Letzte Änderung: 30.9.2011
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  Kirchliche Projekte in Zusammenarbeit mit Gewaltüberlebenden

SkF Köln: Chat und Forum für Gewaltbetroffene


In Fulda bot der Sozialdienst katholischer Frauen Abende für Frauen an, die Gewalt erfahren haben. Kontakt über die Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt Tel. 0661- 839415.Quelle: Fuldaer Zeitung, 7.11.2006 - SkF Fulda


Wenn Sie von kirchlichen Projekten erfahren, die MIT Gewaltüberlebenden zusammen über Gewalt, Gewaltfolgen, Solidarität mit Gewaltüberlebenden...... nachdenken, informieren Sie mich doch bitte!

Mail an rika_k@web.de
 

Hinweise auf kirchliche Projekte, die Gewalt gegen Frauen und Kinder thematisieren



Arbeit mit Tätern und Männern, die in der Gefahr stehen, Täter zu werden

Kirchliche Traumaarbeit mit Gewaltüberlebenden
in...
Afrika: Genitalverstümmelung
Deutschland: Trauma-Seelsorge für Tsunami-Überlebende, 2005
Deutschland: Traumatisierte Flüchtlinge
Deutschland: Trauma + Abschiebung
Deutschland: Zwangsprostitution
Deutschland: Straffällige als Täter und Opfer wahrnehmen - Trauma-Seelsorge
Deutschland: Langzeitarbeit mit Frauen, die durch Häusliche Gewalt traumatisiert wurden
Deutschland: Arbeit mit Flüchtlingen - Kirche fordern besseren Umgang, 2005

Indien
Irak
Kolumbien
Kongo
Kongo - Malteser
Kosovo
Sudan
Sudan: Trauma-Seelsorge
Südafrika
Südostasien
Ostafrika/Uganda 2005 Dr. Sabine Lindorfer Auszug aus dem Bericht
Osttimor
Sierra Leone - Kriegssklavinnen
Uganda
Tschetschenien




Ostermarsch 2005 in Bern
Gegen die Gewalt an Frauen. Aufstehen, auch gegen die Gewalt an Frauen. Thema des diesjährigen Ostermarsches am Ostermontag, 28. März
Wir stimmen gerne in den Osterjubel mit ein: Gewalt hat nicht das letzte Wort. Wir sehen Gott nicht an der Seite von Gewalttätern, die Menschen ausgrenzen, foltern und kreuzigen, sondern an der Seite der Opfer von Gewalt, ihnen Leben schenkend. Dieses Auferstehungshandeln hat in der Bibel eine lange Tradition und betrifft sowohl einzelne Menschen wie ganze Gruppen: Das Volk Israel wird aus Knechtschaft und Exil befreit. Jesus befiehlt dem Gelähmten (Mk 2,1) und der Tochter des Jairus (Mk 5,35)aufzustehen – und der biblische Ausdruck dafür ist derselbe wie für die Auferstehung Jesu.

Diese und viele anderen Aufstehgeschichten bringen die Frohe Botschaft des anbrechenden Reiches Gottes zum Tragen: Opfern von Herrschaft, Krankheit und Ausgrenzung steht hier und jetzt Leben, Leben in Fülle, zu. Die seit 18 Jahren gekrümmte Frau braucht keinen Tag länger zu warten und wird am Sabbat – zur Ehre Gottes – aufgerichtet (Lk 13,10). Das Reich Gottes basiert nicht auf Opfern, sondern auf deren Befreiung.

Osterbotschaft auch für Frauen
Damals wie heute steht dieses Leben in Fülle auch Frauen zu. Wenn wir als christliche Gemeinschaft glaubwürdig verkünden wollen, Gewalt habe nicht das letzte Wort, dann ist unser Handeln gefragt angesichts der vielfältigen individuellen und strukturellen Gewalt gegen Frauen innerhalb der Gesellschaft und der Kirchen. Für Gewalt gegen Frauen gibt es im Licht von Ostern keine Tabuzonen: weder die traute Familie noch der kirchliche Altarraum noch das intime Bordell mit exotischen Frauen noch das politische und wirtschaftliche Umfeld.

Der Gewalt nicht das Wort überlassen heisst auch, sie dort aufdecken, wo sie scheinbar harmlos daherkommt, z.B. in abschätzigen Sprüchen über eine Arbeitskollegin, im sich Aufopfern für das Wohl der Familie, in sexistischen Witzen unter Sportskumpeln, im Verständnis für die Entscheidung des Direktors, der die gut qualifizierte Frau nicht befördert hat, in der systematischen Kritik unseres Freundes an der Kindererziehung seiner Frau …

Mögen immer wieder Frauen und Männer getragen von der christlichen Osterbotschaft mitten im Alltag fürs Leben von allen einstehen und so jenen Gott bezeugen, der das Leben liebt auch vor dem Tod!

Regula Strobel, feministische Theologin, Freiburg

Gewalt hat nicht das letzte Wort
Frauen haben Rechte – Menschenrechte! Was selbstverständlich klingt, ist es leider nicht. Nicht im Alltag so genannter Friedenszeiten und am allerwenigsten in Zeiten von Krieg und bewaffneten Konflikten und in der Zeit danach. In Ruanda wurden 1994 innerhalb weniger Wochen eine halbe Million Frauen vergewaltigt. In Bosnien waren es Zehntausende. Wie viele sind es heute, wie viele werden es morgen sein, im Sudan, in Nepal, in Kolumbien oder im Irak? Wie viele von ihnen erleiden später als Flüchtlinge abermals Gewalt? Wie viele Frauen werden als Vergewaltigte von ihren eigenen Gemeinschaften ausgestossen, vertrieben und geächtet? Wie viele Frauen erhalten keinen Zugang zu Recht, keine medizinische Betreuung, keine Chance auf ein wirtschaftliches Auskommen?

Eine Frau in der Demokratischen Republik Kongo berichtete Amnesty International, wie sie auf dem Weg zum weit entfernt liegenden Gesundheitszentrum von zwei Soldaten angehalten wurde: „Ich sagte ihnen, ich sei krank, weil ich vergewaltigt worden sei. Sie sagten ,das macht keinen Unterschied‘ und vergewaltigten mich nochmals.“ *


Geringschätzung der Frauen, (Ohn-)Macht der Männer, Straflosigkeit der Täter und die Tabuisierung ihrer Taten bilden den Nährboden, auf dem Gewalt gegen Frauen gedeiht – im Krieg wie im Frieden. Ihre Wurzel ist die alltägliche Diskriminierung, ihre Frucht die fortgesetzte Entwürdigung der Frauen.

Seit einem Jahr führt Amnesty International weltweit eine Kampagne gegen den alltäglichen Menschenrechtsskandal dieser Gewalt, die Frauen erleiden, weil sie Frauen sind: Wir appellieren an Regierungen, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Wir fordern eine konsequente Verfolgung der Taten und die Be-strafung der Täter. Wir fordern Schutz und Entschädigung für die Opfer. Wir setzen uns ein mit denjenigen und für diejenigen, welche die Menschenrechte der Frauen verteidigen.

Ostermarsch

Mit ihrer erstmaligen Teilnahme am Berner Ostermarsch wollen vor allem jugendliche Aktivistinnen und Aktivisten von Amnesty International ein Zeichen setzen gegen die alltägliche Verletzung der Menschenrechte von Frauen. Dazu gestaltet die Jugendgruppe Bern Aktionen und sammelt Unterschriften zur aktuellen Kampagne. Cornelia Schmalz von der Jugendgruppe Baden vertritt Amnesty International als Rednerin. Wir freuen uns auf eine aktive Teilnahme vieler engagierter Menschen jeden Alters – denn wie das Symbol der Hand es ausdrückt: Es ist an uns, zu handeln!


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Gewalt gegen Frauen. Eine unbehagliche Ausstellung

Am Vortag des internationalen Frauentags ist im Landeskirchenamt in Düsseldorf eine Wanderausstellung mit Gemälden einer Frau, die als Kind missbraucht und vergewaltigt wurde, eröffnet worden. Die Bilder der Frau, die anonym bleiben möchte, seien "nur ein schwacher Widerschein dessen, was Opfer von Gewalt zu ertragen haben", sagte zur Ausstellungseröffnung Präses Nikolaus Schneider. Die Besucherinnen und Besucher erwarte kein fröhliches Thema. "Beim Betrachten der Bilder werden Sie sich vielleicht unbehaglich und betroffen fühlen."
In die nackte Frau, die auf dem Rücken liegt, stößt ein überdimensionales Schwert hinein. Das ist eines der drastischen Motive, die "ZK" - so das Kürzel der betroffenen Frau - mit Pinsel und Farbe auf Papier gebracht hat. "Der Weg - Geschichte einer misshandelten Frau" heißt die Reihe von Gemälden, eine Wanderausstellung. Gewalt gegen Frauen und Kinder sei leider immer noch ein Problem, sagte der Präses, der an das Wort der Landessynode 2000 erinnerte, die diese Gewalt als Sünde gebrandmarkt hat. Weil auch im Raum der Kirche Gewalt gegen Frauen vorkomme, habe sich die rheinische Kirche Instrumentarien gegen Übergriffe oder wenigstens zum nachträglichen Schutz der betroffenen Frauen gegeben.
Aufmerksam bleiben: Dr. Britta Jüngst.
Die Bilder seien berührend. Und: Wer sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt beschäftigt, kommt nicht unberührt und unbeschadet davon. Das sagte die westfälische Frauenreferentin Dr. Britta Jüngst in ihrem Referat zur Ausstellungseröffnung. "Unsere theologische Tradition steht hier vor Grenzen", so die Theologin. Die Tradition spreche nicht von Widerstand. Vielmehr sei die christliche Theologie schnell dabei, Vergebung zu predigen. Doch die Erwartung, dass die Opfer vergeben, klinge danach, sie sollten schweigen. Und nicht (mehr) über die erlittene Gewalt reden - wie es typischerweise Täter von Gewalt- und Missbrauchsopfern verlangen. Jüngst rief dazu auf, für sexualisierte Gewalt aufmerksam zu bleiben und sie nicht zu dulden.
Klänge wie kreischende spitze Schreie, dazu beunruhigende klopfende Töne: Die Ausstellungseröffnung endete mit dem Stück "Mystical Uniting" des 1955 geborenen Esten Peeter Vähi, das das Duo "Nuances" mit Anke Kreuz (Querflöte) und Achim Busch (Gitarre) aufführte.

Bis Gründonnerstag, 24. März, ist die Ausstellung im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, zu sehen.


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Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt - mit Unterstützung des Bistums Fulda


Die Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt in Trägerschaft des Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Fulda wurde 1992 eingerichtet. Sie sieht sich als Angebot eines katholischen Frauenverbandes, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, "physische, psychische und materielle Not, Unterdrückung, Misshandlung, Armut und Ungerechtigkeit zu erkennen, die Interessen von Frauen auch in der Öffentlichkeit zu vertreten und sie zur Wahrung ihrer Rechte zu befähigen". Die 10-jährige Erfahrung der Beratungsstelle zeigt, dass sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft in ihrer Bedeutung und Auswirkung für die Opfer nicht in ihrem vollen Umfang wahrgenommen wird. Vielmehr sind Opfer nach wie vor mit Vorurteilen konfrontiert, ihnen wird häufig eine Mitschuld unterstellt, die ihnen eine Aussprache über ihre Gewalterfahrung erschwert.
Neben der Beratung und Begleitung der Opfer, setzt sich die Beratungsstelle auch für Prävention ein. Informierte Erwachsene und selbstbewusste Kinder sind langfristig ein guter Schutz gegen sexuelle Gewalt.

Das Projekt "Auf-SCHREI-ben"    

Ausgehend von dem Selbstverständnis der Beratungsstelle entstand anlässlich des 10-jährigen Bestehens eine Projektidee. Damit soll Betroffenen ein Forum geschaffen werden, in dem sie zu Wort kommen und gehört werden.
Der SKF will mit dem Projekt ein Forum für Opfer sexueller Gewalt schaffen, in dem sie mit ihren Erfahrungen, Erinnerungen und ihren eigenen Überlebensstrategien zu Wort kommen.
Durch das Aufschreiben werden Erinnerungen geweckt. Indem sich die Betroffenen darauf einlassen, können sie die Erfahrung machen, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen und dadurch zu verarbeiten.
Ein weiteres Ziel ist, die eigene Geschichte mit anderen Betroffenen zu teilen und dadurch zu erfahren, nicht alleine zu sein. Durch eine sog. "interne Öffentlichkeit" soll Verbundenheit, Entlastung und letztlich Stärkung vermittelt werden.
Die allgemeine Öffentlichkeit soll für das Thema sexuelle Gewalt sensibilisiert werden, indem sie mit der Sicht und dem Erleben der Opfer konfrontiert wird.

Zielgruppe

Mit dem Projekt sollen in erster Linie Menschen angesprochen werden, die sexualisierte Gewalt erleben und erlebt haben
Voraussetzung für das Projekt ist zunächst, die Zielgruppe zu erreichen und zum Mitmachen zu motivieren. Dafür ist es unbedingt notwendig, den Schreiber/innen einen Schutzraum zuzusichern, d.h. Ihnen zu garantieren, dass sie anonym bleiben und die Texte vertraulich behandelt werden. Die Bekanntmachung und Präsentation des Projekts erfolgt über die Medien und eine Ausschreibung, die breit gestreut und öffentlich ausgelegt wird
Menschen, die sexuelle Gewalt erleben oder erlebt haben werden aufgefordert, ihre Erfahrungen und Erinnerungen sowie die eigenen Überlebensstrategien z.B. als Gedicht, Brief, Geschichte, Tagebuchaufzeichnung aufzuschreiben und an den SKF zu schicken.
Das Projekt beinhaltet das Angebot an die Schreiber/innen, ihre Texte anonym zu einem Erfahrungsheft zusammen zu stellen und ihnen zuzuschicken. Das Heft ist ausschließlich für  den Kreis der Schreiber/innen bestimmt und setzt deren Einverständnis voraus.
Es soll dazu dienen, die eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen und damit aus der Einsamkeit des Opferdaseins heraus zu treten.
Diese Phase soll im September 2003 abgeschlossen sein.

Projektphase    

In der letzten Projektphase plant die Beratungsstelle eine öffentliche Lesung, damit Opfer sexualisierter Gewalt von der Öffentlichkeit gehört werden.
Frauen aus Politik und Gesellschaft sollen stellvertretend für die Autor/innen die Texte lesen. Diese Form ist deshalb so gewählt, um den Betroffenen Verbundenheit zu zeigen und sie im Schutz der Anonymität zu Wort kommen zu lassen.
Die Veranstaltung soll im Herbst 2003 stattfinden
Eine Kooperation mit dem Netzwerk gegen sexuelle Gewalt Fulda, dem Präventionsrat Fulda sowie weiteren Einrichtungen und Institutionen, die zur Verbreitung des Projektes beitragen können wird angestrebt.
Das Projekt, insbesondere die Projektausschreibung wird finanziell unterstützt vom Bistum Fulda und dem Präventionsrat Fulda. Kontakt:    
Birgit Schmidt-Hahnel
Sozialdienst katholischer Frauen e.V.Fulda
Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt
Rittergasse 4
36037 Fulda
Tel.:  0661-8394 15
Fax.: 0661-8394 25
e-mail      info@skf-fulda.de
Quelle: http://www.bistum.fulda.net/pag/index.php3 (weiter: Beratung - Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt; nicht mehr auffindbar)

Anmerkungen:
Nach Auskunft der Projektleiterin wurde das Projekt gut aufgenommen. 22 Menschen beteiligten sich
am AufSCHREIben ihrer Erfahrungen. Die Projektleiterin stellt - genau wie ich in den zweieinhalb Jahren Internet- und 4 Jahren realer Arbeit vor Ort - fest, dass das Thema sexualisierte Gewalt einem großen Tabu unterliegt.
30.7.2004



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Gegen die Tabuisierung sexualisierter Gewalt
- kfd Trier

Zu einem Informationstag zum Thema "Gegen die Tabuisierung sexualisierter Gewalt: Frauen brechen das Schweigen" hatte der Trierer Diözesanvorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am 4. April ins Robert-Schuman-Haus nach Trier eingeladen. Dabei wurde über die verschiedenen Formen sowie über Folgen und Heilungsmöglichkeiten sexualisierter Gewalt informiert.
Pastoralreferentin Anna Werle, eine der Organisatorinnen des Infotages, betonte, dass sexualisierte Gewalt ein "sperriges Thema" darstelle. Eine Auseinandersetzung damit berge aber die Chance, dass Frauen sich miteinander solidarisierten und damit letztlich offener mit der Thematik umgehen könnten. Denn noch immer werde sexualisierte Gewalt in der Öffentlichkeit gerne verschwiegen und in eine Tabuzone gedrängt. Deshalb habe die kfd beschlossen, sich des Themas in einem mehrjährigen Projekt unter verschiedenen Aspekten zu nähern.
Dazu gehörte bei dem Informationstag auch die Beschäftigung mit der Biografie einer brutal missbrauchten Frau. Deren schonungslos detaillierte autobiografische Aufzeichnungen wurden von Anna Werle vorgelesen und von Diplom-Psychologin Carola Spiekermann kommentiert. Zusätzlich informierte die Psychotherapeutin über die Hintergründe und Auswirkungen einer solchen Misshandlung, die oftmals schon in der Kindheit beginne.
"Jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Kind muss als sexueller Missbrauch gewertet werden," stellte Spiekermann mit Nachdruck fest. Die Verantwortung für eine solche Tat trage folglich auch immer der Täter, niemals das Opfer. Bemerkenswert sei jedoch, dass es den Tätern bei ihren Verbrechen weniger um die Befriedigung sexueller Lust als um das Ausüben von Macht gehe. Die Opfer hätten ein Leben lang mit den "quälenden Folgen" der erlittenen Gewalt zu kämpfen, die sich in Gefühlen wie Angst, Ohnmacht, Ekel und Scham, aber auch in konkreten körperlichen Schmerzen manifestieren könnten. "Der Körper vergisst nichts von dem, was er erlebt," erklärte die Psychologin und fügte hinzu: "Ich habe großen Respekt vor dem Lebensweg misshandelter Menschen."
Die Darstellungen Spiekermanns und die Leidensgeschichte des anonymen Opfers lösten bei den Anwesenden Betroffenheit aus.1 Das Opfer bezeichnet sich in seiner Autobiografie selber als "Überlebende". Kraft und Selbstvertrauen findet die misshandelte Frau, so beschreibt sie es in ihrer Lebensgeschichte, vor allem in der Malerei. Sie male "wie eine Besessene" und danke Gott für ihr Talent, das sie wie ein "Ventil" empfinde, berichtet sie. Die Arbeiten, die die Frau während ihres langwierigen Heilungsprozesses gemalt hat, sollen demnächst in eine Ausstellung integriert und im Bistum Trier gezeigt werden. Sie sollen nach den Vorstellungen der kfd dazu anzuregen, sich mit der Lebens- und Leidensgeschichte einer Frau, die über viele Jahre hinweg massiv sexuell missbraucht wurde, auseinander zu setzen.

Quelle: http://www.kfd-trier.de/aktuelles.htm

1 Das scheint mir eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür zu sein, aus ZuschauerInnen Verbündete zu machen.
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Verbündete Kirche: Sexuelle Gewalt wahrnehmen und überwinden
 Im Oktober 1999 startete die Landeskirche ihre Initiative "Verbündete Kirche: Gewalt an Frauen und Mädchen wahrnehmen und überwinden".
Die Landeskirche in Württemberg ist die erste Landeskirche, die sich in einer über mehrere Jahre angelegten Initiative dem schwierigen Themenbereich sexuelle und sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen zuwendet.
"Sexualisierte Gewalt ist immer auch der Versuch, das weibliche Wesen in die Demut und in die Ohnmacht zu zwingen. Gott hat den Menschen beiderlei Geschlechts zu seinem Ebenbild geschaffen und er selbst ist es, dem Gewalt angetan wird und der leidet", so der Schirmherr der "Verbündeten Kirche", Altlandesbischof Eberhardt Renz. Initiiert wurde die Aktion vom runden Tisch "Gewalt gegen Frauen", den die Frauenbeauftragte der Landeskirche in Kooperation mit der Landesstelle der Psychologischen Beratungsstellen und dem Diakonischen Werk Württemberg gegründet hat. Mit der "Verbündeten Kirche" hat die Landeskirche die Impulse des württembergischen Ökumenischen Frauenkongresses von 1997 und damit die der letzten weltweiten ökumenischen Dekade "Solidarität der Kirchen mit den Frauen" aufgegriffen. Gleichzeitig war sie die erste Mitgliedskirche des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), die sich mit einem konkreten Thema der bei der Vollversammlung 1998 in Harare beschlossenen und im Januar 2001 gestarteten ökumenischen Dekade "Gewalt überwinden" auseinandersetzt. Die beim ÖRK zuständige Koordinatorin der Dekade "Gewalt überwinden", die indische Theologin Aruna Gnanadason, empfiehlt die Initiative bereits als "Württembergisches Modell" anderen Kirchen zur Nachahmung.

Nach dem Start der Initiative im Oktober 1999 fanden rund acht Monate lang auf Landesebene verschiedene Veranstaltungen statt, die von den Mitgliedern des Runden Tisches "Gewalt gegen Frauen" durchgeführt wurden. Zur internen Kommunikation und Sensibilisierung auf das Thema sexuelle Gewalt gab es in der Pfarrerdienstzeitschrift "Für Arbeit und Besinnung" eine Interview-Reihe mit betroffenen Frauen. Diese Reihe hat vor dem Start der Initiative begonnen und bereits das erste Interview mit einer von ihrem Exfreund vergewaltigten Frau wurde dem "Kommunikationsmodell" zur "Verbündeten Kirche" gerecht: Mit zahlreichen Leserbriefen setzten sich Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren eigenen Standpunkten zum Thema sexuelle Gewalt auseinander. Um die Gemeinden mit dem Thema zu konfrontieren und dafür zu sensibilisieren, konnten und können die Pfarrerinnen und Pfarrer im Evangelischen Medienhaus für ihre Gemeindebriefe eine Discette mit Artikeln zum Thema sexuelle Gewalt bestellen.

Den Gottesdienst "Schweige nicht zu meinen Tränen (Ps 39,13)" für von sexueller Gewalt betroffene Frauen und Mädchen und ihre Verbündeten am 21. Mai 2000 in der Leonhardskirche in Stuttgart haben Seelsorgerinnen des Seminars für Seelsorge-Fortbildung als liturgisch-seelsorgerlichen Abend gestaltet. Auf diesen Gottesdienst, so berichteten zahlreiche Frauen, hätten sexuell missbrauchte und vergewaltigte Frauen seit langem gewartet: Endlich seien auch sie "offiziell" von ihrer Kirche wahrgenommen worden und mit ihren Fragen an Gott, mit ihren Tränen und Klagen spirituell und geistlich aufgehoben gewesen. Ein weiterer Höhepunkt der Initiative "Verbündete Kirche" war die im Februar 2000 geschaltete hotline des Diakonischen Werks Württemberg "Endlich reden & Verbündete suchen": Im Schutz der Anonymität und im Schutz der Diakonie haben zahlreiche Frauen nach Jahren das erste Mal über ihre leidvollen Erfahrungen gesprochen. Mit dem Gottesdienst für betroffene Frauen endete auf landeskirchlicher Ebene die Initiative, die dann als "Kommunikationsmodell" von den Kirchenbezirken und Kirchengemeinden übernommen, an die örtlichen Gegebenheiten modifiziert und noch bis Mai 2002 weitergeführt wird.

Die "Verbündete Kirche" versteht sich bewusst als Initiative und nicht als einmalige Kampagne, weil sie initiieren, einen Stein ins Rollen bringen will, der in einem Netzwerk von Verbündeten mit Opfern sexueller Gewalt mündet. Die "Verbündete Kirche" ist eine Vision, eine Zielvorstellung, dass Kirche aus diesem Bündnis heraus Stellung bezieht für ein gewaltfreies Miteinander zwischen Frauen und Männern. Die Assoziation oder Frage "wer verbündet sich hier mit wem?" darf dabei ruhig entstehen und soll Aufforderung zur Auseinandersetzung und Standortbestimmung der inneren Haltung sein.

Quelle und viele weitere Hinweise:

http://www.elk-wue.de/cms/glaubeundleben/glaubenleben/angeboteundinitiativen/verbuendetekirche - nicht mehr online



 





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