksames und demütiges
Zuhören der Bischofskonferenz gewünscht, um die
Realitäten von Opfern überhaupt erst einmal
kennenzulernen. Wäre das schon geschehen, dann
könnte ein solcher Text nicht in einer Pressemitteilung
des Vorsitzenden der Bischofskonferenz stehen.
Erika Kerstner
23.9.2010
Karin Prummer kommentiert in der
Süddeutschen die Ergebnisse der Bischofskonferenz. Sie
sagt, es fehle der nächste Schritt nach dem
Einräumen von Fehlern, nämlich die
Entschädigung der Opfer. Damit verspiele die Kirche
eine Chance, die so schnell nicht wieder komme.
Quelle: Süddeutsche
22.9.2010 In
Spanien ermittelt die Polizei gegen einen katholischen
Priester aus Valencia (Kreis Ribera Alta). Es soll sich um
einen 39-jährigen Geistlichen handeln, der zwei Jungen,
13 und 14 Jahre alt, sexuell missbraucht haben soll. Der
Erzbischof von Valencia suspendierte den Priester und teilte
in einer Presseerklärung sein Bedauern mit.
Quelle: comprendes.de
22.10.2010 "Wir haben Opfern zu wenig zugehört,
Fehler falsch beurteilt und unser Handeln, wie andere
auch, oft zu sehr darauf ausgerichtet, dass das Ansehen
der eigenen Institution, der Kirche, bewahrt bleibe." Umso
wichtiger sei nun ein Dialog über den künftigen
Kurs der Kirche. An dessen Spitze müssten die
Bischöfe stehen. "Der neue Aufbruch, den wir suchen,
beginnt bei uns selbst!" Das sagte Erzbischof Zollitsch zu
Beginn der Herbstkonferenz der kath. Bischöfe
Deutschlands.
Quelle: katholisch.de
Kommentar:
Mit den "Fehlern", die falsch beurteilt wurden, meint der
Vorsitzende der Bischofskonferenz vermutlich Verbrechen an
Kindern und Jugendlichen.
21.9.2010 Eine
Pastorin, als Kind vom Vater und einem katholischen
Priester, missbraucht, fordert von der Nordelbischen Kirche
rückhaltlose Aufklärung im Ahrensburger
Missbrauchsgeschehen und stellt ihre Kenntnisse aus
Opfersicht zur Verfügung.
Quelle: Abendblatt
19.9.2010 Nun
sollten die Kirchenführer ihre Erfahrungen mit dem
Ausmaß und den Folgen von Kindesmissbrauch auch in
außerkirchlichen Gesellschaftsbereichen einbringen. Es
gebe keinen besseren Weg zur „Wiedergutmachung dieser
Sünden“, als „in demütiger Haltung des
Mitgefühls die Kinder zu erreichen, die anderswo weiter
Missbrauch erleiden“, sagte der Papst.
Quelle: Domradio
Kommentar:
Der Papst hat noch nicht realisiert, dass mit hoher
Sicherheit auch in der Kirche nach wie vor Kinder
missbraucht werden. Und ihm ist noch nicht klar, dass es
eine Wahrnehmungsdifferenz gibt: Die Kirchenleitung glaubt,
sie tue alles für die Opfer - viele Opfer sehen das
jedoch anders.
19.9.2010 Ehemalige Schüler
von Jesuitenschulen, die missbraucht wurden, fordern eine
Entschädigung von 82373 € pro "Fall". Jesuiten hatten
5000 Euro angeboten. Die Opfervereinigung "Eckiger Tisch"
will sich an die Bischofskonferenz wenden, weil der
Jesuitenorden nicht zahlen kann.
Quelle: Fuldaer
Zeitung
18.9.2010 Die
Ermittlungen gegen den ehemaligen belgischen Bischof Roger
Vangheluwe stehen vor dem Abschluss. In den Medien wird
berichtet, Vangheluwe habe nicht, wie von ihm
eingeräumt, einen, sondern zwei Neffen sexuell
missbraucht. Beide Fälle seien aber strafrechtlich
verjährt. Das zweite Opfer habe aus eigenem Willen
weder die Staatsanwaltschaft noch die unabhängige
Untersuchungskommission informiert,. Es soll nun von der
Staatsanwaltschaft angehört werden. Der Vatikansprecher
bestätigte, dass im Vatikan Kirchenstrafen gegen
Vangheluwe geprüft werden - das brauche aber Zeit.
Quelle: Radio
Vatikan
18.9.2010 Von
Jesuitenpatres missbrauchte ehemalige Schüler haben das
Angebot eines Schmerzensgeldes in Höhe von 5.000 Euro
zurückgewiesen. 'Wir wollen nicht nur eine symbolische,
sondern eine tatsächliche angemessene Genugtuung
für das, was uns vor Jahrzehnten angetan worden ist',
sagte Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches. Der Eckige
Tisch spricht von einem "Täterschutzprogramm" und
fordert 82 373 Euro. Siese Summe ist die durchschnittliche
Entschädigungssumme für Schäden der Seele,
die in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich
durch Gerichte festgesetzt wurden.
Quelle: ad-hoc-news
18.9.2010
Investigativer Journalismus - heilsam für Politik und
Kirche
Quelle: Stuttgarter
Zeitung
18.9.2010 Papst Benedikt XVI. hat in
London sein „tiefes Bedauern“ gegenüber den Opfern
sexuellen Missbrauchs durch Kleriker zum Ausdruck
gebracht. Er empfinde „Beschämung und
Demütigung“ angesichts dieser „unbeschreiblichen
Verbrechen“, sagte das 83-jährige Kirchenoberhaupt am
Samstag bei einer Pontifikalmesse in Westminster
Cathedral. Die Folgen des Skandals sollten als „Strafe zur
Heilung der Opfer, zur Läuterung der Kirche und zur
Erneuerung ihres uralten Engagements in der Erziehung und
Sorge um junge Menschen beitragen“. Für
die Opfer hoffe er, „dass die Kraft der Gnade Christi, sein
Versöhnungsopfer, ihrem Leben eine tiefgreifende
Heilung und Frieden bringen möge“. Zugleich betonte der
Papst, ihr Leiden sei durch „die Sünden einer geringen
Anzahl von Priestern“ verursacht.
Quelle: abendblatt.de
Vertreter der Missbrauchsopfer
äußerten sich trotz der deutlichen Worte des
83-jährigen Kirchenoberhaupts unzufrieden. Die
Äußerungen Benedikt seien "Public Relations aber
nicht Buße". Der Papst habe konkretes Handeln gegen
pädophile Geistliche unterlassen.
Quelle: reuters.com
Kommentar: Die
Mär von den Einzelfällen hält sich
hartnäckig. Allein in Rom sollen 3000
"Einzelfälle" vorliegen. Eine Überschlagsrechnung
für Deutschland kommt auf 487 Täter - Priester und
Ordensleute. Alles Einzelfälle.
17.9.2010 "Fakt
ist jedenfalls, dass eine beschuldigte Organisation den
Mißbrauchsopfern ein konkretes Zahlungsangebot
vorgelegt hat; für die ehemaligen Heimkinder steht das
noch aus. Die ehemaligen Heimkinder werden also nicht nur
zweitklassig behandelt, indem für sie die Hotline der
katholischen Kirche kostenpflichtig ist (im Gegensatz zu den
Mißbrauchsopfern), sondern ihnen macht man auch kein
konkretes Entschädigungsangebot, verweist vielmehr auf
die lange Bank des Runden Tisches."
Quelle: Blog
von Dierk Schäfer
16.9.2010 In
Luxemburg haben sich 138 Missbrauchsopfer von Kirchenleuten
gemeldet.
Quelle: wort.lu
16.9.2010 Die
Enthüllungen hätten ihn schockiert und sehr
betroffen gemacht, sagte Papst Benedikt am Donnerstag
Journalisten an Bord des Flugzeugs, mit dem er nach
Schottland flog. "Und es ist sehr traurig, dass die
Autorität der Kirche nicht genügend wachsam war
und nicht schnell und entschieden genug die notwendigen
Maßnahmen ergriff", fuhr er fort.
Quelle: reuters.de
Kommentar:
Damit dürfte er recht haben: Nicht die Taten
schockierten den Papst, sondern die Enthüllungen. Denn
die Taten kannte er als langjähriger Vorsitzender der
Glaubenskongration ja. Dass er über die Autorität
der Kirche - in diesem Fall über sich selbst - traurig
ist, ist angemessen. Traditionell gehört bei den
Katholiken zur Reue auch die Änderung des Verhaltens
und die Wiedergutmachung. Da ist noch einiges zu
tun...
16.9.2010 Die
Orden in Deutschland wollen die bischöflichen
Leitlinien vollumfänglich übernehmen.
Quelle: kath.web
15.9.2010 In
Österreich trat das Kuratorium der Opferschutz-Stiftung
zusammen. Sie berieten über
Entschädigungszahlungen an die bislang 433 Opfer.
Summen wollten sie nicht nennen. Der Vorsitzende von Wir
sind Kirche-Austria, Hurka, rechnet im Schnitt mit 20.000
Euro Schmerzensgeld und pro Betroffenen eine
zweijährige Therapie.
Quelle: kurier.at
15.9.2010 Die
Priester der irischen Diözese Ferns sollen
jährlich 1.000 Euro für die Entschädigung
kirchlicher Missbrauchsopfer zahlen. Damit soll ein Teil der
Schadenersatzforderungen über eine Million Euro
beglichen werden. 8,1 Millionen Euro wurden bislang an 60
Missbrauchsopfer von 20 Priestern gezahlt.
Quelle: kath.web
15.9.2010 Die
Jesuiten haben beschlossen, MIssbrauchsopfer von Jesuiten
finanziell zu entschädigen. Von einer Pauschale
über 5.000 € ist die Rede. Eine unabhängige
Kommission solle klären, wer Anspruch auf das Geld
habe. Für die Zahlungen sollen weder Spendenmittel
verwendet noch Geld aus Projekten abgezogen werden, sagte
Kiechle, "wir werden unseren Lebensstil
einschränken müssen". Einige Bischöfe
seien verärgert über das Vorpreschen der Jesuiten.
Opfersprecher weisen darauf hin, dass eine Summe von 5000
Euro aber "in keiner Weise angemessen". sei Man sei
"solidarisch mit der Vereinigung der Heimkinder am runden
Tisch". Die Heimkinder fordern gestaffelte Zahlungen
zwischen 20.000 und 120.000 Euro oder eine pauschalierte
Zahlung von 54.000 Euro. Die Summe sei nicht
übertrieben, sagte Katsch: "Der Durchschnitt der in
Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren
gerichtlich verhängten Schmerzensgelder für
psychische Beschädigungen beträgt 82.000 Euro, wir
bleiben deutlich darunter."
Quelle: Süddeutsche
Presseerklärung
des Eckigen Tisches
15.9.2010 Die DAK
ist inzwischen von ihrer Darstellung abgerückt: Sie
spricht nicht mehr von erweiterten Doktorspielen in einer
Kinderklinik auf Sylt. Ob ein Doktorspiel oder Missbrauch
vorliegt, wird die Staatsanwaltschaft klären. Da die 13
beteiligten Kinder strafunmündig sind, wird es nicht um
strafrechtliche Bewertung gehen. Die Frage jedoch, warum die
Betreuer nichts von den Ereignissen mitbekommen haben, wird
zu klären sein.
Quelle: Spiegel
14.9.2010 Einer
der in Darmstadt wegen Kindesmissbrauch (auch von
Säuglingen), Konsum und Verbreitung von
Kinderpornografie Angeklagten sagte, er habe schon immer
"Freude am Umgang mit Kindern" gehabt. Der gleiche
Angeklagte oder einer seiner Mitangeklagten sagte, Frauen
und Kinder hätten ihn schon immer leicht um den Finger
wickeln können. Ein Angeklagter aus
Wald-Michelbach/Odenwalt meinte zu einer heute
19-Jährigen, die er als 6-Jährige missbraucht
hatte: "Erst durch die Lektüre ihrer Aussage habe ich
erkannt, dass
es nicht genügt, gewaltfrei durchs Leben zu
gehen, sondern dass man auch die Seelenlage eines Kindes
berücksichtigen muss."
Quelle: tagesspiegel
Wir
lernen: Sexueller Missbrauch von Kindern und
Säuglingen hat etwas mit der Freude am Umgang mit
Kindern zu tun und es sind die Frauen und Kindern, die den
Mann um den Finger wickeln - es also darauf anlegen,
missbraucht zu werden. Und schließlich erfahren wir,
dass sexueller Missbrauch eines 6-jährigen
Mädchens ein "gewaltfreies" Handeln ist - der
Missbrauchstäter hat nur vergessen, die Seelenlage
eines Kindes zu berücksichtigen.
14.9.2010 Der
"Eckige Tisch" hat den Vatikan zu mehr Aufklärung von
sexuellem Missbrauch in katholischen Einrichtungen
aufgerufen. In dem Schreiben berichtet die Initiative der
von Jesuiten Missbrauchten von dem früheren Pater
Wolfgang S., SJ, der in den 70er und 80 er Jahren an
ORdensschulen in Berlin, Hamburg, Sankt Blasien Schüler
missbraucht hat. 1991 hat er im Kontext seines Antrages auf
Laisierung dem Papst gegenüber ein umfangreiches
Geständnig abgelegt. Er räumte den Missbrauch von
über 100 Kindern und Jugendlichen ein. Der „Eckige
Tisch“ fordert nun Auskunft darüber, wer Anfang der
90er Jahre über die Laisierung von Wolfgang S.
entschieden habe und wie darüber mit den Jesuiten
kommuniziert worden sei. Zudem stelle sich die Frage, warum
die Kirche auf das Geständnis nicht mit einer Strafe
reagiert habe, so die Initiative.
Quelle:
Radio
Vatikan und der BEitrag eines Opfers zur Frage: "Wie
viel ist genug?"
Derweil berichtet Radio
Vatikan, der Papst sei erschüttert über
das Ausmaß des Missbrauchs von Kindern durch
Priester in Belgien
13.9.2010 Hans
Hermann Brunkhorst berichtet über seine Erfahrungen.
Ein Fazit: "Ich denke, dass Gott nur von Menschen erfunden
wurde, um andere zu unterjochen, ihnen Angst und ein
schlechtes Gewissen zu machen. Wenn es einen Gott wirklich
gibt, muss er sehr böse sein. Wie sonst könnte er
so etwas zulassen? Wenn ich die salbungsvollen Worte der
Priester, Pastoren, Bischöfe und des Papstes über
die Güte Gottes höre, wird mir nur noch schlecht."
Hans Georg van Herste, der diese Geschichte vorstellte,
berichtet von seinen Erfahrungen: "Ich bot diese Geschichte
mehreren Medien an, die anfangs großes Interesse
zeigten. Als nichts geschah und ich nachhakte, wurde mir von
einem Mitarbeiter eines Radiosenders erklärt, das Thema
Missbrauch sei für ihn abgedroschen und deshalb
würde er nichts bringen. Ein Zeitungsredakteur
erklärte mir, er wolle die Geschichte unbedingt
bringen, es würden aber noch Beweise fehlen.
Quelle: pressemitteilung.ws
Kommentar:
Die öffentliche Aufmerksamkeit ist vorbei, das
Interesse erlahmt, das Thema ist durch - nur die Opfer, die
können nicht vergessen, weil sie täglich mit den
Folgen konfrontiert sind.
13.9.2010
Gravuren, die ein Leben lang bleiben - ein Missbrauchsopfer
erzählt. Der missbrauchende Pater ist verstorben, der
Orden hat sich formal entschuldigt – mehr nicht. Keine
Zeugenbefragung und keine Nachforschung, ob es noch andere
Missbrauchsopfer gibt. Das Opfer sagt: "Für die
Kirche kann ich nur sagen, sie sind nicht gut beraten mit
dieser Art von Aufklärung wie ich sie gerade erlebe.
Ich rate der katholischen Kirche dringend, ganz intensiv
eine Aufklärungsarbeit in voller Öffentlichkeit zu
machen. Die heutigen Ordensleitungen haben diese Fehler ja
nicht begangen. Sie begehen jetzt weitere Fehler, in dem sie
vertuschen und nicht aufklären. Aber hier hilft
wirklich ein offenes, geradliniges Angehen dieser Fälle
und den Opfern vielfältige Hilfe anzubieten."
Quelle: Dorothea
Brummerloh
13.9.2010 Die
belgischen Bischöfe wollen ein Zentrum zur Heilung,
Rehabilitation und Versöhnung von Opfern von Missbrauch
durch Mitarbeiter der Kirche eröffnen. Sie
seien entschlossen, die richtigen
Lektionen aus den furchtbaren Ereignissen der letzten Monate
zu ziehen, wird gesagt. So wolle man in Zukunft alle neuen
Initiativen nur mit den Opfern selbst planen.
Quelle: Radio
Vatikan
Die Vereinigung "Menschenrechte in der Kirche", Sprecherin:
Lieve Halsberghe, kritisierte die mangelnde
Unabhängigkeit der geplanten Einrichtung. Halsberghe
sagte, es könne kein solches Zentrum «über
Verbrechen in einer Institution geben, das von dieser
Institution selbst kontrolliert wird."
Quelle: zuonline
Der zuständige Bischof Leonard
erneuerte seinen Aufruf an Missbrauchs-Täter unter den
Geistlichen, sich bei den kirchlichen Verantwortlichen zu
melden. Sein entsprechender Appell von Ende April sei noch
nicht wirklich erhört worden, so der Erzbischof. Ein
Missbrauchsopfer sagte, die Kirche als Institution der
Täter müsse sich völlig aus den Ermittlungen
zurückziehen.
Quelle: kath.web
Domradio berichtet: Abzuwarten bleibt, ob es
mit der Initiative der Bischöfe gelingt, die
Bedürfnisse der Opfer nach Würde, Anerkennung und
Wiedergutmachung tatsächlich wieder in den Mittelpunkt
zu stellen. Sie kamen zuletzt in der Debatte in Belgien oft
kaum noch vor.
Quelle: Domradio
13.9.2010
Die Kirche in Belgien will sich der Opfer annehmen und gibt
zu, Mitschuld an den Missbrauchsfällen zu haben.
Quelle: Der
standard
13.9.2010 In
Niedersachsen darf ein Lehrer weiter unterrichten, nachdem
er eine 15jährige Schülerin dreimal missbraucht
hatte. Er zahlte eine Geldstrafe und stellte einen Antrag
auf Rückstufung um 2 Besoldungsgruppen. Das war's. Ob
die neue Schule, an die er sich versetzen ließ,
informiert ist, konnte das Minsiterium nicht sagen. Es sei
davon ausgegangen, dass die Geldstrafe und die
Besoldungsrückstufung ausreichten, um davon
ausgehen zu können, dass der Lehrer keine weiteren
Übergriffen begehen werde.
Quelle: westdeutsche
zeitung
12.9.2010 Die
Kirche entlässt eine Erzieherin, weil sie vor 23 Jahren
einen geschiedenen Mann geheiratet hat . "Missbrauch
verjährt, Scheidung aber nicht!", kommentieren -
ganz richtig - die Erzieherin und ihr Mann.
Quelle: der
westen
Kommentar:
Das ist ein respektloser Umgang der Kirche mit
einem Menschen.
12.9.2010
Bärbel Bohley ist tot.
Quelle: Die
Zeit
11.9.2010 Pater
G. Beschuldigter Benediktinermönch hat sein
Geständnis widerrufen. Der
Verteidiger will eine Begutachtung mehrerer Zeugen durch
einen namhaften deutschen Aussagepsychologen fordern. Die
Zeugen sollen erneut vrnommen werden. Der Anwalt vermutet,
dass die Art der Vernehmung "hypothesengeleitet" gewesen
sei, die ermittelnden Beamten unter Druck gestanden haben
und den Beschuldigten negativ stereotypisiert hätten.
Der
Hauptbelastungszeuge sagte, er sei nicht sexuell missbraucht
worden noch habe er je eine Aussage über 100 andere
Opfer gemacht, wie die Akten aussagen.
Quelle: focus.de
10.9.2010 "Wer
tiefe Reue zeigt, der kann auch klare Worte finden." - Das
sagt David Winands und er hat Recht.
Quelle: jetzt.de
10.9.2010 Im
Bistum Aachen stehen 24 Priester unter dem Verdacht, Kinder
und Jugendliche zwischen 1945 und 2010 missbraucht zu haben.
8 der Täter leben noch. 3 mutmaßliche Täter
sind wegen Verbrechen zwischen 1990 und heute
kirchenrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden. 7
Täter wurden strafrechtlich verurteilt, ein Verfahren
ist noch anhängig, ein Fall wurde strafrechtlich nicht
geahndet, weil keine Anzeige vorlag. Bei 15 Tätern
waren die Verbrechen strafrechtlich verjährt.
Quelle: Domradio
10.9.2010 Die
belgische Missbrauchskommission der Kirche stellte heute
ihren Bericht vor. Er ist im
Internet einsehbar. Es ist von 475 Fällen
sexuellen Missbrauchs zwischen 1960 und heute die Rede.
Opfer waren meist Jungen im Alter von 12 Jahren, aber auch 2
Jahre alte Jungen waren betroffen. Mindestens 13
Missbrauchsopfer haben sich das Leben genommen; 6 haben
versucht, sich umzubringen. Die Kommission zeigte sich
schockiert, dass die Eltern der Opfer häufig Kenntnis
vom Missbrauch hatten, sich jedoch für den Schutz des
Täters - nicht zuletzt, weil der Herr Pfarrer ein
"Freund des Hauses" war - entschieden.
Der Skandal könne noch weit dramatischere Ausmasse
haben als bislang bekannt, sagte der Leiter der Kommission,
Adreanssen. Mehrere befragte Priester, die von einzelnen
Zeugen belastet worden seien, hätten Listen von 10, 15
bis 20 Internatsschülern vorgelegt, die sie missbraucht
hätten.
Quelle: der
standard
Quelle: bfr
s. auch fr-online vom
13.4.2010
Quelle: drs.ch
9.9.2010 Die
Hausdurchsuchungen in kirchlichen Einrichtungen Belgiens
waren nicht rechtens. Die Missbrauchskommission trat
zurück, weil die Justiz die den Opfern zugesicherte
Vertraulichkeit gebrochen habe. Am kommenden Freitag will
sie ihren Abschlussbericht vorstellen.
Quelle: Radio
Vatikan
9.9.2010 Das
Bistum Augsburg hat einen Schlussbericht über
Missbauchsfälle zwischen 1946 und 2003 vorgelegt. Von
März bis August gaben 80 Personen Hinweise auf
Misshandlungs-und Missbrauchsfälle. 34 Hinweise
bezögen sich auf Angehörige der Diözese
Augsburg. Unter den 34 Opfern waren 30 Jungen und 4
Mädchen, zur Tatzeit meistens 10-14 Jahre alt. Das
jüngste Opfer war 8 Jahre alt. Die körperlichen
Misshandlungen waren schwerwiegend und auch zur damaligen
Zeit nicht vom Züchtigungsrecht gedeckt.Sie fanden
überwiegend in Schulen statt. In 22 Fällen
ging es um sexuellen Missbrauch. Die Übergriffe
hätten oft im Elternhaus stattgefunden. 20 der
Beschuldigten sind tot, gegen 6 wird ermittelt. Sie wurden
von seelsorglichen Aufgaben entbunden. Den
Opfern
habe die Diözese Hilfe angeboten und für
therapeutische Behandlungen bis jetzt 50.000 Euro
zugesichert.
Quelle: Mittelbayerische
und Augsburger
Allgemeine
Der
Begriff:
"Schlussbericht"
suggeriert, dass es seit 2003 keine sexualisierte und
körperliche Gewalt in der Kirche mehr gebe und auch in
Zukunft nicht mehr geben werde. Das dürfte leider eine
Fehleinschätzung sein.
8.9.2010 "Aufbruch oder
Abschottung – welche Lehren zieht die katholische Kirche
aus dem Missbrauchsskandal" – so lautet das Thema einer
Gesprächsrunde, die das DeutschlandRadio im Rahmen
seiner Sendereihe "Länderzeit" am Mittwoch, 15.
September 2010, 10:10 Uhr bis 11:30, ausstrahlt. Die
Sendung kommt live aus dem Tagungshaus der Akademie der
Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim.
Quelle: Bistum
Rottenburg-Stuttgart
8.9.2010 Wie
viel Buße darf's denn sein? - fragt Rudolf Jekel
im Vorfeld der "Genugtuungszahlungen" die Jesuiten und
Eckiger Tisch im September diskutieren wollen.
8.9.2010
Insgesamt gab es im Bistum Aachen in der Zeit von 1953 bis
2000 sieben Fälle mit strafrechtlicher Verurteilung von
Priestern. Eom Ermittlungsverfahren wurde mit der
Auflage einer Zahlung von 2.000 Euro durch den Beschuldigten
eingestellt. Fünf der verurteilten Priester waren nach
Verbüßung ihrer Strafe unter strengen Auflagen
wieder im kirchlichen Dienst tätig, davon zwei als
Pfarrer tätig, drei von ihnen sind zwischenzeitlich
verstorben. Nach den aktuell geltenden diözesanen
Bestimmungen würden sie heute keinen neuen
kirchlichen Auftrag erhalten.
Quelle: Bistum
Aachen
8.9.2010
In Hessen stehen sechs mutmaßliche
Drahtzieher eines Kinderporno-Rings vor Gericht. Sie sollen
im Internet mit perfiden Methoden 100.000 Dateien
ausgetauscht haben. Die Opfer: Säuglinge und Kinder.
Die Staatsanwaltschaft geht von 500 Nutzern aus, etwa 140
von ihnen wurden ermittelt.
Quelle: Süddeutsche
und Spiegel
8.9.2010
Ein Schweizer katholischer Priester soll 2001 eine
drogenabhängige Frau unter Ausnützung einer
Notlage beim Massieren missbraucht haben. Die Taten
sollen in Neuenburg begangen worden sein. Bereits
früher wurde ein Verfahren wegen ähnlicher
Handlungen im Kanton Freiburg wegen Verjährung
eingestellt.
Quelle: Radio
Vatikan
7.9.2010
Im Erzbistum Hamburg haben sich 2002 und 2004 vier
Frauen und ein Mann gemeldet und Vorwürfe gegen
einen Priester erhoben, der sie in den 1970er Jahren und
frühen 1980er Jahren missbraucht haben soll.
Schauplätze seien Lingen in Niedersachsen und
Bremen gewesen. Vorwürfe aus den letzten
Arbeitsorten, Rendsburg und Nortorf, seien nicht
bekannt. Anfangs habe die Kirche die "Sache intern
geregelt". Erst 2010 wurde die Staatsanwaltschaft in
Bremen und Osnabrück eingeschaltet. Der heute
67-jährige mutmaßliche Täter sei 2010 in
den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Im Jahr 2002
- nach den ersten Vorwürfen - habe der
mutmaßliche Täter eine Therapie auferlegt
bekommen; Jugendarbeit sei ihm nur noch im Team erlaubt
worden.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat
die Verfahren wegen Verjährung eingestellt, ohne die
Vorwürfe zu prüfen. Die Bremer Staatsanwaltschaft
ermittelt noch, ob die mutmaßlichen Taten
verjährt sind.
Quelle: kn-online
Im Erzbistum Hamburg haben sich etliche MEnschen
gemeldet und Vorwürfe gegen Pfarrer und andere
kirchliche Mitarbeiter erhoben. Die Staatsanwaltschaft
ermittelt zu Missbrauchsfällen im
Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloe, im
Benediktiner-Kloster Nütschau (beide Kreis Stormarn)
sowie im Schullandheim Neu-Börnsen (Kreis Herzogtum
Lauenburg).
Quelle: ndr
7.9.2010
Kardinal
Danneels
bedauert, dass er im Missbrauchsfall von
Bischof Vangheluwe nicht dessen
Abberufung verfügt habe, sondern das Opfer bat, dem
Täter zu vergeben und bis zu dessen Pensionierung
Stillschweigen zu halten.
Quelle: n-tv
7.9.2010
Die Klasnic-Kommission hat zwei weitere Anzeigen gegen
kirchliche Einrichtungen eingebracht. Vermutlich
betreffen sie Einrichtungen in Oberösterreich und
Tirol. Zum einen handle es sich um das 1990 geschlossene
Caritas-Heim in Gleink/Steyr und ein Jungeninternat des
seraphischen Liebeswerks der Kapuziner in Fügen.
Die mutmaßlich betroffenen EInrichtungen
bestätigten die Angaben nicht. In einem Fall gehe
es um den Vorwurf der Gewalt, im anderen Fall um Gewalt
und sexualisierte Gewalt. An die 50 potenzielle Opfer
seien vermutlich betroffen. Eines der Delikte
könnte noch nicht ganz 20 Jahre her sein.
Gemeldet haben sich bei der
Opferanwaltschaft der katholischen Kirche mittlerweile 433
Betroffene, seit Juni seien das 130 mehr. Dabei würde
sich die Schwere der berichteten Fälle steigern,
berichtete Klasnic und rief Opfer abermals dazu auf, sich
schnell zu melden.
Quelle: Der
Standard
Die österreichischen Entschädigungen sind
festgelegt: "Leichtere" Fälle des
Missbrauchs (keine Vergewaltigung) erhalten 5000 Euro.
Für mehrfache Übergriffe über eine
längere Zeit oder eine geringe Zahl an schwerwiegenden
Übergriffen unter Gewalteinwirkung (Vergewaltigung)
sind 15.000 Euro vorgesehen. Bis zu 25.000 Euro erhalten
Betroffene, die über mehrere Jahre Missbrauch mit
Verletzungsfolgen ausgesetzt waren. Darin inkludiert sind
auch seelische Schmerzen. Die vierte Kategorie betrifft
besonders extreme und brutale Fälle. Hier ist gar keine
finanzielle Obergrenze gesetzt.
Quelle: kurier.at
5.9.2010
Nach Angaben des "Eckigen Tisches"
gibt es einen Aufruf von Christine Bergmann, sich mit
Berichten, Sichtweisen und Forderungen an die
Beauftragte der Bundesregierung zu wenden. Der Runde
Tisch wolle sich ein Bild von den verschiedenen
Betroffenengruppierungen, ihren WÜnschen und
Forderungen verschaffen. Es wird darauf hingewiesen,
dass der Runde Tisch möglicherweise Ende September
2010 letztmalig tage.
4.9.2010
Noch im September
wird es ein Gespräch zwischen den Jesuiten und
Mitgliedern des "Eckigen Tisches" geben. Voraussichtlich
wird auch über Entschädigungszahlungen
gesprochen.
Quelle: ad
hoc news
4.9.2010
In
Portugal wurde das Urteil gegen die
Missbrauchstäter der Casa Pia, Lissabon,
gesprochen. Opfer waren 32 mittellose,
taubstumme oder verwaiste Kinder und Jugendliche. Der
als einziger Geständige, der Hausmeister, erhielt
18 Jahre Haft. Die anderen Strafen für die 5
der 6 übrigen Täter lagen zwischen knapp 6 und
den genannten 18 Jahren. Das Verfahren dauerte 6 Jahre,
920 Zeugen wurden gehört. Einige der Opfer
versuchten, sich in diesen Jahren das Leben zu nehmen.
Quelle: Spiegel
3.9.2010 Gegen
einen Jugendbetreuer der evangelischen Kirche
liegen zwei ANzeigen wegen sexuellen Missbrauchs vor.
Mutmaßliche Opfer sind 2 Mädchen der
Jugendgruppe, eine davon 13 Jahre alt.
Quelle: welt.de
2.9.2010
Morgen
wird in Portugal ein jahrelang erwartetes Urteil
gesprochen. 32 Kinder und Jugendliche wurden in dem
staatlichen Kinderheim Casa Pia, Lissabon, jahrelang
missbraucht. Das scheint unstrittig zu sein. Täter
sind der ehemalige Heimangestellte Carlos Silvino und
sechs weitere Angeklagte. Zu ihnen gehört der in
Portugal bekannte Showmaster Carlos Cruz, ein
prominenter Arzt und ein ehemaliger Botschafter.
Solange 2002 nur der Angestellte angeklagt war, war die
Öffentlichkeit entrüstet und um die Opfer
besorgt. Als prominente Tatverdächtige bekannt
wurden, wurden aus den Opfern die Bösen, deren
Aussagen kein Glauben geschenkt werden darf.
Die prominenten Angeklagten beschäftigten die die
teuersten Anwälte. Deren Strategie war, die Opfer
als Lügner hinzustellen und durch EIngaben und
Anträge den Prozess zu verschleppen. Der
Pozessbeobachter Pedro Namora, Rechtsanwalt,
Prozessbeobachter und selbst Opfer im Kinderheim Casa
Pia, geht davon aus, dass nach dem Schulerweis der
Angeklagten die Verteidigung auf Verjährung
setzen wird. (Das ist ein auch in Deutschland
bekanntes übliches Mittel, Sexualstraftäter
ungestraft zu lassen.)
Quelle: Deutschlandradio
Quelle: Spiegel
3.9.2010
2.9.2010
Britta
Baas, Publik Forum, weist auf einige Schwachpunkte der
neuen Leitlinien gegen Missbauch der DBK hin.
Quelle: Publik
Forum
2.9.2010
Sühne muss weh tun, sagt Pater Mertes.
Quelle: Rheinischer
Merkur
1.9.2010
"Das neue Regelwerk ist nur
so gut, wie die Bereitschaft echt ist, Opferschutz vor
Täterschutz zu stellen." So urteilt Patrick
Schwarz über die neuen Leitlinien der
Bischofskonferenz- und dürfte damit Recht haben.
Quelle: Die
Zeit
1.9.2010
Der belgische Kardinal Danneels gerät nach der
Veröffentlichung einer protokollierten Aufnahme
eines Gespräches mit Bischof Vangheluwe,
dem Opfer und dessen Eltern weiter unter Druck,
meldet kath.press.
Kardinal
Daneels wehrt sich dagegen.
1.9.2010
Kommentar
von Matthias
Drobinski, Süddeutsche, zu den neuen
Leitlinien gegen Missbrauch in der kath. Kirche.
31.8.2010
Zu den bereits vor 2010 öffentlich
gemachten Fällen von Missbrauch im Bistum Magdeburg
sind 8 Beschuldigte neu hinzugekommen. 6 der
Beschuldigten waren oder sind Priester, 4 davon
verstorben. Die Vergehen der beiden noch lebenden Priester
sind nach staatlichem und kirchl. Recht aufgearbeitet, 2
Beschuldigungen richten sich gegen Personen, die nicht
Priester sind. Diese Fälle werden derzeit durch die
Staatsanwaltschaft bearbeitet. Abschließende
Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Bistum geht von
weiteren unbekannten Fällen aus.
Quelle: Bistum
Magdeburg
Quelle: pr-inside
31.8.2010
Der irische Kardinal Sean Brady will den Papst auf
seiner Englandreise begleiten. Der Vorsitzende der
Irischen Bischofskonferenz war zum Rücktritt
aufgefordert worden, weil er als Gemeindepriester
Mitte der 7oer Jahre an der Vertuschung eines
Missbrauchsfalls beteiligt gewesen sein soll.
Der Vorsitzende der Nationalen
Säkularen Gesellschaft, Terry Sanderson,
erklärte, die Ankündigung Bradys spiegele die
«Arroganz» wider, «die so vielen in der
Hierarchie der katholischen Kirche zu eigen» sei.
Sollte der Papst dem Kardinal erlauben, ihn zu begleiten,
käme dies einer «wortlosen Billigung»
seines Verhaltens gleich, so Sanderson.
Quelle: Liborius
31.8.2010
Die Leitlinien
der Bischofskonferenz - Stand 23.8.2010
Kommentar von Peter
Wensierski, Spiegel
Kommentar von "Wir
sind Kirche"
Kommentar von FR
Erster Kommentar:
- Im Birnauer Missbrauchsfall, in den
neben dem Orden der Zisterzienser von
Mehrerau/Österreich das Erzbistum Freiburg
involviert ist, ist laut BAZ
vom
20. Juli 2010 und BAZ
vom 21.7.2010 strittig, welche Verantwortung
das Erzbistum Freiburg trägt. Die bisherige
Regelung in den Leitlinien von 2002 lautete: "Die
Zuständigkeit
für
die
Prüfung
von
Fällen
sexuellen
Missbrauchs
Minderjähriger
durch
Ordensleute,
die
unter
Gestellung
in
bischöflichem
Auftrag
tätig
sind,
liegt
-
unbeschadet
der
Verantwortung
der
Ordensoberen
-
bei
der
Diözese.
In
anderen
Fällen
bieten
die
Diözesen
dem
Ordensoberen Unterstützung an." Die neuen
Leitlinien sehen vor, dass ein Diözesanbischof
die Ansprechperson für Verdachtsfälle auf
sexuellen Missbrauch durch Kleriker, Ordensangehörige
und andere MitarbeiterInnen im kirchl. Dienst
beauftragt. Der Diözesanbischof ist auch für
Ordensangehörige zuständig, die in
bischöflichem Auftrag tätig sind. Soweit die
Regelung. Im Birnauer Missbrauchsfall ist nun genau
dies umstritten: War der Täter (der vom Erzbistum
trotz seines Geständnisses nach wie vor als
'mutmaßlicher Täter' bezeichnet wird) in
bischöflichem Auftrag tätig - oder galt der
bischöfliche Auftrag nur dem Orden und nicht dem
einzelnen Ordensangehörigen? Mit
der neuen Regelung scheint auch in Zukunft eine
Zuständigkeitsrangelei zwischen Diözese und
Orden nicht zu vermeiden sein - auf Kosten des Opfers.
- Mir fehlen große Bereiche der
Prävention.
- Mir fehlt der gesamte Bereich der Postvention,
wie sie in der "Initiative GottesSuche" praktiziert
wird.
- Völlig undiskutiert ist die Frage nach
einer Entschädigung der Opfer. Natürlich
kann man wie Kardinal
Lehmann von der "Begehrlichkeit nach Geld"
sprechen und Opfern damit Geldgier unterstellen. Man
kann auch - zu Recht! - sagen, die Schäden
seien mit Geld nicht wieder gut zu machen. Das
stimmt. Sie sind unwiderruflich nicht mehr wieder gut
zu machen und die vielen Folgen von Traumatisierung
durch Menschengewalt sind wirklich nicht in Geld
aufzuwiegen. Dennoch muss es eine Form von Genugtuung
geben, die über eine der vielen billigen
Entschuldigungen der letzten Monate hinausgeht und die
zeigt, dass Täter und Vertuscher auf Opfer
zugehen wollen. Das wäre nur recht und billig.
Nur: Billig darf es für die Kirche nicht werden.
Das hat zwei Gründe:
- 1. Weil sie offensichtlich nur unter Schmerzen
lernt, evangeliumsgemäßer zu handeln - und
Geld abzugeben, tut ihr weh. Wenn eine Genugtuung ihr
nicht weh tut, wird sie nicht lernen, ehrlichen
Herzens auf Opfer zuzugehen. Das lehrt die
Vergangenheit.
- 2. Billig darf es nicht werden um der Opfer
willen, weil die in den meisten ihrer Lebensbereiche
lebenslänglich "draufzahlen". Es geht nicht um
Begehrlichkeit - es geht um ein Stückchen
Gerechtigkeit. Und die kann höchstens symbolisch
sein - aber sie sollte mindestens symbolisch sein.
- Mir fehlt der
Schutz der Opfer vor den Nachstellungen der Gemeinden,
in denen sie üblicherweise als Nestbeschmutzer
gelten und in denen man lieber den Täter
schützt und das Opfer beschuldigt - wie das nicht
nur in Uznach in
der Schweiz vor vielen Jahren geschah, sondern wie es
bis heute geschieht.
- Und last not
least wäre es nicht schlecht, wenn das
Schweigen
der Kirchen gegenüber den Opfern ein Ende fände -
es dauert schon viel zu lange und es hat sich kaum
etwas geändert daran seit Anfang 2010.
31.8.2010
"Die Sorge um Glaubwürdigkeitsverlust
kann eine Falle sein. Ich hege den Verdacht, dass da in
aller Stille die Aufpolierung der Institution im Zentrum
steht, der institutionell kirchliche Selbsterhalt - und
eben nicht das Evangelium, das befreit zu einem
wahrhaftigen Umgehen mit Opfern, Tätern und den
vielen Wegguckern. Nur wenn es uns wirklich um die Opfer
geht, werden wir am Ende vielleicht Glaubwürdigkeit
gewinnen. Sozusagen als Kollateralgewinn." Das sagt Klaus
Mertes, SJ.
Quelle: Südwestpresse
Kommentar: Ich
teile seine Einschätzung.
28.8.2010
In Elisabethenfehn, Bistum Münster, hat der
Kaplan Alwin B. zwischen 1957 und 1961 sechs Jungen
missbraucht. Zunächst hatten Eltern den Kaplan
konfrontiert, er leugnete. Daraufhin kam es zu einer
Anzeige. Der Priester wurde zu einer 3-jährigen
Haftstrafe verurteilt. Er verbüßte ein Jahr
der Strafe und wurde 1963 mit dreijähriger
Bewährungsauflage entlassen. Danach wohnte er im
Bistum Mainz. Weitere Straftaten wurden bis zu seinem
Tod 2002 nicht bekannt.
Quelle: General-Anzeiger
28.8.2010
Kardinal
Danneels,
Belgien, bedauert, dass er an einem Gespräch mit
einem missbrauchenden Kollegen und dem Opfer und der
Opferfamilie teilgenommen hat. Ein heimlicher
Tonbandmitschnitt dieses Gespräches belege die
Vertuschungsabsichten des früheren Vorsitzenden
der belgischen Bischofskonferenz, schreiben belgische
Zeitungen. Daneels bestreitet Vertuschungsabsichten.
Quelle: der
standard und stern.de
26.8.2010
Michael
Tfirst (tfirst@gmx.at),
Missbrauchsopfer aus Österreich, sucht weitere
Opfer des aus Deutschland stammenden Pallottiners und
Zirkuspaters Schönig.
mehr unter: news4press
25.8.2010
Nach Ansicht der beiden Vatikan-Journalisten Andrea
Tornielli und Paolo Rodari ist der Papst
systematischen Attacken internationaler Medien
ausgesetzt.
Quelle: Radio
Vatikan
25.8.2010
Großbritanniens katholische Kirche
soll zusammen mit Regierung und Polizei einen katholischen
Priester gedeckt haben, der 1972 an den Bombenattentaten
im nordirischen Claudy beteiligt war.
Quelle: Radio
Vatikan
25.8.2010
Pater
Mertes, Berlin, sorgt sich weniger um die
Glaubwürdigkeit der Kirche als um die Sorge um
die Glaubwürdigkeit der Kirche. Er macht die
Erfahrung: "In dem Moment, wo Offenheit
und Versöhnungswillen da sind, die Bereitschaft,
bittere Wahrheiten über sich selbst auch anzuerkennen
und Reaktionen daraus folgen zu lassen, Vertrauen
zurückgewonnen wird. Ich habe in den letzten Monaten
ganz viel Vertrauenszuwachs erlebt."
Quelle: Domradio
25.8.2010
Bei der niederländischen Missbrauchskommission
haben sich seit Mitte März etwa 900 Opfer
gemeldet.
An eine kirchliche Beratungsstelle wandten sich im
gleichen Zeitraum ca 1600 mutmaßliche Opfer.
Quelle: Domradio
und stern.de
24.8.2010
Ordensobere
und
Bischöfe beraten nach Aussagen des Sprechers der
Bischofskonferenz gemeinsam über eine finanzielle
Entschädigung von Missbrauchsopfern. Absprachen
gebe es noch nicht.
Der Sprecher der deutschen Jesuiten teilte mit, Ende
September werde ein Vorschlag zur Entschädigung
von Opfern vorliegen.
Die Ettaler Benediktinerabtei hat einen Fonds für
unmittelbare Hilfe eingerichtet. Über
Entschädigungszahlungen werde erst nach Abschluss
der Verhandlungen der DBK entschieden. Das
erklärten Abtei und der Verein Ettaler
Misshandlungs- und Missbrauchsopfer. Die
Gespräche zwischen Abtei und Opfern seien so
erfolgreich, dass sie ohne die Unterstützung von
Anwälten fortgeführt werden könnten.
Ziel sei, einen modifizierten
Täter-Opfer-Ausgleich zu erreichen.
Quelle: Radio
Vatikan
24.8.2010
Missbrauch:
Im Jahr des heiligen Geizes. Erst
rang die Kirche um Worte, jetzt ringt sie ums Geld.
Ein Kommentar.
Quelle: Die
Zeit
24.8.2010
Im
Bistum
Osnabrück
soll
ein
damals
in
Haren/Emsland
tätiger
katholischer
Geistlicher
ein
14-jähriges
Mädchen
vergewaltigt
haben.
Die
Vergewaltigung
ist
noch
nicht
verjährt,
der
drei
Jahre
andauernde
sexuelle
Missbrauch
jedoch.
Der
Geistliche
hat
die sexuellen Kontakte eingeräumt, schildert sie
jedoch als einvernehmlich. Gegen den Geistlichen gibt
es zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung.
Opfer soll eine damals 23-Jährige sein, die im
April und Mai 1995 mehrfach vergewaltigt wurde. Die
Ermittlungen in diesem Fall seien noch nicht
abgeschlossen und der Nachweis der Gewaltanwendung
schwierig.
Quelle: focus
und NDR
23.8.2010
Klaus
Mertes, SJ, äußert sich zur
Überarbeitung der Leitlinien zum Umgang mit den
Missbrauchsfällen. Korrekt benennt er das
Allerwichtigste: "Das
Allerwichtigste was wir tun müssen, ist dass wir uns
mit einer Frage auseinandersetzen, die über die
Richtlinienfrage hinausgeht: was müssen wir bei uns
reflektieren und bedenken, um uns zu öffnen für
die „Opfer unserer Pastoral“. Und er formuliert positiv:
"In dem Moment, wo die Menschen vor allem in der Kirche
aber auch außerhalb der Kirche erleben, dass die
Kirche ehrlich und ohne Angst mit der Wahrheit, auch wenn
sie bitter ist, umgeht, in dem Moment wächst
Vertrauen.“
Quelle: Radio
Vatikan
Kommentar: Es gibt sie, die
Öffnung für die Opfer der katholischen
Pastoral - aber nur punktuell. Ich höre noch zu
viel von Opferbeschimpfung, von Abwimmeln, von
Abschrecken, von Leugnen von Verantwortlichkeit - und
immer wieder davon, dass die angesprochene kirchl.
Stelle zuallererst überprüft, ob sie
zuständig ist. Es geht nicht um das Opfer, nicht
um sein Leid; es geht darum, die Zuständigkeit
abzuwehren und das Opfer weiterzuschicken. Dass die
nächste Stelle ebenfalls ihre Zuständigkeit
leugnet, ist Ehrensache. Der Gipfel des Zynismus liegt
darin, dem Opfer, das eine Therapie braucht,
psychische Labilität zu bescheinigen und ihm
dann eine Form von Unzurechnungsfähigkeit
zu bescheinigen - am besten durch den Täter und
dessen Anwalt, der wiederum von der Kirche finanziert
wird. - Mit einer Änderung der Leitlinien wird
kaum das zu erreichen sein, was Opfer brauchen, wenn
die in der Institution Handelnden sich nicht mit dem
Opfer solidarisieren, sondern nach wie vor mit den
Tätern und mit der Institution.
23.8.2010
Mathias
Drobinski
in der Süddeutschen über die Pflicht zum
Widerspruch in der katholischen Kirche.
Quelle: Süddeutsche
21.8.2010
Ein Pfarrer aus dem saarländischen
Neunkirchen/Bistum Trier, kehrt in seine Gemeinde
zurück. Er war des sexuellen Missbrauchs
verdächtigt worden. Die Vorwürfe beziehen
sich auf die Zeit des Pfarrers als Erzieher im
Homburger Internat Johanneum. Die Staatsanwaltschaft
stellte ihre Ermittlungen wegen Verjährung ein.
Ein Gutachter hatte dem Pfarrer bestätigt, er
könne ohne Einschränkungen wieder in der
Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: salue.de
21.8.2010
Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der
KatholikInnen, Kortmann, mahnt einen neuen Anfang im
Verhältnis zwischen Klerikern und Laien an.
Quelle: Deutschlandradio
21.8.2010
Der Priester aus der katholischen Seelsorgeeinheit
Tiengen-Lauchringen, Erzbistum Freiburg, wird seinen
Dienst in der SE nicht mehr antreten. Gegen ihn wird
in Irland weiterhin wegen sexuellen Missbrauchs
ermittelt. Er war dort als Angehöriger der
Legionäre Christi in der Mission Jugendlicher
tätig. Näheres ist nicht bekannt. Er sagt,
er sei unschuldig.
Quelle: Südkurier
20.8.2010
Matthias
Drobinski
äußert sich verhalten bis skeptisch zu den
Aufräumarbeiten in der Katholischen Kirche. Die
Leitlinien sollen überarbeitet werden. Die
Vorbereitungen trifft der Ständige Rat der
Bischofskonferenz in Himmelspforten.
Quelle: jetzt.süddeutsche
20.8.2010
Im Bistum Speyer wurde ein Diözesanpriester
beurlaubt. Ihm wird sexuelle Belästigung einer
Jugendlichen vorgeworfen. Der Geistliche hat sich
selbst angezeigt. Ihm wurde jede seelsorgliche
Tätigkeit untersagt. Die Staatsanwaltschaft
ermittelt.
Quelle: Bistum
Speyer
Bereits im vergangenen Jahr war einem anderen Priester
sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. Dem
Bistumssprecher zufolge wurde das Verfahren eingestellt.
Der Mann habe die Pfalz verlassen.
Quelle: Ärztezeitung
19.8.2010
In den USA haben sieben mutmaßliche
Missbrauchsopfer aus der Diözese Oakland eine Klage
wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs eingereicht. Die
Diözese habe sich nicht ausreichend um die
Suspendierung des Priesters gekümmert und die
Eltern nicht rechtzeitig gewarnt. Der damals
zuständige Kurienkardinal Ratzinger schrieb in
einem Brief, die Argumente seien gravierend, aber eine
solche Entscheidung brauche Zeit.
Quelle: standard.at
18.8.2010
Erzbischof
Zollitsch
will in Zukunft noch offensiver gegen sexuellen
Missbrauch vorgehen. Sie trete für die
vollständige Ausarbeitung der Fälle im
kirchlichen Raum ein und sie wolle in die gesamte
Gesellschaft hineinwirken, um Kindesmissbrauch
einzudämmen. Zollitsch verwies auf die
Präventionskonzenpte der katholischen
Jugendverbände oder kirchlichen Schulen, die
hervorragend seien.
Quelle:
Domradio
17.8.2010
Das Erzbistum Freiburg verstärkt seinen Dialog mit
den Menschen. Dazu wurden ein Telefon und eine neue
E-Mail-Adresse eingerichtet. Wörtlich: "Mit
Blick auf die weiter wachsende Bedeutung des Internets will
die katholische Kirche gezielt „neue Brücken der
Kommunikation bauen“, um mit den Menschen auch digital in
Kontakt zu kommen und „von ihrer Freude und Hoffnung, ihren
Sorgen und Ängsten, von ihren Ideen und Fragen zu
hören“, erklärte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch.
Der Erzbischof von Freiburg hat dabei nicht nur die aktiven
Katholiken im Blick: „Kirche darf nicht zu viel mit sich
selbst kommunizieren. Kirche braucht Reichweite – auch im
Internet.“ So möchte die Erzdiözese auch mit
Menschen ins Gespräch kommen, die bisher nicht in ihrer
Gemeinde engagiert oder bereits aus der katholischen Kirche
ausgetreten sind. Dafür wurden spezielle Dialog-Seiten
und eine besondere Email-Adresse eingerichtet (dialog@ordinariat-freiburg.de)."
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Kommentar: Die angegebene
Mail-Adresse scheint nicht zu funktionieren. Jedenfalls
wurden meine Mails vom 17. Mai, 6. Juli und 5. August
bislang nicht beantwortet. Vielleicht liegt es daran,
dass ich in einer Gemeinde engagiert bin, noch nicht aus
der katholischen Kirche ausgetreten bin und - horribile
dictu - auch noch etwas von Wünschen
Gewaltüberlebender an Kirche mitteilen
wollte?
Nachtrag vom 19.8.2010: Heute kam eine Mail von
einem Mitglied der Missbrauchskommission. Es soll zu
einem Gespräch kommen. Das ist eine erfreuliche
Nachricht.
Nachtrag vom
1.9.2010: Die Pressestelle des Bistums
Freiburgs bestätigt den Eingang der Mails seit
Mai an unterschiedliche Adressaten des
Erzbischöflichen Ordinariates Freiburg. Der
Absender berichtet mir zunächst von den gestern
veröffentlichten neuen Leitlinien, zitiert
Bischof Dr. Ackermann und schreibt dann, dass die von
mir angemerkten Punkte - "Wahrnehmung
der Gewalt, Information über Traum
und Traumafolgen, Widerstand gegen Opfermythen,
Empathie gegenüber den Belangen der Opfer,
Vermeidung von Vergebensforderungen und
Wiederaufbau von Vertrauen" - "schon jetzt
zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit
unserer Ansprechpartner bei
Missbrauch" seien.
Daraufhin bedanke ich mich für den Eingang der
Mail und stelle fest, dass der Absender der
Pressestelle mein Anliegen (Postvention! nicht
Prävention oder Aufdeckung!) nicht verstanden
habe und dass die neuen Leitlinien keineswegs die von
mir eingebrachten postventiven Gesichtspunkte
berücksichtigen. Ich mache keinen Versuch mehr,
mein Anliegen noch einmal zu erklären und es
kommt auch keine Nachfrage.
Dass die Pressestelle im Grunde keine inhaltliche
Stellungnahme/Rückmeldung geben kann, versteht
sich. Sie war auch nicht der erste Adressat der
Wünsche Gewaltüberlebender an Kirche.
Offensichtlich ist eine Kommunikation, die diesen
Namen verdient, nicht möglich.
Nachtrag: Es kommt am 6.9.2010 zu dem Gespräch
mit dem Mitglied des Beraterstabes der
Missbrauchskommission. Einige sachliche Gesprächsinformationen
sind hier nachzulesen.
16.8.2010
Andreas
Kirchmair
fragt, ob die katholische Kirche von einer Krise zur
nächsten geht oder ob sie die Chance nutzt, der
Welt ein Beispiel zu geben, wie sie mit Missständen
im Klerus umgeht.
Quelle: Die
Presse
16.8.2010
Die FR spricht von der Kirche
im Bunker und kommentiert mit diesem Begriff das
erwartbare, erfahrbare und dennoch fatale
Gesprächsverbot in der Kirche, wie es mit dem
Rücktritt von Michael Broch zutage tritt.
16.8.2010
Die Gesellschaft Katholischer Publizisten
Deutschlands e.V. (GKP) ist bestürzt über den
Rücktritt von Michael Broch, dem Geistlichen Leiter des
Münchner Instituts zur Förderung des
publizistischen Nachwuchses. Der
Journalistenverband sieht es als ein fatales Signal für
die Gesprächskultur in der Kirche an, wenn eine offen
geäußerte Kritik zu solchen Konsequenzen
führe. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard
Hermann hat auch sein Stellvertreter Hermann Glandorf
inzwischen sein Amt niedergelegt. Er begründete ebenso
wie Hermann diesen Schritt damit, dass inzwischen auch sein
Vertrauensvorrat in die Bischöfe erschöpft sei.
Die GKP sieht dies als Alarmsignal für den Zustand der
katholischen Kirche.
Quelle: gkp
s.auch den Kommentar von Matthias Drobinski in der Süddeutschen
14.8.2010
"Fürchterlich" betroffen von
den vielen bekannt gewordenen Missbrauchsfällen in
der katholischen Kirche, hatte Michael Broch das
geschlossene System der "Männerwirtschaft" und
bischöfliche "Bunkermentalität" kritisiert und
gesagt: "Wenn es so weitergeht, fährt Papst Benedikt
die Kirche an die Wand." (Der Spruch könnte von mir
stammen:-). Broch war der Geistliche Leiter des
Münchner Instituts zur Förderung des
publizistischen Nachwuchses (ifp), das 1968 von der Dt.
Bischofskonferenz gegründet worden war. Broch
trat auf Druck der Bischöfe zurück - nur
Lehmann, Mainz, hatte sich für seinen Verbleib
ausgesprochen.
Hörfunkdirektor Hermann, beratendes Mitglied der
Bischofskonferenz und Aufsichtsratsvorsitzender des ifp,
tritt ebenfalls zurück. "Wenn
Bischöfe sich in ihrer Mehrheit als Repräsentanten
eines gnadenlosen Systems gerieren, will ich mit denen als
katholischer Christ nichts mehr zu tun haben",
begründete er seinen Rücktritt.
Quelle: SWP
und Stuttgarter
Zeitung
Kommentar:
Wenn die neue Diskussionsbereitschaft der Bischöfe,
die im Gefolge der aufgedeckten Missbrauchstaten
beschworen wurde, darin besteht, dass das Spektrum der
erlaubten Diskussion durch Entlassungen und Entzug des
bischöflichen Vertrauens sichergestellt wird, dann
bleibt von der neuen Gesprächsbereitschaft nichts
übrig.
14.8.2010 Vier
Messdiener sind angeklagt worden, weil sie zwei andere
Ministranten während einer Ferienfreizeit gequält
und missbraucht haben sollen.
Quelle: welt.de
13.8.2010
Die belgische Generalstaatsanwaltschaft hat die
gerichtlichen Untersuchungen im Zusammenhang mit den
Missbrauchsfällen kritisiert. Bei den Ermittlungen
seien Fehler begangen worden. Deshalb dürften alle
Untersuchungsergebnisse aus den Hausdurchsuchungen nicht
verwendet werden.
Quelle: BRF
13.8.2010
Wir sind Kirche, Hartmut Meesmann, beschreibt die
Situation nach einem halben Jahr Diskussion wegen der
aufgedeckten Missbrauchsfälle in der katholischen
Kirche. Er nimmt auch Stellung zum "Fall Zollitsch" im
Blick auf die Missbrauchsfälle in Birnau/Nussdorf
und Oberharmersbach, und berichtet die Stellungnahme von
Opfern.
Quelle: WsK
13.8.2010
Der Papst lehnt den Rücktritt der zwei irischen
Weihbischöfe Eamonn Walsh und Raymond Field ab.
Beiden war die Vertuschung von Missbrauchsfällen
vorgeworfen worden. Sie hatten im Dezember 2009 ihren
Rücktritt angeboten. Die Ablehnung der
Rücktritte ist ein Rückschlag für den
Erzbischof Martin, der eine rückhaltlose
Aufklärung des jahrzehntelangen Missbrauchs von
Kindern durch katholsiche Geistliche fordert.
Irische Missbrauchsopfer kritisieren die
Entscheidung des Papstes.
Quelle: google.com
und kleine
zeitung
12.8.2010
zu sexuellem und gewalttätigen Missbrauch in der
Bonner Jesuitenschule, dem Aloisius-Kolleg, haben sich
35 frühere Schüler gemeldet. Gegen 2
Täter wird ermittelt. Bislang war von 6 Tätern
die Rede.
Quelle: az-web
12.8.2010
Die
Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt gegen einen
katholischen Pfarrer aus Munderkingen, Alb-Donau-Kreis,
wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Aus
den Jahren 2005 bis 2008 werden auch mögliche
sexuelle Übergriffe auf einen 16-Jährigen durch
den gleichen Priester in Wangen/Allgäu untersucht.
Quelle: Radio
Seefunk
12.8.2010
Das Erzbistum Freiburg reagiert auf den Missbrauchsfall
in Birnau.
Quelle: SWP
12.8.2010 Eine
Mutter berichtet, wie Vertreter der Kirche mit ihr umgingen.
Es ging 2008 um 5 Kinder, bis Augsut 2010 hatte sich niemand
von der Kirche bei den Opfern bzw. ihren Eltern gemeldet.
Die Eltern mussten sich von Prälat Prassel als
Schuldige hinstellen lassen.
Quelle:
Initiative gegen sexuelle Gewalt
11.8.2010
Fran Ferder, John Heagle: Das innere Funktionieren einer
Hierarchie mit der Mentalität eines
Sexualtäters. Davon sprechen die beiden AutorInnen,
eine Franziskanernonne, klinische
Psychologin, Autorin und Professorin an der Uni von Seattle
und ein Priester, Psychotherapeut, Anwalt für
kanonisches Recht und Professor an der Uni von Seattle.
Quelle: Wir-sind-Kirche.at
Hier geht's zum Dokument Normae de gravioribus
delictis
11.8.2010
Ein Opfer des Paters Gregor M. aus Nussdorf, Erzbistum
Freiburg, äußert sich gestern im
SWR-Fernsehen. Der zuständige
Missbrauchsbeauftragte, Domkapitular Dr. Maier, gesteht,
er habe einen Fehler gemacht, als er nicht nachgefragt
habe beim Kloster, ob der Täter aus der Seelsorge
herausgenommen wurde.
Quelle: SWR
11.8.2010
Bei der Klasnic-Kommission haben sich 350 Opfer von
Gewalt gemeldet. Mehr als die Hälfte betreffen
Vorfälle in Internaten und Schulen von
Ordenseinrichtungen. Zwei Drittel der Meldungen stammen
von Männern.
Über die Austrittszahlen des Vorjahres wird die
Kirche in Österreich nicht wie üblich im
August berichten, sondern erst zu Beginn des
nächsten Jahres.
Quelle: Die
Presse
10.8.2010
Der Vatikan begrüßt, dass eine Klage gegen
den Papst in den USA zurückgezogen wurde. In
Kentucky hatten drei Männer geklagt, der Heilige
Stuhl habe sexuellen Missbrauch vertuscht. Da sie aber
nicht nachweisen können, dass die US-Bischöfe
Angestellte des Vatikan sind, hat die Klage keine
Erfolgsaussichten. In Wisconsin und Oregon sind noch
zwei weitere Klagen gegen den Vatikan anhängig.
Quelle: Domradio
9.8.2010
Hinweis
auf eine Neuerscheinung: Rainer Bucher, Johann Pock
(Hg.): Klerus und Pastoral. Werkstatt Theologie.
Praxisorientierte Studien und Diskurse. Bd. 14, LIT-Verlag
2010, u.a. mit Beiträgen von Dr. Barbara
Haslbeck und mir :-).
9.8.2010
Interview
mit Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der
Bundesregierung in der FR:
"Was ich lese, übersteigt mein
Vorstellungsvermögen".
Kommentar:
Wenn schon die ehemalige Bundesfamilienministerin
geschockt ist, die doch eine Menge über Gewalt in
der Familie hätte wissen müssen und wissen
können, dann wird vielleicht verständlicher,
warum Opfer schweigen - sie müssen damit rechnen,
dass ihnen nicht geglaubt wird (wer glaubt schon
Ungeheuerliches?) und dass sie beschuldigt
werden.
9.8.2010 Der
wegen Kindesmissbrauch zurückgetretene belgische
Bischof, Roger Vangheluwe, hat der Familie des Opfers
jahrelang hohe Entschädigungsgelder gezahlt. Der
Sprecher des früheren Bischofs sagte, damit habe nicht
das Schweigen der Familie erkauft werden sollen.
Quelle: ORF-Religion
7.8.2010
Erzbischof
Zollitsch
zeigt Verständnis, dass das Leid der Opfer
andauere. Er erinnerte daran, dass er die Schüsse
gehört hat, mit denen sein damals 16-jähriger
Bruder ermordet wurde.
Quelle: Domradio
Kommentar:
Wenn das so ist, dann wird immer unverständlicher,
dass Erzbischof Zollitsch in den Missbrauchsfällen
(22) von Oberharmersbach vertuscht hat und auf
diesen Vorwurf von Report Mainz nicht reagiert.
Unverständlich ist, dass auch im Birnauer
Missbrauchsfall in seinem Erzbistum Freiburg
offensichtlich nicht engagiert und transparent gehandelt
wurde und wird und der Vorsitzende der
Bischofskonferenz, der zugleich Erzbischof von Freiburg
ist, nichts dagegen unternimmt. Er lässt zu,
dass das dortige Opfer in den Statements des Erzbistums
so dargestellt wird, als hätte es Unrecht, sei
mäkelig, weil es die vermeintlich
großzügig angebotene Hilfe nicht angenommen
habe und als sei es "sehr verzweifelt" - die letzte
Beschreibung klingt fast wie "unzurechnungsfähig".
Auch wenn eine solch persönliche Aussage des
Erzbischofs so aussieht, als stünde
Verständnis dahinter, so fehlt mir dennoch die
eindeutige Positionierung des Erzbistums an der Seite
der Opfer und
es fehlen die entsprechenden Handlungen (Mt 7,20).
7.8.2010
Am Collegium- Josephinum-Internat wurden Schüler
sexuell und körperlich misshandelt. Täter
waren drei Redemptoristenpatres. Im ersten Fall wurde
der sexuelle Missbrauch von folterähnlichen
Züchtigungsmaßnahmen begleitet. Im zweiten
Fall gab es neben dem Missbrauch ein perfides
Überwachungssystem. Die Opfer mussten jüngere
Schüler überwachen und erhielten dafür
Privilegien. Einkauf und gemeinsames Anschauen von
Pornoheften, die Schüler hatten kaufen müssen,
gehörten dazu. Der externe Missbrauchsbeauftragte
geht von weiteren Opfern aus. Ein Opfer hatte an die
Ordensoberen geschrieben, das Schreiben lag auch der
Vatikan-Behörde vor. Eine Antwort gab es
ebensowenig wie Kontakt zu den
Strafverfolgungsbehörden.
Ein dritter Pater hörte von sexuellen
Unregelmäßigkeiten und erzwang mit
folterähnlicher Befragung ein Geständnis - der
Opfer. Dieser noch lebende Täter
entschuldigte sich bei seinen Opfern.
Quelle: Generalanzeiger
6.8.2010
Der BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend)
beklagt den durch den sexuellen Missbrauch entstandenen
Vertrauensverlust in die kirchliche
Jugendarbeit. Dirk Tänzler, Bundesvorsitzender des
BDKJ, forderte den Vatikan auf, vermehrt den Dialog mit
jungen Menschen zu suchen.
Quelle: Jesus.de
7.8.2010
Die Kirche tabuisiert wichtige Fragen, sagt Alois
Glück, Vorsitzender des Zentralkommitees der
Deutschen KatholikInnen.
Quelle: rp-online
5.8.2010
Der Abt des Klosters Marienstatt, Andreas
Range, hat eingeräumt, dass es auch am Gymnasium
Marienstatt Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch
gegeben hat. Ein Opfer spricht von faschistoiden Zügen
und davon, dass die Gewalt System hatte.
Quelle: RegioTicker
und Rheinzeitung
5.8.2010
Ein Frater aus dem Maristenkolleg in Mindelheim, der
ehemalige Leiter, wird vermutlich doch noch angeklagt,
weil ein Opfer sich gemeldet hat, bei dem das Verbrechen
noch nicht verjährt ist.
Quelle: Vaterland.li/
5.8.2010
Der Papst beklagt sich in einem Schreiben an
die Kolumbus-Ritter, eine in den USA gegründete
katholische Laienorganisation, über
"oftmals falsche und unbegründete Angriffe" auf die
Kirche und ihre Vertreter.
Quelle: Baseler
Zeitung
4.8.2010
„Das Eingeklammerte beten wir nicht mit"!? Zur
Problematik der Feindpsalmen in der christlichen
Rezeption. Ursula Silber
Quelle: Haus
Ohrbeck
3.8.2010
Tauwetter
und Wildwasser Berlin laden zu einem Kongress. Mehr
unter http://www.aus-unserer-sicht-kongress.de/
3.8.2010
Die an das Erzbistum Freiburg zu stellenden Fragen
stellt skydaddy.
3.8.2010
Da sind sie wieder - die Missbrauchsopfer, die Schatten
werfen und die gute Stimmung trüben könnten.
Nach Aussagen der Veranstalter des
MinistrantInnen-Treffens in Rom wird das Treffen
in keiner Weise vom Missbrauchsskandal in der
katholischen Kirche überschattet. Nach
Ansicht des Präsidenten der internationalen
Ministrantenvereinigung, Weihbischof Martin
Gächter, betrifft sexueller Missbrauch teils
Jahrzehnte zurückliegende Vorgänge und stelle
aus seiner Sicht "kein besonders aktuelles
Problem für das Pfarreileben" dar. Ein Beleg dafür
sei, dass die Ministranten zahlreicher als je zuvor zu der
internationalen Begegnung nach Rom gekommen seien.
Quelle: Die
Presse
Kommentar:
Schon einmal haben Missbrauchsopfer die gute Stimmung eines
Welttreffens gestört: Im Sommer 2008
beim Weltjugendtag in Sydney. Diesmal gelingt ihnen
das in Rom zur Erleichterung von Weihbischof Gächter
nicht. Opfer sind also Menschen, die von der Kirche als
Störer erlebt werden. Der Optimismus des Weihbischofs,
dass sexueller Missbrauch kein Problem der Gegenwart in den
Pfarreien sei, widerspricht allem, was man über
sexuellen Missbrauch, über die Täter, über
das jahrzehntelange Schweigen der Opfer, über das
Vertuschen der Helfershelfer.... wissen kann. Halbwegs
verlässliche Zahlen sagen aus, dass jeder 10. Junge und
jedes 7. Mädchen zwischen 0-14 Jahren i.e.S.
missbraucht (d.h. vergewaltigt) werden. Unter den 53000
MinistrantInnen in Rom sind also statistisch 3785
Mädchen und 2650 Jungen, die missbraucht wurden/werden.
Was werden diese 6435 Kinder/Jugendliche fühlen, wenn
sie hören müssen, dass ihre Not "kein Thema" ist?
2.8.2010
Es
geht
um
den Zisterzienser-Pater Gregor Müller, der jahre-
oder jahrzehntelang Ministranten missbrauchte, in
Birnau, in Deisendorf (inzwischen SE Birnau), in
Mehrerau, in Baden/Bistum Basel - und vielleicht auch
andernorts. Das zuständige Erzbistum Freiburg
rückt nur dann mit der Wahrheit heraus, wenn sie
nicht mehr verborgen werden kann - und lehnt im
Übrigen jegliche Verantwortung ab. Das
Mutterkloster Mehrerau zeigt sich ahnungslos - derweil
der Missbrauchstäter von Ort zu Ort versetzt wurde.
Nebenbei: Nicht nur, dass er ein zweites Mal in Birnau
als "Seelsorger" auftauchte - er scheint auch nicht drei
Jahre in Frankreich (Kloster Oelenberg/Mulhouse)
gewesen zu sein - wie bislang kolportiert wurde, -
sondern nur 3 Monate. Dann taucht er von Februar 1969
bis Ende 1970 im Kloster Himmerod/Eifel wieder auf. Dort
betreute er neben seinem weiteren Studium die Pfarrei
Gransdorf. Von dort wurde er in die Schweiz versetzt, wo
er bekanntermaßen erneut Kinder missbrauchte.
Warum dieser Deutschland-Aufenthalt von Pater Gregor
bislang verschwiegen wurde, lässt Vermutungen
anstellen. Über Pädophilie ist immerhin
bekannt, dass von ihr Betroffene nicht einfach
aufhören, sich Opfer zu suchen und sie zu finden.
Die von der Abtei Mehrerau beauftragte Agentur
für "Krisenkommunikation" äußert sich
nicht zu diesem Zeitraum.
Nach Auskunft des Vorsitzenden der
Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof des Erzbistums
Freiburg, Zollitsch, soll es darum gehen,
aufzuklären und die Perspektive der Opfer
zuallererst im Blick zu haben.
Das, was ich zu den Missbrauchsfällen rund um Pater
Gregor mitbekomme (und in Oberharmersbach ebenfalls),
straft diese Aussagen Lügen. Die Opfer werden von
der Kirche nach wie vor als Feinde der Kirche erlebt.
Dr. Jens Schmitz von der Badischen Zeitung
formuliert: "Wo sich schuldig und mitschuldig Gewordene zur
Wahrheit bekennen, zeigen Opfer oft hohe
Vergebungsbereitschaft. Wahrheit, die gegen Widerstände
ans Licht gezerrt wird, hinterlässt neue Verletzungen,
kann aber immer noch der Versöhnung dienen. Nur wo die
Wahrheitssuche unterbleibt, da wird auch Vergebung zum
frömmelnden Wunsch." So wie Schmitz formuliert - so ist
es. Wer lügt, vertuscht,
oder nicht die Wahrheit und nicht die ganze Wahrheit sagt
oder irgendetwas, was gar nicht Thema ist, der verspielt
jegliche Glaubwürdigkeit - da mag es noch so viele
Akademietagungen zur Glaubwürdigkeit
der Kirche und noch so viele rote
Telefone geben.
Quelle 1: Badische
Zeitung
Quelle 2: Badische
Zeitung
s. auch: SF
Kommentar:
Opfer brauchen keine Agentur für
Krisenkommunikation, die einem Bistum oder Orden helfen,
das Opfer über den Tisch zu ziehen. Opfer brauchen
nur ein ehrliches und berührbares Gegenüber.
Aber das scheint im Erzbistum Freiburg und leider auch
andernorts zu viel verlangt zu sein. Erika Kerstner
2.8.2010
Ein früherer Leiter des Stuttgarter Bibelwerkes
wird von seinem Neffen und anderen Männern des
sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: Stuttgarter
Zeitung
2.8.2010
Bischof
Küng,
St. Pölten, warnt vor dem Missbrauch mit dem
Missbrauch.
Quelle: Standard
1.8.2010
Erzbischof
Zollitsch
will unter den Ministranten, die derzeit ihr Treffen in
Rom haben, für den Priesterberuf werben. Der Focus
lässt offen, ob auch bei den Ministrantinnen
für den Priesterberuf geworben werden soll.
2006 hatten sich noch 211 junge Männer für
diesen Beruf beworben, jetzt sind es deutschlandweit nur
noch 150.
1.8.2010
Anna Catherin Loll stellt im "Spiegel" (S. 37-38) fest,
dass der Missbrauchsfall von Birnau (incl. Deisendorf
und Nußdorf) die Frage aufwirft, ob Erzbischof
Zollitsch, Freiburg, alles für die Aufklärung
getan hat. Strittig ist, ob Birnau dem Kloster Mehrerau
oder dem Erzbistum Freiburg untersteht, ob also das
Erzbistum Freiburg oder der Abt des Klosters Mehrerau
zuständig ist. Elmar Güthoff, Professor
für Kirchenrecht an der
Ludwig-Maximilian-Universität München urteilt:
"Für alles, was auf dem Territorium eines Bistums
passiert, ist grundsätzlich der zuständige
Bischof verantwortlich." Die Unterlagen scheinen
eindeutig zu sein: Birnau gehört zum Bistum
Freiburg. Die Seelsorge für Birnau, Nußdorf
und Deisendorf wurde vom Freiburger Erzbischof in einem
sog. Gestellungsvertrag den Zisterziensern der Abtei
Wettingen-Mehrerau übertragen. Ein
Gestellungsvertrag beinhaltet, dass jeder Mönch,
der in der Seelsorge eines Bistums nicht nur
aushilfsweise arbeitet, dem zuständigen Bischof
gemeldet sein muss. (vgl. auch Südkurier
v. 30.12.2008)
Zur Erinnerung: Die
Klärung
dieser
Frage ist für ein Opfer wichtig, das von Pater
Gregor Müller in dessen erster Zeit in Birnau von
1966-1968 missbraucht wurde. In Nußdorf hat
sich laut Südkurier
ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 - 1968 gemeldet.
Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle
Übergriffe
im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen.
Zwischen 1971 und 1987 wird von 4
Opfern im Bistum
Basel berichtet.
31.7.2010
Der Missbrauch
in Ahrensburg - offensichtlich besteht nach wie
vor Klärungsbedarf.
31.7.2010
Mona Lisa zieht Bilanz in den Missbrauchsfällen. Es
sieht so aus, als sprächen Opfer und bisherige
Täterschützer aneinander vorbei. Die einen
meinen, den anderen zu helfen und die Hilfe scheint
nicht anzukommen bei den Opfern. Es werde nach wie vor
gemauert in den Institutionen:.
Quelle: ZDF
31.7.2010
Der Pfarrer der Siebner Gemeinde, der eine Mail eines
Opfers aus Deutschland (Birnau?) an das für ihn
zuständige Bistum Chur weiterleitete, wird in
seiner Gemeinde angefeindet. Man wirft ihm dort vor,
dass er aufgedeckt hat, dass Pater Gregor Müller in
Deutschland Kinder missbrauchte. Der Churer Bischof
konfrontierte P. Gregor u.a. mit der Mail, die der
Siebner Pfarrer weitergeleitet hat und der Täter
gestand, dass er mehrere Jungen missbraucht habe. Leute
aus der Siebner Kirchengemeinde finden, dass die
Information des Bischofs schlimmer sei als der
Missbrauch, den Pater Gregor begangen hat.
Quelle: Zisch
31.7.2010
„Wir müssen um der Opfer und um unserer
eigenen Glaubwürdigkeit willen alles tun, damit
Vorwürfen sexuellen Missbrauchs rückhaltlos
nachgegangen wird“, sagte Bischof Gerhard Ulrich,
Vorsitzender der Nordelbischen Kirchenleitung im Blick auf
den Missbrauchsfall in Ahrensburg. Eine der Maßnahmen
ist die Einsetzung externer Gutachter.
Quelle: Nordelbien.de
29.7.2010
Die Therapeutin Helga Peteler im Interview: "Wir
bleiben verletzbar".
Quelle: Rheinischer
Merkur
28.7.2010
Im Erzbistum Freiburg hat möglicherweise der
Zisterzienserpater Gregor Müller fünf Jahre
lang ohne Genehmigung des Freiburger Erzbischofs (von
1987 bis 1992 unter Erzbischof Oskar Saier und unter dem
damaligen Personalreferenten Zollitsch) als
verantwortlicher Pfarrer in Nussdorf und Deisendorf -
zur heutigen Seelsorgeeinheit
Birnau gehörend - gearbeitet. Angesichts
der fünfjährigen Funktion als Gemeindeseelsorger
sagte der renommierte US-Kirchenrechtler und
Missbrauchsexperte Thomas P. Doyle der BZ jetzt, es sei
"nahezu unmöglich", dass die Erzdiözese damals
nichts davon gewusst habe. Die Pressestelle des Erzbistums
teilt auf Anfrage der BZ mit: "Es mag sein, dass Pater
Gregor M. in seiner zweiten Phase in Birnau von 1987 bis
1992 als Seelsorger für Deisendorf wahrgenommen wurde."
Dies ändere jedoch nichts daran, dass er lediglich in der Diözese
und nicht für die Diözese
tätig gewesen sei. Er habe dafür keinen
offiziellen Auftrag durch das Ordinariat Freiburg gehabt.
Der US-amerikanische Kirchenrechtler Thomas P.
Doyle hingegen vertritt die Ansicht, dass ein sog.
"Gestellungsvertrag" mit einem Orden, nicht jedoch mit
Individuen geschlossen werde. Aber jeder Priester, der in
solchen von ORden betreuten Gemeinden arbeite, müsse
dem Bischof gemeldet werden und brauche eine Genehmigung.
Die Klärung dieser Frage ist für ein
Opfer wichtig, das von Pater Gregor Müller in dessen
erster Zeit in Birnau von 1966-1968 missbraucht wurde.
In Nussdorf hat sich laut Südkurier
ein zweites Opfer aus der Zeit von 1966 - 1968 gemeldet.
Pater Gregor wurden im Herbst 1968 sexuelle
Übergriffe
im Kloster Mehrerau/Privatgymnasium vorgeworfen.
Zwischen 1971 und 1987 wird von 4
Opfern im Bistum
Basel berichtet.
Quelle: Badische
Zeitung und Badische
Zeitung vom 29.7.2010
28.7.2010
Bei der Telefon-Hotline der Bischofskonferenz haben im
1. Halbjahr d.J. 372 Menschen angerufen.
Quelle: Deutsche
Bischofskonferenz
28-7-2010 Ein zur
Tatzeit noch nicht 14-jähriger Junge gibt an, in
Liechtenstein von Frater G., Frater G., dem
ehemaligen Leiter des Maristenkollegs in Mindelheim, auf
Silum im Februar 2004 sexuell missbraucht worden zu sein.
Die Tat ist ncoh nicht verjährt.
Quelle: Vaterland
28.7.20010
26.7.2010
skydaddy
klärt auf darüber, was das
Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg unter den
Hilfs-Angeboten für das Opfer von Birnau versteht -
und was das Opfer selbst darunter versteht. Das
Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg schreibt: "Die
Staatsanwaltschaft
stellt fest, dass die Behauptung des Anzeigeerstatters, ihm
sei keine Hilfen angeboten worden, schon nach dessen eigenen
Angaben falsch ist. Er habe selbst angegeben, dass ihm die
Frage gestellt worden sei, wie man ihm helfen könne."
Das Opfer hingegen stellt fest: "Man
hat mir nur die theoretische Frage gestellt, wie man mir
helfen könnte. Als ich fragte, welche Hilfen man mir
bieten könne – bekam ich keine Antwort.
Die Hilfen, die ich erbat
a) Kostenübernahme für Mediator oder
Rechtsbeistand zu einem Gespräch
b) aktuelle Adresse des Täters
c) eigene Nachforschungen der Diözese nach Zeugen und
Opfern
d) Namenslisten der Ministranten, Pfarrgemeinderäte,
Mesner…wurden mir verweigert."
Kommentar: Ich möchte meinen,
dass das Opfer am besten beurteilen kann, ob ihm
geholfen wurde oder nicht. Eine Hilfe, die beim Opfer
nicht ankommt, ist vermutlich keine Hilfe. Dann wird es
Zeit, dass das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg
sich noch einmal mit dem Opfer in Verbindung setzt - und
diesmal zuhört.
26.7.2010
Die vergessenen Missbrauchsopfer - Report
München. Robert S., Missbrauchsopfer von
Jesuiten, schrieb im Januar 2010 - nach 30 Jahren des
Schweigens - an das Canisius-Kolleg von seinem Leid. Er
erhielt eine Empfangsbestätigung seines Schreibens.
Er sagt: "Wir wurden 30 Jahre vergessen und im Moment
sieht's so aus, als würde man uns wieder
vergessen."
Kommentar:
Wer eine Leidens-Geschichte mit einer
Empfangsbestätigung - nach 2 oder drei Wochen! -
quittiert, hat nichts von Leidensgeschichten verstanden.
26.7.2010
Missbrauchsopfer von Jesuiten fordern eine
Entschädigung.
Quelle: ORF
25.7.2010
Das
Verfahren
gegen
5
Benediktiner
des
Klosters
Einsiedeln
wurde
eingestellt
wegen
Verjährung.
Es
handelt
sich
um
Berührungen
und
unanggebrachte verbale Äußerungen, in einem
Fall um sexuelle Handlungen.
Quele: Radio
Vatikan
25.7.2010
Wir
sind Kirche fragt nach, wie es mit der
Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der
Katholischen Kirche weitergehen solle.
24.7.2010 Die
Badische Zeitung berichtet von der Akademietagung in
Freiburg "Glaubwürdigkeit der Kirche" unter der
Überschrift: Tiefe
Risse zwischen Anspruch und Tun. Das Schlusswort
bei der Veranstaltung war ehrlich. Stefan Orth, Redakteur
bei der Herder Korrespondenz, sagte: "Ich habe weiterhin ein
ungutes Gefühl hinsichtlich der Bischöfe, ob die
sich nicht selbst als Opfer sehen. So schmerzhaft die
Selbsterkenntnis ist, es kann eigentlich nicht schmerzhafter
sein als das, was die Opfer erlebt haben."
Quelle: Badische
Zeitung
Kommentar: Das
Erzbistum hoffe auf Dialog per Telefon oder Internet -
heißt es. Das klingt befremdlich, wenn dann auf eine
Mail erst gar nicht - auch nicht auf Rückfrage -
reagiert wird.
23.7.2010 Die katholische Kirche in
Chile hat dem Präsidenten Pinera vorgeschlagen, eine
Generalbegnadigung durchzuführen, die auch - unter
bestimmten Bedingungen - für Schergen der früheren
Militärdiktatur gelten solle. Die Angehörigen der
ca 3000 Verschwundenen protestierten.
Quelle: Generalanzeiger
23.7.2010 In der Katholischen
Akademie fand am 22.7.2010 eine Tagung zur
Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche im Erzbistum
Freiburg statt. Die TeilnehmerInnen waren sich darüber
einig, dass man Glaubwürdigkeit nicht durch
strategische Werbeaktivitäten gewinnen könne,
sondern nur durch konkrete Schritte, die das Anliegen der
Kirche als zu Gott gehörender Versammlung (kyriake
ekklesia) glaubhaft machen. Thomas Herkert, Akadmieleiter,
sagte: „Zu den alarmierenden und deprimierenden Erfahrungen
dieser Tage zählt, dass nach Umfragen trotz aller
Anstrengungen und eindeutigen Aussagen der Bischöfe die
überwältigende Mehrheit der Deutschen nicht
glaubt, dass die katholische Kirche wirklich an
Aufklärung interessiert ist.“ Eine der wichtigsten
Aufgaben scheine es jetzt zu sein, "die Grundlagen für
neues Vertrauen zu schaffen und Glaubwürdigkeit
zurückzugewinnen. Dazu gehört Transparenz“, so
Thomas Herkert.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Kommentar, auf den ich
nicht verzichten kann: Dass die Anstrengungen der
Kirche, auch im Erzbistum Freiburg, so gar nicht bei den
Menschen ankommen wollen, liegt nicht so sehr an der
Bösartigkeit und Voreingenommenheit der Menschen,
sondern daran, dass es - trotz aller Mailadressen mit
"kommunikation@ordinariat-freiburg.de" - nicht zu einem Gespräch
zwischen den ChristInnen an der Basis und dem
Bischöflichen Ordinariat kommt. Das Argument, dass es
leider keine Zeit gäbe, um Anliegen von Opfern
anzuhören, wurde mir bereits im März 2005 vom
damaligen und jetzigen Missbrauchsbeauftragten genannt. Dass
es in fünfeinhalb Jahren nicht möglich gewesen
sein soll, den Zeitmangel und die Arbeitsüberlastung zu
reduzieren, soll das Bischöfliche Ordinariat jemand
anderem erzählen - mir nicht mehr.
Ein Zweites kommt
hinzu als mögliche Ursache: Vielleicht glauben die
ChristInnen an der Basis einfach nicht mehr, was ihnen das
Ordinariat in Freiburg in Sachen Missbrauch in
Oberharmersbach, in Birnau und andernorts vorsetzt - es gibt
zu viele Unklarheiten. Zuviel wird erst eingestanden, wenn
es bereits öffentlich ist. Und: Es sind nicht
einmal mehr die ChristInnen, die ihrer Kirche längst
den Rücken gekehrt haben - der
Glaubwürdigkeitsverlust hat so loyale und treue Leute
wie mich erfasst.
23.7.2010 Der katholische
Redemptoristenorden der Provinz St. Clemens in Köln
gibt bekannt, dass Opfer von Gewalt 6 Redemptoristen des
Missbrauchs oder der Gewalt beschuldigten. 2 der
mutmaßlichen Täter waren in Bonn, einer im
Internat in Glanerbrück tätig. Wie meistens sind 2
der Täter verstorben und die Taten ohnehin
verjährt (sexueller Missbrauch ist eines der sichersten
Verbrechen, formulierte mal ein Opfer. Es hat Recht.)
Vorwürfe von körperlicher Misshandlung betreffen
einen Pater, der noch lebt.
Quelle: Generalanzeiger
23.7.2010 Ein Priester aus den USA
wurde vom Papst laisiert. Er hat vor 30 Jahren einen
Jugendlichen sexuell missbraucht. Dies teilte die
Diözese von Youngstown in Ohio mit. Der Priester hatte
den Missbrauch gestanden, gegen ihn wurde jedoch wegen der
Verjährung kein Justizverfahren eingeleitet.
Quelle: die
presse
23.7.2010 Der Abt des Klosters
Ettal formuliert einige selbstkritische Fragen. Er stellt
fest: "Das erste Wort unserer Regel heißt: Höre!
Wir haben nicht gehört."
Quelle: Süddeutsche
23.7.2010 Mitglieder des Ordens der
Herz-Jesu-Missionare am Johanneum Homburg/Saar haben Kinder
und Jugendliche misshandelt und missbraucht. Über
die Anzahl der Opfer und der Täter und die Taten gibt
es keine weiteren Nachrichten. Opfer trafen sich mit
Generalvikar Dr. Jung vom Bistum Speyer. Ein
Gesprächsangebot der Missionare lehnten die Opfer
größtenteils ab, da das bisherige Vorgehen des
Ordens als völlig unzureichend kritisiert wurde. Der
Orden habe bisher weder selbst für Transparenz und
Information gesorgt, noch eigene Verfehlungen
eingeräumt, obwohl diese bereits durch weitere
Betroffene und Zeugen bestätigt worden sind.
Quelle: Bistum
Speyer
22.7.2010 Im Bistum
Dresden-Meißen gab es entgegen dem ersten Anschein
auch Missbräuche von Kindern und Jugendlichen durch
Priester. Zwei Missbrauchsopfer berichteten von einem 1971
gestorbenen Priester, der verbrecherische Handlungen an den
Mädchen begangen habe. Ebenfalls gibt es einen Verdacht
auf die Verletzung der sexuellen Integrität einer
Minderjährigen vor va 25 Jahren durch einen damaligen
Kaplan in Riesa. Der Beschuldigte wurde suspendiert, die
Täten sind verjährt.
Außerdem gibt es zwei Fälle aus den
70er und 80er Jahren, die aufgearbeitet und abgeschlossen
sind. In Leipzig läuft zudem ein Verfahren gegen einen
Lehrer einer katholischen Schule. Der Mann wurde wegen
sexueller Belästigung entlassen, eine strafrechtliche
Ermittlung wurde eingestellt.
Quelle: nachrichten-lvz-online
22.7.2010 "skydaddy"
stellt Fragen an die Staatsanwaltschaft Konstanz im Birnauer
Missbrauchsfall.
22.7.2010 Heute Abend findet in der
Freiburger Akademie ein Forum zur aktuellen Krise der
katholischen Kirche statt. "Eine der
wichtigsten Aufgaben scheint es jetzt zu sein, die
Grundlagen für neues Vertrauen zu schaffen und
Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen", heißt es
in der Einladung. Ich finde, dass ein guter Anfang schon mal
wäre, wenn Briefe oder Mails beantwortet würden.
22.7.2010 Nach der Einstellung des
Verfahrens gegen Erzbischof Zollitsch gibt es Aussagen des
Freiburger Ordinariates, dem das Opfer und ein
amerikanischer Kirchenrechtler widersprechen.
- Das Erzbistum sagt, es sei seiner Verpflichtung
nachgekommen, als es 2006 von dem Missbrauch in Birnau
durch das Opfer erfuhr und den Orden darüber
informiert habe. Für die Ermittlungen sei der Orden
des Täters zuständig, nicht die Diözese.
Das Bistum sei kirchenrechtlich nicht zuständig
gewesen und habe auch nicht gegen die Leitlinien
verstoßen. Der Täter sei auch nicht in einem
Gestellungsverhältnis oder im Auftrag des Erzbischofs
tätig gewesen, sondern lediglich als gelegentlich vom
zuständigen Pfarrer herangezogene Aushilfe an
Feiertagen.
- Der US-Kirchenrechtler und Missbrauchsexperte
Thomas P. Doyle hingegen sagt, dass mit dem Orden ein
Gestellungsvertrag geschlossen werden müsse und dass
jeder in der Gemeinde tätige Priester dem Erzbischof
gemeldet werden müsse. Eine Genehmigung durch den
Erzbischof sei in jedem Fall nötig, sobald jemand als
Priester tätig wird und mit Laien beschäftigt
sei.
- Der Kirchenrechtler Bier hingegen sagt, dass der
Erzbischof seiner Pflicht genügt, wenn er den Orden
informiert, weil der Täter nicht mehr greifbar ist
und die Tat womöglich schon verjährt ist. Doyle
hingegen argumentiert, dass der Erzbischof unabhängig
von der zeitlichen Distanz Verantwortung habe, den Fall zu
untersuchen, denn als Seelsorger sei er auch dem Opfer
verpflichtet.
- Das Ordinariat berichtet, es habe sich um das Opfer
gekümmert. Ein Gespräch zwischen Täter und
Opfer habe stattgefunden. Das Opfer hingegen versichert an
Eides statt, dass das Gespräch nicht stattgefunden
habe. Darüber hinaus habe das Bistum ein
allgemeines Hilfsangebot gemacht, sei aber nicht konkret
geworden. Als das Opfer das konkret angebotene
Gespräch mit der Erzdiözese annehmen wollte, bat
es um einen Mediator oder Rechtsbeistand, der aber von der
Erzdiözese nicht bewilligt wurden.
21.7.2010 Die Theologin
Heimbach-Steins in der FR
im Gespräch mit Bischof Bode: Der Kirche droht die
Kernschmelze, sagt sie.
21.7.2010 In einem Ferienlager
sollen 6 Jugendliche (ca 13 Jahre alt) von z.T. älteren
Lagerteilnehmern sexuell misshandelt worden sein. Die
Ermittlungen dauern an.
Quelle: Süddeutsche
und Spiegel
21.7.2010 Der Erzbischof von
Freiburg, Zollitsch, ist von der Staatsanwaltschaft Konstanz
von allen Vorwürfen entlastet worden. Nach
Überzeugung der Staatsanwaltschaft "fehlt jegliche
Grundlage für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit".
Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des
Ermittlungsverfahrens einmal mit der Verjährung der
sexuellen Übergriffe in Birnau von 1966 bis 1968.
Gleiches gelte für den Zeitraum zwischen Ende der 80er
und Mitte der 90er Jahre - da gäbe es lediglich
Vermutungen des Anzeigeerstatters, aber keine
Geschädigten. Selbst wenn sich Opfer aus nicht
verjährter Zeit melden würden, stellte die
Staatsanwaltschaft Konstanz fest, gäbe es keine
Hinweise, dass der damalige Personalreferent Zollitsch
Missbrauch billigend in Kauf genommen oder gefördert
haben könnte. Das Erzbistum Freiburg hatte bislang
immer betont, dass die Zusammensetzung der
Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau vom
Abt des Ordens eigenständig geregelt werde und nicht
dem Erzbistum Freiburg unterstehe.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Quelle: Die
Zeit
Die Badische
Zeitung berichtet darüber hinaus: "Auf Nachfrage
der Badischen Zeitung erklärte Oberstaatsanwaltschaft
Christoph Hettenbach, man habe nach Bekanntwerden der
Anzeige in der Presse bewusst zugewartet, damit eventuelle
Opfer sich melden konnten. Einen öffentlichen Aufruf
habe man nicht veranlasst, und natürlich könne man
auch in den betroffenen Gemeinden nicht von Haus zu Haus
gehen. Den Täter habe man nicht vernehmen können,
seine Anschrift sei nicht bekannt und die einzigen
nachweisbaren Fälle alle verjährt. Der
Anzeigeerstatter sei aber vernommen worden."
Kommentar:
Verstehe ich das richtig: Die Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft Konstanz bestanden in der Vernehmung des
Anzeigeerstatters, in der Nicht-Vernehmung des Täters
und im Zuwarten, ob eventuelle Opfer sich melden? Wer nur
ein wenig von der Dynamik traumatisierter Menschen
weiß, weiß auch, dass ein Outing von Opfern erst
dann möglich ist, wenn ausreichend Vertrauen aufgebaut
werden konnte. Pater Mertes hat vorgemacht, wie Menschen
Vertrauen aufbauen können. Ich bezweifle, dass die
bisherigen Stellungnahmen des Erzbistums Freiburg
vertrauensförderlich waren/sind. Und die Ermittlungen
der Staatsanwaltschaft Konstanz, die offensichtlich im
Zuwarten bestanden, dürften Opfer auch nicht gerade
ermutigen, Anzeige zu erstatten. Da bekannte Straftaten
verjährt sind und andere nicht bekannt sind, wurde die
Frage, ob das Erzbistum Freiburg für die
Seelsorgeeinheit Birnau zuständig war/ist, von der
Staatsanwaltschaft erst gar nicht geprüft. Zuletzt
hatten zwei Kirchenrechtler nach einer ersten Unklarheit
diese Frage bejaht.
Zu einer moralische
Verpflichtung des Erzbistum äußert sich die
Staatsanwaltschaft naturgemäß nicht.
Weitere infos unter:
skydaddy
und pater gregor
Wir haben es also mit Missbrauchstaten
zu tun, die zwischen 1966 und 1968 in Birnau (mindetens
ein Opfer) stattfanden. Im Herbst 1968 wurde Pater
Gregor aus Mehrerau in den Elsaß versetzt. Ein Großvater
hatte den Missbrauch seines Enkels mitbekommen und hat
zusammen mit anderen Eltern (Opferzahl?) für die
Entfernung des Paters aus Mehrerau gesorgt. Pater G. ging
im Herbst 1968 bis 1971 in den Elsaß. Zwischen 1971 und 1987 wird von
4
Opfern im Bistum
Basel berichtet. In zwei Fällen wurde Anzeige
erstattet. Wäre es nicht naheliegend, bei
jemandem, der wegen sexueller Übergriffe auf
Minderjährige, die sich über mindestens 11
Jahre hinziehen, genauer hinzuschauen und gezielt nach
weiteren möglichen Opfern zu suchen?
21.7.2010 Das Erzbistum Freiburg
hat Report
Mainz (ARD - Sendung vom 19.7.2010) Diffamierung von
Erzbischof Zollitsch vorgeworfen. Der Sprecher des
Erzbistums verwies darauf, dass aus dem Zusammenhang
gerissene Briefausschnitte und geschickt arrangierte
Fernsehbilder präsentiert wurden und Zitate
Zollitschs bewusst weggelassen wurden. "Hätte
man die Brief in voller Länge präsentiert,
ergäbe sich ein anderes, Zollitsch entlastendes Bild" -
so das Erzbistum.
Quelle: rp-online
Kommentar: Das
Erzbistum kann ja die vollständigen Briefe
veröffentlichen.
21.7.2010 Das
Erzbistum Freiburg reagiert auf die Report-Mainz-Sendung vom
19.7.2010 und formuliert: "Hintergrund ist die Anzeige eines
mutmaßlichen
Missbrauchsopfers eines Mönchs aus der
österreichischen Zisterzienserabtei
Wettingen-Mehrerau."
Dem Erzbistum ist
bekannt, dass es sich um ein Opfer handelt und nicht um
ein mutmaßliches Opfer. Dem Erzbistum Freiburg ist
bekannt, dass der Täter den Missbrauch in der
heutigen Seelsorgeeinheit Birnau gestanden hat. Wenn es
dennoch von einem mutmaßlichen Opfer spricht, dient
diese Äußerung dazu, das Opfer
unglaubwürdig zu machen.
Quelle: Erzbistum
Freiburg
Der
Pressesprecher nimmt im Interview Stellung zur
Report-Mainz-Sendung.
21.7.2010 Die Badische Zeitung
vermutet, dass der Erzbischof von Freiburg, der zugleich
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, die
eigenen Leitlinien gegen Missbrauch von 2002 nicht befolgt
hat. Der Redakteur schaut sich den Kommunikationsstil und
die Besonderheiten der Sprache des Erzbistums genauer an und
stellt fest: Die Formulierungen der Pressestelle entpuppen
sich als eigentümlich leer. "...
bei näherer Betrachtung wird an den fraglichen Stellen
weder etwas Entlastendes noch etwas Falsches gesagt, sondern
sozusagen gar nichts: Die Wallfahrts- und Klosterkirche
Birnau gehört tatsächlich als Priorat zur Abtei
Mehrerau. In allen hier wichtigen Aspekten gehört sie
aber zur Erzdiözese, samt ihrer Seelsorgeeinheit.
Robert Zollitsch mag auch mit Personalentscheidungen und
Vorgängen im Kloster Birnau nichts zu tun gehabt haben.
Für die Betreuung seiner Gemeindemitglieder durch die
Patres war er aber sehr wohl zuständig. Die Stabsstelle
Kommunikation kommuniziert nicht falsch, aber irrelevant."
Quelle: Badische
Zeitung
Kommentar:
Vielleicht geschieht dem Opfer und den Opfern rund um Birnau
doch noch Gerechtigkeit - soweit sie überhaupt
möglich ist.
21.7.2010 Der emeritierte belgische
Erzbischof Godfried Danneels steht im Verdacht,
Missbrauchsvorwürfe vertuscht zu haben. Ihm droht ein
Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.
Quelle: Südwestpresse
20.7.2010 Der Vatikansprecher P.
Lombardi sagt, gegen Missbrauch helfen Gesetze alleine nicht
aus. (Er hat Recht: Man müsste sie auch befolgen.)
Quelle: kath.press
20.7.2010 Fall Birnau bzw. Fall
Zollitsch: Kirchenrechtler sehen den Erzbischof von Freiburg
in der Verantwortung für die Seelsorgeeinheit Birnau.
Der Kirchenrechtler Bier korrigiert eine frühere andere
Darstellung. Die Erzdiözese Freiburg hatte sich
ausführlich dazu geäußert, dass die
Klosterkirche Birnau als Priorat zur Zinsterzienserabtei
Wettingen-Mehrerau in Österreich gehöre und als
Territorialabtei unabhängig vom jeweiligen
Diözesanbischof sei. Das scheint irreführend
gewesen zu sein.
Quelle: Badische
Zeitung
20.7.2010 Der ehemalige
Schulleiter des Bonner Aloisiuskollegs ist mit 82 gestorben.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Missbrauchs an
Schülern gegen ihn. Von 30 Fällen waren 13
möglicherweise noch nicht verjährt. Die
Übergriffe dauerten 40 Jahre lang. Mehr als 24 Opfer
beschuldigten den mutmaßlichen Täter.
Quelle:
Domradio
20.7.2010 Ein katholischer Priester aus
Erbendorf/Oberpfalz im Bistum Regensburg hat einen
Strafbefehl wegen sexuellen Kindesmissbrauchs bekommen. Er
soll 2009 drei Mädchen einer Grundschulklasse
unsittlich angefasst haben. Der Strafbefehl lautet auf 10
Monate Bewährung und Zahlung von 4000 €. Das Urteil ist
noch nicht rechtskräftig.
Quelle:
Mittelbayerische
20.7.2010 Die Zahl traumatisierter
Soldaten nimmt zu. Bericht in der FR
19.7.2010 "Im
Frühjahr 1995 erreichte uns das Schreiben einer
Opfer-Hilfsorganisation, das bei uns neue Recherchen und
Aktivitäten auslöst", sagt der Erzbischof
Zollitsch im Interview vom 19.7.2010 faz-net
zu den Missbrauchsfällen in Oberharmersbach.
In der Badischen
Zeitung Freiburg hingegen las sich diese Darstellung
am 14. Juli so: "In den bisherigen Stellungnahmen hatte das
Ordinariat mehrfache Versuche für sich reklamiert,
konkretere Informationen über mögliche Vergehen zu
erhalten. Entsprechend hieß es im März dieses
Jahres: "Als sich dann 1995 – bei weiteren Recherchen des
Erzbistums – ein Missbrauchsopfer meldete und dem
Pensionär klar gemacht wurde, dass nun die
Staatsanwaltschaft eingeschaltet werde, nahm sich der
Pfarrer das Leben." Auch diese Aussage konkretisierte Eberle
[der Pressesprecher] nun auf Nachfrage: Die weiteren
Recherchen des Erzbistums seien eine Reaktion auf die
Anzeige des Opfers bei der Staatsanwaltschaft gewesen."
Kommentar: Was
stimmt denn nun? Drei Varianten des gleichen Vorgangs stehen
zur Auswahl:
1. Das Erzbistum Freiburg hat 1995 von sich aus recherchiert
und dann hat sich ein Opfer gemeldet. (Aussage im März
2010)
2. Die weiteren Recherchen des Erzbistums im Jahr 1995 waren
eine Reaktion der Kirche auf die Anzeige eines Opfers bei
der Staatsanwaltschaft (Stand vom 14. Juli 2010)
3. Eine Opfer-Hilfsorganisation schrieb an das Ordinariat
und löste dadurch neue Recherchen und Aktivitäten
aus. (Stand vom 19.7.2010)
"skydaddy"
stellt dazu noch ein paar m.E. berechtigte Fragen und
analysiert die Sprache
des Erzbistums Freiburg.
20.7.2010 Die Süddeutsche
äußert Zweifel an Erzbischof Zollitsch.
19.7.2010 Neue Vertuschungsvorwürfe
gegen Erzbischof Zollitsch bei Report
Mainz
19.7.2010 Das Ermittlungsverfahren gegen
Erzbischof Zollitsch wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu
sexuellem Missbrauch an Kindern wird vermutlich eingestellt.
Der Südkurier berichtet,
dass die Staatsanwaltschaft Konstanz das
Ermittlungsverfahren gegen einen früher in der
Klosterkirche Birnau eingesetzten Pater wegen des
Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern
bereits eingestellt hat. Wenn es in der Hauptklage
kein Verfahren gibt, kann es auch keine
Beihilfe-Vorwürfe geben, sagen Juristen.
Quelle: Südkurier
Kommentar: Ein
Verfahren gibt es nicht - weder gegen den Täter, noch
gegen den Erzbischof wegen Beihilfe. Nur eines gibt es: Ein
Opfer oder auch mehr als ein Opfer. Nur: Das ficht das Erzbistum Freiburg
nicht an.
19.7.2010 Wie aus einem Täter ein
Opfer gemacht wird und wie die Leidenden selber schuld sind.
Zum Nachruf auf Gerold Becker in welt.de
19.7.2010 Heimkinder sollen mit einer
Opferrente von 300 € entschädigt werden. Dazu schreibt
Helmut
Jacob einen ebenso richtigen wie zornigen Kommentar.
Er schreibt u.a.: "Eine weitere Niedertracht der Stellen,
die sich offiziell mit der Aufarbeitung von
Heimkinderschicksalen beschäftigen (Runder Tisch,
Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Caritas,
Diakonisches Werk, Landschaftsverbände und
Landesjugendämter), besteht auch darin, dass sie den
wirklichen Opfervertretern keine Beachtung schenken. Prof.
Manfred Kappeler, der den Zwischenbericht zum Runden Tisch
analysierte und auch sonst wichtige Beiträge zur
Aufhellung der Erziehungsgeschichte in den
Nachkriegsjahrzehnten geliefert hat, wird offensichtlich
ebenso ignoriert, wie Diplom-Theologe/Diplom-Psychologe Dierk
Schäfer, der immer wieder Möglichkeiten der
Opferhilfe aufgezeigt hat."
18.7.2010 Im Fall des Oberharmersbacher
Pfarrers, der mehr als 22 Kinder missbraucht haben soll,
gibt es neue Vorwürfe gegen den damaligen
Personalreferenten des Erzbistums Freiburg, Erzbischof
Zollitsch. "Report Mainz" liegen 2 Briefe des Erzbischofs
aus dem Jahr 1995 vor, in denen er - damals
Personalreferent - sich zum Oberharmersbacher
Missbrauchsfall äußert. Darin schreibt Zollitsch,
dass die Gemeinde Oberharmersbach nicht über
wesentliche Details des Skandals informiert werden solle: "Eine solche
Aufklärung hätte zudem … nur noch den Sinn eines
Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann …
Eine solche nachträgliche Rache nützte niemandem
und würde einen Menschen ohne Not in den Ruin oder gar
Tod treiben." Bereits 1992 wurde Zollitsch, damals
Personalreferent, von einem Priester des Erzbistums Freiburg
über den Missbrauch am Neffen dieses Priesters
persönlich informiert. Die sexualisierte Gewalt war auf
4 Seiten protokolliert. Es kam zum Gespräch zwischen
dem Priester, dem Opfer und dem Personalreferenten. Der
Priester sagt: "Ich denke, es wurde vertuscht,
schlicht und einfach. Man wollte den Skandal verhindern auf
dem Rücken der Schwächsten", sagte der noch aktive
Pfarrer gegenüber "Report Mainz".
Quelle: swr
Quelle: Die
Zeit
Das Erzbistum
Freiburg nimmt dazu Stellung: "Diese Vorwürfe
sind weder neu noch gerechtfertigt. Erzbischof Dr.
Robert Zollitsch hat sich bereits im März dazu
geäußert und deutlich gemacht, dass es den damals
Verantwortlichen nicht darum ging, etwas zu vertuschen. Die
damals Verantwortlichen haben versucht, den Schaden zu
begrenzen und sexuellen Missbrauch zu verhindern."
Für morgen, Montag, ist eine ausführliche
Stellungnahme des Erzbistums Freiburg angekündigt.
Kommentar: Wenn - wie nicht nur in diesem
Fall bislang - so oft gelogen wurde oder Halbwahrheiten
verbreitet wurden, muss sich niemand im Freiburger
Ordinariat wundern, wenn auch die Kirchenloyalsten und
Gutwilligsten kein Wort mehr von dem glauben, was das
Erzbischöfliche Ordinariat erzählt.
Merken muss man
sich auch, dass die Herstellung von Gerechtigkeit für
den Erzbischof Zollitsch ein "Racheakt" ist.
Unerklärt
bleibt in der Erklärung des Erzbistums Freiburg, wessen
Schaden begrenzt werden sollte - der Schaden der Kirche oder
der Schaden der Opfer?
17.7.2010 Dem Vorsitzenden der
Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, liegt der
Missbrauch in Oberharmersbach auf der Seele. "Er habe
deshalb die Opfer und ihre Angehörigen inzwischen mehrfach um
Verzeihung gebeten ", berichtet kath.net.
17.7.2010 In der Odenwaldschule gab es
offensichtlich bereits kurz nach der Gründung vor 100
Jahren sexuelle Übergriffe durch Erzieher und Lehrer.
Quelle: Spiegel
17.7.2010 Katholikinnen fordern Reformen
- jetzt.
Quelle: FR
16.7.2010 Maria Jepsen,
Bischöfin der Nordelbischen Kirche, gibt ihr Amt auf.
Im Kontext einer Missbrauchsgeschichte sei ihre
Glaubwürdigkeit angezweifelt worden, sagt Jepsen.
Quelle:
Zeit
16.7.2010 Bislang haben sich bei
Christine Bergmann, der Missbrauchsbeauftragten der
Bundesregierung, ca 1500 Menschen gemeldet, mehr als
die Hälfte von ihnen kommen aus dem Bereich der
katholischen Kirche. BErgmann berichtet, dass sich nur ganz
wenige Täter melden und dass sie von Reue bisher noch
nichts gehört habe. Sie betont, dass es erneut zu eienr
tiefen Verletzung der Opfer führt, wenn diese erleben
müssten, dass versucht wird, das eine oder andere nicht
zu benennen.
Quelle:
Domradio
16.7.2010 Der Tagesanzeiger bemerkt,
dass für den Vatikan die Priesterweise für Frauen
genauso schlimm ist wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder.
Barbara Dorris, Überlebenden-Netzwerk von Priestern
Missbrauchter, erklärt, dass der Erlass des Vatikan
sich nur mit einem Teilproblem beschäftigt,
nämlich der Amtsenthebung pädophiler Priester. In
Wirklichkeit seien relativ wenige Kinder missbraucht worden,
weil Priester nicht schnell genug abgesetzt worden seien,
sondern es seien Hunderttausende Kinder durch das Vorgehen
von Bischöfen una anderen Kirchenmitarbeitern zum Opfer
geworden. Der Erlass sieht keine Sanktionen vor, wenn
missbrauchende Priester durch Kollegen und Vorgesetzte
gedeckt werden.
Quelle:
Tagesanzeiger
16.7.2010 Das Netzwerk ECPAT sammelt
Unterschriften für eine Petition gegen Sexhandel mit
Kindern und Jugendlichen. Die Bun desregierung wird
aufgefordert, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu
unterstützen und ein nationales Meldesystem aufzubauen.
Quelle:
Domradio
15.7.2010 Das österreichische
Justizministerium gibt an, dass am 15. Mai d.J. 34
Ermittlungsverfahren gegen katholische Priester und
KirchenmitarbeiterInnen wegen Misshandlungen und
sexualisierter Gewalt gebe. Nach Angaben von Ö 1
ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruch gegen die meisten
Beschuldigten, nämlich 22. In Innsbruck werden
verjährte Fälle nicht gleich eingestellt, da sich
auch noch Betroffene aus jüngster Zeit melden
könnten - damit würde die Verjährung für
ältere Fälle aufgehoben.
Quelle:
ORF
15.7.2010 Eine Frau, die den Notruf von
"Wir sind Kirche" betreut, berichtet. Sie stellte in den
vergangenen Wochen fest, dass sich Wut in die Verzweiflung
der Opfer mischt. Viele haben sich erst an die offizielle
Hotline der Kirche gewandt - und später an "Frau
Katharina", wie sie sich am Telefon nennt. Je mehr Zeit
verstreicht, desto größer ist die
Enttäuschung der Opfer, dass noch immer nichts
geschehen ist, dass sie noch immer keine
Entschädigungen erhalten haben, dass der Prozess
zäh und langsam ist, dass "die Kirche ihrem
Empfinden nach nicht kooperiert, sondern inszeniert. Vor
allem sich selbst." "Sie
fühlen sich im Stich gelassen", sagt Katharina B. Und
noch viel schlimmer: "Sie fühlen sich nun, da sie
endlich gesprochen haben, ein zweites Mal missbraucht.
Für viele Betroffene ist es ohnehin schwierig, Hilfe
bei der Institution zu suchen, deren Opfer sie einst
wurden."
Quelle:
Spiegel
Kommentar: Auch
ich beobachte, dass an vielen (nicht allen!) Stellen Kirche
sich selbst inszeniert und sich darin gefällt, von der
Option für die Opfer zu sprechen. Wenn es
tatsächlich um die Opfer ginge, müsste diese
Grundhaltung auch bei den Opfern ankommen - und genau das
geschieht nicht. Xavier Naidoo bringt es auf den Punkt: "In Japan bringen sich Politiker um,
wenn sie Scheiße gebaut haben. Und bei uns? Die
weinen noch nicht mal. Furchtbar!"
15.7.2010 Der Vatikan hat die
Verjährungsfrist für Missbauchsdelikte von bisher
10 auf 20 Jahre angehoben, gerechnet vom 18. Geburtstag des
Opfers an. Übergriffe von Priestern auf Geisteskranke
werdenjenen auf Kinder gleichgestellt. Beistz und
Verbreitung von Kinderpornographie wird in Zukunft auch als
schwerwiegendes Verbrechen betrachtet.
Quelle:
NZZ
15.7.2010 Der kirchenkritische Blogger
"skydaddy" hat den deutschen Kirchenrechtler Georg Bier
befragt, wer für die Seelsorgeeinheit Birnau im
Erzbistum Freiburg zuständig sei. Zunächst hatte
Professor Bier öffentlich geäußert,
Erzbischof Zollitsch sei niemals für die Seelsorge in
der Kloster- und Wallfahrtskirche Birnau zuständig
gewesen. Skydaddy wollte nun wissen, wie zu verstehen sei,
dass Erzbischof Zollitsch die Seelsorgeeinheit Birnau
errichtet habe und auch den Leiter der Seelsorgeeinheit -
einen Mönch des Klosters Mehrerau - ernannt habe, ohne
für die Seelsorge zuständig gewesen zu sein. Prof.
Bier wollte dieser Frage nachgehen, antwortete aber skydaddy
auch auf Nachfrage bislang nicht.
Skydaddy hatte einen zweiten Kirchenrechtsprofessor, Richard
Puza, der sich wie Prof. Bier zur Nichtzuständigkeit
des Freiburger Erzbischofes geäußert hatte,
angefragt. Der reagierte auf zwei Anfragen nicht.
Skydaddy hat sich nun an den US-amerikanischen
Kirchenrechtler und Missbrauchsexperten Thomas P.Doyle
gewandt. Dieser vertritt die Ansicht, dass der Freiburger
Erzbischof eine Untersuchung des Missbrauchsfalles in Birnau
hätte vornehmen müssen, als er 2006 davon Kenntnis
erhielt.
Nach Ansicht von Skydaddy erwecken sowohl das Erzbistum
Freiburg als auch der Abt des Klosters Mehrerau den
Eindruck, als sei das Erzbistum Freiburg nicht für die
Seelsorgeeinheit Birnau zuständig. Zu unterscheiden sei
die ordensrechtliche Zuständigkeit, die beim Orden
liegt und die seelsorgerliche Zuständigkeit, die
natürlich beim Bischof liege. Die umfangreichen
Ausführungen der Freiburger
Erklärungen und der Erklärung des Abtes
über Territorialabteien und deren Unabhängigkeit
vom Diözesanbischof müssen - so skydaddy - beim
Leser den Eindruck erwecken, dass dies eben auch für
Birnau zutrifft. Auf diese Weise wird offenbar bewusst ein
falscher Eindruck erzielt, ohne dass – jeder Satz für
sich genommen – gelogen wird.
Quelle:
skydaddy
14.7.2010 Das Ordinariat Freiburg hat
seine bisherige Darstellung korrigiert: Nicht erst - wie
bislang angegeben - 1995 gab es einen konkreten Hinweis auf
Missbrauchs-Verbrechen durch den katholischen Pfarrer von
Oberharmersbach, Hinweise gab es bereits 1992 durch ein
Opfer. Der 1991 aus dem Amt genommene Täter habe 1992
gegenüber dem Erzbistum Reue und Buße
zugesichert. Reue und Buße setzen natürlich
voraus, dass der Täter seine Taten auch gestanden hat.
Im März d.J. hatte das Erzbischöfliche Ordinariat
Freiburg von weiteren Recherchen im Jahr 1995 berichtet. Nun
sagt das Ordinariat, die weiteren Recherchen seien eine
Reaktion auf die Anzeige des Opfers bei der
Staatsanwaltschaft gewesen.
Derzeit sind 22 Opfer dieses Priesters aus Oberharmersbach
bekannt. Die tatsächliche Zahl der Opfer sei jedoch mit
Sicherheit höher, sagte der Sprecher des Erzbistums
Freiburg.
Quelle:
Badische
Zeitung
14.7.2010 Die Evangelische Landeskirche
Nordelbien will die Missbrauchsopfer von Ahrensburg
entschädigen. Der
inzwischen pensionierte Pastor Dieter K. soll von Ende
der 70er bis Mitte der 80er Jahre mehrere Jugendliche
sexuell missbraucht haben. Die Bischöfin Maria
Jepsen dementiert, dass sie von den
Verbrechen erfahren habe.
Quelle:
Evangelischer
Pressedienst
14.7.2010 In Luxemburg gingen bis Ende
Juni 124 Berichte über Misshandlungen und Missbrauch
bei der kirchlichen Kontaktstelle für Missbrauchsopfer
ein. 91 Frauen und Männer hatten sich als Opfer oder
als Zeugen gemeldet und berichteten von sexualisierter
Gewalt durch Priester, Ordensleute oder jugendliche
Mitbewohner in sozialen Einrichtungen. 65 Berichte gingen an
die Staatsanwaltschaft.
Quelle: Radio
Vatikan
14.7.2010 In der evangelischen
Schwesterkirche im Rheinland haben 57 Frauen und Männer
über Misshandlungen und sexualisierte Gewalt berichtet.
13 Berichte bezogen sich auch Erziehungs- und
Betreuungseinrichtungen der Diakonie und zweier kirchlicher
Stiftungen. In 5 Fällen sei die Gewalt in anderen
Landeskirchen geschehen und in 3 Fällen in der
katholischen Kirche.
Quelle:
FR
14.7.2010 Der neue Augsburger Bischof
Zdarsa wurde im Interview gefragt: "Natürlich findet
sexueller Missbrauch in der Kirche seltener statt als etwa
in der Familie. Aber das Vertrauen, das man der Kirche und
den Priestern entgegenbringt, muss doch besonders hoch sein.
Wiegt deswegen der Vertrauensbruch nicht besonders schwer?"
Er antwortete: "Das ist richtig. Aber ich möchte doch
darum bitten, dass wir immer wieder differenzieren. Der
Anspruch an Priester ist hoch, und wir haben uns immer
wieder neu danach auszurichten. Auch ich muss mir bei jeder
Predigt überlegen: Predigst du nicht auch für
dich? Insgesamt wird uns aber daran deutlich gemacht, dass
die Kraft, das Geheimnis Christi glaubwürdig zu
verkünden, nicht von uns kommt, sondern von Gott. Der
Apostel Paulus sagt: Gottes Kraft kommt in der Schwachheit
zur Vollendung. Damit möchte ich aber keineswegs die
Vergehen herunterspielen."
Quelle: Augsburger
Allgemeine
Kommentar: Paulus hat
mit Sicherheit nicht gemeint, dass in Verbrechen gegen
Kinder und Jugendliche die Kraft Gottes eine gute Chance
habe, sich zu vollenden.
13.7.2010 Johannes Röser stellt in
CiG
"Die
Priesterfrage".
13.7.2010 Das Bistum Aachen geht
wichtige Schritte: Es ernennt zum einen auch eine weibliche
Ansprechperson für sexuellen Missbrauch. Es will
jemanden mit der Betreuung und Nachsorge für die Opfer
beauftragen - das ist ein Gesichtspunkt, der bislang kaum im
Gespräch ist: Dass Opfer, die sich als solche kenntlich
gemacht haben, unter enormem psychischen Druck stehen und
auf Ansprache und Rückfrage angewiesen sein
können. Und schließlich ist auch im Blick, dass
ein (mutmaßlicher oder erwiesener) Täter seine
bisherigen MitarbeiterInnen in große Verunsicherung
stürzt.
Quelle: az-web
12.7.2010 Im Bistum Essen wurde ein
31-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Gegen ihn
läuft ein Verfahren wegen des Vorwurfs, er habe einen
erwachsenen Mann zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der
Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
Quelle:
Bistum
Essen
12.7.2010 Der frühere Generalobere
der Jesuiten, Johannes
G. Gerhartz SJ, gibt eine Erklärung über
seinen Umgang mit Missbrauchsfällen im Jesuitenorden
ab.
12.7.2010
Erstmals hat das Bistum München in Zusammenhang mit der
Versetzung des pädophilen Pfarrers Peter H. Fehler
zugegeben.
Quelle:
Süddeutsche
12.7.2010 Roman Polanski wird nicht an
die USA ausgeliefert. Sein Hausarrest in der Schweiz ist
beendet.
Quelle: Süddeutsche
12.7.2010 "Zu keiner Zeit wurde an die
Kinder und Jugendlichen gedacht und Sorge getragen, ihnen zu
helfen." So steht es im Sondergutachten von Andrea Fischer
zu den Missbrauchsfällen bei den Jesuiten. Naheliegend
ist, dass die Zahl der Betroffenen deutlich höher sein
dürfte als die Zahl derer, die sich gemeldet haben. Das
Sondergutachten empfiehlt dem Jesuitenorden, mit
Entschädigungszahlungen nicht auf die Ergebnisse des
Runden Tisches zu warten. Entschuldigungen
alleine
wirkten schal, wenn sie keine Konsequenzen hätten,
heißt es u.a. in dem Gutachen.
Quelle:
Domradio
12.7.2010 Eine Mitinitiatorin einer
Pro-Papst-Demo fragt: "Er [der Papst] hat sich bei den
Missbrauchsopfern entschuldigt -
was soll er also noch alles tun?"
Quelle:
vienna
12.7.2010 Thomas von Mitschke-Collande,
Unternehmensberater in München, empfiehlt den deutschen
Bischöfen, eine neue Synode einzuberufen. Vielleicht
hat er mit der Empfehlung ja mehr Erfolg als die
KatholikInnen an der Basis.
Quelle: Bistum
Essen
12.7.2010 Kardinal Meisner sagt, die
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche habe die
Seelsorge erheblich erschwert. Ihn quäle die "Wolke des
Verdachts", unter die nun alle geraten sind. "Das ist eine
wirklich teuflische Situation", meinte er.
Quelle:
Welt
Kommentar: Wer
von einer "Wolke des Verdachts" und einer "teuflischen
Situation" spricht, vermeidet mit der Vernebelung und
der Passiv-Formulierung, Verantwortliche für diese
Situation zu benennen. Verantwortlich für diese
Situation sind Kirchenmänner, die Kinder und
Jugendliche missbraucht haben und Kirchenmänner, die
die Täter gedeckt und die Verbrechen vertuscht haben.
11.7.2010 Auch in Chile kommen immer
mehr Missbrauchsfälle ans Tageslicht. Quelle: Eckiger
Tisch
11.7.2010 Im
Kloster Ettal wurde ein Erzieher beurlaubt. Ihm wird
sexueller Missbrauch vorgeworfen, der vor 25 Jahren im
Kloster Scheyern in Oberbayern geschehen sein soll. Der
weltliche Erzieher bestreitet die Vorwürfe.
Quelle:
Süddeutsche
10.7.2010 Die unabhängige
österreichische Opferanwältin, die im Auftrag der
Kirche für Missbrauchsfälle zuständig ist,
hat sich Kritik von der Kirche, von den "Schulbrüdern"
eingehandelt. Diese sind verärgert über eine
Anzeige durch Klasnic. Klasnic kündigte eine weitere
Anzeige gegen eine andere katholische Einrichtung an.
Die Schulbrüder müssten nach Ö1-Angaben
längst Bescheid gewusst haben sowohl über
Missbrauchsvorwürfe als auch über zugegebenen
sexuellen Missbrauch. Dafür sprächen Erfahrungen
von mutmaßlichen Opfern und ein Gerichtsurteil. Woher
die Sicherheit der Schulbrüder rührt zu sagen,
dass es sexuellen Missbrauch bei den Schulbrüdern nicht
gegeben habe, ist nicht erkennbar.
Quelle: oe1
10.7.2010 Die "Verschlossene Auster"
2010 geht an die Deutsche Bischofskonferenz. Es ist eine
Auszeichnung für die Informationsblockaden der
katholischen Kirche, die vertuschte, verleugnete und
verheimlichte. Der Kritik-Preis wird von der
Journalistenvereinigung netzwerks recherche e.V. verliehen.
In der Begründung heißt es: "Die Deutschen
Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der
Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht
mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den
Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und
vollständige Information nicht und widerspricht damit
ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und
Ehrlichkeit."
Quelle:
www.finanznachrichten.de
Die Laudatio hielt Heribert Prantl: "Das
kalte Herz der Kirche"
10.7.2010 Im Bistum Regensburg, in
Erbendorf, wurde der Stadtpfarrer wegen
Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Dem 58-jährigen
Geistlichen werden unsittliche Berühungen von
9-jährigen Schülerinnen vorgeworfen.
Quelle: Oberpfalznetz
10.7.2010 Der belgische Kardinal
Danneels hat
Anzeige wegen Verletzung des Justizgeheimnisses
erstattet. Was in den vergangenen Stunden über
ihn in den Medien veröffentlicht wurde,
schädige den Ruf des Kardinals auf irreparable
Weise.
Quelle:
Radio
Vatikan
9.7.2010 Sexueller Missbrauch beginnt
schleichend - Dr. Barbara Haslbeck informiert im Bistum
Bamberg
Quelle: Bistum
Bamberg
9.7.2010 Das Erzbistum Freiburg legt
eine Zwischenbilanz vor: 36 Diözesanpriester, 4
Ordenspriester, 2 Ordensbrüder, 2 Erzieher - insgesamt
also 44 Täter - werden des sexuellen Missbrauchs
zwischen 1950 und 2000 beschuldigt. 16 Diözesanpriester
sind gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. 2 Anzeigen
werden geprüft, 2 Hinweise lassen sich nicht einem
Täter zuordnen. Über die Anzahl der Opfer gibt es
keine Informationen.
Im März 2010 hatte das Erzbistum gesagt, es habe erst
1995 einen Hinweis auf einen Missbrauchstäter - den
Pfarrer von Oberharmersbach - erhalten. Aber es gab bereits
1992 Hinweise aus Oberharmersbach. Erzbischof Zollitsch -
damals Freiburger Personalreferent - sagt heute, er
hätte damals zusammen mit dem Erzbischof Saier und dem
Generalvikar Bechtold Hinweisen intensiver nachgehen
müssen.
Quelle:
Erzbistum
Freiburg
Nach Angaben von rga-online
meldeten sich alleine in Oberharmersbach 17 Opfer. Ein Brief
des Erzbischofs an die ChristInnen in Oberharmersbach ist in
baden-onlinenachzulesen.
Der Erzbischof ist geschockt über die Anzahl der Opfer:
"Damals war uns allen nicht bewusst, wie groß die Zahl
der Betroffenen in der Gemeinde ist." Dem Bericht
ist nicht zu entnehmen, ab welcher Mindestzahl an Opfern ein
Erzbischof geschockt ist.
Am 21. Mai 2010 war im Südkurier
noch von 40 Tätern im Erzbistum Freiburg die Rede.
Die Badische
Zeitung hat bereits im März Fragen an das
erzbischöfliche Ordinariat Freiburg gestellt. Nicht
alle sind beantwortet.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Ackermann,
hatte gesagt: "Wo kein wirklicher Aufklärungswille
vorhanden war und Täter einfach nur versetzt wurden,
müssen wir in einer ganzen Reihe von Fällen
gestehen, dass vertuscht worden ist.".
9.7.2010 Der Vatikan hat nach der
apostolischen Visitation des Klosters Ettal den Abt Barnabas
Bögle und den Prior Maurus Kraß rehabilitiert.
Sie haben keine Fehler im Umgang mi Verdachtsfällen von
sexuellem Missbrauch gemacht. Beide hatten Ende Februar auf
Drängen des Erzbistums München-Freising auf ihre
Ämter verzichtet.
Quelle: Domradio
9.7.2010 Seit März dieses Jahres
sind bei der Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen
Kindesmissbrauchs bereits 1500 Berichte eingegangen seien.
Von Männern übrigens meist schriftlich, der
Älteste darunter ein Mann von 80 Jahren.
Quelle: Morgenweb
9.7.2010 Gerold Becker, der
langjährige Leiter der Odenwaldschule, ist tot. Die von
der südhessischen Odenwaldschule beauftragten
Opferanwältinnen Claudia Burgsmüller und Brigitte
Tilmann zogen eine Zwischenbilanz ihrer
Aufklärungsarbeit. Sie sprechen von mehr als 50
Opfern. "Die Gegenwehr von Opfern sexuellen Missbrauchs
wurde in dem Internat systematisch gebrochen", sagte die
Wiesbadener Strafrechtlerin Burgsmüller am Donnerstag
in Heppenheim. Entschädigungszahlungen sind
derzeit nicht vorgesehen.
Quelle:
rp-online
9.7.2010 Papst Benedikt XVI. hat einen
Kommissar ernannt, der die Ordensgemeinschaft
„Legionäre Christi“ nach einem Skandal um sexuellen
Missbrauch disziplinieren soll. Der italienische
Kurienerzbischof und vatikanische Wirtschaftsfachmann
Velasio De Paolis soll den Orden auf jenem „Weg der
Reinigung“ begleiten, den Benedikt gefordert hatte. Ob es
dem Kommissar - im Sprachgebrauch des Vatikans
„Päpstlicher Beauftragter“ - dabei auch um das
Finanzgebaren der wohlhabenden „Legionäre Christi“
gehen wird, ließ der Heilige Stuhl in seiner
Mitteilung vom Freitag in Rom offen.
Quelle: Sächsische
Zeitung
8.7.2010 Andrea Fischer legt ihren
Bericht über die Missbrauchsfälle im Jesuitenorden
vor.
Quelle: Eckiger
Tisch
8.7.2010 Das
Aloisius-Kolleg in Bonn hat Julia Zinsmeister, Professorin,
mit der Prüfung der Missbrauchsfälle beauftragt.
Im Aloisius-Kolleg ist von 6 Tätern und 30 Opfern die
Rede.
Quelle: Domradio
8.7.2010 Die Zeitung "La Dernière
Heure" berichtet, Godfried Danneels habe bei Informationen
über Missbrauchsfälle die Opfer entweder an die
zuständige Diözese verwiesen, gar nicht reagiert
oder ihnen ein Buch mit dem Titel "Vergeben lernen"
überreicht. In seiner gestrigen Vernehmung habe er oft
mit dem Hinweis reagiert, er könne sich nicht erinnern.
Quelle:
ORF
Kommentar: Die
Nachrichten aus der belgischen Kirche sind verwirrend: die
einen bauschen auf und machen schon mal aus einem Kunstwerk
ein kinderpornografisches Bild - die anderen vertuschen
routinemäßig. Da herauszufinden, was nun
wirklich gespielt wird, ist nicht so einfach.
7.7.2010 Godfried Danneels wurde 10
Stunden von der Justiz verhört. Er habe bestritten, von
Missbrauchsfällen gewusst zu haben. Allerdings wird
auch berichtet, dass in 50 Missbrauchs-Dossiers seht,
Danneels habe von den Verbrechen gewusst. Danneeels war von
1979 bis 2010 an der Spitze der Erzdözse
Mechelen-Brüssel und der belgischen Bischofskonferenz.
Die gefundenen Unterlagen über Dutroux sind
offensichtlich an die Presse gelangt und wurden
unterschiedlichen Leuten zugeschickt, darunter der kath.
Kirche in Belgien.
Quelle:
Wiener
Zeitung
7.7.2010 Ungefähr 250
Missbrauchsopfer haben sich bis gestern, Dienstag, bei der
Klasnic-Kommission, die von Kardinal Schönborn
eingesetzt wurde, gemeldet.
Quelle: Die
Presse
6.7.2010 Die belgische
Generalstaatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen die
Kirche von Belgien an sich gezogen, berichtete der
flämische Fernsehsender VRT gestern. Sie
überprüft, ob die Durchsuchungen der Häuser
der belgischen Kirche rechtens waren. Waren sie das nicht,
dürfen die beschlagnahmten Unterlagen nicht verwendet
werden.
Quelle: RP-online
6.7.2010 Bei der Durchsuchung in
Häusern der belgischen Kirche/Bischofskonferenz sollen
auch vertrauliche Berichte über den Fall Dutroux
gefunden worden sein. Der ehemalige Erzbischof von
Mechelen-Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, wurde
heute von der Staatsanwaltschaft als Zeuge verhört.
Nach Angaben des Senders RTL-TVI soll es bei dem Verhör
unter anderem um die Dutroux-Dokumente gehen, aber auch um
Vorwürfe unterlassener Hilfeleistung. Es gebe Hinweise,
dass Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden seien. Das
Verhör solle klären, ob Danneels davon gewusst
habe. Wenn dem so sei, könne ein Verfahren wegen
unterlassener Hilfeleistung folgen.
Quelle:
ORF
6.7.2010 Der Fall eines Ordensmanns aus
dem Bezirk Gänserndorf wurde bekannt. Dieser wurde am
vergangenen Freitag am Landesgericht Korneuburg wegen
Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu sechs
Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde
vorgeworfen, seine Vertrauensstellung als Seelsorger
ausgenützt zu haben. Demnach habe er zwei psychisch
angeschlagene junge Frauen, die in dem Kloster Rat und
Orientierung suchten, sexuellen Übergriffen ausgesetzt.
Quelle: kleine
Zeitung
6.7.2010 Die Ermittlungen gegen einen
Ordensmann des Klosters Metten wegen
übermäßiger Gewalt und sexueller
Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind entweder
bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr
pauschal und in manchen Fällen läge kein
strafbares Verhalten vor.
Quelle: idowa.de
6.7.2010 Im
Fall des Fritzlarer Missbrauchstäters, eines
Prämonstratenser-Paters, wird nun auch gegen den Prior
wegen des Verdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch
durch Unterlassung ermittelt. Der Prior soll von den
mutmaßlichen Taten des Festgenommenen gewusst, aber
geschwiegen haben.
Quelle: FR
6.7.2010 Manuel N., 29 soll als
Elfjähriger in der katholischen De La Salle Schule in
Strebersdorf über mehrere Monate hinweg von insgesamt
sieben Mitarbeitern und Geistlichen vergewaltigt worden
sein. Auch Fotos und Videoaufnahmen sollen
gemacht worden sein. Die Klasnic-Kommission hat Anzeige bei
der Staatsanwaltschaft Wien erstattet. Die Erzdiözese
Wien sprach davon, dass die Vorwürfe ernst zu nehmen
seien. "Der Verdacht wird bestätigt", hieß es.
Nach Angaben der Mutter des mutmaßlichen Opfers liegen
der Kommission noch weitere Vorwürfe von ehemaligen
Schulbrüder-Absolventen vor. Das wird vom Schuldirektor
Johann Gassner dementiert: "Es gibt sicher keine weiteren
Missbrauchsfälle." Die Kongregation der
Schulbrüder weist die Vorwürfe des sexuellen
Missbrauchs energisch zurück. Der Provinzial der
Schulbrüder, Johann Gassner, erklärte, er habe
erst heute über die Medien von den neuerlichen
Vorwürfen erfahren. Bei den Vorwürfen handelt es
sich um einen bereits Mitte der 1990er Jahre verhandelten
und zweimal von der Staatsanwaltschaft geprüften Fall,
in dem die Mutter eines mutmaßlichen Opfers den
Vorwurf des Missbrauchs gegen die Schulbrüder in
Wien-Strebersdorf eingebracht hatte. Laut Ö1 habe sich zumindest ein
weiteres mutmaßliches Missbrauchsopfer bei der
Opferschutzanwältin Klasnic gemeldet und
Vorwürfe gegen Schulbrüder erhoben.
Quelle:
kurier.at
und kath.at
und ORF
Nachtrag:
7.7.2010 In der Wiener
Zeitung steht, dass die Schulbrüder seit Wochen
gewusst hätten, dass die Klasnic-Kommission eine
"Sachverhaltsdarstellung" abgeben wolle. Das erklärte
die Opferschutzkommission.
5.7.2010 Der Papst rief die
Gläubigen dazu auf, den Geistlichen trotz allem Liebe
entgegenzubringen. Wörtlich: "Liebt euren Bischof,
liebt eure Priester: Trotz ihrer Schwächen ist ihre
Anwesenheit im Leben wertvoll."
Quelle:
ORF
Kommentar: Der Papst
kann leider immer noch nicht unterscheiden zwischen der
Schwäche eines Menschen und einem Verbrechen, das ein
Mensch begeht. Die Frage ist, ob die Opfer die
Anwesenheit eines Priesters, der sie missbraucht, auch als
wertvoll ansehen. Offensichtlich ist der Papst noch keinen
Millimeter weitergekommen in dem nötigen Versuch, das
Leben aus der Perspektive der Opfer anzuschauen. Das ist
enttäuschend - aber nicht überraschend.
3.7.2010 Der katholische Erzbischof von
Melbourne, Australien, entschuldigt sich bei den
Missbrauchsopfern. - Am Freitag dieser Woche war in
Sydney ein katholischer Priester zu 20 Jahren Haft
verurteilt worden. Der heute 67 Jahre alte Mann hatte vor
Gericht gestanden, in seiner Zeit als Lehrkraft an einer
katholischen High School in Sydney mehr als 20 Jungen im
alter zwischen fünf und sechzehn Jahren auf zum Teil
sadistische Weise missbraucht zu haben. Opfer des
Missbrauchs hatten vor Gericht ausgesagt, die Schüler
hätten in ständiger Angst gelebt, missbraucht zu
werden.
Quelle:
kath.press
3.7.2010 Opferschutzorganisationen in
Belgien klagen seit längerem, dass die katholische
Kirche Missbrauchsfälle vertusche. Rund 4500 Kinder und
Jugendliche sollen Opfer von pädophilen Priestern sein.
Woher diese Information stammt, ist dem Bericht nicht zu
entnehmen.
Quelle:
news4press
Der Runde Tisch Heimerziehung spricht
zum ersten Mal über Entschädigungszahlungen.
Genaueres ist nicht zu erfahren.
Quelle: Domradio
2.7.2010 In CiG
berichtet ein früherer katholischer Priester, der
geheiratet hat, dass er von der Kommunion ausgeschlossen
ist. Er fährt fort: "Wer jedoch als suspendierter
Priester ohne Zölibatsdispens eine zivile
(kirchenrechtlich ungültige) Ehe eingeht, ist vom
Empfang der Sakramente ausgeschlossen. ... Nach
staatlichem Recht verurteilte Priester trifft diese Sanktion
nicht. Ein mir bekannter Pfarrer stand trotz mehrfacher
Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern immer
wieder der Eucharistie vor. Er wurde im letzten Jahr
suspendiert, 24 Jahre nach den ersten öffentlich
bekannt gewordenen Vorfällen."
2.7.2010 Der Spiegel
berichtet über die Rolle Ratzingers im
Missbrauchsskandal. Danach sieht es so aus, als habe der
Vatikan erst auf Druck von Bischöfen gehandelt.
2.7.2010 In Belgien hat die Justiz den
Verdacht, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle
vertuscht habe. Seit 1998 gibt es - anlässlich der
Dutroux- Enthüllungen - eine kirchliche Kommission. An
deren Arbeit kritisierte Rik Devillé, katholischer
Priester, dass ANzeigen nicht nachgegangen werde.
Devillé hat sich in den 90er Jahren mit über 300
Beschwerden von Opfern beschäftigt. Nach seiner
Schätzung habe die Kirche davon nur etwa 5%
weiterverfolgt.
Quelle:
Tagesspiegel
2.7.2010 Der Münchner Erzbischof
hat Missbrauchsopfer getroffen. Quelle: kath.web( nicht mehr
online s. auch Radion
Vatikan
2.7.2010 Der Vatikan-Anwalt in den USA,
Jeffrey Lena, sieht kein Risiko für den Vatikan, dass
er durch Entschädigungszahlungen wegen sexuellen
Missbrauchs von Priestern in den USA in den Bankrott gehen
müsse. In dem konkreten Missbrauchsfall, um den es in
Oregon gehe, sei der Priester nicht Angestellter des
Heiligen Stuhls, sondern dem Orden unterstellt, dem der
Täter angehört. Der Vatikan-Jurist erkennt an,
dass es bei dem Opfer um ein wirkliches Opfer gehe.
Quelle:
Radio
Vatikan
2.7.2010 Ein
weiteres
mutmaßliches
Opfer
des
in
einem
anderen
Fall
geständigen
Pater
G.
meldet sich nun zu Wort. Das Opfer soll in einer Kapelle
in Nussdorf (Seelsorgeeinheit
Birnau) missbraucht worden sein. Der
Bistumssprecher des Erzbistums Freiburg geht davon aus,
dass die Kapelle in Nussdorf dadurch nicht entweiht
wurde. Die
Staatsanwaltschaft Konstanz prüft derzeit, ob der
Erzbischof von Freiburg für die Seelsorgeeinheit Birnau
mit den Dörfern Nußdorf und Deisenberg
zuständig war oder nicht. Eingerichtet wurde die Seelsorgeeinheit
durch das Erzbistum Freiburg. Das Erzbistum Freiburg geht
davon aus, dass die alleinige Verantwortung, auch bei
Personalentscheidungen, beim Abt von Mehrerau liege. In den
Leitlinien
der Bischoskonferenz von 2002 heißt es: "Die
Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen
sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute,
die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag
tätig sind, liegt - unbeschadet der Verantwortung der
Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen Fällen
bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung
an."
Quelle:
Südkurier
2.7.2010 Der Sprecher des Bistums auf
der Insel Mallorca geht davon aus, dass es dort nie
sexuellen Missbrauch gegeben habe. Der katholische Priester
Jaume Satandreu hingegen berichtet, dass er über 2
Jahre hinweg von einem katholischen Priester missbraucht
wurde. Er sei nicht der Einzige gewesen, der
mutmaßliche Täter habe einen ganzen Harem mit
weiteren Mischülern gehalten. Als Santandreu als
Elfjähriger ins Priesterseminar in Palma eintrat und
dort von den seltsamen Vorgängen berichtete, habe man
ihn auf die Bibel schwören lassen, niemals wieder davon
zu sprechen. Auch ein entsprechendes Papier habe er
unterschreiben müssen, berichtet Satandreu.
Quelle:
Mallorca-Zeitung
2.7.2010 In
der Diözese Linz meldeten sich 140 Personen und
berichteten von Gewalt und sexcualisierter Gewalt. 58
Personen werden beschuldigt, in 27 Fällen wurden die
Beschuldigungen an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet.
80 bis 90 % der ANzeigen dürften sich nach
Schätzung der diözesanen Kommission als
verjährt erweisen; ggf. ist auch ein Teil der
Täter inzw. gestorben, nur 5 befinden sich noch im
kirchlichen Dienst.
Quelle:
ORF
2.7.2010 In Australien muss der kath.
Priester John Sidney D.
(67) für
knapp 20 Jahre ins Gefängnis. Er hat zwischen 1968 und
1986, also 18 Jahre lang, mindestens 25 Schulkinder zwischen
5 und 16 Jahren sexuell missbraucht. Die Richter nahmen dem
Angeklagten seine geäußerte Entschuldigung nicht
ab.
Quelle:
shortnews
2.7.2010 Nicht mehr so alleine dastehen
müssen - sagt ein Überlebender von Gewalt im wdr.
1.7.2010 Die belgische Theologin Karlijn
Demasure sagte der Zeitschrift Knack, sie habe nach
Hinweisen von Missbrauchsopfern mit Tätern gesprochen,
die selbst spontan noch zehn weitere Opfer genannt
hätten. Rechne man diese Zahl hoch, komme man auf mehr
als 5000 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester.
Demasure kritisierte zugleich den früheren Vorsitzenden
der Belgischen Bischofskonferenz Kardinal Godfried Danneels.
Die Pastoraltheologin gehört der unabhängigen
Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen
durch kirchliche Mitarbeiter an, die am Montag
zurücktrat.
Der
niederländische
Anwalt Martin de Witte aus Amersfoort berichtet, er habe
nichts dagegen, wenn die Behörden auch in den
Niederlanden eine polizeiliche Untersuchungsaktion der
Kirche mache wie in Belgien. "Noch immer herrscht eine
Kultur vor, alles unter den Teppich kehren zu wollen", sagte
der Jurist. Die Justiz müsse feststellen, ob die Kirche
Unterlagen über noch nicht verjährte Fälle
besitze, in denen sie selbst nicht aktiv werden wolle, um
Opfer ausfindig zu machen. In die von der Kirche
eingerichteten Kommission zur Untersuchung sexueller
Übergriffe hätten die Opfer kein Vertrauen, meint
der Jurist.
Quelle:
kath.web
Kommentar: Die
Hochrechnung von Karlijn Demasure ist nach meinem
Kenntnisstand realistisch: Nur 10% der Opfer von
Kirchenleuten haben sich bislang gemeldet. Die sich nicht
gemeldet haben, trauen der Kirche nicht, die Taten sind
verjährt, sie können nach Jahrzehnten halbwegs in
Frieden leben und wollen nicht noch einmal mit der
Vergangenheit konfrontiert werden - die letzten Monate waren
schwer genug. Sie haben den Glauben, dass Kirche zu ihnen
steht, längst verloren.